Königin der S@L@THERZEN

24.12.2010 um 15:43 Uhr

Emil, die Weihnachtssau

 

Es sind dieser Tage die schwersten, die wir gehen. Während wieder leise Schnee fällt, nimmt uns ebenso unaufhaltsam der Krebs die Mutter. Bewusst und wissentlich, begehen wir unser letztes Weihnachtsfest mit ihr. Sie hat höchstens noch ein paar Wochen...

Und so stehe ich in den Supermärkten -um unserer Aufgabe fürs Fest gerecht zu werden- und weine beim Tee, weil dort die wenigsten Menschen sind. Weine darum, dass wir ihr doch nichts mehr schenken müssen, das letzte Hemd hat doch keine Taschen. Wir haben den Supermarkt schon verlassen, da weine ich so bitterlich, um meine Mutter, dass wir umkehren und ein schönes riesiges Geschenk für sie kaufen.

Heute morgen ziehen wir noch einmal los, um etwas für liebe Freunde zu besorgen. Es ist der Heilige Abend und nichts weihnachtliches regt sich in uns. Die drei großen Kisten Weihnachtsdeko, mit welcher der Meinige immer so schön geschmückt hat, bleiben unangetastet. Eine Stunde ohne Tränen, sind die größten Geschenke, die wir uns machen können.

In einem riesigen Einkaufsmarkt, drängen die Menschen um die Wursttheken und sehen genauso blutleer und tot aus, wie der Inhalt derselbigen. Wir wissen nicht, wohin mit uns, haben auf nichts Lust. An jeder Säule sind Spiegel und betrachte ich mich, sehe ich ein hilfloses Elend, mit verquollenen Augen und weine wieder.

Beim Spielzeug, überlegen wir, unsere lieben Freunden Playmobil Cowboys zu schenken, sie sind alle im Linedance Verein und vernarrt in diese Western Sachen. Dort sitzt dann aber Emil. Emil, der singt, wenn man ihn drückt. Wir lächeln uns an. Genau der.

An der Kasse sitzt eine bildhübsche junge Moslemin, die den Herrn vor uns abkassiert. Sein Einkauf, zeigt, das er Weihnachten alleine verbringen wird. Ich setze Emil aufs Band und drücke ihm die Pfote und während er nach vorne fährt, fängt die Kassiererin an zu lächeln, der Herr vor uns hält inne und langsam drehen sich alle in der Nähe um und während Emil singt, fangen alle an zu lächeln und zu lachen und quietschen vor Freude um die Wette.

„Ich möchte auch so einen!“, sage ich zum Meinigen. „Dann lauf“, sagt er, „ ich schaue noch nach einer hübschen Karte, da vorne! Geh aber wieder an die selbe Kasse!“, lacht er. 

Also sause ich noch mal zu den Spielwaren und entscheide mich für den Elefanten, der mit den Ohren wackeln kann. Auch ihn setze ich aufs Band und drücke ihn an. Während das Lied ganz bis zum Ende spielt, hält die Zeit an. Die Menschen lächeln ihn an und  lächeln mich an. Ich merke, wie ich zurück lache und in meinem Herzen geht eine Tür auf.

Es ist Weihnacht......

Ihr Lieben, nachdem ich bis vor kurzem, meinen Tankwart geduzt habe, diesen aber umzugshalber zurücklassen musste, duze ich seit kurzem, meinen Paketboten. Dieser stand nun zum wiederholten Male in den letzten Tagen hier und hat Pakete gebracht, die größtenteils von Blogianern kamen.

„Schau mal“, sagte der Paketbote, als er heute mit einem riesigen Arm Pakerl vor mir stand, „noch mehr!“

Und irgendwie hat der sich so gefreut, weil ich so lachen musste, dass ich ihn am liebsten in den Arm genommen hätte. Ich glaube, er hat sich so gefreut, weil ich mich so gefreut habe.

Meinen liebsten und ersten Dank an die Superschalker. Wir hätten in diesem Jahr nicht mit einem Paket von Euch gerechnet, es sieht aber tatsächlich so aus, als würde dies eine schöne Tradition. Ich habe mich SO SEHR über das Glas gefreut!!!!! Es hat einen Ehrenplatz, mittig in der Vitrine bekommen und alle müssen es bestaunen! Auch Dank, für die anderen liebevollen Sachen, nur: Was waren das denn für weiße Schnüre? Die haben nach nichts geschmeckt und waren furchtbar zäh. ;-)

Den anderen Schreibern und  Päckchenpakern auch lieben Dank, ich weiß nicht, ob ich Euch namentlich outen darf, wenn ja, hole ich das nach. Ich habe aber jetzt auf jeden Fall, tolle Sachen zum essen und trinken *hicks, was zum lesen und so vieles mehr und heute Abend eine Torte um den Hals. *lächel*

Den Blogianern wünsche ich ruhige Festtage, Gesundheit, weihnachtliche Gefühle und natürlich fette Beute. Futtert Euch knubbelich, hebt die Gläser, feiert, wie es Euch gefällt und stellt dem Weihnachtsmann Plätzchen und Milch hin, sonst gibts nix!

Alles Liebe und Gute wünscht

die Pelegrina!

Und jetzt sing, Emil, sing!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDelanji schreibt am 24.12.2010 um 15:59 Uhr:Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll.
    Aber ich denk an dich. Wirklich. Ich schick dir die Kraft, die ich dieses Jahr Weihnachten spare :)
    Liebe Grüße
    Marlén
  2. zitierenPelegrina schreibt am 24.12.2010 um 16:01 Uhr:Dank Dir, Liebes. Für alles. *umärmel*
  3. zitierenDelanji schreibt am 24.12.2010 um 16:19 Uhr:*zurückumärmel*
    und lass es dir schmecken ^^
  4. zitierenHedera schreibt am 24.12.2010 um 17:37 Uhr:Och, das Schweinchen hat mir auch ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert! Ich denk an euch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ganz dolle, und wünsche euch wirklich von Herzen schöne Tage in der Familie und Momente ohne Gedanken an das, was kommt!!! Ganz dicke Umärmelung!!!
  5. zitierenbuchzeiger schreibt am 24.12.2010 um 23:02 Uhr:Alles Liebe von Buchzeiger !
  6. zitierenWari schreibt am 25.12.2010 um 07:11 Uhr:Liebe Oele,

    mit dem Wissen, dass es das letzte Weihnachtfest sein wird, ist es sicher kein Weihnachtsfest, wie man es sich wünscht. Aber die Liebe bleibt, tief im Herzen und das ist das Wichtigste, auch wenn uns das im entscheidenden Moment nicht trösten kann.
    Ich bin in Gedanken bei euch (auch wenn wir uns nicht persönlich kennen . schade eigentlich!), halte meine Hand über euch alle, leuchte euch euren Weg.
    Ich wünsche euch allen trotz des Schmerzes, der euch begleitet, eine besinnliche Zeit und die Kraft dies alles durch viel, viel gegenseitige Liebe zu tragen!
    (((@)))

    Wari
  7. zitierenWari schreibt am 25.12.2010 um 07:12 Uhr:Toll, wenn´s drauf ankommt, dann auch noch nen Tippfehler (nur weil ich ganz schnell ganz besonders tolle Worte finden wollte! Ich tausche also das O gegen ein P!!!)
  8. zitierenchouchou schreibt am 25.12.2010 um 09:00 Uhr:Das Schweinchen ist sooooooo süß! Ich kann mir richtig bildlich vorstellen, wie die Leute angefangen haben zu lächeln. :-)
    Ich wünsche dir ein paar ruhige und besinnliche Tage im Kreis deiner Familie und das du für ein paar Momente den Kummer vergessen kannst.
    Ich schicke dir auch ein bißchen Kraft und drücke dich von ganzem Herzen.
  9. zitierenSuperschalker schreibt am 25.12.2010 um 10:50 Uhr:Genießt die letzten Tage zusammen... und versucht, viel zu reden. Über alles.

    ...

    Das Päckchen-Zusammenstellen hat uns abgelenkt und Spaß gemacht.
    *g*
    Ja, das Glas sollte erst in den Glascontainer, aber das wäre zu schade gewesen. Anfang der 80er (?) war da mal Senf drin.
    Es gab auch mal ein Glas von Schalke. Das wurde oft von mir als Kind genutzt. Irgendwann hatte ich es mal gesucht und meine Mutter hatte mir gestanden, dass sie es beim Spülen kaputt gemacht hatte. :-(

    Gebrauchsanleitung für die weißen Schnüre war doch dabei. *g*
    Mögen Deine Vierbeiner die nicht???

    Vorab aber auch nochmals DANKE für Euer Päckchen - da blog' ich gleich nochmal was zu.

    ...
    Der Emil ist ja genial.
    Aber das ist kein Weihnachtslied, oder?! Kenne ich zumindest nicht.

    Dann mal noch weiterhin besinnliche Weihnachten!
  10. zitierenNeosWelt schreibt am 25.12.2010 um 11:24 Uhr:emil ist lässig! :)

    fühl dich umarmt und versuche deinen schmerz und deine traurigkeit in liebe und nähe umzuwandeln! mir laufen hier die tränen und wünsche euch trotzallem schöne tage!
  11. zitierenaloneone schreibt am 26.12.2010 um 12:05 Uhr:Da gibt es keine Worte zum Trost... :-(

    Ich habe vor 17 Jahren meinen Papa kurz VOR Weihnachten verloren, auch er ist an Krebs gestorben. Und ich weiß nicht, was mir lieber gewesen wäre - noch einmal bewusst gemeinsam feiern können, oder das davor liegende letzte gemeinsame Weihnachtsfest, als wir noch von nichts wussten, unbeschwert zu genießen. Beides ist irgendwie Sch... :-(

    Er fehlt uns bis heute, und ich fühle mit dir.

    Bleib stark die letzten Tage und verbringt sie gemeinsam in Liebe.

    A.
  12. zitierenJOblogt schreibt am 26.12.2010 um 16:02 Uhr:*dich einfach mal umärmelt.
  13. zitierenPelegrina schreibt am 29.12.2010 um 12:52 Uhr:Ich danke Euch allen, für Eure Worte. Sie tun verdammt gut.

    Danke.
  14. zitierenRosa26Maus schreibt am 29.12.2010 um 13:08 Uhr:Deine Worte machen traurig... Aber immerhin könnt Ihr diese letzte gemeinsame Zeit bewusst erleben. Das ist zwar bestimmt kein schönes Gefühl, aber wenn man sich sehr überraschend von einem geliebten Menschen trennen muss, dann wünscht man sich immer, man hätte es vorher gewusst und die gemeinsame Zeit mehr genossen.
    Ich wünsche Euch ganz viel Kraft! *umärmel*
  15. zitierenYaimm schreibt am 30.12.2010 um 10:09 Uhr:Emil ist toll :))
    Was alles andere betrifft, weisst Du, was ich sagen möchte und nicht kann...
    Ich drücke Dich!
  16. zitierenFool schreibt am 31.12.2010 um 16:18 Uhr:von mir auch alles nur erdenkliche....Kraft und....ja und was noch? Vielleicht ein kleines Stück Frieden,wenngleich das ein komisches Wort ist.
    Ich denke du weißt,wie es gemeint ist
    *drückdich*
  17. zitierenPelegrina schreibt am 03.01.2011 um 14:51 Uhr:Danke für eure Worte. Ich weiß, was ihr meint.
  18. zitierenaenne schreibt am 04.01.2011 um 17:49 Uhr:Hallo Pelegrina,
    du schreibst schön und es berührt mich, was du schreibst.
    Herzlichst Aenne.
  19. zitierenPelegrina schreibt am 04.01.2011 um 19:11 Uhr:Danke Aenne. Obwohl gerade dieser Eintrag zu geschmerzt hat, aber das musste irgendwie raus. :-(
  20. zitierenaenne schreibt am 04.01.2011 um 20:04 Uhr:Ja, gerade deshalb hat er mich so berührt.
    Über schmerzliche Gefühle reden/schreiben fällt schwer, und um so wohltuender, wenn wir es können.
  21. zitierenPelegrina schreibt am 04.01.2011 um 20:23 Uhr:Danke. Ja, Du hast Recht.

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