Plateforme

30.10.2007 um 23:40 Uhr

Müde bin ich

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Müde bin ich, geh zur Ruh.... So kenne ich den Spruch aber nicht, ich kenne ihn anders. Steht mir aber nicht zu, diesen hier zu veröffentlichen, bin schließlich immer noch kein Mann. Allen Widerreden zum Trotz.

Klar, ich könnte mir langsam mal andere Überschriften ausdenken. Mir fällt nichts Passendes ein, und es ist so passend. Ins Bett gehen, wäre die Lösung, wenn einem nicht die Angst überfällt, dass man eh nicht schlafen kann. Ständig so zeitig ins Bett, das geht nie gut. Wie dem auch sei, am Dauerzustand der Müdigkeit hat sich nichts geändert.

Dienst? Soll ich jetzt mal zur Abwechslung sagen unspektakulär. Trifft es irgendwie, heißt dann wohl, der Mensch gewöhnt sich an alles, selbst an derartiges Chaos. Wobei: Chaotisch bin ich auch, nur halt anders. Nicht so destruktiv. Es gab wirklich nichts Wichtiges im Dienst. Auf dem Weg zur Arbeit begegnete ich eine ehemalige Kollegin, was bedeutete, etwas quatschen und dann beeilen. Mußte ich gar nicht, plötzlich hörte ich meinen Namen mit Frau vorneweg, Carsten rief. Wenn er mitten in der Stadt ist, konnte er nicht 12.00 Uhr im Heim sein. Logische Sache. Die hatten ja heute Projekttag, irgendwas evangelisches - ist ja auch eine evangelische Stiftung. Wobei es sich mir nicht so ganz erschließt, weswegen sie unseren Bürgermeisterkandidaten getroffen haben. Okay, der ist immerhin von der CDU. Soll nett sein. Deswegen weiß ich immer noch nicht, wen ich am Sonntag zur Stichwahl wähle. "Mein" Kandidat ist lange raus und aus meiner Sicht sind es zwei große Übel. Auszählen? Ungültige Wahl? Gar nicht wählen? Kann mich noch entscheiden.

Die Kids hatten nicht viel zu tun heute. Ein Wettkampf im Schwimmen stand an, der Sportler gewann. Der Rest der Kids beschäftigten sich mit ihren ach so wichtigen Kostümen für morgen. Mein Kollege hat es sich nicht nehmen lassen, noch mal auf Halloween, Herkunft etc. hinzuweisen und dass der morgige Feiertag so rein gar nichts damit zu tun hat. Hat wohl nicht viel genützt.

Gewisse Unterschiede in den Diensten der Kollegen fallen mir auf. Für klare Rückschlüsse ist es wohl noch zu früh. Bin persönlich gespannt, wie ich das nach einigen Wochen und Monaten einschätze.

Mir ist etwas ganz anderes aufgefallen, was mich momentan bedenklich stimmt und abzustellen ist. Da ich mit diesen aggressiven, chaotischen Kids zu tun habe, begegne ich abends Kindern und Jugendlichen anders. Immer so nach dem Gefühl, was kommt jetzt, wenn mir jemand entgegen kommt. Ich bin überhaupt nicht ängstlich. Aber wenn man das manchmal so sieht, was dort abgeht. Und wie gesagt, das sind Kinder, zwischen 10 und 13.  Die Brutalität in den Aussagen und Handlungen erschreckt mich oft, vor allem keine Rücksicht auf Anwesenheit Erwachsener. Wenn man Pech hat, kann man auch zur Zielscheibe werden. Haben die Erzieher dort alle einen Lehrgang in Selbstverteidigung absolviert, irgendwelche Gürtel in Karate erworben?! Schlecht wäre es wohl manchmal nicht! 

Morgen dann das Highlight - Halloween, da sie jetzt schon so aufgedreht waren, darf man gespannt sein, was dort morgen abgeht. Der Gedanke, dass man nur Süßes bekommt, wenn man freundlich rüberkommt, ist wohl irgendwie verloren gegangen. Oder?

Ich lass mich überraschen.

 

29.10.2007 um 23:21 Uhr

Winterschlaf

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Halten Eulen eigentlich Winterschlaf? Ich weiß es nicht und habe auch nicht die Lust, danach zu googeln oder ähnliches. Es ist eh egal, mir wäre sehr nach Winterschlaf. Ab sofort und dann bis Mitte März, wenn es wieder wärmer und heller wird.

Aus diesen Gedanken sieht man schon, ich bin einfach nu rnoch müde. Wie wäre es mal mit ausschlafen? Da fällt mir dann spontan ein: Sachsen-Anhalter stehen früher auf. Wer hat nur diesen bescheuerten Slogan erfunden? Mich hat mit Sicherheit niemand gefragt.

Wochenende war unspektakulär. Ich habe allerdings, man staune, für meine Begriffe zeitig das Bett verlassen. Meine Wohnung hatte es arg nötig. Ich putze ja wahrlich genug die Woche über, davon hat hier nur niemand was. Und meine leicht sarkastischen Bemerkungen, ob nicht jemand mal meine Wohnung übernehmen würde, versteht man dort leider nicht. So blieb es nur an mir hängen. Nessi tauchte auch auf, wir gingen spazieren. Und wie immer, wenn wir nur ganz kurz eine Runde drehen wollen, sind wir drei Stunden unterwegs. Weiß der Teufel wer uns da geritten hat. Vielleicht selbiger. Wir haben allerdings festgestellt, dass wir am Ende der Welt wohnen. Neulich hab ich geschrieben, was das Flair westdeutscher Städte ausmacht. Eines kann ich jetzt sagen: In westdeutschen Städten kann man nach 18.00 Uhr in der Woche und am Wochenende bummeln, in ein Cafe gehen. Hier werden zu selbiger Zeit die Bürgersteige hoch geklappt. Sogar Aldi in der Innenstadt schließt samstags 18.00 Uhr! Aber wir haben wieder eine Nachtbar - Neueröffnung mit dem Namen aus alten DDR-Zeiten, nur am anderen Standort. Wie lange, man wird sehen. Das Internetcafe hat schon wieder dicht, ich ahnte es leider schon vorher. 

Woran sich Nessi wohl erinnern wird, ist, dass ich angerufen wurde. Toti rief an. Von der Sache her, hätte er mich gern besucht, aber ich hatte ja schon welchen. Egal, wir haben eine Weile gequatscht und festgestellt, wir müßten das in nächster Zeit mal wieder. Man sieht sich so selten. Was der obigen Aussage widerspricht, vielleicht ist unser Nest dann doch keines. Nessi verläßt immer das Wohnzimmer, wenn ich telefoniere. Sie meint, ich würde nicht wollen, wenn sie dabei sitzt. Wenn sie meint. Jedenfalls war sie leicht angesäuert, hat auch nicht gefragt, wer es war. Meinte was von Internet-Bekanntschaft, dabei war es gar keine, auch wenn wir hin und wieder  über Messi kommunizieren. Sie kennt Toti auch, mag ihn nur nicht besonders.

Den Sonntag habe ich mehr oder weniger verschlafen. Ich war einfach fertig. Irgendwie spielt nichts mehr wirklich mit. Herpes und nicht zuletzt irgendsowas wie Blutungen, wobei ich nicht weiß, wie ich dieses deuten soll. Zum Arzt gehen wäre nur bedingt eine Lösung, die Aussagen dazu kenne ich schon. Mich stört das mehr als ich es ausdrücken kann, bringt mir dieses doch meine Planungen und mein Sexualleben vollkommen durcheinander. Letzteres liegt eh schon fast am Boden und Streßabbau wäre dringend geraten.

Bin gegen 22.00 Uhr ins Bett. Sozusagen mit den Hühnern. Und es kam, wie es kommen mußte, kaum lag ich, klingelte das Telefon. Ich hatte noch drüber nachgedacht, ob ich es mitnehme. Es war Schumi. Er wollte mir nur ausrichten, dass er gerade im Chat mit einer alten Chatbekanntschaft über mich spricht, und ich solle mich bei ihr mal melden. Habe ich dann heute getan, außerdem noch jemanden zum Geburtstag gratuliert. Manche sozialen Kontakte nimmt man gerade noch war.

Heute hatte ich wieder Dienst. Es passierte nichts Weltbewegendes. Montags ist Hausreinigung, was heißen soll, ich hab mal wieder geputzt. Die Kinder waren relativ gelassen, kleinere Konflikte und Ausraster sind nicht der Rede wert. Mir hat der 8stündige Dienst mehr als gereicht und war froh, als ich 20.00 Uhr Feierabend hatte. Morgen auf ein Neues. Gespannt bin ich allerdings mehr auf den Feiertag. Morgen könnte ich, wenn ich wollte, zur Halloween-Party gehen. Ich werde wohl nicht wollen. Mir wird der Dienst vollkommen reichen.

Meinen Dienstplan für den Rest des Jahres habe ich. Demnach habe ich ab 21. Dezember frei. Natürlich unbezahlt, aber ist doch was. Schumi hat übrigens ab 9. 12. Urlaub, hat natürlich nichts vor - wen wunderts - aber hierher wird es ihn auch nicht ziehen. Die Angst, es könnte wieder was beginnen, was als beendet gilt. Das Thema Frauen an sich hat er auf das neue Jahr verschoben. Ah ja!

27.10.2007 um 02:00 Uhr

Müde

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Einfach nur müde, geschlaucht, gestreßt. Warum? Keine Ahnung? Das Gefühl des Erschöpft-Seins verspür ich ja schon lange. War auch der Grund, warum ich mich mal entschlossen hatte, die Psychotherapie zu machen. Geändert hat sich daran nicht viel. Man könnte es Burn-Out-Syndrom nennen, würde man sicherlich sogar, wäre man prominent.

Erklärungen zu suchen und zu finden, ist nicht einfach. Ausruhen bietet sich an. Wenn man aber das Gefühl hat, nicht hoch zu kommen, sich nur noch auszuruhen, ist irgendwas falsch. 

Sicher ist es momentan etwas anstrengend. Die Tätigkeit schlaucht. Den ganzen Tag auf den Beinen, Konflikte, die man nicht kennt, die man nicht gewöhnt ist und vor allem für die man keine Lösung hat. 

Gestern war es nicht ruhiger als vorgestern. Es gab wieder Konflikte mit den Kids, die ich nicht so sehr verstanden habe bzw. deren Lösung ich noch weniger verstand. Meine jüngere Kollegin beteuerte mir, dass sie froh war, dass ich da war. Sie meinte, wir hätten die Konflikte doch ganz gut gelöst. Bin mir da nicht so sicher. Vor allem weil ich immer noch der Meinung bin, sie hat den Konflikt etwas verharmlost. Ein Gameboy-Spiel war verschwunden, es war eben noch da (angeblich) und plötzlich war es weg. Der Gameboy lag mit Spiel im Büro, wurde nach dem Mittag geholt und auf einmal war das Spiel weg. Ich fand das mysteriös, traute dem Jungen auch gern zu, dass es gar nicht da war. Der Junge, der dabei war, wurde beschuldigt. Beweise fehlten. Er hat aber schon öfter geklaut. Der Besitzer des Spielst suchte und erklärte, wenn sich das Spiel nicht bis dann und dann anfindet, haut er alles zusammen, auch das Büro.

Die Aussage allein ist schon erschreckend. Meine Kollegin wurde ganz hektisch, fing selbst an, das Spiel zu suchen (!). Es handelte sich auch um ihr Lieblingskind. Später, bei den Hausaufgaben, tickte er dann doch "etwas" aus und randalierte in der Küche. Gegen Abend fand sich das Spiel wieder an, es war plötzlich in Carstens Schuh. Sie hat das Ganze nicht wirklich in Griff, ist zu inkonsequent, favorisiert "ihr" Kind zu sehr. Die Kinder sind zu viel im Büro. Wenn sie Anweisungen erteilt, werden sie höchst selten ausgeführt. Liegt am Alter, aber sicher auch daran, dass "ihr Kind" sich einfach ihr gegenüber versucht, durchzusetzten. 

Der Tag verging rasend schnell. Durch die kleinen und größeren Konflikte, im Laufe des Tages gab es noch mehr.

20.00 Uhr Feierabend und einfach nur fertig. Heute war dann frei, d. h. zwar, dass man trotzdem zeitig aus dem Bett mußte, weil mein erstens Geld holen mußte und zweitens ja versprochen hatte, Carsten eine Stunde zu betreuen, damit die Kollegin später ihren Dienst antreten konnte. Ein paar Wege erledigen und nach Hause. Und dann folgte das, was nicht folgen sollte, man packte sich auf die Couch und blieb dort lange liegen. Einfach fertig.

Dass mich das stört, liegt auf der Hand. Erstens hätte man dieses und jenes tun können und zweitens kann es nicht der Sinn dieser Tätigkeit sein, dass man sich den Rest nur noch ausruht, weil man irgendwie geschlaucht ist. Ich bin auch schon tagelang nicht mehr zum Chatten, zur Postbearbeitung etc. gekommen. Ich hoffe, dass ich das im Laufe des Jahres noch in Griff kriege. Wahrscheinlich krieg ich es in den Griff, werde wirklich ruhiger, entspannter, dann ist das Jahr vorbei.

Die ganze Tätigkeit, ich habe es schon mal gesagt, gehört in professionelle Hände. Ich habe die Tage im Spiegel gelesen, dass es sogar Länder gibt in unserer schönen Republik, da werden schon ein-Euro-Jobber vor eine Klasse gestellt, weil Lehrer fehlen.  Das kann es irgendwie nicht sein. Und dann diese 30 Euro die Woche, klar man braucht die, man kann nicht mal auf sie verzichten. Was sagte Paulchen? Dann kündige doch was. Werde ich tun, ich kündige den Strom. Es gibt einfach nichts mehr, worauf man verzichten könnte. Diese ganz finanzielle Misiere ko... mich wirklich an. Alternativen? Gute Frage, nächste Frage. 

Zum Feiertag arbeite ich übrigens auch (unbezahlt klar, sowas kann man  u. a. nur  mit mir machen). Nur mal zur Erklärung: Der Feiertag ist nicht Feiertag, weil Halloween ist, sonderen Luther meinte, seine Reformen an die Tür zu nageln oder so (Reformationstag). Wird immer vergessen, vor allem bei den Kids. Ich darf dann mit den Kindern rumziehen. Was mir allerdings erspart, dass Kids bei mir klingeln, und ich natürlich keine Süßigkeiten zu Hause habe. Dieses Jahr würde ich vllt. sogar dran denken.  

Paulchen hab ich auch mal erreicht. Ist wie ein Sechser im Lotto. Nächsten Samstag kann ich ihn besuchen. War ja lange nicht da.  

  

24.10.2007 um 00:20 Uhr

Streß pur

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Streß pur waren die letzten beiden Tage. Nachdem ich vorgestern schon vollkommen fertig war, dann doch nicht gleich einschlafen konnte, war es am Dienstag nicht anders. Eigentlich war ich früh schon fertig. Am Abend bin ich nur noch ins Bett gefallen. Und das mir, der Nachteule par excellence.

Man kann das wirklich nicht beschreiben - für Normalos, auch wenn das Wort in jedem Zusammenhang eigenartig klingt. Was ist schon normal? Die Erzieher beteuern mir dann immer wieder, das war alles harmlos, eigentlich ist gar nichts vorgefallen. Alles im grünen Bereich. Warum stellt es sich mir dann anders dar?

Gestern ist nicht wirklich was "Schlimmes" vorgefallen. Nur das ständige Getippel über den Flur, das Zusammensuchen der Kids, das ständige Geschreie, Gemecker, Beschimpfe. Und vor allem der Jargon. Ich bin nicht empfindlich, aber Kids in dem Alter, die sich ständig als Mother... beschimpfen, Hur... . Das finde ich schon überspitzt. Alles dreht sich um die unterste Schublade.

Heute war es für meine Begriffe schon heftiger. Nicht nur, weil ich mich zu 9.30 schon auf dem Weg zu meinem "Seelenklempner" machen mußte. Der findet das natürlich vollkommen interessant, ist bewegt von meinen Geschichten. Sollte sie wahrscheinlich aufschreiben und ihm zum Lesen geben. Vielleicht auch veröffentlichen, konnte noch ein paar Mäuse bringen.

Nach dem Arzt bin ich gleich auf Arbeit gegangen. Ich habe jetzt Schlüssel für das Objekt. Kann also ganz allein dort schalten und walten. Welche Verantwortung! Der Grund ist aber vielmehr der, dass Carsten ja eher aus der Schule kommt, neuerdings um 12.00, und der Dienst der Erzieher erst um 13.00 Uhr beginnt (bis 8.00 früh). Diese Stunden galten dann als Überstunden, Überstunden müssen bekanntlich überall abgebaut werden.  War auch überhaupt kein Problem, er war zu diesem Zeitpunkt gut drauf, hat ein bissel mit der Playstation gespielt, bis die anderen erschienen. Mittagessen, Mittagsruhe. Das verlief dann alles andere als harmonisch, auch die Hausaufgaben waren nicht gerade ruhig. Zum Nachmittag spitzte es sich dann derartig zu, dass sich Robert und Carsten wegen einer Nichtigkeit derart in die Haare bekamen, dass sie aufeinander losgingen. Der eine hatte einen Metalldeckel des Abfalleimers in der Hand und wollte damit zuschlagen. Beim Wollen blieb es. Der andere hat ihn zusammengetreten. Verletzungen gab es keine, nur Geschrei. Ich wußte echt nicht, was ich machen soll. Dazwischengehen? Darf man sie auseinander reißen und dann ..... Das dürfen Erzieher und Erwachsene nicht. Und ich möchte nicht für einen Euro die Stunde eine auf die Nase kriegen. Ich glaube dann würde ich meine Contanace wirklich vergessen. Wie weit geht es? Ich habe die Erzieherin gerufen, sie ging dazwischen. Der Konflikt war vorerst gelöst.  

Später gab es einen ähnlichen Vorfall. Da Carsten zur Ruhe kommen sollte, hab ich mich mit ihm hingesetzt und Karten gespielt. Ein anderer Junge kam dazu und nach 3, 2, 1, 0 wischte er die Karten vom Tisch. Ohne dass irgendeiner was gesagt hat. Carsten schrie, der andere drehte ihm die Finger um, er schrie noch mehr, stemmte den Tisch beiseite. Ich hätte nie gedacht, dass ein Kind, wenn ein Erwachsener dabei ist, ein anderes Kind provoziert und dann schlägt.

Viel besser wurde es nicht, aber es war zumindestens ruhiger. Am Abend "kochten" die Kids, es gab Hamburger.

Viele Gedanken gehen einem da durch den Kopf. Man fragt sich, warum die Kids so drauf sind. Was ist passiert, dass sie sich nur so artikulieren können? Emotionale Zuwendung einfordern, aber das nur durch derartige Aufmerksamkeit artikulieren können. Man kann sich nur mit einem Kind beschäftigen, selbst, wenn man versucht, es mit zweien gleichzeitig zu tun, tickt einer aus, weil er zu kurz kommt. Für die Kinder ist es nicht einfach, die Eltern sind nicht in der Lage, sie zu erziehen. Sie sind mit derartigen Situationen erst recht überfordert, teilweise fordern sie derartiges heraus. Sie sind selbst verhaltensauffällig, Alkoholiker, haben Betreuer. Manche haben 11 Kinder, 8 Kinder. Alle sind in Heimen. Der Staat sorgt für sie. Mir fallen in diesem Zusammenhang Schlagworte ein, die man in Deutschland aus historischen Gründen nicht benennen darf. Ob das eine Lösung wäre, ob der Staat sich in das Privatleben soweit einmischen kann.... Ich habe keine Vorstellung, Empfehlung, Ratschlag,  aber was wird aus den Kindern, wenn sie jetzt schon so sind? Was wird aus deren Kindern?

Ich denke in diesem Zusammenhang oft an Paulchen. Er ist nicht verhaltensauffällig in diesem Sinne. Aber er ist auch nicht bei mir, er ist drogenabhängig. Er lebt auch in einer Wohngruppe, wenn auch in einem Krankenhaus. Er setzt sich anders auseinander, obwohl auch er sagt, dass dort viel "Gestörte" rumlaufen, die sowas herausfordern, die provozieren. Manchmal denke ich mir, was wäre wenn.... Wenn er im Kindesalter schon solche Verhältnisse kennengelernt hätte? Wenn er diese Erfahrungen gemacht hätte? Welche Erfahrungen hat er gemacht, von denen ich gar nichts weiß? Es klingt meist ziemlich harmonisch, wenn er erzählt. Konflikte gibt es, mehr oder weniger werden die verbal gelöst oder durch Ignoranz. Seltener körperlich.

Mir tun die Kinder auch leid, bis zu einem gewissen Grad. Sie sind Opfer der Gesellschaft, der Eltern, der Schule. Was auch immer. Und sie machen andere zu Opfern ihrer Aggressionen. Was kann man wirklich tun?

Ich bin gewohnt, viele Dinge auf meine sarkastische Art zu benennen. Sarkasmus nützt aber dort gar nichts, den verstehen die Kinder gar nicht. Sie verstehen oft auch keine ruhige, klare Ansage. Schulische Probleme haben die meisten Kinder dort. Viele können kaum rechnen, schreiben, lesen.

Wie kompetent bin ich für diese Tätigkeit? Wie kompetent will ich sein? Bei körperlichen Auseinandersetzungen muß ich nicht dazwischen gehen, so lautet die Anweisung. Aber was ist, wenn ich mit den Kids allein bin oder wenn dies morgen passiert, wenn die jüngere Kollegin mit mir Dienst hat, die diese Konflikte scheut und über keine Erfahrungen verfügt? Wie sehen korrekte Hausaufgaben aus? Wenn ich mit einem Kind lese, das nicht lesen kann, soll ich mir dann die Zeit nehmen, die Buchstaben einzeln zu benennen? Oder soll ich einfach nur korrigieren?

Heute hab ich Deutschhausaufgaben mit jemanden gemacht. Es galt nur Fragesätze abzuschreiben. Selbst das war nicht möglich. Ich hab die Worte und Buchstaben einzeln diktiert, der größte Teil war korrekt, das hab ich beim Überfliegen gesehen, aber nicht alles. Soll das dann solange wiederholt werden, bis es richtig ist? Das würde Stunden dauern, die Kinder überfordern, sie noch mehr aufbringen.

Ich habe mit meinem Sohn auch Hausaufgaben gemacht, der  auch immer Probleme beim Lesen und Schreiben (Legasteniker) hatte. Aber so schlimm, hab ich das nie erlebt. Zwischenzeitlich kann er lesen, liest auch. Hat aber seine eigene Rechtschreibung, die ich gelernt habe zu verstehen.

Ich habe gewußt, dass es nicht einfach wird. Wie schwer es ist, wird mir jetzt klar, und wahrscheinlich weiß ich es trotzdem noch nicht wirklich. Ich bin zwiegespalten über meine Gefühle. Mein Therapeut hat mich gefragt. Nein, ich will nicht alles hinschmeißen. Es ist eine neue Erfahrung, auch eine Herausforderung. Irgendwann ist die Zeit vorbei. Wirklich was bringen für den Lebenslauf wird es weniger.   

 

22.10.2007 um 23:35 Uhr

Neuer Tag, neues Glück?

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Schlecht geschlafen die Nacht. Als ich ins Bett ging, hört ich eine Sirene. Feueralarm? Sowas ist heutzutage doch selten. Alle Feuerwehrmänner sind doch mit Piper ausgestattet, geht der nachts los, steht mal allerdings auch im Bett. Irgendwann dann von meinem liebsten Nachbarn und seinen Frauen (wohl zwei Pflegerinnen heute) geweckt worden. Hab mich wirklich aus dem Bett gequält.

Und auf Arbeit dann die Überraschung. Es waren zwei Kollegen im Dienst, die junge Kollegin vom Donnerstag und der Kollege (33). Carsten (9) hat schon von weitem gerufen, dass ich erscheine und sich sichtlich gefreut. Bin dann mit der Truppe zum Essen gegangen. Danach kriegte ich dann meine Aufträge von der jungen Kollegin (24). Sie ist wirklich blond, sorry. Das was ich im Allgemeinen als Tussi bezeichne. Da ich ja offensichtlich gut mit dem Carsten kann, könnte ich doch heute nachmittag mit ihm zum Arzt gehen. Eine Überweisung holen für die Ambulanz der psychiatrischen Klinik, allerdings nicht für Carsten, sondern für einen anderen Jungen.  Sie kann doch mit dem Jungen nicht. Vorher werden Hausaufgaben gemacht. Sie hat sich dann ihren Lieblingsjungen geschnappt und mit dem Hausaufgaben gemacht, was man so Hausaufgaben nennt. Von Mathe hat sie keine Ahnung (O-Ton) und von Deutsch nicht viel (hat mich laufend gefragt, wie was geschrieben wird, kommt bestimmt gut rüber bei den Kids). Das Ganze kommt mir schon etwas eigenartig vor. Erzieherin? Der Alexis (11) stellt Besitzansprüche an die Dame, sie gingen Arm in Arm umschlungen zum Essen wie ein Liebespaar. Sie sieht auch gut aus, blonde lange Haare, die Hälfte von mir und 24.

Hausaufgaben - also mal ganz ehrlich. Deutsch konnte ich mir ja noch zusammenreimen. Aber Mathe? Die Aufgabenstellung - ich wußte nicht, was überhaupt gemacht werden sollte. Das Ganze bitte in Deutsch wäre hilfreich gewesen. Meine junge Kollegin wußte es natürlich auch nicht, wie gesagt, in Mathe war sie nicht gut (eigene Aussage). Der Erzieher wußte mit der Aufgabenstellung auch nicht wirklich was anzufangen. Irgendwann kam der Knirps, Robert (13), dann auf die Idee, dass es sich wohl um die gemeinsamen Nenner handelt. Na, das sagte mir doch jedenfalls was. Bin mal gespannt, ob die Aufgaben richtig sind. Englisch wurde dann nicht gemacht, wollte eigentlich meine junge Kollegin machen, soweit sie das kann, ihre eigene Aussage. Ich sagte mir dann, ich hab zwar von Englisch nicht wirklich viel Ahnung, war nie mein Fach, obwohl ich es wahrscheinlich länger hatte als sie, versucht hätte ich es. Aber das Buch ließ sich nicht auftreiben. So ein Pech. Nach den Hausaufgaben hab ich dem Jungen bei seinem "Amt" geholfen. Montags ist Hausreinigung und jedes Kind muss ein Zimmer sauber machen. Ich hab noch nie soviel sauber gemacht wie in den letzten Tagen. Ob ich mir die Kids mal ausborgen kann für die Reinigung meiner Wohnung?

Danach bin ich dann mit Carsten zum Arzt gegangen. Lief auch ganz gut. Der Junge war zwar bei den Hausaufgaben mal völlig ausgetickt, hat sich mit der jungen Kollegin angeschrien, haben sich gegenseitig völlig hochgeschaukelt. Ich hab eh den Eindruck, und eine spätere Aussage seinerseits bestätigte mir das, er testet sie nicht nur aus, er spürt auch, dass sie ihn ablehnt. Und in gewisser Weise provoziert sie sein Verhalten, weil sie an allem, was er sagt und tut, rumnörgelt. Im Gegenzug akzeptiert sie das Verhalten bei ihrem "Lieblingskind", der das vollkommen ausnutzt und den Carsten ständig provoziert, beschimpft und versucht zu schlagen. (Dürfte er schon deshalb nicht, weil er Boxer ist und ihm klar gemacht werden müßte, dass er sein Wissen nicht anwenden darf). Wir sind ganz unbeschadet zum Arzt gelangt. Auf dem Rückweg waren wir noch auf einem Spielplatz. Dany lief mir über den Weg. Ich hätte sie nicht erkannt, hab sie doch noch nie mit Perücke gesehen. Und sie sagte mir auch, dass sie mich neulich schon mal an der Weltzeituhr gesehen hat, ich hab nicht reagiert. Ich hab sie nicht erkannt. Soweit geht es ihr gut, sie sieht sehr gestreßt aus. Die 6. Chemo hat sie geschafft, am 12. 11. geht sie in die Klinik zur OP.

In der WG gab es dann gemeinsames Abendessen, danach wurde noch etwas gespielt. Ich hatte Feierabend! Ein Glück!

Für die nächsten Tage ist noch nicht ganz klar, wann ich anfangen soll. Vor allem soll ich mich ja um Carsten kümmern, weil er bei mir bisher nicht ausgetickt ist. Da er schon um 11 aus der Schule kommt, die Anderen erst 13.00. So beginnt dann mein Dienst auch eher. Wir werden sehen. Werde morgen erst mal die "Chefin" fragen. Von der Hierarchie in diesem Verein habe ich keine Ahnung, aber bisher stellte es sich mir so dar. Die junge Kollegin nehme ich nicht wirklich für voll, man liest es und wahrscheinlich merkt man es auch, ohne dass ich es artikulieren muß.

Ach ja Harry hat angerufen. Schade eigentlich, ich war gerade unterwegs. Er wäre gern vorbei gekommen, natürlich nicht nur vorbei.

21.10.2007 um 23:50 Uhr

Schon wieder

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

So langsam wird es Gewohnheit, hier über Nichts zu schreiben. Boah, aber nein, eigentlich wollte ich nur berichten, auch ich habe nun 255 ungelesene Nachrichten. Prima und der Tipp mit anklicken und löschen, nützt mir so rein gar nichts. Man kann nichts anklicken, wenn nichts da ist. Irgendwie ist Blogigo genial, das Thema befindet sich ja momentan wieder in so einigen Weblogs. Immer neue Aufgaben, hat immer Neues zu bieten. Warum also wechseln, so schön kann es nirgends sein.

Das Wochenende war ansonsten wie immer. Nichts Neues im Osten. Nessi ist gegen 19.30 aus Soltau gekommen, hat ihr soweit gut gefallen. Nur die Preise. Damit meinte sie weniger den Eintritt, sondern eher die Kosten für Getränke und Essen. Die Erkenntnis war, die ich irgendwann auch schon mal forumuliert habe, man sieht immer noch die Trennung von Ost und West. Woran liegt es? Ich weiß es nicht. Ist es ein rein subjektiver Eindruck?  Das Flair ist anders. Man kann es einfach nicht beschreiben. Auch wenn sich die Städte sich hier verändert haben, das Aussehen schöner ist. Die Städte heller erscheinen, kein Qualm mehr über den Städten, trotzdem ist noch irgendwas anders. Ob man dahinter kommt, was es ist? An den Menschen liegt es nicht, falls jemand den Einwand bringen sollte.

Und was gab es noch? Ja, wenn ich sage, dass es Nessi besonders gefallen hat - der heutige Tag, dann kann man sich zusammen reimen, was passiert ist. Manchmal ist einem so. Sicherlich hat genau dieses auch seine negativen Seiten.  

Und morgen auf ein Neues. Mein Gefühl ist nicht besonders gut. Klar.

Ach ja, dann bedanke ich mich noch bei meinem Rechner, der es geschafft hat, in der letzten halben Stunde drei mal abzustürzen. Nervend, aber so vergeht die Zeit. Kostbare Zeit, die man hätte besser verbringen können.  

 

20.10.2007 um 18:59 Uhr

Eigenartig

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Ein komischer Samstag, ich bin zwar nicht böse darüber, aber man sieht mal wieder, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.  Nessi ist heute in Soltau mir ihren Teens und Twens (Kids ist ja der falsche Ausdruck). Ja, ich hätte mitfahren können. Ist sogar eine Bildungslücke, ich war da noch nie. Mach mir nicht sonderlich viel aus Rummel. Aber ich hatte nicht wirklich Lust und überhaupt kostet das Ganze Geld, was wir - ich wiederhole mich - nicht wirklich haben. Wer hat eigentlich dieses "nicht wirklich" erfunden? Ist ja nervend, wie oft man das heute gebraucht. 

So konnte sich Frau mal ausruhen, obwohl ist ja samstags ansonsten nicht wirklich anders. Hier läuft gerade der Spielmannzug durch die Gegend. Hab ich irgendwie was verpasst? Das war nicht der Spielmannzug allein, sondern ein Lampionumzug. Ob irgendwie ein kirchlicher Gedenktag ist, von dem ich natürlich keine Ahnung hab. Die Polizei eskortierte. Schon ungewöhnlich. Kommen Erinnerungen auf, am 6. Okt., einem Tag vor dem Geburtstag der Republik fand früher sowas statt. Fackelumzug in FDJ-Bluse, meistens vergaß man sie. Paulchen ist auch noch einige Jahre gegangen, denn, wenn ich mein religiöses Wissen mal zusammenkratze, ist am 6. Okt. irgendwas wie Martinstag.  

So ich schweife ab. Nostalgische Erinnerungen sind momentan nicht wirklich fördernd.

Also konnte ich ausschlafen. War dann einkaufen. Wenn irgend jemand noch mal behauptet, das ist für Frauen ein Hobby, erschlag ich ihn  wahrscheinlich. Was macht daran denn Spaß? Vor allem war ich mit zwei Beuteln bepackt, es ist zwar von Penny auch - und schon wieder - nicht wirklich weit, vielleicht 250 m. Jedenfalls hätte ich nicht mehr weg gekriegt und überhaupt 37 Euro hat mich der Spaß dann auch noch gekostet. Einer meiner Nachbarn machte sich dann auch noch lustig, das hatte ich gebraucht.  Und was hab ich gekauft? Im Grunde nichts. Gut Nikotin war dabei, sind schon allein 6,95. 24 Euro hab ich diese Woche nur "verdient". Da könnte es einem schon sauer aufstoßen.   

Und ob es mir jemand glaubt oder nicht, ich brauch wirklich ein Paar neue Schuhe. Ich kann schließlich nicht mit Pumps auf Arbeit gehen. Bequemes Schuhwerk ist rar und einfach hin, wie ich feststellen mußte. Eigentlich und das Wort eigentlich suggeriert, dass ich es nicht getan habe, wollte ich meinen Schrank ausräumen, Unbrauchbares in die DRK-Behälter geben, u. a. auch Schuhe. Phlegmatismus schreibt man zwar Männern zu, aber ich hatte auch keine Lust. Was ich auch übermorgen noch erledigen kann, erledige ich halt nicht heute. Außer Kochen - , irgendwann taucht Nessi ja auf und will dann ggf. etwas essen, normalerweise kocht sie ja, - abwaschen und waschen, was beides Maschinen erledigen, hab ich dann nichts zu Stande gebracht. Bügeln könnte man auch mal. Da es aber kalt werden soll, Winter halt, muß Frau keine Blusen bügeln. Wer hat nur die Ausreden erfunden? Ach ja, war ich selbst. Das Buch der 1001 Ausreden stammt von  mir.

So sitzt Frau halt am Rechner, schreibt dämliches Zeug, denn selbst hier ist nichts los. Messi gähnt vor Leere.  Alle haben anscheinend was Besseres zu tun. Wundert mich nicht, werde mich auf die Couch begeben, irgendwas wird in der Flimmerkiste schon laufen. Ansonsten könnte man ja auch mal wieder ein Buch zur Hand nehmen. Ist sicherlich effektiver.  

 

20.10.2007 um 18:13 Uhr

Lebensweisheiten

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Es ist immer leichter, etwas Erlebtes zu bedauern.

Hab ich neulich gelesen. Stimmt irgendwie. Gibt zwar im Zweifelsfall ein paar Beispiele auf die das nicht zutrifft, die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel.  Nichts ist wohl schlimmer, Dinge zu bedauern, die man nicht getan hat. Das Leben ist kurz!

20.10.2007 um 00:28 Uhr

Man wird alt wie eine Kuh

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Genauso ist es. Man kann jeden Tag was dazu lernen. Heute hab ich zum Beispiel gelernt was ein Saldo ist. Ja, man kann  schließlich nicht alles wissen.

Also von vorn. Dienstbeginn war heute wieder 10.00 Uhr. Mir war schon lange unwohl bei dem Gedanken, dass es so gar keinen Papierkram zu erledigen gibt. Normalerweise muss man doch Stundenzettel schreiben, Berichte. Es gab nichts. Vor Dienstbeginn war ich dann bei der zuständigen Sozialpädagogin und hab sie gefragt. Aber es gibt anscheinend wirklich nichts oder irgendwer anders macht es. Keine Ahnung, Stundenzettel hab ich erhalten, der ist aber im Grunde nur für mich zu führen. Ich kann mir das zwar nicht wirklich vorstellen, kenn doch das Amt, aber egal. Die müssen es wissen.

Geld hab ich auch erhalten. Relativ unbürokratisch. Zwar sagte mir die zuständige Dame, es war gar nicht so einfach, über mich Informationen zu erhalten, wie auch.

Heute waren dann fast sämtliche Erzieher da. Die Kollegin von gestern hatte ihren Dienst zwar beendet, aber sollte noch was zu den Finanzen gezeigt bekommen. Erzieherin heißt halt nicht nur mit den Kindern spielen, beinhaltet auch Therapie und jede Menge Papierkrieg. Eine andere Kollegin hatte ein Gespräch, wie es sich herausstellte, mit einem Psychologen, der mit dem Bruder von Alexis angereist war. Die Brüder sollen sich ab und an mal sehen. Die diensthabende Erzieherin wollte dann der neuen Kollegin die Finanzen erklären, dafür putzte ich dann Fenster. Die Kinder spielten. Machte zwar relativ wenig Sinn das Fenster putzen, zum Einen schien die Sonne drauf, zum Anderen gab es keine Leiter. Ich bin nun wirklich nicht groß und die oberen Fenster blieben unerreichbar.

Nach dem Essen wollte der Psychologe mit den Brüdern das Schloß ansehen, der Rest wollte Besorgungen machen. Vorher gab es noch eine Zigarettenpause mit interessanten Einblicken. U. a. hat mir die diensthabende Erzieherin berichtet, dass es für die neue Kollegin schon schwer werden wird. Ich hatte gar nichts gesagt. Ob sie wußte, dass ich Gesprächsfetzen mit bekommen habe? Oder ob sie mein süffisantes Lächeln gesehen hat, als sie mir erklärte, sie muß der Neuen was über die Finanzen erklären. Die Frage nach dem Saldo bestätigte das dann im Nachhinhein. Wie dem auch sei. Wir waren mal wieder in der Stadt. In letzter Zeit war ich dort wirklich oft. Es wurden ein paar Besorgungen gemacht. Zum Schluß guckte ich wie immer nach Schuhe. Bin aber nicht fündig geworden.

Paulchen hab ich angerufen. Er ist jetzt umgezogen. Soweit geht es ihm gut, er wird mich aber in Zukunft nicht anrufen, es ist ihm zu teuer. Telefonkarten für Festnetz a 5 Euro für 20 Min. Gespräche. Ist wirklich alles andere als moderat.

Ansonsten fühl ich mich auf Arbeit nicht wirklich wohl. So vieles läßt darauf schließen, dass ich halt nur die Ein-Euro-Kraft bin. So Bemerkungen wie "wir werden Sie das nicht spüren lassen". Allerdings muß mir niemand erklären, was ein Saldo ist. Das ist eben der kleine, aber feine Unterschied.


18.10.2007 um 00:09 Uhr

Kinder sind anstrengend!

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Mit dieser Überschrift ist im Grunde alles gesagt. Da ich aber nicht ich wäre, baue ich es noch etwas aus.

Zum Einen möchte ich mal so ganz allgemein für mich bemerken, man sollte hier nicht zuviel lesen. Erstens bringt es einem selbst nicht unbedingt weiter und zweitens vergeht nur eines und das ist Zeit.

Heute war nun mein erster richtiger Arbeitstag. 10.00 Uhr. Nun als ich klingelte, machte natürlich erst mal keiner auf. Nicht mehr lange und ich wäre wirklich gegangen. Dann entschuldigte sich aber die Dame, sie hätte den Staubsauger in Betrieb. 2 Kinder waren heute vor Ort, davon gilt einer als besonders schwierig. Zuerst sind wir mit den Kindern zum Hautarzt gegangen. Als Alternative wurde mir Fenster putzen angeboten. Ich muß nicht wirklich erwähnen, dass ich das nicht wirklich als Alternative betrachtete. Nach dem Arztbesuch sollte es zu Aldi gehen, die Kids wollten ins Kaufhaus. Sie durften auch allein hingehen, was ich als ungewöhnlich empfand und noch empfinde. "Wir treffen uns danach an der Weltzeituhr!" war die Angabe ohne eine Zeit. Ich fragte nach und erhielt die Auskunft, dass die Kids schon allein unterwegs sein können.

Zu dem Begriff Weltzeituhr fällt mir bewußt ein, dass mein Kollege, der aus der Beratung von neulich, nicht mal wußte, dass wir eine solche haben.

Wir gingen zu Aldi, kauften dort Zitronen und Nudeln. Anschließend wollten wir zum neueröffneten Fachmarkt mit Rossmann, Landbäcker, Takko und ABC-Schuhe. Aber dort war die halbe Stadt versammelt. Nicht wirklich was für mich. In einem anderen Drogeriemarkt wurden noch Fensterreiniger und Tee erstanden, dann ging es zur Weltzeituhr, wo natürlich keine Kinder warteten.  Wir begannen, sie zu suchen, im Kaufhaus, bei der bewußten Neueröffnung, wo auch eine Hüpfburg war, in allen möglichen Geschäften - nichts. Glücklicherweise traf meine Kollegin dann eine Praktikantin, die die Kids schon länger kennt und ihr versicherte, dass diese nie abhauen würden. Wir warteten eine Weile und sie erschienen.

Danach Essen in der Kantine. Es gab Jägerschnitzel also Nudeln mit Tomatensoße und einer Scheibe panierter Jagdwurst. DDR-Kantinenessen. So schmeckte es auch, war aber essbar. 1,80 €.

Die Kinder sollten sich danach ausruhen, was sie auch taten. Anschließend war Zimmerreinigung angesagt. Ich sollte mir einen Jungen aussuchen, dem ich helfe. Mir wurde aber gleich suggeriert, dass der Alexis mit mir wohl nicht putzen wollte, er braucht Anlaufzeit. Nun gut putzte ich mit dem anderen Kind, das als schwierig gilt. Darum sollte es wohl auch abgeschoben werden. Mir ist schon aufgefallen, dass der Junge sicherlich nicht einfach ist, von den anderen sicherlich gemobbt wird, von der heutigen Erzieherin aber nicht weniger. 

Wir waren ziemlich schnell fertig. Ich kann mir schon vorstellen, dass er ein bißchen geschummelt hat, hab es aber wohlwollend übersehen. Hab ihm beim Saugen, Bett beziehen und Wischen geholfen. Danach wollte er sein Taschengeld (2 € pro Woche) ausgeben. Er fragte mich, ob ich mit gehe. Ich hatte nichts dagegen. Wir gingen also wieder ins Kaufhaus. - Ich war dort heute ein paar Mal, seit Wochen war ich dort nicht. - Carsten erstand ein Auto und ein paar Kaugummi. Sind sehr geschickt die Kids, Sachen zu finden, die wirklich nur 2 Euro kosten und sehr anspruchslos.

Danach wieder zurück, dieser neuerliche Stadtbesuch hat wohl keine dreiviertel Stunde gedauert. Die Erzieherin spielte mit dem anderen Jungen Monopoly, bis er kurz darauf zum Boxen ging. Ich hatte glücklicherweise Feierabend. Die Beiden zogen sich dann zum Playstationspiel zurück.

Es war anstrengend, weil man es nicht gewöhnt ist. Ich hatte nie zwei Kinder. Den ganzen Tag auf den Beinen ist für einen Büromenschen auch schwierig. Am Schreibtisch kann man sich gemütlich hinsetzen, die Schuhe ausziehen. Auch wenn es ggf. schwierig ist, sie wieder vorzuhangeln, wenn plötzlich einer ins Büro tritt. Ich war froh, als ich zu Hause war. Nessi sagte dann auch, Du siehst richtig fertig aus. Sie kam noch kurz vorbei. Hab dann auch eine ganze Weile geschlafen.

Erzieherin- zu DDR-Zeiten ein Beruf mit 3jähriger Fachschulausbildung. Dafür war eine Aufnahmeprüfung notwendig, man mußte beweisen, dass man "sprechen" konnte, eine musiakalische und künstlerische Begabung hatte. Heute lernen Erzieherin, z. T. auch Hauptschulabgänger, ein Jahr Sozialassistent, zwei Jahre Schule, dann ein Jahr Anerkennung in einer Einrichtung. Die Dame war also noch sehr jung. Sie hat ihre Tätigkeit dort auch erst begonnen. Warum ich auf ihre Ausbildung zu sprechen komme? Weil sie der Meinung ist, Soz.päd. lernen und können auch nicht mehr. Die Soz.päd sehen das irgendwie anders und die "alten" Erzieherinnen können mit der heutigen Ausbildung auch wenig anfangen, sprechen denen oft die Kompetenz ab. Ich will das noch gar nicht werten, mir ist nur aufgefallen, dass sie umgangssprachlich sehr unserem Slang verfallen ist, was ich persönlich weniger gut finde. Dass sie mit dem schwierigen Kind nichts anfangen kann, hat sie mir selber gesagt. War an mehreren Beispielen nicht zu übersehen. Ich hatte keine Schwierigkeiten. Es ist halt ein Junge und die hopsen rum. Der Jargon ist gewöhnungsbedürftig, aber darüber hört man entweder hinweg oder hinterfragt es, wenn nötig (es gab auch mal ein paar Adolf-Sprüche, die ich weniger gut fand).

Morgen dann eine neue Erzieherin, die eher meinem Alter entspricht. Die Damen und Herren machen dort ja einen 24-Stunden-Dienst. Mal sehen, wie ich mich morgen fühle. Heute war ich ganz schön fertig. Alles - vielleicht - eine Sache der Gewöhnung.

 

17.10.2007 um 19:14 Uhr

Therapiegespräche

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Therapiegespräche - das heißt nicht nur eins, sondern es waren heute zwei. Das Thema bewegte dann noch in einem ganzen anderen Zusammenhang.

Hab ich gerade in einem Kommentar gelesen, von meinem einzigsten, fleißigen Kommentarschreiber, ob mein Therapeut wieder eine Beratung braucht?! Hab ich. Was soll das bloß heißen? Irgendwie hab ich das schon mal gehört. Das suggeriert mir doch wieder, dass es nicht nur im realen Leben so rüberkommt, sondern auch hier.

Nun mein Therapeut brauchte heute keine Beratung. Ich hab die ganze Zeit erzählt. Über Dinge, die hier schon bekannt sind. Sprich mein Vorstellungsgespräch vergangerer Woche und mein Arbeitsbeginn bei der ev. Jugendhilfe.  Er schloß sich meinen Ausführungen auch weitesgehend an, bevor ich sie aussprach, dass er nicht versteht, warum das Amt mich dann überhaupt dahin geschickt hat. Zum anderen dachte er, dass dieser Job doch bestimmt sehr lukrativ ist. Denn er kennt dort einen, der ähnliches macht. Er kennt viele Leute, hat zu fast allem ein Beispiel. Der Job ist nicht lukrativ, sicherlich ist etwas mehr als HartzIV, aber unter lukrativ verstehe ich, und er sicherlich auch, etwas anderes. Zum Arbeitsbeginn konnte ich nicht viel sagen. Ich war dort ja noch nicht wirklich tätig. Konnte nur berichten, wie es theoretisch ablaufen wird. 2 Wohngruppen, eine mit zur Zeit 6 Kindern, in der anderen sind wohl 8. Jeweils 1 Kind gilt als besonders verhaltensgestört. Die Kinder fahren in der einen Gruppe jedes Wochenende nach Hause, in der anderen nach Bedarf, Absprache und Erfolgen. Das Erziehungskonzept mit einer Erzieherin, die mehr oder weniger auch den Haushalt versorgt, es entspricht also einem Familienkonzept, halte ich für schwierig. Er auch. Er erklärte mir dann noch, wie das SOS-Kinderdorf-Konzept funktioniert und dass man sich daran anlehnt. Wußte ich aber schon. Wie ich mich fühle, ist klar. Ich möchte mich nicht jahrzehntelang mit Hartz einrichten und sehe in dem Ganzen nicht gerade eine Herausforderung. Auch glaube ich nicht, dass ich nach einem Jahr Tätigkeit wirkliche pädagogische Kompetenz erhalte und die dann auch gefragt ist. Das waren die Themen, die Stunde vergeht relativ schnell. Neu war, dass wir uns dann doch nächste Woche treffen. Erst spräch er ja von einem 14tägigen Rhythmus. 

Im Wartezimmer hatte ich, ich konnte mich eh nicht hinsetzen und in Ruhe "Focus" lesen, eine weitläufige Bekannte getroffen. Die war sichtlich geschockt,  hat gegrüßt und weg. Das Wartezimmer war voll, eine Familie mit zwei Kindern war zugegen. Wieder mal ein Zeichen, wie viele Leute doch zum Psychologen gehen.

Nach diesem Termin hatte ich etwas Zeit. Bin ganz langsam zu meiner Arbeitsstelle gegangen. Hab mich dann an die Saale gesetzt, wollte in Ruhe eine rauchen. Frau raucht bekanntlich nicht auf der Straße im Gehen, findet sie unmöglich. Auch wenn das heute durchaus viele machen (noch). Danach war der Termin mit dem Bereichsleiter. Da ging es dann wieder um Therapie. Er wollte erst einmal wissen, was wir mit dem Begriff verhaltensgestört verbinden. Nun ich tu mich mit diesem Begriff etwas schwer, nicht weil ich ihn nicht verstehe oder weiß was damit gemeint ist, sondern vielmehr weil ich gar nicht so genau abgrenzen will, was normal ist und was unnormal. Viele der gezeigten Verhaltensweisen weisen dann auch "normale" Kinder auf. Ich verstehe schon, dass diese Kinder aus einem Grund in diesen Einrichtungen sind, weil sie auffallender reagieren als andere. Nicht zuletzt gilt aber heute das Prinzip, wer nicht in die "normale" Schublade passt, wird in eine andere gepreßt. Für alle Verhaltensweisen findet man dann im Zweifelsfall ein passende Krankheit mit den entsprechenden Symptomen. Vielleicht bin ich auch zuviel mit derartigen Dingen konfrontiert worden. Möglich. Bekannt ist dort natürlich nicht, dass mein Sohn sich im Maßregelvollzug befindet. Privatleben bleibt immer außen vor.  

So hat er noch mal an Einzelfällen klar gemacht, wie die Kids dort ticken und wie schwierig das Verhältnis sein kann. Alle Kids und Jugendlichen haben i. d. R. eine Heimkarriere hinter sich, waren in  psychologischer Behandlung - ich war gerade beim Psychologen und sah dort eine Familie mit Kindern, worin besteht also der Unterschied - und Kliniken. Die Eltern dieser Kinder sind meist in ähnlichen Situationen, denen, so seine Aussage, kann aber nicht mehr geholfen werden. Schade eigentlich oder? Die Kinder haben kein Vertrauen zu Erwachsenen, weil sie bisher von denen nur unter Druck gesetzt wurden, suchen aber trotzdem die Nähe und stoßen sie gleichzeitig weg.

Man muß Vertrauen aufbauen, die Kids motivieren, ihnen helfen, Gespräche führen. Sie leiten. Alles nicht wirklich neu und im Grunde kein Unterschied zu dem, was man sowieso machen sollte.

Er übergab uns dann noch ein paar Kopien mit einer Bedürfnispyramide, mit allgemeinen Leitsätzen zur Kindererziehung.

Zum Schluß konfrontierte er uns noch mit einigen Standardsätzen der Kindererziehung wie:

Ich hab auch ab und zu mal eine Naht (Prügel) bezogen und das hat mir nicht geschadet.

oder

Wenn mein Kind schreit, schreie ich zurück

oder

Wenn mein Junge Haarspangen tragen will, kann er das.

oder

Ich lobe mein Kind so oft es geht.

Er wollte wissen, was wir dazu meinen. Mir fällt dabei grade auf, dass ich viel zu viel geredet habe. Warum mußte ich mich eigentlich immer äußern?! Natürlich hat jeder von uns schon mal eine Ohrfeige bekommen, in unserer Jugend war das durchaus noch legitim. Geschadet, darüber läßt sich streiten. Schön war es nicht, genützt hat es auch nichts. Verstehen konnte man es. So rutscht einem schon mal die Hand aus, Kinder können einen schon zur Weißglut treiben. Deswegen ist es noch lange nicht richtig. Auch wenn ich mich gut an den Spruch eines ehemaligen Direktors, heute nennt sich das ja Schulleiter, erinnere, der sagte, eine richtige Wucht hat noch niemanden geschadet. Na bitte! Wir haben unsere Kinder auch schon angeschrien, manchmal, um sie zu übertönen. Manchmal aus Ohnmacht. Jungs dürfen Haarspangen tragen, wenn sie das unbedingt wollen. Gelobt wird, wenn nötig und wichtig. Auch hier gilt das Maß der Dinge.

Das Gespräch war locker und recht interessant. In 14 Tagen wird die Runde dann mit anderen Themen fortgesetzt.

Hab noch meine Wohngruppe besucht, wurde aber wieder nach Hause geschickt. Kein Bedarf heute. Soll mir aber keine Sorgen machen, die Stunden kommen locker wieder rein. Morgen soll ich dann erstmalig antreten, 10.00 Uhr. 

Nun ist schluß mit Therapie. War aber noch bei Nessi auf Arbeit. Dann doch Therapie, denn, auch nach Aussage des o. g. Bereichsleiter, sind in diesem Jugendclub ja verhaltensauffällige und schwierige Kinder. Stimmt im Einzelfall, läßt sich aber nicht pauschalisieren, die Kinder gehen dort freiwillig hin. Heute war Seniorennachmittag. 

Finanzen? Ach ja, heute Post im Briefkasten von meinem Vermieter. Der kriegt ja immer noch die Betriebskosten. Nach Aussage meines Anwaltes sollte ich ja nicht zahlen, da das Amt zuständig wäre. Aber natürlich ist das Amt kein Ansprechpartner für den Vermieter und das Gezeter mit dem Amt kann dauern. Wir haben eine Einigung gefunden, vorerst. Irgendwann fällt mir die ganze Finanzierung auf die Füsse, bin ich mir sicher.

 

17.10.2007 um 00:28 Uhr

Rückblick

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Rückblick auf die letzten Tage, ging ja nun nicht eher. Dank Blogigo. Sicher wäre mir im Falle eines Falles viel dazu eingefallen, aber ich will, da ich morgen sehr zeitig aus den Federn muß, mich mal kurz fassen:

Es ist im Grunde nichts Weltbewegendes passiert. Für den eben erwähnten Hinweis, Kontakte über das Netz "haltbar" zu machen, gab es am Samstag früh mal wieder eine Gelegenheit. Ich habe lange mit einem Mailfreund telefoniert. Dazu muß ich sagen, dass dieser querschnittsgelähmt ist und eine Lebensfreude und Lebensbejahung ausstrahlt, die ich schon lange bewundere. Hab ich ihm auch schon mehrfach gesagt. Ich kenne genug Leute, die in weit besseren Situationen viel weniger Lebensfreude und Lebensqualität haben. Manche sind in ähnlichen Situationen auch voller Zweifel, versuchen alle für ihr Schicksal verantwortlich zu machen und insgesamt sehr negativ. Was man durchaus verstehen kann, die Frage stellt man sich unbewußt, was wäre wenn....? Telefoniert haben wir das erste Mal, hat sich irgendwie ergeben und dank der Flatrates ist es ja sowieso kein Problem. Eine sehr sympathische Stimme und siehe oben Lebensfreude pur.

Am Samstag waren Nessi und ich wie immer spazieren. Wir haben uns das Gelände meines "Arbeitgebers" angesehen. Ich hatte ja echte Zweifel, dass ich mich auf dem Gelände zurecht finde. Zumal die Führung der Sozialpädagogin nicht gerade professionell war, man hatte den Eindruck, dass sie sich nicht wirklich auskennt. Das Gelände ist ziemlich groß, sehr bewachsen. Aber ich hab mich doch zurecht gefunden.

Immer noch nicht genug - klar. Wir wollten zum Landeskrankenhaus. Damit ich gleich die neue Station finde. Auch das klappte auf Anhieb. Der Security waren wir wohl nicht ganz geheuer, es war mittlerweile stockdunkel.

Gestern war dann der bewußte Tag. Arbeitsbeginn. 8.00 Uhr war angesetzt, die Protagonisten waren auch alle pünktlich. Die Vereinbarungen wurden unterzeichnet, anschließend fand für einige der Beteiligten noch ein Gespräch beim, wie er sich vorstellte, Bereichsleiter der therapeutischen Betreuung statt. Der wollte uns mehr oder weniger informieren, was auf uns zukommt. War stellenweise ganz lustig, vor allem wegen des "neuen" Kollegen. Konnte mir so ein bis zwei Kommentare nicht verkneifen. Egal jetzt.

Zur neuen Arbeitsstätte wurde ich dann doch noch geleitet, zumal sich was Neues ergab. Es soll ein Wechsel zwischen zwei Wohngruppen erfolgen. Zur Zeit sind aber Ferien und die Kinder sind größtenteils bei ihren Eltern. Hab mich noch kurz mit den Erzieherinnen unterhalten und eine geraucht (!). Da sage mal noch jemand, es raucht niemand mehr in Deutschland. Überall wird geraucht. Bin noch mit in die Stadt gegangen, es sollte was besorgt werden, dann durfte ich aber den Heimweg antreten. Heute war es ähnlich, hab mich nur kurz gemeldet, bei dem Erzieher vorgestellt. Der war aber beim Umräumen und konnte mich nicht wirklich gebrauchen. Kann ich auch verstehen. Es war nur ein Junge da. Zum Donnerstag soll sich das ändern. Ich muß mir auch keine Gedanken machen, erstens ist man nicht päpstlicher als der Papst und dann wird es noch genug Gelegenheit geben, die Stunden nach zu holen. Ich konnte also wieder nach Hause. War ich auch nicht böse drüber.

Für morgen ist dann Therapeut angesagt und ein intensives Gespräch beim Bereichsleiter.

16.10.2007 um 23:51 Uhr

Die Dynamik des Netzes

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Blogigo lebt wieder. Wer hätte das gedacht? Ich ehrlich gesagt nicht. War schon ein bißchen sauer, da wollte man so viel schreiben und nichts geht. Mal abgesehen davon, dass man auch nichts lesen konnte. Hier jedenfalls.

Ja, es gibt viele Bloganbieter. Man liest auch bei dem einen oder anderen Anbieter bestimmte Blogs. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, so schnell kann und will er sich nicht aufraffen und was Neues suchen. Es gibt auch eine Menge, die einen schon beim ersten Hingucken nicht gefallen. Auf manche Features müßte man verzichten. Auf andere kann man verzichten.

Schön, dass Blogigo wieder liebt. Wenn auch eingeschränkt, denn viele nehmen dies nun zum Anlass zum endgültigen Wechsel.

Frau ist zu lange im Netz, um das nicht schon öfter erlebt zu haben. Es bleibt immer etwas auf der Strecke. Kontakte, Vorstellungen.

Da gab es (und es gibt ihn noch) den weltgrößten Chat. So wurde geworben, ich glaub, es wird noch so geworben. Ich hatte es schon mal erwähnt, ich chattete früher exzessiv, obzessiv. Jede freie Minute und wahrscheinlich nicht nur die. Es hat sich in einem kleinen Raum des großen Lycos-Chat eine Truppe gefunden, die viel Spaß miteinander hatte. 4 bis 5 Männer, 2 bis 3 Frauen waren die Stammbesetzung des Nachtchats. Es ging immer lustig zu, es gab keine Querelen. Man unterhielt sich mal privat. Vereinzelt gab es auch private, nähere Kontakte. Eifersüchtig überwacht wurde dieses Treiben von Besuchern bzw. den Stammchattern des Tageschats. Warum geht es bei denen nur so harmonisch zu? Dort gab es Intrigen und Querelen. Jeder zog über jeden her. Nein, das war nicht immer schön. All dieses gab es im Nachtchat nicht. Dort wurde lustig bis ernst gechattet, ohne irgendwelche Intrigen und Querelen. Nun Lycos hat sich verbessert, ständig, immer wieder neue Software, neue Angebote. Es sollte besser und schöner werden. Der beste Chat Europas und der Welt. Serverausfälle waren die Folge. Manche Programmierfehler sah man erst im Dauerbetrieb. Die Chatter kamen nicht in den Chat, konnten nicht schreiben oder lesen. Irgendwas war immer. Die Chatter verließen den Chat, sahen sich woanders um, andere hörten auf. Kontakte zerbrachen. Das war nicht gewollt und wenn man sich irgendwo in den Weiten des Netzes begegnet, spricht man von der "schönen, alten Zeit" und das es sowas heute nicht mehr gibt.

Es ist so. Für mich ist Lycos nicht mehr benutzbar, die vielen neuen Features verkraftet mein alter Rechner nicht mehr. Es gibt bei vielen den Drang danach, alles was technisch möglich ist, auch auf Homepages zu packen. Keiner bedenkt, dass die Seiten damit schwer ladbar, unübersichtlich und teilweise unleserlich werden. Schlichte, einfache Homepages sind nicht mehr in, obwohl sie immer noch bei den Usern ankommen würden. Wer will schon auf der ersten Seite gleich erschlagen werden? Aber man zeigt gerne, was man alles kann, was technisch möglich ist.

Chatten ist für mich zur Nebensache geworden. Einige der Kontakte von damals bestehen noch, man bedenke in der Schnelllebigkeit des Netzes sind manche schon älter als 7 Jahre. Ich habe immer noch keinen äquivalenten Chat gefunden.

Bei Blogigo wird das nicht anders sein. Das Internet ist schnelllebig. Serverausfälle und einzelne Fehler gibt es überall. Und Kontakte zerbrechen, daran muß man sich gewöhnen. Wenn man das nicht will, muß man rechtzeitig vorbauen.

13.10.2007 um 03:16 Uhr

Autotrauerfeier und sonstiges

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Ist schon wieder mitten in der Nacht oder doch früh. Eine Sicht der Dinge. Die Nachteule geht halt nicht eher ins Bett, obwohl sie es fest vor hatte. Denn schließlich klingelte der Wecker wieder zu eigentlich unanständigen Zeiten.

Aber es kommt oft anders. Es ist schon komisch, da denkt man gerade so: Es ist gegen 0.30. Früher, also nicht vor 10 Jahren, sondern eher vor einem Jahr und so, hast um die Zeit entweder gechattet oder telefoniert. Jetzt gibt es Flatrates und das Telefonierverhalten hat sich derart verändert, dass es kaum noch statt findet. Wenn ich ans Telefonieren denke, liegen andere wohlbehütet im Bett. Den Einzigen, den man um die Zeit anrufen könnte, wäre Schumi. Und es klingelte das Telefon, und er war dran.  

Wir haben auch lange nicht telefoniert. Es hat sich bei ihm nichts geändert, er sucht immer noch die Frau, die er sich erst backen muss. Ich habe hier ja schon mal einen Aufruf nach einer Singlefrau gestartet, aber erfolglos. Sie muß gut kochen, backen, putzen, soll eine eigene Wohnung haben, ihn verwöhnen, keine Probleme haben, nicht kompliziert sein und vor allem keinen Sex wollen.  Ich weiß jetzt jedenfalls, warum mein Handyguthaben weg ist. Ich dachte mir schon, dass mein Telefon irgendwie mal wieder selber gewählt hat. Die erste gespeicherte Nummer ist nun mal er, sind ja nun mal alphabetisch. Passiert selten, aber ab und zu kommt man doch mal irgendwie auf die Tasten. Es gibt auch Tastensperren, mir schon klar. So hat er gehört, wie Getrappel im Büro oder ähnliches war. Ich war beim Anwalt und anschließend auf dem Markt. Darum ist es so spät geworden oder früh. 

Roland erschien pünktlich. Den Rest muß man nicht erklären. Es ist eigenartig unsere "Beziehung". Aber sie wird sich nicht ändern. Er hat mir mal gesagt, als wir lange Zeit nur sporadisch Mail-Kontakt hatten, war sein größter Wunsch, mich wieder zu sehen. Ich muß gestehen, ich hab auch oft an ihn gedacht. Es ist keine Verliebtheit, aber so ein Gefühl der Verbundenheit. Bei mir auf jeden Fall. Manche Menschen sind einem einfach wichtig. Wir hatten damals so eine schöne Affäre, die mir nicht nur wegen des Sex wichtig war. Dieses Reden war auch sehr wichtig. Er hatte mal festgestellt, dass ich über bestimmte Dinge mehr weiß als seine Frau. Sie interessierte sich gar nicht dafür. Als es zerbrach, weil sie halt dahinter kam und ziemlich Druck machte, war ich am Boden zerstört. Ich habe sehr lange gebraucht, um darüber hin weg zu kommen. Der Gedanke, ihn nicht wieder zu sehen, auch wenn er nur einige Kilometer weg wohnte, war mir unterträglich. (Zu dieser Zeit fing ich an, mich im Netz zu bewegen, zu chatten.) Mein Mann erfuhr erst davon, als er mein Tagebuch las, welches unter meiner Unterwäsche im Nachtschrank lag. Der war davon wenig erbaut, was ich noch weniger verstehen konnte, denn schließlich hatte er damals schon jahrelang Martina. Aber wie heißt es so schön frei nach A. Schnitzler, mir könnte ich eine Untreue jederzeit verzeihen, Dir nie!

Als er irgendwann vor meiner Tür stand, war ich einfach nur glücklich. Komisch. In der Zwischenzeit hat es sicherlich einiges gegeben, trotzdem geht es einfach nicht ohne. Mir beschleicht oft das Gefühl, was wäre wenn. Wenn ich nun doch in einer festen Beziehung wäre. Kann ich das?

Es hat in der Zwischenzeit noch ein, zwei Menschen gegeben, die ein ähnliches Gefühl bei mir hervorrufen. Man kann das weder beschreiben, noch wird es jemand verstehen. Diese Menschen sind aus meinem Leben verschwunden. Ich kann einfach nicht den Schritt tun und das artikulieren. Ich habe das Gefühl, ich habe nicht das Recht, mich dort wieder einzubringen. Den Gedanken, es zu tun hatte ich schon öfter. Einmal habe ich es auch getan und das Erstaunliche war, nach  Jahren wußte ER sofort, wer am Telefon war. Noch mal kann ich nicht über meinen Schatten springen, auch wenn ich mir relativ sicher bin, er wäre gar nicht böse. Dieses Gefühl bei ihm hatte ich nachher nie wieder. Ich hätte damals bei ihm bleiben sollen. Aber da war der Mann, der Sohn, die Ehe, die gerettet werden sollte. Und später sollte ich einfach nach 2 Jahren sagen, ich bin nun frei. Hatte ich da das Recht?  Jetzt ist wieder einige Zeit ins Land gezogen, selbst das Telefonat ist schon lange her.

Manchmal begegnen einem Menschen, die möchte man nicht missen und man verliert sie doch. Das ist wohl der Lauf der Zeit und man hat nicht den Mut zu sagen, bleib hier!

Genug davon. Die Gedanken kreisen schon seit gestern Nacht durch meinen Kopf, kein Wunder, dass ich nicht schlafen konnte.

Nachdem Roland gegangen war, hab ich mich langsam fertig gemacht und bin dann auf zum Bus. Nessi holte mich ab. Wir gingen langsam zu unserer Bekannten. Der Kaffee war schon fertig, der Tisch gedeckt. So ist sie halt. Für mich hatte sie ein paar Blumen gezogen, sie weiß, dass ich damit wenig Glück habe. Ich werde sie tot pflegen. Ich habe unser Geschenk, das Schokoladenauto überreicht. Auf einem ihrer Tischchen war dann ein Bild von ihrem Subu (so nannte sie ihren Freund, das Auto). Auf dem Bild stand das Datum des Kaufes und das Datum des Verkaufes. Es ist schon traurig.

Wenn wir auch viel gelacht haben, so war doch eine komische Stimmung. Kaffee trinken, eine Flasche Wein. Ein Plaudern über alte Zeiten. Viel reden muß man bei ihr nicht, das übernimmt sie. Erschreckend für mich ist, sie ist 48 und bezeichnet uns als "alte Leute". Ich fühl mich gar nicht alt, auch wenn ich noch ein paar Jahre jünger bin. Ich verstehe schon und selbst beschleicht mich dieses Gefühl ja auch, dass wir nie  wieder arbeiten werden, aber wir können doch nicht 20 Jahre nichts tun. Uns von einer Maßnahme in die andere retten. Sie hat das auf dem Amt auch derart artikuliert, dass sie die Menschen in die Armut treiben. Doch aber nicht die Sachbearbeiter, die setzen doch die Gesetze nur um. 

Nessi bezeichnet sie als senil. Aber mit 48 ist man nicht senil. Aber ihr Lebensinhalt besteht halt darin, über alte Zeiten zu plaudern, ihre Wohnung zu dekorieren. Für meinen Geschmack mehr als übertrieben, jede Menge Teddys, Puppen und dann noch Halloweendeko. 

Baut man eigentlich ab, wenn man jahrelang allein lebt und arbeitslos ist? Sicher. Im Übrigen hat sie schon einen Freund, nur getrennte Wohnungen. Ihr Sohn wohnt in NRW. Wer jahrelang allein lebt, tut sich damit schwer, will das nicht mehr. Ist das so? Will ich auch mal genauso werden? Allein, ohne Partner, weil ich die Verantwortung, das Teilen, die Kompromisse nicht haben will?

Gegen Abend haben wir uns verabschiedet. Wann wir uns wieder treffen, wurde nicht festgelegt. Muß ja auch erst mal sehen, wie sich das mit meiner neuen Tätigkeit vereinbart.

Nessi kam dann noch kurz mit zu mir. Als ich nach Hause kam, es war klar, Paulchen hatte angerufen. Auf dem AB dann die Frage, warum ich heute nicht erschienen bin. Heute waren wir gar nicht verabredet. Hab ihn dann zurück gerufen, ihn darauf hingewiesen, dass erst nächsten Freitag wieder Besuch ist, und ich ihm ja erklärt hatte, dass wir heute zur Autotrauerfeier gehen. Das war ihm entfallen. Es geht ihm soweit gut. Sein Kumpel und Mittäter ist schon verlegt. Er wird es aller Wahrscheinlichkeit nächste Woche. Nächsten Freitag kann ich ihn nicht besuchen, da alles belegt ist. Wie dem auch sei, er muß sich dann melden, ob er verlegt wurde und wann ich ihn besuchen kann. Auf der neuen Station wird ja wieder alles anders. Er wußte auch noch  nicht, dass ich nun wirklich am Montag mit der Arbeit beginne. Außerdem trudelte heute von meiner Anwältin die Abschrift zum Schreiben an das Gericht ein, Antrag auf Ehescheidung. Ich hatte ihm ja gesagt, dass das bevorsteht. Und ob ich nun wirklich meinen Mädchennamen annehmen will, ja, soll ich selbst entscheiden. Er will auf keinen Fall wechseln. Er trug den Namen bis zum 3. Lebensjahr auch. Er war bei der Hochzeit seiner Eltern schon dabei, übrigens mit heller Cordhose (aus dem Westen), weißem Hemd und Fliege. Eine sehr groteske Frage hat mir mein Sohn noch gestellt, ob ich mich nun schon mit meinem neuen Lover getroffen habe. Er meint den Dönerverkäufer, möchte er doch unbedingt, dass ich mit dem mal ausgehe und macht sich natürlich darüber lustig. 

Der Artikel ist wieder sehr lang geworden, obwohl er nur einen Bruchteil dessen enthält, was so bewegend ist. Nicht alles ist so klar formulierbar. Manchmal sollte man abschalten. Wie den Fernseher, wo sinnigerweise ein Film über die DDR läuft. Anderes Thema, lass ich jetzt. 

 

 

12.10.2007 um 00:30 Uhr

Kleine Überraschung

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist nicht immer schön, wenn man weiß, dass man Recht hatte. Manchmal ist Unrecht haben, gar nicht so schlecht. Vor allem wenn es sich um Zweckpessimismus handelt.

Geschlafen hatte ich die letzte Nacht nicht besonders gut. Zuviel Gedanken kreisten, mal wieder. Wenn man dreiviertel fünf (viertel vor fünf) immer noch wach ist, ist es nicht gut. Vor allem dann, wenn 8.15 der Wecker klingelt.

Der klingtelt zwar ohne zutun, und es ist ihm auch egal, ob man aufsteht oder nicht. Manchmal würde man sich dann gern auf die andere Seite begeben. Ging aber nicht. Termine.

Ich hatte mich ziemlich verrückt gemacht deswegen. Nun schreibt man zwar oft Bewerbungen, aber wenn die vom Amt angefordert wird, gibt man sich besondere Mühe. Besonderes Bild, es soll mich zwar niemand wegen meiner Schönheit einstellen, aber es gehört halt dazu. Lebenlauf überarbeitet, Brief verfasst, besondere Mappe. Alles sollte ganz wunderbar sein. Wollte man sich doch nicht der Gefahr aussetzen, dass jemand meint, man müsse das nochmal lernen und Frau zu diesen elenden Bewerbungstrainings geschickt wird. Das braucht man wirklich nicht.

Anzugsordnung auch noch so ein Thema. Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, mein Gott, was solls und ließ es einfach. Keine besondere Kleiderordnung, nichts mit Kostümchen oder Hosenanzug. Jeans tun es auch.

War schon eine Viertelstunde vorher beim Amt. Wollte ja noch die Dame sprechen wegen des Führungszeugnis. Übergeben, Zuweisung erhalten und gut. Zuweisung beinhaltete dann nochmal (!) einen Vorstellungstermin für Montag, 8,00 Uhr. Eigentlich hatten wir das schon und Arbeitszeit soll 13.00 Uhr beginnen.

Und wie ganz oben erwähnt, hatte ich Recht. Das Gespräch führte eine Dame einer Arbeitsvermittlung im Auftrag des Amtes. Die war sehr freundlich, war wohl auch angenehm überrascht über meine Person. Nach kurzen Stichworten zu meiner Person kam dann die alles entscheidende Frage nach der Mobilität, und das wars dann. Jemand ohne Auto ist nicht zu vermitteln, was soll ich mit Ihnen, so ungefähr lautete das Credo. - So nebenbei, morgen ist ja die Autotrauerfeier einer Kumpeline. Abgeschafft wegen ALG2, Unterhalt nicht mehr bezahlbar. - Im Grunde war das Gespräch beendet, sie erklärte mir noch, wofür sie jemanden sucht. War fest davon überzeugt, dass dieses kein Thema sein wird. Ich auch. Gesucht wird für die Auslagerung einer Firma der Deutschen Bank, jemand, der Computertätigkeiten übernimmt, z. B. Konto eröffnen, schließen, EC-Karten sperren etc. Das Ganze in Großkugel bei Halle, 1.300,00 brutto (!). Das ist nun wirklich entschieden zu weit, wahrscheinlich auch für Leute mit Auto. 50 km, schätzungweise, sind vielleicht nicht das Thema, zurück sind es schon 100 und das Gehalt, da bleibt nicht viel über. Wie dem auch sei, meine Bewerbungsmappe fand sie wunderbar, woher sie das weiß, weiß ich widerrum nicht, denn der Blick darin war nur kurz. Sie wollte sie auch nicht behalten, da diese  Geld kosten und bei ihr eh nur abgeheftet wird. Nachteile entstehen keine, sie wird im Gegenteil das Amt fragen, warum jemand geschickt wird, der nicht mobil ist. Aber ich könne mich immer mal bei ihr melden, vielleicht findet sich ja doch etwas! Klar!

Das Büro war vom Amt extra ausgeräumt wurden. Meine frühere Fallmanagerin saß mal in diesem. Es standen nur zwei Tische drin. Ein kleiner als Besprechungstisch und einer sozusagen als Schreibtisch. Auf ihrer Liste waren bestimmt 30 Leute für eine Stelle. Wie viele davon mobil sind, will ich nicht beurteilen. Aber es ist natürlich ziemlich einfach, schließlich gibt es auch genügend Arbeitslose mit Mobilität. Letzten Endes wird jemand aus dem Raum Großkugel eingestellt, ist auch nachvollziebar.

Auf dem Weg zum Amt vibrierte meine Aktentasche (nein, es war kein Vibrator drin!). Mein Handy. Das klingelt zwar tagelang so gut wie gar nicht, aber wenn ich unterwegs bin, kann ich damit rechnen. Meistens liegt es dann auch noch zu Hause. Ich war schon erstaunt, als ich las, wer da was wollte. Roland. Er ist in der Stadt (wohnt in der Nähe in einer kleinen Stadt) und würde gerne 13.00 vorbei kommen. Antworten konnte ich nicht, es war kein Geld auf der Karte. Hab ich dann erst von zu Hause aus getan. Warum sollte ich was dagegen haben, im Gegenteil.

Gegen 13.00 Uhr erschien er dann. Auch er war zum Vorstellungsgespräch,  ist seit März arbeitslos, wußte ich ja,  und bewirbt sich wieder als Dozent. - Hätte ich doch mal irgendwann meinen Dozentenschein gemacht, aber nun ist es zu spät. Ich kann ihn nicht bezahlen, das Amt wird ihn nicht bezahlen. Und sehr rosig ist es in diesem Bereich auch nicht mehr. - Er hat sich unwahrscheinlich gefreut, mich beim Erntefest gesehen zu haben. Es war doch erstaunlich, mich in dieser Menschenmasse zu entdecken. Ich hatte seinen Blick gespürt, denn er saß ja auf einem Traktor und konnte gar nicht zu mir kommen (hatte auf der alten Plattform darüber berichtet). Seine Familie (Frau, Schwiegersohn, Tochter) hat davon nichts mitbekommen, ich hatte ihn auch sehr artig begrüßt (ohne Kuss). Wir hatten sehr guten Sex. Da er morgen wieder hier ist, er hat ein Termin beim Arbeitsamt, wird er morgen wieder erscheinen, vormittags. Unsere Affäre war 2000, ist damals durch eine Unachtsamkeit von  ihm aufgeflogen, und es gab eine Menge Streß. Bin deswegen immer wieder erstaunt, dass wir uns immer noch sporadisch treffen, nicht so richtig voneinander lassen können. 

 

11.10.2007 um 01:09 Uhr

Licht am Ende des Tunnels?

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

So wunderschöne Sprüche, nach Regen folgt die Sonne, am Ende des Tunnels ist Licht. Wer sagt eigentlich, dass genau das wahr ist? Sind es nur Aufmunterungen? Man kann ja schlecht sagen, es bleibt genauso und evtl. wird es noch schlimmer. Klingt blöd.

Mir helfen die Sprüche grad wenig. Am Ende des Tunnels brennt gar nichts, nicht mal ein Teelicht. Nach dem Regen ist keine Sonne in Sicht, es bleibt grau.

Wenn man denkt, momentan geht es doch irgendwie, man beginnt, sich zu arrangieren. Man beginnt, das Beste aus dem ganzen Desaster zu machen. Dann folgt garantiert eins: Irgendwer haut einem auf die Füsse, so dass man aufwacht aus diesem seligen Traum, wieder auf die Füsse kommt, den Tatsachen wieder ins Auge sieht. Das Gefühl - kein Recht auf ruhige und entspannte Zeiten. Das kann man ganz schnell draus schlußfolgen. Die Erkenntnis ist wohl nicht so neu, denn man hat genau diese schon oft gehabt. Aber immer noch die Hoffnung, es muß doch mal dieses berühmte Licht auftauchen, von dem alle immer wieder sprechen. Es bleibt dunkel!

Der Tag begann nicht gut. Der begann mit obiger Erkenntnis, basierend auf einem Ereignis. Das änderte nichts am Termin bei der Rechtsanwältin. Und diese Dame, man mag es kaum glauben, erkannte Frau nach 5 Jahren. Sie muß ein phänomenales Gedächtnis haben oder Frau eine entsprechende Persönlichkeit. Die Scheidung ist mehr oder weniger Formsache, wie gesagt 5 Jahre und jetzt will er ja auch. Wie ich das schon vermutete, seinen Wünschen bzgl. mancher Klärungen wird im Scheidungsverfahren nicht entsprochen, das wäre eine Zivilangelegenheit. Da bleibt nur die Rentenklärung, worauf ich mich schon sehr freue, wieder ein ziemlicher Papierkrieg, den ich doch eigentlich vermeiden wollte. Was meine Namensänderung betrifft, sagte sie nur, dass nach der Scheidung wohl nichts im Wege stehen würde. Das könne man ohne Weiteres beim Einwohnermeldeamt beantragen und gegen eine Gebühr, die nicht so hoch sein dürfte, wäre das machbar. Man wird sehen. Das Verfahren dauert trotz der Klarheit mindestens ein halbes bis dreiviertel Jahr, denn das Gericht ist überlastet. Die Sache dauerte knapp 10 Minuten.

Schon vor dem Gespräch mit der Anwältin, noch im Wartezimmer mit der Rechtsanwaltsgehilfin bzw. Azubine, klingelte mein Handy. Dany. Ich schaltete es aus und dachte noch, vielleicht möchte sie, dass du Kuchen mitbringst. Hätte ich im Übrigen eh getan. Noch schnell ein Besuch auf der Sparkasse, da ja, siehe oben, wieder neue Probleme auftauchten, aber eine Klärung konnte nicht erreicht werden. Glücklicherweise dachte ich daran, mein Handy dann wieder einzuschalten und siehe da eine SMS mit dem Inhalt: "Halle Kleene, es wird heute nix. Ich meld mich." Prima. Fällt ihr ja zeitig ein. Was auch immer dazwischen gekommen sein mag, so schnell werde ich wohl die Zeit nicht mehr aufbringen. War so gewollt, interpretier ich jetzt einfach mal so. Fertig, wer nicht will, der hat. Gibt ja mehrere Beispiele für dieses Vorgehen. Egal.

Ich war gerade an einem Geschäft (Chocolata), das Süssigkeiten verkauft. Hab dann noch das Auto aus Schokolade erstanden, was wir dann am Freitag zur Autotrauerfeier mitnehmen werden. Als kleines Mitbringel. Ist ja passend, wenn auch ziemlich zynisch. Der Vorschlag stammte zwar von Nessi, sie hätte sich das wohl nicht getraut. Findet es aber nun okay.

So war ich zeitig zu Hause, hab aber anstand meine Anzugsordnung für morgen festzulegen, den Tag mehr oder weniger am Rechner verbracht. Post und was so anfiel. Im Messi war leider so überhaupt nichts los, nur die bewußte Person, die ich mir fest vorgenommen habe, eh nicht wieder anzureden. Die Anzugsordnung für morgen steht zwischenzeitlich schon.

Zum Abend, der Mensch ist ja genügsam, folgten dann die bekannten Serien der verzweifelten Hausfrauen, der Ärzte und der Brüder und Schwestern. Die kleinen und großen Probleme der Protagonisten a la Hollywood. Schön, abschalten und an nichts denken. Was will Frau mehr.

Und zur Krönung: Harry hat auch abgesagt, Donnerstag und Freitag keine Zeit. Ich hatte schon Recht mit der Vermutung, es beginnt eine enthaltsame Zeit.

10.10.2007 um 01:35 Uhr

Ansichten

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Das Internet ist doch das Unpersönlichste was es gibt, oder? Man ist hier anonym, doch wohl eher nicht. Schließlich kann jeder versuchen, den anderen zu googeln und wird meistens sogar fündig. Denkt man in der Regel gar nicht darüber nach. Gut paulinchen kann man googeln, kriegt aber soviele Einträge, dass es keinen Spaß macht. Ist so gewollt.

Die Idee hier seine Augen zu veröffentlichen, ist irgendwie genial. Das ist persönlich unpersönlich. Aber was alle machen, macht Frau sowieso nicht. Ich würde andere Körperteile vorschlagen, als äquivalenter Ersatz sozusagen. Wo guckt man hin, wenn man Fremde begegnet? Auf die Hände, sagen jedenfalls Umfragen. Ich würde das persönlich zwar nicht unterstreichen, aber ich lasse es trotzdem so stehen. Die Idee ist genial, auch wenn sie nicht ausgeführt wird. Ein schönes Bild von... Aber denken wir an den Jugendschutz, nein, es bleibt. Wenn ich die Idee aber weiter genial finde, aber wir wollen ja keine Effekthascherei betreiben und Leute auf die Page locken. Die Idee ist trotzdem genial und darf auch gerne umgesetzt werden - von anderen.

Das sollte aber gar nicht Thema sein, viel mir nur gerade so ein beim Betrachten einiger Weblogs hier.

Das Wochenende war wie immer. Das Führungszeugnis ist eingetrudelt. Klar war zu erwarten, schließlich konnte ich mich gerade noch erinnern, nicht vorbestraft zu sein. Weder wegen Kindesmißhandlung noch wegen Pornographie - vielleicht setze ich die oben genannte Idee darum auch nicht um, könnte dann ja passieren.

Zum Wochenende ist also gar nichts weiter zu sagen. Wir waren spazieren. Haben einen Aufmarsch an Staatsgewalt gesehen, sprich Polizisten. Die wollten aber nichts von uns. Lt. Presse wurde eine rechte Geburtstagsfeier aufgelöst.

Der Spaziergang landete nicht nur an der Saale, Hochwasser geht zurück, sondern auch mal wieder auf einem Spielplatz. Schaukeln und Wippen. Warum gibt es für "Erwachsene" eigentlich keine Spielplätze, die Geräte waren für Nessi, sie ist immerhin über 1,80 m, zu klein. Klar, es gibt nicht mal genug Spielplätze für Kinder, aber das wäre trotzdem mal wieder eine geniale Idee.

Und ansonsten? Ist mir so ganz nebenbei aufgefallen, dass ich für meinen Anwalt, der Termin ist immerhin morgen, noch keine Unterlagen zusammgenstellt habe. Mußte also erledigt werden. Dann fehlte auch noch die Einladung für den Amtsbesuch, hat sich wieder angefunden. Das Genie beherrscht das Chaos.

Ich muß gestehen, mir gefällt der Gedanke nicht, dass ich nächste Woche dort anfangen darf. Es ist schwer zu begründen. Für andere schwer zu erkennen, aber man hat irgendwie das Gefühl, nicht zur Ruhe zu kommen. Ab irgendeinem Alter möchte man etabliert sein. Möchte sich nicht immer wieder neu orientieren müssen und dann auch nur für überschaubare Zeiträume. Es kommt einem der Gedanke, was hätte man anders machen müssen, um etabliert zu sein, um mit festen Beinen im Leben zu stehen, um beruflich erfolgreich zu sein? Was ist davon zu halten, wenn jemand sagt, man muß sein Leben in die Hand nehmen? Hatte man das nicht, denn dann wäre es ja anders. Oder hatte man nur nicht die Chance, das nötige Quentchen Glück? Die Gedanken bringen nicht weiter, sind aber da.

Es ist nichts schwarz-weiß. Nichts.


06.10.2007 um 01:34 Uhr

Träumen

von: Paulinchen   Kategorie: Erotik

 
Mal wieder ein Bild zum Wochenende.
Wird aber keine Gewohnheit, auch wenn
davon mehr als genug vorhanden sind.
Gesammelt mal für Briefe, schreib
nur keine mehr ;-)

06.10.2007 um 01:30 Uhr

Telefonsucht

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Stimmt eigentlich nicht, ich bin nicht telefonsüchtig, obwohl es heute fast den Anschein hatte. Das Telefon hat wirklich oft gebimmelt, erst wollte mir die SKL und dann noch die NKL Lose verkaufen.

Glücklicherweise mußte ich dann los, schließlich war heute Freitag, also der Tag, an dem Frau 14tägig ihren Sohn besucht. Dem gehts gut, der ist froh, das mehr oder weniger unbeschadet überstanden zu haben. Sein O-Ton war dann: "Hätte auch schlimmer kommen können!" Kann ich wenig beurteilen, schließlich war ich nicht dabei. Aber wenn er das schon zugibt, wird es wohl so sein. Sein Vater hat ihn übrigens nicht angerufen, vielleicht hab ich ihm auch die falsche Telefonnummer gegeben. Bin mir da nicht ganz so sicher, hab zwar ein ziemliches Zahlengedächtnis, aber ab und an geht halt doch mal was durch. Ist nicht das erste Mal. Mit Schrecken denk ich noch an diese EC-Kartengeschichte. Einige Jahre Karte mit PIN, 1000 mal eingegeben und von heute auf morgen - weg. Man konnte sich nicht mehr erinnern, die Zahlen waren alle noch da, aber die Reihenfolge. Peinlich, peinlich. Ein Trost, es geht anderen auch so. Hab ich mir mehrfach versichern lassen.

Wir haben also wieder über Gott und die Welt geplaudert. Die halbe Stunde verging schnell. Wahrscheinlich wird er in der nächsten Woche verlegt. Werde ich hoffentlich bis dahin erfahren, vor allem wie die Vorgehensweise ist. Dort ist dann zwei mal wöchentlich Besuch, jeweils 2 Stunden. Soviel werden wir aber nicht beanspruchen, ich jedenfalls nicht. Wir werden bei unserem Modus bleiben, die Zeit dann auf eine Stunde oder so ausdehnen. Wie ich das dann mit meinem neuen "Job" vereinbare, wird sich finden. Einfach mal eine Stunde verschwinden, war übrigens Paulchen sein Vorschlag. Kann ja die Kids dann sich selbst überlassen oder nehm sie zu Studienzwecken mit.

Das neue Gebäude im Maßregel wird aller Wahrscheinlichkeit nächsten Monat fertig gestellt. Wie mir aber der Pfleger beim Gang durchs Labyrinth (Mein Kommentar dazu: Sie wollen die Besucher nur verunsichern!) erklärte, sind sie darüber weniger froh. Sie wissen nicht, wie sie es personell abdecken sollen. Keine Neueinstellungen. Ist natürlich typisch, man spart mal wieder am falschen Ende!

Da ich nicht die rechte Lust hatte, nach Hause zu gehen. Das Wetter war einfach herrlich, auf einen Gang durch die Stadt hatte ich aber noch weniger Lust, bin ich kurzerhand übergahnt (über die Saale) und bin noch an der Saale entlang spaziert. Ist noch etwas Hochwasser und eine ziemliche Strömung, geht aber zurück. Dann war ich noch bei Penny, wo mir übrigens BG über den Weg gelaufen ist. Er war so erschrocken, dass er nur: "Hallo!" sagte und verschwand. Wahrscheinlich war seine Angetraute in der Nähe.

Kaum zu Hause klingelte das Telefon, dieses mal war es Dany. Ihr geht es übrigens den Umständen entsprechend. Die 5. Chemo hat sie nun weg, nach der 6. wird der Termin zur Op festgelegt. Wir haben ewig gesprochen, sie war alleine, das merkte man. Ihre Nachbarn waren zum Camping im "Busch" (Dauercamper) und ihr Angetrauter muß arbeiten. Er ist nun doch nicht arbeitslos geworden. Sie war ein bißchen traurig, weil ihre Eltern morgen ihren 50. Hochzeitstag haben und bekanntlich gibt es dort auch keinen Kontakt mehr, auch nicht zu ihrer Tochter, die in Österreich lebt. Sie bewundert mich, dass ich mit meinem Sohn trotz allem einen so guten Kontakt habe. Er würde doch bestimmt immer zu seiner Mutter halten. Bisher ist das so, aber man soll ja nie nie sagen. Beruht natürlich auch auf Gegenseitigkeit, schließlich habe ich trotz allem auch zu ihm gehalten. Und ob sie das getan hätte? Vergißt sie halt manchmal, mocht ich ihr aber in ihrer Gemütslage auch nicht so direkt sagen.

Für nächsten Mittwoch hab ich ihr meinen Besuch zugesagt, in Zukunft wird es ja schwieriger werden. Nach Feierabend (frühstens 19.00) werde ich niemanden besuchen. Da ich eh in der Nähe bin, muß ja mal wieder zu einem Anwalt, passt das ganz gut.

Danach habe ich übrigens mit Pety telefoniert. Ihre Reaktion nach Nennung meines Namens war: "Ups!" Da fragt man natürlich, was ups. Sie hatte wohl gedacht, ich bin ziemlich sauer, weil sie sich so lange nicht gemeldet und meinen Geburtstag vergessen hat. Wir kennen uns fast 30 Jahre, warum sollte man da sauer sein! So hat sie sich also nicht wirklich zu mir getraut und dann bei ihrem Vollzeitstreß auch nicht wieder dran gedacht. Zu meinem Geburtstag war sie im Urlaub, dachte ich mir. Irgendwann wollte sie dann mal mit Blumen und Kaffee vor meiner Tür stehen. Weiber! Das kann sie immer noch, allerdings bleibt ihr da nur noch nächste Woche. Ansonsten wird das mit den Nachmittagen nicht mehr so viel werden. Höchstens am Wochenende. Wenn es dann irgendwie klappt, wollen wir nächste Woche mal kurz plauschen, ansonsten wird es halt verschoben. Mit ihrem Schatz ist sie noch zusammen und ihr Mann (oder Ex, aber noch sind sie ja verheiratet) arbeitet zur Zeit bei einem Wachschutzunternehmen (für 3,50 € brutto oder so). Ein bißchen Genugtuung kommt da bei mir schon rüber, schließlich dachte er (und auch sie), dass er nach seiner Reha-Umschulung zum Bürokaufmann sofort einen Job findet. Mit 45. Die warteten alle auf ihn. War dann nicht so. Und nun muß er halt irgendwas tun, das Auto muß bezahlt werden. Traurig aber wahr.

Was die Autos betrifft, am Freitag sind dann Nessi und ich zu einer Autobeerdigung eingeladen. Klingt verrückt, ist es auch. Eine gemeinsame Bekannte hat ihr Auto abgestoßen, sie konnte es nicht mehr unterhalten (jetzt mein Lieblingswort: HartzIV). Die nächste Woche ist also wirklich verplant.

Gewählt wird nächste Woche auch noch. Der OB. Hab ich nicht mal in meinem alten Weblog sinniert, ob ich mich zum OB aufstellen lasse. Hätte ich tun sollen, keine Frau dabei. Zwar habe ich meine Wahl getroffen, es wird nicht der frühere Landrat und jetzige Bürgermeister eines kleinen Dorfes und Geschäftsführer eines obskuren Vereins werden. Nein, auch wenn ihn fast alle wählen werden, weil es der einzigste bekannte Bewerber ist, schließlich wurde er mit großem Skandal abewählt. Ich hab mich für einen Einzelbewerber entschieden, der wenigstens in seinem Programm erstmals das Wort Drogen aufgenommen hat. Die Chancen werden schlecht stehen, die Wahlbeteiligung wird düster sein und der Rest wählt den ehemaligen Landrat. Die Bürger soll verstehen wer will, jemanden zu wählen, den sie mit Pauken und Trompeten vor Jahren abgewählt haben! Noch besteht aber Hoffnung!

05.10.2007 um 01:01 Uhr

Illussion

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Aus gegegebenem Anlaß ein paar Worte zur Illussion der Liebe:

Eine Illussion, die sich irgendwann mal der Wahrheit stellen muß, verblasst.
Eine Illussion, die nie die Chance dazu hat, wird eher stärker.