Plateforme

20.03.2009 um 02:15 Uhr

Schießen

von: Paulinchen   Kategorie: Politik

Es wurde viel darüber geschrieben und spekuliert, warum es zu Amokläufen kommt, was in den Tätern vorgeht oder auch nicht vorgeht. Ich will mich nicht anschließen, bin sowieso der Meinung, es gibt nicht auf alles eine Erklärung und vergessen wird bei der ganzen Diskussion, dass es die Opfer gibt. Darüber will ich nicht nachdenken, was in Leuten vorgeht, die ihre Kinder in die Schule schicken, die dann nie mehr nach Hause kommen oder schwer traumatisiert.

Die beste Erklärung für alles ist: Es liegt an den Killerspielen, an die Heranführung an Waffen etc.

Es wurde auch gesagt, Frauen sind seltener Amokläufer. Das mag insofern stimmen, dass die letzten tatsächlich Männer waren. Das heißt dann, Frauen neigen weniger zur Gewalt. Dem mögen die widersprechen, die schon mal Gewalt von Frauen erfahren haben oder Opfer einer Mädchengang wurden.

Und überhaupt gab es bei uns früher gar nicht. Keine Ahnung. Ich kann mich gut erinnern, dass es auf unseren Pausenhöfen auch Schlägereien gab.

Angesichts der Umfrage von Sternenschein habe ich schon gesagt, dass ich eine Waffe in der Hand hatte. Dazu gibt es dann eine kleine, feine Geschichte.

Wie den Meisten bekannt sein wird, gab es ab den 80igern in der DDR Wehrkundeunterricht. An diesen Unterricht kann ich mich nicht wirklich erinnern, wir waren wohl die erste Klasse, es war alles noch nicht wirklich durchdacht. Wir liefen eigentlich nur durch den Wald in Pfadfindermanier. Wie überlebe ich im Wald? Was macht man nach einem Atombombenangriff? Unsere Schule galt damals als Bunker, die Bürger sollten sich in die Schule, in den Keller flüchten. Wie abwegig das war, wird man festellen, wenn man sich die Schule mal ansieht.

Dieser Unterricht wurde natürlich im Laufe der Jahre verbessert.

Während der Ausbildung wurden wir dann zwangsweise Mitglied der GST – Gesellschaft für Sport und Technik. Es war eine kaufmännische Ausbildung, der Hintegrund dieser zwangsweisen Mitgliedschaft war wohl die Tatsache, dass die GST über Fernschreiber verfügte. Sowas hat wohl heute niemand mehr.

Ich kann mich nicht wirklich erinnern, was wir im Einzelnen gemacht haben. Mir war das damals ziemlich egal und hab mich dem soweit wie möglich verschlossen. Erinnern kann ich mich noch an die Schießübungen. Irgdenwann trafen wir in einer Werkstatt zusammen und sollten mit einem Luftgewehr (?) schießen lernen. Dazu muß man sagen, dass es wohl in fast jeder Familie Luftgewehre gab. Meine Eltern bzw. Großeltern hatten auch welche, man hatte schon mal versucht, mir das Schießen beizubringen. Erfolglos. So stand ich nun wieder in dieser Werkstatt, alle schossen auf irgendwelche Pappziele und trafen auch. Ich war dann auch dran und traf nicht, jedenfalls nicht das eigentliche Ziel. Mein Schuß traf das über der Werkbank hängende Bild von Erich Honecker. Das war zwar ganz woanders, aber egal. Das Geschrei war erst mal groß, ob ich das mit Absicht gemacht hätte. Nö, das hatte ich natürlich nicht. Die verantwortliche Ausbilderin war dann so weise, das zu erkennen und mich von jeglichem Schießunterricht zu entbinden.

Ich treff also nicht mal das Scheunentor aus 2 Metern Entfernung.

Ich habe es nie wieder versucht.Schießen ist nicht mein Ding. Wird es auch nie sein. PC-Spiele auch nicht, auch wenn ich es mal versucht habe. Und was die Horrorfilme betrifft, ich liebe sie. Es kann nicht blutig genug sein. Auf die Idee, Amok zu laufen, bin ich (noch) nicht gekommen. Aber es gibt immer noch den Nachbarn ;-)




20.03.2009 um 01:49 Uhr

Noch keine Veränderung

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Dann wollen wir mal wieder. Was gab es so in der letzten Zeit? Ähm, nichts oder nicht viel.

Das Wichtigste vorweg: Ab 1. April darf ich mich wieder zu den Berufstätigen zählen, zu denen, die nicht in der Statistik auftauchen, aber an sich hat sich natürlich nichts geändert. Nun ja.

Überhaupt war das keine ereingnisreiche Zeit. Ronald war mal hier, er hatte Resturlaub. Hat sich auch für die nächste Woche angekündigt. Wird ja wieder schwieriger, wenn ich wieder „arbeiten“ gehe.

Nessi hatte meherer Vorstellungsgespräche, aus denen nichts geworden ist. Zu einem habe ich sie begleitet, da es nicht in der Stadt war, sondern mal 30 km weit weg. Man kommt ja so selten raus hier, eine Fahrt in eine Stadt, die 30 km weit weg ist, ist also schon ein Ereignis. Es war soweit ganz ok. Die Damen waren shoppen. Zu dem Vorstellungsgespräch selber kann ich natürlich nichts sagen. Das Kinderheim machte einen ganz guten Eindruck, der Heimleiter, der mir unbedingt ein Gespräch aufdrängeln mußte - mit der ungefragten Frage: Warum bewirbt die sich hier eigentlich nicht und fungiert nur als Begleitung? -, war ganz nett. Wäre die Tätigkeit in dem Heim selber gewesen und nicht eine Außendiensttätigkeit für Eltern mit Schwierigkeiten, hätte ich mich gerne beworben.

Auch wenn ich es nicht so wirklich erklären kann, entspräche das meiner Vorstellung. Ich weiß schon, dass ich fast ausschließlich über „meine“ Kinder gemeckert habe. Man muß es auch nicht unbedingt verstehen, ich verstehe es selbst nicht wirklich, trotzdem würde mir genau sowas jetzt gefallen.

Aber wir sind hier nicht bei „Wünsch Dir was“ oder so. Man sollte sich mit dem zufrieden geben, was möglich ist. Ist allerdings leichter gesagt als getan. Ich hatte mich schon fast an mein Gammelleben gewöhnt, da war dann diese Einladung doch noch im Briefkasten.

Am Dienstag durfte ich mich vorstellen. Es waren noch 3 Damen anwesend, wovon eine gleich den Eindruck machte, sie wolle absolut nicht. Die Andere schwankt noch, wie sie sich entschieden hat, wird man am 1. April merken. Die Projektkoordinatorin oder Leiterin war eine ganz besonders Nette. Sowas arrogantes, prätentiöses ist mir selten untergekommen. Worauf die Dame sich etwas einbildet, ist mir schleierhaft. Und wieder die Frage: Wie kommen manche Leute nur zu ihrem Job?

Was die Tätigkeit betraf, wußte ich ja im Grunde schon bescheid. Es dreht sich im Grunde um das Führen von Besuchergruppen durch eine Kirche der Straße der Romanik. Natürlich wußte keine der drei weiteren Damen, wo die Kirche ist. Und überhaupt...

Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich mich darauf freue. Die Besuchergruppen werden natürlich in Reisebussen massenhaft auftreten. Oder auch nicht, da Touristen hier wohl eher die Ausnahme sind. Also wird man mehr oder weniger in dieser Kirche sitzen, die, wie man schon sagte, sehr kalt sein wird und auf die Dinge harren, die da kommen. Zwischendurch sollte man sich dann in die Materie einlesen.

Positiv an der Sache ist eigentlich nur, dass es für diese „anspruchsvolle“ Tätigkeit Geld geben wird. Natürlich nur einen Euro, ist klar. Etwas anderes kann man hier ja nicht erwarten. Desweiteren darf man wieder neue Leute kennenlernen, sich mit neuen Gegebenheiten auseinandersetzen, die da heißen werden, jede Stunde nachweisen, jede Tätigkeit nachweisen etc. Das ist nicht ungewöhnlich, ist bei solchen Tätigkeiten normal. Schließlich muß man die Leute überwachen, sonst könnten sie womöglich etwas anderes tun oder halt gar nichts. Dass ich im Grunde aus dem Alter raus bin, spielt dabei keine Rolle.

Positiv ist noch: Das Gammelleben ist vorbei. Momentan besteht ja mein Leben aus einem ganz anderen Tages- und Nachtrhythmus. Der Tag fängt erst in der Nacht an, endet am Tage, wenn andere auf Arbeit gehen. Im Grunde ist es ein Wechsel vom Bett auf die Couch. Ist nicht das, was man sich wirklich erträumt. Aber Faulheit siegt. Was soll Frau auch den ganzen Tag treiben? Und getreu nach dem Motto: Verschiebe nicht auf morgen, was Du auch übermorgen erledigen kannst, bleibt es bei dem Aufschieben allgemein. Das geht vielen so, bin weiß Gott nicht die Einzigste.

Das waren die Änderungen der letzten Wochen. Nicht viel kann man so sagen. Paulchen geht es soweit gut, auch da gibt’s nicht wirklich was Neues. Auch was die Elterngegebenheiten betrifft, hat sich nichts geändert. Manchmal ist das Leben dann doch nicht Veränderung. Veränderung wird es dann erst ab 1. April geben, mehr oder weniger.

Straße der Romanik


06.03.2009 um 05:12 Uhr

Ich habe Rücken

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Heute baumelte mal wieder das Telefon. Naja, das baumelt eigentlich täglich, aber meist ist es weniger wichtig. Eine Magdeburger Nummer ließ mich schon überlegen, ob ich überhaupt abnehme. War wohl reine Intuition, dass ich es tat.

Mein Haus-PC-Fachmann war am Apparat, er liegt dort im Krankenhaus. Mir ist schon, als er das letzte Mal hier war, aufgefallen, dass er sehr mit sich zu kämpfen hat. Er hat das dann auch bestätigt, massive Rückenprobleme. Nun hat das einen Grat erreicht, der irgendwie nach Abhilfe schreit. Wie die genau aussieht, kann man aber noch nicht sagen.

Ja, ja Rückenprobleme, die Volkskrankheit per se. Ich klage ja auch schon mein halbes Leben darüber. Verspannungen da, Verspannungen dort und diese Begleiterscheiungen. Der Schmerz zieht in alle möglichen Richtungen, dass einem manchmal Angst und Bange wird. Die Eigendiagnostik sagt zwar genau, was es ist, aber man könnte sich ja auch mal irren. Die Schmerzen im Arm, an der Brustseite könnten ja auch... Die Herzschmerzen (Muskel) könnten... Und überhaupt ziehen die Schmerzen auch mal in ganz andere Regionen, andere Wirbel, Lendenwirbel usw. usw.

Derzeit klagt auch Nessi über massive Beschwerden, die ja ohnehin schon eines diagnostiziertes Weichteilrheuma hat.

Und so klagt man sich weiter damit rum. Was will man auch tun? Zum Arztgehen ist eine einfache Lösung. Klar, übrigens meine Haus-PC-Fachmann hat das ja auch erfahren. Die beste Lösung für alles ist erst einmal: „Nehmen Sie ab!“ Das macht man auch gleich mal von jetzt auf gleich, alles kein Thema. Es muß einem nur der Arzt sagen und schon purzeln die Pfunde, ob es nun je nach Grad des bergewichts 10, 20, 30, 40 oder noch mehr Pfund sind. Es geht.

Darauf hat man natürlich überhaupt keine Lust. Zumal das nicht mal wirklich stimmt. Ich hatte schon Rückenprobleme, da hätte mir ein Arzt eher gesagt: „Sie könnten mal ein bißchen zunehmen, Sie haben Untergewicht!“ Klar bewegt man sich zu wenig, Gesellschaftsproblem und wenn man dann noch Beschweren hat, bewegt man sich noch weniger. Wir essen auch nicht unbedingt gesund, das Meiste, was schmeckt, ist ungesund. Ist alles nicht falsch, aber soll man nun solange warten, bis es überhaupt nicht mehr geht. Abnehmen wird wohl kaum jemand von jetzt auf gleich so ganz allein. Der phsychische Aspekt dabei ist ohnenhin nicht zu verachten, sowohl bei den Schmerzen als auch bei den angefutterten Pfunden oder der mangelnden Bewegung zwecks Antriebslosigkeit.

Das ist dann die eine Seite. Die andere Seite: Woher bekommt man eigentlich einen Arzt? Facharzttermine sind wie ein Sechser im Lotto. Das war bis vor kurzem nicht leicht, ist jetzt nach neuesten Pressemitteilungen ja noch schwerer geworden. Und dann? Physiotherpaie. Dafür hab ich im vergangenen Jahr eine Menge Geld ausgegeben, erfolglos. Hat irgendwie nicht wirklich was gebacht. Woran es gelegen hat, weiß ich nicht. Und immer mehr Geld hinterher werfen, wer hat das schon. Man kann schlecht zum Arzt gehen und sagen, sie können mir eh nichts verschreiben, Geld kann ich dafür nicht ausgeben. Das müßte uns die Gesundheit ja auch Wert sein, das Geld ausgeben. Wenn denn dann....

So schleppen wie uns dann im Grunde weiter so hin. In der Hoffnung, es wird vielleicht mal besser. In der Gewissheit, es wird wohl nicht von allein besser werden. Aber ein wirkliches Rezept zur Besserung hat niemand. Nicht mal die Ärzte.

Und weil alles hier einen historischen, ostalgischen Bezug haben muss, kommen wir mal auf die gute, alte DDR zu sprechen. In diesem Fall meine ich es sogar mal so. Da war das ganz einfach. Es gab einen Betriebsarzt, zu dem man während der Arbeitszeit gehen konnte. Der war so froh, wenn man keine Krankschreibung wollte, sondern nur ein Rezept und stellte gern ein Rezept für die Physiotherapie aus. 10 Massagen oder was auch immer man wollte, danach noch mal. So oft man wollte und konnte. Das konnte man, da der Betrieb eine Physiotherapie-Abteilung hatte, auch während der Arbeitszeit tun. War ganz entspannend. Sicher waren die meisten Abteilungsleiter nicht wirklich begeistert, wenn man mal für eine halbe Stunde verschwand, aber der Nutzen überwog wohl. Außerdem hat man ja auch während der Arbeitszeit Beschwerden und nebenbei gesagt, haben die Therapeuten genau zu dieser Zeit auch Arbeitszeit. Wer heutzutage mal versucht hat, nach seinem Feierabend, Termine zu bekommen, weiß, wie schwer das sein kann. So hatte man regelmäßig, kostengünstig Massagen oder was man auch immer wollte (Ultraschall, Reizstrom etc.), und es ging einem gut.

Das kann man natürlich in unserer hochentwickelten Gesellschaft mit ihrem wunderbaren Gesundheitssystem nicht erwarten. Wir haben zwar die tollsten Apparate, aber das war es dann wohl auch.

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/


02.03.2009 um 01:01 Uhr

Zerrissen

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Eigentlich sollte dieser Eintrag hier „Eltern“ heißen. Dieses „Eigentlich“ ist also Füllwort, toller Anfang für einen Eintrag und eigentlich wird dieser Eintrag nun doch anders heißen, weil es nicht mehr nur um Eltern geht.

Im Grunde ist es doch so: Wir haben alle so unsere kleinen und großen Probleme, der Eine mehr, der Andere weniger. Am Allerschönsten ist es aber, wenn wir uns über die Probleme der Anderen das Maul zerreißen können und genau wissen, warum er Recht oder Unrecht hat. Wir können uns moralisch entrüsten und wissen natürlich ganz genau, warum er Recht oder Unrecht hat, worin der Fehler besteht etc. Wir sind ja so gut. Wir können auch Ratschläge geben.

Wer gibt uns eigentlich das Recht dazu? Weil wir soviel besser sind als als die anderen, weil wir moralisch überlegen sind und unsere Probleme selber gut kaschieren können. Natürlich möchte niemand dieser „Moralisch so Überlegenen“, dass man hinter seine Tür mehr als 5 Minuten schaut, sich ein Urteil bildet oder gar irgendwelche Statements abgibt. Da könnten sich dann u. U. auch Abgründe auftun.

Wie ich dieses Getue hasse, kann ich gar nicht oft genug bekunden. Mir ist es egal, ob mein Nachbar fremd geht oder ob meine Nachbarin es tut. Es interessiert mich einfach nicht, ich weiß nicht, was sie tun oder nicht tun. Mir ist es egal.

Mir ist auch egal, warum jemand so ist, wie er ist. Ich maße mir selten an, moralsiche Urteile zu fällen. Natürlich kann man sich nicht immer frei davon sprechen. Es ist einfach menschlich.

Warum aber müssen es Leute immer wieder tun? Warum ist es nur so interessant? Weil das eigene Leben so uninteressant ist? Weil man sich selbst für so lebenserfahren hält, dass man auf alles eine Antwort weiß?

Es ist ganz einfach, an allem, was passiert, muß irgendjemand schuld sein. Am Einfachsten ist es, die Eltern sind schuld. Das hören wir immer wieder. Es könnte natürlich auch auf uns passen, denn wir hatten ja auch Eltern. Und wir sind vielleicht genauso wie wir sind, weil wir halt die Eltern haben, die wir haben.

Möglich ist alles. Vllt sind wir auch so, weil anders sein wollen als unsere Eltern. Auch die Möglichkeit besteht zumindestens.

Momentan bin ich vollkommen zerissen. Das liegt an einigen Beiträgen, Kommentaren hier. Das liegt daran, dass ich zwei Anrufe getätigt habe, die mich erst mal vollkommen aufgewühlt haben.

Meine Eltern.

Sie sind schon lange geschieden. Meine Mutter hat Anfang der 90iger die Stadt verlassen und ist in den Westen gezogen. Das hatte viele Gründe, ich will darauf jetzt nicht eingehen. Es tut auch gar nichts zur Sache. Als vor ein paar Jahren ihr Lebensgefährte plötzlich verstarb, brach für sie eine Welt zusammen, und sie liegt noch in Scherben. Sie wollte damals nicht zurück, ich hatte ihr vorgeschlagen, sie solle zurückkommen. Das wollte sie nicht, das konnte sie nicht. Es ist auch egal warum. Jetzt aber ist sie so allein. Keiner kümmert sich um sie. Ich kann es aber nicht ändern. Wie sollte ich es? Sie hat mich nicht beim Wegziehen gefragt, sie wollte nicht zurück. Was soll nun passieren? Dass sie dort niemanden hat, war doch bekannt. Mir. Ihr wahrscheinlich nicht.

Zurück bleibt das Gefühl, was soll ich denn an der Siutation ändern? Warum muß ich es eigentlich? Warum soll mir das Gefühl vermittelt werden, ich wäre daran schuld?

Ich habe sie übrigens angerufen, weil ich mich im Namen von Paulchen für die Karte bedanken wollte.

Und weil ich noch nicht genug hatte, rief ich dann aus demselben Grund noch meinen Vater an. Natürlich bekam dann auch noch sowas in der Art zu hören. Im Grunde bin ich schuld. Irgendwann hab ich mich um meinen Sohn nicht genug gekümmert, dass er da ist, wo er ist, dass er Drogen nahm. Denn irgendjemand muß ja schuld sein.Wer ist dafür geeigneter als ich? Er hat sicher noch mehr gesagt, viel mehr. Aber ich wollte das Gespräch irgendwann beenden. Diese Sätze blieben hängen. Es mag an vielen Dingen, die er nicht nachvollziehen kann. Eltern können auch verbohrt sein, sie haben ihr Lebensmodell, das Lebensmodell der Kinder muß dann genauso sein.

Und weil dass immer noch nicht genug war, rief dann auch noch W. an der in nächster Zeit wahrscheinlich in Kurzarbeit gehen wird. Was sollte ich ihm raten? Es gehen viele Leute in Kurzarbeit momentan, viele sind arbeitslos. Es ist ein Los, das viele teilen und irgendwie klar kommen. Auch er wird es können, er wird es müssen. Seine bisherige Überlegenheit diesbezüglich hab ich nie verstanden,  er wird natürlich sofort wieder was finden, die anderen Millionen Arbeitslose sind wahrscheinlich alle nur faul usw. Es tut mir leid, aber ich hatte für diese Sorgen momentan nicht das Ohr, das er erwartet hatte. Ich kann mir gut vorstellen, dass er für ihn schwierig ist, aber s. o. es geht vielen so.

Es wäre schön, wenn man die Dinge manchmal einfach so nimmt, wie sie sind. Wenn man die Menschen einfach mal so nimmt, wie sie sind. Es mag einem nicht gefallen, muß es auch nicht, aber man hat doch wahrlich nicht das Recht, es ständig zu mißbilligen......