Plateforme

21.08.2008 um 23:31 Uhr

Fragen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Sollten wir nicht mal aufhören zu fragen? Das hat sie gesagt, die gute Carrie aus „Sex and the City“. Finde ich gar nicht so schlecht - die Idee. Wenn es darum geht, sich selber zu fragen. Zu hinterfragen. Es mal einfach laufen zu lassen (die Zweideutigkeit ist natürlich beabsichtigt). Aber da es irgendwie nicht geht, Gott weiß warum, und das sagt der Agnostiker, lassen wir es und fragen weiter. Irgendwelche Fragen. Manchmal um des Fragens Willen.

Zu hinterfragen gab es in der letzten Woche nicht so viel.“Leben ohne zu lesen ist gefährlich, weil man sich mit dem Leben begnügen muß.... (Houellebecq).“ Ich hatte frei. Diese Woche wurde dann so genutzt, wie es beabsichtigt war. Faul auf der Couch mit einem Buch. Was kann es Schöneres geben?

Nun Schöneres gibt es mit Sicherheit. Einige Antworten wurden mit sofort einfallen. Schön war auf jeden Fall, dass ich unterwartet Besuch erhielt. Ronald stand letzte Woche und auch diese Woche vor der Tür.

Diese Woche. Wie war das am Freitag? Am Freitag mußte ich mir eingestehen, dass meine Schmerzen, die mich schon seit einiger Zeit quälten, nicht besser wurden. Die These, was von alleine kommt, geht auch von alleine wieder weg, traf so gar nicht zu. Schmerzen in der linken Schulter, die auf den linken Arm ausstrahlten, das Herz schmerzte, die Brust. Da ahnt man Schlimmes. Auch wenn die Eigendiagnostik sagt, es handelt sich nur um eine verspannte Schulter, dieses Mal etwas schlimmer als gewöhnlich.

Es wurde nicht besser. Schmerztabletten halfen, aber auch nur vorübergehend. Dann kamen wieder diese blödsinnigen Fragen: Gehst Du zum Arzt? Das bedeutet, Du wirst krank geschrieben. Wenn Du das mit dem Herz sagst, folgt evtl. noch ein EKG. Orthopäden gibt es in der Region keine (gescheiten). Die Physiotherapie war das letzte Mal schon wenig erfolgreich. Genug wurde verschrieben, das Limit ist ausgeschöpft. Wenn Du nicht arbeiten gehest, gibt es auch kein Geld. Ein ewiges Hin und Her. Als Rat erhielt ich natürlich: Egal, geh zum Arzt. Ist ja keine Lösung, dass Du ständig Schmerzen hast, und sie nur notdürftig mit Tabletten bekämpfst.

Das hätte ich natürlich auch jedem geraten. Aber zwischen dem, was man Anderen rät, und dem, was man selber macht, besteht ein himmelweiter Unterschied.

Am Montag war die Sache entschieden. Ich wachte, nach einer ziemlich blöden Nacht, erst 9.30 wieder auf. Der Arzt schließt 11.00 Uhr, ab 10.00 wird man kaum noch vorgelassen. Also auf Arbeit. Das ging auch ganz gut. Es war relativ entspannt. Aber gegen Abend zwackte die Schulter doch ganz schön. Da muß jemand drin sitzen, der immer mit kleinen Nadeln piekt. Das macht einen nervös. Man kann sich auch körperlich nicht so einsetzen, wie man das gerne möchte und müßte.

Am Dienstag, es sollte wohl so sein, wachte Frau schon kurz nach 7 auf, obwohl sie die Nacht zuvor nicht besser geschlafen hatte. Und wieder saß jemand in der linken Schulter und piekte mit der Nadel. Also zum Arzt.

Ich habe das große Glück, dass meine Hausärztin entweder über wenige Patienten oder über eine gute Praxisorganisation verfügt, es sind selten viele Patienten im Wartezimmer. So kam ich auch gleich dran. Meine Kommunikationsfähigkeit läßt in einer Praxis immer stark nach. Ich kann kaum alle Symptome aufzählen. Da wird nur das Wichtigste runtergerasselt. Die Schulter wurde untersucht, das Herz abgehört, obwohl ich gar nichts von Herzschmerzen erzählte. Ein Rezept für Physiotherapie wurde ausgestellt, man staune. Tabletten wurden aufgeschrieben. Sogar wunschgemäß, die Tablettensorte, die Nessi ggf. (Rheuma) einnimmt und mir die letzten Tage ja geholfen hatte. Dann wurde ich natürlich gefragt, ob sie mich krank schreiben soll. Und es ist idiotisch, einfach idotisch. Das letzte Mal erhielt ich noch einen Vortrag, wenn ich denn meine usw. Aber dieses Mal war davon keine Rede. Erzieherin, 1 Euro? Beim letzten Mal erwähnte ich nichts von einem Euro. Das warf ein neues Licht auf die Sache. Schließlich könne sie nicht wissen, ob es finanziell möglich ist und Schmerzen könne sie sowieso nicht messen. Ich hab mich wirklich geärgert. Denn wenn jemand krank ist, ist er krank. Es dürfte doch unerheblich sein, wie viel er bezahlt bekommt bzw. nicht bekommt. Denn in einem Ein-Euro-“Arbeits“verhältnis gibt es keine Lohnfortzahlung.

Ich hab den Krankenschein dann genommen. Mir gesagt, was soll es. Die letzten Behandlungen haben nur wenig gebracht, vllt. ja aus dem Grunde, weil ich anschließend auf Arbeit gestürzt bin. Und das halt nicht nur in einem kleinen, süßen Job für ein paar Stunden, sondern in diesem, in dem ich meist 8, 9 Stunden arbeite und mit meinen lieben Kids.

Überhaupt wirft sich die Frage auf, ob diese Schmerzen nicht aus psychisch waren. Z. T. jedenfalls. Ich habe ja schon lange, das Gefühl der Ohnmacht und möchte momentan nicht.

Wie dem auch sei. Ich machte dann auch gleich noch Termine bei der Physiotherapie-Praxis meiner Wahl. Hatte das große Glück, dass die Inhaberin, die ich schon einige Jahre kenne, ich gehörte zu ihren ersten Patienten vor ein paar Jahren, anwesend war, was selten ist, denn sie befindet sich noch im Babyjahr. Sie fragte nach den genauen Schmerzen, schrieb sich alles auf. Fragte, nach dem letzten Mal, und ich gestand ihr, dass ich nicht zufrieden war. Woran es gelegen hat, kann ich nicht sagen. Es ist möglich, dass es an der Kollegin lag, aber es kommen sicher auch andere Ursachen in Frage. Sie schlug mir vor, mehr manuell zu machen, manuelle Therapie. Das würde sicher viel mehr Erfolg bringen. Sie werde das ihrer Kollegin ausrichten. Die alte Kollegin ist eh weggezogen und nicht mehr in der Praxis beschäftigt.

Und was soll ich sagen? Ich hatte nun erst zwei Behandlungen. Natürlich sind die Schmerzen nicht weg. Aber es fühlt sich schon anders an. Die neue Dame gibt sich sehr viel Mühe, setzt auch mehr Kraft ein, hat andere Techniken. Sie beteuert mir natürlich auch, dass es lange dauert, denn so hart wie das ist, reichen da keine 6 Behandlungen. Das ist mir klar.

Eines fällt mir immer wieder auf: Werden Physiotherapeuten besonderns im Schwatzen geschult? Ich bin eher der Typ, der dann seine Ruhe haben möchte. Bin ziemlich einsilbig. Auf Fragen antworte ich aber. Fragen können die Damen viel.

Am Nachmittag erhielt ich dann Besuch – Ronald. Unerwartet wie immer. Glücklicherweise gibt’s Telefone.

Das Thema Gesundheit oder viel mehr Krankheit ist damit noch nicht abgehakt. Es kommt im Grunde noch schlimmer.

Endlich erfüllte ich meine selber auferlegte Verpflichtung, meinen Vater anzurufen. Den geht es gut, er hat seine Rückenschmerzen mehr oder weniger in Griff. Für Physiotherapie hat er eh momentan keine Zeit. - Fragt sich, was er zu tun hat? Aber okay. - Er hat sich dann doch gefreut, dass ich mich mal gemeldet habe. Vllt. könnten wir ja in nächster Zeit noch mal sprechen oder so. Wenn was ist, soll ich mich melden. Er hat dann auch wörtlich gesagt: „Ich lebe noch.“ Denn so erfuhr ich auch, einer seiner Kumpel, den ich auch kenne, ist erst vor kurzem verstorben. Wurde nach einigen Tagen in seiner Wohnung gefunden. Was dann heißen soll, es kann schnell gehen. Wink mit dem Zaunpfahl. Wobei ich das natürlich auch selber weiß.

Später rief ich meinen Sohn an. Er war schon die letzten Tage nicht gut drauf. Hat so depressive Stimmungen, die mir gar nicht gefallen. Das liegt wohl auch ein bißchen an den Mitpatienten. Mir war das schon vor einiger Zeit klar, dass er dort mehr hineininterpretiert, als wirklich ist. Nun hat es sich mehr oder weniger bestätigt, er ist etwas enttäuscht. So ist das Leben. Das aber war gar kein Thema mehr, denn er hat jetzt andere Sorgen. Am Montag stellte er beim Aufstehen fest, dass sein rechter Arm kein Gefühl mehr hat. Er kann ihn noch bewegen, aber er merkt ihn nicht mehr. Das wurde auch nicht besser, so dass er es meldete. Im Krankenhaus wohlgemerkt. Da es abends war, sagte man, es wäre kein Arzt mehr da, da bliebe nur die Notaufnahme oder morgen. Nun gut morgen. Man hat dann wohl auch einen Orthopäden bestellt, der ihn untersuchte. Klare Ursachen sind nicht erkennbar. Es könnte ein Bandscheibenvorfall sein. Röhre und Physiotherapie. Und seit dem? Nichts. Weder war er bisher in der Röhre, noch hat die Therapie angefangen. Er berichtete mir dann noch, dass er plötzlich den ganzen Mund voller Blut hatte. Was er noch keinem gesagt hatte, schließlich ist es wieder weg. Blabla. Wenn er zu mir sagt, ich solle zum Arzt, ist das was anderes. Sagt mit Nessi auch immer im Gegenzug. Nun ich bin selbst so, immer Eigendiagnosen. Aber was andere betrifft.

Das gibt einem mehr als nur zu denken. Natürlich könnte es ein Bandscheibenvorfall sein, bei Taubheitsempfinden kommt aber noch so einiges mehr in Betracht. Da muß man kein Arzt sein, um das zu wissen. Ich hoffe ja, dass er morgen bei der Visite allen noch mal auf die Füsse tritt. Ist ja kein Zustand, dass er seit Tagen mit 23 einen tauben Arm hat. Er darf gar kein Sport mehr machen, was ihm natürlich sehr mißfällt.

Ansonsten habe ich ihm klar angekündigt, dass ich das in die Hand nehme. Weiß er auch. Spätestens am Samstag werde ich den Pfleger befragen und wenn sich gar nichts tut, hole ich mir natürlich einen Termin bei seinem Arzt. Ist doch klar oder?!

Probleme mit den Knochen hat also die ganze Familie. Mein Vater schon so lange ich denken kann. Und wie sich herausstellte, nun mein Sohn auch. Dabei gehören die Beiden zu den Sportbegeisterten. Mir wird ja immer mangelnde Bewegung unterstellt. „Sport ist Mord.“


Manche Fragen wurden hier gar nicht gestellt, auf manche Fragen möchte man einfach keine Antwort.

14.08.2008 um 23:57 Uhr

Was nun?

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Eben gerade zappte ich so durch das Programm. Da lief Monitor. Dort wurde über zwangseingewiesene Kinder berichtet.

Ist es eigentlich eine Form von Paranoia, dass, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, sich plötzlich überall mit dem Thema konfrontiert sieht?!

Der Bericht sagte dann sinngemäß, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen ständig steigt, die in die Landeskrankenhäuser eingewiesen werden. Kinder mit einer Störung des Sozialverhaltens, weil die Eltern mit ihnen nicht zurecht kommen, die Jugendämter nicht wissen wohin, die Krankenkassen bezahlen, die Krankenhäuser sind ausgelastet. Das mag alles soweit stimmen. Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfte sind nicht in Übermass vorhanden. Allerdings weiß ich auch, dass die Jugendämter in letzter Zeit sehr verhalten mit Einweisungen reagieren. Das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass keine Kinder und Jugendlichen eingewiesen werden müßten, sondern, wie immer, an den Finanzen. Kinder in Heime ein zu weisen, kostet Geld.

All das bringt mich nun wieder auf das Thema. Es wurde kritisiert, dass die Kinder z. T. mit Medikamenten vollgedröhnt waren. Besser wäre es doch, sie in entsprechende Einrichtungen, wie z. B. eime, zu „therapieren“. An dieser Aussage kann nichts falsch sein. Jeder würde das so sehen.

Viel besser wäre es natürlich noch, die Ursachen zu erkennen und das Ganze zu verhindern. Ich will auf dieses Terrain gar nicht bewegen. Es auf die Gesellschaft, auf die Eltern zu schieben, bringt nicht viel, wenn man nicht genau weiß, wie man das ändern kann.

Die Frage bleibt aber: Was habe ich so manchmal gedacht? Wenn ich mir die Kinder betrachte, habe ich da nicht gedacht, sie gehörten weggesperrt. Dieser Gedanke kam mir mehr als einmal. Die Betreuer geben sich sicherlich die größte Mühe, bestimmte Verhaltensweisen zu verändern. Es sind in der Regel Erzieher. Therapeuten, Psychologen viel mehr zu involvieren, wahrscheinlich wäre es nötig, würde ja noch mehr Geld kosten.

Oft habe ich mich gefragt, wie sind die Kinder so geworden? Welcher Hass muß in ihnen stecken? Woher kommt die Aggression, woher kommt das negative Frauenbild, dieses sexistische Verhalten?. Es kann doch nicht normal sein, dass Kinder mit 8 Jahren, sich derart vulgär ausdrücken, derart die Grenzen verletzen. Da ist kein Schamgefühl. Da ist keine Form von Respekt.

Und was soll man denn dagegen tun? Die Rohrstockmethode, die früher noch angewendet wurde, ist vorbei. Gespräche bringen nur bedingt was. Das würde voraus setzen, dass man zuhört, dass man sich darauf einläßt, dass man daraus Lehren zieht. Medikamente, fast alle unserer Kinds nehmen welche, haben wenig Einfluß. Mir stellte sich auch hier mehr als einmal die Frage, wie wären die Kids eigentlich ohne diese?

Natürlich denkt jeder, das ist übertrieben. Wir alle haben mal über die Stränge geschlagen. Das stimmt alles. Mein Sohn behauptet z. B. immer, Du hast die Kinder mit Sicherheit im Griff. Das kann gar nicht anders sein. Schließlich hätte ich mir das Eine oder Andere gar nicht gewagt.

Genau das ist der Grund. Er hätte sich so manches nicht gewagt. Er wäre gar nicht auf die Idee gekommen, wie wir (die Meisten jedenfalls) früher nicht und viele andere heute auch nicht.

Da gibt es so Dinge: Da geht man mit Hanni vom Essen in die Gruppe. Und er tickt plötzlich aus. Bewirft mich mit Steinen, zwar tut das nicht wirklich weh, aber allein der Gedanke. Er geht mit einem Knüppel auf mich los.Und weil das nicht so den Erfolg bringt, anscheinend in seinen Augen, wirft er dann mit Steinen, Stöcken runter in die Schule auf den Schulhof. Da nutzt es gar nichts, ihm zu sagen, er könne jemanden treffen, ersolle das lassen.. Er will vllt. sogar jemanden treffen. Keine

Ahnung.. Man kann ihn, wenn überhaupt, nur mit körperlicher Kraft davon abhalten. Da muß man sich dem aber stellen, dass man dann Angriffspunkt wird. Und irgendwann wird auch er die Grenzen überwinden, wird er bei einem Erwachsenen zuschlagen. Bei seiner Mutter hat er es mehrfach getan. Bei Lehrern hat er es mehrfach getan. Kinder hat er geschlagen, kleinere Kinder.

Ich sage es, wie es ist, ich fühle mich in diesen Situationen überfordert. Ich weiß nicht,was ich machen soll. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn die Kinder zwischen 8 und 14 Vergewaltigung spielen. Ich finde es abartig, das bringe ich zum Ausdruck. Ich ignoriere es bestenfalls, wenn man darauf eingeht, haben sie wieder die Bühne.

Es bringt nichts, ihnen Werte zu vermitteln. Ihnen zu sagen, dass das Verhalten falsch ist, sie wollen ja auch nicht so behandelt werden. Vielleicht sehe ich es zu negativ, aber ich habe diesbezüglich noch keine Erfolge gesehen. Ich sehe nur, dass das Verhalten immer wieder so ist. Nicht andauernd, aber immer mal wieder, ohne ersichtlichen Grund für einen Erwachsenen.

Ich bewundere die Leute, die sich dem stellen, die dort arbeiten. Die die Verantwortung tragen, die die Kinder immer wieder annehmen, immer wieder versuchen, darauf ein zu gehen. Die mit den Kindern oft auch allein sein, 24Stunden-Dienste, 48Stunden-Dienste am Wochenende. Nicht immer ist jemand da, der vllt. mit eingreifen kann. Der einem manchmal die Möglichkeit zur Konservation bietet.

Oft sind sie auch der Angriffspunkt. Nicht selten wurden Erzieher verletzt. Diese Gruppe gilt als besonders schwierig. In den Jugendgruppen sind die Jugendlichen älter, heimerfahrerer, haben gelernt, sich aus der Affäre zu ziehen, sich allein runter zu fahren etc. Meistens jedenfalls. Ich habe das mehr als einmal gehört, als mir Erzieher aus den Jugendgruppen dies sagten.

Wie soll man damit umgehen? Die Geschichten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Alles zu berichten, bis in kleinste Detail, darüber zu schreiben, würde den Rahmen sprengen. Würde einem den Vorwurf entgegenstellen, dass man übertreibt, pornographisches Gedankengut verbreitet. Aber so wäre es gar nicht. Das Leben ist oft zynischer, als jeder Zynismus es beschreiben kann.

Es gibt keine wirkliche Lösung, es gibt nur ein Aushalten.

Momentan sind in der Gruppe 5 Kinder. Eines ist gerade in der Psychatrie, zur Überprüfung der Diagnose (paranoide Schizophrenie). Danach soll dieser Jugendliche in eine Jugendgruppe, er hat das Alter, das körperliche, nicht das geistige. Der 6. Junge, der im Februar in die Jugendgruppe wechselte, wurde aus dem Heim entlassen, weil sein Verhalten sich derart verschlechterte, dass er für die Gruppe nicht mehr tragbar war. Das neue Heim, das gefunden wurde, stellte sich als geschlossene Einrichtung heraus. Ob das nun gut oder schlecht ist, mag die Zukunft entscheiden. Dann sind in der Gruppe noch 4 Kinder, zwischen 9 (Hanni hatte Geburtstag) und 13. Der Ältere wird irgendwann auch in eine Jugendgruppe entlassen werden. Momentan hat kein Jugendamt suggeriert, Sparmaßnahmen, dass es eine Neuaufnahme gibt. Und selbst wenn: Wird es besser? Hanni ist das Beispiel. Ein kleiner 9jähriger Junge, der durchaus lieb sein kann, ein niedlicher Junge, ein Junge mit einem IQ von 114, der aber, wenn er ausrastet, richtig ausrastet. Den ich vor einigen Wochen nach einem Ausraster, aus dem Fenster gezogen habe. Er hang am Fensterbrett, 1. OG. Was passierte wäre wenn, darüber denkt man lieber nicht nach. Und er? Er auch nicht. Dann wäre er eben tot, wen interessiert es! Seine Mutter? Das ist eine so nette, zierliche Frau. Aber irgendwas scheint nicht zu stimmen. Nur weiß es keiner....

Über all diese Dinge wurde im Beitrag nicht berichtet. Es gibt sicherlich immer mal wieder gute Fälle. Die Kinder, die ihre Aggressionen in den Griff kriegen, die lernen, damit um zu gehen, die ihr Verhalten ändern. Nach einer Zeit. Bei manchen klappt es nicht. Und bis dahin ist es in jedem Fall ein weiter Weg. Ein Weg, den jemand begleiten muß, vor dem wir, unseren Hut ziehen müssen. Denn eines weiß ich, mein Sohn hätte nie mit Stöcken nach anderen Kindern geworfen, wenn ich ihn aufforderte, das zu lassen.Er hätte es gar nicht erst getan. Er hat nie mit anderen Kindern Vergewaltigung gespielt, schon gar nicht im Beisein eines Erwachsenen. Er hat nie die Hand erhoben, weder vor mir, noch vor anderen Erwachsenen. Er hat nie Pornos gesehen, als er 9 Jahre war etc. (Ein anderer Gedanke von mir ist und trotzdem ist er dort, wo er ist. Auch dieser Gedanke bringt mich nicht wirklich weiter).

Was ich machen werde, weiß ich nicht. Meine Entscheidung steht immer noch nicht fest. Klar ich habe mich daran gewöhnt. In gewisser Hinsicht hab ich die Kinder auch lieb geworden. Hab mich durch die vielschichtigen Querelen der Kollegen gequält, die sie miteinander, untereinander, mit mir haben etc. Es würde mir auch was fehlen. Zumal man schnell in eine phlegmatische Stimmung gerät, wenn man wieder längere Zeit zu Hause ist.

Aber ich weiß auch, es geht an die Substanz. Sehr an die Substanz. Vor allem, wenn man das Ganze täglich hat. Die Ausbildung spielt da nur eine untergeordnete Rolle.

Mir wäre es lieber, es wäre etwas für meine Vita, etwas was mich heraus fordern kann, was mich ausfüllen könnte, wo ich mich einbringen könnte. Aber das ist Wunschdenken in Zeiten des Aufschwungs! Auch das ist es, was mir fehlt. Mein gesunder Sarkasmus, mein schwarzer Humor. Ich muß mich auf Arbeit verbiegen, ich kann nicht ich selbst sein. Denn genau diesen Humor würde dort niemand verstehen, die Kinder überhaupt nicht und ein Teil der Kollegen auch nicht....

Meine Kollegen selbst, ich kann mich nicht beklagen. Alle bis auf meine liebste Erzieherin würden mich gern behalten. Ist sicher eine Portion Selbstzweck dabei, denn, wie gesagt, wer würde sich das freiwillig antun? Wer würde diese Arbeit übernehmen, in der Art, wie ich sie ausführe, mit der Stundenzahl, z. T. auch in Eigenverantwortung, die Kinder betreuen. Man wird sich nicht darum reißen....

So bleibt nur: Abwarten und Tee trinken. Vllt. bin ich in einer Woche schlauer, vllt. erledigt sich das Problem von allein. Man wird sehen. Einen fianziellen Apsekt hat es für mich natürlich auch, wenn er auch klein ist.


10.08.2008 um 22:30 Uhr

Es ist so wahr

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Webfundstück:

 

 

 

08.08.2008 um 22:40 Uhr

Nichts Neues im Osten

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Wieder einmal liegt eine Woche frei vor mir. Ferien sind schön. Die Kids fahren nach Meck.Pom. Im Übrigen hatte ich die letzten Tage auch frei. Heute ganz unerwartet.

Das Telefon klingelte schon, als ich – natürlich – noch im Bett lag. Ich stehe nun mal nicht mit den Hühnern auf, gehe eher mit ihnen zu Bett. Nein, falsch, ich gehe ins Bett, wenn sie aufstehen oder so. Am Apparat war meine Kollegin, die mich informierte, dass heute nur ein Kind da wäre und mit dem wolle sie baden gehen. Wenn ich wollte, könnte ich schon mitkommen. Naja, so richtig viel Lust hatte ich nicht. Hatte mir gestern schon überlegt, dass ich so nicht zum Einkaufen komme und am Samstag besuch ich ja Paulchen, der wieder 127 Wünsche hat. Also habe ich gesagt, ich würde auch zu Hause bleiben. Das mache gar nichts, unser Temakoordinator hat schon gesagt, ich könne die letzte Ferinewoche voll einsteigen, es wäre eine Menge Vorbereitungen für die Schule zu machen.

Genau das hatte ich vermutet. Mir hat der Schlendrian momentan gefallen. Ich fühle mich dermaßen ausgelaucht, was die Arbeit betrifft, dass ich froh war, nicht hingehen zu müssen. Und voll einsteigen bedeutet immer gleich 9, 10 Stunden und mehr. . Boah, ich weiß echt nicht, was ich machen soll. Soll ich nun weitermachen oder nicht? Im Oktober könnte alles vorbei sein. Was ist nun richtig, tu ich mir das noch ein Jahr an oder warte ich auf was „Besseres“. Es kann mich fast jeder verstehen, wenn ich sage, ich habe die Nase voll. Aber andererseits: Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, man hat sich dran gewöhnt, man würde vllt. doch so das Eine oder Andere vermissen.

Nun ja aufgestanden bin ich trotzdem, denn ich mußte noch in die Verwaltung. Einkaufen auch. Eine Freude ist das derzeit nicht, es ist alles so teuer geworden, es macht wirklich keinen Spaß. Bei Lidl sind die Wagen so groß, dass man das Eingekaufte kaum sieht, und ich mich mit meiner Größe vorsehen muss, nicht dort reinzufallen. Ich komm fast gar nicht runter.

Zu Hause ärgerte mich dann noch ein paar Mal das Telefon. Kann man diese lästigen Call-Center nicht verbieten? Einmal täglich ruft mit Sicherheit jemand an, um irgendwas zu verkaufen, ein Gewinnversprechen zu machen etc. Die sind nicht gerade erbaut, wenn man damit gar nichts am Hut. 29,95 Euro für Glücksspiele und man verliert doch nichts, man kann nur gewinnen. Schon klar, wenn ich nicht mitmache, gewinne ich 29,95 monatlich. Man muß erst mal 29,95 im Monat haben, um es mehr oder weniger aus dem Fenster zu schmeißen. Und selbst dann.

Für morgen ist Paulchen angesagt, wieder mit zwei Beuteln. Irgendwas fällt einem immer ein und ihm erst. Mütter halt. Bin mal gespannt, was er mir morgen zu erzählen hat. Irgendwie scheint es dort nicht so zu laufen, wie er es gerne hätte. Muß aber etwas mit den Mietpatienten zu tun haben. Ich kann mir schon gut vorstellen, was es ist.

 
Ich freue mich auf die letzte freie Woche. So eine Art Gnadenfrist. Geplant ist nichts, abwarten und Tee trinken. Die Couch ist auch ein sehr schöner Ort....

 



06.08.2008 um 22:35 Uhr

Spielplatz

von: Paulinchen   Kategorie: Kurios

06.08.2008 um 22:27 Uhr

Alte Liebe rostet nicht

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Die letzten Tage war ich wirklich etwas mies drauf, um es vorsichtig auszudrücken. Es haben mich Dinge gestört, die mich im Normalfall nicht halb so aufregen würden, wahrscheinlich eher gar nicht. Was das „ER meldet sich nicht“ betrifft, so stimmt das heute nicht mehr so ganz. Er hat sich gemeldet, er hat kurz geschrieben, wie es so geht und ob wir uns ggf. noch einmal treffen könnten. Das wurde bejaht, gleich am letzten Montag (und es war Montag) war ja frei. Das war ihm zu kurzfristig. Nun dann ratterte ich ihm meine nächsten freien Tage runter und die Antwort war: Naja vllt. klappt es ja mal diese Woche mit einem Date. Du wohnst leider so weit weg, sonst könnten wir uns viel öfter treffen. Hmh.

Diese Antworten sind nahezu absurd. Schließlich waren die Bedenken diesbezüglich meinerseits immer so: Die Entfernung, die Zeit, die Spritpreise, die Arbeit. Das war natürlich vor dem Treffen gar kein Problem und später eigentlich auch nicht. Auf einmal ist es das alles. Ich will dem gar nicht widersprechen, es ist alles richtig. Ich hätte auch keine Lust, nach der Arbeit (bei ihm gegen 18.00) noch ca. ¾ (eine Tour) Stunde zu fahren. Nein, es ist alles richtig. Es stört trotzdem, weil die Bedenken hatte ich von Anfang an. Genau das ist es, was man als störend empfindet. Auf einmal wird etwas zum Problem, obwohl es doch nach Bekunden der Gegenseite nie eins hätte darstellen sollen.

Sowas ist nicht selten. Zu oft hat man ähnliches gehört. Ich will mich nicht davon freisprechen, es oft genauso zu machen. Es liegt in der Natur des Menschen, man ist bequem. Trotzdem oder gerade deswegen wird es als störend empfunden. Es wäre ärgerlich, wenn man sich nun nicht mehr sehen sollte. Und ich bin wirklich zu stolz, noch öfter nach zu fragen. Er kennt meine freien Tage in der nächsten Zeit, also bitte. Dass er es vllt. vergißt, vllt. auf eine nochmalige Aufforderung wartet, mag alles sein. Aber das werde ich nicht tun. So mit dem Hintergedanken im Kopf, so nötig hast Du es nun auch nicht. Hat man vllt. doch, denn ich habe mich schon bei dem Gedanken ertappt, wer oder was nun?! Dieser Gedanke ist fatal, er führt unweigerlich zu Fehlern.

Was die letzten beiden Tage betrifft, die waren einfach schön. Der Dienst war einfach genial. Die Kinder waren lieb. Wir waren mit ihnen im Kino (Die Chroniken von Narnia 2). Klar sie waren etwas unruhig, aber Kinder halt. Heute hatte ich wieder frei. Es klingelte mehrmals das Telefon. U. a. auch meine Mutter, die aber immer noch nicht mit ihrem Handy zurecht kommt, und das gar nicht wollte. Dann klingelte es mal wieder, ich wundere mich über die Nummer, irgendwie bekannt, aber doch nicht gleich zu zu ordnen. Ronald (ich könnte jetzt auch Traktor sagen). Er wunderte sich, dass ich zu Hause war. Soviel Glück. Er würde gern vorbei kommen. Er kam nicht vorbei, er kam rein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und es war wie immer sehr schön. Alte Liebe rostet nicht...

01.08.2008 um 22:50 Uhr

Frei

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Die freie Woche ist vorbei. Nun in der nächsten ist zwar auch nicht soviel Arbeit, die Kinder sind weitestgehend nicht da, bei ihren Eltern und in der folgenden Woche sind sie wieder unterwegs, dieses Mal nach MeckPom. Man kann getrost sagen, dass ihnen was geboten wird, mehr als oft Eltern in der Lage sind, dieses zu tun.

Ach ja die freie Woche. Im Grunde war sie schön.

Da gab es das City-Konzert. Darüber gibt es gar nichts Schlechtes zu sagen. Die Vorgruppe war zwar etwas lahm, die Musik und das Englisch. Nun ja man kann ja nicht unbedingt von sich behaupten, es besser zu können. Dennoch fiel es auf, gerade bei Titeln, die man wirklich mag (Toto „hold the line“ z. B.). Vor dem City-Konzert gab es noch so kleinere Malheure zu Hause, nicht untypisch. Ich hatte schon einen Tag vorher dafür gesorgt, ein Milchglas (Trockenmilch) zu zerschmeißen. An den Scherben hatte ich noch die ganze folgende Woche meine Freude. Wahrscheinlich befinden sich immer noch welche irgendwo. Dann nahm Nessi eine Wasserflasche aus dem Kühlschrank, die irgendwie eigenartig aussah. Sahne war ausgelaufen. Kurz vor dem City-Konzert machten wir gemeinsam den Kühlschrank sauber. Herrlich! Sowas wünscht man sich , oder.

Paulchen habe ich auch zweimal besucht. Der vorletzte Besuch machte mich dann sprachlos. Ich wußte schon von ihm, dass es auf der Station ein Vorkommnis gegeben hatte. Es war aber vor meinem ersten Besuch. Ein paar der Patienten hatten sich „abgefüllt“, wurden auch erwischt. Führt immer zu strengen Kontrollen, sehr strengen Kontrollen, die vor allem deshalb aufstoßen, weil man sie seitens der Leitung nur kurzzeitig durchhält und natürlich kaum jemand einsieht, dass bei einem Besuch der Mutter, diese auch so durchgeführt werden. Schließlich schmuggelt die Mutter nichts rein. . Mach ich ja im Grunde doch, die berühmt-berüchtigten Ti....Hefte für einen seiner Kumpels. Schön ist es aber, wenn man von der Schwester, zwei leere Beutel in der Hand haltend von den Mitbringseln, gefragt wird: „Haben Sie etwas mitgebracht?“ Ich war so konsterniert, dass ich gar nicht wußte, was die wollte. Man sah ja, dass ich etwas mitgebracht hatte, die leeren Beutel waren ja in der Hand, die wurden natürlich auch kontrolliert. Also bejahte ich das. Und die Schwester: „Nein, das meine ich nicht. Ich meine was Verbotenes.“. Bitte wie? Ich war wirklich sprachlos, kommt wohl nicht ganz so häufig vor. Was meinte sie, was ich antworte. Meinte sie, wenn man etwas reinschmuggelt, dass man es dann jetzt zugibt?!

Die Woche also. Wenn man Kinder hat, kann es schon vorkommen, dass die meinen, einen beschäftigen zu müssen. Da war etwas für ihn zu besorgen. Einmal ein Ladyshaver für die Püppi, ein anderes Mal entdeckte sie bei Deichmann ein paar nette Schuhe, hatte wohl kein Geld dabei und mein Sohn ist immer sehr großzügig dabei, mich zu beschäftigen. Ich besorgte die Schuhe dann. Das alles bei 35 Grad im Schatten. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nein, über Beschäftigungsmangel konnte ich im Grunde nicht klagen. Ein Tag des sogenannten Urlaubs habe ich dann ganz auf der Couch verbracht, mit einem Buch und dem TV. Für mich sprang dann wenigstens eine Webcam raus, die alte hatte ja mehr oder weniger den Geist aufgegeben und Frau halt, ein paar Schuhe. Nein, ich brauchte keine. Aber Schuhe und Bücher sind Dinge, da kann Frau oft nur schwer widerstehen.

Desweiteren entdeckte ich die Sucht wieder und verbrachte mal ein paar Nächte im Chat. Es war stellenweise lustig. Die vorletzte Nacht fand ich das dann alles sehr fade und meinte, wozu eigentlich, was soll bei rauskommen, ein Buch zu lesen, wäre wesentlich entspannender und geistreicher.

Letzte Nacht habe ich mich dann mit einem alt bekannten Chatter „unterhalten“, Ihm sozusagen. Den Mann, den ich hätte.... Aber lassen wir das. Danach, immer noch im Netz surfend, seine Online-Foren betrachtend, kam dann ein Gefühl auf, das ich so nicht beschreiben kann. Ich lese das hier oft, er schreibt nicht, er antwortet nicht, er meldet sich nicht. Ja, so ist es stellenweise. Und ich stellte fest, dass mein liebes letztes Date, nennen wir ihn mal den Jungen, sich immer schnell vom Dienst abmeldet, wenn ich online auftauche. Es ist eigentlich sehr lustig. Ich mache ja gar nichts, ich schreibe ihn nicht an, gar nichts. Die Botschaft hatte ich ja versanden. Also was solls. Und weiter dort surfend, gucke ich mir ein paar Seiten an, finde Parallelen, sogenannte Online-Freunde, irgendwelche Bemerkungen und ..... Es ist blödsinnig worüber man sich so aufregen kann. Was solls. Schließlich kann jeder Online-Freunde haben, wie er will und über die, genau was. Ich hätte fast das getan, was mir bekannte Chat-Freunde (männlich) dann so oft tun, sich einfach abmelden und mit sich und der Umwelt sauer zu sein. Nach dem Motto: Alles Mist. Keiner will mich. Und wenn ich mal jemanden kennenlerne, dann ist es auch Mist. Ich kenne dieser Platte von einigen auswendig und will bei Gott nicht in dieses Schema verfallen. Und was sage ich dann zu denen? Nimm es nicht so ernst, Du könntest es so gut haben, genieß Dein Leben. Geh weg! Vor allem, wenn derjenige nicht gerade am Hungertuch nagt. Und ich nehm mir das in irgendeinem Moment selber zu Herzen?! Das ist doch mehr als blöd. Es muß irgendwie an den Hormonen liegen. Peti würde sagen, notorisch unterv-----. Wahrscheinlich hätte sie sogar Recht. Vielleicht auch die Midlifecrises. Bei allem dann noch, ich kann mich nicht mal irgendwo wirklich auskotzen! Denn mein langjähriger Chatfreund hat ja gerade seine Dienstbarkeit aufgegeben, will seine Ehe retten, obwohl ich momentan mit seiner Ehekrise gar nichts zu tun habe. Der hätte mich wenigstens aufgebaut, mir gesagt: Mädchen, Kopf hoch, das hast nicht nötig. Als ob ich das nicht wüßte, aber manchmal....

Irgendwas fehlt. Irgendwer fehlt. Jemand mit dem man genau das bereden kann. Man kann nicht mal die Tasche packen und irgendwohin fahren, weil es da niemanden mehr gibt, zu dem man hätte fahren können. Was ist eigentlich passiert?

Und wer ist schuld daran? Das ist das Fatale. Man kann keinem anderen die Schuld geben als sich selbst. So ist das Leben. Man hätte sich das Eine oder Andere bewahren können, aber man hat es nicht. Von vielen Online-Freunden hab ich nie viel gehalten, werde ich nie viel halten. Qualität statt Quantität. Real ist immer vorzuziehen. Aber selbst das hat man vernachlässigt.

So bleibt am Ende nur, daraus zu lernen. Werde ich aber nicht. Auch das ist mir klar. Weil dieses ganze Online-Gezeter mir zur Zeit zu fade ist. Zuviel Gebagger um nichts, zu viel..... Und den Schritt in die Realität findet man nur ganz schwer, den dauerhaften Schritt. Nicht nur wegen der Geographie, weil man meint, es passt nicht, versucht man es nicht...... Und dann jammern. Hormone. Midlifecrises.

Es wird Zeit, dass man wieder arbeiten geht. Dann hat man Beschäftigung, kommt nicht auf dumme Ideen und ganz andere Themen.