Philosopsychiges - Nachhilfe fürs Seelenbaumeln

25.05.2012 um 08:23 Uhr

Stille

Die Stille

ist das absolute Gleichgewicht

von Körper, Geist und Seele.

Der Mensch, der die Einheit seines Seins bewahrt,

bleibt für immer ruhig und unerschütterlich

inmitten der Stürme der Existenz.

Nicht ein einziges Blatt am Baum bewegt sich,

auf der Oberfläche des Teiches glitzert keine Welle

- für den Wissenden ist das die ideale Haltung,

um durchs Leben zu gehen.

(First Nation)

25.05.2012 um 07:19 Uhr

Mund halten

Es ist wieder mal soweit. Ein langes Wochenende steht bevor und der Familienrat überlegt, was an diesem Wochenende unternommen werden kann. Nein, dieses Mal lasse ich es nicht soweit kommen, dass wir Stunden beraten und nachher dann doch zu Hause bleiben. Wir machen ein Wanderwochenende in den Vogesen, mieten uns irgendwo ein, in so einer gemütlichen Ferme und gehen jeden Tag etwas wandern. Lac Noir, Lac Blanc, Lac Vert, Source de la Moselle, Col de la Schlucht - Das Wetter soll ja genial schön werden und ich sehe nicht ein, dass wir diesmal zu Hause bleiben. Packt eure Rucksäcke, schnürt die Schuhe und hört auf zu meckern. Heute ist wieder Muttertag (auch wenn der gerade erst war - aber eigentlich ist jeder Tag Muttertag, das haben die Kids einfach noch nicht gerafft) und ich darf mir etwas wünschen, basta. Und ich will kein einziges Mal "och menno" oder "ich hab kein Bock" hören.

Aufsitzen und Klappe halten. ...und das Lächeln nicht vergessen Kinder :-)

24.05.2012 um 18:07 Uhr

Wir sind keine Nummer

[...] Ich wohne in einem Reservat. Viele Gleichgesinnte sind hier und jeder kennt jeden. Ich bin schon so alt, dass ich jede einzelne Narbe jedes Bewohners hier kenne. Ich kenne ihre Krankheiten und ihre Familien, ihre Sorgen und Nöte. Und genauso kennen alle mich, weil ich mich um alle kümmere. Und jetzt kommst du daher und willst mir klar machen, dass ich eine "Identifikation" brauche, damit man mich kennt? Glaube mir, die Erde kennt mich. Sie verlangt keine Nummer von mir, sondern Aufmerksamkeit, Liebe und Güte.[...]

Auszug aus dem Brief meines Großvaters an die Canadische Regierung im Jahre 1961, als diese eine Volkszählung durchführte und in den Reservaten Personalausweise einführen wollte. Ich liebe ihn !

24.05.2012 um 07:59 Uhr

Connaissance N°8 - Ein Klischee? Niemals

Auszug aus dem Interview mit Margaret Atwood "Ein Autor ist wie ein toter Elch"

[...] Ihr literarisches Werk ist relativ politisch. Liegt das daran, dass Sie Kanadierin sind? Einem Klischee nach sind Kanadier politisch gebildeter als Amerikaner [...]

 

Mein lieber Journalist der Zeit Online, eines muss ich Ihnen sagen: Es ist kein Klischee, dass Kanadier politisch gebildeter sind als US-Amerikaner, sondern das ist schlicht und ergreifend eine Tatsache. Und ich bin Kanadierin.

24.05.2012 um 07:16 Uhr

Nebulöse Unsicherheit

Wie unwirklich alles erscheint, als ich mit dem Auto über die Bundesstraße  fahre. Dicke Nebelschwaden ziehen an mir vorbei. Dabei ist es heute so warm, fast 15 Grad und der Sommer steht vor der Tür. Immer dichter wird der Nebel und ich muss die Geschwindigkeit verringern, weil ich kaum noch die Hand vor den Augen sehe. Seit Jahren fahre ich diese Strecke, sie ist mir wohlbekannt, ja fast schon in mein Gehirn eingebrannt, ich könnte sie blind fahren. Gleich, jetzt gleich müsste diese langgezogene Rechtskurve kommen. Gleich jedenfalls.... Wo bleibt sie denn? Ich hab doch jetzt die Abzweigung nicht verpasst, oder? Ich habe das Gefühl, dass alles anders aussieht, ich fühle mich gerade sehr fremd hier. Momentan bin ich so richtig unsicher. Aber nein, da kommt die Abzweigung, uff, doch nicht falsch gefahren. Mann, kann dieser Nebel einen verunsichern.

Wir bewegen uns tagtäglich in so vielen vertrauten Situationen des Lebens ohne weiter darüber nachzudenken. Aber die kleinste Veränderung oder Beeinflussung macht uns dann derart unsicher, dass wir uns fremd fühlen. Vielleicht sollte ich in meinem Leben öfter mal andere Wege fahren, um die Unsicherheit besser bewältigen zu können. 

23.05.2012 um 21:37 Uhr

Von großen und kleinen Dingen

Es war Sommer, ein leichter Wind wehte über die Streublumenwiese meines Großvaters. Ich hatte ein luftiges Kleidchen an, barfuß und ging über die große Wiese. Ich glaube, vier oder fünf Bisons tummelten sich da und genossen das frische Gras, das fast so hoch war, wie ich selbst. Hier und da pflückte ich eine Blume und kam den Bisons immer näher. Angst hatte ich keine, denn ich kannte die Tiere sehr gut. Meine Naivität, mein Singen und mein kindlicher Leichtsinn brachten mich so nahe an ein Tier, dass ich es berühren konnte. Plötzlich drehte sich das Bison um und warf mich zur Seite. Irgendetwas umklammerte mich, zog mich weg und hielt mich ganz fest. Es war mein Großvater, der mich wohl die ganze Zeit beobachtete.

"Kleine Dinge sind wundervoll und wertvoll, die man schnell übersehen kann. Große Dinge sind ebenfalls wundervoll und wertvoll, die kleine Dinge aber schnell übersehen können. Also zeige, dass du da bist!"

Seine Worte höre ich noch immer und wenn ich heute an große Dinge gerate, mache ich auf mich aufmerksam, weil ich klein, wundervoll und wertvoll bin.

23.05.2012 um 15:26 Uhr

Unbekannte Zonen

Ob wir wollen oder nicht, in unserem Leben geraten wir immer wieder in Situationen, in Bereiche, die uns säglich unbekannt sind. Auch wenn wir die Möglichkeit haben, uns vorab über verschiedene Medien zu informieren, ist es doch immer etwas Beklemmendes. Wie verhalte ich mich, was muss ich tun, was ziehe ich an, darf ich mich äußern, wie lange kann ich bleiben usw. u.s.f.

BOGY sag ich nur. Berufsorientiertes Praktikum an Gymnasien... muss ich noch mehr sagen?

Seit drei Tagen muss ich mir das weinerliche Gejohle in dreifacher Ausfertigung anhören: "Mama, wenn ich gewusst hätte, dass das so ein scheiß Job ist, dann wäre ich da nicht hingegangen!" Nun haben wir schon die Möglichkeit des Internet, aber nein, der Name allein sagt schon alles aus, ist verführerisch und das Praktikum kann nur gut und interessant sein. Da will ich auf jeden Fall hin. Gesagt getan, geheult, verdammt, verflucht.

 

Hallooo, nicht ihr leidet gerade, sondern ich, eure Mutter!

23.05.2012 um 13:08 Uhr

Connaissance N°7 - Antidepressivum Deutschland

Auszug aus dem Züricher Tagesanzeiger:

"[...]Das wirksamste Antidepressivum liegt für die Schweizer aber schon bereit. Es handelt sich um ein elfköpfiges Monstrum mit 22 Beinen und ebenso vielen Füssen. Sein Name: deutsche Nationalmannschaft. Nichts würde das Innenleben und die äussere Wahrnehmung der SFV-Equipe positiver beeinflussen als ein Sieg über den grossen Nachbarn, der beim Blick auf die Statistik noch ein bisschen grösser erscheint.[...]Der letzte Sieg über Deutschland, auf den der Schweizerische Fussball-Verband stolz sein darf, ist daher schon beinahe 74 Jahre her – das legendäre 4:2 im Wiederholungsspiel des WM-Achtelfinals von 1938 im Pariser Prinzenpark.[...]"

 

Schön, dass die Schweiz das so sieht, aber leider falsch. 1942 hatte die Schweiz auch schon gewonnen und der letzte Sieg war ein Freundschaftsspiel 1956 im Frankfurter Waldstadion, Ergebnis 1:3.  Wenn die schweizer Presse nicht richtig recherchieren kann, wie solls dann mit dem Antidepressivum funktionieren :-)

23.05.2012 um 07:48 Uhr

ich liebe sie....

Seit 13 Jahren meine treueste Begleiterin :-)
Mit dir die Freiheit erleben
mit dir die Natur genießen
mit dir die Welt kennenlernen
mit dir immer wieder
gesund nach Hause kommen.

22.05.2012 um 12:22 Uhr

Khalil Gibran

Unser Verstand ist ein Schwamm,
unser Herz ein Strom.
Ist es nicht seltsam,
dass die meisten von uns
lieber das Saugen wählen,
statt sich zu ergießen?

22.05.2012 um 11:38 Uhr

Weltuntergang

Die Maya, die Hopi, Nostradamus, Zulu, Malachias und viele andere prophezeihen den Weltuntergang am 21.12.2012. Noch sieben Monate bis zu unserem möglichen Ende. Angenommen es sei Tatsache, dass die Welt an diesem Tag untergeht, was würdet ihr in diesen 7 Monaten noch tun wollen? Was ist euch am wichtigsten?

22.05.2012 um 07:31 Uhr

Connaissance N°6

Die Dozentin Christiane Florin ärgert sich, dass heutige Politikstudenten an Plastikflaschen nuckeln und nicht für Demokratie-Theorie brennen. 

"Das Erste, was ich von euch sah, waren diese großen Wasserflaschen aus Plastik. Während einer Doppelstunde Regierungslehre schafften viele von euch locker einen Liter. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass zu meiner Studienzeit während eines Seminars auch nur einer zur Flasche gegriffen hätte. Das hätte wertvolle Redezeit gekostet. Oder, wie man auch zwanzig Jahre nach 68 noch sagte: Zeit, um alles kritisch zu hinterfragen"

Liebe Frau Florin, waren das nicht Sie, die damals in der dritten Reihe des Auditorium Maximum mit den Stricknadeln geklappert hat?

22.05.2012 um 07:09 Uhr

In Reih und Glied...

 
(Quelle: tagesanzeiger.ch)
... im wahrsten Sinne des Wortes... :-)

21.05.2012 um 22:51 Uhr

Paralellitäten?

Als ich damals mein erstes Geld mit meiner eigenen Firma verdiente, kaufte ich mir ein Motorrad, eine BMW 1100GS. Noch heute habe ich das tolle Teil und fahre auch wirklich viel damit. Mittlerweile hat die alte Dame 13 Jahre auf dem Buckel und so satte 130 TSD Kilometer mich durch die Welt getragen.

Für mich ist die Maschine so eine Art Vergleich mit meiner Firma. Wenn sie Probleme macht, glaube ich immer, dass nun auch meine Firma stress macht und werde irgendwie abergläubisch. So ein Blödsinn denke ich immer, aber das steckt schon soo tief in mir drin, als wäre das Moped eine Art Lebensbaum meiner Firma.

Ich war am Wochenende mit ihr Unterwegs.... bin lustig durch die Wälder gefahren... nichts böses ahnend... grrrp...grrrrppp....grp...gr..g.g..... 

Ich stand also da und nichts ging mehr. Meine technischen Fähigkeiten liesen mich im Stich, sodass ich um fremde Hilfe bitten musste. In dem Moment dachte ich wieder an meine Firma... wenn das bloß mal kein Zeichen ist. Der Bock muss laufen. Nach ein paar Minuten kam die tolle Hilfe zu mir und sagte: Mädel, du hast vergessen zu tanken.

Ich bin immer so gewissenhaft, warum war ich es hier nicht, und was ist, wenn das bei meiner Firma passiert? Wo tanke ich die auf?

 Ihr braucht nicht zu kommentieren, ich weiß, dass ich Blödsinn geschrieben habe.

21.05.2012 um 09:08 Uhr

Grenzwertig

Manchmal akzeptiere ich grenzwertiges Verhalten, weil ich denke, dass es vielleicht nicht anders geht, weil alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschlossen wurden und dies die letzte Chance ist, einen Schritt weiter zu kommen. Wenn ich aber feststelle, dass die Grenzwertigkeit leichtfertig in Anspruch genommen wird, nur weil der Weg so einfacher ist, dann schlage ich Alarm. In den meisten Fällen gibt es Alternativen, die gefunden werden müssen. Ich akzeptiere keine ständige Gratwanderung. Erfolg kommt nicht durch "Mut zur Lücke", sprich Glück, sondern durch Ehrgeiz und Nachhaltigkeit.

Meine Kinder sind in drei verschiedenen Klassen mit dem gleichen Lehrer. Jedes Kind lernt für die Klassenarbeit nur einen von vier Themenbereichen. Bei der Klassenarbeit geht nach fünf Minuten meine Tochter zur Toilette, die beiden anderen warten schon. Sie wechseln die Person, die den vorliegenden Themenbereich gelernt hat und schreibt die Arbeit. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber wenn man aufmerksame Lehrer hat, dann geht das eben in die Hose. So durfte ich mal wieder bei der Schule antanzen und sollte meine Tochter identifizieren. Mit böööser Miene wurde ich vom Lehrer empfangen. Ich musste ja soooo lachen, als ich das gehört habe, ich konnte kaum glauben, was die drei sich da ausgedacht haben. Der Lehrer fühlte sich nicht ernst genommen weil ich ihm sagte, wenn er meine Kinder nicht auseinanderhalten kann, ist das sein Problem und nicht meines, da müsse er sich eben etwas einfallen lassen.

Das war das letzte Mal, dass ich euch in Schutz genommen habe, verstanden? Und jetzt wird gelernt!