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Wir haben es überlebt. Irgendwie. Zoo, Jazzfestival, Museumsuferfest UND Playstation!!!!!! Die Kurze wurde Samstag Morgen pünktlich geliefert, wir hatten schon Rucksack mit Fressalien und Apfelsaftschorle gepackt, also ging es auch sofort los. Im Frankfurter Zoo war sie allerdings in den Ferien schon, war uns aber egal, wir haben uns gefreut und waren schon auf direktem Weg, ergo haben wir auch nicht großartig umgeplant.
Frage Nummer Eins vom Kind: "Wann spielen wir Playstation?"
Ich: "Häh? Wir gehen jetzt erstmal in den Zoo und danach auf das Musikfestival."
"Und wann spielen wir Playstation?"
"Celine, ich weiß nicht, wann wir heim kommen, wenn es nicht zu spät wird, können wir dann eventuell Playstation spielen, ich denke aber, dass es dann zu spät ist."
Kind sauer, na klasse. Ich hätte es versprochen! Als sie das letzte Mal da war! Was? Ich? Nie im Leben! Erkläre ich ihr auch, dass ich so etwas nie versprechen würde. Ich verspreche generell nicht vieles. Genau genommen, kommt das nur alle Schaltjahre vor. Ich kenne doch die langen Gesichter, wenn man dann etwas nicht halten kann, aus welchen Umständen auch immer. Muss ja noch nicht mal an einem selbst liegen.
Du hast es versprochen, plärrt es vom Rücksitz.
Na, das kann ja heiter werden.....
"Nochmal, Celi: Ich bin kein Mensch, der anderen Versprechen gibt. Ich gebe immer mein Möglichstes, um anderen gerecht zu werden und niemanden im Regen stehen zu lassen, aber Versprechungen laufen bei mir nicht und schon gar nicht, wenn es um so etwas wie elektronische Spiele geht und erst recht nicht bei so einem tollen Wetter. Bald ist es Herbst und dann können wir immer noch in der Bude hocken und basteln und spielen oder sonst was treiben, während es draußen dunkel, kalt und nass ist. Aber nicht auf die letzten schönen Sommertage. *flöt* *säusel* *erklär*
"DU HAST ES VERSPROCHEN!!!!!!!"
Ich bring sie um!
Aber da sind wir schon am Zoo und umrunden fröhlich eben diesen, um uns ein Ründchen Frankfurts zugeparkte Strassen anzuschauen.... Mist, also ab ins Parkhaus.
Kind: "Ich will aber nicht so weit laufen!" *nörgel*
Ich: "Und was willste im Zoo machen? Schweben? Los gehts!"
Kind:"Ich will Playstation spielen!"
Die erpresst mir nichts ab! Ich bin fest entschlossen, das Ding heute nicht mehr anzumachen! Ich will in den Zoo und mir Fischotter, Lemuren und Erdmännchen anschauen. In Ruhe und Frieden und so entspannt, wie es nur irgendwie möglich ist. Basta!
Kind:"Ich habe Hunger!" *nörgel*
Okay, ich murks sie dann doch ab und lass sie im Bärengehege verschwinden. Wir kramen Waffeln und Muffins aus dem Rucksack, entern den Zoo und versuchen fortwährend abzulenken und zu quatschen, damit die mal aufhört zu jammern. Noch nicht richtig drin im Zoo werden gleich vorne Plüschtiere und Gummischlangen feilgeboten. *ZACK* hat Kind die Hälfte davon in den Griffeln.
"KRIEG ICH DEEEEEENNNNNN??????" Sie hat einen kleinen Lemuren aus Plüsch am Wickel. Ich liebe diese Tierchen. Sie haben ein wunderbares Sozialverhalten, sind intelligent und sensationell schön. Es gibt auch einen wundervollen Film mit John Cleese von Monty Python über Lemuren, eine der Arten ist auch nach ihm benannt, wundervoll.
Zurück zum Kind, das plärrt immer noch. "DER IST SOOOOOOOO SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜßßßßßßßßßßßßßßß!"
Wir einigen uns darauf, dass sie den aber nicht durch den ganzen Zoo zu schleppen braucht, sondern nachher nochmal schauen kann. ICH bezahl den allerdings nicht! Ihr Papa hat ihr zwanzig Euro für heute gegeben. Kein Taschengeld. Zoogeld. Hallo? Das sind in alter Währung 40 Mark! Das habe ich in dem Alter im Jahr nicht gehabt! (Ich werde alt und zänkisch und fang auch schon mit "Früher...." an, oweiha...)
Gehege eins: Die Bären.
"Können wir nicht lieber Playstation spielen?"
"Nein! Sag mir mal, was das für ein Bär da ist." (Bildungsauftrag und so weiter und so fort)
*STÖHN* "Ein Lippbär!" *STÖHN* "Du hast es versprochen!" *nörgel*
Der Meinige interveniert dann, ob sie das wenigstens im Zoo mal lassen könne, da wäre nämlich weit und breit keine Playstation, es würde sich also SEHR wenig lohnen, fortwährend darauf rumzureiten.
"Ja, aber daheim! Ihr habt es versprochen"
Soso, jetzt haben sogar WIR es schon versprochen? Aha! Lasse ich mich da jetzt auf Diskussionen ein? Nö! Das wird mir gerade zu blöd. Ich zücke meine Kamera und visiere Herrn Lippbär an.
"Komm weiter!" *nörgel*
"Nein, ich mache jetzt erst das Foto und dann gehts weiter."
Meister Petz im Kasten, schlendern wir weiter zum Braunbären. Auch sehr hübsch.
"Mach Dein Foto und komm weiter!"
Ich starre das Kind entgeistert an: "Was?"
"Du sollst ein Foto machen und weiter kommen"! Sie zerrt an meinem Arm.
Und so geht das von Gehege zu Gehege. Ich soll gefälligst fotografieren, weiterkommen, ihr geht alles nicht schnell genug, sie will Playstation spielen, hat Hunger, Durst, wir wären doof und so weiter und so weiter......Im Nachttierhaus kugelt sie mir fast den Arm aus, als sie mich ständig weiterzerrt und weil ich sie in der Dunkelheit nicht verlieren will, mache ich das Spielchen eine Zeitlang mit. Damit ist aber bei den Zwergfischottern Schluss. Als ich gerade fotografiere, schubst sie mich, ich soll weiter kommen.
"Wenn jemand gerade fotografiert, Celine, schubst man ihn nicht!"
Ich setze die Kamera wieder an, erwische ein paar der niedlichen Gesellen sehr schön unter Wasser, da schubst sie mich wieder.
"Hallo? Hörst Du mal auf zu schubsen?"
"Komm weiter! Ich will weiter!" Mit so einem unnachahmlichen Nörgelton, den nur kleine motzige Mädchen astrein beherrschen.
"Kannst doch schonmal alleine weiter schauen. Hier ist es doch wieder hell, da verlieren wir uns nicht und wer als erstes durch ist, wartet vor dem Haus. Ich möchte bitte noch ein wenig den Ottern zuschauen und fotografieren."
"Komm weiter!" *nörgel*
"Sag mal, rede ich hebräisch? Ich möchte noch nicht weiter."
Im Gehege wird es lebendig, die Otter sausen hin und her und durchs Wasser und wieder raus. Wundervoll. Paar Fotos gehen noch. Kamera, zielen, Kind legt die Hand vor die Linse. Jetzt langts! Das merken auch einige Umstehende, aber scheinbar unsere kleine Madame nicht.
"Celine, wenn man eines wirklich nicht machen sollte, dann die Hand vor die Kamera halten verstanden? Da hört der Spaß wirklich auf!"
"Warum?"
Wie warum? Simmer doof, oder was?
"Weil dann die Bilder nichts werden, wenn man die Wurstfinger von jemand anderem davor hat?"
Sie kichert, ich fotografiere, sie schubst.
Boah! Das gibts doch echt nicht. Der Meinige verdröselt sich, die Menge um mich zieht scharf die Luft ein. Väter, wie Mütter schauen mich mit diesem "Der-gehört-mal-kräftig-der-Arsch-versohlt-Blick!" an. Ich drehe mich gaaaaaaaaaaanz langsam zu Celine um. Die weiß anscheinend HAAR-GE-NAU, dass sie jetzt den berühmten Schritt zu weit gegangen ist.
Ganz lieblich sage ich zu ihr: "Pass auf, Celine. Du weißt, dass es bei uns nur sehr, sehr wenige Regeln gibt. Eine davon ist, mich oder Riki nicht beim fotografieren zu stören. Niemanden sollte man beim fotografieren stören! Das ist gemein, hässlich und ein widerwärtiger Charakterzug. An dieser Stelle hört der Spaß auf. Außerdem habe ich Dir jetzt schon ein paarmal zu oft gesagt, dass Du es lassen sollst. Du hörst also jetzt und alle Zeit damit auf! Zumal schlagen und schubsen sowieso unterste Schublade ist, dass macht man nicht!!!"
Und anschließend starre ich sie mit einem Blick an, der ihr SEHR deutlich zeigt, dass ich es SEHR ernst meine. Trotzdem sehe ich aber, dass ihre bockigen Augen verraten, dass sie Widerworte geben wird! In dem Fall werde ich anfangen zu drohen (Jupp, sie hat mich fast soweit) und die Schais-Playstation fliegt heute Abend noch im hohen Bogen in den Main! Sie öffnet den Mund und um uns herum gefriert die Luft, schließt ihn wieder und vorerst steht es eins zu null für mich. Bis sie wieder "Komm weiter!" nöhlt.......
Sie wollte nicht in den Streichelzoo, vor jedem Gehege hielt sie es maximal eine halbe Minute aus und als sie dann mal glücklich ihre Bratwurst bekam, gelang ihr das Kunststück sich bis an die Ellenbogen mit Gewürzketchup einzusauen, ihre (helle) Hose, ihr Oberteil und MICH (!) dann auch noch gleich mit. Die Schweinerei hinterher zu beseitigen, hat mich fast den Rest meiner Nerven gekostet......Summa summarum konnte man meinen, der Zoobesuch war eine elende Strafe für sie und mit Foltermethoden auf Guantanamo gleichzusetzen. Das Wort "Playstation" fiel noch ungefähr 70 Mal, wir haben aber zum Schluss garnicht mehr hingehört.....
Als wir wieder Richtung Ausgang gingen, stürzte sie sofort wieder auf die Plüschtiere zu und wir in tiefe Verzweiflung: Es war erst 17:00 Uhr und das Musikfestival fing erst um 19:00 Uhr an. Was tun? Derweil zückte Kind schon die Geldbörse und erwarb einen *trommelwirbel* Lemuren. Ich bin aus allen Wolken gefallen: Als wir am Lemuren Gehege waren, fand sie die doof (Ja, ich hatte Mordgedanken) und jetzt ist das Ding aus Plüsch für 13 Euros das non plus ultra? Als ich sie fragte, was das soll, kam wieder was mit süüüüüüüüüüüßßßßßßß und wie er heißen soll? Wissen wir doch nicht. Soll sie mal taufen. Ihr Plüschtier. Mein Bruder bringt mich um!
Sie hat daheim zwei Zimmer, ein Spielzimmer und ihr Kinderzimmer. Im Kinderzimmer hocken um die 200-250 Plüschtiere und ständig kauft sie sich selbst neue dazu. Wir versuchen uns das hobbypsychologisch zu erklären, finden aber nicht befriedigendes zu diesem Thema. Sie wird daheim wirklich geliebt. Sitzt auch gerne beim Schmusen auf dem Schoß ihrer Mom, oder legt sich zu ihrem Papa auf die Gartenliege. Die beiden behandeln sie sehr liebevoll, hören ihr aufmerksam zu, gehen auf alle Wehwehchen ein, was will man mehr? Meine Mom ist Vollzeit arbeiten gegangen, als ich in die Schule kam. Ich war ein Schlüsselkind und wenn ich mir die Knie aufgeschlagen hatte, wurde brennendes Jod drauf geschmiert und ich wieder raus zum spielen geschickt. Ich konnte aber spielen, dazu brauchte ich keine elektronische Kiste. Warum also die Plüschtiere? Und dann noch ein Katta? Da werde ich fast motzig. Drinnen die Viecher als blöd verunglimpfen, aber dieses Plüschding isses jetzt, oder was? Man, man, man....ruhig bleiben......
Der Meinige und ich beschließen Kind in ein Einkaufszentrum zu schleppen, um die zwei Stunden bis zum Fest totzuschlagen. Wenns denn so ein Konsumgeier ist, dann haben wir wenigstens die Zeit überbrückt. Plan geht auch voll und ganz auf. Sie würde gerne „stöbern"…..
Auf dem Fest geht dann das Gezicke weiter, ich bleibe aber hartnäckig pädagogisch sinnvoll ausgeglichen und ruhig, wenn auch unnachgiebig, was die Playstation angeht. Sie darf dann irgendwann mit dem iPhone spielen. Wir laden zwei, drei Spielchen und Kind ist beschäftigt. (Außerdem will sie natürlich auch so ein Ding, mal schauen, wie lange es dauert!) Es gibt aber auch echt nicht langweiligeres, als zwischen lauter Erwachsenen zu hocken, die rauchen, Bier trinken und über ihre Jobs reden. Wir haben es uns nämlich in der Nähe einer Bühne gemütlich gemacht, auf der gegen halb zehn ein Kollege des Meinigen aufgetreten ist. Warum soll sie dann nicht bisl die Zeit verdaddeln? Auch dieser Plan geht soweit auf, bis ihr um neun langweilig wird und sie nur noch eines will. Was? Genau: Heim! Playstation spielen. Ich werf echt bald das Handtuch, lad ihr aber noch ein Spiel aufs iPhone. Kleines Geschicklichkeitsspiel. Und siehe da: Sie ist zu doof dazu. Wird auf meine Erklärungsversuche motzig und drischt auf dem iPhone herum. Nach gefühlten hundert Mal: "Celine, laaaaaaangsammmmm, Du musst nicht so darauf herum hauen, das ist sehr empfindlich!", nehme ich es ihr weg und erkläre ihr, dass ein solches Gerät über tausend Euro kostet und sie es etwas pfleglicher behandeln soll, oder es wäre augenblicklich Schluss. Sie reißt es mir aus der Hand, ich nehme es ihr wieder ab. Stimmung droht endgültig zu kippen, ergo dränge ich sie Richtung Bühne, da ist mittlerweile gut Stimmung und dort wird sie zum klatschen und schunkeln animiert. Die Gruppe des Arbeitskollegen ist launig, macht Spaß, aber Kind wittert, dass es bald zu spät zum spielen ist und schaltet auf Nervfaktor fünf, auf der Skala bis zehn. Ich sage ihr auch, dass heute nicht mehr gezockt wird, da zu spät, hilft aber auch nix. Sie ist müde und will heim..... Also dann los.....
Ins Bett bekommen wir sie binnen einer halben Stunde und sitzen anschließend lauschend im Wohnzimmer und unterhalten uns flüsternd über den Tag. Nach zehn Minuten: PELLEGRINAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!
Ich rüber. Der kleine Kater würde ihr die Füße zerkratzen, ich soll den wegtun. Aha! Der kratzt nicht, nie. Wieso sollte er ausgerechnet heute damit anfangen? Bevor sich aber Kind wehrt, nehme ich Laurence und nehme ihn mit ins Wohnzimmer, Gästezimmertür zu. Es bleibt still, erster Tag geschafft......
Am nächsten Morgen werde ich mit drei gezielten Schlägen in die Nierengegend geweckt, da es aber erst halb acht ist, schmeiße ich sie wieder raus, soll was lesen und in ´ner halben Stunde wiederkommen! Nach acht Minuten setzt es die nächsten Schläge. Kurzes Handgemenge, bei dem ich mich versuche unter die Bettdecke des Meinigen zu flüchten, was misslingt, dann bin ich hellwach und kann auch aufstehen.
Zum Tag: Museumsuferfest, ja. Dort in ein Museum, nein! Das ist ihr zu doof, in Museen ginge sie nicht. Dafür hat sie auf dem Fest ALLES angefasst, vieles zweimal, Objekte der Begierde (Plüschtiere) mehrfach. Um es kurz zu machen: Es gab keine weiteren Plüschtiere. Seh ich echt nicht ein. Das durfte sie dann auch gerne mit mir ausdiskutieren! Wieder dreihundertmal das Thema, wann wir endlich heimgehen Playstation spielen, ABER sie war zu zerrissen, zwischen dem ganzen Tand und Holzkrempel und Hüten und Tüchern und KlimBim und und und. Es gab über tausend Fressbuden und Verkaufsstände. Der Meinige und ich haben immer schön in der Sonne gestanden und gechillt, während sie Stand um Stand erkundet hat, wenn sie ihre Geldbörse zücken wollte, bin ich dann und wann eingeschritten, ansonsten war das scheinbar nicht so schlimm, wie Zoo. Hauptsache sie konnte stöbern UUUUUUUUNNNNDDDDD kaufen! Sie hat mir jeden Kauf vorgerechnet und MUSSTE auf biegen und brechen die zwanzig Euro unters Volk bringen. Haben wir nicht verstanden, aber wir müssen ja nicht alles verstehen.....
Zwei Sachen waren noch auffällig:
Uno:
Stand von terre des hommes, Kinderhilfsorganisation. Kind kauft ein Kaleidoskop für einen Euro. Als ich sie frage, was sie gekauft habe, blafft sie mich an: "Das hier! Und es ist mir egal, ob es Dir gefällt, ich tue damit etwas Gutes!"
Der Meinige ist vor Lachen fast aus den Latschen gekippt. Ich würde nie sagen, dass mir etwas, was sie sich gekauft hat, nicht gefällt. Das habe ich den ganzen Tag nicht gemacht. Ich habe nur bei dem zweiten Plüschtier gefragt, ob sie das dringend haben MUSS und als sie es wollte, habe ich gesagt, das wir erst ´ne Kleinigkeit futtern und anschließend sind wir in die andere Richtung weitergegangen. Tza, so ein Pech aber auch..... Von mir aus, kann sie Geld von Papili auch in dem Main werfen, was ist mir das so egal. Ihr Geld! Aber der Spruch war echt nicht schlecht.
Due:
Stand von Tantrix. Das sind so kleene Puzzledinger. Guggst Du hier: http://www.spiel-tantrix.de/ Habe ich auch daheim. Von meinem besten Freund, legen wir manchmal so nebenbei, wenn wir bei ihm in der Bar hocken und über die Welt sinieren. Die Kurze an den Stand. Angefangen zu puzzeln. Wir in der Sonne gestanden und zugeschaut. Da standen wir zwanzig Minuten später auch noch. Celine hat es nämlich nicht fertig gebracht, so ein Puzzle aufzulösen. Ich hin. Ihr die Regeln vorgelesen. (Es darf kein "Loch" da sein, zum Beispiel) Sie stinkig geworden. Mich weggeschickt. Ich später noch mal hin, ihr eventuell helfen. Sie mich wieder weggeschickt. Gut, sollse mal, vielleicht kommt sie ja noch dahinter. Das Spiel ist ab sechs, so schwer kann das nicht sein, für das Wunderkind....... Nach einer halben Stunde haben wir sie weg- und weitergelockt. Kein Puzzle gelöst. Ich bin fassungslos. Bis heute! Gibbetdochgarnich! Was war das denn? Das ist echt nicht schwer. Und sie bring es nicht hin? Nicht zu glauben......tz!Als wir alles, alles abgeklappert haben, sind wir heim und jaaaaaaaa haben eine Runde Dinomania auf der Playstation gespielt. Vorher haben wir den Satz "Ich liebe Playstation!" ausdiskuttiert, denn Maschinen kann man nicht lieben, da wollte ich drüber reden. Außerdem wollte ich mal ganz exakt wissen, WARUM sie das ganze Wochenende auf dem Ding rumgeritten ist und ob sie DESwegen zu uns wollte, oder wegen uns? Antwort: Bei uns wär immer was los und so schön und sie käme so gerne zu uns, weil wir so lieb wären. Aha, deswegen war auch jeder fünfte Satz: Ihr seid gemein/doof/blöd????? Weiha.
Playstation: Ich hab sie fertig gemacht, sie war sauer. Mir egal. Soll sie besser aufpassen, dann gewinnt sie vielleicht auch mal. Tut sie aber nicht. Ergo verliert sie. Das Leben ist hart und ungerecht.
Und last but not least: Summa Summarum.
Egal, was wir gesagt haben. Sie hat ALLES schonmal in Rom, Paris, Mailand, New York, Sevilla, Madrid oder sonstwo besser, größer, schöner oder sonstwie gesehen, gegessen, mitgemacht oder sonstwas.
Das Kind ist ein elender Angeber. Und so, wie es sich anhört, sind ihre Freundinnen vom gleichen Kaliber.....
Es hat ihr bei uns sehr gut gefallen, allerdings war sie schon sehr hartnäckig, was diese Playstation angeht. DIESE wiederum ist selbstverständlich seit gestern defekt! Aber nur, wenn Kind kommt, wenn Freunde kommen funktioniert sie komischerweise immer noch. Seltsam, oder?
Es ist nicht zu fassen, wie Celine isst. Nicht nur, dass sie sich von oben bis unten komplett einsaut, ihr direktes Umfeld ist auch noch betroffen und dass nicht zu knapp. Ich habe mich gefragt, hänge ich mich da rein, oder lasse ich es bleiben? Ich habe es am Wochenende bleiben lassen, werde aber mal mit den Eltern sprechen. Sowas mit zehn Jahren? Geht garnicht. Auf dem Museumsuferfest wollte sie ein Stück Pizza und wir haben uns damit auf die nächste Biergartengarnitur gesetzt. Gegenüber von uns saß eine kleine Familie mit zwei Mädels, die eine so vier Jahre, die andere vielleicht sechs. Haben auch Pizza gefuttert. Die haben irgendwann ihre Pizza sinken lassen (nicht im Geringsten eingewutzt) und völlig fasziniert Celine bei ihrem Massaker zugeschaut. Von der abschließenden Schokobanane möchte ich nicht sprechen, ich habe Trauma.
Erkenntnis:
Nie widersprechen, keine pädagogisch sinnvollen Beiträge vom Stapel lassen, ihr viel Süßes geben (Jaja, ich weiß...), dann ist einigermaßen Ruhe! Ging wirklich, auch wenn es sich anders anhört, aber ich bin sie nicht anders gewöhnt. Außerdem wollten andere Eltern im Zoo zum Beispiel nicht tauschen, was soll ich machen????
Als wir sie abgeliefert haben und ihre Mom uns anschließend noch zur Tür brachte, sagte ich: "Weißt Du, soooo schlimm, ist sie wirklich nicht!" Ich möchte das an dieser Stelle als Trost verstanden wissen, die Eltern tun mir nämlich aufrichtig leid!!!!!
Antwort meiner Schwägerin, mit einem süßlichen Lächeln:
Pelegrina, die Menge macht das Gift!
;-)



