Plateforme

24.11.2008 um 11:05 Uhr

Gegen die Kälte

von: Paulinchen   Kategorie: Erotik

10.11.2008 um 00:52 Uhr

9. November

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Heute ist der 9. November. Dieses Datum ist in Deutschland in mehrerer Hinsicht ein historisches Datum

1938 – die Pogromnacht, sie jährt sich zum 80. Mal. Keine Geschichte, auf die man stolz sein kann. Aber auch kein Ereignis, mit dem einen persönlich etwas verbindet. Was ist jüdisch, was sind Juden? Auf die Fragen hab ich zu meinen Jugendzeiten nie Antworten erhalten. Dass die Stadt durchaus über eine Synagoge verfügte, die 1938 brannte, erfuhr man erst später. Juden kennengelernt, hat man nie, bis heute nicht. Die DDR gab sich als atheistisch. Sie war es sicherlich nicht, aber Gläubige hatten schon mit Reprassalien zu rechnen. Heute wurde dieser Tag begangen, an der ehemaligen Synagoge, die keine 100 Meter von mir entfernt war. Kerzen brannten.

Die 9. November, mit dem man etwas verbindet. Das ist der von 1989. Dieser Datum gilt als Wendepunkt der Geschichte. Warum heute im Fernsehprogramm über beide Ereignisse berichtet wurde, kann ich nicht sagen. Der 9. November 1989 jährt sich zum 19. Mal.

Der Fernsehbericht war interessant, auch wenn es mich persönlich störte, dass unsere Bundeskanzlerin zu Wort kam.

Es war eine bewegende Zeit, eine Zeit voller Hoffnung, Sehnsüchte, Glauben. Glauben daran, dass es nun alles doch viel besser werden wird. Man selbst hat es in der Hand oder?

1987 kam mein Mann, wir waren damals noch nicht verheiratet, zur Armee. Wurde eingezogen. Er war 26 Jahre alt und hatte wirklich gehofft, nicht mehr „dienen“ zu müssen. Wehren konnte man sich dagegen nicht, auf die Idee wäre wohl auch niemand gekommen. Er ging zur Armee. Das war nicht wie heute, dass man dann täglich telefonieren konnte. Wer hatte in der DDR schon ein Telefon, allen Fernsehfilmen aus dieser Zeit zum Trotz?! Kaum jemand. Für mich begang erst einmal eine schwere Zeit, obwohl dies gar keiner verstand. Mein Sohn, damals grad mal zwei Jahre alt, fing an, seinen Vater zu vermissen. Er war es durchaus gewohnt, dass er öfter nicht zu Hause war, denn er arbeitete in Schichten, aber diese Schichten hatten ein Ende und auf einmal hatte dies kein Ende. Er wurde quengelig. Die Aussage, sein Vater wäre bei der Armee, er würde, wenn man denn so will, unserem Staat dienen, konnte er nicht nachvollziehen. Wie auch. Als die Vereidigung anstand und klar war, wir würden ihn besuchen, bestand ich zum Trotz darauf, dass er uns begleitet. Niemand wollte das. Meine Schwiegereltern wollte mir einreden, es wäre doch besser für ihn und für uns, er würde an diesem Tag zu Hause bleiben. Meine Mutter würde ihn doch sicher betreuen. Für ihn wäre das doch nur eine Strapaze. Alle redeten mir mehr oder weniger zu. Die Kindergärtnerinnen erklärten mich für verrückt, dass ich seine Quengligkeit mit der Abwesenheit seines Vaters begründete. Ich setzte mich durch. Er fuhr mit.Er sah seinen Vater, der bei bei den „Panzern war“, er war stolz auf ihn.Das ewige Quengeln hatte ein Ende, jetzt war klar „Papa ist bei der Me“. Ich hatte Recht.

Briefe wurden viel geschrieben. Besuche waren selten. Die Zeit war im Nachhinhein betrachtet für mich eine schöne Zeit. Wir heirateten 1988. Kurz entschlossen. Noch vorher erhielt ich die Nachricht, es ist gar nicht klar, ob er zur Hochzeit kommen könne, es war gerade Jahrhunderthochwasser, die Armee war dort eingesetzt.

Zur Hochzeit seines Bruders Ende 1988 durfte er dann allerdings nicht auf Urlaub kommen. So war das damals.

Im Mai 1989 war der Dienst vorbei. Ich entschloss mich, es war schone eine ziemlich waghalsige Sache, meinen Mann mit meinem Sohn abzuholen. Wir fuhren mit dem Bus nach Magdeburg, der Busfahrer erklärte mich für verrückt, dass ich mit dem letzten Bus nach MD fahre, es hätte doch sein können, er fällt aus. Sowas gab es ja durchaus damals.

Es wurde gefeiert. Er war wieder da. Wir hatten unseren 1. Hochzeitstag. Die Maidemonstration fiel für uns aus. Ich hatte schon jahrelang an keiner mehr teilgenommen.

Die DDR wählte. Das war kein Ereigniss. Man ging in ein nahe gelegenes Wahllokal, steckte den Schein in die Urne. Die Sache war gelaufen. Die Pflicht war getan. Mein Sohn begleitete mich, mein Mann nicht. Er weigerte sich. Er würde nie wieder in der DDR wählen gehen. Ich nahm es hin. Was hätte ich tun sollen, ich verstand ihn.

Meine Kolleginnen sahen das anders. Irgendwie sagte ich, ich war mit Paulchen wählen, wurde nach meinem Mann gefragt und erhielt die Aussage: „Wieso hast Du denn nicht auf ihn eingewirkt, dass er auch wählen geht. Pass bloß auf, dass dies keiner erfährt. Du wirst Ärger bekommen.“ Ärger bekam weder ich noch er, es scherte sich wohl schon damals keiner drum, was wir dachten.

Das Leben ging weiter wie gehabt. Welche Rolle spielt Politik in unserem Leben? Dazu hatte keiner Zeit, man ging arbeiten, brachte das Kind in den Kindergarten, holte es ab, versuchte sich den Lebensunterhalt zu ergattern. Die Geschäfte waren mehr leer als voll. Man sah es überall, in den Geschäften, in den Betrieben. Eine Äußerung von mir damals, wenn jemals der Eigentümer des Betriebes zurückkommt, der wird sich wohl freuen, seinen Betrieb in dem Zusand vorzufinden, in dem er ihn verlassen hat. Das entsprach zwar nicht so ganz den Tatschen, denn der Eigentümer wurde schon 1939 von den Nazis unter Aufsicht gestellt, ausländisches Kapital (Belgien).

Wann es anfing, im Land zu brodeln? So genau ich das nicht sagen. Eine Unzufriedenheit mit dem Staat, mit dem Leben begleitete uns schon unser Leben lang. Man frage sich, war das alles?!. Wie soll es weiter gehe?

Im Juli 1989 starb meine Oma im Westen. Meine Mutter wollte natürlich zur Beerdigung fahren. Ihr 150 % überzeugter Mann war natürlich voll dafür, dass sie fuhr. Seine Überzeugung reichte leider nicht zu bis zu den Westpaketen, bis zu den Westbesuchen. Diese waren ihm „erstaunlicherweise“ sehr angenehm.

Sie durfte nicht fahren, da sie keine leibliche Tochter war. Meine Mutter hat ihre leiblichen Eltern in den Kriegswirren verloren, ist Vollwaise und wurde von „meiner Oma und meinem Opa“ ab 1947 aufgenommen. Damit war klar, auch ich durfte nicht fahren. Sie hatte im Übrigen, ob das nun jemand wußte oder nicht, die Absicht, die DDR danach nicht wieder zu betreten. Mehr aus persönlichen Gründen denn als politischen.

Es folgten die Ausreisen über Ungarn, die Botschaftsbesetzungen. Ich wollte nicht weg. Was sollte ich im Westen?! Schon 1985 hat ein Onkel mir geschrieben, es kommen jetzt so viele von Euch hier rüber, er könnte das gar nicht verstehen. Das war schon der Wink mit dem Zaunpfahl, was wollt Ihr denn alle hier?!

Einige sind gegangen. Mancher Mann kam nach Hause, die Frau war weg mit dem Silberbesteck. Manche Mann verschwand, ließ die Frau allein. Der Bruder meines Mann erklärte mit, sie würden über Ungarn ausreisen.

Die Leute demonstrierten in den großen Städten. Die Hoffnung keimte, in anderen sozialistischen Staaten gab es Bewegungen. Die Bürgerrechtler forderten 1989, wer sich mit ihnen solidarisch zeigt, möge am 7. Okt. 1989 eine Kerze in das Fenster stellen.

Das tat ich. Mein Mann war strikt dagegen, er die Wahlverweigerer fragte mich, ob ich keine Angst hätte. Ich hatte keine.

Man stand irgendwie unter Hochdruck. Noch gab es die DDR, aber man spürte die Veränderungen. Honecker wurde entmachtet. Krenz galt mit Sicherheit nicht als Reformierer, aber nun gut.

Plötzlich hörte man, die Mauern sind auf. Es wurden Gesetze gezimmert, nach dem jeder DDR-Bürger in den Westen könne. Es gab Diskussionen, unendliche über das wann und wie. Unterschiedliche Meinungen.

Wir gingen zur Montagsdemo.

Große Genossen gingen in die Betriebe. Unser Kreisvorsitzender kam in die Kantine, hielt eine Rede, wurde ausgepfiffen. Es entsprach nicht viel der Wahrheit, was er sagte. Er hätte keine Privilegien. Er wurde in einem Haus wohnen, Miete zahlen, da wäre nichts Besonderes an dem Haus. Viele wußte es anders, ich auch. Ich kannte dieses Haus, eine Schulfreudnin hat jahrelang dort gewohnt. Noch zwei Geschwister, ihre Eltern. Es war ein schönes Haus. Und nachdem sie auszogen, gab es eine Bautätigkeit an diesem Haus, die beispiellos war. Wo in der DDR wurde so fleißig gebaut und hatte man immer Material?

Ende November entschlossen wir uns, die BRD zu besuchen. Wir wollten unsere 100 Mark abholen und fuhren nach Helmstedt. Es war eine Tagesreise, die Deutsche Reichsbahn war wohl überfordert. Ich betrat die Stadt, als erstes gab es einen Blumenladen. Sowas hatte ich noch nicht gesehen. Diese Vielfalt. Die Blumenläden der DDR waren eher trostlos, brauchte man mal dringend einen Blumenstrauß, so brauchte man viel Glück, Beziehungen und manchmal nütze das alles nichts. Nicht selten reichte es selbst dann doch nur zu Nelken.

Die 100 Mark bekam man in einem ziemlich schäbigen Gebäude der Stadtverwaltung Helmstedt. Es dauerte lange, man hatte den Eindruck, die halbe DDR war auf den Beinen. Manche so erfuhr man und so war auch der Bundesregierung bekannt, versuchten es mehrmals, ihre 100 Mark zu bekommen. Die D-Mark - welche Kraft. Das Kind war mit, natürlich. Wie gingen einkaufen, was konnte man dafür alles kaufen. Beliebt waren die DDRler nicht in den Geschäften, sie glotzen überall, standen den Wessis im Wege rum. Manche waren freundlich, allerdings die Wenigsten. Vollgepackt kamen wir spät abends wieder zu Hause an.

Die DDR kämpfte ums Überleben. Wir kämpften mit oder dagegen. Trunken der Freiheit, der Sehnuscht, der Hoffnung, getragen vom Glauben nach besseren Zeiten.

Die Geschäfte der DDR änderten sich. Plötzlich gab es Dinge, die gab es gar nicht. Fernseher mit einem Preisschild - 1000 DM! 1000 Ostmark wäre für kaum jemanden ein Problem gewesen. Händler standen auf den Plätzen und verkauften Lebensmittel. Ein einschlägiges Erlebnis. Eine Händlerin, die für 3 DM Fruchtzwerge verkaufte. Mein Sohn wollte dieser Dinger unbedingt haben. Und ich hatte kein Westgeld in der Tasche. Keinen Pfennig. Wir hatten Geld umgetauscht, mein Mann fuhr regelmäßig mit dem Motorrad nach Schöningen zum Einkaufen. Irgendjemand der Verwandtschaft hat mal ein paar Mark geschickt, was übrigens aufhörte, als es die DM offiziell gab. Mein Sohn quengelte nach diesem Sch... Fruchtzwergen, er ließ sich nicht überzeugen, dass ich diese nicht bezahlen könne. Ich versuchte die Händlerin zu überzeugen, ich würde ihr dafür auch 10 Mark Ost geben. Aber was hätte sie damit machen sollen?! Irgendwann rief sie mich zurück, steckte mit die Fruchtzwerge in eine Tüte und sagte, ich solle schnell verschwinden.

Täglich sah man jetzt die aktuelle Kamera. Die Eregnisse überschlugen sich ständig. Die Regierung verfasste tolle Gesetze, es gab plötzlich mehr Geld. Die Ungleichbehandlung in den Steuergesetzen der DDR zwischen Angstellten und Arbeitern wurde aufgehoben.Feiertage wurden eingeführt.

Im März 1990 wurde wieder gewählt. Zum ersten Mal gab es Wahlwerbung. Die Busse der Stadt prankten mit dem SPD-Logo. Politprominenz sagte sich überall an. Jedem wurde erklärt, man müsse CDU wählen, denn nur die CDU würde uns die DM ermöglichen. Und die wollten wir nun alle, die Geschäfte hatten sie schon.

Und ich wollte immer noch immer eine bessere DDR. Bei einer Diskussion auf Arbeit erklärte mir unser Abteilungsleiter, ich könne nicht so naiv sein. Die DDR hat abgewirtschaftet, das wisse ich. Und nur mit der Wiedervereinigung könnten wir der Armut entgehen, man sähe es ja an Polen. Er hatte Recht, auch wenn es mich sträubte. Der Glauben an eine bessere DDR, eine DDR mit Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit.... Was würde uns denn die BRD bringen? Eine Kollegin sagte, wir hätte immer gearbeitet, wir können arbeiten, wir sind anpassungsfähig, was könne uns passieren.

Und wieder sagte mein Chef: „In der WISMUT haben mehr als 20.000 Leute gearbeitet, wo sollen die alle hin?!“ - In unserem Betrieb arbeiteten 1.600 Leute, heute noch ca. 300.-

Es wurde gewählt, die CDU war Wahlsieger. Eine neue Regierung gab es. Eine Regierung, von der uns nun bekannt war, sie würde nicht lange überleben.

Im Juli gab es dann endlich die DM. Es wurde ausgehandelt, wieviel jeder Bürger tauschen kann. Nie waren arme DDR-Bürger so begehrt wie damals. Jeder fragte jeden, ob er nicht tauschen kann. Viele verloren auf die Art auch ihr Geld. Am letzten Freitag der DDR-Währung, ich hatte keinen Pfennig dieses Geldes mehr in der Tasche, versuchte ich krampfhaft Geld aufzutreiben, weil ich noch so zwei bis drei Dinge einkaufen wollte. Es war nicht möglich. Also habe ich widerwillig an diesem Tag die Sparkasse besucht und noch DDR-Geld abgehoben, was ich dann auch auf die Schnelle ausgeben mußte. Es war eine eigenartige Zeit.Geldautomaten hatten die Sparkassen der DDR nicht.

Die Formalitäten hat jeder erledigt. Jeder verfügte über ein Konto. Am 1. Juli gab es dann einen Run auf die Sparkassen. Wir waren dabei. Früh, es ging auch schnell, stellten wir uns an und hoben unsere ersten DM vom Konto ab. Es war an einem Sonntag, man konnte nicht wirklich was damit anfangen, wir fuhren angeln.

Am anderen Tag fuhr die Familie in Urlaub – an die Ostsee. Mein Mann fuhr mit dem Motorrad, mein Sohn und ich mit dem Zug. Schon die Fahrkarte kostete ein Vermögen. Der Urlaub war wunderschön, das Wetter auch. Die Kaufhalle auf der Insel Usedom war vollgestopft mit Westartikeln, die teurer waren als dort. Es gab 100. kleine Stände mit irgendwelchem Kram, vor allem natürlich Imbißstände. Deutschland wurde Fußballweltmeister. Wir sahen unseren ersten Soft-Porno im Kino, man hätte darauf verzichten können.

Wieder zu Hause war ich geschockt. Die Kaufhallen hier konnten mit dem Sortiment dort nicht mithalten. Wo waren die Westartikel?

Ich rief auf Arbeit an, von einer Telefonzelle natürlich, ob ich noch beschäftigt wäre. Schon vorher wurde gemunkelt, die ersten Entlassungen stehen an. Ich war es noch nicht.

Arbeiten? Das war ganz anders als vorher. Die Betriebe sollten nun nicht mehr volkseigen sein, man sprach mit westlichen Partnern. Das Interesse bei denen war eher verhalten. Niemand kam mit wehenden Fahnen in die DDR. Was es alles voher nicht gab, gab es jetzt. Die Betriebe wurden überschwämmt mit Produkten, die sie jahrelang nur unter großem Druck erhielten. Die Ost-Betrieben wollten aber nicht mehr kaufen, sie hatten jetzt die DM. Die sozialistischen Bruderländer wollten die Produkte auch nicht mehr, sie hatten keine DM. Das sogenannte nichtsozialistische Wirtschaftgebiet wollte aber seinerseits auch nichts mehr von den Produkten.

Es wurde storniert, storniert, Warenlager abgebaut. Verhandlungen geführt. Warenlager vernichtet, damit die Bilanzen stimmten. Leute entlassen, weil die Westpartner natürlich damit nichts zu tun haben wollten.

Ab August arbeitete ich auch in Kurzarbeit. Nur noch ein paar Stunden, der Rest zu 90 %. Die chemische Industrie erhielt eine Lohnerhöhung. Es ging uns gut.

So langsam änderten sich auch die Geschäfte, so nach und nach das Sortiment. Westprodukte. Die Betriebe wurden privatisiert, einige mit Westpartnern, andere versuchten es allein. Viele schlossen ihre Tore für immer.

Blühende Landschaften sollten entstehen. Es sah danach aus. Die Welt veränderte sich. Die Republiken vereinigten sich, die Brüder und Schwestern.

Meine Mutter war die Erste, die arbeitslos wurde. Sie ging gen Westen, weil ihre „Familie“ das Angebot unterbreitete, eine Tante zu pflegen.

Wir besuchten sie nach kurzer Zeit im Westen, besuchten meine Tante, eine große Gewerkschaftsfunktionärin, eine große SPD-Anhängerin, kirchlich engangiert. Sie erschütterte mich mit der Aussage: „Arbeit hier? Hier gibt es keine. Für Frauen? Stundenweise, auf Abruf, ist zwar nicht legal, aber so ist es....

Die Jahre vergingen. Viel passierte, aber:

Was ist aus diesen Träumen geworden? Was haben wir falsch gemacht? Wenn ich die Berichte über die untergegange DDR höre, dann denke ich, was ist eigentlich so viel anders als jetzt?! Leben wir in einer Demokratie, wie es Herr Merz in einem Interview sagte oder hat Herr Lafontaine Recht, der sagt, eine Demokratie kann dieses nicht sein, denn die Entscheidungen (Steuerhöhungen, Gesundheitsreformen, Rentenreformen, HartzIV) sind ja von keiner Mehrheit getragen? Wir haben die Volksvertreter gewählt, die, die zur Verfügung standen.

Wann kommt die Revolution? Und was wird sie bringen? Wir können nicht das Land verlassen, wohin? Wir sind das Volk. Aber vielleicht fühlt sich die Mehrheit des Volkes trotz Überwachung, Nacktscanner, Rentenreformen, Gesundheitsreformen, HartzIV noch wohl? Vielleicht ist es ja nur eine Minderheit, die sagt, so könne es nicht weiter gehen, wir brauchen eine andere Gesellschaft.

Die Berichte über die Mißstände sind lang. Wer geht noch gerne einkaufen? Niemand, man hat das Gefühl, die Preise steigen stündlich.Wenn ich an die Gesundheitsreform danke, an Rente mit 67, an die eigenartigen Erbschaftssteuergesetze, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es das ist, was wir wollten. Egal ob nun West oder Ost.

Die Westler schieben die ganze Situation auf die Ossis. Brüder und Schwestern – nein. Mancher hätte gern die Mauer wieder. Sogar die Ostler, obwohl sie wissen müßten, es wäre ein Trugschluss. Die Politik der Bundesrepublik stand schon 1989 nicht zum Besten, sie hat sich mit der Wiedervereinigung gut retten können. Das vergessen einige.

Wann war ich das letzte Mal im Westen? Es ist eine ganze Weile her. Das ist das Dilemma, jetzt önnte ich jederzeit. Und? Die Welt hat sich verändert, die Stadt hat sich verändert. Sie ist bunter geworden, meiner persönlichen Meinung nach fehlt das westliche Flair, begründen kann ich das nicht. Es gibt viel Neues, es gibt aber auch eine Menge leerstehender Wohnungen, leere Geschäfte.

Das Wohungsproblem hat Erich Honcker gelöst, das war sein Plan – ab 1990.......