Königin der S@L@THERZEN

31.07.2009 um 15:05 Uhr

Gurkenknie

Mike, Du kleiner perverser Pisser, pass auf. Das, was Du mir mit Deinem ersten Gastbeitrag hinterlassen hast, nennt sich sexuelle Belästigung bzw. dessen vorangehende verbale Belästigung. Leider ist das in Deutschland strafbar, kann man nachlesen in Art. 198 Abs. 1 StGB und Art. 198 Abs. 2 StGB.

Ich habe Deine IP Adresse, ich weiß, wo Du wohnst. (Versteckter Counter, um mich vor Menschen wie Dir zu schützen) Und solltest Du Dich noch einmal hier blicken lassen und so einen Scheiß von Stapel lassen, bekommt ein nettes kleines Polizeirevier in Hamburg eine Anzeige von mir, die sie Dir gerne persönlich zustellen dürfen.
Kurz: Bei so etwas verstehe ich keinen Spaß. Null. Du hast Dir die Falsche ausgesucht.

 

Für Dich:
Ich finde fette Menschen abstoßend, das ist krank und macht unsere Gesellschaft krank.
Mein Eintrag wurde kurz nach dem Ableben meines Vaters und unseres Haustieres geschrieben. Es ging darum, nach Monaten das Lachen wieder zu erlernen. Und DU arme Wurst holst Dir auf sowas einen runter? Glückwunsch. Das ist so ziemlich das Abartigste, was ich je gehört habe. Nennen wir es mal krank.
Sollte ich Deine IP (87.122.4.........) noch einmal in meinem Verlauf entdecken -gezählt werden die letzten zweihundert Besucher und ich schaue mir das täglich an- dann knallts. Verstanden?

Oder scharf auf eine schicke Anzeige, vielleicht mit Verlust des Arbeitsplatzes und solcher Nettigkeiten? Hm? Tschüss Mike oder wie immer Du heißt. Gruß an Deine Freundin: Soll abnehmen, gefährdet meine Krankenkassen Beiträge.

30.07.2009 um 15:50 Uhr

In 80 Tagen um die Welt....

...oder zumindest, um die halbe, oder ein Drittel. Ich und Geografie...

Wie auch immer: Hauptsache GAAAAANZ weit weg, von Deutschland, meinem Clan und all den Verrückten, die jeden Tag mein Deppenradar kreuzen.

Wir fliegen in die Karibik. In 80 Tagen. Auf die kleinen Antillen. Nach Tobago. In ein nettes Häusken, von dem aus man diese Aussicht hat:

 Haus

Erschreckend, oder? Und diesen Strand:

Strand

Brrrr. Grauenhaft. :-)

Die lieben Kollegen haben mich breitgeschlagen: Fahr da doch mal hin, nur zehn Stunden Flug, traumhafte Strände, schön warmes Meer, leckere Küche, nette Leute, super Wetter.... Dann haben wir noch ein Haus dort nachgetragen bekommen und nun haben wir einen Flug gebucht. So einfach ist das manchmal.

Karibik, hm. Ist das überhaupt was für uns? Ein Ziel, wo wir uns wohlfühlen würden? Wir entspannen ja traditionell anders, als die ganzen Neckermänner am Strand. Für uns ist 400 Kilometer durch Spanien latschen, DIE Entspannung schlechthin. Und nun ´ne Insel???

Herrgott, dann lauft halt paarmal drumrum, meint Kollege augenzwinkernd. Ich meine das aber schon ernst. Oder meinte. Wir werden das schon rum bekommen, so wie andere Urlauber auch halt...ja: urlauben. Entspannen, lesen, köcheln, essen gehen, schwimmen, schnorcheln, durch den Regenwald taumeln und -zack- ist der Urlaub wahrscheinlich auch schon wieder rum und wir hocken daheim und wollen nie mehr wo anders hin, als in die Karibik. Jajaaaa.....

Soweit der Plan. Kann mir jemand nette Urlaubslektüre empfehlen? Zur Zeit lese ich den Henri Quatre von Heinrich Mann, ist aber nichts für den Strand, denn da muss ich meinen Geschichtsatlas mit am Start haben, damit ich fortlaufend nachblättern kann. Und den mag ich nicht mitschleppen. Dann habe ich noch einen letzten Walter Moers, "Der Schrecksenmeister". Der ist aber leider gebunden und außerdem noch original verschweißt, weil ich den erst lesen möchte, wenn der Herr Moers sich mal dazu bequemt ein Neues Buch zu schreiben, vorher rühre ich das nicht an. Ich kann nicht mit dem Gefühl leben, keinen Moers mehr im Regal zu haben.

Und die Bücher von letzter Woche waren:

Blindfish von Jim Knipfel (Autobiografie eines jungen Amerikaners, der langsam erblindet) FÜNF Sterne

Von Fulda nach Santiago (Reisebericht eines Ehepaares, das in Deutschland auf den Pilgerweg gestartet ist) Respekt vor der körperlichen Leistung, ansonsten Schais-Buch, die Frau war nur am zicken. Nix gelernt! ZWEI Sterne für die guten Beschreibungen der Sakralbauten

Bellboy oder: Ich schulde Paul einen Sommer (Roman von Jess Jochimsen über einen Glöckner aus der Provinz, der nach München geht) Zum Teil sauwitzig, zum Teil sehr nachdenklich stimmend, es wird jedoch jedes Klischee, was möglich ist bedient: FÜNF Sterne

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch (Roman über einen 84-jährigen Witwer, der eine 48 Jahre jüngere Ukrainerin heiratet) Auch hier: Es ist für jedes Klischee gesorgt. Die Geschichte des Traktors ist tatsächlich sehr witzig. Aber im letzten Fünftel des Romans hatte die Autorin entweder keinen Bock mehr, oder wurde durch eine Neunjährige ersetzt. Schade. Für den Traktor trotzdem DREI Sterne.

Wilde Reise durch die Nacht => Issen Moers, ergo VOLLE Punktzahl.

Problem ist, das ich ja mal so locker an einem Abend ein Taschenbuch vernasche. Wie bitte stelle ich das an, wenn ich den ganzen Tag am Strand herumdümpele? Da ich also so ziemlich alles -außer so einem Isabel Allende und Hera Lind Mist- lese:

Wer kennt dicke Bücher, die ganz, ganz klein geschrieben sind? Und natürlich eine nette Geschichte haben? :-) Her damit!

29.07.2009 um 10:50 Uhr

Perso....

Was macht der da? Ich meine den Meinigen. Der mailt mir gestern in die Firma, ich solle ihm meinen Personalausweis kopieren und senden, Vorder- und Rückseite.

Machisch dann auch und überliste mit einer Kollegin die eierlegende Wollmilchsau, die uns in den Flur gestellt wurde, sprich dieses riesige Kopierer-Scanner-Fax-Gerät, das auf Wunsch auch Origami mit den Ausdrucken macht und Kaffee kocht und schicke ihm den Scan.

Dann hätte ich noch gerne gewußt, WOFÜR er die Kopie denn braucht?

Sachichnett, Überraschung zum Geburtstag.

Aha. Na, dann. Mein Problem: Ich bin nicht neugierig. Geht mir völlig ab. Mir kannste drei Wochen vor meinem Geburtstag schon die Geschenke hin packen, ich geh da nicht dran. Neugierde bringt nichts. Schon garnicht, wenn man weiß, dass man den Krempel sowieso irgendwann bekommt. Und lange Nase machen funktioniert bei mir auch nicht. Wenn mir jemand was sagen will, soll er das machen, wenn nicht: Nach mir die Sinnflut.

Der Meinige kam dann auch gestern zu vorgerückter Stunde heim und hatte einen Packen Papier in der Hand, den er in einem seiner Ordner verschwinden ließ. Wassen des? Och, das ist die Geschichte wegen Deinem Geburtstag, sprachs und fummelt die Papiere weg. Er WEISS, das ich da nie dran gehen würde. Ich werds erfahren. Fertig.

Heute stehen wir im Rauchereck und Kollege fragt, ob jemand schon Mal das Untier von Kopiererdingens dahin gehend bezwungen hat, das man zum Beipiel den Reisepass kopiert, oder scannt und ans eigene Postfach schickt.

Hier! Ich! Gestern!

Also, machen wir das nachher mal. Er reist demnächst nach Ostasien und hatte die Idee, seine ganzen Reiseunterlagen und Ausweise einzuscannen und in seinem Web.de Postfach zu parken, falls was abhanden kommt und an das Postfach kommt er ja weltweit dran. Gute Idee, finde ich, muss ich demnächst auch mal machen.

Wofür ich die Passkopie gebraucht hätte. Ich erzähle, das Riki die braucht, wegen meinem Geburtstag.

So, jetzt rätselt die ganze Abteilung. DIE sind nämlich neugierig und gespannt, wie die Flitzebogen. Ich frage mich höchstens, wann ich das Dingen mal zur Hand nehme? Außer Verkehrskontrolle fällt mir nichts ein.

Handyvertrag, mutmasst Kollege. Nö, habe ich mir gerade ein neues Anti-iPhone bestellt, das ich auch mal mit an den Strand nehmen kann oder zum rumpilgern und das darf dann auch gerne mal verschütt gehen für 16, 90 Euro und einer neuen SIM-Karte von Aldi. Außer telefonieren kann das Anti nämlich nüscht und das ist auch so gewollt. Der Meinige weiß von dieser Bestellung. Null Punkte.

Auto, meint Kollegin. Da haben wir gerade erfolgreich meinen Privatwagen über den TÜV gefahren und an unseren neuen Wohnort umgemeldet. Vor vier Tagen. Dann kauft der mir jetzt eine neue Kiste? Eher nicht. Außerdem möchte ich gerne die neue M-Klasse und das wäre momentan nicht nur größenwahnsinnig, da wir nach einer schicken Immobilie schauen, sondern auch "etwas" übertrieben, oder? Mal ganz abgesehen von den Firmenwagen vor der Tür. Zero Points.

Urlaub, kommt die dritte Kollegin. Darauf habe ich ihn aber schon angesprochen, das sowas Unsinn wäre, ich komme nämlich über dunkle Kanäle gerne mal an Vergünstigungen bei Hotels und dann zahlt er den vollen Preis? Nochmal null Punkte.

Und jetzt hat der Haufen es doch tatsächlich geschafft: Ich mach mir´n Kopp. Toll. Wozu -in aller Welt- braucht man den Personalausweis, respektive eine Kopie davon?

Hat jemand eine Idee? Ich nicht.

Hier noch eine handvoller schlechter Ideen von Kollegen:

Aufgebot. Pfft, dass MÜSSEN wir gemeinsam machen. Und wir gehören auch zu den Paaren, die über so etwas reden. Im Moment sogar sehr oft und lange...höhö...

Päckchen bei der Post abholen. Häh? Was issen das fürn Kalter? Bestellt auf meinen Namen und holt es mit der Kopie von meinem Ausweis ab, weil er nicht auf SEINEN Namen bestellen kann, weil das zu einfach ist, oder wie? Außerdem bin ich bei der Packstation, da braucht er meine Kundenkarte. Und noch viel außerdemer ist das totaler Quatsch....

Ich will Ideen!

28.07.2009 um 21:30 Uhr

Peinliche Klassiker?

Oder klassische Peinlichkeiten? Ich weiß es nicht. Mein Clan wieder Mal.

Am Samstag waren wir ja mit der kompletten Affenbande auf einem klassischen Open-Air-Konzert. Schloss in Flammen heißt das Spektakel, die Wiesbadener Yuppies feiern sich ein Ründchen selbst, sehen und gesehen werden, Sektchen suffeln mit der Untermalung eines guten Orchesters (heuer die Badische Staatskapelle Karlsruhe unter Daniel Carlberg) und guten Sopranisten im Schlosspark des Biebricher Schlosses, alles Open Air und natürlich für einen Haufen Kohle.


Das Ganze ist so gestaltet, dass es eine feste Bestuhlung gibt und drum herum Picknickplätze, wo man es sich gemütlich machen kann. Im Laufe der Jahre hat es sich etappliert, dass sich auch auf den Picknickplätzen illustre Gesellschaften breit machen und das schönste Picknick bekommt einen Preis. In diesem Jahr unangefochten für mich, unsere direkten Nachbarn, die mit Tisch, Grammophon, Kleidung im Stile des ausgehenden 18. Jahrhunderts (inklusive Hüten!), Kerzenlüstern, Käseplatten und Wein anrückten. Großartig! Das war wirklich so hübsch anzusehen. Aber auch viele, viele Andere standen dem in nichts nach.


So. Dann mein Haufen. Es gab im Vorfeld selbstverständlich schon HalliGalli, wer welchen Tisch mitbringt. Das ist nämlich alles zu schleppen, einmal durch den Schlosspark und zurück. Wer was an Fressalien mitbringt, Getränke, Stühle, Kerzen und so weiter und so fort. Da hat es schon mächtig gescheppert. Die Einen haben gesagt, wir gehen auf ein Konzert und nicht zum futtern dahin, die anderen haben gesagt, wir sind auf den Picknickwiesen, da können wir schön miteinander essen und danach gibbet fein Musik.


Ich halt mich da bedeckt. Hab mich in den letzten Jahren gedrückt. Erstens, weil mir das immer zuviel mit der Familie war und zweitens gehe ich auf klassische Konzerte nur Indoor, da verhaut es die Akustik im Freien, fertig.

Trotzdem haben wir uns breitquasseln lassen und steuerten einen süßen Nachtisch, Schampus und überbackene Brötchen bei. Wir vereinbarten einen Treffpunkt, fuhren in zwei Kohorten, die einen sichern früh einen Platz, die anderen rücken später mit Futter und Co. nach. Soweit der Plan.


Der Meinige und ich vertüdelten am Samstagabend daheim die Zeit und schauen im Fernsehen noch Fußball, bis ich auf die Uhr schaue, ROTALARM schlage, wir in die Klamotten hüpfen, den Champagner seinem eiskalten Grab entreißen, das Picknickkörbchen schnappen und losrasen. Es ist ausdrücklich erwünscht, auch auf den „billigen“ Plätzchen „angemessen“ gekleidet zu sein und schon im Vorfeld echauffiert sich meine Mutter, dass doch tatsächlich eine meiner Schwägerinnen einen Termin beim Friseur für eine Hochsteckfrisur hat...stöhn.... ABER: Der Wettermann sagt, das es regnen könnte und so wähle ich einen Kompromiss, zwischen schön und praktisch. Weiße enge Jeans, schwarzer eleganter dünner Pullover, meine sündhaftteuren hohen schwarzen Lederstiefel. Finito, ab durch die Mitte.


Parken, Treffen, Bussi hier, Bussi dort, schon geht’s los, zu einem beschaulichen Fußmarsch, einmal quer durch den Park. Dort wieder Bussi hier, Bussi dort für die Platzsicherungskohorte, Essen raus, Schampus köpfen, gemütlich machen. Die einen haben Laugenbretzel geholt, meine Mutter hat ihren fantastischen Spundekäs gemacht, noch einen Salat dazu, alles schön.


Und wer aufgepasst hat: Samstag!!!! Jupp, es hat tatsächlich geregnet, wie aus Eimern. Wir hatten gerade erst unser Essen so gut wie hinter uns, da fing es an zu schütten, es war nicht zu fassen. Wir sind so was von gnadenlos abgesoffen, da ist die Titanic ein Scheißdreck dagegen.

Pünktlich zum Konzertbeginn hat es einigermaßen aufgehört und wir durften wirklich zum Teil Klassik vom Feinsten genießen. Die im hiesigen Ensemble tätige isländische Sopranistin Thora Einarsdottir hat aus Samson et Dalila von Camille Saint-Saëns ein „Mon ceour sóuvre à ta voix" rausgehauen, dass ich nur noch geheult habe. Alter Schwede. Äh, alter Isländer, war das schöööön. Zu Tränen gerührt haben der Meinige uns ich uns ganz tief umarmendt dagessen und ich kam mir vor, wie im Himmel. Als die Bläser den Opfergesang musikalisch interpretierten, flogen dutzende weiße Schwäne über das Schloss Richtung Rhein und ich hätte fast laut geschluchzt, weil das so sensationell schön war, das es nicht in Worte zu kleiden ist.....


In der darauffolgenden Pause haben wir dann gelernt, was RICHTIG regnen heißt. Wind setzte ein und der Regen schien von allen Seiten zu kommen. Das abschließende Feuerwerk mit klassischer musikalischer Untermalung haben wir zu Gunsten einer eventuell dadurch provozierten Lungenentzündung geopfert und fluchartig den Saal, öhm, die Wiese verlassen. Mit uns Hunderte Andere, die zum Teil nur auf Decken lagen. So ein Mist.....


Daheim haben wir dann doch etwas länger gebraucht, um alles zum trocknen aufzuhängen und uns selbst wieder in annehmbare Zustände zu bringen. Trotzdem war es die Isländerin wert und auch die Mezzosopranistin Sabine Willeit, war zum niederknien und anbeten. Die männlichen Einlagen von Bariton Armin Kolarcyk und Ji-Woon Kim waren vernachlässigbar, da bin ich Besseres gewohnt. Ich Klassik-Fan, ich.

Nachlese:

Gestern hocken wir bei meinen Eltern und kauen den Samstag noch mal durch.

Meine Frau Schwägerin „Hochsteckfrisur-Cargo-Hose-T-Shirt“ (nennen wir sie und ihren Menne –meinen Bruder- mal der Einfachheit halber Susi & Strolch) hatte so einiges zu mokieren, berichtet meine Mom.


Sie wären im Schlosspark hinter uns gelaufen und Susi hat bemerkt, das ich unter meiner weißen Jeans eine schwarze Unterhose trug.


Aha! Joooo, war so, ist im Eifer des Gefechtes und der Aufbruchstimmung bei mir irgendwie untergegangen. Ja, und?

Das ginge so nicht, meinte die Frau Schwägerin. Das sei peinlich!

Aha! Dachte ich mir, bei der Erzählung meiner Mutter und „Aha“ dachten wohl auch sie und ihre beste Freundin, die mit Schwägerin Susi hinter uns gingen, während sich meine Nichte an mich gekettet hatte und mich mit doofen Hai-Witzen (????) bei Laune hielt.


Susi wollte mir dann sagen, dass das peinlich ist. Meine Mutter sagte ihr, sie solle das mal gefälligst nicht tun. Das gehe aber so nicht, meinte die Frau Schwägerin. Meine Mutter meinte, sie solle das lassen. Und so ging das wohl weiter und fort. Die beste Freundin meiner Mutter meinte dann irgendwann angefressen, mach nur und du wirst die passende Antwort von P. bekommen, die braucht so was bestimmt gar nicht. Und dann war auch mal Ruhe im Karton! Und Susi stinkig. Die Freundin meiner Mom ist nämlich Klasse! Die mag ich! Die braucht so einen Stuss auch nicht und außerdem ist sie nicht auf den Mund gefallen. Höhö....

Während wir also mit einem Dutzend Leutchen über zwanzig Minuten durch den Park gealbert sind, haben die sich das Maul darüber zerrissen, welche Farbe meine Unterhose hatte?

Hallo?

Geht’s noch?

Biddewas?

Meine Mom, fragte mich dann, ob mir das peinlich sei? Nee, oder?

Ähm, nö! Definitiv nicht. Mir ist so einiges heilig, wie ich für mich feststellen darf, aber nichts peinlich. Und so ein irdischer Kleinkram schon mal gar nicht.

Was wirklich peinlich ist, ist die Frau Schwägerin, die sich um so einen Scheiß (Verzeihung!) einen Kopf macht. Geht’s noch peinlicher?

 

Anbei die Dalia.......kopfaufdentischleg...........


Mon coeur s’ouvre à ta voix


DALILA
Mein Herz öffnet sich dir, wie sich Blumen öffnen,
Wenn die Morgenröte sie küsst!
Doch um meine Tränen noch besser aufzutrocknen,
Liebster, sprich weiter zu mir!
Sag mir, dass du für immer zurückkehrst zu mir.
Erneuere das Versprechen,
Schwöre du mir wie einst jenen Schwur, den ich liebte!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!

SAMSON
Dalila! Dalila! Ich liebe dich!

DALILA
Wie sich im Sommer oft die Ähren sanft wiegen,
Bewegt von leichter Brise,
So erbebt mein Herz voller Hoffnung auf Trost
Beim Klang deiner Stimme!
So schnell erreicht der Pfeil nicht sein todgeweihtes Ziel'
Wie deine Geliebte dir in die Arme fliegt!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!


Gibbet hier in deutsch:
http://www.opera-guide.ch/libretto.php?id=323&uilang=en&lang=de

Und hier in französisch:
http://www.opera-guide.ch/libretto.php?id=323&uilang=en&lang=fr

 

 Mon coeur s'ouvre à ta voix comme s'ouvrent les fleurs
Aux baisers de l'aurore!
Mais, ô mon bien-aimé, pour mieux sécher mes pleurs,
Que ta voix parle encore!
Dis-moi qu'à Dalila tu reviens pour jamais!
Redis à ma tendresse
Les serments d'autrefois, ces serments que j'aimais!
Ah! réponds à ma tendresse,
Verse-moi, verse-moi l'ivresse!
Réponds à ma tendresse.
Ah! verse-moi, verse-moi l'ivresse!

SAMSON
Dalila! Dalila! je t'aime!

DALILA
Ainsi qu'on voit des blés les épis onduler
Sous la brise légère,
Ainsi frémit mon cour, prêt à se consoler,
A ta voix qui m'est chère!
La flèche est moins rapide à porter le trépas
Que ne l'est ton amante à voler dans tes bras!
Ah! réponds à ma tendresse!
Verse-moi, verse-moi l'ivresse!

27.07.2009 um 16:19 Uhr

Katzen-Besuch bei Dick & Doof….

Ich muss mich manchmal wirklich fragen, WIE naiv man eigentlich sein kann? Freitagabend: Wir brettern -nach telefonischer Ankündigung- zu meinem herzallerliebsten Bruder und seiner liebreizenden Frau zum Babykatzen-Watching.

Dick macht uns die Tür auf, von Doof keine Spur. Die kniet im Bad, vor der Duschkabine, tüdelt irgendwas, sagt noch nicht mal Hallo. Na denn, die Kleinen sind sowieso interessanter. Mönsch, sind die winzig. Beide super süß. Das Mädel etwas schüchtern, ihr Bruder eher der Draufgänger, aber alles noch sehr tapsig und überhaupt: Laminat ist glatt. Der Meinige und ich zücken die Kameras und auf sie mit Gebrüll.

Mein Bruder setzt sich zu uns, fragt, ob wir was trinken wollen, macht Kaffee und holt dann zu langer Rede aus, was die Kurzen so den lieben langen Tag treiben. Wie sie spielen, wie sie fressen, wie sie schlafen, wie sie den Kratzbaum malträtieren, wie sie atmen und so weiter und so fort. Das Ganze mit dem Gesicht "Ganz-der-stolze-Papa" und uns drängt sich der Eindruck auf, er hat ein Haus und eine Villa an der Côte d´Azur und zehn Millionen Euro Lottogewinn noch oben drauf bekommen. Er strahlt, wie ein Atomkraftwerk. :-)

Die Wohnung hat er auch umgestaltet, damit Kratzbaum, Katzenklo und der übliche Krempel ihren Platz finden, überall fliegt Katzenspielzeug rum und Dick lässt die Beiden kaum aus den Augen.

Isch guck kaum noch Fernseh, sagt er versonnen und kommentiert jedes Spielzeug einzeln. Das mit dem Fernseher ist allerdings so eine Sache, der brüllt nämlich in infernalischer Lautstärke, deswegen brüllt Dick auch und wir mit und im Arbeitszimmer brüllt noch eine weitere Glotze und zwei PC brummeln so vor sich hin.

Der kleine Kater lässt sich schwer aus der Fassung bringt, zuckt nur dann und wann zusammen, die kleine Maus sucht schon eher nach einer Ecke, in die sie sich verziehen kann und macht einen großen verschreckten Bogen um das Glotzophon. Ich sag ihm, dass Katzen ALLES um ein vielfaches lauter hören, als Menschen und er dat Dingen, doch bitte was leiser drehen soll! "Echt?", fragt er und lässt den Fernseher auf Düsenfliegerlautstärke weiterbrüllen. Tza, was soll ich tun....

Auftritt Doof.

"Schatz, guck ma."

Dööfchen hat von den Fingerspitzen, bis zu den Handgelenken RABENschwarze Hände.

"Ei kannsdu kei Handschuh nehme, Du doof Kuh?"

"Hammer welche?"

"Ei sichä, hammer welche!"

"Wo?"

Bruder Dick steht auf und verschwindet in der Küche, um wenige Sekunden später seiner geliebten Gattin mit einem Zwei-Pack Haushaltshandschuhen vor dem Gesicht herumzuwedeln.

"Wieso bisten Du so blöd und packst da rein?"

"Ei, wohern solln ich des wisse?"

Das alles NOCH lauter als vorher unser kleines Gespräch mit ihm und zweifelsohne latent aggressiv. Dick klärt uns auf. Seine Holde hat Kleidung im Putzeimer in der Duschwanne eingefärbt (schwarz nehme ich an...höhöhö...) und statt einen Kochlöffel oder ähnliches zu nehmen, hat sie es wohl mit den Händen durchgemischt. Die Beiden brüllen sich weiter fröhlich an, Dööfchen sieht das gar nicht ein, dass sie hätte wissen müssen, dass Kleidungsfärbemittel auch Hände einfärbt, verteidigt sich damit auch weiter wütend, während mein Bruder bei seinem "Wie blöd muss mer dann sein?" bleibt.

Er drückt ihr Handwaschpaste in die Hand. Bringt nix. Anschließend schüttet er Domestos drüber. Bringt nix. Die nächste Flasche, die er am Start hat, ist Dan Clorix. Bringt nix. Außer, das mittlerweile die ganze Bude abenteuerlich riecht und die Katzen sich hinter den Kratzbaum verziehen. Mir wirds dann auch etwas schummerig...börgs...

Dööfchen geht googeln und kommt mit der Erkenntnis Zitronensaft zurück. Hammer des? Sicher hammer des. Und so weiter und so fort. Und siehe da: Bringt nix. Es riecht jetzt aber angenehmer....oh weiha....

Dööfchen kommt ins Wohnzimmer, zeigt ihre Händchen vor. Höflich machen wir die üblichen Witzchen darüber, aber sie ist bereits super angefressen. Mein Bruder geht googeln, sie hinterher. Sitzen wir da, der Meinige und ich. Die Knie neben den Ohren, 23 Zentimeter über dem Boden, allderweil Dick die Holzknubbelfüße vom Sofa abgeschraubt hat: Ei, da hat sich immer die ei Katz hin verpisst.

Nuja, die wird schon ihre Gründe gehabt haben, DENKE ich mir und presse die Lippen zusammen.

Dööfchen kehrt wieder und schaut in die Glotze. Die Simpsons laufen. Laufen bei uns nie, mag der Meinige nicht, wird Birne hohl. Mag ich aber, zu Zeiten doch ganz lustig.

Dööfchen redet nicht mit uns, schaut nicht nach den Katzen. Ich mache einige Haushaltvorschläge, wie sie das eventuell abbekäme, sie murmelt was, schaut weiter hypnotisch in die Glotze. Kann die nicht wenigstens mal probieren, was ich sage? Ich hatte Backpulver vorgeschlagen, damit waschen wir Gardinen, oder vielmehr, die eine weiße Gardine, die wir besitzen. Alter Insider: Die wird immer blütenweiß!

Sollse halt weiter so da hocken, denke ich mir, schnappe mir die kleine Miezekatze und mache eine kleine liebe Ganzkörperuntersuchung, ob mit ihr alles in Ordnung ist. Das mache ich mit meinen Beiden täglich. Beim schmusen, ganz vorsichtig, mit gut zureden, in die Ohren schauen, in den Mund schauen, After kontrollieren, Fell ebenso, Krallen und Motorik schauen. WENN meine Minipumas mal etwas haben, lassen sie so nämlich jede Untersuchung über sich ergehen, auch beim Tierarzt, ohne das hinterher einem der Beteiligten Gliedmaßen fehlen.

Außerdem hat die Kätzin eventuell einen Nabelbruch, dass konnte man letzte Woche bei der Züchterin noch nicht konkret ertasten, weil das wirklich Mini-Würmchen sind und das hat mich schließlich und endlich auch dorthin getrieben.

Dööfchen schaut irgendwann auf und sieht, das ich das Mädel am Wickel habe. Die liegt dösselig auf meinem Schoß, lässt sich beschmusen und bekraulen und zwischendurch reibe ich immer wieder mal über den Nabel, der SEHR deutlich vorgewölbt ist, um zu schauen, ob es sie schmerzt oder ob sie jammert. Dööfchen sagt: "Was is nu?"

"Najaaaaa", erwidere ich, "ich würde da schon einmal demnächst beim Tierarzt aufkreuzen, damit er sich das anschaut, sieht wirklich nach einem Nabelbruch aus, aber ich bin kein Veterinär. Aber lieber einmal zuviel geschaut, als einmal zu wenig"

Antwort: "Dann soll die Tussi mir Geld wiedergeben!"

Laut, gemein und boshaft.

Grrrrrrr. Kann ich nicht drauf. Statt mal zu fragen, wie es dem Tier geht, aber neeeiiiinnnn. Überhaupt: SIE wollte auf biegen und brechen die Tiere haben. Jetzt macht es den Eindruck, sie hätte KOMPLETT das Interesse an Ihnen verloren und das liegt NICHT an den aktuell schwarzen Händen, um die sich Sorgen macht.

Der Meinige und ich stellen für uns fest, dass man mit der Zeit einen "Wanderblick" bekommt. So haben wir das jetzt mal für uns getauft. Hat man Tierchen im Haus herumwuseln, wandert der Blick immer wieder durch den Raum -ohne das jenes an Hysterie grenzen muss, auch wenn ich für mich feststellen muss, es momentan NOCH häufiger als früher zu tun, aber das liegt an meiner derzeitigen Paranoia- und schaut, wo die Fellnasen sind. Knabschen sie gerade mal wieder was kaputt? Liegen sie irgendwo rum und poofen? Schlecken sie sich gerade ab? Untersuchen sie die Unterseite von der Couch? (Geht) Untersuchen sie die Unterseite vom Couchtisch? (Geht bedingt, da immer was abgeräumt wird) Untersuchen sie die Unterseite vom CD-Regal? (Geht garnicht, da CDs akut einsturzgefährdet, wenn einmal eine ins rollen kommt....)

Wie auch immer: Zu leise ist verdächtig, war schon so als ich klein war, geht bei Tier und Menschenkind, wird auch immer so bleiben.

Der Wanderblick. Mein Bruder hat ihn, schaut sich im Raum um, nimmt die Katzen hoch, wenn sie in seine Reichweite kommen, schmust mit ihnen, spielt mit ihnen. Die Dame des Hauses: Null. Wir ärgern uns und beschließen zu gehen. Mein Bruder sagt noch: "Ey, die sinn bestimmt gewachse, wenners nächste Ma kommt!" Er hat dabei den kleinen silbernen Kronprinzen auf dem Arm und lächelt einmal rund. Süß....:-)

Seine Holde sagt: "Ey, nehmter die, wemmer im Urlaub sinn?"

Wenn sie sonst keine Schmerzen hat. Natürlich nehmen wir sie. Umso unerklärlicher aber für mich, dass die Beiden kein Umfeld besitzen, das auch mal nach den Tieren schauen würde. Die paar echten (!!!) Freunde, die mein Bruder hatte, hat Doof mittlerweile mit Erfolg verkrault und die Beiden stehen mehr und mehr alleine da. Aber bevor es irgendein Deppchef in deren doofen Kaff macht, ziehen die Katzinis selbstverständlich bei uns ein.

Und ob sie die Tiere dann noch nach dem Urlaub wieder haben wollten? Diese Frage stellt sich mir doch mehr und mehr. Mein Bruder sieht ja auch, dass da bei Frau "Haben will" das Interesse schon nach einer Woche erloschen ist. Traurig das alles.....oder anders:

Anna, mach den Hubschrauber klar!

P.S.: Man stelle sich doch bitte deren Ausdruckweise in breitestem Hessisch vor, nicht unter 100 Dezibel und das ganze ordentlich aggressiv. Die meisten Schimpfworte habe ich weggelassen, ich muss mir das nicht antun, dass bei mir nochmals hervorzuholen. Gelinde gesagt, waren der Meinige und ich aber ziemlich geschockt, wenn wir uns das Miteinander da so anschauen. Hatte am Polterabend irgendwie anders ausgeschaut. Achja: Die Story fehlt ja auch noch! Wie wir alle, alle ALLE wieder dufte Freunde wurden.....urgs......

25.07.2009 um 17:38 Uhr

Exklusiv für Anna_Kurz

Die Schwester von dem Schatzelein da unten. Leider wurde wieder Taschenkontrolle durchgeführt. So ein Mist.... Wie es bei den lieben Liebenden war, kann ich erst dann von mir geben, wenn der erste Schock vorüber ist. (HIMMEL!!!) Außerdem muss ich mich jetzt seelisch und moralisch darauf vorbereiten, mit meinem ganzen Clan auf ein klassisches Open-Air-Konzert zu gehen. Ooooohm......

Russisch Blau mix smoke

24.07.2009 um 14:45 Uhr

Exklusiv für Hedera!

Zum Nase lang machen: Der Cousin von Laurence. Bitteschöm. :-)

British Shorthair Silver tabby

24.07.2009 um 14:20 Uhr

Boxarena...

...und meine höchstpersönliche Gummizelle.

"Du Schatz", meinte der Meinige vor einer Woche, "hättest Du nicht mal Lust die Klitschkos life zu sehen?"

Weiter kam er nicht, in hohem Bogen flog ich ihm entgegen *bussi* und danach im Sturzflug direkt weiter an den PC Kärtchen ordern. Es ehrt ihn ungemein, dass er mit einer Frau zusammen ist, die sich für derart archaische und blutige Sportarten interessiert und das nicht nur akzeptiert, sondern auch noch fördert! Ich bastel dann demnächst mal ein Krönchen für ihn und ernenne ihn zum besten Riki, wo Frau haben kann. Hach.....

Gemeint war natürlich der Kampf von David Haye gegen Vitali am 12.09. in der Commerzbank Arena. Nicht auszudenken, was da eine Stimmung wäre. 55.000 Boxbegeisterte und mittendrin der Meinige und ich. Cool! Ich hatte Spass, wie Bolle.

Computer war dann ernüchternd: Die Karten werden erst ab dem 24.07. verkauft. Egal, da hab ich frei und werde am Computer lauern, bis es losgeht und eiskalt zuschlagen.

Es hätte alles so schön sein können......der Phantom Punch kam gestern morgen über den Newsletter:

David Haye hat den Kampf abgesagt.

Die Zartbesaiteten bitte mal kurz weghören.

*tiiiiiieflufthol*

DU ARSCH! Du Scheiß-Memme! Gehts noch? Erst mit den KACK T-Shirts von den Klitschkos provozieren, wie ein Großer und jetzt kneifen? Jahrelang in diesem beschissenen Cruisergewicht rumeiern, weil Du Dich nicht getraut hast, mit den Großen zu spielen und jetzt die Sause bei Vitali machen? Und stattdessen gegen Walujew antreten? GEGEN WALUJEW????? Oh, man Du Großmaul, ich kann nur hoffen, dass Du da so RICHTIG die Fresse poliert bekommst, aber so richtig!

ARGH!!!!!!!!


So, besser.

Alle, die sich nicht fürs Fratzengeballer begeistern können, dürfen jetzt weiterlesen, gibt nämlich noch was Neues. Dick & Doof haben auch Nachwuchs bekommen. Nein, um -HIMMELS WILLEN- kein Kind. Zwei Kätzchen von der Dame, die uns auch Lauri-Sugar-Babe überlassen hat. Zwei winzige süße nette British Kurzhaar. Super süß.

Dumm nur, dass die Beiden von Katzen so ziemlich keine Ahnung haben und in den letzten Wochen hier die telefonische "Wie-bekomme-ich-Fellköppe-heil-und-ungeschadet-groß"- Hotline nur so glühte.

Und da die Züchterin auch sofort gemerkt hat, das Dick & Doof nicht so die Hellsten sind, habe ich versprochen, dann und wann nach den Miezekatzen zu sehen.

Erster Kontrollgang: Heute.
Also warte ich nun, dass der Meinige nach Hause kommt und dann düsen wir nach Üfftelstütz und machen Baby-Watching. Sehr spannend. Ich war nämlich dabei, als die Beiden ihre Katzenkinder geholt haben und habe sie schon gesehen. Selbstverständlich nichts gegen unsere Superstars, aber extrem niedlich. Freue ich mich, bisl shoppen, bisl Katze schauen, schönen Abend machen: Wochenende....ächz.....endlich.

Euch allen da draußen ein schönes Ebensolches.

Und jetzt gehe ich zum Elektronik-Dealer meiner Wahl und mache Frust Bestellungen. Blöder Engländer, blöder.....

22.07.2009 um 14:50 Uhr

PARTY!!!!

Zwei Geburtstage, respektive Monatstage:

Mein Blog wird heute ein halbes Jahr alt!

Herzlichen Glückwunsch, Meister. Ich muss mich JETZT schon wundern, was ich vor sechs Monaten so alles von mir gegeben habe. Das kann ja künftig nur noch heiterer werden...

Uuuuund:

Best Lauri in Town wird drei Monate alt. Ein schnuckeliges kleines Vierteljährchen. Monsieur wächst und gedeiht und wenn er weiterhin soviel zunimmt, dann kaufen wir einen kleinen Sattel und lassen die Nachbarskinder auf ihm reiten. Wir trainieren fleissig bei Frauchen im Bett zu schlafen, weil er so schön puschelig und kuschelig ist, leider wird das aber meinerseits ein frommer Wunsch bleiben, das ist ihm wohl zu unruhig.

Mittlerweile hat er schon über 600 Gramm zugenommen und schaut garnicht mehr aus wie ein Babykatz, sondern bekommt so langsam ein richtig schönes Kindergesicht. Hach.... Er mag seinen großen Kumpel sehr, hat am Samstag einen ENORM großen Kratzbaum von uns spendiert bekommen, da wir uns keine Tapeten aus Edelstahl leisten können und der Kurze hoch hinaus will und außerdem frisst uns nochmal die Haare vom Kopp. Alles schön, alles fein, alles prima.

Wenn ich mir nicht selbst in die Quere kommen würde.

Ich habe Verlustängste. Ich habe Angst, das es wieder eine Katze bei mir nicht lange schafft. Ich habe Angst, meinem großen Liebling immer und immer wieder einen neuen Kumpel holen zu müssen und immer und immer wieder schauen zu müssen, ob das matcht.

Vorgestern hat Laurence vier Stunden am Stück geschlafen und ich bin immer wieder hin und habe geschaut, ob er noch atmet! Gehts noch? Ich weiß, dass ich keinerlei Einfluss auf seine Lebensspanne haben werde, genauso wenig, wie bei seinen Vorgängern Paul, Douglas, Theo, Micky oder Tobias. Wenn es Zeit ist zu gehen, haben wir alle GEVATTER TOD (Terry Pratchett, saulässig...höhö...) das Knochenhändchen zu schütteln und zu sehen, dass wir weg kommen. Aber so langsam werde ich ein wenig paranoid. Wo ist er, was macht er, wie frisst er, atmet das Tier, trinkts genug??? Argl!!!

Nicht, dass ich jetzt ständig hinter ihm her bin, aber am liebsten ist es mir, ihn in Sichtweite zu haben und den Großen auch, da bin ich nämlich derzeit genauso drauf. Ich kann diese Übermuttis ja schon nicht ab und noch weniger, wenn jemand sein Tier zu sehr vermenschlicht und das Hunderl in Babyklamotten ausführt, aber so richtig lässt mir das alles keine Ruhe. Hoffen wir mal, das sich so ein Verhalten langsam gibt. Bevor meine Tiere Verfolgungswahn bekommen....

Mönsch, ich bin doch eigentlich ein Rocker! *seufz*

Sodele und jetzt alle:

Happy Monthday to you,

Happy Monthday to you,

Happy Monthday lieber Laurence,

Happy Monthday to youuuuuuuuuuuu.........

Werde mir groß und stark, kleiner Mann. Ein langes Leben wünsche ich Dir.

Aufgepasst!

16.07.2009 um 11:18 Uhr

Herr, lass Hirn regnen...

...und mach, dass nicht wieder zwei meiner beknackten Brüder rechtzeitig wie immer den Regenschirm aufmachen! Wobei ich mich wieder als Atheist bestätigt fühle: Es gibt keinen Gott! Sonst wäre meine Familie nicht so! Das ist der endgültige Beweis! Ha!

Ich warte immer noch -die staubige Landstrasse hinabschauend- das sich aus dem Horizont zwei Silhouetten lösen, näher kommen und schließlich vor mir stehend sich als meine verlorenen Eltern zu erkennen geben und mir bedeuten, sie holen mich nun endlich nach Hause. Sie werden nett, gebildet und freundlich sein. Sie werden frei von Vorurteilen sein, in einer Lautstärke UNTER 120 Dezibel mit mir ruhig und klar kommunizieren und mir milde lächelnd mitteilen, dass ICH EIN EINZELKIND BIN UND -UM HIMMELS WILLEN- NATÜRLICH KEINE GESCHWISTER HABE!!!!!!!

AAAAAAAAHHHHHHHHHH! AH!

So besser.

Wir versuchen immer noch hinter meinem verstorbenen Erzeuger herzuräumen. Und nebenbei kloppen wir uns ums Erbe! So, wie sich das gehört.

Seit anderthalb Monaten sind wir damit beschäftigt, die Wohnung zu räumen, Unterlagen zu sichten, die Wohnung zu renovieren, einen Erbschein zu beantragen, die Wohnung zu kündigen und irgendwie herauszubekommen, was er alles an Verpflichtungen hatte (Bestellungen beim Münzkontor?) und diese ebenfalls zu kündigen. Fernsehzeitung, Krankenkasse und so weiter und so fort. Ich habe den Nachsendeauftrag auf meine Kappe genommen und tagtäglich purzeln mir bis zu zwanzig Sendungen entgegen, wo der Herr Vater irgendwas bestellt hat, nicht rechtzeitig nach den ersten sechs Monaten für umme gekündigt hat und nun habe ICH die unendliche Freude die neue Sommerkollektion der Philatelie-Freunde der deutschen Bundespost zu bekommen. Herrlisch! Örgs.

Ansonsten geht natürlich schief, was nur schief gehen kann. Und natürlich kloppen sich nun zwei meiner Brüder mit den immer gleichen Satzanfängen: Hättest Du.... Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen. Ich halte mich raus wo es nur geht, ziehe den Kopf ein und stelle mich tot. In meiner Vorstellung hocke ich wieder mal in Tibet auf einem Berg oder bin wahlweise oben genanntes und ersehntes Einzelkind. (Eines Tages werden sie kommen und mich holen! Ich weiß es!) Bessere Taktik gibt es da im Moment auch nicht. Sich mit diesen beiden Herzchen anzulegen ist nämlich eine ähnlich gute Idee, wie im Bikini durch Teheran zu rennen und zu brüllen, dass Ahmadinedschad ein religiöser Spinner ist.

Nur alle Nase lang geht es natürlich nicht anders und ich habe das zweifelhafte Vergnügen mit B. oder Dick zu telefonieren.

So geschehen gestern Abend. Der Meinige hat die einzig lebensrettende Maßnahme ergriffen und hat Haus und Hof verlassen, um sich mit seiner Abteilung hinter dicken Bowlingkugeln zu verschanzen, bis der größte Sturm vorüber ist.

Ich habe telefoniert und mir anschließend einen getrunken, wie scheinbar die meisten hier gestern Abend. Höhö. Wohl wissend, das Alkohol keine Antworten gibt, aber wenigstens vergisst man beim saufen die Frage. Und wenn ich meinem Psychologen von dem Telefonat erzählen würde und ihm gestehen würde, dass ich mir danach drei Bier reingetan habe, würde er antworten: Ich hätte mehr gesoffen….

Inhaltlich muss ich das Telefonat gar nicht wieder geben, denn entscheidend ist der immer gleiche Ablauf: Ich frage etwas => Bruder brüllt in infernalischer Lautstärke. Lange, ausdauernd, laut. Wenn ich in immer gleicher mantrischer Ruhe versuche auf das Gesagte einzugehen, wird es noch lauter. Wenn ich frage, was los ist und ob er schlechte Laune hat, kriechen die ersten Mitbewohner in meinem Stadtteil in die Bunker, weil sie denken der Iwan ist zurück und es gäbe einen Bombenangriff. Großartig! Hintergrund bei Dick, wie auch bei B. ist, das die Beiden Stress haben (hab ich auch), überarbeitet sind (bin ich auch), eigentlich keine Zeit für den ganzen Kram haben (hab ich auch nicht), übernächtigt sind (frag mich mal) und zudem noch der häusliche Segen schief hängt. Hängt bei uns definitiv nicht. Ganz im Gegenteil, nach Übergriffen meiner Brüder pflegt mich der Meinige aufopfernd, wie einen Kriegsveteranen.

Wer denkt, ich könne mich an die Brust meiner Mutter werfen und klagen, dass die alle sooooo böse sind, hat falsch gedacht. Die macht da nämlich mit. Beispiel: Sie lädt den Meinigen und mich zum Essen ein, weil wir doch so im Stress sind und sowieso und überhaupt und außerdem soll mein Riki mal wieder Fleisch essen! Bei mir bekommt er ja nichts! Mein müder Konter, dass er jeden Tag in der Kantine Fleisch essen KÖNNTE, das aber eigentlich auch nicht mehr so will, weil es ihm schon merklich besser geht, seit er immer wieder darauf verzichtet, wird überhört. Da gehe ich schon gar nicht mehr drauf ein, nutzt eh nix. Madame weiß es sowieso besser. *schulterzuck* Vergebene Liebesmüh.

Nächstes Thema: Der Bestatter hat Euch garantiert beschissen!

Aha? So? (Ich bin so doof, auch das sollte links rein, rechts raus, aber nein Frau Pelegrina-Doof-mit-zweitem-Vornamen läßt sich mal wieder auf Diskussionen ein.)

Bestatter bescheissen immer! Der hat den im billigsten Sarg verbrannt und setzt Euch den teuersten auf die Rechnung! Wirste sehen! (Rührt ernergisch in den Bohnen)

Mom, der hat den günstigsten Sarg genommen, den er hatte, weil er gar nicht wusste, dass der Herr Erzeuger Bestattungspflichtige, sprich Kinder hat.

Der bescheißt euch! Ich sachs Dir! (Mit dem Kochlöffel wedel)

Aha, weil er so gerne auf seinen Kosten hockenbleibt, wenn sich keine Kinderchen finden lassen, oder was?

Weil ALLE Bestatter bescheissen!

*seufz* Und woher hast Du diese Weisheit?

Aus dem Krankenhaus!

Hm, da sind immer schön die Bestatter zu Euch Pathologen gekommen und haben die Rechnungen mit Euch durchgesprochen? Soso....

Frag mal die Pathologie-Assistenten, die haben früher auf dem Friedhof gearbeitet, die werden Dir erzählen, wie die alle bescheißen. ALLE!

Ach, so rum: Die Bestatter haben mit den Totengräbern die Rechnungen durchgesprochen, doch ja, macht Sinn.

Geht alles von Eurem Erbe ab, wirste hinterher sehen, dass ich recht hatte!

(Und so weiter und so fort. Völlig beratungsresistend, die Frau. Riki hatte schon ganz am Anfang sehr flink die Küche verlassen und versuchte wahrscheinlich, sich unter der Couch zu verstecken)

Ich bin zwar sehr langmütig, aber irgendwann ist bei mir auch mal gut. Ganz langsam stehe ich auf, nehme meine Handtasche, stelle mich zwei Zentimeter vor die Nase meiner Mutter und sage:

Pass auf, haben wir ja nicht zum ersten Mal: Solltest Du mir noch einmal mit Deinen Vorurteilen kommen: Neger stinken, Polen klauen und Bestatter bescheißen und Dich wagen meinen Frieden mit so einem Müll zu stören, hätte ich künftig gerne EINEN, wirklich nur EINEN EINZIGEN Beweis für dererlei Aussagen, sonst werde ich mich wie jetzt, rumdrehen, gehen und wahscheinlich Monate nicht wiederkommen können, da ich das alles als zu anstrengend empfinde. *süßlichlächel* Okaaaayyyy???????

Meine Mutter öffnet den Mund -weltberühmte Taktik des letzten Wort haben wollens- ich ziehe SEHR angestrengt die Augenbrauen hoch -weltberühmte Taktik die Worte "WAG DICH NICHT!" in nonverbale Kommunikation umzusetzen, meine Mutter klappt den Mund wieder zu und vorerst isses gut. Bis sie einen Tag später wieder ausprobiert, wie weit sie mit so einem Unsinn bei mir kommt....örgs....Kopf auf den Tisch leg......

Das wirklich Schlimme an diesen meinen Drohungen ist: Ich mache das. Ich drehe mich um, gehe und komme nicht wieder. Wenn es sein muss, nie mehr. Klarer Fall von Abgrenzung und für sich selbst sorgen. Psychologisches Musterbeispiel für das Sparen der eigenen Kräfte in Ausnahmesituationen. Nichts ist einfacher, als sich zu entziehen. Ich MUSS nicht das letzte Wort haben, ich WILL aber von so einem Schwachsinn verschont bleiben. Mal davon ab, wie es mir dabei geht, eher schlecht als gut, es ginge mir aber noch schlechter, wenn ich in solchen Situationen verbleibe. Und last but not least: Ja, ich weiß, das es nichts grausameres gibt, als sich zu entziehen, nicht mehr zu reden, keine Telefon mehr abzuheben und die Tür nicht mehr zu öffnen. Da aber mein halber Clan momentan mit solchen *Verzeihung* Scheißhaus-Parolen hausieren geht, bin ich wiedermal bei meinem alten Wunsch: Eremit auf Berg, gerne Tibet.

Ich glaube, ich kann die ganze Geschichte um das schreckliche Ableben meines Erzeugers erst erzählen, wenn das endgültig vorbei ist. Leider scheint es aber wirklich noch zu dauern, bis sich die Wogen geglättet haben. Ich pack derweil schonmal die Koffer......

P.S.: War jemand schon mal auf Tobago?

09.07.2009 um 14:47 Uhr

Keine Zeit, zwischen Tür und Angel, ABER!

Aber, aber, aber ich muss mal eine Lanze brechen. Stichwort: Jacko. Michael Jackson. Er, sein Ableben, seine Trauer- respektive Lebensfeier UND die multimediale Berichtserstattung dazu.  

Vorab: Ja, auch wir haben die Trauerfeier gesehen. Auf n-tv.

Inklusive der bescheuerten Kommentatoren.

Dazu folgendes: Michael Jackson war NICHT der erste Schwarze, der in eine Talkshow eingeladen wurde!

Das war Muhammad Ali. 

Zu seiner Trauerfeier wurden nicht elf Tickets in einer Sekunde verlost.

DAS war der Kartenvorverkauf zur This is it-Konzertreihe! 

UND: Er war NICHT der erste Vorreiter der Schwarzen-Bewegung! 

Denn damit tritt man so ziemlich allen Schwarzen in den Arsch, die sich bis dato den selbigen aufgerissen haben. Allen voran Martin Luther King oder Jackos engen Freunden Diana Ross, gerne auch Sammy Davis Junior und auch der unvergessene James Brown. 

Was ist das denn da draußen? Hm? 

Ja, dieser Mensch war ein begnadeter Musiker. Ja, er hat sehr vieles auf die Beine gestellt und -um Himmels Willen- JA, er hat Geschichte geschrieben. Wie es auch Madonna, Phil Collins, die BeeGees und Abba tun. Was nicht heißt, das ich all derer bester Freundin oder gar Fan bin.  

Aber was ist das, was seit Tagen auf uns eingedroschen wird, kaum hat man die Nachrichten angeschaltet, oder das Radio? Habe ich irgendwie verpasst, dass andere große schwarze Frauen und Männer den Weg für ihn bereitet haben? Das Ali aufgrund seiner Anti-Vietnam Einstellung in den Knast gegangen ist, als Jacko noch mit der Blechtrommel um den Tannenbaum gelaufen ist? Verzeihung: Auf der heißen Herdplatte getanzt hat. So rum wars. Das Martin Luther King täglich um sein Leben bangen musste und trotzdem nicht mit lustigen Masken in der Gegend rumspaziert und Malcom X -so ambivalent man ihm auch gegenüber stehen mag- im Kugelhagel starb? Was ist mit Nelson Mandela, Hector Pitso, Desmond Tutu? So umstritten manch einer dieser Menschen ist oder war. Warum waren sie das? Weil sie für eine Gruppe eingetreten sind, die Jahrhunderte lang unterdrückt war? Und jetzt kommt jemand, macht mir nix Dir nix Popmusik und die Schwarzen sind frei? 

Weiha.... 

Dem musste ich mal eben Luft machen.

Und wehe einer kommt mir, wenn Muhammad Ali ablebt damit, dass MJ größer, besser und stärker war, als er. Dann werd ich brummelig!

 Meine Großmutter hat sich nämlich über Jahre an mir als klitzekleinem Kind vergangen, in dem sie mich morgens um vier vor den Fernseher zerrte, damit ich ja Ali-Fan werde. Und das ist gut so! Recht hatte sie. Und damit durfte ich mich jetzt auch ein wenig aufregen. Ich habe fertig.      

03.07.2009 um 22:57 Uhr

Der Neue kommt...

Und jetzt? Der neue Herr Bruder kommt. MORGEN! Und jetzt?

Während Sir Laurence meinen nackigen großen Zeh anknabbert (aua!), sitze ich hier und frage mich, wie ich dem Ganzen gegenüberstehe.

In meinem Inneren rührt sich aber derzeit soviel, dass ich nicht recht dahinter kommen mag.

"Schreib, das Du gespannt bist", ruft der Meinige und zieht mit dem kurzen Kater ab zu einer Tobe Stunde, damit ich mal zur Ruhe komme.

"Schreib, Dir mal bißl was runter", sagt er, küßt mich in den Nacken und spielt sich mit dem kleinen Katerchen und dem Klingelclown *stöhn* ins Wohnzimmer.

Und ich hock da mit Schreibblockade. Nochn Bruder. Toter Vater.

*fingertrommel*

Mal ganz realistisch betrachtet -auch wenn ich sonst gerne und eher Herz-Mensch bin- der Mann ist ein Fremder für mich!

Ich kenn den nich!

Der Meinige meinte -da der Herr Bruder mit dem ICE anreist- da fährste mal schön alleine zum Bahnhof und dann habt ihr ein wenig Zeit miteinander.

Aha!

Ich hab ihn angeschaut und gefragt: Für was?

Ei, zum kennenlernen!

Öhö...unn jetz?

Keine Ahnung. Ich habe nicht die geringste Ahnung. Wir haben in unserem ersten (doch sehr entusiatischem) Telefonat über läppische dreieinhalb Stunden so ziemlich alles an Eckdaten abgeklatscht, was es gab. In den Telefonaten, danach nochmal den aktuellen Stand der Dinge bezüglich UNSERES Erzeugers kurz durchgenommen, danach hat er von mir Bilder der Geschwisterchen und einen Steckbrief derer bekommen und jetzt weiß ich so garnicht, worüber ich mit ihm reden soll...

Vor etwas mehr als einem Jahr stand ich am Frankfurter Hauptbahnhof (Ich hasse Frankfurt! Frankfurt NUR IN KETTEN!) und habe auf eine junge Dame gewartet, die sich auch auf die tausend (1000 !!!!) Kilometer nach Santiago machen wollte und die Hose genauso voll hatte, wie ich. 

Weißte was, mailte ich ihr in einem Pilgerforum, bevor Du da so eine Hin- und Herfahrerei mit der komischen Ryan Air in Hahn hast: Hock Dich in den Zug, komm zu mir und wir wuppen das gemeinsam!

Gesagt, getan, ich lud eine Wildfemde nach drei Mails und zwei Telefonaten zu mir ein, um mit ihr DAS Abenteuer meines Lebens zu beginnen, nicht wissend, ob es sich vielleicht um eine Psychopatin handelt, die weltweit willige Pilger mit der Masche abmurkst und sich derer Hab und Gut bemächtigt. Kurz: Ich war nicht nur gespannt -angesichts dieser Einladung und der Tatsache, das ich fauler Hund mal so eben quer durch Spanien latschen wollte- ich hatte Angst! Und zwar nicht zu knapp!

Das Ende vom Lied war, das wir zwei Mädels die GANZE Nacht spanischen Rotwein gesuffelt haben, uns prächtig verstanden haben, zum Tor der Pilger in Frankreich angereist sind, dafür lächerliche 14 Stunden gebraucht haben UUUUUUUND *trommelwirbel* uns dort am ersten Pilgertag heillos aus den Augen verloren haben, um uns erst zwei Wochen später wieder zu treffen. genial, oder?

ABER: Als wir uns dann mal wieder hatten, fiel das genau in den Zeitraum, in dem ich auch meine heutige bessere Hälfte kennengelernt habe, wir mittlerweile alle unseren "Camino-Blues" hatten  (Wer sind wir? Was machen wir? Was machen wir eigentlich verkehrt? Und was -zur Hölle- machen wir eigentlich HIER???) und nur noch über uns SELBST sprachen und dann ist mir dieses Mädel sowas von ans Herz gewachsen, das ich sie niemals werde missen möge, auch wenn wir nur alle Nase lang telefonieren oder mailen. Es ist jedes Mal, als hätten wir uns keine Sekunde aus den Augen verloren. Jakobsweg-Liebe...*lächel*

Und morgen dann die "neue" Begegnung...nach Pilger hört er sich nicht an und nach allem, was ich "hinten herum" (demnächst mehr) erfahren habe, auch nicht direkt nach verlorenem Sohn.

Aber: ER ist sehr aufgeregt. Bekommt er doch morgen einen neuen Satz Familie. Und ich glaube, das ist schon aufregend, oder?

Wir werden sehen.....