Königin der S@L@THERZEN

17.03.2010 um 13:32 Uhr

86 Tage und ein ausgeglichener Klassenprimus

So jetzt habe ich es schriftlich: Ich bin ausgeglichen. Aha. Außerdem bin ich Klassenprimus. Und höflich und zuvorkommend bin ich auch. Soso. Außerdem fachlich kompetent, hilfsbereit und wat weiß ich nicht noch alles. Höhö...
Ich musste zur jährlichen Mitarbeiterbeurteilung bei meinem obersten Boss antanzen. Alle Jahre wieder. Und der hat mir das jetzt schriftlich attestiert. Schön. Macht mich stolz. Vor allem, weil er mir in Sachen Vertretungswesen ein Magna cum Laude reingesemmelt hat. Hat meines Wissens sonst kein anderer hier eingesackt. Okay, wir arbeiten uns also aufs Summa cum Laude vor, legen uns entspannt zurück und sind ein Ründchen stolz auf uns. Und bilden uns -gottweißwas- darauf ein.  Hach!

Wochenende:

Freitag:
Mit großem schönem Autochen rumdüsen. Hose finden, Hose anziehen, Hose passt. Hose kaufen. Strike! Ich hasse Hosen kaufen! Weddingplaner ruft an. Noch mal Termine am kommenden Samstag abchecken. Schwierig, da Brautmodenausstatter auch Termin verlangt. Es ist 18:55 Uhr. Öffnungszeiten Brautmodenausstatter: Bis 19:00 Uhr. Och, ruf ich trotzdem mal an. Und dann beginnt der Größenwahn. Sie haben genau das Kleid da! In genau meiner Größe! In genau der Farbe! Sie öffnen den Laden eine halbe Stunde eher, damit ICH genau den Fummel anprobieren kann. Strike!

Samstag:
Mit großem schönem Auto zum großen schönen Brautmodenausstatter. Und da kommt er schon, der erste schöne große Kardinalsfehler: Die stopfen mich in einen Reifrock. GEHT Ü-BER-HAUPT-NICHT! No Go! Örgs. Ich könne sonst mit den Massen an Stoff nicht gescheit laufen. Machen wir es kurz: Das Kleid gefiel mir nicht. Der Reifrock gefiel mir nicht. Die zwei Meter lange Schleppe gefiel mir nicht. Nein, ich lasse sowas nicht abschneiden, wieso kaufe ich mir so ein schweineteures Kleid, wenn ich es anschließend zerlegen lasse? Nix da.


Kleid Nummer zwei gefiel mir auch nicht. Kleid Nummer drei sieht schon auf dem Bügel nach nix aus. Ich solls trotzdem anziehen. Gnarf. Naja, okay. Das noch, dann aber nichts wie raus hier, denn mittlerweile tummeln sich zehn - zwölf Beraterinnen und der Laden wird von Bräuten erstürmt. Gruselig. Hinein ins Kleid und raus aus der (sensationell riesigen) Umkleidekabine. Und allen fällt die Klappe. Ich drehe mich Richtung Spiegel um und mir fällt ebenfalls die Klappe. Boah, ist das schön! Ich sehe aus, wie eine Fee. Wie ein wahr gewordener Traum. Für einen kleinen Augenblick bleibt in dem hektischen Hühnerstall die Zeit stehen. Großartig. Okay, was kostet? Hm, verkraftbar. Wann ich heiraten würde? In drei Monaten. Und ALLE werden hysterisch. Das sei viel zu spät! Woher ich erst JETZT kommen würde? Die würden alle nach Auftrag geschneidert! Da würde die ZEIT garnicht mehr ausreichen! Und so weiter und so fort. Anruf beim Hersteller: Lieferbar am 14.06.10. Tza, dann halt nicht. Es ginge aber auch Expresslieferung! Lieferbar eine Woche vor der Hochzeit. Aufpreis: Unverschämt. Und da es sowieso mittlerweile in dem Laden zugeht, wie bei Pauli in der Kurve, machen wir uns erstmal ganz, ganz schnell davon. So ein Hektikkram bekommt mir nicht. Annermal.

Ab durch die Mitte zur Frau G. (Jene Dame, die deutsche Topfmodells laufen lässt). Dort die Meisterin herself, nebst entzückender in der Nase popelnder* Tochter kennengelernt UND Frau Schmitt. Die einzigartige, formidable, mit Zuckerguss überträufelte Frau Schmitt, die Atelierleiterin.
Jede Frau sollte eine Frau Schmitt haben. Frau Schmitt richtet, zuppelt, macht Vorschläge, hält Stoff an und wird nach fünf Minuten von mir gefragt, ob sie bei mir einziehen möchte. Ich hab mich definitiv verliebt. Frau Schmitt ist toll, toll, toll und nochmal toll. Sie möchte der Braut, die sich bald traut ein Hochzeits-Outfit auf den Leib schneidern. Ein von Frau G. designtes Hochzeitskleid. Und was hatte die Kleider da und Stoffe und diese Schnitte! Und Frau Schmitt!!!!! Kurz: Wir können uns nur schlecht lösen, machen einen Folge-Termin aus und sind auch schon wieder unterwegs. Frau G. war übrigens auch ganz, ganz toll. Nachdem ich mal aus meiner Ehrfurchtsstarre erwacht bin, konnte ich auch ganz normale deutsche Sätze von mir geben. Tolle Frau! Tolles Kind. Tolle Kleider. Alles toll. Wir müssen aber weiter.

Bezeichnend: Jedesmal, wenn ich Hochzeitskleider schauen gehe, komme ich an einem Fußballstadion vorbei, wo gerade ein Spiel läuft. Das letzte Mal war es Offenbach und ich habe ganz laut aus dem Fenster HALLLOOOOOO JOOOOOOOO! gebrüllt, habe aber bis heute den Verdacht, er hat mich nicht gehört und dieses Mal war es Mainz 05. Da kenne ich (gottseidank) niemanden, da wurde nicht gebrüllt.

Nächster Termin: Boutique, die einer weiteren Freundin meiner formidablen Weddingplanerin gehört. Schicke Frühjahrs- und Sommermode, aber noch nicht mal ansatzweise etwas, was ich selbst nur als Gast auf meiner Hochzeit tragen könnte. Damit an einem lauschigen Sommerabend unten am Rhein noch einen Wein trinken, ja. Damit als Braut? Ohgott, ohgott, ohgott! Okay, ein lässiges Sommerkleidchen war dabei. Aber doch bitte nicht in beige-braun, da sehe ich aus, wie meine eigene Omma.

Mittagessen beim Japaner und weiter durch die Boutiquen dieser Welt. Bei dieser Dame
verliebe ich mich kurzfristig in ein rein weißes Kleid, was auf dem Bügel einfach großartig aussieht, aber angezogen nicht mehr diiiiiie Wucht ist und so geht das dann den ganzen Tag weiter. Auf dem Bügel plöth, angezogen toll und umgekehrt. Ächz, anstrengend.
Aber was es an Etuikleidern in dieser Saison gibt! Ich wäre mit dreißig von den Dingern heimgekommen, wenn ich nicht zufällig die Braut wäre. Wir stehen also immer noch unverrichteter Dinge in einer Boutique doof rum, als uns der Inhaber anspricht. Nachdem er sich meine Brautkleidwünsche angehört hat, bietet er mir eine tolle Designerin (Namen sag ich nich) an, die auch das Brautkleid seiner Frau geschneidert hat -die mittlerweile zu uns gestoßen ist- und macht mich damit wirklich sehr happy. Aber auch durcheinander, denn mittlerweile habe ich dermaßen viel gesehen und angehabt, das ich ehrlich nicht mehr weiß, wo oben oder unten ist. Ich muss nachdenken. Und außerdem bin ich völlig aufgekratzt.

Also heim, einer tollen Frau in einer großen Stadt mit langen Strassen das Ohr (wiedermal) abgebabbelt, weil ich total hibbelig war, wegen Designern und Autos und Kleidern und schon wieder weiter, um den Meinigen einzukassieren, der den Kampf um Ruhm und Ehre gewonnen hat und siehe da: Die erste Mannschaft schaut mich mit dem Arsch nicht an. Sowas dummes aber auch. Denn die zweite Mannschaft darf mit dem 524 PS Boliden um die Ecken kacheln und die haben ZIEMLICH große Freude damit, denn sowas fährt man nicht alle Tage. Das bleibt den Tröten aus der Ersten aber erspart. Wenn DIE die Zähne nicht auseinander bekommen. Pföh! Der Meinige hat aber auch schon Hochzeitseinladungen verteilt und hundertpro ist schon rum, wer kommt und wer nicht. Und gerade, wo man so schön sieht, wie sich da manche verhalten, sind wir ganz froh, die Spacken nicht dabei zu haben. Punkt.

Sonntag
Ausfahrt zur Schwester des Meinigen und Abstecher zu einem Freund, der sich gerade von seiner Frau getrennt hat und ziemlich unter dem Allein sein leidet. Ich leide mit, tut mir nicht gut.

Montag
Ich stelle für mich fest, das war am Wochenende zuviel. Zuviele Designer, zuviel hin und her. Zuviel Brautkleid. Zuviel Wagen. Wir sind tatsächlich sehr oft mit dem Ding fotografiert worden und alle Welt hat uns hinterher gestarrt. Irgendwie war alles zuviel. Und ich musste mich mal fragen, was der Wagen mit mir gemacht hat. Oder ob es überhaupt der Wagen war.

Er war es nicht. Wir haben gestern darüber gesprochen. Ich kann ein guter Mensch und gläubiger Buddhist sein, auch WENN das Auto weder etwas mit bescheiden, noch was mit Demut zu tun hat. Ich kann den Jakobsweg laufen UND ein Designerbrautkleid haben. Ich kann solche goldenen Tage verleben und DARF sie auch genießen, denn ich bleibe ich. Ich hatte nur irgendwann zwischendurch große Angst, dass ich das nicht mehr sein kann. Dem ist nicht so. Denn das Wichtigste am Wochenende war folgendes:

Beim Einkaufen am Freitagabend stand auf dem Parkplatz ein Mann neben seinem Auto und schien auf irgendetwas zu warten. Wir schauten in seinen Wagen, dort schlief selig sein circa zweijähriger Sohn. Uns entfuhr ein "Ach, wie süß!" , wir strahlten, wie die Atomkraftwerke und der Mann wurde fünf Zentimeter größer. Als wir weiter an seinem Wagen vorbeigingen, sahen wir, dass auf der anderen Seite ein Baby ganz entspannt schlief und quietschten lächelnd weiter. Der Mann wurde nochmal größer und strahlte uns an.
Als wir kurz darauf weggefahren sind, haben wir ihm gewunken und ihm zugelacht. Und er hat auch gelacht und ganz lieb zurück gewunken.
Und es war scheißegal, ob wir in einer Karre für teuer Geld saßen, oder einen alten Golf gehabt hätten: Wir haben uns mit ihm über seine Kinder freuen können, über diese entzückenden Würmer, die sein ganzer Stolz waren. Und der Blick, den er auf unser Entzücken und seine Kinder warf, der ist kein Auto auf der ganzen Welt wert!!!


*Das sei ein Zeichen von Konzentration sagt Fachfrau aus großer weitweger Stadt mit den langen Straßen!

04.03.2010 um 15:45 Uhr

100 und Genf...

Hammers wiedermal. Einen Countdown. Morgen werden wir dann munter zweistellig und dann dreht die Braut doch mal so langsam durch. Nein, tut sie nicht, isse viel zu cool. Wir merken aber, was da noch alles auf uns zukommt. *schluck*

Aber so langsam wirds. Wir erinnern uns: Der Meinige und ich haben am 09. Januar diesen Jahres Papier
für die Einladungskärtchen gekauft. Die haben wir wegen Endreife (JA, das ist wie bei Käse!!!!) ein wenig liegen lassen, sind drum herum geschlichen, fingen irgendwann an zu basteln, haben uns dabei wirklich fast gestritten (Waaaaah!), aber nur fast und gestern haben diese Cadillacs unter den Einladungskarten die heiligen Hallen endgültig verlassen.

Aber die Geschichte gibt es ein annermal, das muss warten bis alle die Dinger haben. Dann gibbet auch Bilder. An den Superschalker aber schon einmal einen lieben Dank für seine liebe Zusage und wir hatten keine Ahnung, dass es in dem Kaff auch ein Klärwerk gibt, sind aber im Namen der Einwohner dankbar für diese Information, wissen aber nicht, was wir weiterhin mit dieser Erkenntnis anfangen sollen. Wir könnten die Weltherrschaft an uns reißen! So was in der Art.

Wie auch immer, gestern riefen also die ersten an, um a) zuzusagen und uns b) merkwürdige Sachen zu fragen, über die wir uns noch keine Gedanken gemacht haben. Und das uns! Wir haben eine Hochzeitsvorbereitung-To-Do-daran-müssen-wir-unbedingt-denken-Liste, die länger ist, als die A3. Waaaaah! Das war (im Vorfeld) schon rein technisch nicht möglich, dass ich auf IR-GENT-ET-WAS keine Antwort parat gehabt hätte. Mich hat mein Clan nämlich solange genervt, bis ich einen SHE (Super-Hochzeits-Excel) gebaut habe, der so was von wasserdicht ist, dagegen ist die Titanic ein Nudelsieb! Hah! Leider ist die Titanic ein gutes Beispiel. Waaaaah!

Solche Nettigkeiten: Wie bekommen wir die halbe Schweiz ins Standesamt? Okay, meinen Bruder und seine Dulcinea
und wie bekommen wir die ins Hotel? Die schlagen nämlich mittendrin auf, ebenso meine Trauzeugin, die dann eigentlich keine mehr ist, weil nicht rechtzeitig da. Alles sehr kompliziert. Auch die Kleinigkeiten.

Der Meinige ist der Nachtisch-Gott der Nation. Er ist der Meinung, dass sich die Menschheit in zwei Lager teilt: Die einen haben einen zweiten süßen Magen, die anderen nicht und die werdens auch nie kapieren. Klar, zu welcher Fraktion er gehört. Ich die SHE-Liste zusammengestückelt: Schatzerle, wie machen wir es mit der Hochzeitstorte? Brauchen wir nicht, diagnostiziert er. Soso. WAS? Ich frage, wer er ist, wie er in den Körper des Meinigen gekommen ist (MATRIX!!!!!) und was -the hell- er mit dem Meinigen angestellt hat? Verunsichert ihn. Also gut, Hochzeitstorte. Alleine das schon! Rund oder eckig, son Plaste-Hochzeitspaar obendrauf? (Nur in Ketten!) Wie hoch? Welcher Kuchen? Welche Creme? Ich schlage schließlich dies und jenes vor und wir können uns super damit arrangieren. Nur, wie ich uns kenne, gibt es das nicht. Hahahaaaa –verkehrt- Waaaaah! Wir werden sehen.

Dann die alles entscheidende Frage: Was trägt die Braut? Um es mit den Worten einer Arbeitskollegin und Freundin(?), nämlich Erna (und da ist der Name Programm!) zu bringen: Die Braut macht, wasse will. Alle annern haltens Maul.

Das Hochzeitskleid in all seinen Banalitäten:

(Ich versuche es kurz zu machen!!!!!)

Ich suche etwas im Arbeitszimmer, das immer noch drei Mount Pelegrinas aka merkwürdig hohe Stapel gesammeltes Papier beherbergt und mir fällt ein Stapel Modezeitschriften und -kataloge in die Hand, die mir meine Mutter unlängst aufgedrückt hat. Und da ich in Endzeit Stimmung bin, was die Kleiderfrage betrifft, fange ich an zu blättern. Was habe ich noch mal gesucht? Vergessen. Im H*E*I*N*E Katalog falle ich über ein entzückendes cremefarbenes Etuikleid. Sehr hübsch. Inklusive einem Detail, welches die doch eher schlichte Form dieses Kleidtyps enorm unterstreicht.

Ich bin begeistert. Ich liebe Etuikleider. Katalog unterm Arm, stapfe ich zum Meinigen. Der lässt sich zu einer individuellen, reizenden, liebevollen Modekritik hinreißen und sagt: "Hübsch!" Hätte er nett gesagt, wäre was los gewesen! Ich betrachte das Kleid weiter und sage, okay vergiß es gleich wieder! Er möchte wissen warum, denn er findet es wirklich nicht schlecht. "Schatz, das kostet XX Euro und ist aus Jersey. Wenn ich damit nach der Trauung in diesem piekfeinen Restaurant ankomme, gratuliert der Maître entweder Deiner Schwester oder meiner Schwägerin Susi zur Hochzeit, weil die sich garantiert aufbrezzeln, wie GTIs!" Da möge ich recht haben, sinniert er und ich sehe ihm an der Nasenspitze an, dass er keinen blassen Dunst hat, dass Braut auf Hochzeit KEIN Jersey trägt, was auch immer das sein mag. Die Braut darf an dem Tag alles und keiner darf meckern. Selbst, wenn ich im getupftem Petticoat erscheine. Siehe Ansage Erna! Hmja!

Ergo hocke ich abends dann und wann am Computer und klicker mich wild durch e*b*a*y. Suchworte: Brautkleider. Abendkleider. Cocktailkleider. Sommerkleider. Ballkleider. Alles der gleiche Mist. Fast nur noch Professionelle unterwegs, die ein und den gleichen Kitsch in Erdbeerrot oder die Klassiker mit Puffärmeln (Waaaaah!) anbieten. Weiter: Weiße Abendkleider, weiße Cocktailkleider, weiße Sommerkleider, weiße Ballkleider. Nüscht oder Profikram oder Made in China. Der Meinige blättert derweil uninteressiert in diversen Brautmodenmagazinen und schaut nebenbei Fernseh. (Okay, es war eher umgehrt!) Irgendwann drücke ich ihm meinen liebsten Brautmodenkatalog in die Hand, er möge mal schauen und mir DIE drei Brautkleider zeigen, die ich mir als Germanys-Top-Hochzeitsfummel mit Herzchenaugen ausgeguckt habe. Sind auf den ersten fuffzehn Seiten.

Ich strahle ihn an, er blättert. Nach wenigen Seiten (die ersten zwei Kostbarkeiten hat er schon überblättert! Waaaaah!) tippt er auf ein Modell, da MÜSSEN die Designer Drogen genommen haben, anders kann ich mir das nicht erklären. Ich schaue ihm tief in die Augen und sage: "Schatz! Du liebst mich und willst mich heiraten! Du würdest mich doch bitte NICHT in so einem Fummel sehen wollen?" (Stimme nicht heben, tief sprechen, so schauen, als würde man spätestens in zehn Minuten das Land verlassen, ganz zum Schluss Augenbrauen hochziehen!) Er blättert weiter, übergeht die letzte der drei Prinzessinnen, bleibt bei Modell "Berufskleidung für männliche Krankenpfleger" stehen, tippt und strahlt mich an: "Aber DAS hier!" Ich ziehe meine Augenbrauen SO hoch, das die zarte Linie zwischen Ihnen und Haaransatz nicht mehr wirklich zu erkennen sein kann: "Schatz! Du liebst mich und willst mich heiraten! Du wür....." Er unterbricht mich, ich solle ihm die drei Kleinode zeigen.

Kleid Nummero Uno: Die elegante Antwort auf Prinzessin Dianas Kleid, sprich Schleppe zu lang (Nicht real umsetzbar) dafür keine Puffärmel. Ein Traum in Champagner. Gefällt dem Mann an meiner Seite ausnehmend gut. Kleid Due: DAS Hochzeitskleid für eine Dame. Darin würde ich Samantha Jones aus SATC verheiraten, bißl streng, sehr gradlinig, kein SchnickiSchnacki. Und dann das dritte Kleid: MEIN Traum. Da fehlen noch schicke Pferde auf dem Bild und ein Schloss im Hintergrund. Farbige Korsage, Seidenrock, der Meinige lächelt mich verliebt an und ich entdecke unten in der Ecke die Homepage. HarHar. Nix, wie hin. Boah, Ooooohhhh, AH!, Aaaaaahhhh, Eines schöner als das Andere! Und auf Seite sieben zerlegt es mich. Das unten schon veröffentlichte Werk des Meisters blickt mich an. Ich kippe spontan vom Stuhl, rappele mich wieder auf und zerre den Meinigen aus seiner "Mario-Barth-Fernseh-Hypnose". Womit ich diesen starren Blick meine, mit dem Männer im Mediamarkt vor den 60 Zoll Glotzen hängen bleiben, egal welcher Mist gerade läuft.

Der dreht sich um und sagt super romantisch: Was kost? Ich zähle einen vierstelligen Betrag an (JA, ich weiß, ich spinne! Das isses aber wert!!!) und er sagt: Schau woanders. Hach, love of my life….

Okay, lass mich überlegen: Auf dem Standesamt bei Frau Öl: Zwanzig Minuten. Danach, da mitten in der Natur, fünf bis zehn Minuten zum Restaurant der Wahl laufen. (Die paar hundert Meter lasse ICH mich nicht fahren!), Kleid währenddessen am Saum schreddern. Dort eindeutig als Braut erkannt werden. Futtern. Heimdonnern. Umziehen. Zur Partylokation donnern, werkeln. Wieder umziehen, auf Gäste warten, Schuhe verfluchen, Kleid verfluchen, zu vorgerückter Stunde: Wieder Bluejeans anziehen!

Aber damit sich dieser Fummel amortisiert, müsste ich die nächsten zehn Jahre selbst drin schlafen! Ich gehe tief, tief in mich und ……………………………MUSS ES HABEN!

Von Stund an, nerve ich den Herzbuben mit

"Bekomme ich das Kleid von XYZ?"

Er: "Nein!"

Ich: "Bekomme ich das Kleid von XYZ?"

Er: "Nein!"

Ich: "Bekomme ich das Kleid von XYZ?"

Er: "Nein!"

Ich: "Bekomme ich das Kleid von XYZ?"

Er: "Nein!"

Können wir ziemlich exzessiv, so einen Kram. Jetzt kommt er aber dieser Tage nach Hause, schaut mir tief in die Augen und fragt mich, ob mein Herz wirklich an diesem Kleid hänge und *zack* überlege ich für meine Begriffe eine Sekunde zu lange, bevor ich JA! rufe. Ich gehe wieder in mich, den Möglichkeit B ist: Einer bekannten Designerin meiner Wahl, MEINEN Entwurf eines Hochzeitskleides aufzudrücken, auf das die Gute es nähe. Das wäre der obere Schnitt des Kleides aus dem H*E*I*N*E Katalog, allerdings kein enges schmales Unterteil, sondern dieses in 7/8 Länge aus Seide mit einem zarten Tüll Unterrock, ähnlich der Dame da unten. Und fertig ist die Braut! Hah! Designerin steht parat. Enge Freundin meiner Weddingplanerin, die wollte mich sowieso dahinschleppen, aber das Hochzeitskleid in 2010 von ihr heißt POMP und da ist der Name Programm. Die zu späte (wahrscheinlich) Trauzeugin meint: Du bist Elegant, aber nicht dezent, da muss bißl mehr sein, an Dich kann man alles hängen, aber TuffTuff und Pomp biste nicht. Heul, keine Puffärmel. So ein Mist.

Entwurf habe ich überarbeitet, also hin zu der Frau. Komme ich sowieso nicht drum herum. Schleppt mich Weddingplaner eh hin. Vorher wollen wir aber noch in ein Brautmodengeschäft *grusel*, welches dieses Label, also unten jenes, führt und es bitte, bitte anprobieren. So, dann bin ich sowieso rettungslos verloren. Ich kenne mich. Ich hatte so ein ähnliches auf einem Ball an und sah großartig aus. Allerdings dunklere Farbe. Schwarz um genau zu sein. Großartig sah ich aus. Soweit das Kleid. Was tun?

Von Brautwagen und Menubesprechung fange ich jetzt gar nicht erst an. Oder Blumenkinder und Tischdekoration. Wobei das (fast) alles in Sack und Tüten ist und meine liebe Schwägerin Susi fast gekotzt hätte, als wir (absichtlich) nebenbei fallen ließen, das wir unsere Trauringe NICHT popelig beim Juwelier kaufen, sondern von einer Goldschmiedin mit bekanntem Namen schmieden lassen.

Ich glaube Susi´s Gesichtsfarbe lässt sich am besten mit "Hotpink" beschreiben. Und wir fragen uns natürlich, was die für Schmerzen hat. Befreien sie aber nicht von ihrer Schnappatmung, weil das würde sie überhaupt nicht checken: Die Goldschmiedin und ihr Gemahl sind seid Jahren enge Freunde von mir. Der Meinige hat sie auch kennenlernen dürfen und wir köcheln zusammen und machen Unsinn mit den Katzen und das sind zwei so dermaßen liebe Menschen, dass es fast nicht zu beschreiben ist. Die Goldschmiedin würde unsere Ringe mit Liebe schmieden. DAS ist es, was wir wissen und wollen. Und ich glaube, sie wäre auch sehr verwundert gewesen, wenn wir NICHT auf sie zurück gekommen wären. :-)

Mein ältester Bruder hat noch gefragt: " Kein Stein?" Also Brillant oder Diamant im Ring der Braut, da werde ich aber verrückt, denn ich drehe den Stein, immer exakt noch oben. Sprich: Ich fummel den ganzen Tag an den Fingern rum. Ich mag Unordnung nicht, schon garnicht an meinen Händen. Also trage ich Klunker eher selten und schon garnicht im Hochzeitsring. Könnte mir aber innen einen vorstellen und das sage ich ihm auch. Er lacht, wir wären ein dekadentes Pack, aber so würde ihm das Gefallen. Sagt der Richtige. Wer sammelt hier denn Oldtimer? Gehts noch dekadenter? Außerdem wollte ich damit wieder Susi ärgern, die nervt nämlich exorbitant momentan, lässt sich aber zu einem: "Die Karten sind ganz hübsch." herab. Simmer aber froh, dass wir das Auge der Großfürstin nicht beleidigt haben. Außerdem wirds mir sowieso immer egaler, was die denkt. Nach mir die Sinnflut. Pföh!

Soweit die bislang noch nicht gelöste Kleidfrage. Ich korrigiere: Fast gelöste Kleidfrage, ich kenne mich doch. Lassen wir uns überraschen.

(Ich KANN mich einfach nicht kurz fassen! ICH KANN NICHT!)

Zu Genf:

Der Genfer Autosalon eröffnet heute und wer sich mal den Spaß machen möchte, googelt was Brabus da für eine Karre vorfährt. 1100 Newtonmeter, ich hau mich weg! :o))))) Wie geil! *lach*

01.03.2010 um 17:13 Uhr

Im Feenland.....

Und es begab sich zu einer Zeit, da wollte in fernen, fernen Landen die große weiße Fee Hochzeit halten und sie rief aus allen Welten die Gäste, um ein gar ausgelassenes Fest zu feiern. Auch am großen Nachrichtenbaum, wo auch viele, viele Geschichten hingen, wurde von Herzen geladen.

Und die große weiße Fee schmückte sich mit den edelsten Gewändern, dem teuersten Geschmeide und ihren Zauberschuhen aus kostbarster wilder Seide, um die schönste Hochzeit im Feenreich zu feiern.
Aber -oh weh- auf dem Wege zum Fest traf sie die Höhlenfee, die ihr mit schmutzigen derben Schuhen auf die kostbaren Zauberschuhe trat und diese beschmutzte und zerriss.
Nicht wissend, was sie angerichtet, stapfte die Höhlenfee weiter, ließ nur ein pardon fallen und ließ die große weiße Fee sehr betrübt und mit zerstörtem Schuh zurück. Andere entsetzte Gäste wollten diese trösten, doch die weiße Fee war zu erschrocken und zog sich zu einem Moment der Ruhe zurück.

Die Höhlenfee aber hörte, von der Misere und da sie gerade einen solch wüsten Tag hatte, schimpfte und polterte sie in aller Öffentlichkeit über ihren ganzen Ärger und polterte leider auch gegen die große weiße Fee, die jenes mit aller größter Verwunderung vernahm und es sich schließlich und endlich verbat und wieder zurückzog.

Da sie der weißen Fee nicht habhaft werden konnte, sandte die Höhlenfee Nachricht um Nachricht in den Feenpalast, allein: Die weiße Fee, wollte einen Moment der Stille und entzog sich diesen Nachrichten.

So schrieb die Höhlenfee noch viele, viele andere Feen an, die gar nicht wussten, was sie tun sollten, denn sie kannten ja das zerschlissene Schuhwerk und wussten weder ein noch aus. Wohl erzählten sie aber der großen weißen Fee davon, doch diese verwunderte dieses grobe Verhalten nur noch mehr und auch sie wusste keinen Rat.

Und da die Höhlenfee, um den privaten Nachrichtenkasten der großen Fee wusste, bombardierte sie diese auch dort und zwischen den Zeilen war zu lesen, dass sie die große weiße Fee wohl für sehr dümmlich hielt, denn sie habe sich eine Entschuldigung erlaubt und damit wäre das Thema doch wohl vom Tisch!
Leider las dieses auch der Bräutigam der großen weißen Fee und war aufs Äußerste entzürnt. Und die Fee und der Bräutigam waren gar betrübt, denn ihre kostbare Zeit wurde durch solche Geschehnisse immer und immer wieder beschnitten und sie waren sehr traurig, denn die Höhlenfee kannte sie beide doch gar nicht richtig. Sie warfen die Nachricht ins große lodernde Feuer in der Halle und wollten sie nur noch vergessen, um sich wieder der Liebe zueinander widmen zu können.

Allerdings wurde die große weiße Fee an den magischen Apparat gerufen, der Worte über viele, viele Meter transportieren konnte. Die unvergleichliche Robinfee hatte am Nachrichtenbaum vom Malheur gelesen und zeigte sich ebenso entsetzt und fragte, welche Lösungen die Höhlenfee denn angestrebt hat, denn die Schuhe mussten ja wieder gesäubert und repariert werden. Aber die große weiße Fee seufzte nur, denn sie vermisste Einsicht und Verständnis bei der Höhlenfee und wusste, dass dieser diese Erkenntnis niemals kommen würde. Und die große Fee ward traurig, denn sie und die Robinfee trennten viele Länder und Grenzen und wieder war für dieses Gespräch so viele kostbare Zeit dahin, die nie mehr zurückgeholt werden konnte. 
Auf dem Wege zu ihrem Liebsten ward die Fee erneut an den magischen Apparat gerufen und wurde gewarnt, dass die Höhlenfee nicht ablassen würde, die Zauberschuhe gering schätzen würde und nun selbst versuche über den magischen Apparat mit der großen weißen Fee in Kontakt zu treten.
Und da ward die große Fee entsetzt und eilte zu ihren Magikern, was sie nur tun solle, um in Frieden Tage und kostbarste Zeit mit ihren Lieben zu verbringen? Und die Magiker schauten im großen Buch der Strafen nach, weil es öfter vorkam, das Menschen andere verfolgten und nie in Ruhe ließen und dies sei im Feenreich verboten. Und darum hätten sie auf Seite 238 aufgeschrieben, was mit diesen Verfolgern zu geschehen habe. Sie versprachen der Königin, dass sie nun in Frieden mit den anderen Feen einen Ausflug auf die goldene Insel machen dürfe, denn die große Fee war in schlimmer Sorge, was die Höhlenfee dort alles zerstören könne und so fand die Geschichte doch noch einen Schluss und
sie lebten friedlich bis an ihrer Tage Ende. 

03.02.2010 um 13:00 Uhr

Aus der Mausebärchenhöhle.....

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

 

Wiesbaden vermeldet eine schnee- und eisfreie Zone und eine am Tisch nagende Pelegrina. Ich werd dann mal zum Hirschen. Demnächst. Stichwort: Hochzeitseinladungen. Witzigerweise findet man mich sogar schon über Onkel Google mit diesem Stichwort. Ein Grund mehr Plem zu werden.
Letzter Stand der Dinge: Wir hatten für nicht wenig Geld schickes Papier gekauft. Nächster Step: Ich brauche Brainstorm. Hirnwind. Von wem auch immer. Wir visierten Opfer an und es traf die Schwester des Meinigen. Also Sonntag da hin. Dicke Wetterau, auf der Seite vom Bretterzaun, wo die Nägel rausschauen und kniehoch Schnee. Egal, da müssen wir jetzt durch, ich will die Dinger von der Backe haben. Grrr....

Die andere Schwester des Meinigen kommt auch mit dem Gemahlen vorbei und während dieser und der andere Schwager die neueste Bildbearbeitungssoftware abchecken (Sau fies...grummel, grummel, würde ich auch lieber machen), schubsen wir Papier von A nach B, legen, schneiden, halten an, schneiden weiter. Mist dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz. Versuchen es so und so und arbeiten uns mit dem try and error System einer Lösung nahe. Die präsentiert sich nach schlappen zwei Stunden und sieht gar nicht mal sooooooo schlecht aus. Nuja... Was passiert: Der Schussel Schwager Big B. schubst an den Tisch, der ganze Krempel verrutscht und nach einigen Sekunden atemloser Stille sehen wir......tata........genauso sieht es total gut aus! Das isses! Na endlich....möööp... Wir kleben alles zusammen und unser Prototyp steht. Die erste Einladung. Hach, nee. Der Rest ist dann schnell weggebastelt, jetzt wo wir wissen wie und es gefällt. *stirnabwisch*

Punkt B der Tagesordnung: Der Text. Ich hocke gestern noch spät in der Firma, Kollegin Grace (Ähnlichkeiten mit Grace Kelly) kommt rein, was ich noch so spät hätte, sie würde gerade runterfahren, komm  wir hauen ab und so weiter und so fort. Einer meiner Kunden müllt mir zu dieser späten Stunde noch das Postfach voll, Bock habe ich auch schon lange nicht mehr, ich wollte aber doch noch was schauen, ach ja: Hochzeitseinladungstexte. Die Kollegin: "Auja, schmeiß Google an!" Wir suchen genau nach diesem Wort und sind einigermaßen hin und weg über die Ergebnisse. Beginnend mit

...Hand in Hand ins Glück...

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...


Okay, aller Anfang ist schwer und irgendwie muss man ja anfangen, nuja.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr Euch mit uns freut!
Häh? Was ist das denn? Wird dann aber nicht unbedingt besser:

Ein Traum geht in Erfüllung ... wír heiraten!

(Mein Traum wäre ein Lottogewinn und nicht der Wisch vom Standesamt, unterschrieben von der Öligen....)

Am ..............................hat alles begonnen! Unsere Liebe nahm bereits am...............Gestalt an in unserem gemeinsamen Sohn/Tochter ..........und am ....................gaben wir uns das Ja-Wort im Standesamt XXX. Nun nach ............. Jahren Ehe erbitten wir ...........&................................. um ...............in der alten .............kirche zu .......... , Gottes Segen für unsere Partnerschaft !

Gehts noch länger? Müssen wir ALLES in EINEN Satz quetschen? Noch gruseliger:

Endlich ist es soweit: .............................&......................... sind für ein gemeinsames "Mäuseleben" bereit!

Es wimmelt vor Bärchen und Mäuschen, die eigene Höhlen bezogen haben und schon Bärchenkinder haben, NUN aber den alles entscheidenden traumhaften gemeinsamen Schritt gehen. OMG! Und dann unser absoluter Klassiker, der uns vor Lachen unter den Tisch wirft:

Wir beide sind Engel mit nur einem Flügel & wenn wir uns umarmen, dann können wir fliegen ...

Okay, dann ist mir schlecht, ich geh mal heim. Wir ulken noch auf dem Flur und im Parkhaus, ich muss unterwegs noch ständig grinsen, daheim auf Blogigo warten dann die roten Rosen auf mich, die es gefälligst regnen soll, scheiß auf das tolle Sommer Wetter draußen. Ich brech ab und bekomm einen Lachflash. Nutzt aber alles nüscht: Wir brauchen Text!!!!!

In einstündiger Heimarbeit, versuche ich unter fleißiger Zuhilfenahme -sprich geistigem Diebstahl- der Ideen im Internet etwas umzusetzen. Heraus kommt dieses: 



Auch der längste Weg wird nicht weit,
mit dem richtigen Partner an Deiner Seite.

*An dieser Stelle schickes Bild einer Jakobsmuschel vorstellen*

Liebe Blogerin, lieber Bloger,

jetzt können wir Euch die Frage "Wann heiratet Ihr denn endlich?" beantworten:

Am 11.06.2010 um XX Uhr in der schweinegeilsten Lokation, die Wiesbaden so zu bieten hat und dafür auch über einen unendlichen langen Namen verfügt. *lufthol*

Wir möchten Euch gern dabeihaben.
Zur Trauung und der anschließenden Feier ab XX Uhr im *ebenfalls coole Lokation* seid Ihr herzlich eingeladen.
Wir bitten um Rückantwort bis Ende März unter den bekannten Telefon-Nummern

Pelegrina & Meiniger

Bitte wendet Euch alle Fragen zur Feier betreffend, an unsere Weddingplanerin *Schwester des Meinigen*
Telefonnummer
E-Mail


Soweit so gut. Telefon klingelt. Blogerdame aus Hessisch-Kongo. (Alles was nördlich von Wiesbaden ist). Einladungen...haha..Dies...haha...Das...haha...Jenes... Laurence möchte auch was sagen: iup..iup...iup...*gelächter* und raatsch raaaatsch raaaaaaaatsch......

Der Meinige kommt vom Training heim. Er möge sich an den PC bequemen und sich mein geistiges Machtwerk anschauen. ANSCHAUEN! Wir können später drüber reden, jetzt muss ich erst babbeln. Ich verziehe mich durch den Südflügel am Personaltrakt vorbei ins Wohnzimmer. Im Arbeitszimmer ist es verdächtig still. Okay, er wird lesen. Irgendwann fängt er an zu tippen. Ich sause rüber und sehe, dass er an anderer Stelle eine Adresse ändert. Das ist in Ordnung, aber nix in meiner Einladung verstrubbeln!

Irgendwann wird es sowohl bei der Dame aus dem Nördlichen, wie auch bei mir hektisch. Aus unserem Arbeitszimmer kommt Getippsel, an anderer Stelle will die Lüte nicht schlafen. Bis annermal und *flitz* ins Arbeitszimmer. Der Meinige hat IN die Einladungskarten einen halben Konsalik geschrieben. Auf Grund des Geschenkes. Wir wollen gerne Geld, da wir wirklich alles, alles haben. Schreibt er:

Da wir bereits 7 Toaster und Kaffeemaschinen besitzen, möchten wir uns von Euch gerne eine kleine finanzielle Unterstützung für unsere Flitterwochen wünschen und möchten zu diesem Zwecke in *ort coole party* ein Sparschwein aufstellen und so weiter und so fort und im Anschluss das Wetter von Morgen!

Ööööööhm...... Wir klären, reden, schauen, wer wir sind und der Text fliegt raus. Was nicht wirklich hilfreich ist, allderweil wir das gerne an irgendeiner Stelle untergebracht haben wollen. Internet gibt folgende Schlechtigkeiten preis:

Wir laden herzlich ein und Ihr werdet denken: was sollen wir dem jungen Paar nun schenken? Tassen, Teller, Gläser, Schüsseln und Becher haben wir schon jede Menge - noch und nöcher. Auch Pfannen, Töpfe, Besen, Eimer und Geschirr davon herrscht in der Wohnung schon arg Gewirr. Der Hausrat ist schon ganz komplett, auch die Wohnung ist sehr nett. Dem jungen Paar ein Taschengeld, zum Flittern in die weite Welt.

Mir wird schon wieder schlecht.


Wollt Ihr gerne uns beschenken,
so bitten wir euch zu bedenken,
vom kleinen Löffel bis zum Bett,
ist unser Haushalt schon komplett.


Okay, der geht gerade so, aber wir hams nicht so mit der Reim Dich oder ich schlag Dich Fraktion. Also, was tun? Kollegin Grace erkundigt sich heute Morgen nach dem Stand der Dinge und schlägt vor:

Wir bitten von Sachspenden abzusehen.

Geil! Definitiv! Finde ich gut, rafft aber mein Clan nicht. Also weiter Ideen suchen. Die nächste Sache, die wir am Start haben, ist der Anfahrtsplan für die Menschen, die immer noch ohne Navigationsgerät durchs Leben irren. Jaa, die gibt es tatsächlich! Und die Hotelübernachtungen. Freunde vor Ort? Reichlich vorhanden, wir schmücken uns aber noch mit europaweiten Freunden und die müssen irgendwo schlafen. Schönes Hotel mit guten Preisen haben wir auch am Start, nur: Wie reibt man denen unter die Nase, dass sie das gefälligst selbst blechen sollen? Freund aus Hamburg meint, das wäre für ihn so Ouzo! Er kenne es nicht anders! Ist das so?  Weiß ich nicht. Bei uns mal so, mal so. Hmmmm......

Jemand Ideechen?

Wer mag überhaupt von hier kommen? Und mal bitte die Mädels vor, die auf Fehmarn zu erwarten sind. Bitte per Kurznachricht, dass muss der Meinige vorerst nicht wissen. Huhu, Mausebärchen. *wink* :-)

Frau muss auch mal Geheimnisse haben........

28.01.2010 um 15:57 Uhr

Wenn einer eine Ehe tut.....

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,

Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre........*


Genau so, komme ich mir gerade vor. HAAR-GE-NAU SO! Klar, Hauptsache, es dauert! KLAR! JAHRE! Argl....

Gestern Aufgebot oder auch gerne Anmeldung zur Eheschließung. Ganz großes Daumenkino. Wir wohnen ja nicht Wiesbaden City und dürfen deren schickes Standesamt missbrauchen. Wir wohnen Ortsteil. Und wie das gerne auf Ortsteilen so ist, haben wir der Welt hässlichsten fünfziger Jahre Bau, in dem das Ämtchen untergebracht ist. Da heiraten? Nur in Ketten.

Also haben wir uns aufgemacht und eine schicke Lokation gesucht. Haben wir dann auch gefunden. ABER: Da dürfen wir nicht heiraten. Trauorte, belehrte uns der Standesbeamte, müssen "gewidmet" sein. Punkt. Vom Regierungspräsidenten. Nochmal Punkt. Da heiraten? Is nich!

Oh, schade. Mist, vielmehr. Wir weiter gezogen. Gewidmete (Was ist das eigentlich für ein Schrott?) Trauorte finden. Haben wir dann auch. In so einem Yuppieladen, wie Wiesbaden kann man ja wirklich todschick heiraten. Und schweineteuer. Wir uns also eine schöne Mittellösung gesucht und dann habe ich den zuständigen Standesbeamten dort angemailt, ob ich einen bestimmten Termin hier gerade im Mailchen fix machen kann, wir hätten gerne den 11.06.2010. Und wenn nich, dann knallts. Wäre okay, schreibt der. Ist eingetragen. Bitte zur Anmeldung zur Eheschließung telefonisch einen Termin ausmachen und dann mit folgenden Unterlagen vorbeikommen:

Personalausweis
Geburtsurkunde
Scheidungsurteil, rechtskräftig.

Weissisch. Stand auf Homepage. Das war vor drei Wochen. Wir unseren Kram zusammengesammelt, Termin gemacht. Gestern dahin gedackelt. Aufgebot! Ortsverwaltung! Das ist wirklich so ein erschreckend ungemütlicher Ort. Nicht zu fassen. Wir ins Büro von Frau Öl, mit der wir Termin hatten. Herr Essig, der jenen mit mir ausgemacht hatte, war schon im Feierabend. Geklopft, hinein, wieder rausgeschickt worden. Dauert noch ein Momentchen.

Das ist auch so eine Sache: Dauert ein Momentchen. Wir waren pünktlich, die war alleine im Büro. Das passiert mir jedes zweite Mal auf irgendeiner Verwaltung. Klopf, Klopf, hinein und wieder hinaus. Einen habe ich erwischt, der hat nur seine Bleistifte angespitzt. Dabei hätte ich doch auch schon zuschauen und das Gespräch beginnen können, oder? Ich kann sowas sehen. Abgespitzte Bleistiftkrümel. Ich bin hart im Nehmen. Aber nein: Raus.

Wir also erstmal auf diesem Flur gehockt, der ungefähr so gemütlich ist, wie ein Bahnhofsklo. Dann ließ Frau Öl bitten. Ob wir der 17:00 Uhr Termin wären. Nein, wir sind der 17:06 Uhr Termin. Ha Ha! Ja, simmer.
Sie sich hingehockt, wir doof rumgestanden. Wir uns auch hingehockt. Dann halt ohne Aufforderung. Ob wir unsere Personalausweise dabei hätten? Wir händigen widerstandslos aus. Sie fängt an zu tippen und tippt und tippt und tippt. Geburtsurkunden? Wieder händigen wir aus, sie tippt und tippt und tippt. Scheidungsurteile? Bitteschön. Tipp, tipp, tipp. So langsam komme ich mir doof vor. Die hat noch kein eines persönliches Wort mit uns gewechselt, schaut uns nicht an, vor uns auf dem Schreibtisch liegt zweimal "Im Namen des Volkes" und irgendwie kommt man sich vor, wie im Knast, wenn man was ausgefressen hat und zum Direktor muss. Eheregister?, fragt sie. Wie jetzt Eheregister? Die beglaubigte Abschrift beziehungsweise der beglaubigte Ausdruck aus dem Ehe- beziehungsweise Partnerschaftsregister, will sie haben. (UND sagt das auch ständig voll ausgesprochen so!) Hammer nicht. Hat mir Herr Essig nichts von gesagt, was issen das fürn Vogel?
Ihr Chef, sagt Frau Öl. Aha, also wenn der das nicht weiß, woher soll ich es denn wissen? Oder hat der mir auch nur vorgelesen, was auf der Homepage stand? Das konnte ich selbst. Also haben wir das Ding auch nicht.

Dann, sagt Frau Öl, können wir die Anmeldung zur Eheschließung doch auch ohne schon einmal aufnehmen, wir müssten das dann nachreichen. Wie jetzt aufnehmen? Was hat die denn bislang alles getippt? Sie tippt weiter. Wir sitzen weiter doof rum. Legt einen Hängeordner an und lässt ausgedrucktes, um ausgedrucktes Papier darin verschwinden. Was MACHT die da? Wir haben nicht die leiseste Ahnung und schauen zu, wie sie etwas schnippelt, klebt, neu druckt und zerreißt. Nein, nicht faszinierend. Todlangweilig. Sie erklärt ja auch nicht, was sie tut. Und wie lange soll das nun noch so gehen? Sie nimmt zwei Blätter aus dem Drucker, wendet sich vom Computer ab und uns zu und fängt an vorzulesen:

Der Verlobte Herr Vorname Meiniger, erklärt hiermit, dass er mit der zukünftigen Ehefrau Frau Pelegrina nicht verwandt oder verschwägert ist und in keinem näheren Verwandtschaftsgrad steht, die einer Verehelichung entgegenstehen. (Simmer nicht.) Sie wurden nicht adoptiert oder zu einem früheren Zeitpunkt adoptiert. (HÄ?) Sie pflegen kein Eltern-Kind Verhältnis oder sind Geschwister.

Geil, ich fall aus den Latschen. Hallo? Das ist ja, wie bei der Telekom. Sie seiert weiter und weiter. Dreht sich eigentlich immer um das Gleiche: Seid ihr verwandt oder verschwägert oder gar Geschwister? Ich hau mich weg. Dann muss der Meinige das unterschreiben und sie liest mit den eingehenden Worten "Frau Verlobte Pelegrina" mir den Quatsch eins zu eins noch mal vor. Bevor ich die Chance habe einzuschlafen, darf ich auch unterschreiben. Nee, überhaupt nicht langatmig.

Welchen Ehenamen wir führen wollen. Ich nehm den vom Meinigen, sag ich, nächstes Thema. Nein, sie belehrt mich darüber, dass ich einen Doppelnamen führen darf, oder er oder ich den jetzigen Namen behalten darf und überhaupt bekomme ich jetzt mal die schriftliche Belehrung dazu! Nööö, sage ich, das heben sie sich mal für die Ersttäter auf, spart Papier. Ich hab da ja schon Übung und will den Ehenamen von dem da, wenns recht ist. DA! Ein winziges Lächeln huscht über ihre Lippen. Oder nicht? Oder doch?

Stammbuch aussuchen. Zwei Schwarze mit blauem oder roten Streifen, drei aus dünnem Samt dunkelrot, hellrot, blau. Der Meinige tippt auf das eine Schwarze. Ich interveniere: "Schatz, sei mir nicht böse, aber das schaut aus, wie ein amtliches Sterberegister." Irritierter Blick, Frau Öl. Wir tippen beide auf das Blaue und sagen: Das da! Frau Öl nimmt die gesammelten Werke, nimmt das schwarze Sterberegister und sagt, okay das da! Nein, das da! Das da? Das da! Oh, Man, was ´ne Geburt. Ich will raus!

Okay, wir sollen dann zehn Minuten vor der eigentlichen Trauung da aufkreuzen, dann ginge es los. Der Meinige will wissen, ob wir dann noch mal zum persönlichen Gespräch kommen sollen? Nö, die beglaubigte Abschrift beziehungsweise den beglaubigte Ausdruck aus dem Ehe- beziehungsweise Partnerschaftsregister, will sie haben, zehn Minuten eher da sein am 11.06. So, sie macht dann mal eben die Quittung fertig. Jaaa, wir löhnen heute schon alles. Uralter Quittungsblock. –was hat die die ganze Zeit in den PC getippt?????- und 185 Euro hätte se gerne. EINHUNDERTFÜNFUNDACHZIG Euro!!!!!! Wechseln könne sie aber nicht! Dat waret und tschüss.

Wir paffen uns eine vor der Ortsverwaltung, checken noch garnicht, was da abgegangen ist und beschließen essen zu gehen. Zur Feier des Tages und so. Aber zum Feiern ist uns nicht zumute. Wir düsen los, der Meinige will zum Mongolen, war ja klar. Ich würde gerne den krachneuen Italiener kennenlernen, der überall mit selbstgemachter Pasta und Steinofenpizza wirbt. Hört sich gut an, also hin da. Der ist mitten in einem riesigen Industriegebiet, was uns nicht juckt, das Futter ist wichtig, aber kaum drin, juckt es uns doch. Der Laden schaut aus, als wäre er in den Siebzigern verlassen worden. Im untersten Stockwerk eines Bürohauses, riesen Saal, Faschingsdeko, paar Stühle, paar Tische. Oweh....

Aber vielleicht ist das Essen gut? Wir setzen uns. Schweinekalt ist es auch. Nee, ist das schlecht. Der Wirt kommt mit der Karte, wir wählen und bestellen und schauen uns noch mal um. Wird gerade nicht besser. Unsere Laune sinkt. Der Meinige hebt an, dass Frau Öl unfreundlich war. War sie nicht, finde ich, aber freundlich war sie auch nicht. Und doof gefühlt hat er sich auch. Die Pizza kommt, auf meiner vegetarischen liegt ein Pfund Brokkoli, der den Boden komplett durch gesabscht hat, wir beschließen uns SOFORT zu betrinken und stellen fest: Auf dem Jakobsweg haben wir schon besser gegessen. Und das will was heißen. Also Pizza rein, Wein hinterherkippen, heim. Zwischendurch mit dem iPhone Bilder machen, sonst glaubt uns das keiner. Ich schaffe die Pizza nicht ganz, lasse mir die Reste einpacken und ziemlich betröppelt kehren wir nach Hause zurück.... Bierchen?, fragt der Meinige? Klar, sag ich. Er holt zwei Flaschen vom Balkon, macht sie auf und in genau dieser Sekunde friert das Bier voll durch. Die Wunder der Physik. Also kein Bier. Dufter Abend. Zur Feier des Tages haben wir dann auch noch ein doofes Gespräch, weil der das gesagt hat, jenes beim anderen angekommen ist und überhaupt war das alles nicht so gemeint. Ach, nein? Nein, aber... Gnaaaa. Nach ´ner halben Stunde gebe ich auf. Lassen wir das, keinen Bock drauf. Wir stellen uns ans Fenster und schauen auf den Schnee. Vielleicht ist auch das Bier angetaut? Ist es. Das Tauwasser der Flaschen ist aber quer über die Anrichte gelaufen und hat den dort abgestellten Pizzakarton samt Pizza ersäuft. Die wollte ich heute abend hier in der Firma, vor dem Training essen, weil ich bis 19:00 Uhr hier bin.

Manche Tage....seufz....                  



* Wenn die Autobauer in der Werbung den Autoren Konstantinos Kavafis stückeln, kann ich das schon lange!