Plateforme

19.10.2010 um 03:03 Uhr

Chaos

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Gern bin ich chaotisch, ich mag das Chaos. Ich mag es nicht so planvoll.  Chaos in meinen Gefühlen mag ich  weniger. Ich kann gar nicht sagen, wie chaotisch ich mich gerade fühle.

Vor allen Dingen ist es ja wirklich so: Da versucht man sich abzulenken, startet diesen Rechner und findet dann eine E-Mail, die wieder alles hoch kommen lässt. Dann liest man hier noch ein bissel rum und das Wort kuscheln fällt. Ist das nicht zum……

Da soll man sich ablenken? Das kann doch nicht wirklich sein.

Eigentlich und auch uneigentlich sind die letzten Tage ein Abklatsch von den letzten Wochen. Am Wochenende hatte ich ja nicht die Absicht zu Nessi zu gehen. Bin es auch nicht. Ich hatte mir etwas vorgenommen. Natürlich hat er gefragt, ob ich hoch komme. Aber ich habe es verneint. Es dauerte gar nicht lange, da meldete sich Nessi und sagte, sie kommen dann. Er will unbedingt. Das war noch gar nicht richtig ausgesprochen, keine Stunden später klingelte es. Sie standen vor der Tür mit Kuchen. Wir tranken Kaffee, er sprach wieder über das alte Thema. Diesen ewigen Dreier und wie es funktionieren soll. Das alte Lied also. Es kam nicht wirklich was bei rum. Ich war an diesem Tag auch ziemlich gelassen, meine alte Gelassenheit sozusagen. Nessi wollte wieder gehen, die Fenster sind offen. Er könne ja bleiben, aber er hat ja seine Sachen da. Und überhaupt fahr ich ja am anderen Tag zu Paulchen.

So gingen sie nach einer Stunde wieder. Was der Kurzbesuch sollte? Keine Ahnung. Ich war wirklich gelassen. Ein Freund tauchte später auf. Wir redeten, redeten, redeten.

Am anderen Tag fuhr ich zu Paulchen. Bei dem läuft es auch nicht ganz rund. Seine Freundin hat sich getrennt. Seine Berufsausbildungsbeihilfe wurde abgelehnt. –Seine Stimmung war auch nicht so toll. Wir waren bei ihm im Restaurant. Die Leute sind lustig. Wir hatten ein paar schöne Stunden. Ich hielt die Beiden per SMS auf den Laufenden. Ich bin nicht hingegangen. Sie wusste es, er nicht. Ich bin nach Hause, aber wirklich gut ging es mir nicht. Eine alte Freundin rief an, sie hatte ihre Op wegen des Brustaufbaus. Wir wollen uns mal zum Kaffee treffen. Ich telefonierte auch noch mit Nessi, aber nicht weltbewegend.

Heute war ein furchtbarer Tag. Ich fühlte mich allein, einsam, traurig, enttäuscht. Ich wollte ein bisschen Trost. Von ihr natürlich. Aber so richtig kam das nicht auf. Sie kann es nicht tun, weil er ja bei ihr ist, das würde den Anschein von Unehrlichkeit erwecken. Und die Diskussion kam wieder auf. Ich weiß nicht, wie oft schon. Ich weiß auch nicht warum. Eine Menge Unterstellungen, über die ich entsetzt war. Das Ende vom Lied ist, keiner versteht sich. Nein, das ist falsch, die Beiden verstehen sich super. Er würde es am Liebsten so lassen wie es ist. Sie könnten ja auch mal wieder runterkommen. Vllt. findet sich ja ein Weg.

Man kennt das alles schon.

Ich habe ihr und auch ihm wieder zu viel geschrieben. Er behauptet ja, es ist seltsam, dass ich es nur per Telefon oder per SMS machen kann. Das ist so nicht ganz wahr. Er redet mir ja immer dazwischen, er lässt mich nicht ausreden. Ich lass ihn vllt. auch nicht ausreden, wenn es schon zum 127. Mal gesagt wurde. Endlich bekannt sein müsste, nichts zur Sache tut usw. Wie dem auch sei. Es war sinnlos. Wie immer also.

Sie hat mir viel unterstellt, sie solle mir den Rücken stärken oder ihn bewegen, dass er wieder zu mir kommt. Hab  ich so was gesagt? Könnte ich das verlangen? Weiß ich doch, dass sie das sowieso nicht will und kann.

Im Gegenteil. Heute Nacht bekam ich die SMS in ihrem Namen geschrieben. Mir war klar, dass sie nicht mit seinem Handy schreibt, obwohl sie das oft machen, sie vertrauen sich ja. Diese Wortwahl war unpassend. Es war einfach nur, ich muss ihr jetzt weh tun.

Wie hätte ich reagiert? Wenn jemand eine SMS in meinen Namen schreibt, um den anderen, der mir wichtig ist (so ist jedenfalls die Aussage), weh zu tun. ich wäre sauer. Das ist sie natürlich nicht. Wie könnte sie.

Was auch immer ist. Es stimmt eins. Ich kann die Harmonie der Beiden nicht ertragen. Das ist so. Nicht, dass wir vllt. weniger harmonisch gewesen sind. Das waren wir z. T. auch. Und sie hat Recht, für sie war es sicher auch schwer. Aber sie liebt ihn nicht und da sollte es einfacher sein. Dafür liebt sie mich. Keine Ahnung.

Ich könnte auch nicht ertragen, sie kämen und gingen dann gemeinsam wieder. Oder ich gehe hoch und dann allein wieder, weil er bei ihr bleibt. Er findet, es soll so bleiben, wie es ist. Seine Sachen haben schon den Weg in ihren Schrank gefunden. Sie ist halt ordentlich und hat auch mehr Platz.

Es soll so bleiben, wie es ist. Das ist eine klare Aussage. Wie ich damit umgehe? Keine Ahnung. Gar nicht.

Ich hab ihr geschrieben, dass ich es nicht ertragen kann, wenn sie kommen und wieder gemeinsam gehen etc. Darum wird das nicht stattfinden. Ich hab mich sozusagen verabschiedet von ihr.

Die beste Lösung, das hab ich immer gesagt, ist, ich trenn mich von Beiden. Das will sie nicht und ihn will sie auch nicht verlieren. Ich will das auch nicht. Aber einen Weg findet man auch nicht. Wie auch?

Wir sind unterschiedlicher Ansicht, wie der Weg aussehen sollte. Komisch ist, dass sie sich gegenseitig meine SMS vorlesen. Und bei mir? Nun ja.

Es ist Kindergartenniveau. Die Abschieds-SMS an ihn ist fertig, sie ist noch nicht raus. Sie ist aber von ähnlichem Inhalt.

Ich weiß nicht, wie ich das durchhalte. Alle anderen sagen: Halt durch. Kopf hoch, Süsse. Was auch immer. Mach Dich nicht so fertig. Erniedrige Dich nicht so….

Auch das kenn ich alles.

Ich sag mir das auch und doch erinnert mich an alles, was ich tue, was ich sehe, an ihn, an sie. An gemeinsame Zeiten zu dritt, zu zweit.

Alles voller Erinnerungen. Vollkommenes Chaos.

Es muss gehen. Ich hatte mal den Eindruck, so glücklich mit der Situation, dass er da ist, ist sie nicht. Vllt. gibt es da doch so ein oder zwei Zweifel. Aber das drückt sie nicht aus. Sie wird ihn nie rauswerfen und warum sollte er gehen? Alles ganz praktisch, alles ganz einfach.

So ist das Leben oder auch nicht. Ich muss loslassen und wenn ich wüsste wie, wäre mir wohler….

15.10.2010 um 00:07 Uhr

Riss

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Jeder bildet sich so seine Meinung, d. h. ja noch lange nicht, dass man Recht hat. Die andere Partei hat nämlich auch Recht, zumindestens behauptet sie das. Jeder hat seine eigene, subjektive, individuelle Wahrheit. Sein eigenes Empfinden. Und wohl auch ein Recht darauf.

Natürlich bin ich der Meinung: Ich habe Recht. Es haben mir auch schon ein, zwei Personen, mit denen ICH gesprochen habe, bestätigt. Könnte natürlich sein, dass diese Personen der anderen Partei nach ihrer Schilderung auch Recht gegeben hätten. Theoretisch jedenfalls. Praktisch glaub ich das nicht, weil ich Peti sehr gut kenne und weiß, sie würde mir das dann sagen, und ihre Empfindungen, ihre Vorstellungen sind den meinen sehr ähnlich. 

Es tut gut zu hören, Recht zu bekommen. Natürlich. Aber was bringt das einem, wenn die andere Partei das ganz anders sieht. Und man sozusagen die Schuldige ist, diejenige, die durch ihren Handlungen, Äußerungen alles kaputt gemacht hat. Das bringt dann gar nichts.

Natürlich ist viel Gefühl im Spiel, das macht es schwierig. 

Nun habe ich immer gedacht, Nessi würde immer loyal zu mir sein. Das ist sie nicht. Ihr ist er genauso wichtig wie ich. Und sie genießt es, sie genießt die Rolle zu spielen, die er ihr zu gedenkt. Momentan. Sie genießt es, von ihm Recht zu bekommen, mich als die Schuldige abzustempeln. Sie mag das alles nicht mehr. Was ich nachvollziehen kann. Das ewige Hin und Her, das doch zu nichts führt.

Weil ich aus meiner Haut nicht kann, wie sie nicht aus der ihren. Wie er nicht aus der seinen. 

Er genießt es zweifelsohne von zwei Frauen begehrt zu werden. Und das kann man natürlich auch ausnutzen.

Nach dem Wochenende, als ich wieder das Weite gesucht habe, bin ich am Montag dann wieder zu Beiden gegangen. Ich konnte wieder mal nicht anders. Nessi hatte ja Urlaub, es lief alles ganz gut. Am Dienstag lief es dann schon nicht mehr so gut, Nessi hatte keinen Urlaub mehr, sie wurde zurückgeholt. Wir waren alleine. Irgendwas hat gestört, mich sicherlich. Keine Ahnung. Jedenfalls meinten sie das bemerkt zu haben, darüber reden zu müssen, und das Ganze so in dem Wortlaut, dass ich es eben nicht ertragen kann, wenn es nicht nach meinen Spielregeln geht. 

Nun kann man sich erinnern, Nessi ist schon seit 5 Jahren meine Freundin. Es hat viele Höhen und Tiefen gegeben. Es war nicht ganz einfach, da ich, darüber bin ich mir schon klar, ihre Erwartungen in Bezug auf meine Person nicht erfüllt habe. Sie wollte mehr, als ich zu geben bereit war. Sie hat sich auf den Dreieckssex mit Ronald eingelassen, was auch gut lief. Übrigens hat sie genau diesen dann auch heimlich getroffen und mir erst vor kurzem davon erzählt, denn er wollte es nicht! Loyal?!

Als dann das Miststück dazu kam, war sie wenig begeistert. Sie wollte mit ihm nicht wirklich was zu tun haben. Er wäre nicht mein Niveau, er würde mir wehtun, mich ausnutzen usw. Sex gab es auch, zum Teil lief er ganz gut. Manchmal kam ihre Eifersucht ins Spiel. 

Es lief dann auch zeitweise mal ganz gut, wir hatten viel Spaß miteinander. In jeder Beziehung.

Irgendwann fing es an, ich kann nicht sagen wann, dass sie Geheimnisse teilten, die manchmal so kindisch waren, dass es irrsinnig war. Ob er ihr z. B. etwas mitbringt, was ich nicht wissen sollte. Er hat ihr geschrieben, sie haben sich geschrieben. Sie haben sich über mich ausgetauscht. Der Höhepunkt war das Wochenende, das sie bei ihm verbracht hat. 

Ich habe immer wieder gesagt, dass mich das stört. Die Geheimnisse, das Reden über mich. Sie ergreift mehr Partei für ihn als für mich. Nein, das ist falsch, sie tut es für mich nie. Jedenfalls nicht öffentlich. Sind wir unter uns kann das schon sein.

Eigentlich, so sehe ich das, ist es doch ganz einfach. Er ist mein Freund, sie meine Freundin, und ich sollte doch die Hauptrolle spielen. Das ist einfach, zu einfach, weil es halt nicht funktioniert. 

Es war doch nie als Dreiecksbeziehung konzipiert, es sollte um Sex gehen. Um die Wochenenden, um mehr nicht. Nun wollen sie mehr als das.

Nun sollte man überhaupt keine Partei ergreifen müssen, weil alles klar ist. Auch wieder wahr. Man sollte ehrlich und tolerant miteinander umgehen. 

Das funktioniert nur nicht, wenn sich einer zurück gesetzt fühlt. Und das bin in diesem Fall ich.

Nun will sie ihn auch bei sich haben. Nun ist sie neidisch, wenn er bei mir ist. Kann ich es auch sein? Ich sollte es, wäre die logische Schlussfolgerung, mir wird das aber nicht vergönnt. 

Ich bin am Mittwoch nicht gegangen, weil irgendwas störte oder nicht störte. Ich musste am Mittwoch gehen, weil ich meinen Vater erwartet habe, weil ich den Briefkasten leeren wollte. Er wollte nicht mit, weil Nessi heute ihre theoretische Fahrprüfung hat. Wir hätten ja dann wieder hochfahren müssen, das wäre doch unlogisch. Sie wollen doch feiern, das haben sie dann auch, sie hat bestanden. So blieb er bei ihr. Ich ging nach Hause, und natürlich auch heute nicht zu ihnen.

Hatten sie es erwartet? Ich weiß es nicht. Ich wollte es aber nicht. Ich war der irrigen Ansicht, Bestätigung für meine irrige Ansicht habe ich erhalten, dass sie hätten zu mir kommen können. 

Nun ich habe ihm geschrieben, er könne ja heute Abend oder auch morgen erscheinen, sie dann natürlich am WE auch. Das wollte sie nicht, das wollte er nicht. Dann wäre sie ja allein und sauer. Und überhaupt könnten sie doch zusammen.

Aber für mich wäre das ein Zeichen gewesen. 

Die Diskussionen waren wieder endlos, das Ende vom Lied ist, dass keiner weiß, ob er es nun tut. Sie will es auf keinen Fall, am Liebsten will sie nach meinen konfusen Gedanken gar nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich gönne es ihr nicht. Ich will das nicht. Ich will ihn für mich allein.

Warum suche ich dann den Kontakt vor allem mit ihr? 

Weil ich nicht weiß was ich will?!

Doch das weiß ich, ich will weder sie noch ihn verlieren. Natürlich zu meinen Bedingungen, denn sie ist meine Freundin, er mein Freund. 

So ähnlich funktionieren so einige Dreiecksbeziehungen, die ich kenne.

Also abwegig kann es gar nicht sein. 

Aber das wollen Beide nicht. Sie wollen diese Dreiecksbeziehung nach ihren Bedingungen, und das bezieht sich bei ihm vor allem auf Sex. Auf Sex, den er gut findet, am Besten beide befriedigen ihn und dann ist Ruhe.

Kann es das sein? 

Sie will eine Rolle spielen, sie will diese liebevollen SMS erhalten. Sie will mit ihm telefonieren, ihn streicheln, gestreichelt werden, küssen.

Was ich davon erhalte, ist ihr dann wohl egal. Schließlich ist es nicht ihre Schuld, wenn dem so ist. 

Das mag so sein.

Aber hätte sie nicht, da sie ja meine Freundin ist, von Anfang an die Grenze wahren können? Die Grenze der Geheimnisse, der heimlichen SMS und Telefonate. Hätte sie? Ich verlange zu viel wurde mir von Peti gesagt. Schließlich genießt sie die Rolle, einmal ist sie die Hauptperson, einmal kann sie genießen, begehrt zu werden. Ob er das wirklich tut, nun ja….

Das hat mir nicht nur Peti bestätigt, auch ihr alter Freund, der schwule Nachbar, mit dem sie ja lange die innige SMS-Beziehung hatte, die sich dann in Wohlgefallen auflöste, weil, wen wundert es, mich hat es das jedenfalls nicht, denn ich habe es von Anfang an gesagt, nicht ehrlich war. 

Nessi ist nicht der Männertyp. Das ist klar. Sie wird als Kumpel geschätzt, als lustige Type, aber für mehr in der Regel nicht. Da muss man das doch genießen.

Und er? Was ist seine Motivation? Der Genuss, von ihr Bestätigung zu erhalten, bedingungslos. Mir weh zu tun?

Da ist wohl an allem etwas dran. 

Ich sehe die Dinge schon klar, auch wenn mir das Beide absprechen. Ich wäre egoistisch, schizoid, und was noch so alles an Nettigkeiten fällt. Dass ich von ihr mehr erwartet hätte, will sie nicht einsehen, kann sie wohl nicht.

Es wird also nicht funktionieren. Ich habe ihr gesagt, es würde mir viel bedeuten, wenn sie erscheinen würde, schließlich wollen wir unsere Freundschaft nicht so begraben. Aber das möchte sie unter diesen Bedingungen nicht. Sie will keine Nebenrolle spielen. Bei mir? Nein, darum dreht es sich dieses Mal nicht, sondern bei ihm. Meine Interpretation. Aber doch nahe liegend, oder? 

Schließlich wollen wir später, wenn es ihn, und so abwegig ist auch das nicht, schließlich dauern seine Beziehungen nie Ewigkeiten, nicht mehr gibt, weiter machen. Wie sollten wir das, wenn wir die Freundschaft jetzt begraben?

Heute hat er was ganz Schlaues gesagt. Irgendwann, als er immer noch bei der anderen war und in regelmäßigen Abständen rausgeflogen ist, hab ich mal geäußert, dass dies Kindergarten wäre. 

Das ist richtig. Allerdings habe ich heute darauf geantwortet, ich kann sie nun verstehen. Das war hart aber herzlich. Er fand es gar nicht gut.

Peti hat gesagt, ich solle darauf warten, dass sie ihn rausschmeißt. Irgendwann wird das passieren. Er wird auch immer wieder den Kontakt zu mir suchen. Wahrscheinlich hat sie nicht Unrecht. 

Wie lange dauert das? Und die Folge dessen wäre, Nessi ist dann ganz weg. Oder auch nicht, weil er dann von mir wieder den Kontakt zu ihr sucht. Weil er das einfach braucht.

Das will ich nicht. Ich wollte wirklich, dass es einen Weg gibt. Aber wie sollte der aussehen? So wie ich vorgeschlagen habe? Das ist für mich nahe liegend. Aber für die Beiden nicht. Ich weiß gar nicht, wie sie sich das dann vorstellen. Keine Ahnung, wahrscheinlich haben sie darüber selber noch nicht nachgedacht. 

Wenn irgendjemand mal behauptet, Nessi wäre lesbisch, dann hat er geirrt. Sie hat sich in ihn verliebt, das macht es wohl deutlich. Sie behauptete zwar, dass sie mich liebt, ihn nur lieb hat. Aber die Grenzen dazwischen sind fließend. So ähnlich sage ich es ja auch, nur umgedreht.

Aber nach all meinen Äußerungen, die sie nicht versteht, die sie nicht verstehen will und kann, hat sich auch das geändert. Ich bin ihr recht unwichtig. Sie wird sich lösen. Dessen muss man sich im Klaren sein. Weil sie einfach die ihr zu gedachte Rolle nicht mehr möchte. Man kann es ihr nicht mal verdenken, sie war meine Freundin, wir mochten uns, wir verstanden uns, wir hatten Spaß, aber meine Liebe war sie nie. Und für den harten Sex gab es immer andere und wird es immer andere geben. 

Und er? Er wird irgendwann jemanden finden, mit der er genau diese Spiele weiter spielt. So war es immer, so wird es immer sein.

Auf der Strecke bleibe ich. Hätte ich es aushalten sollen? Vielleicht, aber ich sollte mich auch nicht zu sehr verbiegen, etwas machen, was mir schwer fällt, mich erniedrigen, damit ich endlich wieder in den Spiegel sehen kann. 

Auch das ist richtig. Irgendwann hat halt alles ein Ende. Auch wenn es schwer fällt, es ist halt so.

Ich weiß nicht, was am WE folgen wird. Erscheint er? Keine Ahnung. Das weiß er selbst noch nicht. Es kann auch sein, er geht ganz woanders hin. Erscheint sie? Mit Sicherheit nicht. Wahrscheinlich würde ich ähnlich an ihrer Stelle handeln. Nur an ihrer Stelle hätte ich loyaler zu der Person gehandelt, die ich vorgebe, geliebt zu haben. Dessen bin ich mir sicher. Natürlich Gefühle, und das treibt diese letzte Aussage ad absurdum. Sie hat sich in ihn verliebt, darum konnte sie nicht anders handeln. Darum bin ich die Böse, die alles kaputt gemacht hat. Die nicht wollte, dass ihr mehr Raum zu steht, die eifersüchtig war auf die gehaltvollen SMS, das gebe ich zu, auf die Streicheleinheiten, auf all das, was ich nicht in dem Maße hatte. Auf die Geheimnisse, auf die Lügen…. 

Damit muss man sich nun abfinden. Natürlich fällt es mir schwer. Und ich weiß nicht wirklich, ob ich mich nicht doch noch verbiege und wieder versuche, es zu kitten. Ich weiß es nicht. Ich sollte es wissen, aber ich tu es nicht.

Ich vermisse ihn. Das ist der Punkt. Und ich möchte, auch das ist der Punkt, sie nicht verlieren. Sie soll so wichtig sein wie in letzter Zeit für mich. Sie hat zu meiner Familie gehört, sie war die zweite Mutti für Paulchen. So hat er es immer spaßeshalber formuliert. Aber es war auch was dran. 

Nun sind aber diese Zeiten vorbei. Da nützt alles Bedauern nichts, alles zu kitten versuchen. Der Riss sitzt tief bei ihr. Ich sagte es schon, sie versteht mich nicht. Ich könnte noch 1000 Mal erklären, schreiben. Sie wird es nicht verstehen. Er auch nicht. Dabei ist es doch so einfach: ER, SIE und ICH. Gemeinsam. Ehrlich. Tolerant.

Mein Riss sitzt auch tief, ich fühle mich immer noch von ihr verraten. Da kann ich trotz allen Wünschen und Bekundungen, die ich ihr gebe, nicht viel daran ändern. Es nützt alles nichts. Es ist zu Ende. 

Die Wahrheit ist halt subjektiv. Sie fühlen sich im Recht. Ich wollte das so. Was wollte ich? Ich wollte ihn, er hatte die „einmalige“ Chance, meine Freundin auch haben zu dürfen, sowohl sexuell, als auch freundschaftlich. Eine Beziehung zu dritt schwebte mir nie wirklich vor. Und ich glaube das war auch von Anfang an klar.

Die Dinge ändern sich halt. C’est la vie.

Am Sonntag jedenfalls fahr ich zu Paulchen, der freut sich. Und mir wird es gut tun. Zumal es ihm auch nicht so gut geht, da seine Freundin (18) sich getrennt hat, um ihm gleichzeitig zu sagen, sie liebt ihn. Frauen halt. Aber halt auch noch jung, da passiert sowas schon.

11.10.2010 um 06:39 Uhr

Selbstzweifel

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Wenn man Liebeskummer hat, hat man auch so Selbstzweifel. Warum liebt er mich nicht, warum kann er es einfach so abhaken? Bin ich so unattraktiv, so wenig liebenswert? Warum kann er mit mir nicht reden?

Es gibt so viele Fragen, auf die man dann keine Antwort bekommt. Und selbst, würde man sie bekommen, würden sie keine Genugtuung verschaffen. 

Gefühle kann man nicht steuern. Das sind die Dinge, die der Mensch nicht zu steuern vermag. Das wird sich auch nicht ändern. Ob das gut ist oder schlecht, das will ich gar nicht deuten.

Vielleicht ist es gut, dass man Gefühle nicht steuern kann. Dass man bedingungslos so fühlt, wie man fühlt. Ohne es zu hinterfragen. 

So kann natürlich ER seine Gefühle auch nicht steuern. Manchmal oder was heißt manchmal bezweifle ich ja, dass er welche hat oder sich darüber im Klaren ist.

Im Eifer des Gefechts werden oft Dinge gesagt, die man gar nicht so meint. 

Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass die Empfindungen für mich halb so viel sind wie ich für ihn. Wenn überhaupt. Oder für Nessi.

Da sind so die vielen Kleinigkeiten, an denen man das fest machen kann. 

Und Nessi ihre Motivation? Die sollte man mal hinterfragen. Aber kann man das?

Die Wahrheit kann so wehtun. 

Natürlich würde ich gerne einfach so sagen, los, wir machen weiter. Aber geht das? Kann man all das, was passiert, gesagt, gefühlt wurde so einfach weg stecken?

Die Selbstzweifel sind hart, und sie nagen. Sie werden immer nagen, und sie werden immer da sein, solange sie nicht zerstreut werden können. Und das können sie nicht, weil man diese Empfindungen, die ER zu haben scheint, die Nessi zu haben scheint, halt nicht ändern kann. 

Manche Dinge kann man halt nicht ändern. Da hilft das Ganze lamentieren gar nichts.

Peti hat mich gefragt, warum ich eigentlich die Bestätigung von IHM brauche. Das ist eine gute Frage. Ob er dazu überhaupt in all seinem eigenen Gefühlschaos, seinem Alkohol in der Lage ist. Ich glaube, das kann man wirklich verneinen. Allerdings hatte ich schon mal ein anderes Gefühl bei ihm. Er hatte doch zumindestens ansatzweise mal gezeigt, dass er mich mag. 

Ich sollte sie nicht brauchen, seine Bestätigung. Aber das ist wohl so in der Liebe. Man möchte sie genau von diesem Menschen, der sie einen dann nicht geben kann.

Der Taxifahrer meinte, wenn Du mich so anschaust. Genau diese Dinge sind es, die man mal hören will. Ein alter Chatfreund hat nach langem mal wieder angerufen, er hatte Krebs und mir Komplimente gemacht. Wie gut meine SMS geschrieben sind, so korrekt, wie schön er es fand, mit mir zu schreiben und zu sprechen. Die Schlagfertigkeit. Die Argumentation. Im Anschluss kriegte ich sogar noch eine SMS über den Eros in meiner Stimme. 

Geschleimt oder nicht, daher gesagt oder nicht. So was möchte Frau von Zeit zu Zeit hören. Und zwar genau von diesem Menschen. Dass es andere sagen, mag schön sein, mag gut tun, ist aber nicht aufzuwiegen.

Nessi hat sich gestern noch gemeldet. Sie würden an mich denken, mich vermissen. Ihr glaube ich das, aber ihm? Aber wenn man zwischen den Zeilen liest, merkt man auch, wie sehr sie es genießt. Ihn genießt, seine Anwesenheit, sein Bemühen, sein Handeln. Und vllt. genießt sie auch, die erste Geige zu spielen, wichtig zu sein. Man kann es niemandem verdenken. Es ist menschlich. Wer würde anders denken? 

Aber ich zweifle an mir, an allem. Und das kann nicht wirklich richtig sein. Ich bleibe, so habe ich das Gefühl, auf der Strecke. Das tut mir nicht gut. Was mal wieder beweist, das ich richtig gehandelt habe, als sie gehen sollten. Aber warum tut es dann mir so weh? Warum kann ich zu dieser richtigen Entscheidung nicht stehen? Warum hinterfrage ich sie dennoch?


10.10.2010 um 23:23 Uhr

Herz und Versand

Herz und Verstand sind verschiedene Schuhe, die oft sogar nicht mal passen. So ist es wohl. Natürlich sollen vom Herzen getragene Entscheidungen die besseren sein. Aber ob das wohl wahr ist?

Ich bezweifle es mal rundweg. Ich habe mal etwas gegoogelt und eine Menge toller Sprüche zu dem Thema gefunden. Das hilft nicht wirklich. 

Wenn etwas richtig ist, wenn man meint, das soll so sein und trotzdem anders handelt, dann muss man doch dumm sein, oder?

Natürlich kann man auch sagen, man soll die, die man liebt, nicht aus seinem Leben lassen. Liebe ist etwas Wunderbares. Aber wenn sie weh tut? 

Natürlich tut es auch weh, wenn die Lieben weg sind. Dazu kommt verletzter Stolz, Einsamkeit, das Gefühl, nicht wichtig zu sein, nicht begehrt zu werden.

Das ist ein Teufelskreis ohne Ende. 

Ja, ich habe vergangene Woche beide kontaktiert. Richtig war es nicht, vom Verstand her. Vom Herzen her war es mir wichtig. Und ich habe ihn mit zu mir nach Hause genommen. Sozusagen. Nessi hat geweint, weil es nach ihrer Ansicht ein Abschied für immer war.

Die Woche lief nicht besonders gut. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Nessi hat sich bei mir so gut war gar nicht gemeldet, außer, wenn ich es tat. Bei ihm natürlich schon bzw. umgedreht. Mir hat sie nicht geglaubt, dass es nicht wirklich läuft. 

Schon am Freitag gab es die übliche Auseinandersetzung wegen Geld, und er ist gegangen. Wenn er meint, ich übervorteile ihn finanziell, dann kann er wohl nicht rechnen. Naja, er war nicht lange weg, dann rief er an, ich solle ihn abholen. Was ich dann auch wieder gemacht habe.

Am Samstag ist ja normalerweise immer Nessi bei uns. Aber sie wollte nicht  zu uns kommen, sie wollte nicht stören. Aber auf der anderen Seite sollten wir zu ihr kommen und natürlich wollten und taten wir das. Was dann die Fortsetzung der vergangenen Woche war. 

Ich fühlte mich ignoriert aus seiner Sicht, überflüssig. Nessi hat nicht so viele Schlafmöglichkeiten, im Schlafzimmer können eigentlich nur zwei schlafen. Und nach seinem Wunsch sollte sie es sein, so hat er ihr gesagt. Dann hätte ich im Wohnzimmer schlafen müssen, was ich nicht wollte. Und so bin ich mal wieder gegangen, nach einer halben Stunde zurückgekehrt, sie saßen im Wohnzimmer.

Sie verstehen mich nicht! Es wurde noch ein bissel rumdiskutiert, ohne wirklichen Sinn und Verstand. Nessi war das zuviel, es führte ihrer Meinung zu nichts, und sie bat mich zu gehen. Was ich dann natürlich tat. Ich war echt schockiert, und das habe ich auch gesagt. Mitten in der Nacht der Wohnung verwiesen zu werden, das wünsch ich niemandem. 

Natürlich schrieb auch eine SMS, und ja ich bat sie, ihre Sachen zu holen. Das ist eine logische Schlussfolgerung des Ganzen. Eigentlich.

Sie meldeten sich nicht oft. ER meldete sich, dass er gegen 17.00 erscheint. 

Das taten sie beide. Ich hatte seine Sachen gepackt, stellte sie gerade vor die Tür. Vllt. war das ein Fehler. Sie nahmen dann beide ihre Sachen und gingen.

Auch das muss man sich vorstellen, wie verletzt ich war. Und alle Beteuerungen oder Hinweise nützen nicht viel. Meine Nachrichten wurden ignoriert, sogar die nächtliche SMS. 

Ist das gerecht? Hab ich das verdient?

Ich sprach mit Peti, die mich übrigens ganz gut versteht. Gut zu wissen, dass dies möglich ist. Sie erklärte mir Dinge, die ich mehr oder weniger schon weiß. Dass vieles von dem, was ich will illusionär ist, dass es das Beste wäre, es wäre vorbei. Ich erniedrige mich, ich kann doch eigentlich nicht mehr in Spiegel schauen. Natürlich ist es okay, dies mal zu tun. Man hat auch in unserem Alter das Recht auf pupertäres Verhalten. Die Liebe macht es wohl möglich. 

Und sie sieht auch nicht, dass es vorbei ist.

Sie hat ja wohl Recht. Aber es ist dämlich. 

Sie kann mir, das kann keiner, nicht beantworten, wie ich das schaffen soll. Sie kann mir, auch das kann keiner, nicht beantworten, wann ich endlich klug genug bin.

Wann sehe ich denn das endlich ein, dass es das Richtige wäre, einen Schlussstrich zu ziehen? Dass es mir nur weh tut, dass ich idiotische Verhaltenszüge angenommen habe, dass ich nicht ich selbst bin. Wann kann ich das durchziehen, obwohl ich das alles weiß? 

Es hat doch keine Zukunft. Der Vertrauensbruch war schon lange. Ich fühle mich nicht verstanden, ich fühle mich überflüssig.

Ich habe die Sachen gepackt, ich habe es gewollt. Aber Sachen zu packen, das zu wollen und das durchzuziehen, auch das sind zwei verschiedene Schuhe. Das verstehen beide nicht! 

Und so sind sie im Recht, ich bin im Unrecht. Ich bin, die Person, die es so schwierig macht, die nicht akzeptiert usw. usw.

Jeder hat das Recht auf seine eigene Wahrheit, auf seine Meinung. Das ist halt so. 

Und so dreht man sich immer im Kreis. Auch ein erneutes Aufflammen wird nicht wirklich was ändern. Nessi kann sich nicht wirklich zurückziehen, das bringt gar nichts. Weder aus seiner noch aus meiner Sicht.

Das Vernünftigste wäre noch, wir würden ihn beide fallen lassen. Was wäre er dann? So sind die Spiele noch lange nicht ausgespielt. 

Oder doch? Ignorieren sie mich jetzt? Dann muss ich ja damit klar kommen.

Gegen Abend war der Taxifahrer da. Er wollte das ja schon lange, aber da ER da war, ging das nicht. Es tat gut, mal Frau sein zu können, die begehrt wird. Versteht Nessi auch nicht. Peti versteht mich, ich versteh mich auch. Es war schön, er brachte mir einen Strauß Blumen mit. Sonst bekommt ja Nessi die Geschenke von IHM. 

Tja und nun werden wir sehen, was morgen ist. Ich habe ein paar Termine die nächsten Tage, mal sehen, wie ich es überstehe. Einfach wird es auf keinen Fall! Es wäre schön, wenn man es einfach so abhaken könnte. Einfach so!

Aber das mit dem Abhaken klappt leider nicht. Egal, ob der Taxifahrer nun da war oder nicht. Es klappt nicht. Die ganzen guten Gründe, die mir einfallen, was es doch so gut machen würde, reichen leider nicht. 

Oder soll ich sie so nehmen, wie sie sind? Das wäre eine Möglichkeit, die ich aber irgendwie nicht zustande bringe.

Peti hinterfragt Nessi’s Motivation. Ehrlich gesagt, ich auch. Warum handelt sie so? Was bringt ihr das?

03.10.2010 um 11:35 Uhr

3. Okt. mittag

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück, hallo Nessi,

ich muss schwer an mich halten, um Euch nicht zu kontaktieren. Ich hatte sogar überlegt, ob ich mich nicht einfach auf die Strümpfe mache; ich könnte Euch auch Eure Sachen bringen. Das wäre infantil. Oder einfach nur so. 

Ich hatte heute früh noch eine SMS, ob ich noch wach bin. Ich war es, hatte doch gerade erst Tagebuch geschrieben.

Nun zwischenzeitlich ist es Mittag, natürlich reagiert keiner von Euch. Keine Reaktionen…. 

Wenn ich nur so schlau bin, mich nicht doch zu melden. Momentan wäre mir ganz danach!

 

03.10.2010 um 06:15 Uhr

3. Okt. früh

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück,

ich bin natürlich wieder wach. Ich konnte nicht schlafen. Nessi hat sich dann doch noch gemeldet, und wir haben lange geredet. 

Ihr ist nicht so ganz klar, dass sie Dir wichtiger ist als ich. Sie kann es sich nicht vorstellen, auch wenn alle Anzeichen dafür sprechen. Nicht zuletzt bist Du jetzt bei ihr. Ihr strahlt eine Harmonie aus, die beneidenswert ist.

Ja, Du hast sie neulich befriedigt. Auf die Idee würdest Du bei mir nicht so schnell kommen. Wir sind heute auch zusammen ins Bett gegangen, aber ich hatte eher eine einschlafende Wirkung auf Dich. Passiert Dir bei ihr nicht. 

Sie glaubt das nicht. Schließlich ist sie nicht Dein Beuteschema. Sie ist viel zu dick. Aber auch ich bin Dir zu moppelig. Es ist ihr Wesen, dass Dich anzieht. Ihre Art. Ihr Charakter. Das sind Dinge, die man gar nicht ändern kann. Die sind einfach so.

Dafür kann keiner was. Sie nicht. Ich nicht. Du auch nicht. Ich kann mich nicht ändern. Ich bin in vielen Dingen anders als sie. Das ist nun mal so. 

Ich bin natürlich auch anders geworden. Unsicherer. Wundert nicht wirklich, wenn man die Situation betrachtet.

Ich hab ihr das noch mal deutlich gemacht, dass sie Dir wichtig sein muss. Das zeigt Dein Verhalten, Deine Aussagen, Dein Schreiben. Auch der Sex klappt mit ihr, genauso wie mit ihr. Sie ist zwar der Meinung, sie könne Dir nicht soviel bieten, aber das stimmt nicht. Es geht alles ganz genauso wie mit mir. 

Und ich habe ihr auch deutlich gemacht, dass es gar nichts bringt, wenn sie sich von uns zurückzieht, denn Du magst sie. Das hast Du ihr schon mehrfach gesagt. Mir? Nein.

Ich bin es, die zurückstecken muss. Hab ich schon vor langem gesagt. Ich liebe Dich. Ich mag Nessi. Das ändert aber nichts daran, dass ich Euch im Weg stehe. 

Nun weiß keiner so genau, was Du die nächsten Tage machen wirst. Nessi wird auch nicht dauerhaft froh sein, wenn Du bei ihr bist. Du bist ja auch anstrengend. Sie geht arbeiten, viel arbeiten, ist den ganzen Tag unterwegs. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Du in den nächsten Tagen dort weggehst, um zu Deiner Mutter zu gehen, zu Deiner Kumpeline oder sogar zu mir.

Dauerhaft wird das mit Euch auch nichts. Das ist allen klar. Dafür gibt es Dutzende Gründe. 

Ich habe Eure Sachen gepackt. Denn egal, was Du unternimmst, ob Du zu Deiner Mutter gehst oder zu Deiner Kumpeline, den Kontakt mir Nessi wirst behalten. Ist logisch. Und ich kann das nicht ertragen, dass sie mehr weiß als ich.

Ich muss von Dir los kommen. Nessi bezweifelt es. Aber eigentlich muss ich doch nur daran denken, dass ich bestenfalls zweite Wahl bin. Die bin ich in jedem Fall. 

Auch wenn Nessi denkt, dass ich attraktiver bin als sie. Das ändert gar nichts.

Du kannst jederzeit zu Nessi gehen, an den Wochenenden. Aber ich werde nicht zu Euch gehen. Das will ich nicht. 

Es mag nicht unbedingt logisch sein, denn schließlich kam sie auch zu uns. Aber mit der zweiten Wahl mag ich mich nicht abfinden.

Du wirst gehen müssen. Wir müssen unseren Kontakt einstellen. Auch keinen Kaffee trinken. Ein Grüßen auf der Straße bestenfalls. Mehr nicht.

Denn egal wie man es sieht, Du hast die Wahl getroffen und nun müssen alle damit leben!

03.10.2010 um 02:18 Uhr

Prioritäten

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Heute ist Samstag. Mein Vater war da und irgendwie war ich wirklich nicht gut drauf. Es geht einen soviel durch den Kopf. Meinem Vater geht es wohl nicht ganz so gut, er fühlt sich nicht gut, ist aber lt. den Ärzten alles in Ordnung. Ich habe mal wieder etwas Stress mit dem Amt. Überhaupt alles ist irgendwie nicht in Ordnung.

Er ist noch bei Nessi. Wir haben getelt, es war nicht wirklich schön. Das Gespräch war so ähnlich die letzten, nicht wirklich konstruktiv. Ich habe gesagt, dass ich Samstag vorbei komme, weil wir noch was regeln müssen. Und ich hatte kein gutes Gefühl dabei. 

Wir haben noch ein paar mal geschrieben zwischendurch, auch telefoniert. Das war schon alles komisch.

Ich war so gegen 14.30 bei ihr, sie war nicht da, sie war bei ihren Eltern. Er lag im Bett. Machte mir aber auf, als ich klingelte, ich hatte ja einen Schlüssel, hab aber trotzdem geklingelt. Nach einer Weile kam sie, und ich kam mir wirklich deplaziert vor. Solche Sachen kann man nie erklären, sie sind einfach so. 

Als dann alles geregelt war, wollte ich gehen, er bat mich zu bleiben, sie bat mich auch. Also blieb ich. Sie selbst ging irgendwann mit Freunden tanzen. Und wir schauten fern, lagen gemütlich auf der Couch. Irgendwann ging er ins Bett, ich folgte ihm, er schlief dann auch bald.

Da ich nicht schlafen konnte, stand ich auf, trank ein Bier, rauchte noch ein oder zwei und wusste nicht wirklich was mit mir anzufangen. Sollte ich nicht doch besser gehen? Mir war das unklar, ich hatte einfach dieses Gefühl wieder. Ich schrieb ihr eine SMS, bekam aber keine Antwort. Ich schrieb über ihr Handy, weil meines ohne Guthaben ist und las noch ein oder zwei SMS, die mir das Gefühl ihrer Harmonie nur noch bestätigten. Ich weiß nicht, ob ich mir was einrede, ob es so ist oder nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung. 

Ich hab mich dann von ihm noch verabschiedet, er fragte, wohin ich will usw. Ich wünschte ihm alles Gute, und wir sehen uns, wenn er seine Sachen holt.

Unterwegs bekam ich von ihm noch eine Nachricht, ich müsse aber meine Klingel anstellen. Ich suchte Nessi beim Tanzen auf, wir redeten kurz. Als wir beim Gespräch waren, kam ihre Freundin raus, sie rief sie zu uns, und ich ging. 

Ich fand das so unpassend.

Ich hab ihm geschrieben, dass ich unsicher bin, dass ich die Harmonie spüre, dass es vllt. eine Kurzschlussreaktion war, dass es schön war, in seinen Armen zu liegen. Aber nun gut, die Antwort war kurz und schmerzlos, er kennt das mit den Kurzschlussreaktionen. 

Ihr schrieb ich auch, unsere Schlüssel hab ich ausgetauscht, ich wünsch ihr alles Gute, aber ich konnte ihr Handeln nicht verstehen. Ihre Harmonie Usw..

Ich mag einfach nicht mehr. 

Eine Antwort bekam ich natürlich nicht.

Prioritäten! 

Es ist alles 100 Mal diskutiert und auch nicht. Es bringt nichts.

So ist es. Und wenn es mir auch alles unendlich leid tut. Wenn ich mich als kindisch empfinde, ändern kann ich es nicht mehr. Und wahrscheinlich ist es so auch das Beste. 

Ich werde warten, wie sie reagieren. Aber ich denke mal, es erfolgt gar keine Reaktion. Und keine Reaktion ist Reaktion genug…..

01.10.2010 um 18:43 Uhr

Das Richtige

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Das Richtige hab ich schon einmal getan. Jetzt will ich das Falsche tun, um zu sehen wie das ist.

(Zitat aus "Grey")

 

01.10.2010 um 18:41 Uhr

Wahrheit

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Wer die Wahrheit sagt, braucht sich nicht zu entschuldigen.

(aus einer amerikanischen Krimiserie)

01.10.2010 um 17:29 Uhr

SMS

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Hallo....,

natürlich war ich vorhin wach. Ich hab nicht lange geschlafen, obwohl ich ja erst gegen 5.30 ins Bett bin. Die Nachricht ist auch angekommen, tja, hätte man meine Handynummer ;-)

Ich hoffe, Nessi hat Dir ausgerichtet, dass und was Deine Kinder geschrieben haben.

Ich kann es nicht leugnen, Du fehlst mir. Das wird wohl auch immer so sein. Das ändert aber nichts daran, dass es zwischen uns nicht stimmt. Und das kannst Du nicht abstreiten. Das liegt nicht an Nessi oder an sonst was. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich weiß auch nicht, ob Du es weißt oder Dir bewußt ist. Fakt ist aber, dass die Emotinalität bei Dir fehlt. Du kannst mich kaum anfassen, küssen. Ich hatte immer das Gefühl, Du lenkst Dich ab, in dem Du kochst, weggehst oder einfach mehr als sonst betrinkst, um gleich zu schlafen. Wobei in der Nacht hast Du dann gerne meine Nähe.

Man kann es nicht erzwingen. Es ist halt so. Aber mir, und das weißt Du auch, ist das zu wenig. Ich kann kaum die Finger von Dir lassen und natürlich möchte man das zurück.

Ich liebe Dich. Pada. Einen rein virtuellen Kuss ....

01.10.2010 um 17:27 Uhr

Wieder Ende

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Mal wieder ein Ende sozusagen. Ich weiß nicht, wie oft ich das schon geschrieben habe. Sehr oft. Und niemand weiß, wie lange es wirklich dauert. Denn ich vermisse ihn, obwohl es erst in der Nacht passierte.

Nessi hatte sich ja mehr oder weniger zurückgezogen. Wir hatten wenig Kontakt, sie versteht mich nicht, weil ich ihn immer wieder zurückhole. Sie versteht mich auch nicht, wenn ich ihn rausschmeiße, weil ich es ja doch nicht durchhalte. Sie versteht die Situation nicht. Sie glaubt nicht an seine Ignoranz. 

Aber die Ignoranz war da. Sie ließ sich nicht leugnen. Ich hatte immer den Eindruck, dass er kocht, putzt, weggeht, mit mir weggeht, um nicht meine Nähe spüren zu müssen. In der Nacht hingegen, da suchte er sie oft. Ab und zu vergaß er auch seinen Vorsatz, weil ihm der Sex wichtiger war oder weil ihm wahrscheinlich bewusst wurde, dass ich das Spiel nicht mehr lange mitspielen würde. Keine Ahnung warum und weshalb. Es war halt so.

Nun musste ich gestern in die Stadt. Ich musste dazu etwas von Nessi holen. Er kam mit und wir gingen auch zu Nessi. Natürlich war sie nur halb begeistert, denn schließlich musste sie heute arbeiten und hat natürlich damit gerechnet, dass es nicht gut läuft. Auf der anderen Seite hat sie sich gefreut, uns zu sehen. Die Menschen sind widersprüchlich. 

Ich merkte sofort, dass es bei ihnen ganz anders ist. Sie mögen sich, sie such die Nähe des Anderen. Sie fassen sich an, vor allem fässt er sie an. Es ist ganz anders als bei uns. Ich habe mit meinem Vater und mit meinem Sohn telefonieren müssen über Nessi ihr Handy und hab natürlich geschnüffelt. Hab dann auch ein paar SMS gelesen, die mir sehr wehtaten. Die das alles noch mal bestätigten. Er ging ins Schlafzimmer, hörte uns aber reden und musste natürlich seinen Senf, also Vorhaltungen mir gegenüber, dazu geben. Dass es nicht in Ordnung ist, dass ich ihre SMS lese usw. Und dass es vllt. ganz anders ist.

Ich trank weiter. Man sollte es nicht tun. Die Beiden gingen ins Bett, ich hörte sie stöhnen. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt nicht schlafen, darum hatte ich von Anfang an gesagt, ich bleibe im Wohnzimmer. Irgendwann dachte ich, eigentlich könntest Du gehen. Das ist das Beste, was Du tun kannst. Ich ging noch ins Schlafzimmer, verabschiedete mich, er bemerkte noch, ich hätte ja mitmachen können. Nessi wollte nicht, dass ich gehe. Wir redeten, ich wollte gehen, sie bestellte mir ein Taxi. Ich weinte, sie weinte. Sie sagte, dass sie mich liebt. 

Und was soll ich sagen? Was macht Frau, wenn sie gerade betrunken ist, sich nicht begehrt fühlt, sie macht dem Taxifahrer schöne Augen und „treibt“ es mit ihm im Taxi. Treiben ist übertrieben, es war nur ein bissel Geknutsche und Fummelei, aber es tat in diesem Moment gut. Er will auch noch mal vorbei kommen. Naja, ob das sein muss, weiß ich jetzt nicht mehr, wir werden sehen.

Als ich zu Hause war, hab ich Nessi eine SMS geschrieben mit dem Inhalt, dass ich zu Hause bin, mich bedankt (vor allem für die Taxifahrt, obwohl sie das natürlich nicht wissen kann) und die Nachrichten, die ich von seinen Kindern erhalten habe, mitgeschickt. 

Später hab ich sie dann noch angerufen, um sie zu wecken. Sie waren aber wach. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich mit dem Taxifahrer los gezogen bin. Wird sie nicht wirklich verstehen, schon gar nicht tolerieren, aber was soll es.

Am Vormittag bekam ich eine SMS von ihm aufs Festnetz, denn er hat meine Handy-Nr. nicht, dass er jetzt wach ist, es ihm nicht gut geht und ob ich gut nach Hause gekommen bin. Ich habe sie nicht beantwortet. 

Später hab ich Nessi geschrieben, um noch was Finanzielles zu regeln und ihr ein schönes WE gewünscht.

Eben kam wieder eine Nachricht von ihm, er wollte mir nur sagen, dass er einen eigentlich gemeinsamen Bekannten getroffen hat, mir einen Gruß ausrichten soll. Er kenne mich aber nicht wirklich. Kann ja sein, ist lange her und nicht wirklich wichtig. 

Diese hab ich dann in diesem Wortlaut beantwortet. Ich habe ihm auch eine lange Nachricht geschrieben, die er aber erst gegen 21.30 erhalten wird.

Nun bin ich mal wieder allein. Und man sollte mir den Daumen drücken, dass es so bleibt, was ihn betrifft jedenfalls. Denn egal, wie es ist, es geht nicht ohne ihn, aber mit ihm geht es auch nicht!