Plateforme

26.11.2009 um 05:49 Uhr

Sehr passend

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Früher hatte ich die Probleme eines Erwachsenen....
 
(gehört in "Dirty Sexy Money")

26.11.2009 um 05:43 Uhr

Warum bin ich so verrückt?

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Nun ich kann nicht schlafen. Das ist insofern ungewöhnlich, dass ich um die Zeit, in der andere, vernünftige Menschen aufstehen, immer schlafen kann. Bin eine Nachteule. Aber heute geht es gar nicht. Ich habe die halbe Nacht gechattet, was mich aber sonst befähigt, einzuschlafen, hat heute gar nicht gewirkt.

Ich bin unzufrieden und deprimiert. Mit mir selbst natürlich. Man kann wahrscheinlich nur mit sich selbst unzufrieden sein. Allerdings birgt dies auch die Möglichkeit, es zu ändern. Wer kann schon die Welt ändern, von heute auf morgen?

Es ist aber meist so, dass man es nicht ändern kann. Weil man nicht weiß wie, weil bestimmte Faktoren von einem nicht beeinflußbar sind.

Ich denke ständig über Dieses und Jenes nach. Und weiß beim besten Willen nicht warum, wie ich es ändern könnte. Und ob ich das überhaupt will.

Sei vorsichtig mit den Träumen, sie könnten in Erfüllung gehen.

Ich kann mich nicht erklären, ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß, dass kein Mensch mich versteht, warum ich plötzlich wieder so empfinde. Aber es ist einfach so.

Viele Jahre war ich der glückliche Single. Ich hatte so ein oder zwei Beziehungen, meist nur Affären und nicht selten waren diese Herren liiert, was mir die Sicherheit gab, da steckt nicht viel dahiner. Emotional war da wenig, man mochte sich. Und das war gut so.

Man konnte die Freiheit genießen. Auch wenn man es objektiv gar nicht tat. So wußte man doch, Du kannst tun und lassen, was Du willst. In jeder Hinsicht. Du kannst gehen, wohin Du willst, wiederkommen wann Du willst, Du mußt Dich niemals rechtfertigen (was ich sowieso nicht mag), Du kannst Deinen Kram erledigen wann Du willst, ob Du willst. Du mußt niemandes Wäsche waschen, für ihn sorgen, kochen. Usw.

Das hat alles so positive Aspekte Und ich weiß überhaupt nicht, ob ich das ändern wollte.

Dennoch denke ich den ganzen Tag darüber nach, ob ER kommt und wann. Und möchte meinen Tagesablauf am Liebsten darauf abstellen. Plötzlich ist es gar nicht so schlimm, dass ich meine Wohnung nicht für mich habe, dass ich weniger schlafen kann, das ich nicht fernsehen kann (weil wir meist Musik hörten), nicht chatten kann. Es mag Momente geben, da denkt man, ach wie schön wäre es doch, wenn Du jetzt allein wärst. Aber die sind so verschwindend und so unwichtig. Im Grunde möchte man ihn sehen, in den Armen liegen. (Natürlich auch mehr).

Ich möchte seinen Blick spüren.

Dabei weiß ich genau, da ist diese andere komplizierte Beziehung, die eigentlich mehr kindlich als erwachsen ist, woran er natürlich nicht ganz unschuldig ist. Gestern hörte ich gar nichts von ihm. Ich hatte Dienstag abend noch mit seiner Mutter telefoniert (!), ich hätte ihm Zweifelsfall dort auch ihn erreicht, nahm aber schon an , dass es nicht an dem wäre. Und hörte auch, er wäre bei ihr, seine Klamotten holen. Sie verzögert das Ganze, aus ist es aber. Er kann höchstens noch zum Kaffee (natürlich auch Sex – was sie nicht sage) zu ihr komme, aber ansonsten ist es vorbei. Das Klamotten holen dauerte dann den ganzen Tag. Ergo der Umzug hat sich (vorerst) erledigt.

Ich versteh mich einfach nicht!

Ich könnte niemanden erklären, dass ist nun der Neue. Mein Vater würde im Quadrat springen, mein Sohn auch. Mein Ex-Mann würde mich für mehr als nur verrückt halten. Alle tun das. Ich hab die Blicke meiner Nachbarn gesehen.Nessi versteht mich auch nicht wirklich. Ich hab was Besseres verdient, spürt aber, wie sehr ich ihn mag.

Was will sie mit ihm?

Und ich frag mich das einstweilen auch. In jeder Hinsicht. Was könnte mir diese Beziehung bringen?

Es ist aber egal. Ich warte! Ich warte darauf, dass er erscheint. Und dann höre ich mir stundenslang die Geschichten an, sehe zu, wie er trinkt, trinke meist nicht mit, rauche, bis es dann in die Waagerechte geht (was auch nicht ganz einfach ist, aus Sicht des nicht sextüchtigen Bettes). Und immer wieder fängt er an, von seinen Problemen zu erzählen, mit ihr.

Und seine Blicke, die teilweise anders sprechen.

Kann mir jemand sagen, warum ich so verrückt bin?

Kann ich es nicht einfach abhaken oder wie sonst, nur das nehmen, was geht. Immer mal ein paar Nächte? Oder Stunden? Wie mit anderen?

Anscheinend geht es (momentan) nicht. Und mir kommt das so bekannt vor. Ich wollte ihn schon trotz allem vor mehr als 20 Jahren. Ich konnte ihn nicht kriegen, hab mich anders orientiert. In den folgenden Jahren, nachdem ich gesehen habe, was mit ihm los ist, was mit seinen Partnerinnen los ist, mit seinen Beziehungen, war ich froh. Warum hat sich das nur geändert?

Und wenn jetzt jemand auf die Idee kommt, es ist die Idee des Verliebtseins an sich, der Gefühle, der Emotionen, der Nähe, die dem Single plötzlich gefallen. Okay, das mag in bestimmten Punkten so sein. Nur kann ich mir niemanden vorstellen, der diese Stelle besetzen könnte. Weil ER da ist.



24.11.2009 um 18:50 Uhr

Steigerung

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist immer alles steigerungsfähig. Das ist Fakt!

„Und was morgen sein wird, wird morgen sein. Man wird sehen.“

Morgen ist heute. Und heute klingelte um halb 8 das Telefon, mal abgesehen davon, dass ich erst gegen 4 ins Bett bin (sehr gut gechattet und getelt), war ich hoch erfreut. Hatte es aber erwartet. Schließlich ist das die Zeit, wenn ER von IHR kommt. Dann muß ER gehen. Und ihm fällt nichts Besseres ein, als bei mir zu klingeln, im Anschluß. Vorher rief noch die Mutti an, die ihn suchte. Wie alt?

Ich hab tatsächlich geöffnet. War eh wach und hätte nach diesem Hin und Her nicht wirklich schlafen können. Rosenstolz lief. Passte oder? Kaffee hab ich gekocht, zugehört hab ich nicht wirklich. Nebenbei hab ich mich, dass muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, geduscht. Er hat die passende Musik gehört, sich seinen Teil gedacht, ihn optisch gezeigt und verschwand wieder. Gegen Mittag rief er dann an, was ich abends noch so mache. Nachmittags holt er seine Sachen von ihr, und wir könnten uns dann ja treffen und reden. „Zieh Dich aus, leg Dich hin, wir wollen reden!“ Nein, das kommt jetzt von mir. Egal. Bisher war das Telefon still, jedenfalls was IHN betrifft. Wahrscheinlich hat Sie sich auch gemeldet, vllt. war das Abholen der Sachen wieder mit einer Abschiedsnummer verbunden. Boah!

Wie alt? Nein, das ist mit alles zu.... Ich will es nicht, morgen bleibt das Telefon liegen, die Tür zu. Bahnhoffmissionen zum Kaffee trinken, ach Geld hätte er sich auch noch gern geborgt, nun ja, die gibt es hier zwar nicht, aber ich bin auch keine!

Das Schlimme ist nur: Frau wartet trotzdem. Man könnte sich selbst....



23.11.2009 um 23:47 Uhr

Wenn dem so wäre, würdest Du nicht gehen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Manche Dinge kann man gar nicht so richtig widergeben. Sie klingen so absurd, vor allem dann, wenn es sich nicht um die Eindrücke eines Teens oder maximal eines Tweens handelt.

Vielleicht kann ich es in Kurzform widergeben. Ich bezweifle es allerdings.

Ich war gereizt, depressiv und noch etwas, was man hier aus Jugendschutzgründen besser nicht erwähnt. Viele Gründe für alles, ein Grund ganz besonders.

Aus irgendeiner Laune heraus, schrieb ich mitten in der Nacht am Mittwoch eine SMS. Und erhielt prompt tagsüber eine Antwort, die so ungefähr lautete: Ich komme evtl. vorbei. Nicht versprochen.Auf eine solche SMS kann man dann nicht mehr antworten, die Antwortmöglichkeiten wären begrenzt.

Mir stellte sich die Frage, war das nun das Resultat auf die SMS. Oder wäre es auch so? Oder noch schlimmer, gibt es nun Streit in seiner „Beziehung“, weil ich die SMS sendete? Keine Ahnung.

Wie dem auch sei, er schlug abends auf. Streit gab es bzw. sogar eine Trennung. Nicht neu, eine Beziehung über ein halbes Jahr, die schon mehr als vier mal zur Trennung führte, kann keiner so ernst nehmen. Er blieb bis Freitag.

Dies ist anstrengend. Sehr anstrengend. Schlafmangel, Nahrungsmangel (was bei mir gar nicht so schlecht ist ;-)), zuviel Nikotin auf beiden Seiten, bei ihm noch Alkohol. Es ist anstrengend. Und schön. Anstrengend schön. Gewohnheitsbedürftig. Neu. Alt. Alles in allem.....

Freitag war dann etwas geplant. Deswegen mußte ER auch gehen. Irgendwie. Wollte es nicht wirklich, aber es war notwendig. Ronald und Nessi waren geplant. Nessi sollte ihn sowieso kennen lernen. Das war notwendig. Und Ronald reagierte sehr herablassend. Sicher, ich kann es verstehen. Es ist sicher nicht DAS, was er sich vorstellen würde. Aber muß man dann so herablassend, aggressiv reagieren?

Es war sehr schön mit den Beiden. Einzelheiten gehören ja nicht hier her, kann man sich auch so rauslesen oder auch nicht.

Und am Abend schlug er wieder auf. Geplant war das ganze bis Sonntag. Samstag wollte Nessi kommen. Es ist klar oder?!

Es kam ganz anders. Ganz anders. Am Samstag entschloß er sich, nach dem er mir ja tagelang immer wieder seine Beziehung dargelegt hat, sein Verhalten, ihr Verhalten, Beweggründe etc., mit seiner „Verlobten“ zu simsen. Die Frage war voraus gegangen, wie es mit uns weitergeht. Und ich beantworte sie wahrheitsgemäß, so wie es ist, kann es bleiben. Feste Beziehungen kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen – mit ihm. Gründe dafür gibt es viele, wurden auch benannt. Er konnte wohl damit leben. Oder auch nicht?!

Ich kriegte zu hören, dass ich ihn zeitweise doch ziemlich verliebt ansehe. Stimmt oder? Aber ich kann das nur zurückgeben, seine Blicke sind nicht anders zu deuten.

Nach dieser ganzen Simserei mit seiner Verlobten war mir schon klar, da kommt noch was. Sie stellte irgendwann die Frage, ob er nicht am diesem Samstag abend bis Sonntag früh noch vorbei kommen will. Warum kann man sich vorstellen, dazu braucht man kein Diplom.

Er überlegte bzw. er tat es nicht. Es war klar, dass er es sofort in Erwägung zog. Vllt. ist es typisch männlich, keine Ahnung. Aber wenn schon klar ist, wann man wieder gehen darf, wer wäre gegangen?!

So richtig konnte er nicht verstehen, warum ich sauer war. Schließlich führen wir keine Beziehung. Und man weiß doch auch gar nicht, was sie will. Vllt. nur kurz reden über die verbliebenen Sachen, vllt. geht es ja um ihre Kinder, vllt. braucht sie Hilfe.

Aber ich stellte gleich klar, wenn Du jetzt gehst, kommst Du heute nicht mehr hier rein. Ich bin kein Hotel. Und da seine Mutter früh immer anruft, werde ich ihr auch sagen, wo Du bist. Das sollte ich nicht, klar. Sie ist nicht erbaut über diese Beziehung (zu jung, zu ordinär etc.). Ich hätte auch sagen können, bleib. Das sollte ich, denn wenn man wir was daran liegt, würde ich es.

Reisende soll man nicht aufhalten.

"Vllt. sage ich ja auch, ich habe was Besseres gefunden. Ist ja auch so."

"Aber wenn dem so wäre, würdest es gar nicht erst in Erwägung ziehen."

Nach langem Hin und Her und vielen, vielen Bekundungen ging er. Tatsächlich. Und ich blieb zurück, sauer, enttäuscht, zutiefst verletzt. Nessi war noch saurer, warum verletzt er Dich so, so, obwohl er Dich so ansieht.

Am Sonntag rief seine Mutti an, sie macht sich immer Sorgen, meist auch begründet. Ich beneide sie nicht. Ich kann sie in vielen Dingen verstehen, allerdings zuviel Kontrolle schlägt wohl eher ins Gegenteil. Sie war bestürzt, hatte es geahnt und da sie selbst Sachen zu mir für ihn gebracht hatte (was man halt so braucht, wenn man woanders schläft), unterbreitete ich ihr den Vorschlag, ich bringe sie dann irgendwann vorbei. Alles! Außer die Blumen von ihr, die waren für mich.

Es dauerte nicht lange und ER rief an, ganz leise. Ob er vorbei kommen kann. Nach diesem „Nein“, das nicht mal, obwohl es doch ein kurzes Wort ist, richtig ausgesprochen wurde, legte er auf. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Nessi und ich standen auf, es klingelte das Telefon, er wollte wenigstens seine Sachen abholen. Das dauerte dann zwei Stunden. Die Trennung wäre vollzogen, seine Sachen wird er abholen. Sie wollte eine Abschiedsnummer. Ob es nun wirklich eine gab, weiß ich gar nicht. Ich gestehe, ich hab nicht wirklich zugehört. Absurd. Infantil. Ausdrücke dafür würde ich eine Menge finden. Sauer war ich immer noch.

Heute haben wir telefoniert. Wenn er nun seine drei Sinne beisammen hätte, hätte er gewußt, es wurde mehrmals erwähnt, dass Paulchen hier ist. Ich hatte also erst mal keine Zeit und irgendwie war es mir Recht.

Ich brauche vllt. noch Zeit. Vllt. erübrigt es sich. Vllt. kann ich Nein sagen. Obwohl ich es bezweifle. Es hat auch was Gutes, mal wieder allein zu sein. Sich in seiner eigenen Wohnung frei bewegen zu können. Denn in letzter Zeit war es nicht mehr nur meine Wohnung.

Gespaltene Gefühle. Und was morgen sein wird, wird morgen sein. Man wird sehen....




16.11.2009 um 22:37 Uhr

Charakter

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Charakterlosigkeit ist ein Mythos, den biedere Individiuen geschaffen haben, um damit die Faszinationskraft anderer Leute erklären zu können.
(Oscar Wilde)

12.11.2009 um 23:10 Uhr

ER

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist läß sich nicht wirklich leugnen, mir geht es nicht wirklich gut. Und das Schlimme an dem Ganzen ist, ich weiß nicht mal so genau warum. Nein, ich schmeiß mich nicht vor den Zug, soweit ist es nicht. Dazu lebe ich auch viel zu gerne, zumindestens das was es zwischendurch mal lebenswert macht. Die kleinen Dinge genießen fällt halt schwer. Irgendwie hat man den Eindruck, man wird anschließend für dieses Gutgehen bestraft. Der Hammer fällt.

Da hat man seit Jahren wieder Kontakt zu seinem Vater und irgendwie weiß man nicht, was man sich sagen soll. Familiäre Beziehungen sollten anders aussehen. Immer dem Bemühen geschuldet, dass ihm das Lebensmodell seiner Tochter nicht gefällt. Mir gefällt es auch nicht. Ich hätte auch lieber einen gutbezahlten, aktiven Job. Weiß nur nicht, wo ich den finden soll. Nicht, dass man nicht ständig irgendwas gemacht hat. Ich bin mir sicher, nächstes Jahr wird es auch irgendwas geben. Befriedigen kann einen das nicht. Aber das ist es nicht wirklich. Eine Tochter gehört wahrscheinlich in festen Händen, mit einem gut organisierten und strukturierten Tagesablauf und Haushalt.

Wem gefällt schon das Lebensmodell seiner Kinder? Gefällt mir das meines Sohnes? - Gefällt mir das Lebensmodell meiner Eltern? - Nicht wirklich in beiden Fällen. Aber ich kann es nicht ändern und ob ich es kritisiere oder nicht, letzten Endes geht es mich auch nur bedingt was an. Und was gibt es auch zu kritisieren, dass seine Wohnung vllt. nicht so aussieht, wie man es sich wünschen sollte. Sah meine auch nie. Ist das wichtig?

Ja, mein Vater hat Recht, es ist immer etwas chaotisch. Keiner lebt und liebt so, wie es gesellschaftlich konform wäre. Mir ist das nicht wirklich wichtig. In diesem Punkt bin ich mir ziemlich sicher, ich lebe gut so.

Er sagt es nicht wirklich, aber er denkt es. Und er weiß vielleicht von diesen kleinen Dingen, die mir mein Leben besonders lebenswert machen. Die Besuche: Ronald, Nessi und nicht zuletzt ER.

Natürlich haben wir uns noch zwei bis dreimal getroffen. Er war hier, wir haben die Nächte verbracht. Und ja: Es war schön. Ich kann es doch einfach nicht begründen, ich weiß es einfach nicht, warum es schön war. Ich bin nicht die sentimentale Kuh, normalerweise. Aber doch ist es schön, in seinen Armen zu liegen, ihn in meinem Armen liegen zu haben. O, ich weiß genau, es ist nicht richtig. Es ist nicht DER, mit dem man dieses Gefühl haben sollte.

Das Beuteschema ändert sich nicht wirklich. Es bleibt von der Jugend an gleich. Es ist immer, der, der nicht der gewünschte Schwiegersohn wäre.

Ich denke mal wieder zuviel nach, über dieses und jenes. Über Paulchen. Wie es ihm geht, wie er klar kommt. Kriege dann diese tollen SMS, ich würde ja gerne zu Dir kommen, aber mir fehlt das Geld. Mutti wird es schon richten. Sie richtet es auch. Dazu sind Muttis da. Oder? Vatis wohl nicht? Egal, der Gedanke drängt sich nur auf.

Und über die anderen kleinen Dinge. Gesundheit, Finanzen, was kommt oder nicht und immer wieder ER. Ja, es ist falsch. Ich wußte es immer, es paßt nicht, es darf nicht passen. Er hat nicht nur das Alkoholproblem, er hat Tausende davon. Das brauch ich nicht, das will ich nicht brauchen. Und warum warte ich dann doch darauf, dass er sich wieder meldet? Obwohl ich weiß, er ist jetzt bei seiner Liebsten, mit der es auf Dauer auch nichts wird, weil es nicht passt. Weil es nie gepasst hat.

Das Leben ist kompliziert. Und viel mehr als sich aus diesen Zeilen herauslesen lassen......

12.11.2009 um 22:50 Uhr

Nach dem Sex

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Was macht Frau nach dem Sex?

Sie zieht sich notdürftig an und läßt ihren Geliebten raus und

 

RUHE!

 

11.11.2009 um 23:34 Uhr

Am Ende des Tunnels

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

 

 

Am Ende des Tunnels ist......

 

es dunkel, stockfinsterer, Nacht.

 

 

11.11.2009 um 23:25 Uhr

Mauerfall

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Da ich seit Wochen höre, lese und irgendwie, sorry, nicht mehr hören kann, muß ich es jetzt mal los werden:

Die Mauer ist gefallen.

a) Welche Mauer? und

b) Wohin ist sie eigentlich gefallen?

 

 

 

09.11.2009 um 23:45 Uhr

Das Ende einer Ära

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Nun, die Überschrift ist etwas überspitzt. Es geht nicht um eine wirkliche Ära, nicht aus weltpolitischer Sicht. Es geht nicht um das Ende der DDR, um die Mauer. Das Thema ist zur Zeit soviel in den Medien, das es m. E. schon nervt. Irgendwann kommt das sicher mal hier, aber nicht jetzt, wenn es so in ist.

Das Ende einer Ära ist nur im eigentlichen Sinne das Ende der Tätigkeit in dieser kleinen, romanischen Kirche. Darüber gab es nie viel zu sagen oder zu schreiben. Auch wenn es rückwirkend deshalb zu bedauern ist, da mir vor kurzem ein altes Tagebuch in die Hände fiel, und ich es interessant fand, darin zu lesen. Vorausschauend werde ich es irgendwann mal bedauern, die Ereignisse, Spannungen und Emotionen nicht näher beschrieben zu haben.

Die Tätigkeit war weder schwer, noch anstrengend, noch irgendwie streßig. Im Gegenteil. Sie war ruhig. Langeweile? Nein, das ist der falsche Ausdruck, auch wenn ihn meine Kollegen / Kollegin ab und an geprägt haben. Langeweile empfand ich weniger. Ich habe viel gelesen, alle möglichen und unmöglichen Bücher (nochmal) gelesen. Ich habe die Ruhe genossen. Es gibt Schlimmeres, was man für Geld oder auch Nicht-Geld, wie in diesem Falle, tun muß.

Die Erkenntnis der Zeit war aber diese: Ich weiß jetzt genau, warum ich mit der Kirche als Institituion nie was am Hut haben werde. Ich bin kein wirklich gläubiger Mensch, ich mag mich als atheistischer Agnostiker bezeichnen oder als agnostischer Atheist. Es gibt sicher zwischen Himmel und Erde eine Menge, was man nicht erklären kann oder will. Oder vielleicht reichen auch unsere Erkenntnisse einfach nur nicht aus. Darüber nachzudenken ist müßig. Zu wirklichen Erkenntnissen ist kaum jemand gekommen, außer die Kirche selbst. Die Kirche als Sammelbegriff. Die Kirche ist, was sie im Großen und Ganzen immer wahr, mit sich selbst beschäftigt.Man denkt oder hofft oder wünscht, einen sozialen/christlichen Gedanken, aber diesen hab ich nicht wirklich entdecken können. Ich habe selten Menschen kennengelernt, wie diesen Pfarrer, der mir zutiefst unsymphatisch war. Im Grunde ist man doch immer der Meinung, auch wenn man den Menschen nicht wirklich mag, muß man darüber hinweg sehen, einen Konsenz finden, um wenigstens miteinander zu arbeiten. Nun ein arbeiten gab es sowieso nicht, der Herr wollte mit uns nicht viel zu tun haben. Man könnte den Begriff Leibeigener neu prägen.

Darüber konnte ich schon deswegen gut hinweg sehen, da man diesen Menschen nur selten sah. Es gab die eine oder andere Begebenheit, die es verdeutlichte, aber in der Mehrzahl war man unter sich in dieser kleinen Kirche, die doch einen Charme versprüht, den die Besucher genossen. Es war keine schlechte Zeit, ja, man kann es sogar bedauern. Zwar war es in den letzten Tagen sehr, sehr kalt und man fieberte im wahrsten Sinne des Wortes dem Ende entgegen.

Kirchen sind für mich Bauwerke, die impossant sind – als Zeichen ihrer Zeit -, die man sich gerne ansieht, sofern man sie sich ansehen kann. Selten sind Kirchen geöffnet. Christliche Gedanken, Zufluchtsstätte, das sind alles Dinge, die keine Rolle spielen. Kirchen sind nicht mehr geöffnet, um darin Zuflucht zu finden, Seelenruhe, sie sind geöffnet, wenn sich irgendwer aus historischen Gründen, aus touristischen Gründen überlegt, man müsse dafür was tun und natürlich mit Möglichkeiten des zweiten/dritten Arbeitsmarktes.

Was hinterlassen wir? Plattenbauten, die jetzt wieder abgerissen werden.

Die Zeit ist vorbei. Die Kirche ist im Winter geschlossen. Im Frühjahr wird sie wieder geöffnet, sie kann wieder besichtigt werden. Es werden sich Leute finden, die im zweiten Arbeitsmarkt das mehr oder weniger gut oder schlecht machen. Bis dahin ist noch Zeit. Wer das sein wird, ob man das im Falle eines Falles wieder selbst ist, das weiß man erst dann.

Das Ende einer Ära betrifft auch noch ein ganz anderes Ereigniss. Wenn man jung ist, ist man nicht selten verliebt. Man ist oft verliebt. Wenn man Tagebücher aus dieser Zeit liest, ändern sich zuweilen in kurzen Abständen die Namen. Die Liebe ist groß, man kann ohne ihn nicht leben.

Es ist ein Verliebtsein in die Liebe. Ich habe vor vielen Monaten, in einem ganz anderen Zusammenhang einmal die Worte geprägt:

Eine Illussion, die sich irgendwann mal der Wahrheit stellen muß, verblasst.
Eine Illussion, die nie die Chance dazu hat, wird eher stärker.

So ist das wohl mit der Liebe oder dem, was man so dafür hält. Ich will darüber gar nicht spekulieren, was es nun war oder nicht.

Viele Jahre hab ich einem Mann verehrt. Es ist lange her, es war die große Liebe. Er war es. Warum das so war, das weiß natürlich kein Mensch. Ich jedenfalls nicht.

Man hatte jahrelang wenig Kontakt. In den letzten 25 Jahren haben wir uns ab und an gesehen, die ersten Jahre war da immer noch dieser Stich, er ließ dann nach. Mehr und mehr. Man war der Meinung, was hast Du nur an diesem Kerl gefunden? Keine Antwort.

Vor einigen Jahren zog er weg, man hatte noch mal kurz Kontakt, ich war damals frisch getrennt und nicht die Absicht, irgendwas aufzuwärmen. Er war verlobt. Es war gut so.

Nun kam im Mai d. J. der Anruf, er ist wieder am Ort. Wir können uns ja mal auf einen Kaffee treffen. Dann war wieder große Ruhe, er war zur Entgiftung zwischenzeitlich. Auf gut deutsch, er hat ein Alkohlproblem. Nun ist das für mich schon allein ein Grund, davon die Finger zu lassen. Mit Sucht hab ich wohl genug Erfahrung, nicht persönlich, aber im Umfeld. - Wenn man mal von der Nikotionsucht absieht. - Dann war mal wieder Kontakt, er rief an. Er hat eine Freundin hier, 15 Jahre jünger als er, drei Kinder. Und dann kam er mal zum Kaffee. Es war mehr als nur anstrengend. Ich kam nicht viel zu Wort. Da heißt es doch immer, Frauen erzählen viel. Komischerweise treffe ich nicht selten Männer, die ohne Punkt und Komma erzählen können. Und was?! Die Probleme mit sich, seiner Freundin und den Kindern, die Eifersüchteleien, die Kontrollsucht, die gegenseitige Eifersucht etc. etc.

Ich weiß genau, warum ich oft froh bin, Single zu sein. Das will ich auf keinen Fall haben! Das würde ich auch nicht machen. Das wäre mir zu kindisch.

Die Sache war gegessen und abgehakt. Nach ein paar Wochen war er mal wieder von ihr für kurze Zeit getrennt, kam hier spät abends vorbei, ging auch nicht wieder. Erzählte viel und irgendwann landeten wir da, wo wir wahrscheinlich nicht hätten landen sollen, im Bett.

Ich wußte schon, als es passierte, es war ein Fehler. Nein, es war nicht schlecht. Im Gegenteil. Es war schön. Und ich weiß auch, was ich irgendwann mal an ihn mochte: dieser Blick. Als ich ihn dann früh endlich rausgeschmissen habe, weil ich selbst in meine Kirche mußte, entdeckte ich mich doch dabei, dass ich die ganze Zeit an ihn denke.

Ist man nicht verrückt? Ist Frau wirklich noch zu retten? Sie ist es nicht. Sie ist einfach nur verrückt. Wie kann sie an ihn denken?

Nun die Geschichte ist natürlich nicht wirklich zu Ende. Ich habe über eine Woche nichts von ihm gehört, bis dann wieder das Telefon klingelte, er mitten in der Nacht bei mir aufschlug, mir stundenslang seine Probleme schilderte, als ich ihn dann endlich rausschmeißen wollte, ganz standhaft blieb, um dann nicht doch wieder da zu landen, wie beim letzten Mal.

Ja, das ist vielleicht das Ende der Illussion. Aber nicht das Ende der Ära an sich. Denn im Grunde warte ich auf den Anruf, zu wissen, dass es falsch ist, zu wissen, dass ich, nun ja ich bin pragmatischer als mit 17 oder 15, wenigstens ein paar Nächte geniessen will. Und wenn sich die Chance bietet, werde ich sie wahrscheinlich ergreifen. Es ist idiotisch, vielleicht, aber es ist auch schön. Es ist schön, mal neben ihm aufzuwachen, neben ihn einzuschlafen, in den Armen zu liegen. Ich habe doch gar keine romantische Ader, ich bin die unromantischste Frau, die ich kenne, aber hier entdecke ich sie.

Ich kann damit leben. Ich kann wahrscheinlich sogar damit leben, wenn wir uns nicht wieder sehen. Besser als früher.

Und überhaupt? Ich brauch diesen Sex nicht unbedingt.Zwar geht es immer noch besser und genug kann man wohl nie haben. Aber wir haben es doch endlich gepackt: Ronald, ich und Nessi. Ja, nun wollte sie es auch, nun wurde es organisiert. Und was soll man sagen? Es bedarf Wiederholungen. Unbedingt, aus jeder Sicht heraus!

Und auch noch etwas ist mehr oder weniger zu Ende. Es war für mich nicht ganz einfach. Aber mein Sohn ist in die Stadt seines Vaters gezogen. Er hat dort eine Wohnung, ist dabei, sie einzurichten und momentan läuft es ganz gut. Noch ist das alles eine Probevariante, er ist noch immer Patient, aber diese Tage werden wahrscheinlich gezählt sein. Nessi und ich haben ihn schon besucht, es war ein schöner Tag.