Königin der S@L@THERZEN

07.10.2010 um 11:42 Uhr

Heul ned! Kämpf!

von: Pelegrina   Kategorie: Doktor Haus

(Shorty ganz unne!)

Ähm, genau. Eigentlich hieß es auf dem Schlüsselanhänger eines Freundes: „Klagt nicht, kämpft!“ Ich habe es aber ins Hessische übersetzt. Kategorie Haus und der Umstand, dass alles wieder mal anders kommt, als man denkt. Vielleicht sollte ich das nicht notieren, um Frau Kurz nicht grob zu verunsichern. Aber: Es kütt, wie es kütt. Hoffen wir mal, das an anderer Stelle, nicht so ein Chaos ist.

Wir dachten, wir gehen da hinein, streichen oben Schlaf- und Arbeitszimmer und die Bibliothek und ziehen ein.

An dieser Stelle bitte den Meinigen und mich vorstellen, wie wir uns kreischend vor Lachen auf dem Boden wälzen. Dieser ist zwei Zentimeter hoch mit Bauschutt voll. In der Luft hängt Schleifstaub. Wahlweise kann man auch Hysterie oder Irrsinn einstreuen, funktioniert alles.

Aus drei Räumen malern wurde:

Überall die Tapete runter.
Zum Teil neue Dosen setzen, weil die blanken Drähte aus der Wand schauten.
Also Schlitze kloppen, Strippe ziehen, Dosen setzen, verputzen, nachglätten, tapezieren, streichen.

Dumm nur, wenn es nicht nur die Wände betrifft, sondern uns in Schlaf- und Wohnzimmer die komplette erste Schicht Decke entgegenkam. Diagnose: Kalkputz. Heilende Maßnahmen: Abwaschen oder Abschleifen. Im Schlafzimmer standen 8 Leute und haben an die Decke gestarrt. Den Meinigen traf es im Schlafzimmer, mich im Wohnzimmer: Abschleifen. Himmel, was eine Sauerei, den Staub, finde ich in drei Jahren noch.

Jeder Raum wächst also so peu á peu vor sich hin. Ist die Decke fix und fertig, können die Wände gemacht werden. Jeweils einen Tag Pause, pro Raum, weil Decke trocknen muss, Tapete trocknen muss, Farbe trocknen muss.

Dazwischen Arbeiten, die die Welt nicht braucht. Da einen Fliesenspiegel runterholen. Was kein Problem, dank des neuen Bohrhammers ist, den ich vom Meinigen zum Geburtstag bekommen habe. Was mir mittlerweile in Woche Fünf, auf den Frack geht, ist der Dreck, den wir nicht aus der Bude bekommen. Heute Abend schlurfe ich wieder mit der Schleifmaschine durchs Haus, weil dieser Spezi von Vorbesitzer, so schlimm Gips an die Wände gehauen hat, dass alles krumm und schief ist. Mit dem Spachtel abkratzen und anschließend glätten und kiloweise Gipsstaub wegkehren. Und garantiert hat auch er höchstpersönlich die Bäder silikonisiert, so eine Schweinerei habe ich selten gesehen. Noch ein tollerer Job, Silikon aus den Fugen kratzen. Margs.

Vor ein paar Tagen, standen wir bei dem tollen Wetter abends im Hof und haben mit fleißigen Helferlein eine geraucht und Bier getrunken, da sagte der Meinige: "Schatz, ich glaube, so langsam sehen wir Licht am Ende des Tunnels!"

Meine Antwort: "Das ist wahrscheinlich der D-Zug, der uns entgegen kommt."

Es tobt also weiterhin das Chaos. Und mittendrin toben Üfftelstützer und Freunde, die hier richten und dort malern, Laminat verlegen und tapezieren, defekte Schlösser austauschen und schiefe Türen wieder gerade machen. Türen, die vorher orange (???) waren, werden wieder weiß, Fenster, die nicht schlossen, sind mittlerweile zu. Im Kühlschrank lagern vier Kisten Bier, allerderweil die umgedrehten Bierkisten als Hilfstritte benutzt werden. Ich kaufe ja jetzt keine vier neuen Leitern. Was wir aber kaufen, sind Spachtel (Vier auf Lager, acht neue), Schraubenzieher (Zwanzig auf Lager, zwanzig neue) und wir hätten am besten noch einen Satz neue Hammer gekauft, denn scheinbar reichen drei vorhandene nicht aus, warum auch immer. Alles, wirklich alles, zum Verputzen habe ich mittlerweile auch. Nix da Löcher verschmieren, da arbeite ich mittlerweile großflächiger und Verputzen hat so was Meditatives….
Der größte Spaß an vier Stockwerken (Inklusive Keller und ausgebauten Speicher) ist die Werkzeugsuche. Da bekommt alles Füßchen und macht kleine Pilgerungen durchs Haus. Die am meisten genannten Satzanfänge:

Hast Du mal eben schnell....
(Einen Hammer, einen Spachtel, einen Schraubendreher, den Akkuschrauber, ein Händchen voller 35 Schrauben und Kracher: Die Dosen Ballistol, die man theoretisch über das komplette Haus kippen könnte)

Antwort:
Habe ich zuletzt gesehen.....
(in der Speisekammer, im Heizungsraum, in der Waschküche, im Schlafzimmer, in der Bibliothek, in der Werkstatt und so weiter und so fort... Geht aber immer schief, denn egal, wo man was fallen lässt, irgendjemand kann es gebrauchen und schleppt es weg)

Warum das so ist, ist schnell erklärt und eigentlich die schönste Sache, die es überhaupt gibt: Wir haben bis zu fünfzehn (!!!!) Helfer am Tag im Haus. Nicht so schön ist zwar, das alle Arbeit finden*, aber ein jeder trägt Werkzeug spazieren. Da es bislang noch keinen Streit deswegen gab, operieren wir einfach so weiter und schleppen einmal in der Woche, alles an Werkzeug auf einen Haufen, sortieren, sammeln, füllen unsere Werkzeugkisten neu und -schawupps- verteilt es sich im Laufe der Woche neu.
  
*Warum alle Arbeit finden, in chronologischer Reihenfolge

Woche Eins:
Das junge Glück ist begeistert, so ein schmuckes schönes altes Haus, nix, wie rein da. Och, menno, da ist ja dies und jenes kaputt, müssen wir es eben reparieren. So was Blödes aber auch! *grummel*

Woche Zwei:
Noch hält die Begeisterung an, es ist aber sehr viel mehr defekt, als wir ahnten. Die erste Euphorie lässt nach, die Arbeitsklamotten werden schmuddeliger, wir haben die ersten Schrammen und essen nicht mehr ordentlich an Tisch mit Stuhl.

Woche Drei:
Was funktioniert, wird vorerst nicht ersetzt!!!!! (Soweit der Plan, aber alles was noch einigermaßen funktionierte, machte mein Vater kaputt. Glaubt man nicht, ist aber so.) Was nicht mehr zu retten ist, wird erneuert. Also fast alles. Wir laufen rum, wie die Penner und frühstücken bei MacDoof.

Woche Vier:
Die Kommunikation sinkt auf ein Minimum:
"Des is im Arsch!"
*auf Teil zeig*

"Mach neu."
*schulterzuck*

Fingernägel, was ist das? Ausschlafen? Nie gehört. Die Arbeitsklamotten werden nicht mehr ausgezogen, lohnt sich nicht mehr. Die Ernährung wird komplett auf Kaffee, Kippen und ein Feierabend Bier umgestellt. Feierabend ist nachts um 01:00. Dann in die alte Wohnung, Kisten packen.

Woche Fünf:
Wir haben Verzug. Eine komplette Woche. Unsere Firmen rufen uns wieder zur Arbeit. Die größten Feuer austreten, zurück zur Baustelle, wo schon die Hälfte der alten Wohnung ist und das Leben sich in zwei Welten teilt. Im Garten macht sich ein furchtbarer Pilzbefall breit. Die Waschmaschine ist aber schon da, nur das Waschpulver wohnt noch in Wiesbaden. Wo sind eigentlich meine Jeans? Oder Socken? Nur gut, dass schon 18 verschiedene Sorten Balsamico Essig da sind. Die Mütter kommen zum putzen, haben aber unterschiedliche Verständnisse von der Höhe des Wasserpegels auf dem Holzfußboden im Esszimmer, die Küche hat immer noch keinen Boden, ja und?

Morgen heiratet mein Bruder. Am Sonntagabend sind wir final im Haus. Alles wird gut. Irgendwann. Hoffentlich......

Shorty:

-Wir haben nicht ein wenig rumtapeziert, wir haben teilsaniert. Ärgerlich, zeitraubend, wird aber. Und zwar richtig schön. So! :o)

-Wir haben eine Woche Verzug und „leben“ an zwei Stellen.

-Auf einer Baustelle, lernt Werkzeug das Laufen. Mystisch, aber wahr.

-Nach Schleifarbeiten, kann man ein und den gleichen Raum 18 mal verschmieren putzen. Es sieht genauso aus, wie vorher!

-Wir schaffen es tatsächlich nicht zur Schweizer Hochzeit, was nicht schlecht sein muss, mein Bruder ist seit Wochen froh, wenn er auf der Arbeit ist und nicht daheim….kein Kommentar…..

-Sonntag Abend sind wir Haus!!!!! Hat irgendjemand hier Unitymedia?







Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJOblogt schreibt am 07.10.2010 um 12:46 Uhr:unitymedia hab ich gerade gekündigt, deren kundenservice war unter aller sau.
    ich bin zurück zur telekom auch beim tv und sehr zufrieden.
  2. zitierenPelegrina schreibt am 07.10.2010 um 12:59 Uhr:Danke, JO. Das überlegen wir auch gerade. Alles von Unity oder alles von den Telekomikern....hm.... Anrud bei denen mit U vom Handy aus: 42 Cent die Minute. Das nenne ich mal Serviceorientiert....
  3. zitierenClack schreibt am 08.10.2010 um 12:45 Uhr:Zuerst mal Gratullation zum eigenen Bohrhammer ;o) - So ein Teil ist unverzichtbar beim "Ausmalen"...
    Wirst sehen, danach beim Wohnen ist bald der Stress vergessen und der Genuss kehrt ein :)
    Toll übrigens dass Ihr so viele Helfer habt, da kann man bissel Werkzeugschwund dann schon verschmerzen ....


    Good Luck für den Endspurt ( Nach 2 Totalrenovationen kann ich dir bissel nachfühlen)
  4. zitierenPelegrina schreibt am 08.10.2010 um 12:56 Uhr:Darf man als Dame sagen: Ich liebe meinen Bohrhammer? Hm... :o)

    Wir sind ja nach Üfftelstütz gezogen, weil dort unsere Vereine und die meisten Freunde sind (oder im Kaff nebendran). Das die aber ALLE antanzen und helfen, hätten wir nie gedacht. Solange Bauphase ist, sollte ich die Terassentür, durch eine Drehtür ersetzen. :o) Das ist echt der Wahnsinn mit denen. (Und die Helferparty wird uns somit in den endgültigen Ruin treiben! *lach*)

    Wohnen ohne Stress, mit Genuß?????? Was ist das???? *lach* Danke für die Wünsche zum Endspurt, so langsam kann ich es gebrauchen. :o)
  5. zitierenRosa26Maus schreibt am 08.10.2010 um 14:00 Uhr:Oje, da hättet Ihr wohl auch gleich neu bauen können... Also, mehr Arbeit hatten wir damals auch nicht ;-)

    Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen, dass im Endspurt alles glatt läuft. Oder wenigstens größtenteils... Aber umso schöner wird es dann, wenn alles fertig ist! Kannste glauben!
  6. zitierenPelegrina schreibt am 08.10.2010 um 14:10 Uhr:Das mit dem neubauen visieren wir an. Wahrscheinlich sind wir aber derzeit nur ein wenig genervt. :o)
  7. zitierenDelanji schreibt am 08.10.2010 um 16:29 Uhr:hab ich dir eigentlich schonmal gesagt dass ich deinen Stil liebe? *grins* du hast mich heut das erste mal am Tag zum Lachen gebracht *flausch*
    Ich wünsch euch viel viel Erfolg und dass ihr bald zur Ruhe kommt.

    Mit unity media hab ich keine Erfahrung, aber über Kabel Deutschland freu ich mir grad n Ast ^^
  8. zitierenchouchou schreibt am 08.10.2010 um 18:22 Uhr:Ach, Pele......wie langweilig wäre es, wenn bei dir alles Glatt laufen würde. *grins*...du mußt ja auch an deine Leser denken. ;)
    Ich drücke dir dennoch ganz feste die Däumchen, das der rest nun ohne Komplikationen verläuft und du bald nicht nur 18 Flaschen Balsamico im Haus hast, sondern auch mindestens 18 Paar Socken und das Waschpulver. ;)
  9. zitierenRabenmutter schreibt am 08.10.2010 um 20:19 Uhr:Nicht dass irh noch Balsamico mit Ballistol verwechselt ;-)
    (Was macht ihr mit dem Öl???? Hab zwar dan Link angesehen aber... ich klassisch Frau ... versteh nur BAHNHOF)
    Also ich wünsche auch einen guten Endspurt.. bei so vielen helfern... toll! Ich hab heir seit nem Jahr nen Spiegelschrank anzuhängen aber mag keinem mehr hinterher laufen :-(
  10. zitierenlillestory schreibt am 08.10.2010 um 20:55 Uhr:geliebtes pelelein..wo befindet sich eigentlich euer (kuschel)-hähnchen?
  11. zitierenSuperschalker schreibt am 10.10.2010 um 09:43 Uhr:Wird das alles eigentlich von RTL 2 gefilmt?? ;-)

    Ich drück' die Däumchen, dass das Häuschen bald fertig ist.
    Dann kommen wir auch mal gucken... *g*
  12. zitierenNeosWelt schreibt am 10.10.2010 um 16:43 Uhr:ui, heute ist umzugstag? ... dann steigt bestimmt nachher noch die einweihungsparty *duckundwech* ;-)

    irgendwann wird alles wieder gut!!! durchhalten - durchhalten - durchhalten !!!!!!!!!
  13. zitierenRabenmutter schreibt am 10.10.2010 um 21:29 Uhr:Herzlichen Glückwunsch zum neuen Heim!
    (Heut war doch Umzugstag, oder?)

    Anmerkung zur Überschrift:
    Wir würden sagen "Fähns ni! Gemf!"
  14. zitierenClarice schreibt am 11.10.2010 um 14:16 Uhr:ich hoffe der einzug hat final geklappt. klingt wirklich wahnsinnig anstrengend das ganze. liebe grüße und ich hoffe, ihr könnt euer haus dann richtig genießen!
  15. zitierenHedera schreibt am 11.10.2010 um 15:35 Uhr:hach, isset soweit? wAS SAGEN DIE MIEZEN? wer hat hier eigentlich die tasten vertauscht? örgsssssssssssssss.ich könnte nicht helfen - immer noch hand...............ufffzzzz. congrats zum einzuch!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  16. zitierenJOblogt schreibt am 12.10.2010 um 10:08 Uhr:na dann herzlichen glückwunsch zum hoffentlich gelungenen umzug!
    fühlt euch wohl in der neuen heimstätte.
  17. zitierenRosa26Maus schreibt am 12.10.2010 um 10:18 Uhr:Und? Wie war's???? Steht das Haus noch, lebt ihr noch, leben die Miezen noch oder sind sie überhaupt noch auffindbar? Habt ihr noch Freunde?
  18. zitierenJOblogt schreibt am 12.10.2010 um 10:30 Uhr:...fragen nichts als fragen warten auf eine antwort.
  19. zitierenchouchou schreibt am 12.10.2010 um 12:27 Uhr:und?? *mit den Fingern trommel*
    Alles geschafft? Alles fertig? Wie ist es gelaufen?
  20. zitierenlillestory schreibt am 12.10.2010 um 13:13 Uhr:pele??????
    ich steh hier mit mehl und salz
  21. zitierenJOblogt schreibt am 12.10.2010 um 13:31 Uhr:lille du solltest backen ;)
  22. zitierenPelegrina schreibt am 13.10.2010 um 14:56 Uhr:Ich bin wieder hier.....*sing*....in meinem Revier....*träller* :o)))

    Okay, dat waret. Umzuch vorbei. Wir k.o. Katzen findens toll. Wir finden nie mehr wieder was. Eintrag zum Umzuch kommt. Ächz...
  23. zitierenDelanji schreibt am 13.10.2010 um 19:47 Uhr:Glückwunsch Pele ^^
  24. zitierenFool schreibt am 20.10.2010 um 13:46 Uhr:Klagt nicht, kämpft!“ Ich habe es aber ins Hessische übersetzt

    heißt das auf hessisch nicht : "jammä nät,mach was" ? oder "schdäl disch nät so oh ....."oder ganz einfach " här uff ze flenne"
    *:o)))))*
  25. zitierenPelegrina schreibt am 20.10.2010 um 14:18 Uhr:*lach* Wo Du recht hast. Fällt aber auch öfter: Babbel ned, mach! *weglach* :o)))
  26. zitierenNeosWelt schreibt am 20.10.2010 um 19:36 Uhr:auf platt
    "nich snakn - kopp in nackn" ...
    ach nee, dat war was anderes *auchweglach*
    ;-)
  27. zitierenPelegrina schreibt am 21.10.2010 um 15:13 Uhr:Neo, das kam dann immer abends, nach getaner Arbeit. :o)))

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