Plateforme

24.10.2008 um 03:28 Uhr

Zeit

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Irgendwie war es ja zu erwarten. Es passiert nicht wirklich viel in der letzten Zeit. Im Grunde kann ich auch darauf verzichten. Es ist schön, mal nur Zeit für sich zu haben. Lesen, fernsehen, ein bissel chatten mit alten Freunden. Aber es birgt Gefahren in sich, die nicht zu unterschätzen sind. Man denkt zu viel nach, man ist zu bequem.

Meine Oma war mir immer sehr wichtig. In meiner Kindheit, in meiner Jugend, als junge Frau und Mutter. Es gibt viele schöne Erinnerungen an sie und an meinen Opa. Aber auffällig in letzter Zeit ist, dass ich oft an sie denke und vor allem über sie nachdenke.

Omas haben die Eigenschaft, dass sie bestimmte Dinge sagten, über die man in der Jugend schallend lachtet. Über die Zeit z. B, die vergeht so schnell. Und doch habe ich mich in letzter Zeit oft bei genau diesem Gedanken selbst ertappt.

Es ist bald Weihnachten. Wo ist das Jahr geblieben? Dein befristeter Vertrag ist um, ein Jahr ist vorbei. Bitte? Es war ein hartes Jahr, das kann man getrost sagen. Die Arbeit war nicht einfach. Aber sie war halt da.

Die Zeit ist wirklich schnell vergangen, generell. Heute war Ronald da. Und bevor er überhaupt erschien, er hatte sich schon Anfag der Woche angemeldet, dachte ich darüber nach, wie lange wir uns kennen. Und war erschrocken oder erstaunt. 8 Jahre. 8 Jahre, in denen soviel passiert ist, dass es Bücher füllen könnte. Schöne und wenige schöne Dinge.

Ich wollte ihm wegen einer Unpäßlichkeit absagen. Hab ihn dann aber nicht erreicht. Was soll's, dachte ich mir. Dann erscheint er halt. Es war trotzdem oder gerade deswegen sehr schön. Das Thema Zeit kam auch zur Sprache. Die 8 Jahre. Würde ich sie missen wollen, ihn so lange zu kennen Nein, wir haben sie viel zu wenig genutzt.

Ich kann das nicht wirklich beschreiben, ich weiß genau, was in ihm vorgeht, wenn er mich ansieht. Das ist ein schönes Gefühl. Selbst wenn ich von diesem Gefühl nicht wirklich was habe. Wir sehen uns zu selten, er hat zu wenig Zeit, es ist zu kompliziert, wie alles im Leben. Es ist wahrscheinlich auch nur deshalb schön, weil wir genau wissen, mehr wird nie sein.

Und dann kommt dann wieder der Gedanke um die Zeit Es hat mir nicht viel ausgemacht, 30 zu werden. Ich habe Frauen gesehen, die haben am Rad gedreht. Es hat mir nicht viel ausgemacht, 40 zu werden. Auch da habe ich das erlebt. Aber so langsam bekomme ich das Gefühl der Zeit. Irgendwann, auch wenn es noch ein paar Jahre sind, wirst Du 50 und dann?! Dieses nicht etabliert sein auf keinem Gebiet, was man sich so landläufig vorstellt, ist es, was einen nachdenklich werden läßt.

Gute Ratschläge, wie man das ändern könnte, auf die kann man getrost verzichten. Warum? Das ist nicht in ein, zwei Sätzen gesagt. Aber auch das hat was mit der Zeit zu tun. Für manches ist es zu spät, für manches zu früh. Für manches ist man zu bequem oder denkbar ungeeignet.


24.10.2008 um 02:59 Uhr

Versuchungen

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

 

Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wieder kommen.

 (Oscar Wilde)

 

15.10.2008 um 23:34 Uhr

Passt

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

 
 
Der Tag, das ist die Zeit der Fesseln und Ketten, der Pflichten und Regeln,
während die Nacht die Zeit der Freiheit ist. 
 
 
(Segej Lukianenko in "Wächter des Tages") 
 

14.10.2008 um 18:32 Uhr

Teil Drei

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Aller guten Dinge sind drei.

Ich habe meine Chance noch bekommen, mich zu äußern. Und habe natürlich die Relativierung der Aussage erhalten. Ergo: Die Erzieherstellen sind gestrichen. Wer nun das Ganze eingerührt hat, ist natürlich nicht bekannt, es war jemand anders. Ich wäre schon gefragt worden, wenn. Wenn ich Interesse habe, dann wird das weiter geleitet. Ich habe schließlich gute Arbeit geleistet. Das es mal einen Vorfall gab, hat damit nichts zu tun. Das kommt vor.

Ausführlich wurde mir noch berichtet, warum die eine Kollegin nicht übernommen wurde. Dafür wird, wahrscheinlich, dann die Erzieherin aus dem Gruppendienst diese Position übernehmen. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der man auch auf sich gestellt ist. Die Frage bleibt, warum denn für diese anspruchsvolle Tätigkeit kein Erzieher "richtig" eingestellt wird. Egal. Diese eine Kollegin hat es nicht gepackt, man hat sie durchgeschleppt, darüber kann sie froh sein. Aber bei mir war das natürlich nicht so.

Ich kenne die Kollegin, und wußte auch von Anfang an von ihren Bedenken, ihren Ängsten etc. Ich will mich dazu nicht äußeren, weil ich es nicht beurteilen kann und will. Aber was mir mal wieder sauer aufstößt, ist, dass jemand in Leitungsfunktion sich über andere äußert.

Ich weiß, ich erwarte immer zuviel. Zu einer Leitungstätigkeit gehört nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Leiterkompetenz. Letzteres fehlt wohl vielen. Man kann sich selber in dieser Hinsicht nur schwer einschätzen. Grundlage sollte immer sein, dass man die persönlichen Belange akzeptiert, die Leute nicht gegeneinander ausspielt etc. So sollte es sein, so ist es natürlich nicht. Jeder kann zu Leitungsfunktionen kommen. Mache ich mich heute selbstständig, eröffene einen Puff, bin ich auch Chef. Aber von mir würde ich das dann erwarten. Und wir wissen ja auch alle, Unfrieden im Betrieb, hat auch seine guten Seiten. Wenn sich die Leute nicht gut verstehen, können sie auch nicht allgemein aufmucken.

Wie dem auch sei. Ich habe mich abreagiert, es liegt sozuzagen ad acta. Da wird es wahrscheinlich auch bleiben.

14.10.2008 um 13:39 Uhr

Und noch mal ;)

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

14.10.2008 um 13:37 Uhr

Tschüssi

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Das war's dann. Im wahrsten Sinne des Wortes. Erleichtert? Sollte man vllt. sein. Vllt. auch nicht. Momentan überwiegt – man ist sauer, stinksauer.

Nun gut, ich darf mich nicht beschweren. Ich habe nie einen großen Hehl daraus gemacht, dass mich das ggf. überfordert. Die Frage ist, wenn hätte es nicht überfordert. Jeder, den es nicht betrifft, kann leicht behaupten, er hätte das natürlich alles viel besser weggesteckt. Ehrlichkeit ist nicht immer gefragt, um nicht zu sagen, gar nicht.

Heute war die sogenannte Verabschiedung. Die große. Schon am Donnerstag, beim letzten Team, wurde ich gruppenintern verabschiedet. Mit einen großen Blume, die ich dann tot pflegen kann. Gelingt mir mit Sicherheit. Nein, die Emotionen waren nicht geladen. Ich halte nichts von solchen Aussprüchen. „Du wirst eine große Lücke hinterlassen.“ Ich bezweifle einfach, dass sie wahr sind, ehrlich sind. Wie sollten sie auch. Derjenige kann das nicht beurteilen und jeder ist zu ersetzen. Ein Vorschlag stand im Raum, dass evtl. noch etwas über die ehrenamtliche Schiene gemacht werden kann, mit Bezahlung, stundenweise. Dazu habe ich mich nicht geäußert. Es gibt mehrere Gründe weshalb. Aber vor allem Dingen deshalb, warum soll man sich über ungelegte Eier äußern. Das kann man tun, wenn es soweit ist. Vllt. kommt es nie dazu, weil kein Bedarf besteht, weil die Verantwortlichen es ganz schnell vergessen, weil es nur ein Lippenbekenntnis war.

Bei der großen Verabschiedung mit Zertikationsausgabe, wozu man das auch brauchen sollte, stellte sich dann heraus, dass fast alle übernommen worden. Es gibt so eine Art Fortsetzung der MAE-Maßnahmen mit Entgeltzahlung. 1.000 Euro brutto. Ist nicht viel, ist wahrscheinlich sogar wenig, bedenkt man die Gegenleitung und was der Rest verdient. Die Frage bleibt auch, woher dieses Geld kommt. Die Antwort, sind Förderleistungen, kann man sich selbst geben. Ist im Grunde auch Jacke wie Hose, schließlich können wir auch Banken retten, da wird auch für pädagogische Einrichtungen was übrig sein.

Wie dem auch sei, es sind fast alle übernommen. Mit dieser Variante. Und zu mir: „Nun Frau Paulinchen Sie hatten ja schon öfter Ihren Unmut geäußert, fühlten sich z. T. überfordert, darum habe ich Sie erst gar nicht angesprochen.“ Ist doch was. Nicht nur, dass das Ganze dann öffentlich passierte, nein alleine die Aussage. Man hätte ja doch wenigstens mal fragen können. Schließlich hätte ich dann die Wahl gehabt oder auch nicht. Heißt das nun, weil ich es gewagt habe, mal zu sagen, ich wäre überfordert. Waren es die anderen nicht? Mitnichten oder? Vllt. hatten sie auch nur keinen Hanni, der einen schon mal zur Raserei bringen kann. Nun das hat zwar den Vorteil, ich muß mir nicht überlegen, ob ich mir für 1.000 Euro brutto das wirklich antun will. Was bei rumkommt, kann man sich leicht ausrechnen. Was für Behördenwege und Rechnerei - nun ja die Wenigsten werden es jetzt schon wissen, ich habe da so meine Erfahrungen. Alles schön und gut.

Schlußendlich bleibt der Nachgeschmack: Dich wollten sie nicht. Vllt. warst Du doch unfähig. Lippenbekenntnisse halt. Und es bleibt klar, ab sofort ist man wieder zu Hause, da gewöhnt man sich dran, ist klar. Auch wenn vieles nicht fehlen wird, es fehlt aber die Einstellung: Du gehst jetzt zur Arbeit. Allein dies ist es manchmal.....

Ich habe noch nichts zu allem gesagt. Es war einfach nicht die Zeit und der Ort dafür. Telefonisch wäre ich gerne so ein bis zwei Worte los geworden. Aber alle Verantwortlichen waren nicht erreichbar.