Plateforme

26.12.2008 um 01:54 Uhr

Veränderungen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Fast ist es ja nun vorbei – dieses Weihnachten. Aber darum geht es gar nicht, jedenfalls nicht vordergründig.

Auch nicht um IHN, weil die Sache ist wirklich Geschichte. Ich habe noch eine Mail bekommen bzw. geschrieben. Die Antwort war so eigenartig, dass es MIR die Tränen in die Augen getrieben hat. Mir, ich bin wirklich nicht nah am Wasser gebaut.

Um was es so wirklich geht, ist die Gewohnheit. Man gewöhnt sich so schnell an etwas. Dabei ist es doch die Gewohnheit, die immer kritisiert wird. Alle wollen Veränderungen, alles soll besser, schöner, schneller werden. Aber wenn sich etwas ändert, sind wirselten davon begeistert.

Ich habe irgendwann mal im Laufe des Jahres davon geschrieben oder auch nicht, dass ich meinen alten Mailfreund verloren habe. Wir kannten uns auch real, wohnten aber gute 500 km voneinander entfernt. Auch in Zeiten der Globalisierung ist das keine kleine Entfernung. Ich war wegen des Rechners nicht oft online und als ich endlich wieder konnte und wollte, bekam ich nur die Nachricht, bitte nicht mehr schreiben, meine Frau, will meine Ehe retten etc.

Das hat man natürlich akzeptiert.

Viel hab ich in letzter Zeit an ihn gedacht, es war immer so schön, ihm Gedanken und Gefühle zu schreiben. Es änderte nichts, aber die Antwort baute meistens auf.Und wenn er selbst mal Probleme hatte, lenkte das so schön ab.

Nun gut. Ich habe an ihn gedacht und die Chance genutzt, Weihnachten ist bekanntlich die Zeit der Karten und Grüße und ihm geschrieben. Die Antwort folgte prompt: Es geht ihm nicht so gut. Die Scheidung läuft! Er verliert im Grunde so ziemlich alles, Haus, Hof und Garten. Aber die Freundin hilft ihm!

Ups.

Ich weiß gar nicht, was nun passiert, ob wir uns nun wieder öfter schreiben, daran anknüpfen können, was vorher war.

Ja, Veränderungen halt. Was sich schon vor Wochen ereignete, aber mir nicht so wichtig war, ist, dass der Kontakt mit Schumi vollkommen eingestellt ist. Wir hatten ab und an noch telefoniert, ab und an gechattet, aber, ich sage es ehrlich, seine ewige miese Laune ging mir schon ein bissel auf den Geist. Mal war er krank, ging aber nicht zum Arzt, dann war er wieder krank mit etwas anderem, dass ich schon sagte, es liege an seiner Verfassung. Und die war sowieso im Eimer, er lerne nur die falschen Frauen kennen usw. usw. Beschwichtigen konnte man da selten was. Plötzlich war er ganz weg. Raus aus allen Foren, Chats und sogar die Festnetznummer war abgemeldet. Handy - keine Reaktion. Klar, ich kenne seine Adresse und eine alte Chatfreundin sagte noch, schreib ihm. Aber nein, unsere Beziehung ist beendet und wenn er gewollt hätte, er kennt meine Anschrift auch sehr genau.

Dafür hatte sich dann ein anderer alter Freund nach langer Abwesenheit wieder gemeldet. Wir chreiben jetzt wieder fast täglich.

So ist es auch mit W. Ich habe mich so daran gewöhnt, mit ihm fast täglich zu telefonieren, dass ich es schon vermisse. Wir hatten dabei auch so viel Spaß. Dass das einfach so vorbei ist, so von ihm abehakt wurde, irritiert mich schon.

Weihnachtsdepression oder Empfindlichkeit? Nun ja, daran kann es schon liegen.

Heiligabend war ich bei Paulchen. Die Sachen, die ich ihm gekauft habe, waren rechtzeitig eingetroffen. Es war soviel, dass ich wirklich nicht zu Fuß gehen wollte, bestellte mir ein Taxi. Seit langem mal wieder. Man gönnt sich ja sonst nichts. Der Fahrer war ganz nett, im Gegensatz zum Paketfahrer trug er meine Taschen. Wir stellten beide fest, dass die Stadt ausgestorben war, obwohl noch lange vor 18.00 Uhr waren die Bürgersteige wohl hoch geklappt.

Paulchen hat sich sehr gefreut. Hat alles anprobiert und für toll befunden. Und überhaupt diese Weihnachtsfrau, die ich ihm schon öfter mal geschenkt hatte, bin dieses Mal deswegen durch die halbe Stadt gelaufen, wird aufgehoben. Sie dient als Deko. Genau wie dieser Sandkuchenweihnachtsmann. Sieht zwar gut aus, aber warum denn Deko. Nächstes Jahr gibt es wieder welche.

Ganz wie zu DDR-Zeiten, als die Wessi-Weihnachtsmänner die Schrankwände der Leute zierten. Zu schade, um diese zu essen.

Weiß jemand warum? Ich kann es mir zwar denken, dass da ganz andere Sachen eine Rolle spielen. Weihnachten... Er war nicht gut drauf.

Später rief Nessi noch an und stellte fest, Du klingst so traurig. Es gibt nur wenige Leute, die das feststellen. Nessi und Peti an meiner Stimme. Ich war traurig, aus 100 Gründen und hatte dann im Chat noch eine Diskussion über Depressionen. Nicht, dass man sich sonst im Chat über andere Dinge unterhält. Keine Ahung, wie es dazu kam, aber dieser Mensch hat dann noch im Selbstverlag ein Buch rausgebracht („Depression – Biographie eines Betroffenen“).

Meinen Vater hab ich nicht gesehen. Ich hatte die Absicht, ihn heute zu besuchen. Hab das aber gelassen, ehrlich gesagt, wollte ich zu Hause bleiben. Er kommt ohnehin am Samstag, hat sich sehr gefreut über die Karte von Paulchen und auch da schwang in der Stimme so etwas mit.

Depressionen?! Eine lange Diskussion habe ich geführt, über wie man diese erkennt usw. Ob sie chronisch sind oder nur ab und zu.

Fakt ist wohl aber, momentan haben wohl viele diese. Weihnachten, das Fest der Liebe, das Fest der Suizide. Sagen manche Statistiken, manche streiten es ab.

Veränderungen hat es dann gegeben oder auch nicht. Ist immer eine Sache der Relationen.....



23.12.2008 um 01:40 Uhr

Schreien

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist Weihnachten, die Stimmung ist schlecht. Seit eben ist sie nahezu am Boden. Soll vorkommen. Ist fast immer so, Weihnachten wohl besonders. Ich liebe dieses Fest, kommt eigentlich der Sarkasmus so richtig schon durch? Nun ja, es ist so etwas was man abschaffen sollte. Nicht den Sarkasmus, sondern das Fest.

Weihnachtsgeschenke sind gekauft. Für Paulchen. Und nachdem das erledigt war, stelle ich fest, mein Herd macht den letzten. Prima, so was baut auf.

Kommt Zeit, kommt Rat oder was auch immer.

Und dann rufe ich Ihn heute an. Wir quatschen eine Weile, er erzählt über seinen Heiligabend. Klar bin ich ein bißchen angepißt, aber im Grunde hab ich ja auch was vor. Ich wollte zu Paulchen. Donnerstag mal zum Papa. Aber eigentlich...

Dann der Satz, ich ruf Dich nachher mal zurück. Ich sag noch, dann mach das, bis denne und leg auf. Keine zwei Sekunden später klingelt das Telefon wieder, und das Teil will nicht sofort, hat es manchmal, dass es einfach nicht geht. Man nimmt ab und nix passiert. Nun ja, als es dann klappt, krieg ich nur zu hören, warum ich denn aufgelegt habe. Bitte? Das sollte ich doch oder und mein Telefon hat auch gestreikt und schwups weg war er.

Dann später nur die Mail, eigentlich wollte er mich ja zu Weihnachten sehen, aber sowas Launisches braucht er nicht, ich soll es vergessen.

Bitte, ich vergess es. Was bleibt mir auch? Wer ist aber nun launisch? Ich hab dann noch mal angerufen, hat natürlich niemand abgenomen. War mir auch klar.

 

Ja, so war es. Es war halt. Es wäre....

Naja, lassen wir das. Ich bin sauer, stinksauer, auf mich, auf alles und überhaupt. Weihnachten halt. Und auch wenn es so schön blöd ist, ich wußte es vorher....

 

Manchmal könnte man nur schreien....


10.12.2008 um 00:40 Uhr

Alles beim Alten oder auch nicht

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Soll ich jetzt wieder von Zeit schreiben, das hab ich erst vor einigen Wochen. Aber irgendwie ist es wieder Thema. Viel Zeit ist verstrichen seit dem. Passiert ist nicht viel oder doch. Eine Sache der Relation.

Geändert hat sich augenscheinlich gar nichts. Es ist, wie man so schön sagt, alles beim Alten. Das ist manchmal eine schöne Aussage, manchmal ist sie weniger schön. In diesem Fall tendiere ich persönlich dazu, dass sie grottenschlecht ist. Es hätte sich was ändern sollen. Die Frage ist nur: WAS?

Arbeitstechnisch ist, siehe oben, alles beim Alten. Ich habe schon immer von mir behauptet Zweckpessimist zu sein, erwarte das Schlecht, sei erfreut, wenn es nicht eintrifft und sage, wenn sich die Erwartungen bestätigen „Ich habe es doch gewußt!“. Im Inneren heißt das aber, man erwartet irgendwie doch das Positive.

Ich habe gerade meine Verabschiedungen gelesen und meine Gedanken, sie haben sich natürlich voll und ganz bestätigt. Ich habe von meinem „Arbeitgeber“ nie wieder etwas gehört. Ich hatte mal kurz mit meiner Lieblingskollegin telefoniert, es war an einem Mittwoch, ich hatte nicht wirklich erwartet, sie an einem Mittwoch im Dienst vorzufinden, da sie ja für gewöhnlich mittwochs Sport hat, aber was sollte es. Sie hat mir in Kürze die Neuigkeiten berichtet. Alles beim Alten. Ein neues Kind wurde aufgenommen, ein anderes sollte am nächsten Tag aufgenommen werden, so dass die Gruppe wieder 6 Kinder hat. Martin, der sich ja seit August in der Klink aufhält, erscheint immer mal zum Wochenende, wird dann aber in eine Jugendgruppe wechseln.

Vorige Woche hatte die Einrichtung Weihnachtsmarkt, war nichts Spektakuläres, aber ich bin einfach mal dort hin gegangen. Neugier sozusagen. Martin ist mir gleich um den Hals gefallen und hat mir berichtet, dass er am Freitag aus der Klinik entlassen wird und am selben Tag in eine Jugendgruppe wechselt. Hanni hat mich begrüßt, mich gefragt, wie es mir geht. Ihm geht es gut. Und natürlich eine typische Frage für Hanni, ob ich denn nun auch Geld bekomme; schließlich arbeite ich nicht mehr. Carsten hat mich dann wie immer fast umgerannt. Ein paar Lehrer hab ich gesehen, es war ja noch Schulzeit. Ich hörte dann, dass die Gruppe zwei neue Kinder hat, die nur teilweise beschult werden. Man vermißt mich? Nein, natürlich nicht. Die Praktikantin, auch über sie habe ich schon mehrfach berichet, ist seit Anfang Oktober bis einschließlich 16. Dezember krank geschrieben. Eine Lücke, die aber eine FSJlerin ausfüllt und wie ich bemerken mußte, als ich an der Gruppe vorbei ging, gibt es wohl auch noch eine neue Kollegin.

Man hätte gedacht, man hat falsch gedacht.

Nun ja, das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich mich gestern mal wieder dabei entdeckte, den Staubsauger schwingen zu wollen. Dann habe ich mir aber gesagt, wie verrückt das sei. Vor nicht allzu langer Zeit war mir das ziemlich egal, am späten Vormittag auf Arbeit, gegen 21.00 Uhr zu Hause, da war mir relativ egal, ob Frau vllt. mal den Staubsauger oder ähnliches handhaben sollte. Und jetzt stört ein Krümel?!

Ich hab mit Peti telefoniert, die gerade (vorübergehend) den Mann ihres Lebens gefunden hat. Fernfahrer, also eine reine Wochenendbekanntschaft, der sich rührend um sie kümmert, tollen Sex, alles was man sich im Grunde wünscht.

Bei mir? Was den tollen Sex betrifft, kann ich mich nicht wirklich beschweren, Ronald erscheint in letzter Zeit häufiger. Er teilt es sich zeitlich ein. Es ist müßig die Hintergründe zu beleuchten. Es tut gut. Das ist der einfache Nenner.

Den Mann für's Leben? Da sieht die Sache schon verzwickter aus. Wie auch Peti hatte ich bis vor kurzem die große Chatphase. Es war zwar nicht vergleichbar mit früheren exzessiven Chattereien, aber eine Regelmäßigkeit war schon gegeben.

Chatten hat so seine Vor- und Nachteile. Ich bin nicht extrovertiert, halte meine Gedanken und Gefühle gern unter der Decke, da kann man beim Chatten schon mal Dampf ablassen, zumal die sarkastischen Bemerkungen im realen Leben nicht gerne gesehen werden. Aber chatten ist chatten, Globalisierung hin oder her, 500 km sind 500 km. Oder 1000 oder auch nur 200. Es ist, wie es ist, niemand setzt sich gleich ins Auto, das ist auch nicht wirklich erwünscht, ich selbst kann es gar nicht, ich habe keins und, mich neulich nach einer Zugverbindung umsehend, habe mal wieder entdeckt, Zugfahren ist alles andere als geil und alles andere als billig.

Und überhaupt – chatten. Wer es mal probiert hat, weiß es kann Spaß machen, aber es kann auch nervend sein. Manchmal ist es mehr als nur oberflächlich. Hat jemand schon mal berühmt-berüchtige Chatfragen veröffentlicht:

  • Woher bist Du?

  • Wie heißt Du?

  • Was machst Du gerade?

  • Was suchst Du?

  • Wie alt bist Du?

  • Was machst beruflich?

  • Was hast als Hobbies?

  • Bist Du verheiratet?

  • Hast Du Kinder, wenn ja wie viele?

Anstrengend. Da sind mir die lieber, die gleich fragen: BH-Größe, welche sexuellen Vorlieben etc.. Da weiß man wenigstens woran man ist und kann antworten oder es lassen.

Dann gibt es natürlich DEN oder DIE, mit denen es wirklich Spaß macht. In diesen bestimmten Fällen ist der eine aus NRW, wie könnt es anders sein, der andere aus dem Norden. Letzteren kennt man chatmäßig schon lange, hat sich aber für einige Zeit aus den Augen verloren und Frau hatte immer so ein Gefühl von.... Nun ja, was auch immer Man hat stundenslang telefoniert bisher. Nach seinen eigenen Aussagen hat er noch nie so lange, so intensiv telefoniert.

Erkenntnise daraus? Ja, klar, es gibt 100 Gemeinsamkeiten, aber ich entdecke natürlich die Dinge, die nicht passen. Was nicht verwundert oder? Wie ist das mit den Kompromissen? Oder gibt es den, bei dem alles passt?

Ich bin mir recht sicher, vermasseln werde ich, egal ob und wann und mit wem, es auf jeden Fall. Mein Optimismus.

Und ich kann mich nicht einfach ins Auto setzen oder in den Zug. Das ist das, was mich am Meisten stört.

Was sonst noch so ist? Weihnachten, ein Ding, was man meiner Meinung nach, eh abschaffen sollte und mich momentan nur noch nervt. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel.....