Königin der S@L@THERZEN

31.08.2009 um 16:10 Uhr

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von: Pelegrina   Kategorie: Wonderwoman in klein

Wir haben es überlebt. Irgendwie. Zoo, Jazzfestival, Museumsuferfest UND Playstation!!!!!! Die Kurze wurde Samstag Morgen pünktlich geliefert, wir hatten schon Rucksack mit Fressalien und Apfelsaftschorle gepackt, also ging es auch sofort los. Im Frankfurter Zoo war sie allerdings in den Ferien schon, war uns aber egal, wir haben uns gefreut und waren schon auf direktem Weg, ergo haben wir auch nicht großartig umgeplant.

Frage Nummer Eins vom Kind: "Wann spielen wir Playstation?"

Ich: "Häh? Wir gehen jetzt erstmal in den Zoo und danach auf das Musikfestival."

"Und wann spielen wir Playstation?"

"Celine, ich weiß nicht, wann wir heim kommen, wenn es nicht zu spät wird, können wir dann eventuell Playstation spielen, ich denke aber, dass es dann zu spät ist."

Kind sauer, na klasse. Ich hätte es versprochen! Als sie das letzte Mal da war! Was? Ich? Nie im Leben! Erkläre ich ihr auch, dass ich so etwas nie versprechen würde. Ich verspreche generell nicht vieles. Genau genommen, kommt das nur alle Schaltjahre vor. Ich kenne doch die langen Gesichter, wenn man dann etwas nicht halten kann, aus welchen Umständen auch immer. Muss ja noch nicht mal an einem selbst liegen.

Du hast es versprochen, plärrt es vom Rücksitz.

Na, das kann ja heiter werden.....

"Nochmal, Celi: Ich bin kein Mensch, der anderen Versprechen gibt. Ich gebe immer mein Möglichstes, um anderen gerecht zu werden und niemanden im Regen stehen zu lassen, aber Versprechungen laufen bei mir nicht und schon gar nicht, wenn es um so etwas wie elektronische Spiele geht und erst recht nicht bei so einem tollen Wetter. Bald ist es Herbst und dann können wir immer noch in der Bude hocken und basteln und spielen oder sonst was treiben, während es draußen dunkel, kalt und nass ist. Aber nicht auf die letzten schönen Sommertage. *flöt* *säusel* *erklär*

"DU HAST ES VERSPROCHEN!!!!!!!"

Ich bring sie um!

Aber da sind wir schon am Zoo und umrunden fröhlich eben diesen, um uns ein Ründchen Frankfurts zugeparkte Strassen anzuschauen.... Mist, also ab ins Parkhaus.

Kind: "Ich will aber nicht so weit laufen!" *nörgel*

Ich: "Und was willste im Zoo machen? Schweben? Los gehts!"

Kind:"Ich will Playstation spielen!"

Die erpresst mir nichts ab! Ich bin fest entschlossen, das Ding heute nicht mehr anzumachen! Ich will in den Zoo und mir Fischotter, Lemuren und Erdmännchen anschauen. In Ruhe und Frieden und so entspannt, wie es nur irgendwie möglich ist. Basta!

Kind:"Ich habe Hunger!" *nörgel*

Okay, ich murks sie dann doch ab und lass sie im Bärengehege verschwinden. Wir kramen Waffeln und Muffins aus dem Rucksack, entern den Zoo und versuchen fortwährend abzulenken und zu quatschen, damit die mal aufhört zu jammern. Noch nicht richtig drin im Zoo werden gleich vorne Plüschtiere und Gummischlangen feilgeboten. *ZACK* hat Kind die Hälfte davon in den Griffeln.

"KRIEG ICH DEEEEEENNNNNN??????" Sie hat einen kleinen Lemuren aus Plüsch am Wickel. Ich liebe diese Tierchen. Sie haben ein wunderbares Sozialverhalten, sind intelligent und sensationell schön. Es gibt auch einen wundervollen Film mit John Cleese von Monty Python über Lemuren, eine der Arten ist auch nach ihm benannt, wundervoll.

Zurück zum Kind, das plärrt immer noch. "DER IST SOOOOOOOO SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜßßßßßßßßßßßßßßß!"

Wir einigen uns darauf, dass sie den aber nicht durch den ganzen Zoo zu schleppen braucht, sondern nachher nochmal schauen kann. ICH bezahl den allerdings nicht! Ihr Papa hat ihr zwanzig Euro für heute gegeben. Kein Taschengeld. Zoogeld. Hallo? Das sind in alter Währung 40 Mark! Das habe ich in dem Alter im Jahr nicht gehabt! (Ich werde alt und zänkisch und fang auch schon mit "Früher...." an, oweiha...)

Gehege eins: Die Bären.

"Können wir nicht lieber Playstation spielen?"

"Nein! Sag mir mal, was das für ein Bär da ist." (Bildungsauftrag und so weiter und so fort)

*STÖHN* "Ein Lippbär!" *STÖHN* "Du hast es versprochen!" *nörgel*

Der Meinige interveniert dann, ob sie das wenigstens im Zoo mal lassen könne, da wäre nämlich weit und breit keine Playstation, es würde sich also SEHR wenig lohnen, fortwährend darauf rumzureiten.

"Ja, aber daheim! Ihr habt es versprochen"

Soso, jetzt haben sogar WIR es schon versprochen? Aha! Lasse ich mich da jetzt auf Diskussionen ein? Nö! Das wird mir gerade zu blöd. Ich zücke meine Kamera und visiere Herrn Lippbär an.

"Komm weiter!" *nörgel*

"Nein, ich mache jetzt erst das Foto und dann gehts weiter."

Meister Petz im Kasten, schlendern wir weiter zum Braunbären. Auch sehr hübsch.

"Mach Dein Foto und komm weiter!"

Ich starre das Kind entgeistert an: "Was?"

"Du sollst ein Foto machen und weiter kommen"! Sie zerrt an meinem Arm.

Und so geht das von Gehege zu Gehege. Ich soll gefälligst fotografieren, weiterkommen, ihr geht alles nicht schnell genug, sie will Playstation spielen, hat Hunger, Durst, wir wären doof und so weiter und so weiter......Im Nachttierhaus kugelt sie mir fast den Arm aus, als sie mich ständig weiterzerrt und weil ich sie in der Dunkelheit nicht verlieren will, mache ich das Spielchen eine Zeitlang mit. Damit ist aber bei den Zwergfischottern Schluss. Als ich gerade fotografiere, schubst sie mich, ich soll weiter kommen.

"Wenn jemand gerade fotografiert, Celine, schubst man ihn nicht!"

Ich setze die Kamera wieder an, erwische ein paar der niedlichen Gesellen sehr schön unter Wasser, da schubst sie mich wieder.

"Hallo? Hörst Du mal auf zu schubsen?"

"Komm weiter! Ich will weiter!" Mit so einem unnachahmlichen Nörgelton, den nur kleine motzige Mädchen astrein beherrschen.

"Kannst doch schonmal alleine weiter schauen. Hier ist es doch wieder hell, da verlieren wir uns nicht und wer als erstes durch ist, wartet vor dem Haus. Ich möchte bitte noch ein wenig den Ottern zuschauen und fotografieren."

"Komm weiter!" *nörgel*

"Sag mal, rede ich hebräisch? Ich möchte noch nicht weiter."

Im Gehege wird es lebendig, die Otter sausen hin und her und durchs Wasser und wieder raus. Wundervoll. Paar Fotos gehen noch. Kamera, zielen, Kind legt die Hand vor die Linse. Jetzt langts! Das merken auch einige Umstehende, aber scheinbar unsere kleine Madame nicht.

"Celine, wenn man eines wirklich nicht machen sollte, dann die Hand vor die Kamera halten verstanden? Da hört der Spaß wirklich auf!"

"Warum?"

Wie warum? Simmer doof, oder was?

"Weil dann die Bilder nichts werden, wenn man die Wurstfinger von jemand anderem davor hat?"

Sie kichert, ich fotografiere, sie schubst.

Boah! Das gibts doch echt nicht. Der Meinige verdröselt sich, die Menge um mich zieht scharf die Luft ein. Väter, wie Mütter schauen mich mit diesem "Der-gehört-mal-kräftig-der-Arsch-versohlt-Blick!" an. Ich drehe mich gaaaaaaaaaaanz langsam zu Celine um. Die weiß anscheinend HAAR-GE-NAU, dass sie jetzt den berühmten Schritt zu weit gegangen ist.

Ganz lieblich sage ich zu ihr: "Pass auf, Celine. Du weißt, dass es bei uns nur sehr, sehr wenige Regeln gibt. Eine davon ist, mich oder Riki nicht beim fotografieren zu stören. Niemanden sollte man beim fotografieren stören! Das ist gemein, hässlich und ein widerwärtiger Charakterzug. An dieser Stelle hört der Spaß auf. Außerdem habe ich Dir jetzt schon ein paarmal zu oft gesagt, dass Du es lassen sollst. Du hörst also jetzt und alle Zeit damit auf! Zumal schlagen und schubsen sowieso unterste Schublade ist, dass macht man nicht!!!"

Und anschließend starre ich sie mit einem Blick an, der ihr SEHR deutlich zeigt, dass ich es SEHR ernst meine. Trotzdem sehe ich aber, dass ihre bockigen Augen verraten, dass sie Widerworte geben wird! In dem Fall werde ich anfangen zu drohen (Jupp, sie hat mich fast soweit) und die Schais-Playstation fliegt heute Abend noch im hohen Bogen in den Main! Sie öffnet den Mund und um uns herum gefriert die Luft, schließt ihn wieder und vorerst steht es eins zu null für mich. Bis sie wieder "Komm weiter!" nöhlt.......

Sie wollte nicht in den Streichelzoo, vor jedem Gehege hielt sie es maximal eine halbe Minute aus und als sie dann mal glücklich ihre Bratwurst bekam, gelang ihr das Kunststück sich bis an die Ellenbogen mit Gewürzketchup einzusauen, ihre (helle) Hose, ihr Oberteil und MICH (!) dann auch noch gleich mit. Die Schweinerei hinterher zu beseitigen, hat mich fast den Rest meiner Nerven gekostet......Summa summarum konnte man meinen, der Zoobesuch war eine elende Strafe für sie und mit Foltermethoden auf Guantanamo gleichzusetzen. Das Wort "Playstation" fiel noch ungefähr 70 Mal, wir haben aber zum Schluss garnicht mehr hingehört.....

Als wir wieder Richtung Ausgang gingen, stürzte sie sofort wieder auf die Plüschtiere zu und wir in tiefe Verzweiflung: Es war erst 17:00 Uhr und das Musikfestival fing erst um 19:00 Uhr an. Was tun? Derweil zückte Kind schon die Geldbörse und erwarb einen *trommelwirbel* Lemuren. Ich bin aus allen Wolken gefallen: Als wir am Lemuren Gehege waren, fand sie die doof (Ja, ich hatte Mordgedanken) und jetzt ist das Ding aus Plüsch für 13 Euros das non plus ultra? Als ich sie fragte, was das soll, kam wieder was mit süüüüüüüüüüüßßßßßßß und wie er heißen soll? Wissen wir doch nicht. Soll sie mal taufen. Ihr Plüschtier. Mein Bruder bringt mich um!

Sie hat daheim zwei Zimmer, ein Spielzimmer und ihr Kinderzimmer. Im Kinderzimmer hocken um die 200-250 Plüschtiere und ständig kauft sie sich selbst neue dazu. Wir versuchen uns das hobbypsychologisch zu erklären, finden aber nicht befriedigendes zu diesem Thema. Sie wird daheim wirklich geliebt. Sitzt auch gerne beim Schmusen auf dem Schoß ihrer Mom, oder legt sich zu ihrem Papa auf die Gartenliege. Die beiden behandeln sie sehr liebevoll, hören ihr aufmerksam zu, gehen auf alle Wehwehchen ein, was will man mehr? Meine Mom ist Vollzeit arbeiten gegangen, als ich in die Schule kam. Ich war ein Schlüsselkind und wenn ich mir die Knie aufgeschlagen hatte, wurde brennendes Jod drauf geschmiert und ich wieder raus zum spielen geschickt. Ich konnte aber spielen, dazu brauchte ich keine elektronische Kiste. Warum also die Plüschtiere? Und dann noch ein Katta? Da werde ich fast motzig. Drinnen die Viecher als blöd verunglimpfen, aber dieses Plüschding isses jetzt, oder was? Man, man, man....ruhig bleiben......

Der Meinige und ich beschließen Kind in ein Einkaufszentrum zu schleppen, um die zwei Stunden bis zum Fest totzuschlagen. Wenns denn so ein Konsumgeier ist, dann haben wir wenigstens die Zeit überbrückt. Plan geht auch voll und ganz auf. Sie würde gerne „stöbern"…..

Auf dem Fest geht dann das Gezicke weiter, ich bleibe aber hartnäckig pädagogisch sinnvoll ausgeglichen und ruhig, wenn auch unnachgiebig, was die Playstation angeht. Sie darf dann irgendwann mit dem iPhone spielen. Wir laden zwei, drei Spielchen und Kind ist beschäftigt. (Außerdem will sie natürlich auch so ein Ding, mal schauen, wie lange es dauert!) Es gibt aber auch echt nicht langweiligeres, als zwischen lauter Erwachsenen zu hocken, die rauchen, Bier trinken und über ihre Jobs reden. Wir haben es uns nämlich in der Nähe einer Bühne gemütlich gemacht, auf der gegen halb zehn ein Kollege des Meinigen aufgetreten ist. Warum soll sie dann nicht bisl die Zeit verdaddeln? Auch dieser Plan geht soweit auf, bis ihr um neun langweilig wird und sie nur noch eines will. Was? Genau: Heim! Playstation spielen. Ich werf echt bald das Handtuch, lad ihr aber noch ein Spiel aufs iPhone. Kleines Geschicklichkeitsspiel. Und siehe da: Sie ist zu doof dazu. Wird auf meine Erklärungsversuche motzig und drischt auf dem iPhone herum. Nach gefühlten hundert Mal: "Celine, laaaaaaangsammmmm, Du musst nicht so darauf herum hauen, das ist sehr empfindlich!", nehme ich es ihr weg und erkläre ihr, dass ein solches Gerät über tausend Euro kostet und sie es etwas pfleglicher behandeln soll, oder es wäre augenblicklich Schluss. Sie reißt es mir aus der Hand, ich nehme es ihr wieder ab. Stimmung droht endgültig zu kippen, ergo dränge ich sie Richtung Bühne, da ist mittlerweile gut Stimmung und dort wird sie zum klatschen und schunkeln animiert. Die Gruppe des Arbeitskollegen ist launig, macht Spaß, aber Kind wittert, dass es bald zu spät zum spielen ist und schaltet auf Nervfaktor fünf, auf der Skala bis zehn. Ich sage ihr auch, dass heute nicht mehr gezockt wird, da zu spät, hilft aber auch nix. Sie ist müde und will heim..... Also dann los.....

Ins Bett bekommen wir sie binnen einer halben Stunde und sitzen anschließend lauschend im Wohnzimmer und unterhalten uns flüsternd über den Tag. Nach zehn Minuten: PELLEGRINAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!

Ich rüber. Der kleine Kater würde ihr die Füße zerkratzen, ich soll den wegtun. Aha! Der kratzt nicht, nie. Wieso sollte er ausgerechnet heute damit anfangen? Bevor sich aber Kind wehrt, nehme ich Laurence und nehme ihn mit ins Wohnzimmer, Gästezimmertür zu. Es bleibt still, erster Tag geschafft......

Am nächsten Morgen werde ich mit drei gezielten Schlägen in die Nierengegend geweckt, da es aber erst halb acht ist, schmeiße ich sie wieder raus, soll was lesen und in ´ner halben Stunde wiederkommen! Nach acht Minuten setzt es die nächsten Schläge. Kurzes Handgemenge, bei dem ich mich versuche unter die Bettdecke des Meinigen zu flüchten, was misslingt, dann bin ich hellwach und kann auch aufstehen.

Zum Tag: Museumsuferfest, ja. Dort in ein Museum, nein! Das ist ihr zu doof, in Museen ginge sie nicht. Dafür hat sie auf dem Fest ALLES angefasst, vieles zweimal, Objekte der Begierde (Plüschtiere) mehrfach. Um es kurz zu machen: Es gab keine weiteren Plüschtiere. Seh ich echt nicht ein. Das durfte sie dann auch gerne mit mir ausdiskutieren! Wieder dreihundertmal das Thema, wann wir endlich heimgehen Playstation spielen, ABER sie war zu zerrissen, zwischen dem ganzen Tand und Holzkrempel und Hüten und Tüchern und KlimBim und und und. Es gab über tausend Fressbuden und Verkaufsstände. Der Meinige und ich haben immer schön in der Sonne gestanden und gechillt, während sie Stand um Stand erkundet hat, wenn sie ihre Geldbörse zücken wollte, bin ich dann und wann eingeschritten, ansonsten war das scheinbar nicht so schlimm, wie Zoo. Hauptsache sie konnte stöbern UUUUUUUUNNNNDDDDD kaufen! Sie hat mir jeden Kauf vorgerechnet und MUSSTE auf biegen und brechen die zwanzig Euro unters Volk bringen. Haben wir nicht verstanden, aber wir müssen ja nicht alles verstehen.....

Zwei Sachen waren noch auffällig:

Uno:

Stand von terre des hommes, Kinderhilfsorganisation. Kind kauft ein Kaleidoskop für einen Euro. Als ich sie frage, was sie gekauft habe, blafft sie mich an: "Das hier! Und es ist mir egal, ob es Dir gefällt, ich tue damit etwas Gutes!"

Der Meinige ist vor Lachen fast aus den Latschen gekippt. Ich würde nie sagen, dass mir etwas, was sie sich gekauft hat, nicht gefällt. Das habe ich den ganzen Tag nicht gemacht. Ich habe nur bei dem zweiten Plüschtier gefragt, ob sie das dringend haben MUSS und als sie es wollte, habe ich gesagt, das wir erst ´ne Kleinigkeit futtern und anschließend sind wir in die andere Richtung weitergegangen. Tza, so ein Pech aber auch..... Von mir aus, kann sie Geld von Papili auch in dem Main werfen, was ist mir das so egal. Ihr Geld! Aber der Spruch war echt nicht schlecht.

Due:

Stand von Tantrix. Das sind so kleene Puzzledinger. Guggst Du hier:
http://www.spiel-tantrix.de/ Habe ich auch daheim. Von meinem besten Freund, legen wir manchmal so nebenbei, wenn wir bei ihm in der Bar hocken und über die Welt sinieren. Die Kurze an den Stand. Angefangen zu puzzeln. Wir in der Sonne gestanden und zugeschaut. Da standen wir zwanzig Minuten später auch noch. Celine hat es nämlich nicht fertig gebracht, so ein Puzzle aufzulösen. Ich hin. Ihr die Regeln vorgelesen. (Es darf kein "Loch" da sein, zum Beispiel) Sie stinkig geworden. Mich weggeschickt. Ich später noch mal hin, ihr eventuell helfen. Sie mich wieder weggeschickt. Gut, sollse mal, vielleicht kommt sie ja noch dahinter. Das Spiel ist ab sechs, so schwer kann das nicht sein, für das Wunderkind....... Nach einer halben Stunde haben wir sie weg- und weitergelockt. Kein Puzzle gelöst. Ich bin fassungslos. Bis heute! Gibbetdochgarnich! Was war das denn? Das ist echt nicht schwer. Und sie bring es nicht hin? Nicht zu glauben......tz!

Als wir alles, alles abgeklappert haben, sind wir heim und jaaaaaaaa haben eine Runde Dinomania auf der Playstation gespielt. Vorher haben wir den Satz "Ich liebe Playstation!" ausdiskuttiert, denn Maschinen kann man nicht lieben, da wollte ich drüber reden. Außerdem wollte ich mal ganz exakt wissen, WARUM sie das ganze Wochenende auf dem Ding rumgeritten ist und ob sie DESwegen zu uns wollte, oder wegen uns? Antwort: Bei uns wär immer was los und so schön und sie käme so gerne zu uns, weil wir so lieb wären. Aha, deswegen war auch jeder fünfte Satz: Ihr seid gemein/doof/blöd????? Weiha.

Playstation: Ich hab sie fertig gemacht, sie war sauer. Mir egal. Soll sie besser aufpassen, dann gewinnt sie vielleicht auch mal. Tut sie aber nicht. Ergo verliert sie. Das Leben ist hart und ungerecht.

Und last but not least: Summa Summarum.

Egal, was wir gesagt haben. Sie hat ALLES schonmal in Rom, Paris, Mailand, New York, Sevilla, Madrid oder sonstwo besser, größer, schöner oder sonstwie gesehen, gegessen, mitgemacht oder sonstwas.

Das Kind ist ein elender Angeber. Und so, wie es sich anhört, sind ihre Freundinnen vom gleichen Kaliber.....

Es hat ihr bei uns sehr gut gefallen, allerdings war sie schon sehr hartnäckig, was diese Playstation angeht. DIESE wiederum ist selbstverständlich seit gestern defekt! Aber nur, wenn Kind kommt, wenn Freunde kommen funktioniert sie komischerweise immer noch. Seltsam, oder?

Es ist nicht zu fassen, wie Celine isst. Nicht nur, dass sie sich von oben bis unten komplett einsaut, ihr direktes Umfeld ist auch noch betroffen und dass nicht zu knapp. Ich habe mich gefragt, hänge ich mich da rein, oder lasse ich es bleiben? Ich habe es am Wochenende bleiben lassen, werde aber mal mit den Eltern sprechen. Sowas mit zehn Jahren? Geht garnicht. Auf dem Museumsuferfest wollte sie ein Stück Pizza und wir haben uns damit auf die nächste Biergartengarnitur gesetzt. Gegenüber von uns saß eine kleine Familie mit zwei Mädels, die eine so vier Jahre, die andere vielleicht sechs. Haben auch Pizza gefuttert. Die haben irgendwann ihre Pizza sinken lassen (nicht im Geringsten eingewutzt) und völlig fasziniert Celine bei ihrem Massaker zugeschaut. Von der abschließenden Schokobanane möchte ich nicht sprechen, ich habe Trauma.

Erkenntnis:

Nie widersprechen, keine pädagogisch sinnvollen Beiträge vom Stapel lassen, ihr viel Süßes geben (Jaja, ich weiß...), dann ist einigermaßen Ruhe! Ging wirklich, auch wenn es sich anders anhört, aber ich bin sie nicht anders gewöhnt. Außerdem wollten andere Eltern im Zoo zum Beispiel nicht tauschen, was soll ich machen????

Als wir sie abgeliefert haben und ihre Mom uns anschließend noch zur Tür brachte, sagte ich: "Weißt Du, soooo schlimm, ist sie wirklich nicht!" Ich möchte das an dieser Stelle als Trost verstanden wissen, die Eltern tun mir nämlich aufrichtig leid!!!!!

Antwort meiner Schwägerin, mit einem süßlichen Lächeln:

Pelegrina, die Menge macht das Gift!

;-)

28.08.2009 um 15:33 Uhr

Das Kind und die Anrufe.....

von: Pelegrina   Kategorie: Wonderwoman in klein

Mein Bruder hatte ja letzte Woche via SMS angefragt, ob wir das Kind nehmen können. Ich habe ihm auf selben Weg geantwortet, dass uns das freuen würde, wir aber dieses Mal gerne eine Liste hätten, was die Kurze alles gerne isst, da ich das letzte Mal mit dem eigentlich allzeit beliebten Kinderessen Hähnchenschenkel volley auf die Nase gefallen bin.

(In der gleichen SMS hat mir dieser Bruder auch zu John-Boy gratuliert, während die anderen lieben Geschisterchen samt Eheweibern sauer auf mich und den Meinigen sind, da bei uns wohl der Wohlstand ausgebrochen sei, wenn wir uns dererlei teure Geburtstag Geschenke machen können: Neidhammel, böde)

Gestern bimmelt John-Boy so vor sich hin. Nummer unbekannt, dafür habe ich Klingelton Thema von "Das Boot" festgelegt, das ist spannend und gruselig.

Hier: Hallo?

Dort: Hallo Pelegrina, hier ist Celine-Cathrine Anastasia Marie!

Hier: Moin Celi, was gibts?

Dort: Ich soll Dich anrufen und Dir sagen, was ich gerne esse!

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

(Kann die mal weiterreden und nicht mitten drin aufhören? Soll sie es halt sagen.Gnaaaaa.)

Hier: Und?

Dort: Was und?

Hier: Was magst Du denn gerne essen?

Dort: Pizza!

Hier: Okay, mit was drauf?

Dort: Öööööh, öööööhm......*überleg*.....*sinier*....öööööööhm...Käse!

Hier: Okay und was noch? (Wenn die jetzt Tomaten sagt!!!!!!!!)

Dort: Öööööh, öööööhm......*überleg*.....*sinier*....öööööööhm...Tomaten!

Hier: Äh, okay. Das ist aber doch nicht alles, oder? Salami? (sehr vegetarisch) Schinken? (noch vegetarischer) Ei? Pilze? Gemüse? Zwiebeln?

Dort: Öööööh, öööööhm......*überleg*.....*sinier*....öööööööhm... MAMAAAAAAAAA, was esse ich gerne auf Pizza?

Im Hintergrund: "Aber, aber Celine-Cathrine Anastasia Marie, das wissen wir aber doch selbst!"

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

Kind denkt wieder......

Dort: Schinken!

Hier: Is recht.

Dort: Salami!

Hier: Noch was?

Dort: Paprika!

Hier: Roten oder grünen?

(Ich bin nicht hinterhältig, ich bin allgerisch auf grünen Paprika, da krieg ich Placken, ergo rühr ich das Zeug nicht an und in die Wohnung kommt es mir auch nicht!)

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

Dort: MAMAAAAAAAAA, lieber roten oder grünen Paprika? MAMAAAAAAA!!!!!

Da kommt wieder was von...."die eigenen Bedürfnisse kennen und nicht bei anderen hinterfragen zu müssen"......au Backe.....

Hier: Weißte was, Engelchen? Das bekommen wir schon hin! Wenn Du da bist, schauen wir, ob wir uns Pizza bringen lassen oder selbst machen, ja? Das klärt sich alles, hm?

(Essen GEHEN? Mir ihr? Nie mehr wieder! Das Schnitzel letztens im Restaurant ihrer Wahl sah eher aus, wie Kettensägenmassaker Teil 15 in 3D mit George Lucas Spezial Effekten. Mir ist heute noch schlecht. Außerdem bin ich froh, dass niemand zu Schaden kam. Picknick: Ja. Mit Besteck in der Öffentlichkeit: Klares Nein! Basta!)

Dort: Ja.

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

Hier: Celi, noch was auf dem Herzen?

Dort: Nein.

Hier: Okay, dann freuen wir uns auf Dich und holen Dich am Samstag, okay?

Dort: Ja.

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

Hier: Öhm, okay. Wenn zur Zeit nichts mehr ist, dann können wir ja auch auflegen. Und wenn Dir noch was einfällt, rufst Du noch mal an, hm?

Dort: Ja.

Schweigen.

Schweigen.

Schweigen.

Hier: Gut, dann wünsch ich Dir was, wir sehen uns am Samstag. Tschüüüühüüüüs.

Dort: Tschüss.

Ich lege auf. Sonst hätte ich mir noch fuffzehn Ja´s anhören müssen. Genau genommen, dauerte das Gespräch nämlich noch viel länger, sie wollte nämlich noch wissen, ob wir sie holen, oder ihre Eltern sie bringen sollen. Das hatten wir in kurzen zehn Minuten abgeklatscht. Die Uhrzeit, WANN das sein soll schlug mit einer Gesprächszeit von einer Viertelstunde zu Buche. Ich bin ein Wrack.....ächz. Ich verstehe es nicht. Das Kind wird immer als halbe Heilige verkauft, kann aber weder mit Messer und Gabel speisen, noch einen kurzen Smalltalk runterklatschen, ist dass denn zu fassen? Also nach mir kommt die nicht!

Am nächsten Tag ertönt wieder "Das Boot". Ich ahne schon was.....

Hier: Hallo? (Ganz, ganz vorsichtig...)

Dort: Grüß Dich, Pelegrina. Ich ruf nochmal wegen Samstag an. (Die Frau Mutter der Prinzessin, meine Schwägerin, ich entspanne mich etwas)

Wir quatschen schnell durch, dass wir uns auf Pizza und Süßigkeiten geeinigt haben, sie keine Decke mitbringen muss und auch keinen Schlafsack, da sie das noch nie musste, mit dem Zeug können wir handeln gehen, das neun Uhr zu früh ist (Celine hat noch ein Ferien-Jet Lag) und ich sage noch, dass die Kurze morgen bequeme Schuhe anziehen soll, wir wollen schließlich in den Zoo.

Dort: Also keine High-Heels einpacken?

Hier: Doch, doch pack die Mal ein, wir wollen ja abends noch auf das Jazzfestival! Und dafür bitte auch sexy Klamotten.

Dort: Ich glaube ich überleg mir das nochmal.....

Hier: Wieso? Hat sie echt gepetzt, dass wir das letzte Mal doch "Freddy on Elm Street" geschaut haben?

Dort: *lach* Sag mal: Ihr wollt sie wirklich schon wieder nehmen?

Schon wieder? Das letzte Mal war sie Ende April da! (
http://www.blogigo.de/Pelegrina/4-Tage-und-das-Bescheisserle/39/) Es hieß, alle paar Wochen! Die soll ihre Freizeit mit vernünftigen Menschen wie dem Meinigen und mir verbringen! Schon wieder? Doch Moment! Sollten da nicht eventuell bei mir die Alarmglocken angehen? Kommt da noch was? Ich werde latent misstrauisch....

Hier: Okay, leg los: Was habe ich verpasst?

Dort: Najaaaaaaaaaaa, Celi wünscht sich, Playstation zu spielen........wäre das in Ordnung?

Hier: (immer noch misstrauisch) Sonst kommt nichts mehr? Das ist alles?

Dort: Das ist alles. Ist das okay? (Sie weiß HAAR-GE-NAU wie nervig die Kurze ist beim Playstation spielen: Kann nicht verlieren, schummelt am laufenden Band und wird nervtötend wenn es nach fuffzehn Stunden zocken heißt: Sodele, das darf mal genügen für heute. Mini-Furie ist dann wohl das richtige Wort.....ächz)

Hier: (ICH BIN SO DOOF!) Geht in Ordnung.

Dort: Okay, bis Samstag.

Hier: Bis Samstag, vergiss die High Heels nicht.

Oh, nein! Wenn Blödheit klein machen würde, könnte ich von der Teppichkante einen Todessprung machen! Playstation! Argl! Wieso sage ich nicht, dass das Ding im Eimer ist? Oder verkauft und lasse es im Keller verschwinden? Singstar ABBA! Mit jemandem, der nicht richtig englisch kann und die Texte nicht kennt? Was habe ich getan? Wie bringe ich das dem Meinigen bei? Ich glaube ich verlasse das Land. Wenn ich mich Montag nicht zeitig melde, bin ich entweder in der Klapse oder auf Kuba.....

27.08.2009 um 14:16 Uhr

Das Kind kommt....

von: Pelegrina   Kategorie: Wonderwoman in klein

Das ultraluxus Klugscheißerkind von meinem Bruder kommt. Am Wochenende. Soweit...

Der Meinige und ich bereiten uns vor, wie für einen Krieg. Wir machen Veranstaltungskalender, Beschäftigungsideen, DVD Listen, Essenspläne und ellenlange Einkaufszettel. Außerdem ist die zehnjährige Dame ein Nachtmensch und prinzipiell schaise erzogen, maßlos verwöhnt und ein elender Klugscheißer. Trotzdem liebe ich sie sehr. Aber wir müssen uns was einfallen lassen, um sie zu beschäftigen und vor allen Dingen müde zu bekommen.

Das letzte Mal als sie bei mir war, war der Meinige auf Männerwochenende und hat von dem Drama nichts mitbekommen. MICH hat die Kurze daheim STUNDEN mit Highschool Musical malträtiert, mich nicht mehr an meinen PC gelassen, alles an Knabberzeuch aufgefuttert, was auf Lager war, mir zu meinen Hähnchenschenkeln erklärt, sie sei Vegetarier, ergo sind wir Schnitzel essen gegangen, bis nachts um Uhre HalliGalli gemacht und mich morgens um 05:30 wach gestarrt. Und dann ging das Spiel von vorne los. Das sie mich beim Mensch-ärgere-Dich-nicht beschummelt hat, hatten wir ja schon.

Plan eins: Wir schleppen sie in den Zoo! Vöööööllig uneigennützig werde ich meine neue Kamera mitnehmen und mal ein wenig probieren. Höhö. Außerdem teilt mir die Homepage gerade mit, dass man auch Tierpatenschaften übernehmen kann. Sogar für Erdmännchen! Ich liebe Erdmännchen. Fein. Spannend Man kann aber auch eine Patenschaft für eine Seegurke übernehmen und/oder verschenken. Haben uns eben darüber unterhalten, wen wir nicht leiden können, dann bekommt derjenige eine schicke Seegurken-Patenschaft zum Geburtstag. Herrlisch. Und das für fuffzisch Euros. I break together.

Plan Zwei: Wir zerren Kind abends über ein Jazzfestival. Ich bin mir sicher, es gibt nichts tödlich langweiligeres als ein Jazz/Blues/Beatnick Festival. Also wennse uns da nicht müde wird.... Wir dürfen sie nur nicht in die Nähe der Punk´n Roll Band lassen, sonst vibriert sie uns montags in der Schule noch.

Plan Drei: Sonntag. Wir haben keinen Plan. Sagenhaft! Und nun? Ich schiebe schon leichte Panik, denn das letzte Mal konnten wir uns wenigstens die Wiederholung von Tschörmenies nächst Topmodell anschauen und uns die Mäuler zerreißen, wer von den Blondinen hohler ist. Weiberkram halt, hauptsache die Prinzessin hat ihre Gaudi. Tzaaaaaaa......und nu? Basteln? Puzzeln? Schwimmen gehen? Gehts noch langweiliger? Hm...wat machen wir denn nun mit der Göre? Faul, wie sie ist, schlägt sie wahrscheinlich einen DVD-Marathon in unserem kleinen Heimkino vor. Da kann sie sich auf die Lümmelkuschelwiese schmeißen und sich das Hirni weich köcheln lassen. Aber nicht mit uns, die soll sich bewegen, wenigstens geistig. Da ich aber 10jährige vorwitzige Mädchen nur alle Vierteljahr als Leihgabe bekomme (da sie sonst einen vollen Terminkalender hat, an mir liegts nicht!), stehe ich wiedermal mit zwei Füßen auf der Leitung, was wir anstellen könnten....jemand Ideechen?

Ansonsten drei kurze Dinge:

Das Wichtigste zuerst:

Dem Menne meiner Mitarbeiterin -des kleinen Hasen- geht es seit dem Wochenende besser. Marginal, minimal, nicht soooo ein großer Sprung, aber besser. Das ist eine wunderschöne Nachricht, ich habe nämlich die seltene Gabe entsetzlich mitzuleiden, wenn es jemandem in meinem Umfeld den ich mag, nicht gut geht. Das sind tolle Neuigkeiten und uns allen geht es damit schon gleich viel viel besser.

Mein Erzeuger hätte am Sonntag Geburtstag gehabt. Wir waren auf dem Friedhof. Es war doof. Komisch und doof. Ich muss nachdenken.

Dann: Ich bin mehr oder weniger off derzeit, allderweil mein oller PC zu Gunsten eines neuen Modells abgeklemmt ist. Der Neue hat aber einen Schlag und spinnt, ergo kommt er morgen zurück zum Händler. Eine Woche alter PC kaputt. Son Mist. Und ich habe sieben Monate auf diese Rakete gespart und mich gefreut, wie ein Plätzchen. Buhuuu....... Eine Dose Mitleid, bitte.

Zurück zum Kind und zum langen Sonntag. Ich möchte wieder diesen Spruch, den sie zu ihrem Eltern gesagt hat, als diese sie abholten: Hier ist es viel schöner als daheim! :-)

19.08.2009 um 14:25 Uhr

Wie man zu einem Panther kommt....

Obwohl der Duden sowohl Panter als auch Panther zulässt und ich mich (wahrscheinlich aus Faulheit) auf Panter beschränken wollte, schwenke ich nun auf das gemeinschaftliche hier angewandte Panther um. Das andere sieht mir zu naggisch aus. :-)

Wie man zu einem solchen Tierchen kommt? Von Anfang an. Ich hatte ja Eva im Training gefragt, ob ich mir den Panther mal anschauen dürfe. Sie sagte, klar jederzeit, kommste vorbei, kein Problem, hier ist meine Nummer, rufte an, schneist Du rein, kein Thema.

Zwei Tage bin ich drum herum geschlichen, sie zu kontaktieren. Wäre es jetzt ihr Zögling gewesen, hätte ich mich eher gemeldet, aber schließlich wird das Tierchen ja von ihrem Mann groß gezogen. Und den kannte ich noch nicht. Nach zwei Tagen habe ich sie angemailt, ob ich denn wirklich mal kommen dürfe.

Ich bin zwar völlig tierbekloppt, aber einfach so bei anderen durchs Wohnzimmer marschieren, dass mache ich dann doch nicht. Mir ist Privatsphäre heilig und genauso möchte ich jene anderen Menschen lassen. Eva hat dann aber ratzfatz Termin mit mir gemacht und ich habe nur noch gestrahlt, wie ein Atomkraftwerk. Je näher der Tag kam, desto aufgeregter wurde ich. Die beiden haben nämlich einiges an Tieren, da der Mann eine Aufzuchtsstation hat und Wildtiere halten darf. Da müssen etliche Paragraphen im Tierschutzgesetz erfüllt werden, beim Veterinäramt Prüfungen abgelegt werden und und und. Den kleinen Panthermann hat er aus einem Raubtier Zoo irgendwo in der Republik und da er einer der wenigen ist, die in Deutschland überhaupt Wildkatzen mit der Flasche aufziehen dürfen, durfte die Fellnase bei ihm einziehen. Alles sehr, sehr spannend. Mittlerweile habe ich nämlich auf seiner Homepage entdeckt, dass ich ein Tigerjunges knapp verpasst habe, der ist schon ausgezogen. Da isser:

Tigerjunges

Und außerdem waren bis vor Kurzem auch noch ein Luchsjunges und ein Serval da. Von den afrikanischen Löwenbabies mal ganz zu schweigen. Dann wohnen dort noch zwei Molosser, ein Papagei und ein sprechender Beo. Full House. Und ich habe mich natürlich Tage vorher gefragt, welche Handtasche ich nehme, um sämtliches Getier klammheimlich darin nach Hause zu schleppen. Gab aber Taschenkontrolle, keiner traut mir. :-(

Als Tag X des Tier Termins endlich da war, war mein komplettes Umfeld genauso hibbelig, wie ich. Wie schaut der kleine Mann nun wirklich aus, ist das vielleicht nicht sooooo ein großer Unterschied, zu einem kleinen Kätzchen, gefallen mir die Hunde vielleicht NOCH besser? Wie bekomme ich die alle nach Hause in meine Wohnung? Fragen über Fragen. :-)

Ich also am Abend dahin marschiert. Brav am Gartentörchen geläutet: Nüscht. Toll, dachte ich, hätteste mal diese Menschen in Ruhe gelassen, statt Dich so aufzudrängen, jetzt stellen sie sich tot.

Hm.......*fußtapp*.

Ich das Törchen aufgemacht, reinmarschiert. Pfft, haben sie halt einen Leoparden und zwei riesige 80 Kilo Hunde! Und? Nix, wie rein da! "Hallo?"

"P. hier hinten sind wir, komm schnell!"

Ich den Stimmen nach, war ja noch nie da, Eva kommt mir entgegengeflitzt, umärmelt mich, schön, dass ich da wäre, nu aber husch: "Wir sind im Fernsehen! HoppHopp" Und ab im Schweinsgalopp hinter Eva her. Ihr Menne stand im Wohnzimmer vor dem Fernseher in welchem er selbst zu sehen war, mit dem schwarzen Panther auf dem Arm. In dem Wohnzimmer, in dem ich da auch stand. Total surreale Situation. Die alle im Fernseher und gleichzeitig neben mir. Uffz. Und das Tierchen erst. Boah, so sieht der also aus? Hammer. Jo, meinte Eva, und da kommt er auch schon um die Ecke gewackelt. *strahl*

Da stand es also vor mir. Life und in Farbe. Das Panther-Baby.

Und was mach ich?

Fang vor Rührung an zu flennen.........

Ich wieder....

Wie immer.......

*schieflächel*

Ist der schön……

Der Mann von Eva hat mich von oben bis unten desinfisziert, da die kleinen Tiere sehr anfällig sind und in den ersten drei (!) Jahren gerne versterben. Dann hat es wieder geklingelt, eine Reporterin hatte sich noch angemeldet, die einen Zeitungsbericht über das Tierchen schreiben wollte und sie und ich wurden ausdrücklich aufgefordert, den Kleinen zu fotografieren. (Meine Kamera wurde von der Profi-Fotografeuse ausdrücklich gelobt *lächel*). Dann hat der Kleine Milch aus dem Fläschchen bekommen, durfte einmal rülpsen, das Interview begann und ich hatte den Fellkopp ganz für mich alleine. GANZ BREITES LÄCHELN!!!!! Eva hat mich dann auch noch mit ihm auf dem Arm fotografiert und hätte ich keine Ohren, ich hätte einmal rund gelächelt. War das schön. WAR DAS SCHÖN. Bin immer noch völlig aus dem Häuschen.

Gutzi! Gutzi!

Ich hätte noch Stunden da sitzen können. Zumal es interessant war, der Reporterin und Evas Mann zu lauschen. Ich würde nie so dreist Frage um Frage stellen, die Reporterin aber sehr wohl, das ist schließlich das Wesen eines Interviews. Während der Kurze also an meinen Fingern genuckelt hat und auf mir herum gekrabbelt ist, habe ich viel über Panther an sich, deren Aufzucht und Wildkatzen im Allgemeinen erfahren. Ein irre Erlebnis. Die Hunde durfte ich mit einer handvoll Leckerlis zu einer Schmuseattacke überreden. (Haben nicht in die Handtasche gepasst). Die Vögel in den Volieren haben mich auch begutachten dürfen und ich sie, haben aber auch nicht in die Handtasche gepasst. Und als wir uns schließlich ins Tanztraining verzogen haben, haben die mir fast die Hosentaschen umgedreht. *lach*

Ich habe noch eine Tonbandaufnahme mit dem iPhone vom Panthermann gemacht, als der hungrig herumgenörgelt hat. DER hat ein Organ! Wahnsinn! Null Vergleich mit dem piepsigen "iup" von Laurentino. Wenn Little Panther was nicht gepasst hat, machte er:

GNAAAAAA!!!!!!!!

GNAAAAAA!!!!!!!!

Aber so laut, dass jede Fliese einzeln gewackelt hat. Wenn ich denn mal herausbekommen habe, wie man so was hier einstellt, werde ich es nachliefern, weiß aber nicht, ob das überhaupt geht. Wenn mir jemand helfen mag?

Mit dem Menne von Eva hatte ich dann aber doch noch ein paar Minuten Gespräch, über Katzen und Wildkatzen. Ich behaupte mal, dass ich nicht wenig Ahnung von Katzen habe und so gut wie gar keine von Wildkatzen. Bei ihm genau umgekehrt. Die Reporterin hatte von Beidem keine Ahnung und wir sind dann die Unterschiede durchgehechelt, während ich unter dem Tisch dem 80 Kilo Fiffi hinterher gekrabbelt bin. Es gibt sehr wenige Übereinstimmungen zwischen den Beiden. Gehören zwar beide zu den Felidae, aber dann verließen sie ihn auch schon.

Abends im Training hatte ich dann noch mal die Kamera aus dem Auto holen müssen, um die Bilder den anderen zu zeigen. Die wollen auch alle vorbei gehen und schauen, weil so ein Tier so selten ist. Und als ich mit so einem 2 Meter Mann da saß und gequietscht habe, (....der IST aber auch süüüüüüüß!!!!!!) meinte dieser: " "Mönsch, P.chen, diese Chance bekommen die wenigsten Menschen einmal im Leben" und schaut versonnen auf die Panther Bilder.

Nein, diese Chance bekommen die wenigsten im Leben. Ich durfte sie haben. Und dafür werde ich mein Leben lang dankbar sein.

So ein wundervolles Geschöpf. Danke! :-)

18.08.2009 um 16:15 Uhr

Wildes Wohnzimmer.....

Vorletzte Woche sitzen wir beim Line Dance Training (wäre das auch geklärt) in einer kurzen Pause und ratschen über unsere Kätzchen. Laurence hier, Tinki dort und wie die lieben Kleinen alle heißen. Meint eine "Mittänzerin" (Wie heißen die eigentlich? Vereinskameradinnen? Kolleginnen? Keine Ahnung.)

"Jo, wir haben gerade auch einen kleinen Panter, Flaschenaufzucht, 16 Tage alt, die Mutter hat zu wenig Milch!"

Kleiner schwarzer Kater, bin ich natürlich sofort drauf angesprungen: Oh, wie süß und wie anstrengend und schafft er es denn und sowieso und überhaupt. Eine Bekannte hatte dann gefragt, wie groß er denn nun sei und Eva zeigte zwischen beiden Händen eine Länge von 30-35 Zentimetern an. Häh?, dachte ich, bisl groß für ´ne Katze, oder? Und habe vorsichtig gefragt: Ähm, wie alt ist der Kleine???

Und sie ganz lässig: "Der Panter? Ei, 16 Tage."

Und ich, immer noch eine einfache schwarze Katze im Hinterkopf, frage noch mal: "Panter? Öhm, ein richtiger Panter?"

Sie: "Jupp, ein schwarzer Leopard. Ein Panter eben."

Ich bin platt und will natürlich JE-DES Detail. Woher der kommt, wie sie an den rangekommen sind. Und final: Ob ich den bitte, bitte, bitte mal anschauen darf? *fleh*

Und das durfte ich dann auch. Letzte Woche war ich eine Stunde beim Dschungelmeister und durfte mit ihm spielen, ihn auf den Arm nehmen, bekuscheln und mit offenem Mund einfach nur bestaunen. UND: Natürlich fotografieren! Und damit es jetzt nicht noch spannender wird, da isser:

Mehr zu dem kleinen Racker demnächst, ich muss zu einem Namenstag. Häh? Ja, ich frag mich auch, was das soll.....

13.08.2009 um 15:48 Uhr

Das Kind –äh Ding- hat einen Namen

In Anlehnung der jüngsten in meinem näheren Umfeld vorgefallenen Geschehnisse, hat am gestrigen Abend eine unabhängige, internationale, nur aus Genies bestehende Jury -namentliche meine Wenigkeit und der edle Spender Riki, der Große- beschlossen, das neueste elektronische SchnickiSchnacki Gerät -kurz: iPhone- auf folgenden Namen getauft:

John-Boy

Sodele, hätten wir das auch geklärt! Desweiteren hat der liebe Kleine "Pamela Andersen-like" eine Portion Silikon in Form einer Schutzhülle bekommen, wir durften wiedermal feststellen, dass die Verkäufer im Blödmann-Markt auch nur Blödmänner sind und außerdem kosten sowohl Dockingstations, wie auch Lautsprecher für so ein Dingen ein VER-MÖ-GEN!

Ist das denn zu fassen? Und da wir es uns nicht leisten können, für so ein Designer Dingen noch einmal 600 Euros hinzulegen, haben wir die Geräte eben ein Ründchen vor Ort malträtiert, bis die Wände gewackelt haben. :-) Und was es an Zubehör gibt! Man macht sich ja kein Bild.

Wie auch immer. Klug, wie unsereins ist, haben wir das Geraffel daheim online bei Amazon bestellt.

Beim Blödmann-Markt: Die Original Dockingstation von Apple: 45 Euro und gibt es nur in weis! Warum? Wäre halt so. Aha... Bei Amazon für die Hälfte in schwarz von einem Fremdanbieter. (Mir doch egal, solange das funktioniert, muss ich nicht zwingend ein Markenjunkie sein...).

Displayschutzfolie kostet eine im Markt 9,99 und drei bei Amazon 8,59 Euro.

Die schicke kleine nette JBL Anlage im Markt: 178 Euros, bei Amazon 92,90 Euro. (Haben wir NICHT gekauft, auch wenn der Meinige genörgelt hat. Bin ich eine Lagerhalle für Elektrogeraffel? Nein! Werde ich auch nicht. Nein, die gibbet nicht!)

Wir haben uns dann noch bei Amazon ein wenig umgeschaut und festgestellt, teilweise lagen die um die Hälfte unter den Blödmann-Markt Preisen. Und der Laden war gerammelt voll! Schlangen an der Kasse, Verkäufer ständig belagert, das volle Programm.

Sind die eigentlich blöd, oder was?

Eschal. Themawechsel. Heute passiert noch was. Was ganz tolles. Ich mag aber noch nicht drüber reden, weil ich mir noch nicht sicher bin, ob das wirklich wahr wird. Ich darf mir heute etwas anschauen, das ich noch nie gesehen habe. Also in echt. Sondern nur im Fernsehen. Hab meine große Kamera eingepackt und werde heute vor dem Tanzen dort hinmarschieren. Ich bin sooooo von gespannt, dass ist alles soooooo aufregend.

Ich darf so etwas aber niemals nie daheim anschleppen, hat der Meinige schon gesagt. Niemals, nie. Son Mist.

Dafür gibt es morgen Bilder.....

Wat bin ich aufgeregt.

12.08.2009 um 16:26 Uhr

Wir ham doch keine Zeit!!!!

Hammer wirklich nicht. Oder vielmehr ich. Mein iPhönchen ist da! Und das kann alles, außer Kaffee kochen!

Obwohl....

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich da noch nicht dahinter gekommen bin. Das sind nämlich dermassen viele Funktionen und Daddelsachen, das kann noch ein Momentchen dauern.

ABER:

Ich war heute morgen schon damit hier auf dem Blog. Funzt! Ich bin begeistert! Und jetzt gehe ich mit dem Meinigen in den Blödmann-Markt und schaue mir Mäntelchen (Schutzhüllen) und Schuhe (Dokingstation) für den lieben Kleinen an.

AAAAHHHHH!

Getauft ist er ja auch noch nicht? Wie nenne ich den kleinen Alleskönner denn? Jemand Ideechen? Her damit.....

*schwärm*

11.08.2009 um 10:30 Uhr

SCHUUUUMIIIIII

Och, nöööööö. Schumi hat sein Comeback in die Formel 1 abgesagt. Laut seiner Homepage halten ihn starke Nackenschmerzen davon ab, die eine Spätfolge des Motorrad Unfalles sind, den er Anfang des Jahres hingelegt hat.

Mööönsch. Son Mist. Ich hatte mich wirklich sehr gefreut. Ich hielt es nämlich nicht für einen PR-Gag von Ferrari, damit möglichst viele Karten verkauft werden. Das hat weder der Rennstall, noch der Herr Schumacher nötig.

Mal meine persönlich Befindlichkeit dahin gestellt: Es freut mich auf der anderen Seite doch sehr, dass der Nervenkitzel in den Rennen nun seiner Frau und seinen Kindern erspart bleibt.

Trotzdem schade.

Machet jot, Schumi!

(Nö, sonst habe ich momentan keine Schmerzen...)

10.08.2009 um 14:04 Uhr

Wieder ein Jahr geschafft....

Sodele, nun haben wir mein erfolgreiches Älterwerden auch mehr oder weniger schön hinter uns gebracht. Mehr schön war, dass wir auf dem Land bei einem Freund auf dem Bauernhof mit Live-Musik gefeiert haben. Weniger schön, dass der Meinige natürlich -ups- mein Geschenk vorher verpetzt hat.

Ich bin eine von fünf Frauen weltweit, die nicht neugierig ist. Null! Mir kannste alles hinlegen oder hinstellen, ich gehe nicht dran. Es interessiert mich nicht. Geburtstagsgeschenke können schon Wochen vorher herum stehen. Ich schüttel nicht, ich rüttel nicht, probiere nicht, wie schwer es ist, rieche nicht dran, oder knibbel eine Ecke auf. Nichts. GAR nichts von all dem. Und was macht der Meinige am Freitagabend? Er verplappert sich. Steht in der Küche und gibt mir die Rechnung für.....

*trommelwirbel*

.....ein funkenagelneues iPhone 3Gs in die Hand. Nur um mich dann anzuschauen und zu sagen: Mist, das war doch für mich gedacht. Äh, also schon für Dich...äh....scheiße!

Und ich stehe da und sage nur: Scheiße......

So, dann hätte wir das auch geklärt. Ich wusste, was ich bekomme, ABER.......

*trommelwirbel*

....kein Mensch weiß wann. Dat Dingen ist nämlich noch nicht geliefert.....

Auch wurscht. Um Mitternacht habe ich nämlich noch ein Geschenk bekommen. Die Canon 450D. Die Kamera, die ich mir schon länger wünsche. Da ging dann wirklich ein schöner lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Und da ich nun den ganzen Sonntag an der Kamera rumfummeln musste, war ich auch nicht böse drum, dass iPhone noch nicht zu besitzen, ich hätte ja nicht gewusst, wo ich zuerst dran herumfummeln möchte. *lächel*

Also, ihr Massen feiert und umjubelt mich! Lasst mich hochleben und singt. Das Übliche, bitte. :-)

06.08.2009 um 17:57 Uhr

Machs gut und danke für den Fisch!

Klassiker! Ich würde im Moment am liebsten sagen: Machs gut, Du Scheiß-Jahr und wir sehen uns 2010 wieder. Und hoffentlich ist dann alles besser. Zwei Sachen sind diese Woche noch passiert.

Nummero Uno:

Wir drücken uns ja immer mit ein paar lieben Leuten mittags zu einer gewissen Zeit im Rauchereckchen herum. Es kommen mal diese dazu und mal jene. Der harte Kern sind zwei Haustechniker, zwei Buben aus dem Fachbereich und meine Wenigkeit. Letzte Woche, sitzt da noch so jemand herum. Kenn ich nüch, denk ich und lasse mich auf den einzig freien Stuhl ihm Gegenüber plumpsen. Züngel an meinem Zigarettchen rum und denke, wieso kommt der mir aber doch so bekannt vor? Irgendwann klingelts, mit dem habe ich vor acht Jahren mal in einer Abteilung hier gesessen, nur war er da einen Tacken dicker. Und so schaue ich mehr oder weniger unverhohlen an ihm auf und ab, immer noch nicht sicher, ob er es ist oder nicht. Die Anderen ebenso....

Er merkt, dass wir glotzen und uns wohl seine Geschichte interessiert, rückt aber erst raus, als ihn ein Kollege direkt danach fragt. Krebs hatte er gehabt, den Magen haben sie ihm weggemacht und das letzte Stück Speiseröhre direkt an den Dünndarm gewerkelt. 55 Kilo habe er seither abgenommen und schlafen könne er nur im Sitzen, da er keinen Magenpförtner mehr hat, der die Verdauungssäfte zurückhält. Da wurde im Liegen die ganze Soße oben raus kommen. Das Ganze habe zeitlich so gelegen, das er drei Monate, bevor er eigentlich hätte in Rente gehen konnte, wieder gesund geschrieben wurde, die Firma gesagt hat, der solle in Frührente gehen und jetzt bekommt er ein vielfaches weniger an Bezügen.

Ist das mal eine Scheißstory? Ich hätte ihn am liebsten mal dick gedrückt. Aber er wirkte auch lebensfroh und munter. Wieder gesund, bereist er nun mit seiner Frau den ganzen Globus, wenn sie auch immer ein wenig dafür sparen müssen, zufrieden wären sie allemal und lächelt schief, während er das erzählt. Na, Klasse.......

Due:

Am Montag schleppe ich mich ins Büro (Wir erinnern uns: Dem Kind gings nicht gut) und da sitzt ganz klein und zusammen gefallen meine kleinste und älteste Mitarbeiterin. Mein Meter Fuffzich Riese, nennen wir sie mal Hasi, mit einem ebensolchen großen Herz.

"Wassen mit Dir?", frage ich, als ich an ihrem Büro vorbeifalle.

Sie erzählt, dass ihr Mann in der Nacht mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren wurde. Blinddarmdurchbruch. Not-OP. Läge nun auf der Intensiv.

"Mönsch, Liebes", sage ich, "magst Du nicht lieber heim gehen? Ich schmeiß Deinen Laden schon, mach Dir da mal keine Gedanken, hm?"

(Ich mache hier sowieso für alles die Vertretung, obwohl wir eine detaillierte Vertreterregelung haben, bin ich IMMER entweder die Hauptvertretung oder die Vertretung der Vertretung und wenn keiner da ist vertrete ich alle und den Rest auch noch.)

Sie mag nicht und lässt den Kopf hängen. Daheim könne sie sowieso nichts tun und würde nur aus dem Nachdenken nicht herauskommen. Kenne ich, meine Mutter hat uns auch schlappe drei Jahre mit ihrer Krebserkrankung auf Trab gehalten und am schlimmsten war daheim rumhocken, grübeln und nichts tun können.

Ich rede über den Tag hinweg oft mit Hasi, versuche sie aufzumuntern, versuche auch den einen oder anderen Scherz, aber egal, was man in diesen Situationen sagt, man hat stets das Gefühl, es sei verkehrt.

Am Dienstag hat sich die Situation verschlimmert: Er sei verwirrt, redet irres Zeug, leidet unter Verfolgungswahn, verlangt Rechtsanwälte und randaliert. Er sei ans Bett fixiert, das macht Hasi fix und fertig. Sie hätte mal ein wenig gegoogelt, sagt sie. Durchgangssyndrom nennt sich das und laut dem Hasen ist das gar nicht mal soooo selten und legt sich aber nach ein paar Tagen wieder. Käme von der Operation und der Narkose. Wieder versuche ich aufzumuntern und Mut zuzusprechen, aber Hasi ist völlig neben der Kappe und so intensiviere ich meine Besuche bei ihr und stopfe sie mit Gummibärchen voll, lenke sie ab und witzele: "Hasi, den würde ich jetzt alles unterschreiben lassen, was ich mir gerade wünsche. Er kann sich doch sowieso nicht erinnern!"

"Ach, Du", schubst sie mich an und kann das erste Mal seit Tagen wieder lachen. Wir hocken da und kichern, wie die Backfische....

Gestern besserte sich sein Zustand endlich, ein kleines Aufatmen ging durch die Abteilung, das kleine Häschen taute wieder etwas an, wenn auch nicht auf. Aber es ging bergauf. Hurra und erst da merke ich, wie mich das mitnahm.

Heute Morgen war aus meinem kleinen Hasen ein winzig kleiner Hase mit jeder Menge Tränen in den Augen geworden. Ihr Mann habe nun auch noch eine Lungenentzündung, sei intubiert und nicht mehr ansprechbar.

Mir schießen Begriffe, wie Superinfektion durch den Kopf und das ich selbst mal eine Lungenentzündung hatte, die meine Herren Ärzte erst in den Griff bekamen, nachdem sie festgestellt haben, dass ich gegen Penicillin allergisch bin. Vielen Dank auch noch Mal! Dann hat der arme Kerl auch noch den kompletten Darm entzündet und die Ärzte wollten ein Drittel davon wegschnippeln. Jetzt aber erstmal die Lungenentzündung.

Der winzige Hase sitzt vor mir, hat Wasser in den Augen und fragt, ob sie gegen Mittag gehen dürfe und morgen frei bekäme? Aber, klar. Was für eine Frage.

Und wieder stehe ich da, kann nichts machen. In mir drin murmelt etwas, dass Leute schon wegen weniger gestorben sind und dann habe ich so ein Mitleid, mit dieser kleinen Frau....und gleichzeitig stehe ich doof rum und kann so gar nichts tun.....

Ich schildere es dem Meinigen per Mail und der sagt: Nehme sie in den Arm.

Das blockt sie aber ein wenig. Würde ich hier in der Firma vielleicht auch ungern wollen: Hockt die da und flennt. Ich saß aber schon wie oft hier und habe geheult, wie ein Schloßhund. Da ist halt jeder Mensch anders...

Kurz vor der Mittagspause verabschiedet sie sich. Sie habe alles wohlgeordnet hinterlassen und den Abwesenheitsassistenten eingeschaltet, der auf mich verweist.

"Ja?", fragt sie, als könne sie was falsch machen....

Ich beteuere ihr hunderte Male, das alles in besten Händen sei, sie solle sich um die doofe Arbeit nicht so einen Kopp machen. Und das ich ihr viel Kraft wünsche und alles Liebe und alles Gute. Sie nickt, hat einen Kloß im Hals und geht.

Ich hätte sie so gerne noch umarmt. :-(

Als sie weg war, lief eine Träne meine Wange herunter.

Scheiß-Jahr……

05.08.2009 um 14:53 Uhr

Alien 5 - Lieutenant Rippchen kehrt zurück

Brav, wie ich bin, war ich gestern Abend doch tatsächlich noch bei meiner heiß und innig geliebten Ärztin. Auf den allerletzten Drücker, wie sich das gehört, die Arzthelferinnen waren schon dabei sich umzukleiden, also hatte die Frau Doktor scheinbar mehr als genügend Zeit für mich. Und die hat sie sich auch genommen.....

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht (nur) wegen Samstag dorthin gegangen bin, sondern weil mich seit Sonntag massive Probleme in der Lungengegend so um die Bronchien herum plagten. Und da mein kompletter Clan bislang auf Grund von Krebserkrankungen das Zeitliche gesegnet hat, war ich auch entsprechend besorgt. Und der Meinige noch mehr, weil ich mich -vor lauter Gedanken machen- geweigert habe, zu rauchen. Ich! Eigentlich undenkbar, ich wollte aber nicht. Ergo hat Riki mich auch gar nicht lange treten müssen, ich weiß schon, wann ich mir einen Kopp machen will und muss oder eben nicht.

Als sie mich dann fragte, was denn los sei, sprudelte ich auch erstmal damit raus, dass ich den leisen Verdacht hätte, ich hätte Lungenschmerzen.

Da und da tuts weh. (UND WIR WERDEN ALLE UMKOMMEN! ZUR HÜLF!)

Seit wann, ich soll mal so und so machen, abhören mit einatmen und ausatmen und Hüsterchen machen. Ob ich das rauchen aufgegeben hätte? Naja, aktuell schon, gestand ich, weil ich Muffensausen bekam. Lacht sie ein wenig (frech, oder?) und krabbelt weiter an mir rum.

Sie wird mir diagnostizieren, dass ich nur noch fünf Minuten habe und das ich elendlich zu Grunde gehen werde! Arg!

Obs mir schwer gefallen wäre, die Ziggis sein zu lassen? Nööö, eigentlich nicht. Ich war mehr damit beschäftigt, mir Weltuntergangstheorien auszumalen, wo ich eine neue Lunge her bekomme und wie meine derzeitige aussieht. Resultat bei beidem: Örgs. Aber im Grunde ist es mir nicht wirklich schwergefallen. Ob sonst noch was war. Sonst noch was? Öööööhm, jaaaa, am Samstag auf offener Strasse eine Panikattacke, Erzeuger einen Tag nach geliebten Kater gestorben......sonst nichts weiter.....

Ach? Sonst nix weiter? Na, Klasse....

Sie verbiegt mir die Ärmchen, drückt mir den Brustkasten zusammen, diagnostiziert Hypermobilität und Muskellockerheit, dass sich meine Rippen wieder mal selbstständig gemacht hätten und dass wir mal eben schauen, ob wir die Blockade lösen können. Ausziehen, hinlegen, auf dem Rücken rumhüpfen, besser.

Hatten wir ja alles schon, nur scheint sich das hübsch zu einer chronischen Geschichte zu entwickeln. Deswegen zeigt sie mir auch isometrische Übungen, wie ich mir selbst meine durchgeknallten Rippchen, Wirbel und was sonst noch da rumflattert wieder an Ort und Stelle bringen kann.

Und außerdem: Mir könnte schwindelig und schlecht davon werden, Angstzustände und Panik können sich einstellen, ABER das mit Samstag hätte sie trotzdem gerne mal genauer. Ich erzähle es ihr. Wer Riki wäre, fragt sie, den Namen hätte sie noch gar nicht parat, sondern nur.....blätter, blätter..... Ich sage ihr den Namen von meinem Ex-Gatten und jaaaa der hatte mir damals sehr zu schaffen gemacht, nun mit dem Meinigen sei alles ganz easy, schließlich habe man sich auf dem Jakobsweg kennengelernt und das sei alles schon deswegen sehr entspannt.

Na, das sei doch wunderbar, da bräuchte ich mich doch gar nicht sorgen! Und außerdem: Ich hätte nicht mit mir schimpfen dürfen, sondern mich um mich kümmern müssen! Aber nicht schimpfen, schimpft sie mit mir. Ich wehre mich lahm, dass ich doch sehr erschrocken sei, weil das so gar nicht zu mir passt. Eben, meint sie, dann doch bitte nicht noch mit sich selbst schimpfen, das macht es nun wirklich nicht besser. Hm, nehme ich mal so an. Obwohl ich nicht annehme, das mir dererlei so schnell wieder passiert. Obwohl.....wenn das mit den Knochen zusammenhängt? Hm....

(Abends habe ich bei Riki gejammert: "Ich bin ein Wrack, ich bin Lieutenant Rippchen, wie in Alien!"

"Die hieß Ripley!"

"Die hatte ja auch nichts an den Rippchen, mönsch Riki!" )

Dann wird noch der Herr Erzeuger und der Kater durchgenommen.

Es sei völlig okay, dass ich um den Kater mehr trauere, denn schließlich gehörte der zum Haushalt! Eben, ergänze ich und außerdem habe ich mich mit dem nie gestritten und hinterhältig und gemein war er auch nicht!

Und der Herr Erzeuger hätte ja wohl einen genauso langen Gang zum Telefon gehabt, wie ich! (Hatten wir schon! Vielleicht sogar paarmal zu oft...stöhn..)

Außerdem sei ja wohl der Herr Erzeuger der Ältere und Lebenserfahrenere gewesen, da hätte ER ja wohl erste Schritte zur Versöhnung machen müssen!

Hatten wir noch nicht, dass ist neu und im Nachhinein auch nicht korrekt, auch wenn es sich erstmal super anhört. Jemand der sich lebenslang sozial isoliert, am Ende noch nicht mal mehr das Telefon abgenommen hat, hat wohl trotz höherer Lebensspanne nicht die Lebenserfahrung, als ein deutlich jüngerer Mensch, der sich schon sehr früh für alles und jeden interessierte, durch die ganze Welt getourt ist und auch sonst wenig ausgelassen hat.

Was mein Herr Erzeuger hatte, waren deutlich mehr Vorurteile, als ich, weil er vieles einfach nicht anders kennenlernen wollte! Weil er sich verkrochen hat und jeder Neuerung mit Skepsis oder gar Ablehnung gegenüber stand. Der hat bis an sein Ende keinen Knoblauch gegessen, weil das nur (ich zitiere) "Kanaken fressen". Wir Kinder haben uns dann lustig über ihn gemacht, weil unsere p.c. Klassenlehrerin mit uns geredet hat und gesagt hat: Das heißt auf deutsch "Mensch", ihr Dödel. Und da wir alle Menschen sind, kann das schlecht ein Schimpfwort sein!

Wie auch immer, die Ärztin entlässt mich nach einem zwar schönen langem Gespräch, welches mir gut tat, mich aber zum Teil sehr zum Nachdenken brachte. Zum einen finde ich chronische Krankheiten mal so gar nicht gut, und wenn man da wenig machen kann noch weniger. Außerdem tat das mal wieder schweineweh, auch wenn ich zehnmal keine Memme bin, sondern die hessische Antwort auf Rambo, ich flicke offene Fleischwunden mal nebenbei selbst, trotzdem tat das Einrenken wieder mal mehr als ordentlich weh. Heiligsblechle!

Und dann stehe ich da, mit neuen Weisheiten. Ich sollte nämlich überprüfen, welcher Bindungstyp ich bin. Studium des Artikels (=>Bindungstheorie) in Wikipedia würde erstmal ausreichen, wenn mir das nicht genüge, solle ich mir ein Buch bei ihr ausleihen, auf jeden Fall ist sie gespannt, wie ich mich einschätze, beim nächsten davon gepurzelten Rippchen, das nicht lange auf sich wird warten lassen (harhar), reden wir mal darüber. Ich rate mal munter drauflos: Ob ich in Partnerschaften mehr zu Dominanz oder zum Gegenteil neige? Ob es in diese Richtung ginge? Neee, nee, das sei etwas anderes, ich soll mal brav lesen. Auch andere wilde Mutmaßungen blockt sie ab, sie will, dass ich mich damit beschäftige.

Ob ich Überweisung zur Krisenintervention zu meinem Psychologen will? Wegen Kater und/oder Erzeuger? Nöö, wäre ich an irgendeiner Stelle gestockt oder so gar nicht weitergekommen, hätte ich den schon längst an der Strippe gehabt. Ich weiß, wie man sich um sich selbst sorgt und habe keinen Bock, meine wertvolle Zeit darauf zu verwenden, mich gedanklich im Kreis zu drehen. Wenn ich volley ständig an die Wand laufe, suche ich mir Hilfe vom Profi, dafür hat der ja studiert.

Das findet sie gut. Ich auch. Keine Angst vor Psychologen! Kann ich auch so jedem nur raten. Wobei MEIN Psychologe ein Guter ist. Guter Mensch, guter Psychologe, guter Zuhörer und schließlich guter Helfer. Ich vertraue dem blind, muss aber auch dann und wann Sachen mit mir selbst ausmachen können, auch wenn es Ausnahmesituationen wie in den letzten Monaten sind. Thema ist durch.

Ob ich einen Lungenfunktionstest haben möchte, oder ob ich erstmal von meinem Lungenkrebs Theater geheilt wäre. Ich murmele irgendwas unverbindlich und schüttele den Kopf.

"Bis zum nächsten Rippchen!", sagt sie und schmeißt mich um sieben Uhr raus.

"Bis zum nächsten Rippchen", erwidere ich etwas matt und schleiche wieder mal von dannen.... Tolle Aussichten, macht mich schon was traurig...seufz...

Daheim dann der Artikel über Bindungstheorie. Kann ich nur jedem empfehlen. Auch wenn dort keine Hilfe zu finden ist, vielleicht kommt der/die eine oder andere mal dahinter, WOHER bestimmt Muster kommen, welcher Beziehungstyp man ist und was (Cassus Knacksus) man an die Brut weitergibt. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt.

Und nachdem ich alles durchgelesen habe, muss ich für mich feststellen:

a) Ich muss dringend mal mit meiner Mutter reden! Weil...

b) Ich war wohl ein C-Hörnchen, sprich ein unsicher-ambivalenter Bindungstyp.

Kann heuer aber klar und deutlich sagen:

c) Ich bin ein B-Hörnchen, also sicherer Bindungstyp, eventuell mit Tendenz zum Rückfall, siehe Samstag.

So ehrlich wollen wir dann doch an dieser Stelle mal sein: Ich kann nicht alles auf die verrenkten Knochen schieben, ich möchte mir gegenüber ehrlich sein und bleiben. Was natürlich nicht heißt, dass ich nun nicht DIE geniale Ausrede habe, um alles abzublocken oder kleinzureden...höhö...

Nein, Quatsch, da werde ich schon versuchen, dass so ernst wie es geht zu nehmen. Aber: Kein Lungenkrebs, keine Herzattacke. NUR wat Chronisches mit die Rippchen. Hört sich doch gut an, oder? Außerdem wird das im Alter, wenn die Muskeln, Sehnen und Bänder sich verkürzen, besser! Hah! Dann fang ich eben erst mit siebzig an, Marathons zu laufen und bis dahin habe ich eine Ausrede.....lölölöööö.......:-)

So ein Mist…..

04.08.2009 um 14:40 Uhr

Kind spinnt!

Jetzt dreh ich komplett durch. Soviel steht fest. Samstag. Der Meinige und ich gehen shoppen. Erst bei uns im beschaulichen Vorörtchen auf die Postfiliale Kohle holen, dann zur Packstation meine neuesten Frusteinkäufe beim Elektronik-Dealer meines Vertrauens abholen, in die City, Bilder für die (noch nicht vorhandenen) Reisepässe machen lassen und anschließend fünf Kilo Gummibärchen kaufen, allderweil meine Abteilung über die Homepage vom Bärentreff gerauscht ist und eine Bestellliste zusammengebaut hat.

Soweit der Plan.

Wir also zur Post getuckert. Während ich Geld holen wollte, schickte ich den Meinigen zwei Häuser weiter zum Bäcker, damit er uns eine Kleinigkeit auf die Hand holt, wir hatten nämlich nicht gefrühstückt. Er los, ich los. Geld geholt, eingesackt, raus auf die Strasse. Wo issen Riki? Die drei Meter zum Bäcker gelaufen, da wischt gerade eine junge Dame den Verkaufstresen ab, ansonsten ist der Laden leer. Dann also zurück zum Auto. Das steht malerisch mit zehn anderen Autos auf dem Parkplatz, neben der Post. Leer. Ich schaue die Strasse runter. Nichts. Kein Riki weit und breit. Und dann passiert was Komisches. Ich habe plötzlich das Gefühl, er ist für immer weg und bekomme eine Panikattacke. Laufe noch mal zum Bäcker, schaue zurück zum Auto. Und bevor ich total überschnappe, gibt es den nächsten Knall in mir drin und irgendetwas in mir brüllt: DREHST DU JETZT KOMPLETT DURCH???? Während ich weiter denke, der Mann ist weg. WEG! Für immer! Ich drehe mich im Kreis, schaue in alle (sehr gut einsehbaren) Richtungen. Nichts. Okay, jetzt brüll ich los. Gerade will ich tief Luft holen, da sagt mein Inneres wieder: Sachma? Spinnste jetzt komplett? Seid wann simmer denn blemblem, häh?

Richard kommt aus der Drogerie, die genau gegenüber der Post ist, (wie habe ich die denn verdrängt bekommen, die gibt es doch schon seid hundert Jahren?), stürmt auf mich zu und nimmt mich in den Arm. Ich habe da gestanden, mit schreckensweiten Augen, gezittert wie Espenlaub und fing gerade an zu flennen.

"Schatzerle, was ist denn mit Dir los, hm?"

"Ich dachte, Du wärst weg........ Für immer!"

"Aber, aber. Wo soll ich denn sein? Ich gehe doch nicht von Dir weg!" Mööönsch."

Wir steigen ins Auto und brummeln weiter. Hier hin, dort hin, in die City. Mittags sitzen wir bei einem Stück Kuchen und Kaffee zwischen unseren Einkäufen in der Stadt und entspannen ein wenig. Ich weiß immer noch nicht, was das morgens war und spreche den Meinigen noch mal drauf an. Der sagt sehr, sehr ernst und bestimmt:

"Das bist Du doch gar nicht!"

Und genau das brüllte auch die ganze Zeit mein Innerstes. Das bin ich nicht. Ich bekomme so schnell keine Panik und schon gar nicht, wegen so etwas absolut Absurden. Partner geht Kippen holen und verschwindet spurlos. Jajaaa.

Aber das Gefühl war da und wollte mich den ganzen Tag nicht mehr richtig verlassen. Das große Medizin Handbuch sagt dazu:

Panik: Jupp, dass ist genau das, was Du da heute abgezogen hast! Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel, Herzrasen, dass komplette Programm.

So, prima und wo kommts her? Posttraumatische Belastungsstörung, blödsinnige Ängste vor irgendwas, Burnout, oder generelle Panikstörung, dass sind dann wieder die, die komische Ängste haben, zum Beispiel vor dem 17. Herbst oder Rauhfasertapeten.

Wobei ich jede Phobie wirklich ernst nehme, diese Menschen sind krank und beschneiden sich etliche Freiräume im Leben, das tut mir leid und ich bin froh, davor verschont zu bleiben.

Bleibt noch Burnout oder die posttraumatische Belastungsstörung. Wikipedia sagt dazu:

Die Posttraumatische Belastungsstörung (Abk.: PTBS; engl.: Post-traumatic Stress Disorder, Abk.: PTSD) entsteht „als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde".

Jetzt haben wir es amtlich: Ich schnapp über. Obwohl es heute ja schon wieder vorbei ist. War am Samstag schon ziemlich schnell gegessen. Zumal ich mich selbst ständig hinterfragt habe, ob ich noch alle Latten am Zaun habe, dass der Meinige bei uns in Hintertupfigen so mir nix dir nix verschwindet....oweiha....

Also, wo kommts her? Immer noch Verlustängste, nehme ich an. Wegen dem Erzeuger, wegen dem Kater oder wegen beidem? Psychologen anrufen? Ja oder nein? Runterschreiben, was da los war? Das gäbe sowieso nur eine rein sachliche Beschreibung der Abläufe. Oder nicht?

Ich probiere es mal, bevor ich wirklich in unserem Vorörtchen schreiend durch die Gassen laufe....

Pelle: Nicht gaga. Nur irgendwie bisl neben der Kapp! Komisch.....