Plateforme

30.12.2010 um 03:16 Uhr

Rache

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Liebeskummer ist aber nicht immer leise. Und keiner weiß so genau, ob das so sein soll. Die meisten Menschen mögen leise vor sich hin trauern. Sie sind traurig, bedauern sich und die Welt. Sind sauer auf Gott und die Welt, aber immer noch leise.

Das ist nicht immer so. Jedem fallen dazu Beispiele ein. Ich lese gerade ein Buch, da gibt es auch viele Kapitel darüber, wie man auch ganz anders handeln kann. Mit Wut und Rache. Man rächt sich am einst Geliebten, in dem man ihn verleumdet, ihn verklagt, in finanziell ruiniert. Was so alles möglich war im Amerika der 20iger Jahre.

Auch heute gibt es dafür einige Beispiele. Frauen verleumden ihre Männer, schreiben ihm böse Briefe, terrorisieren ihn mit Anrufen, SMSen, was die moderne Medienwelt so hergibt. Beschimpfen die Neue. Männer verprügeln ihre Nebenbuhler. Manche/r ging sogar weiter. Es endete in Mord und Totschlag. Die Abgründe der Liebe.

Wenn es denn noch Liebe ist. Wer weiß das schon. Vielleicht ist es nur der gekränkte Stolz, mangelndes Selbstbewusstsein, Besitzdenken. Es gibt so viele menschliche Abgründe.

So kann eine Liebe auch enden. Sie sollte es sicher nicht, aber möglich ist das. Das möchte niemand. Ich möchte es nicht.

Es gibt keine Genugtuung, wenn man sich rächt.

30.12.2010 um 02:37 Uhr

Liebe

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Wenn man jung ist, in der Pubertät, dann verliebt man sich oft. Man schreit die Liebe förmlich aus sich raus. Überall steht der Name des Angebeteten, der Angebeteten. Auf dem Etui, auf Heften, Blöcken, Heftern, Wänden, in Tagebüchern. Das kann sich auch 14tägig ändern. Bei manchen jedenfalls. Das liest sich später mal ganz gut. Und man findet es irgendwie amüsant. Ach, wie war man da doch jung, unerfahren etc.

Bei anderen bleibt die Liebe konstant. Sie lernen sich im Sandkasten kennen und lieben sich bis ins Rentenalter. Mag selten sein, soll aber vorkommen.

Wenn man älter wird, sollte man auch weiser werden. So sollte man nicht mehr die Liebe raus schreien. Sie soll leise sein, etwas Besonderes. Man verliebt sich nicht mehr so schnell. Ist auch unterschiedlich.

Ich habe manchmal auch das Bedürfnis, es laut bekannt zu geben: Ich liebe Dich.

Keine Ahnung wieso. Will ich es mir selber bestätigen?

Ich habe viele Jahre geglaubt, dass ich mich nicht verlieben kann. Es war alles relativ gelassen. Ja, es gab Sympathie und man war zweifelsohne auch enttäuscht, wenn es nicht so lief, wie gewollt. Aber Liebe? Liebe ist ein großes Wort. Damit sollte man vorsichtig sein.

Der Meinung bin ich noch heute.

Aber insgeheim bewundere ich Frauen, die sich ständig neu verlieben. Sie lernen jemanden kennen und Zack, es ist Liebe. Ich habe auch so eine Freundin, Bekannte, Kumpeline. Ich bin auch mit dem Wort Freundin vorsichtig. Darum weiß ich nicht so genau, wie ich sie einordnen möchte. Ist auch nicht wichtig an diesem Punkt.

Aber sie hat die Fähigkeit, sofort verliebt zu sein. Ich habe schon mal von ihr geschrieben. Wir kennen uns schon knapp 30 Jahre. Sie war drei Mal verheiratet. Ihren ersten Mann habe ich nicht mehr kennen gelernt. Hatte einige Beziehungen. Und immer wieder war dieser, neue Mann etwas ganz Besonderes. Er war anders als die vorigen. Er war gut, war nett, freundlich zu ihr, trank natürlich nicht (sie hatte auch schon Beziehungen mit Alkoholikern), war humorvoll usw. usw.

Wenn ich dann diesen ganz neuen und so anderen Mann kennen lernte, fand ich gar nicht, dass er sich von seinen Vorgängern unterschied. Aber so was ist immer Ansichtssache. Und wichtig ist immer, was man selbst denkt. Wenn man denkt, er ist anders, er unterscheidet sich, man ist glücklich, dann ist man es auch.

Wenn sich dann später heraus stellt, dass es sich nicht so ist, mag das hart sein. Aber dann gibt es hier die ungeheure Fähigkeit das sofort abzuhaken und sich auf Neues zu besinnen. So was ist fast einmalig. Das ist vielleicht der Sinn der Liebe.

Ich konnte das nie. Vielleicht in meiner frühesten Jugend, da wechseln die Namen auch schon mal. Zwar nicht 14tägig, aber aller paar Monate. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Man hat mir mal gesagt, ich bin eine treue Seele. Das stimmt unbestritten. Ich meine nicht körperliche Treue. Monogamie ist was für Kleingeister oder so. Die Menschen sind wenig dazu bestimmt. Auch dieser Meinung bin ich immer noch. Aber ich bin auch der Meinung, wenn man wirklich richtig liebt, geliebt wird, glücklich ist, das Gefühl hat, alles zu besitzen, was man besitzen möchte (wenn der Begriff Besitz hier mal benutzt werden soll, denn wer besitzt schon Menschen), dann ist man sicher auch treu.

Ich bin wirklich treu. Mir fehlt absolut die Fähigkeit, mich ständig neu zu verlieben. Mir fehlt die Fähigkeit, wenn ich mich verliebt habe, wenn ich liebe, das abzuhaken, wenn es nötig wäre. Im Gegenteil. Ich möchte denjenigen von meiner Liebe überzeugen. Ich bin der Meinung, wenn ich ihn so liebe, müsste er das doch auch tun. Das kann ein Trugschluss sein. Liebe ist nicht immer zweigleisig.

Ich möchte mir das Herz raus reißen, weil es so weh tut.

Das kann man natürlich nicht. Das sollte man auch nicht. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Eine unendliche Leere, ein unendliche Trauer, unendlicher Schmerz. Und doch finde ich: Mein Gott, Mädchen, hab Dich nicht so, Du bist keine 17 mehr, Du bist alt genug, müsstest wissen, dass das Leben so ist. Es gibt Schlimmeres. Viel Schlimmeres. Hunger, Not, Elend, Krankheit, richtige Sorgen...

Was ist da schon Liebeskummer?

Der Liebeskummer verändert sich nicht mit den Jahren. Das ist eine Konstante. Auch wenn es Hunger, Pestilenz, Naturkatastrophen, Weltwirtschaftskrisen und was es sonst noch so alles im erwachsenen Leben gibt, wovon Kinder und Jugendliche oft nicht wirklich was merken, der Liebeskummer bleibt wie er in der Pubertät ist. Er bleibt grauenvoll, man ist enttäuscht, traurig, warum ich? Warum kann ich nicht glücklich sein, geliebt werden?

Dr. House hat gestern gesagt: Ich will auch einmal glücklich sein. Der Zyniker par excellence will glücklich werden. Er will lieben, geliebt werden, sorgenfrei sein. Wenn das keine Erkenntnis ist. Nur wann ist man glücklich? Wenn man liebt, so sagt man. Aber das ist dann der Widerspruch in sich. Dann wären alle unglücklich Verliebten ja glücklich. Also gehört mehr dazu, als nur zu lieben. Die Fähigkeit mag grandios sein, aber ist nicht ausreichend.

Zum Glücklichsein gehört es wohl auch, geliebt zu werden. Neben all den anderen wichtigen Dingen, wie Gesundheit, finanzielle Sicherheit und was man halt so braucht, um sich glücklich zu fühlen.

Ob das so ist, wer weiß das schon. Wer kennt schon wirklich glückliche Menschen? Zufriedenheit ist etwas, was Menschen wohl nur selten erlangen. Wer zufrieden ist, strebt ja nicht weiter. Das mag der Sinn des Lebens sein. Wenn ich auch so gern behaupte, worin auch mehr als ein Körnchen Wahrheit drin steckt: Der Sinn des Lebens besteht darin, danach zu fragen.

So weiß ich jetzt, dass ich durchaus fähig bin, zu lieben. Macht mich das jetzt glücklich? Ehrlich gesagt nicht wirklich. Vielleicht war es nur der falsche Mann. So einfach kann das sein. Aber mal ganz ehrlich, lieben wir nicht immer die Falschen. Wenn wir die Richtigen lieben würden, wäre es einfach, zu einfach. Und wenn es zu einfach ist, ist man unzufrieden. Und so beißt sich die Katze in Schwanz.

Was ist Liebe? Was ist Glück? Können wir alle lieben? Oder fehlt einigen Menschen die Fähigkeit?

29.12.2010 um 23:58 Uhr

29. Dez. spätabends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

heute habe ich Dich nun gesehen. Das letzte Mal dieses Jahr. Und im nächsten Jahr wird das nicht so schnell wieder sein. Ist zu vermuten.

Ich weiß nicht, wie ich das Ganze beschreiben soll. Du warst dabei und Ihr habt Euch beide bemüht, einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen. Das perfekt eingespielte Paar. Auch wenn Nessi behauptet, und es wohl so ist, Du schläfst immer noch auswärts. Aber die Zeiten sind verplant, das Fernsehprogramm für den Abend, die Aktivitäten der nächsten Tage, was gekocht wird, was unternommen. Ihr führt trotz allem ein Leben. Wenn man auf platonische Verhältnisse Wert legt, kann man das sogar toll finden. Und ich behaupte einfach mal, viele alte Ehepaare würden sich Euer Verhältnis sogar wünschen. Sex gibt es eh keinen, aber Unterhaltung und andere Aktivitäten halt auch nicht.

Ich bin sogar davon überzeugt, dass Du bald wieder ins Schlafzimmer ziehen wirst. Nicht nur wegen des Sexes, der mag Bestandteil sein, Du fandest ihn sogar immer gut mit Nessi. Aber vor allem weißt Du, dass mich das ferner halten wird.

Ich weiß nicht, wie Du Dich verhalten hast mir gegenüber. Ich kann es nicht beschreiben. Wir führten normale Unterhaltungen, mehr halt nicht. Wir haben uns weder angefasst, noch liebevoll verabschiedet. Meine Intention war eigentlich, Dich noch einmal in Arm zu nehmen. Dazu kam es nicht. Warum, es hat wohl niemand gewollt, sich getraut, fand es unpassend. Was auch immer.

Was mich wirklich stört und das liegt weder an Dir, noch an Nessi, oder  bedingt an Nessi, weil sie mal Kontakt aufnahm, ist, dass durch die Kontaktaufnahme mit dem Taxifahrer, dem viel zu viel Wert bemessen wird. Du machst das ja gern so und auch Nessi hat damit irgendwie so ein Druckmittel. Sie hat ja noch den Taxifahrer usw. Nein, dem ist nicht so. Ich habe ihm nämlich per SMS mitgeteilt, dass ich zur Zeit kein Interesse habe. Und wenn ich das Verhalten so bedenke, dass er schnell mal Nessi anruft, wenn ich nicht verfügbar bin oder absage, dann betrachte ich es als gegessen. Sozusagen. Das nervt mich. Und um es mal deutlich zu sagen, man hat Affären mit verheirateten Männern wegen der Diskretion, wegen der Freiheit.

Ob es mir gut tat, Dich zu sehen. Das kann man eindeutig verneinen. Aber vielleicht sehe ich das in ein paar Wochen anders. Der Mensch ist mit Kleinigkeiten zufrieden.

Es möchte niemand hören, lesen oder was auch immer. Aber was Fakt ist, vielleicht sogar Dein Ziel, das Verhältnis mit Nessi wird, das ist nicht neu, das habe ich schon mehrfach formuliert, entfremdeter. Sie hat einfach neben Dir und allem anderen weder Zeit noch Platz für mich. Das tägliche Telefonieren fällt weg, das mindestens wöchentliche Sehen sowieso, ein paar SMS wandern vielleicht hin und her, aber auch oft nichts sagend, weil man das was man zu sagen hätte, nicht sagen will. Das ist genauso schmerzhaft. Aber auch das kann man nicht wirklich ändern. Ich habe alles dafür getan. Es wird nur nicht viel helfen. Ändern wird sich das auch nicht, wenn Du mal nicht mehr bei ihr bist. Die Freundschaft wird bleiben, und ob ich damit umgehen kann?

Nun hatte ich diesen Tag. Ob ich von ihm zehren kann, ich weiß es nicht. Ich habe Dich gesehen. Das reicht erst mal. Ich war sehr traurig, als ich ging. Ein paar Tränen flossen auch.

C’est la vie. Ich vermisse Dich!

29.12.2010 um 02:26 Uhr

29. Dezember nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

Weihnachten ist nun vorbei. Das ist gut so. Denk ich mal. Silvester steht vor der Tür. Man kann sie natürlich zulassen, damit es nicht reinkommt. Schöner Spruch. Könnte mir gefallen.

Es hat sich nicht viel ergeben in den letzten Tagen. Sie waren hart für mich, sehr hart. Es ging nicht nur um Dich, sondern auch um Nessi. Ihr geht es nicht gut, das bedaure ich, obwohl ich es durchaus als Retourkutsche betrachten könnte. Du wohnst zwar bei ihr, hilfst beim Putzen, bist sehr ordnungsliebend, im Gegensatz zu mir. Ich bevorzuge das Chaos, mein persönliches Chaos. Aber auch wenn Du bei ihr wohnst, kochst und putzt, bist Du dann doch nicht da. Du nächtigst seit Wochen nicht mehr bei ihr und schon gar nicht mit ihr. Der fehlende Alkohol bewirkt halt das. Ich habe immer gesagt, in einem nüchternen Leben Deinerseits hab ich keinen Platz. Da stören die Pfunde. Dich stören sie jedenfalls. Und Nessi ihre ganz besonders, jedenfalls sollte und kann man es so interpretieren. Du hast sogar ein paar Tage kaum mit ihr geredet. Das hat sich zwar wieder gegeben, ein platonisches Paar. Altes Ehepaar. Guckt gemeinsam Fernsehen, isst, aber ansonsten passiert nicht viel. Bisher jedenfalls.

Wir haben uns auch gesehen. Da ich am Tag vor Heiligabend sowieso in die Gegend musste, hab ich Nessi etwas in den Briefkasten stecken wollen. Dass sie dann dazu kam, mich rein bat, war nicht geplant. Du bist wirklich abweisend, zu mir besonders. Dich kränkt natürlich auch mein Verhalten. Das ist mir schon klar. Ich sollte auf Dich zugehen, damit Du dann sagen kannst, sie hat es getan. Nachgelaufen. Das möchtest Du. Versteh ich schon. Nur möchte ich das halt nicht.

Auch telefoniert haben wir mal. War nicht sehr anregend. Klar verteilst Deine kleinen, spitzen Bemerkungen, grade Nessi gegenüber. Wann ich dann erscheine, ob ich dann schon geschrieben habe. Aber das ist wohl mehr Mittel zum Zweck. Da steckt kein konkreter Hintergrund dahinter. Jedenfalls nicht der, so wie es Nessi gern interpretiert, dass Du eine Bindung zu mir hast, haben willst.

Weihnachten haben wir uns nicht gesehen. Ich habe heute Nessi aufgesucht. Der Berg ging sozusagen zum Propheten. Sie ist so sehr mit Dir beschäftigt, dass keine Zeit für mich bleibt. Das tut mit besonders weh. Mag Dir egal, vielleicht sogar Recht sein.

Heute ward ihr gemeinsam ein paar Behördenwege erledigen. Hätte ich sonst getan. Dafür brauchst Du jemanden. Das ist klar. Wenn Du, und es sollte ja nun endlich klappen, Deine eigene Wohnung hast, wird sich vieles ändern. Du wohnst dort, weil Du nirgendwo anders hin willst und kannst. So ist es. Und bei Nessi ist es bequem. Klar hat sie Dich gefragt, warum Du nicht bei ihr schläfst. Aber Du hattest nur ein „ich weiß nicht“ für sie. Ich habe das auch angesprochen und dann kam ein „es passt schon“. Nun ja. Du musst es wissen. Es gefällt ihr nicht.

Sie hätte gern gesehen, dass ich am zweiten Feiertag, nachdem ihr ja bei Deiner Mutti, also in meiner Nähe ward, zu ihr gekommen wäre. Ich fand das nicht so toll. Soll ich Deine Abweisung nun auch noch ertragen? Wie Du uns großzügig das Schlafzimmer überlässt? Oder das Gegenteil, dass Du etwas von mir willst, was Du nicht von ihr willst. Könnte auch meine Retourkutsche ihr gegenüber sein. Aber ich halt das für keine so gute Idee. Es steht wahrscheinlich eh nicht zur Debatte.

Nüchtern bist Du noch emotionsloser. Ein nüchternes Miststück ist noch schwerer zu ertragen, das weiß nun auch Nessi. Wie die Alternative dazu aussieht, na ja , gebt ihm einen Schnaps. Das kann es wohl auch nicht sein.

Ich habe heute Nessi kurz gesehen. Sie weiß nicht, was das soll. Was Dich bewegt. Wie lange das noch dauern soll. Die Frage ist relativ einfach zu beantworten, solange bis Du eine eigene Wohnung hast, Dein eigenes Leben leben willst. Wie lange das nüchtern bleiben wird, dazu hat jeder seine eigene Theorie. Bisher hälst Du es gut durch. Vielleicht hast Du eine Chance. Aber wenn die ersten Konflikte auftreten, wenn es nicht so läuft, wie Du es erwartest, kann das schon der Anfang vom Ende sein. Und was dann? Bin ich dann wieder gut? Nessi?

Mit Sicherheit. Und wir sollten dann beide die Kraft haben, nein zu sagen.

Aber das ist Zukunftsmusik. Soweit ist es noch nicht. Ich überlege, ob ich morgen mal zu Nessi gehe. Mal kurz, auf einen Cappu. Ich würde Dich gerne noch mal sehen. Dieses Jahr sozusagen. Ob mich das dann wirklich beflügelt, befriedigt, steht auf einem anderen ganz anderen Blatt. Wahrscheinlich nicht.

Ich weiß es noch nicht. Ich überlege noch. Für Dich gibt es diese Möglichkeit gar nicht, Du hast überhaupt kein Interesse daran, zu mir zu kommen. Nessi bezweifelt das noch immer. Sie hat immer noch die Vorstellung, dass wir beide Silvester miteinander verbringen. Dass Du entweder am Tag vorher, Du willst zum Zahnarzt, der ja bei mir in der Straße ist, oder Silvester selbst zu mir kommst. Das wirst Du nicht. Zumal Du, da Du ja zum Zahnarzt gehst, keine Zähne haben wirst. Wenn Du sie am Donnerstag hinbringst, einen Tag vor Silvester, wirst sie sicher erst am Montag wieder bekommen. Ist Dir dieses Mal sogar egal. War vor ein paar Wochen noch anders. Da wolltest nicht tagelang ohne Deine Brücke sein.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, zu mir selbst, ist das auch alles ganz gut so. Was soll es bringen? Soll ich die gleiche Abweisung ertragen wie Nessi? Ich kenn das schon, so neu ist mir das nicht. Ich würde wahrscheinlich radikaler als sie reagieren. Das weißt Du. Das ist auch der tiefere Grund, warum Du bei ihr bist. Sie ist genügsamer. Sie nimmt es hin, auch wenn es weh tut. Und so ein paar kleine Streicheleinheiten gibt es ja doch. Man muss sie bei Laune halten.

Ich vermisse Dich! Ich vermisse es, in Deinen Armen zu liegen. Dich in meinen Armen zu haben. Dich zu küssen. Dich zu umarmen! Bei Dir zu sein!

Das ist so. Und bleibt sicher auch so. Man muss sich nur damit abfinden, dass es wahrscheinlich nicht mehr so sein wird. Eigentlich und auch uneigentlich sollte man froh darüber sein. Endlich der Schlussstrich. Endlich ein klares Ende. Froh bin ich aber nicht.

DENN:

Ich vermisse Dich!

Und die Hoffnung, so trügerisch sie ist, stirbt auch hier zuletzt.

 

 

 

25.12.2010 um 00:52 Uhr

Weihnachten

von: Paulinchen   Kategorie: Erotik

Fröhliche und besinnliche Weihnachten!

22.12.2010 um 22:49 Uhr

22. Dez. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Nessi,

heute hast Du nun den Telefonhörer gefunden. Du hast Dir Sorgen gemacht. Ich wurde darüber schon informiert, mein Ex-Nachbar rief mich an. Das Miststück hatte ihn kontaktiert. Der Taxifahrer hat sehr häufig versucht, mich anzurufen. Ich wunderte mich schon, sonst gibt er eher auf. Ich hatte aber heute keine Lust, irgendwas zu machen, mich mit ihm zu treffen, mich zu unterhalten. Ich wollte meinen Gedanken nachhängen.

Bin dann irgendwann doch ans Telefon gegangen. Bevor Du noch Paulchen anrufst, dachte ich, das muss wirklich nicht sein. Du hast Dir Sorgen gemacht. Das musst Du nicht. Ich werde mich nicht wegen Euch hinter den Zug werfen.

Du warst erstaunt, dass ich mich nicht gemeldet habe. Aber warum hätte ich das tun sollen. Ihr habt es auch 5 Tage nicht getan. Und dem Miststück ist es sowieso recht egal, er bemerkte nur lapidar, ach lebt sie noch. Das tut sie.

Du hast mir auch gesagt, dass Du krank geschrieben bist, den Taxifahrer getroffen hast. Er hatte auch schon lange nichts von mir gehört. Ihr habt Nummern ausgetauscht, er wollte sich melden bei Dir, wenn er von mir etwas hört. Musste das sein? Musste sein, dass er da noch rein gezogen wird? Oder der Ex-Nachbar?

Ich hätte mich nicht gemeldet und darüber warst Du erstaunt. Du kannst nicht richtig glauben, dass es zu Ende ist. Du willst es vielleicht auch nicht. Ich hab keine Ahnung, ob das so ist oder nicht. Oder ob Du vllt. doch froh bist, damit Ihr eine Chance habt.

Ich interpretiere zuviel bei Euch rein, sagst Du. Was denn? Er ist doch bei Dir. Es läuft alles toll. Und wie ich es schon geahnt habe, nimmst Du ihn auch Heiligabend mit zu Deinen Eltern. Noch verg. Woche hast Du das strikt abgelehnt, selbst wenn Du mal einen Freund hast, würde es lange dauern, bis Du  ihn Deinen Eltern vorstellst. Nun stellst Du jemanden vor. Deine Mutter wird sich freuen. Endlich ein Mann. Die Frau, mit der sie so wenig anzufangen wussten, ist endlich weg.

Ich habe auch gesagt, dass ich nicht wünsche, dass Ihr hier am 2. Feiertag aufschlagt. Dass war eh nicht geplant, sagst Du. Was natürlich noch schlimmer ist. Ich möchte nicht noch einmal erleben, wie Ihr aufschlagt und gemeinsam wieder geht. Das habe ich mehr als einmal getan. Damit ist nun schluß.

Was gibt es für Alternativen? Du weißt, es gibt gar keine. Du hast Dich schon lange von mir entfernt, ich war nur noch die SMS-Unterhaltung mit ihm, was ich wieder falsch gemacht habe, falsch gesagt habe, gedacht habe. Was auch immer. Es ist Euch nie in den Sinn gekommen, dass mir das alles nur weh tut.

Nein, Du hast Dich auch 5 Tage nicht gemeldet. Es war Dir egal. Genau wie die vielen, vielen Male vorher, als Du nur zu ihm Kontakt hattest. Meine Anwesenheit verflucht hast, weil er Dich anders behandelt, wenn ich da bin, weil ich irgendwie störe. So ist es doch.

Und genau das will ich nicht mehr! Ich möchte nicht mehr, dass Du meine Anwesenheit verfluchst. Oder seine, weil Dir bewusst wird, dass ich auch noch da bin. Auch das hatten wir schon.

Du bestreitest das alles. Und doch wirst irgendwo im Grunde Deines Herzens wissen, dass ich Recht habe. Das hast Du mehr als nur einmal bewiesen. Wie Du mich behandelt hast, wenn ich da war, wie Du mich ignoriert hast, wenn Dir was nicht gepasst hat, wie Du mich angemault hast, mit Deinen spitzfindigen Bemerkungen.

Vllt. wird das nun alles zwischen Euch besser. Ich hab keine Ahnung. Aber ich wollte das  nicht mehr. Selbst wenn er hier wäre, würde er den Kontakt zu Dir suchen, nur um Dir irgendwas von mir zu berichten. Und Du hast nicht die Stärke, ihm zu widersprechen.

Nein, das will ich nicht mehr. Ich habe es satt, dass ich das ertragen soll. Ich muss es doch nicht tun. Ich lass das selber mit mir machen. Die Alternative hab ich nun. Natürlich vermiss ich ihn, natürlich vermisse ich Dich. Das ist normal. Ich habe ihn schon immer geliebt, werde es auch wohl immer tun. Denn der Taxifahrer ist nicht mein neuer Freund, wie er so zu interpretieren glaubt, er ist nur Sex. Und darauf habe ich auch ein Recht. Er mag mich, das kann sein, das ändert aber nichts daran, dass er verheiratet ist, und es bleiben wird. Seine Frau ist sehr krank.

Ja, Sex ist mir wichtig. Auch wenn ich erst am Montag wieder gemerkt habe, wie sehr mir das Miststück fehlt. In seinen Armen zu liegen. Das ist für mich recht ungewöhnlich, ich habe wohl nie solche Empfindungen gehabt. Kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Und dass ich wirklich nicht der Kuscheltyp bin, weißt Du am Besten.

Ich habe sogar darüber nachgedacht, Dir ein Gute-Besserung-Geschenk in Briefkasten zu stecken oder den Teil des Weihnachtsgeschenkes, den ich schon hatte; ich brauche ja auch nun nichts mehr. Hat auch seine Vorteile.

Nein, das werde ich nicht tun. Ich glaube kaum, dass Du es richtig interpretieren wirst. Du hast mir gern erzählt, dass Du ihn mit zu Deinen Eltern nimmst und zu seiner Mutter sollt Ihr auch noch kommen. Nein, das brauche ich wirklich nicht.

Ich habe ihn nicht verloren, ich habe ihn nie besessen. So was gibt es sowieso nicht. Aber Dich habe ich verloren. Damit muss ich mich abfinden. Das werde ich irgendwie. Ob Dir das leid tut oder nicht, ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es besser, wenn ich es nicht weiß. Aber es gibt keine Alternativen. Wie sollte sie aussehen?

Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und verloren. Die Dreiecksbeziehung war nie ein Thema, das weißt Du. Ich wollte ihn als Freund, ja vielleicht sogar mehr, Dich als meine Freundin, wie mein Vater so schön sagte „so was wie Deine Freundin“, Familie. Paulchen nannte Dich mal 2. Mutti. Nun es war zwischen uns auch nicht immer so rosig, schon damals gab es die spitzfindigen Bemerkungen Deinerseits. Du warst über meine Gefühlskälte nicht begeistert. Ich wollte Abstand, ich wollte nicht dauernd den Sex. Das ist alles richtig.

Aber nie hätte jemand gedacht, dass wir uns verlieren. Nun tun wir es.

Mir tut das leid. Unendlich sogar. Das weißt Du vielleicht. Oder auch nicht. Denn jetzt bist Du über meine Konsequenz, dass ich mich nicht melde, dass ich Euren Weihnachtsbesuch nicht wünsche, dass ich morgen sogar in Deiner Nähe sein werde, ohne Dich aufzusuchen, erschüttert. Dabei war die Konsequenz immer das, was Dir an mir gefallen hat.

In letzter Zeit war ich es wenig. Weil ich genau diese Entwicklung nicht wollte. Aus nahe liegenden Gründen. Aber ich konnte es nicht ändern.

Das Leben ist so. Ich werde irgendwie damit zu recht kommen. Natürlich wird es hart. Weihnachten, Silvester. Alles ohne Dich. Ich erinnere mich gut an unser letztes Silvester mit ihm. Das tut schon weh.

Vielleicht hätte ich mit dieser Entscheidung warten sollen, bis nach den Feiertagen. Wäre klüger gewesen. Aber es hatte auch seinen Grund, so ist der Schnitt hart, aber herzlich und nicht mehr zu kitten. Und ich spare auch noch Geld.

Ich werde Dich vermissen!

 

(Du kriegst diesen Brief nie und das ist auch gut so ;))

 

 

 

22.12.2010 um 00:59 Uhr

"Schmetterlinge aus Eis" von Rosenstolz

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Als ich mich nach dir verzehrte
Lang ist’s her, doch nie verheilt
Als ich mich in dir verirrte
Fand nicht dich, ob Sehnsucht heilt

Als ich dich so sehr begehrte
Kamst mir doch so göttlich vor
Warst Dompteur und ich dein Raubtier
Seltsam nur was ich verlor

Du nimmst dir was du brauchst
Du brauchst mich nicht

Waren nur Schmetterlinge aus Eis
Du nimmst dir was du brauchst
Das bin ich nicht

Es waren nur Schmetterlinge aus Eis
Es waren nur Schmetterlinge aus Eis

Als ich mich zu dir verirrte
Waren mein Traum und ich so jung
Als ich mich so sehr verzehrte nach dir
Brach ich in zwei, sahst dich nicht um

Und als ich wieder zu mir fand
Wachte auf fast wieder klar
Da hat mir gar nichts leid getan
Du bist nicht weg, du warst nie da

Es waren nur Schmetterlinge aus Eis

Du nimmst dir was du brauchst
Das bin ich nicht

Es waren nur Schmetterlinge aus Eis
Du nimmst dir was du brauchst
Du brauchst mich nicht

Es waren nur Schmetterlinge aus Eis
Du nimmst dir was du brauchst
Das bin ich nicht

Es waren nur Schmetterlinge aus Eis
Es waren nur Schmetterlinge aus Eis
Es waren nur Schmetterlinge aus Eis

22.12.2010 um 00:55 Uhr

22. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

wir haben nun schon ein paar Tage nichts voneinander gehört. Du hast Dich nicht gemeldet, ich hab es nicht getan. Das ist nicht so ungewöhnlich. Wenn Du früher bei Conny warst, war das auch so. Ich hab Dich bei ihr in Ruhe gelassen. Du hast das wahrscheinlich nicht mal wirklich registriert.

Wenn Du bei Nessi bist, ist das schon ungewöhnlicher. Bisher hatte ich ja wenigstens zu ihr Kontakt. Und von Zeit zu Zeit kam dann auch mal eine SMS. Jetzt ist das anders. Du bist emotionsloser, sturer. Nüchtern.

Es ist Dir sicher nicht wichtig. Wenn Du auch oft genug gesagt hast, dass ich so rein gar nicht kapiere. Vor allem nicht das, was ich kapieren sollte. Wenn Du so manchmal beteuert hast, meist mehr durch die Blume als direkt, dass Du ganz gut ohne Nessi leben könntest, nur ich nicht. So sieht es doch jetzt ganz anders aus.

Ich vermisse Dich.

Du verstehst das nicht so ganz. Schließlich konnte ich mich nie zu Dir und Nessi in artikulieren. Entweder konnte ich dem kein Schlussstrich entgegen bringen, auch das war mal Deine Aussage. Aber ob das was gebracht hätte. Hast Du nicht mehr als einmal den Kontakt zu ihr gesucht? Oder ich konnte mich mit Eurer Rolle, die ich doch forciert habe, nicht abfinden. Nun ich habe sie nie forciert. Das hast Du nie verstanden.

Es gibt so viele Aussagen von Dir. Es gäbe ja noch so viele andere Männer in meinem Leben. So ganz stimmt das nicht. Da redest Dir mehr ein oder lässt Dir mehr einreden, als dass das wirklich der Fall ist. Ja, da gab es den Taxifahrer. Auch am Montag war es Ronald hier. Es war ganz unerwartet, er hatte Zeit, ich ja nun auch. Und warum hätten wir uns nicht treffen sollen und Spaß haben. Aber der Spaß hatte so seine Grenzen, genau beim Spaß merke ich immer wieder, wie sehr ich Dich vermisse, es vermisse Dich in den Armen zu halten, mit Dir Sex zu haben. Obwohl das nicht wirklich immer beglückend war, zu egoistisch aus Deiner Sicht.

Es ist bald Weihnachten, fiel mir grade ein. Vergangenes Jahr Weihnachten bist auch irgendwann aufgetaucht. Zu Heiligabend hast Dich dann verabschiedet, wolltest eigentlich nur Stoff holen und kamst ewig nicht wieder. Ich machte mir schon Sorgen, aber dann bist nur bei Conny gelandet. Schriebst irgendwann eine SMS, alles ganz harmlos. Und auch am 2. Weihnachtsfeiertag bis zu ihr gegangen. Da war Nessi sogar da. Sie erinnert sich noch gut daran, wie Du aufgesprungen bist, als wir unbekleidet hier lagen, zum Telefon gerannt, als es klingelte und dann zu Conny gegangen bist. Alles ganz harmlos. Silvester warst dann wieder hier. Du sprichst heute noch oft davon. Es war sehr lustig Silvester, auch Neujahr und schwups warst dann am Tag später wieder weg.

All diese Dinge sind passiert. Und nicht nur die, ich möchte gar nicht aufzählen, was in den letzten Wochen so vorgefallen ist. Du irrst Dich, wenn Du denkst, Nessi ist es nicht aufgefallen, wie Du uns versucht hast, gegeneinander auszuspielen. Nur artikuliert sie es nicht so. Oder vergisst es schneller. Jetzt ist es eh anders. Du bist nüchtern. Da ändern sich die Dinge, du bist noch weniger durchschaubar, noch weniger berechenbar, noch weniger gefühlsbetont. Aus meiner Sicht.

Ich vermisse Dich. Ich muss schwer an mich halten, Dir nicht zu schreiben. Nicht das Telefon  zu nehmen, um Dich anzurufen.

Es würde nichts ändern in unserer Beziehung. Das ist der Grund, warum ich mich auch immer wieder davon abhalte. Was nützt meine ganze Liebe, wenn sie nicht erwidert wird. Gut, Du machst diesbezüglich Andeutungen, gesagt hast es nie. Man soll es sich dann ausrechnen. Aber welcher Mensch tut dem anderen weh, der einem was bedeutet. Also kann das gar nicht sein. Wahrscheinlich ist es wie immer, das betonst Du auch ganz oft, Du weißt nicht wirklich, was Du willst. Ich bezweifle schon, dass Du Nessi willst. Allerdings ist es sehr bequem bei ihr. Sie hinterfragt nichts, ihr versteht Euch gut, es ist harmonisch. Da gibt es keinerlei Eifersüchteleien, weil Du das dort wohl nicht nötig hast. Bei mir ist das anders, da musst Du immer mal wieder etwas hinterfragen. Ob sie eifersüchtig ist, kann ich nicht beurteilen. Grund dazu hätte sie ja vllt. auch. Sie mag Dich auch sehr. Das weiß ich. Und wie wir nun alle erfahren mussten, mehr als mich.

Es würde nicht ändern in unserer Beziehung. Die heimlichen SMS zu Nessi blieben, wenn Dir etwas nicht passt, kannst zu ihr abhauen, sie holt Dich sogar ab, wenn Du meinst, es nicht allein zu schaffen. Du kannst Dich bei ihr über mich ausheulen, über Dinge, die ich nicht mal selbst weiß. Da hat man z. B. 3.30 eine SMS geschrieben und weiß gar nichts davon. Abstreiten nützt gar nicht, das tut man notgedrungen, wenn man das 125. Mal hört. Aber du glaubst es nicht. Also lässt man es ganz. Dann hat man halt 3.30 eine SMS geschrieben, von der man selber gar nichts weiß.

Und Nessi selbst ist auch nicht zufrieden. Bist Du bei ihr, ist sie es z. T. nicht. Wie es momentan aussieht, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, wie weit Ihr Euch momentan angenährt habt. Bin ich dabei, ist sie es erst recht nicht. Da bist Du anders, ich störe und sie hat viel an mir auszusetzen. Was Du gar nicht registrierst.

Es ändert sich nichts. Es würde auch nichts ändern, wenn Nessi sich verabschiedet, wie sie so oft gesagt hat. Denn keiner hält es lange durch.

Es wird sich nichts ändern. Die Erkenntnis ist hart, aber so ist es.

Ich vermisse Dich trotzdem. Ich möchte wissen, wie es Dir geht. Geht es Dir besser? Wie kommt Ihr miteinander klar, ist es noch die volle Harmonie? Schläfst Du viel oder beschäftigst Dich? Planst Du etwas, z. B. zu Mutti zu gehen, zu Conny zu gehen. All diese Dinge sind nicht ausgeschlossen. Ich weiß das alles nicht. Und was würde es auch bringen, wenn ich es wüsste.

Ich weiß eines, ich vermisse Dich. Ob das umgedreht so ist, weiß ich nicht wirklich. Man darf seine Zweifel haben. Und im Bezug auf Nessi hab ich sie schon lange. Das weißt Du wahrscheinlich auch nicht.

Es gibt wahrscheinlich nur die eine Liebe. Die Erkenntnis ist auch hart. Sollte man doch die Hoffnung haben, dass es für mich eine zweite Chance gibt. Mit jemandem, der mich besser versteht. Aber auch das bezweifle ich. Ich werde immer irgendwie an Dir gebunden sein. Und ich weiß auch nicht, was passiert, wenn Du irgendwann vor der Tür stehst. Hab ich die Kraft, Dir zu sagen, Du sollst dahin gehen, woher Du gekommen bist. Oder denke ich daran, dass ich Dir gesagt habe, meine Tür steht Dir immer offen. Das weißt Du….

 

22.12.2010 um 00:53 Uhr

Winteranfang

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Heute ist Winteranfang. Ist vielleicht schon jemanden aufgefallen: Wir haben Winter. Der Trost an der Sache ist, die Tage werden jetzt länger. D. h. man hat Hoffnung, dass es irgendwann vielleicht doch so was wie einen Frühling gibt oder Sommer. Was auch immer, Hauptsache keinen Winter.

Es ist keine Nachricht mehr, dass es schneit. Es wäre mal eine, wenn es heißen würde, es schneit nicht. Das ganze Verkehrschaos, die Bahn die vor Zugreisen gewarnt hat, Fliegen sollte man ganz bleiben lassen, Auto fahren sowieso und zu Fuß gehen ist auch kein wahres Vergnügen. Es wird kaum geräumt, wer sollte das tun. Und gestreut wird sowieso nicht, dazu fehlt wohl das Salz, das Geld, was auch immer. Mein Vater freut sich jeden Tag auf  das Schnee schnippen und so manch anderer Hauseigentümer oder Hausmeister sicher auch. Langeweile kommt gerade keine auf.

Ich finde das ja irgendwie interessant. Die vier Feinde des Sozialismus hießen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nun hat der Kapitalismus den Sozialismus abgelöst, die Feinde blieben aber. Hätte sich das der Kapitalismus gedacht? Man hätte doch wenigstens die Feinde auch noch verjagen können. - Denn wenn man ich mich so ganz recht erinnere, hatte gerade die Deutsche Bahn im Sommer auch so ihre Problemchen.

Aber sie bessern sich und garantieren, jeder kommt zu Weihnachten an ihr Ziel. Ist das nicht tröstend? Ich mein, wer so zu Weihnachten fort fährt, kommt wirklich da an, wohin er will. Landet nicht irgendwo in Kleinkallekukla, sondern am Bestimmungsort. Das tröstet. Zumindestens dürfte es tröstender sein als für so manche, die auf den Flughäfen rumlungern oder stundenslang im Stau stehen, in der Kälte.

Ganz besonders erfreut bin ich über die Wetterberichte an sich. Nicht nur, dass es ja eigentlich immer das Gleiche ist: Schnee, Kälte und Glätte halt. Sondern die Nachfrage so mancher Nachrichtensprecher, ob wir dann nun auch weiße Weihnachten haben. Und für alle zum Trost, ja wir bekommen weiße Weihnachten. Wohin soll der ganze Schnee bis da hin, und es schneit ja immer weiter. Ich würde ja vorziehen, es wären Heiligabend 25 Grad im Schatten. Aber mich fragt keiner.

Und nun stelle ich die Frage der Fragen: Kriegen wir bunte Ostern?

21.12.2010 um 23:28 Uhr

Premiere

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Heute gab es eine Premiere. Wenn Frau sich etwas Gutes tun will, was macht sie? Sie kauft sich Schuhe. Wenn sich etwas im Leben verändert, verändert sie ihre Haare. So ganz war es nicht. Im Grunde sehen die Haare noch so aus wie vorher, mehr oder weniger.

Aber Frau war zum ersten Mal in ihrem Leben beim Friseur. Eine neue Erfahrung. Ich war natürlich schon oft in einem solchen Geschäft, meine Mutter war / ist Friseurin, also war ich als Kind oft dort und hab zugesehen. Nessi macht neben ihrer Tätigkeit als Erzieherin in einem Friseurgeschäft sauber.

Als Kunde war ich aber das erste Mal dort. Früher hat mir meine Mutter die Haare gemacht. Da sie nun schon seit langem über 500 km entfernt von mir wohnt, ist das nicht mehr möglich. So habe ich es mehr oder weniger selbst getan. Kam aber schon vor einiger Zeit zu dem Entschluss, es müsste mal professionell geschnitten werden.

Vorgenommen hatte ich mir das schon mal vergangene Woche, da kam dann aber mein schwuler Ex-Nachbar zum Kaffee, also blieb es. Heute musste ich irgendwas tun. Es schneite wie verrückt, mal wieder. Eigentlich wäre es nur eine Nachricht, wenn es mal nicht schneien würde.

Ich bin auch sofort dran gekommen. Der Laden war also leer. Ob das am Wetter lag, kann ich nicht beurteilen. Es lag an der Bequemlichkeit, der Laden ist keine 20 m weg von der Haustür. Die Dame war nett, ihre Fähigkeiten kann ich nicht beurteilen, es war die Chefin des Ladens und ein paar Jährchen älter. Ich bin soweit ganz zufrieden. Hab mir aber vorgenommen, mich mit dem Thema mal näher zu befassen und den Schnitt dann doch mal ganz zu verändern und um dazu vielleicht eine etwas hippere Friseurin aufzusuchen.

Was mir aufgefallen ist und irgendwie auch zu denken gibt, so richtig hygienisch war es in dem Laden nicht. Ich wollte nicht meckern, ich war schließlich zum ersten Mal dort. Aber schon bei Nessi im Laden, als ich sie mal besuchte, hatte ich das festgestellt. Da meine Mutter früher, so ca. vor 35 Jahren, später arbeitete sie nicht mehr im Beruf, auch Friseurin war, kann ich mich gut erinnern, dass nach dem Kundenbesuch immer alles geputzt wurde, die Waschbecken, die Kämme, Bürsten, Schalen etc. Zum Feierabend wurde auch der Laden gewischt. So sah es dort nicht aus. Nessi und mein Nachbar hatten mich neulich schon darauf hingewiesen. Ist das nun eine Ausnahme? Sehen das die Kunden nicht, ist es ihnen ega?. Gibt es keine Vorschriften diesbezüglich?

Angenehm ist es aber sicher nicht, wenn noch irgendwo Haare rum liegen oder die Bürste nicht wirklich sauber ist! Und vom Preis mal ganz zu schweigen. Wenn ich mir überlege, was das bisschen Waschen und Schneiden gekostet hat, möchte ich darüber gar nicht nachdenken.

 

21.12.2010 um 23:12 Uhr

Ich möchte

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Ich möchte...

Ich möchte Dich lieben, ohne dich einzuengen

Dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten

Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen

zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudrängen

Dich einladen, ohne Forderungen zu stellen

Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen

von Dir Abschied nehmen, ohne wesentliches versäumt zu haben

Dir meine Gefühle mitteilen, ohne Dich für sie verantwortlich zu machen

Dich informieren, ohne Dich zu belehren

Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen

mich um Dich kümmern, ohne Dich verändern zu wollen

mich an Dir freuen, so wie Du bist.

 

Wenn ich von Dir das gleiche bekommen kann,

dann können wir uns wirklich begegnen

und uns gegenseitig bereichern

 

21.12.2010 um 23:10 Uhr

Erfolgreicher Entzug

Der Entzug ist immer noch erfolgreich. Er wird nicht leichter mit der Zeit, leider.

Dabei frage ich mich WARUM?

Warum wird es nicht leichter? Warum verspüre ich immer noch den Drang, bei ihnen anzurufen? Warum möchte ich ihn / sie unbedingt hören? Warum möchte ich ihn bei mir haben? Warum möchte ich die Freundschaft, die nun nun mal gar keine mehr ist, mit ihr nicht missen?

Es gibt keinen vernünftigen Grund. Ich habe mir noch mal, u. a. mit Hilfe des Tagebuchs und Kalenders, einige Ereignisse ins Gedächtnis gerufen, und finde wirklich keinen Grund, warum ich diesen Drang immer noch verspüre.

Er beruht offenbar so gar nicht auf Gegenseitigkeit.

Wie oft habe ich mich verletzt gefühlt? Wie oft bin ich belogen worden? Es ist immer eine Sache der Gegenseitigkeit, man kann nur verletzt werden, wenn man sich verletzen lässt. Man kann nur belogen werden, wenn man es zulässt. Aber ich habe so oft interveniert, so oft habe ich darauf hingewiesen. Ohne Erfolg. Ganz im Gegenteil. Es führte eher zum Gegenteil. Man war böse.

Böse, weshalb? Weshalb ist man böse? Weil man sich ertappt fühlt? Weil man meint, es wäre unwahr.

Keine Ahnung. Es war aber an dem. Ich habe mich so oft bemüht, viel zu oft, um noch als glaubhaft zu gelten. Auch das wurde mir vorgeworfen. Ich wäre, weil ich es zu oft gesagt habe, nicht mehr glaubhaft.

Bin ich jetzt glaubhaft genug? Jetzt, da ich schon mehr als vier Tage keinen Kontakt gesucht habe? Aber man darf nicht vergessen, es wurde auch keiner gesucht.

Es ist zu spät, zu spät für alles. Zu spät für Einschreiten, zu spät für Änderungen. Zu spät für Einsichten.

Und doch: Ich vermisse ihn. Ich vermisse ihn so sehr. Und ich vermisse nicht nur ihn. Ich vermisse auch sie. Komisch, sollte ich mich nicht von ihr, die mir jahrelang ihre unbedingte Liebe und Treue versichert hat, zurückziehen? Sollte ich nicht ihr böse sein? Vielleicht bin ich das, vielleicht bin ich das nicht. Man kann 5 Jahre nicht einfach so wegschieben. Ich kann es nicht.

 

Warum sie es kann, darüber möchte ich nicht spekulieren. Und er? Ihm ist es relativ egal, Hauptsache, es ist irgendwer da. Das WER ist austauschbar. So kann man es gut interpretieren.

 

Und dabei hab ich jetzt mein Leben zurück, meine Unabhängigkeit, meine Freiheit. Bin ich darüber glücklich? Werde ich es mal sein?

 

 

18.12.2010 um 18:29 Uhr

18. Dez. abends Teil 2

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Nessi,

heute hab ich mich den ganzen Tag beschäftigt. Hab die Flaschen weggebracht. Es war tiefes Schneegestöber. Hat mir nicht so viel ausgemacht.

Ich geh jetzt halt allein spazieren. Dabei kommen einen dann viele Gedanken, wenn man bestimmte Auto-Kennzeichen sieht. Da waren wir ja mal.

Wie oft bin ich in letzter Zeit spazieren gegangen, um mich etwas abzureagieren. Zwei Menschen zu verlieren ist halt schwer. Vor allem, wir kennen uns nun schon 5 Jahre. Wenn man 5 Jahre sich fast täglich gehört oder gelesen hat, fällt der Abschied schon schwer. Man denkt immer mal wieder, das mußt Nessi erzählen. Aber da ist nicht mehr mit erzählen.

Wie oft hab ich das in letzter Zeit gedacht. Oft sicher. Das stimmt schon. Oft war ich irgendwo unterwegs und hab darüber nachgedacht.

Aber es ist nun mal so, es hat sich niemand von Euch gemeldet. Schade und traurig. Ja, ich wollte es ignorieren. Also dürfte es ja egal sein. Ist es aber nicht. Es wurde ja nicht mal der Versuch unternommen. Ich weiß nicht, was Ihr so macht. Ihr wisst es auch nicht. Man sollte annehmen, dass Ihr Euch Gedanken macht. Zumindest Du, da Du gesehen hast, wie ich gestern gelitten habe.

Ist aber nicht so. Es ist schon richtig, Du wirst das nicht mehr wollen. Vielleicht wegen des Miststücks, vielleicht es aus anderen Gründen, weil es anstrengend war. Keine Ahnung. Jetzt ist nun die Ruhe. Gefällt sie Dir?

Vom Miststück erwarte ich gar nicht so viel. Das ist auch schade, ist aber leider so. Aber ich hatte doch erwartet, dass wenigstens Du darüber nachdenkst. Der Abschied fällt Dir leicht. Ich habe es immer gesagt. Du hast ja ihn. Es war bei mir nie so. Selbst wenn er hier, fehltest Du mir doch.

Ich hatte ja schon am Dienstag gesagt bzw. geschrieben, dass Du Dich immer mehr entfernst. Das war sicher alles gewollt. So kann man jedenfalls davon ausgehen.

Es hat sich niemand gemeldet. Und ich bin sehr traurig darüber. Euch nicht mehr zu sehen oder zu hören, das fällt mir sehr schwer. Auch dieses ist ein Entzug, ein sehr, sehr schwerer.

 

 

18.12.2010 um 18:28 Uhr

18. Dez. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

es ist Samstagabend. Von Dir hab ich gar nichts gehört.

Ich hab heute Deine Flaschen weggebracht. Es sollten ja keine mehr dazu kommen. Zum einen weil Du wohl nicht mehr trinkst, zum anderen weil Du nicht mehr hier bist.

Ich vermisse Dich.

Draußen schneit es mal wieder. Hat es ja lange nicht. Ich war im tiefsten Schneegestöber unterwegs. Mal muss man ja raus. Hab mich den ganzen Tag beschäftigt. Immer mal wieder gehofft, dass sich jemand meldet. Vergebens. Nun ich wollte es eh ignorieren, aber dass es nicht mal jemand versucht, ist schon traurig und enttäuschend.

Ich würde gerne wissen, was Du so machst, was Du so denkst. Ob Dir überhaupt aufgefallen ist, dass ich mich nicht melde, auch nicht bei Nessi. Wahrscheinlich nicht mal das.

Das ist traurig.

Es ist wie ein Entzug. Die Entzugserscheinungen wie Zittern, Schweißausbrüche fehlen zwar. Aber im Grunde ist es genauso. Ein Entzug wird ja, zumindest was die Entzugserscheinungen betrifft, mal irgendwie leichter. Bei mir wird es wohl von Tag zu Tag schwerer werden.

Ich darf gar nicht dran denken.

Ich vermisse Dich so!

 

17.12.2010 um 23:35 Uhr

17. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

gestern Nacht hab ich wenig, bis gar nicht geschlafen. Ich war, kurz bevor Nessi anrief, erst ins Bett gegangen.

Ich habe über vieles nachgedacht, vor allem aus dem Dezember des vergangenen Jahres. Wie oft, ging es mir dann ähnlich, dass ich einfach nicht schlafen konnte und wollte, weil ich an Dich dachte, weil ich irgendwie das Gespür hatte, Du würdest erscheinen. Irgendwann würde eine SMS kommen oder ein Anruf, der besagt, ich schau mal vorbei. Oder einfach nur klingeln.

Natürlich ist das jetzt nicht so. Du wirst nie von Nessi losgehen, um zu mir zu kommen. Nicht nur, weil der Weg weit ist. Es gäbe auch sonst keinen Grund.

Sie sagte mir heute, meinst Du, er hat es nicht gut bei mir. Natürlich hast Du es gut bei ihr, sonst wärest Du nicht da. Ob Du es bei mir schlechter hättest, kann ich nicht beurteilen. Auf alle Fälle ist Nessi anspruchsloser, in vielen Dingen, sie liegt weniger auf die von mir von Deiner Seite so vermisste Emotionalität.

Soll mich also diese Frage trösten? Nein, das tut sie nicht.

Ich weiß, Du hast es gut bei ihr. Das ändert nichts an meinem Gefühl, dass Du es gut bei mir haben sollst.

Das klingt jetzt sehr generös. Aber ich will es auch gut bei Dir haben.

Ich vermisse Dich.

Ich habe es Dir schon gesagt. Natürlich habe ich Dich nicht gefragt, ob Du bleibst. Natürlich habe ich Dich nicht gefragt, ob Du mitkommst. Die Antworten kannte ich ja. Vielleicht. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen.

Ja, ich treffe in letzter Zeit viele, von Euch unverstandene Entscheidungen. Ich verstehe sie schon. Und vielleicht sollte das allein reichen.

Du sagst, ich kapiere nichts. Was kapiere ich nicht? Darauf gibst Du natürlich keine Antwort. Wahrscheinlich weißt Du es selbst nicht. Du hast schon immer sehr gut von Dir behauptet, Du weißt nicht, was Du willst. Das hat sich auch im nüchternen Zustand nicht geändert. Im Gegenteil wahrscheinlich sogar.

Ich habe mir wirklich fest vorgenommen, Dich und auch Nessi nicht zu kontaktieren und auch nicht zu reagieren, sollte, die Wahrscheinlich ist gar nicht so hoch, Ihr Euch melden. Der Grund liegt einfach darin, es gibt nicht viel zu sagen, nicht viel zu schreiben. Was sollen wir uns sagen?

Es ist alles schon X-Mal gesagt worden. Es ändert nichts.

Ich sollte wirklich genug von Euch haben. Ihr seht das umgedreht genauso. Wie viele Lügen, Intrigen gab es in letzter Zeit? Keiner kann sie zählen. Und nicht nur von Nessi und Dir. Wie war es noch, als Du bei der anderen warst. Es war nicht anders.

Ich hab viel für Dich getan. Vor allem hab ich mich ein Stück weit für Dich aufgegeben. Und das ist natürlich ein ganz großer Fehler. Dieser fällt irgendwann auf einen zurück.

Ja, ich liebe Dich, ich vermisse Dich. Aber das ändert nichts, dass ich oft von allem die Nase gestrichen voll habe.

Von Deinen Reaktionen, von Nessi’s Reaktionen. Von der Spitzfindigkeit, von der Geheimnistuerei. Es gibt so viele Dinge. Und natürlich von Deinem Egoismus. Du bist Dir selbst der Nächste. Auch in materieller Hinsicht.

Oder hast Dich mal gefragt, wie sich das alles finanziert?

Ich möchte Dir immer noch gern helfen, bei Dir sein.

Ob Du das möchtest, keine Ahnung. Wahrscheinlich ist es nicht mal wichtig. Ich weiß auch nicht, was die nächsten Tage bringen.

Den entgegen dem, was Ihr so sagt, wäre es wirklich das Beste, es bleibt so. Du bist bei ihr, und ich hab mit Euch beiden keinen Kontakt. Das ist für mich sowieso schwer, dass Du bei Nessi bist. Dass sie sich nicht anderes entschließen kann. Es hat nichts mit meiner mangelnden Liebe zu tun. Nein, im Gegenteil…


 

 

 

 

 

17.12.2010 um 22:48 Uhr

Der Entzug

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Wenn ich mein Tagebuch so lese, dann fällt mir auf, dass alles schon mal da gewesen ist. Im Grunde hat sich nichts verändert. Auch die SMS in ihrem Namen kamen vor ein paar Tagen mal wieder vor. Zum anderen fällt mir auf, dass ich meine Einträge redigieren muss. Es sind viele Fehler enthalten. Schade, das sollte nicht so sein.

Nun es sind ein paar Tage vergangen seit dem letzten Tagebucheintrag. Man kann sagen, der kalte Entzug ist geglückt. Wenn man so was überhaupt behaupten kann, denn der eigentliche Entzug erfolgt jetzt. Das Umgehen mit dem Alkohol, der Umgang mit Konflikten, der Umgang mit anderen, die Alkohol trinken. Ein kontrollierter Alkoholgenuss ggf. Eine Therapie würde ich immer noch vorschlagen, nicht wegen des Entzuges, sondern wegen der Bewältigung der 100.000 kleinen und großen Probleme, die ihm so zu schaffen machen. Vergangenheitsbewältigung.

Im Grunde hat er den Entzug ganz gut überstanden. Man hat das schon schlimmer gehört, gelesen, gesehen. Die Entzugserscheinungen hielten sich in Grenzen und waren anscheinend ertragbar. Er hat auch ganz gut durchgehalten. Wie lange – das kann natürlich niemand sagen. Das wird die Zukunft zeigen. Eine gute Prognose gibt ihm, so hart das klingen mag und so ungerecht es wahrscheinlich auch ist, niemand.

Was soll ich sagen? Er ist immer noch bei ihr. Natürlich habe ich den kalten Entzug sowieso immer abgelehnt, wollte es nie tun. Natürlich hätte ich es wahrscheinlich dennoch gemacht. Ich hätte ihn begleitet. Ich habe es ihm versprochen, ihm zu helfen. So was ist mir wichtig.

Letzte Woche Freitag bin ich nicht zu ihnen gefahren. Ich hing meinen Gedanken nach. Am Samstag war das schon anders, es zog mich sozusagen dorthin. Allerdings war genau dieses nicht gewollt. Sie wollten ihre Ruhe. Es wäre besser, ich würde nicht erscheinen. Am Sonntag war das schon anders, da er ja am Montag, Nessi geht ja arbeiten, alleine wäre. Nun ich habe lange überlegt, habe auch am Telefon nicht wirklich zugesagt, bin dann aber schnell zu ihnen gegangen.

Ja, es war komisch. Irgendwie war die Situation komisch. Deplaciert ist wohl der richtige Ausdruck für das Gefühl, das ich empfand. Nessi ging  es, wir redeten abends noch allein, wohl nicht ganz anders. Es ging ihm nicht schlecht, natürlich nicht toll. Er schlief viel, redete wenig. Es war sehr ruhig.

Das änderte sich auch in den nächsten Tagen nicht wirklich. Ich blieb nämlich noch bis Mittwochabend. Am Mittwoch ging ich aus mehreren Motiven. Einmal war ich der Überzeugung, dass er nun auch allein zu recht kommt, zum anderen muss man auch mal wieder nach Hause, Anrufbeantworter, Briefkasten etc. Und dann gab es noch den Grund Nessi.

Sie wirft mir unklares Verhalten vor. Ich würde sprunghaft reagieren. Das stimmt natürlich, wenn man die Resultate wörtlich nimmt. Wie oft hab ich mich verabschiedet, wie oft wollte ich, dass er geht, dass sie geht, dass sie beide gehen. Aber sicher hatte das immer einen Grund. Und sicher war der Grund, dass dieses Verhalten nicht anhielt, der, dass sie mir fehlten.

Sie reagiert genauso ambivalent, wenn nicht gar schlimmer. Einerseits möchte sie, dass er geht, rechnet damit, andererseits möchte sie das nicht, störe ich. Das führt dann zu sinnlosen Diskussionen, die wirklich infantil sind. Zum anderen liegt es auch an dem Verhalten, wenn man dann so hört, dass sie ihm leise zuflüstert, ich schreibe dir nachher eine SMS, dann gibt das zu denken.

Andererseits ist das natürlich so, dass sie mir zwar immer wieder beteuert, dass ich ihr wichtig bin, mich aber dann auch wieder nicht versteht, ich  mich verändert habe – was natürlich stimmt, ich bin emotionaler geworden -, und andererseits ist ihr Handeln nicht danach. Wie oft höre auch ich mir, nicht nur, wie mir vorgeworfen wird, ich tue das, nur werden meine natürlich von beiden Seiten gehört und  kommentiert, ihre dagegen höre nur ich, ungerechte, spitzfindige Bemerkungen, wenn er und ich uns mal ganz gut verstehen, was aber oft nur ein ganz normales Gespräch ist.

Ich kenne diese spitzfindigen Bemerkungen ihrerseits sehr gut, schon aus vergangenen Jahren. Habe sie immer mehr oder weniger ignoriert. Allerdings nehmen sie jetzt eine oft verletzende Form an.

So bin ich am Mittwochabend gegangen. Habe mich von ihm verabschiedet, mit Tränen in den Augen wie immer. Natürlich hätte ich seinerseits bleiben können. Aber ansonsten reagierte er wie immer emotionslos. Und sie? Ich habe keine Ahnung. Ich habe sie entgegen meiner Absicht am Mittwochabend zwar noch gesprochen, aber eine wirkliche Reaktion erfolgte nicht dauerhaft.

Zwar versicherte sie mir in unserem Gespräch, dass sie auf keinen Fall einen Abschied möchte, bestätigte viele Theorien in Bezug auf ihn, aber das Handeln an diesem Abend und am Folgetag sah dann ganz anders aus.

Heute hatte sie witterungsbedingt frei. Sie rief mich schon am Morgen an, damit ich ins Netz gehen konnte, ich hatte es ihr angeboten, um zu sehen, wie die Züge fahren. Kurz danach informierte sie mich, dass sie Überstunden abbummelt, und sie dann zum Frühstück vorbei kämen. Das glaubte ich natürlich nicht. Nach einer Weile rückte sie dann mit der Sprache raus, dass er zu seiner Mutti möchte, und sie dann auf dem Rückweg zu mir kämen, um dann am Nachmittag gemeinsam wieder zu fahren. Das wollte ich nicht. Ich sagte ihr, dass ich auch an mich denken muss und das nicht wirklich verkraften würde, wenn sie, wenn er wieder fahren würde.

Nun hätte ich mir denken können, müssen, dass das gar nichts nützt. Aus welcher Motivation auch immer raus, standen sie ein paar Stunden später vor der Tür. Dass ich nicht erfreut war, kann man sich vorstellen. Ich war sehr gekränkt, sehr verletzt, sehr traurig. Sie hat es bemerkt, er vllt. auch. Keine Ahnung. Sie meinte, ich müsse das doch nicht sein. Es gäbe keinen Grund. Ach? Ich denke mal schon. Er meinte, ich kapiere nichts. Was eigentlich?

Wie dem auch sei, nach einer Stunde fuhren sie wieder. Ihm ging es auch nicht besonders gut, das sah man.

Nach noch einmal 1,5 Stunden erhielt ich dann eine SMS, geschrieben fast wie in alten Zeiten von ihr, dass sie angekommen sind. Ich reagierte nicht. Worauf?

Ich weiß nicht, warum sie schrieb. Um es mir einfach mitzuteilen, damit ich bescheid weiß, weil ich mich entgegen sonstiger Tage nicht meldete. Keine Ahnung.

Seit dem ist Ruhe. Ich habe weder eine SMS erhalten, noch einen Anruf. Weder von ihr, noch von ihm.

Man kann das interpretieren, wie man will. Es ist ihnen nicht wichtig, ich bin es nicht, sie sind mit sich beschäftigt, sie wissen, dass ich (momentan) auf derartige Sachen nicht reagiere, sie haben die Gewissheit, ich würde mich sowieso wieder melden.

Ich bin momentan nicht böse darüber. So muss ich nicht agieren. Ich muss nicht die Entscheidung treffen, ob ich antworte, ans Telefon gehe oder nicht. Meine Absicht war, es nicht zu tun.

Nun kann man auch das verschieden interpretieren. Sie sollen sich Sorgen machen. Gut, das wäre vllt. ein positiver Nebeneffekt. Aber nicht gerade sehr erwachsen. Was würde es bringen?! Der eigentliche und uneigentliche Grund ist, dass ich sie (momentan) wirklich nicht hören oder sehen will. Ich möchte weder ihre Harmonie hören. Es gäbe eh nichts zu sagen oder zu schreiben. Maximal Belangloses.

Und wenn ich über all das zum 157. Mal nachdenke, wahrscheinlich ist es sogar viel, viel mehr, dann frage ich mich, warum tu ich mir das an. Ich weiß, dass sie die ganze Situation anders sehen. Das ist ihr Recht. Ich sehe sie trotzdem so. Es gab soviel Lügen, Intrigen, Gemeinheiten, dass ich eigentlich geheilt sein müsste. Auch das heutige Verhalten empfand ich als sehr unsensibel.

Natürlich weiß ich nicht wirklich, ob ich auch morgen noch so denke. Es kann schon  morgen sein, dass ich einfach dort hin möchte. Auch wenn es aus meiner Sicht ein Fehler ist. Und nicht nur aus meiner, auch aus ihrer (seiner wahrscheinlich nicht). Ich weiß nicht, ob sie ihn nun behalten möchte, ob sie mich loswerden möchte, ob sie mir was beweisen will. Keine Ahnung, ob die Motivation überhaupt so tiefgründig ist. Es kann schon morgen so sein. Das ist richtig. Oder übermorgen.

Allerdings je länger es dauert, je schwerer wird es, wieder Kontakt aufzunehmen. Nicht, dass meine Gefühle in 14 Tagen anders sind. Es schreibt sich nur nach 14 Tagen etwas schwerer, hallo schatz oder so.

Gespannt bin ich auf einige Dinge. Leider werde ich bestimmte Dingen nicht erfahren. Es würde mich schon interessieren, ob sie zur Zeit Sex haben. In letzter Zeit, also in den Tagen, als ich da war, war er dafür nicht empfänglich. Morgen wollen sie evtl. gemeinsam Besorgungen machen, gehen sie Hand in Hand? Weihnachten. Nessi verbringt Heiligabend und den 1. Feiertag bei ihren Eltern. Geht er mit? Ist er jetzt vorzeigbar genug? Will sie es riskieren, ihn vorzustellen, um vllt. nach ein paar Tagen / Wochen zu sagen, es ist vorbei. Wie ist das dann mit dem Alkohol?. Oder wartet er dann bei ihr zu Hause? Oder geht er, obwohl das nicht ganz so wahrscheinlich ist, weil sein Bruder mit Lebensgefährtin und Lebensgefährtin der Mutter da sind, zu seiner Mutter?

Für mich wird Weihnachten sehr ruhig werden. Allerdings gab es das früher schon. Mal sehen…

 

 

11.12.2010 um 01:00 Uhr

11. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

lange hab ich Dir hier nicht geschrieben. Hat sich auch nicht soviel geändert seit dem letzten Brief. Du erhälst sie immer noch nicht. Und wüßtest auch immer noch nicht viel damit anzufangen.

Ja, ich wollte mich von Dir abnabeln. Ich hab es versucht, hab Dir nicht auf Deine SMSen geantwortet, die sowieso keiner Antwort bedurften.  Es waren Spiele, es waren Fragen, ob ich wach bin. Nicht wirklich was Bedeutendes. 

Am Donnerstag hatte ich fast das Gefühl, Du könntest mich vielleicht doch gern haben (ich bin vorsichtig in meinen Ausdrücken). Du hast Dich so lieb an mich gelehnt, meine Berührungen genossen. Du hast micht gebeten zu bleiben. Vllt. hätte ich es tun sollen. Keine Ahnung.

Ich habe es nicht getan. Ich habe immer noch die Hoffnung, irgendwie werd ich es schon schaffen, ohne Dich!

Als ich hörte, dass Du einen kalten Entzug machst, war ich geschockt. Ist das Dein Ernst? Wie soll das funktionieren? Ist das wieder mal eines Deiner Spiele nach Aufmerksamkeit, dass wir so reagieren, wie Du es möchtest. 

Ich weiß es nicht.

Du klangst gelassen am Telefon. Es geht Dir nicht so gut, das ist klar. Aber es geht vielen Leuten viel schlechter, wenn sie einen kalten Entzug machen. Gut, es ist erst ca. 36 Stunden her, dass Du den letzten Schluck getrunken hast. Es kann noch viel passieren. Es kann noch schwer werden.

Ich wollte das Nessi nicht zumuten. Sie geht hart arbeiten. Aber vor allem wollte ich bei Dir sein.

Egal, ob ich nun etwas davon halte, die Verantwortung scheue. Ich wollte bei Dir sein.

Ich möchte immer bei Dir sein. Ich möchte immer in Deinen Armen liegen oder umgedreht. Ich möchte, dass es Dir gut geht. Ich möchte Dir immer helfen. 

Ich bin es nicht, die Dir hilft. Und ich wollte Dir immer helfen. 

Nun bin ich es nicht. Das tut auch weh.

Es klingt mal wieder unlogisch, ist es auch.

Aber Du bist mir wichtig. Ich vermisse Dich. Ich liebe Dich. Ich werde es wohl immer tun. Das weiß ich, auch wenn Du meine Gefühle nicht wirklich erwiderst, denn es so wäre, wo wärst Du dann jetzt?

Klar, ich habe gesagt, Du sollst gehen. Zeitweise kann ich einfach nicht mehr. Zeitweise wird es mir zuviel alles. Die vielen Fragen, die unbeantwortet bleiben. 

Trotzdem wäre ich gern bei Dir. 

Du bist halt mein Miststück!

Einen lieben Kuss

11.12.2010 um 00:40 Uhr

Entzug

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Eigentlich ist mir nur zum Heulen zumute und bevor jemand fragt, uneigentlich auch. Ich könnte heulen und weglaufen, alles zusammen oder einzeln. Keine Ahnung.

Wie waren nun die Tage? Ich hab mich sehr zurückgehalten, ihm zu schreiben. Was auch. Mit ihr hatte ich Kontakt. Am Mittwoch früh, es ging ihm sehr schlecht, fuhr ich dann zu ihr. Sie bat mich darum. Ich wusste sofort, dass es ein Fehler war.

Es war nicht schlecht. Er war wie immer. Er sah wie immer aus. Es gab keinen Sex, dazu war nicht die Gelegenheit, der Anlass.

Am Donnerstag wollte ich gehen. Mir fiel es sichtlich schwer. Ihm ging es schlecht. Er lehnte sich an mich, war so hilfebedürftig, so liebevoll. Ich nahm ihn oft in den Arm, sagte, dass ich ihn lieb habe. Ich ging. Er bat mich zu bleiben, obwohl ich Freitag einen Termin hatte. Klar hätte ich ihn absagen können, was hätte das geändert.

Mit ihr hatte ich noch am Abend Kontakt. Von ihm bekam ich nichts sagende SMS, die ich nicht beantwortete. Ich konnte nicht anders.

Heute hat sich nun alles geändert. Seine Mutti war auf dem AB. Sie wollte einen Brief vorbei bringen, was auch mal so verabredet war. Sie brachte ihn nicht. Sie lässt ihn zu Hause.

Ich erfuhr dann, er macht einen kalten Entzug. Ich halt davon nicht viel. Das kann sehr schnell in die Hose gehen. Nessi wurde nicht gefragt, ist auch nicht begeistert, macht aber mit.

Sie war über meine widersprüchlichen Aussagen nicht grad begeistert. Einerseits möchte ich den kalten Entzug nicht, anderseits möchte ich zu ihm. Das ist nicht logisch, klar.

Meine erste Reaktion war, ich wollte zu ihm fahren. Das war nicht altruistisch, das war auch egoistisch. Ich hab auch mit ihm geredet, er klingt gut. Es geht ihm auch ganz gut für diese Verhältnisse, jedenfalls könnt es ihm schlechter gehen. Nessi hätte es z. T. gut gefunden, z. T. wohl auch nicht.

Ich bin zu Hause geblieben und hänge meinen Gedanken nach. Leider. Ich habe keine SMS erhalten, auch leider. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht.

Normalerweise wollten sie morgen erscheinen. Nun will er nicht. Sie will auch nur kurz erscheinen und wenn er mitkommt, fährt er wieder mit zu ihr.

Ich kann einfach nicht mehr.

Ich vermisse ihn. Und ich weiß, nüchtern hab ich erst recht keinem Platz in seinem Leben. Die Erfahrung ist nicht neu. Das wusste ich immer. Nicht, dass ich deswegen wollte, er hört nie auf. Das war nie meine Intention. Ich wollte schon, schon wegen seiner eigenen Gesundheit, dass er zum Entzug geht. Dann könnte ich langsam abnabeln, aber so.

Ich vermisse ihn.

Und was auch schon wusste, was ich schon vor Monaten sagte, nüchtern ist er noch weniger zu ertragen.

Ich vermisse ihn trotzdem.

 

 

 

 

06.12.2010 um 00:22 Uhr

Warum?

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Irgendwie kann man es ja leid sein. Immer dieselbe Leier. Ist das nicht wirklich nervend? Frauen sollen launisch sein, hab ich grad gelesen. Männer sind es auch. Und wenn ich immer bestritten haben, launisch zu sein. Dann darf mich meine eigene Meinung über mich revidieren. Ist ja auch eine Laune.

Es hat sich wieder nichts geändert. Mal hier, mal hier mal dort. Mal irgendwo. Ich bin viel zu emotional, viel zu genervt von allem, dass ich zu klaren, logischen Entscheidungen fähig wäre. Wissen kann man einiges, ob man es umsetzt, ist etwas anderes.

Nessi und ich waren uns mal einig. In vielen Dingen. Wir haben nach dem letzten Wochenende klar erkannt, was ich schon vorher wusste und sie im Grunde auch, er benutzt uns, er spielt uns gegeneinander aus. Wir wollten das ändern. Haben wir das? Nein, im Gegenteil. Ich bin schneller durchgedreht, als ich wollte. Hab meine Wut an ihr ausgelassen. Sie hat die Sachen gepackt, alles was 5 Minuten (im übertragenen Sinne) wieder hier war, ging wieder zurück. Ich konnte sie nicht halten. Ich bin hinterher gefahren, wir haben geredet, sie hat mich getröstet – ich kann doch auch nicht ohne Dich. Was nützt es alles?

Das hab ich auch gesagt, wenn wir mit ihm nicht klar kommen, wenn wir Keile zwischen uns treiben lassen. Weil wir beide zu emotional sind, es weg zu stecken. Was nützt es?

Mit ihm kann ich gar nicht reden. Er versteht gar nichts von dem, was ich sage. Kann mir ein Trost sein, kann auf meine Intelligenz schließen lassen. Oder auch nicht. Eine Sache des Blickwinkels.

Warum vermisse ich ihn? Warum bin ich traurig? Mit ist das schon seit langem klar, dass es absolut nicht funktioniert. Vermisse ich seine Spiele, die kaum war ich wieder zu Hause, los gingen? Er sagte ihr was, mir das Gegenteil per SMS. Vermisse ich seine Vorhaltungen, die grundlos sind? Vermisse ich seine Provokationen? Vermisse ich seine Nähe, die ich gar nicht ertragen konnte, weil in letzter Zeit die Körperpflege zu wünschen übrig lies? Vermisse ich den Sex, der viel zu grob, viel zu sehr auf sich gerichtet war? Vermisse ich für ihn Amtswege zu erledigen, alles zu richten? Vermisse ich seine ständigen Geschichten zu hören über alle Frauen, die er hatte, über den Sex, den sie zelebriert haben oder auch nicht? Vermisse ich, seinen Stoff zu besorgen, während er sich (darf ich das jetzt sagen) die Eier schaukelt? Vermisse ich, dass er sich absolut keine Gedanken darüber macht, wie sich mein Leben und bis zu einem gewissen Grad dann auch seines, finanziert? Vermisse ich ihn zu halten, zu trösten, wenn es ihm nicht gut geht? Vermisse ich das? Das kann ich nicht vermissen. Aber was vermisse ich dann?

Ich vermisse Nessi. Ich vermisse die Gespräche. Ich vermisse unsere Unternehmungen, unsere Pläne, unsere Abende. Den Sex, nun gut, den vermisse ich nur zum Teil. Der war immer gut, aber irgendwie gehörte in der Phantasie immer jemand dazu. Auch das hat nicht wirklich funktioniert. Vermisse ich sie, obwohl sie doch so gut mit ihm kann?

Ich habe keine Antworten. Ich weiß, dass ich es tue. Und das es nicht wirklich richtig ist. Eigentlich bedeute ich ihm etwas. Ich habe ihr diesen Kommentar, den ich erhielt geschrieben. Sie meint, das wäre auch so. Ich bedeute ihm was? Wie zeigt man so was? Indem man ihn fertig macht? Was will er? Mich, uns beide, sie, einen von uns loswerden? Immer im Mittelpunkt stehen? Das ist richtig, kaum ist Paulchen mal da, er steht mal 10 Minuten nicht im Mittelpunkt, weil wir etwas anderes machen, ist er sauer. Er braucht 150%ige Aufmerksamkeit, das kann niemand leisten. Sie ist ein bissel schockiert darüber, dass das Tagebuch online ist. Sie wusste, dass ich schreibe, aber dass es online ist, war ihr wohl nicht bewusst. Dann weiß jeder über unsere Situation bescheid. Das weiß sowieso jeder. Er erzählt doch jedem, was hier los ist oder auch nicht, aus seiner Sicht. Und dann noch Leuten, denen ich (gut die Aussage ist rein subjektiv) die Fähigkeit abspreche, darüber Urteile, Hinweise, Ratschläge zu erteilen.

Man muss sich manches von der Seele schreiben, damit man klarer sieht. Klarer handeln kann. Alles ist relativ. Jeder hat seine eigene Wahrheit, das ist nun mal so. Was für mich richtig ist, muss es für andere nicht sein. Weder für sie, noch für ihn. Oder?

In letzter Zeit habe ich auch viel geschrieben, detaillierter als hier als SMS an eine „ganz alte Freundin“, Peti. Ich musste es loswerden. Es hilft mir. Von Zeit zu Zeit äußert sie sich dazu. Nein, sie versteht mich schon. Ich bin nicht unverstanden bei ihr. Sie kennt mich gut genug. Sie hat genug Menschenkenntnis, Empathie, Intuition, um die Dinge einzuschätzen. Das ist wichtig für mich. Aber es ändert auch nicht viel.

Was vermisse ich denn nun? Einsam? Ich bin nicht einsam. Ich konnte mich schon immer gut allein beschäftigen. Endlich kann man auch mal wieder im TV Dinge sehen, die man will, ein Buch lesen, sich mit dem Rechner beschäftigen, telefonieren, einfach mal spazieren gehen. Und wenn das doch alles so ist, warum fehlt er mir dann doch?

Eigentlich und auch uneigentlich dürfte ich ihn nicht vermissen, sollte ich einen klaren Strich ziehen. Ich habe nicht auf seine SMS reagiert, bisher. Da gab es auch nichts zu reagieren. Spielereien eines erwachsenen Mannes (relativ).

Aber eines ist auch klar, wenn ich wirklich den Strich ziehe, was ist mit ihr. Kann sie es? Das wäre für mich eine Notwendigkeit. Es mag nicht logisch klingen, warum sollten sie keinen Kontakt mehr haben, wenn ich ihn nicht mehr habe, aber es ist für mich wichtig. Und was geht dann weiter? Alte Zeiten zwischen ihr und mir? Und meinen kleinen Abwechslungen, ihren?