Plateforme

28.01.2012 um 23:17 Uhr

Ich wünsche

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Ich wünsche dir
nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur,
was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

(Elli Michler von http://www.online-netzwerk-lernen.de/lyrik/ich-wuensche-dir-zeit.html )

28.01.2012 um 22:48 Uhr

Spruch zum Sonntag vom 29. Jan.

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Die Männer unserer Generation scheinen verunsichert,
welche Rolle sie einnehmen sollen,
und ich finde das sehr nachvollziehbar.
(Marie Bäumer, Schauspielerin)

22.01.2012 um 02:38 Uhr

Spruch zum Sonntag vom 22. Jan.

Ich könnte heute niemals komisch sein,
hätte ich nicht schon dutzende Male, 
emotional in der Gosse gelegen.
Humor entsteht in dem Moment,
in dem man sich wieder aufrafft. 
(Jim Carrey)

22.01.2012 um 02:26 Uhr

So dies und das

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Eine Woche ist vergangen. Es war sehr ruhig. Bin ich gar nicht mehr gewöhnt. Und hat es mich gestört?

Ja, das hat es schon. Die Menschen sind eigenartig, erst sich beschweren, und dann ist es auch wieder falsch. Klar möchte ich wissen, wie es ihm geht, was er macht. Das Telefon zu nehmen oder zu schreiben, wäre einfach. Würde aber wohin führen?

Wenn man sich über 30 Jahre kennt, kann man nicht so einfach abhaken. Das war es. Wir haben immer miteinander geredet. Nun gut, ich bin eher selten zu Wort gekommen.

Von Nessi habe ich erfahren, dass die Mutter wohl wieder im Krankenhaus ist. Er hat es ihr geschrieben. Ich bekam auch ein paar SMS die letzten Tage wegen des DVD-Players, wegen einiger CDs. Heute, ob ich zu Hause bin, wenn es klingelt, ist er es. Ich habe nicht reagiert, es hat nicht geklingelt.

Wozu hätte es geführt?

Ich bin momentan eh nicht zufrieden. Das hat viele Gründe, ganz viele. Da ist nicht nur ER oder Paulchen oder die stille Ignoranz meines Vaters, der mit allem überhaupt nicht zufrieden ist, was er so sieht.

Mir gefällt es auch nicht. Vieles nicht. Mein Praktikum zum Beispiel. Macht es Spaß? Wenn man in dem Alter noch ein Praktikum macht, macht es wahrscheinlich per se keinen Spaß.

Ich bin in einem Betrieb, in dem ich schon vor Jahren war. In einem Kinderheim. Dort hat sich einiges verändert und auch wieder nicht. Einige Kollegen sind neu, einige Kinder sind neu. Einige habe ich wieder getroffen, Carsten beispielsweise, der mich auch erkannt hat. Die Arbeit dort ist für die Mitarbeiter mit Sicherheit nicht leichter geworden. Ich bewundere die Erzieher immer noch, die Meisten jedenfalls, wie sie das so weg stecken, wie sie mit den Kindern umgehen.

Aber Erzieher sind auch eine besondere Gattung Mensch. Das sage ich schon seit Jahren. Ich kenne einige und bis auf ein paar Ausnahmen sind die meisten fern der Realität.

Und nicht nur die sind fern der Realität. Es sind einige neue Mitarbeiter eingestellt worden. Nach welchen Kriterien? Ich weiß es nicht mehr genau, ob ich damals von dieser speziellen Erzieherin geschrieben habe. Sie war/ist schon eine Nummer für sich. Eine taffe Frau hat der Bereichsleiter gesagt. Ich möchte das nicht in Abrede stellen. Sie wusste jedenfalls, wie sie sich geben musste. Wichtig ist heute vor allem, dass man sich richtig verkauft. Schon damals kamen Gerüchte von Alkohol auf, natürlich, wer glaubt schon einem Kind, wenn es das sagt. Irgendwie hatte ich und vor allem Nessi, die mich besuchte, schon damals das Gefühl, die hatte doch getrunken. Heute ist sie nicht mehr dort, weil sie während ihrer Nachtschicht zur Tankstelle gefahren ist, um sich Zigaretten zu holen und in eine Polizeikontrolle kam mit 1,7 Promille. Lappen weg, der Kollege, der dann einspringen musste, war sicher begeistert. Irgendwann folgt die Kündigung.

Davon gibt es so einige Beispiele. Ich weiß nicht, ob andere es besser gemacht hätten. Aber Zweifel an der Auswahl dürfen doch aufkommen, zumal wenn man die nicht ausgewählten Bewerbungen sieht.

Und die Damen im Büro? Meine Kollegin und Vorgesetzte ist 32. Ich habe rausgehört, dass sie ihre Schwierigkeiten hatte/hat mit den Aufgaben. Bürokauffrau ist sie. Ist schon eine Weile im Unternehmen, gewechselt wird dort ja oft. Sie ist nett, keine Frage. Sieht gut aus. Ist immer in Bewegung. Was wichtig ist, sieht ja nach Arbeit aus. Kommt  mir bekannt vor.

Sie hat nun eine Praktikant, die ihr hilft, die ihr die unliebsamen Arbeiten abnimmt, die sie nicht schafft. Ablage, Mal dieses oder jenes kopieren, schreiben. Das Übliche halt.

Das ist nicht schlimm. Gut, vielleicht gäbe es Leute, die das besser organisierten, die Arbeit allein schaffen würden, das will ich aber hier nicht beurteilen. Kann ich auch gar nicht, bin ja erst eine Woche dort.

Wir sprechen über meine Mit-Praktikantin (Andrea). Sie ist 31, Wirtschaftsassistentin. Momentan schwanger, so dass ein Arbeitsplatz für sie nicht zur Debatte steht. Manchmal hat sie, um es höflich auszudrücken, eine große Klappe. Respekt fehlt. Haben wir schon während der Weiterbildung bemerkt. Sie vergreift sich manchmal im Ton. Meine  „Chefin wunderte sich, warum Andrea heute so komisch ist. Ich erwiderte, sie ist halt manchmal zickig, vielleicht liegt es ja an den Hormonen, schließlich ist sie schwanger. Und was sagt diese Dame da? Sie hat das auch schon bemerkt, sie waren ja schnell per Du (ist dort eh üblich, es gibt ganz wenige Leute, die sich in dieser Institution siezen), als sie das letzte Mal dort Praktikum machte (während ihrer Ausbildung), da kam schnell eher eine freundschaftliche Situation auf. Sie musste da schon zeigen, wer hier wer ist.

Bitte?

Es war das zwischen den Zeilen, was mich störte. Worauf ich auch nichts mehr zu sagen hatte. Wer ist der Praktikant? Wer ist der Chef? So einfach ist das.

Mit meiner Mit-Praktikantin duze ich mich schon seit unserer Weiterbildung. Habe damit auch kein Problem. Glücklicherweise bin ich viel älter als meine „Chefin“ und muss ihr das Du anbieten. Das lass ich wohl lieber. Das könnte nämlich dahin führen, dass ich sie eher als meine Praktikantin betrachte….


15.01.2012 um 04:23 Uhr

Flittchen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Lange hab ich überlegt, ob ich überhaupt jetzt noch etwas schreibe. Da mir aber viel durch den Kopf geht und nachdem ich den letzten Eintrag gelesen habe, weiß ich, es ist allerhand (nicht) passiert.

Gestern wäre ich nicht in der Lage gewesen, es nur annährend in Worte zu fassen.

Es hat sich nicht viel verändert. Ich habe in dieser Woche meinen Sohn mit seiner Verlobten besucht. Er freut sich, wenn er uns sieht. Ich weiß von ihm, dass sie meint, ich möge sie nicht. Aber ich gestehe es, ich bin mir nicht sicher. Sie ist ein nettes Mädchen, aber will und kann sie ernsthaft auf ihn warten? Ich weiß es nicht, und ich möchte weder mich, noch meinen Sohn enttäuscht sehen. Natürlich kann man das aus ihrer Sicht auch anders sehen, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Ich habe keine Ahnung, was sie macht, wenn sie allein ist und dazu habe ich auch kein Recht. Nach ihren Aussagen kümmert sie sich um alle Belange, die nicht erledigt wurden, und das sind einige. Sie hat viel zu tun, viel Kummer mit ihren eigenen Eltern. Abnehmen kann ich ihr da wenig, ob sie das erwartet? Paulchen möchte konkrete Aussagen darüber, wie ich zu ihr stehe, ob ich ihnen den Segen geben will. Und ich? Ich kann das irgendwie nicht, schiebe es vor mir her und denke, dazu ist ggf. immer noch Zeit. Liege ich damit so falsch?

Bei meinem Rechtsanwalt war ich auch. Wir haben uns eine ganze Weile über dies und jenes unterhalten. Für mein Vorhaben sieht es gar nicht schlecht aus. Das Sozialgericht hat schon vor einem Jahr entschieden, dass die Vorgaben des Landkreises nicht richtig sind, dieser hat bis heute daran nichts ändern wollen. Deshalb wird es noch eine Zeit dauern, bis entsprechende Gerichtsurteile vorliegen.

Einen Praktikumsplatz habe ich auch. Einfach war es nicht. Auf meine Mails haben genau zwei Institutionen geantwortet, davon eine Absage. Der Bildungsträger selbst hat sein eigenes Süppchen gekocht, was mir sehr suspekt war. Dieses Angebot habe ich dann glücklicherweise ablehnen können. Ich gehe darauf jetzt nicht ein, würde zu weit führen.

Und nun zu dem eigentlichen Thema, was eigentlich ein Randthema für mich sein sollte. Nicht ohne Grund habe ich den Link nach den „Katastrophenmännern“ gesetzt.

Die Mutter des Miststücks, -  ich werde mir keinen neuen Namen hier für ihn ausdenken, er ist und bleibt  passend, - ist seit einiger Zeit im Krankenhaus. Operiert wurde sie nicht wieder, dazu ist es wohl zu spät, sie ist zu alt, zu krank. Er war zu Hause, wie das lief, kann ich nicht so richtig beurteilen. Er telefonierte viel. Das Telefon klingelte bei mir auch dauernd. Er trank viel, er besorgte seinen Stoff, sah fern und telefonierte wieder.

Er hat mich mehrmals gebeten, hoch zu kommen, aber ich wollte nicht. Auch als es darum ging, dass sein Antrag ausgefüllt werden musste. Nun ich hatte ihm schon vor Wochen gesagt, dass er sich darum kümmern soll, aber er blickt nicht durch. Er weiß nicht, wie es funktioniert. Seine Nachbarin, eine frühere Mitschülerin von ihm, war zum Kaffee dort. Lange hat sie gar nicht mit ihm geredet, aber die Neugier (so schätz ich es ein, oft hat sie mich nach ihm befragt, obwohl wir uns eigentlich gar nicht kennen) hat sie wohl getrieben. Diese hat dann auch den Antrag ausgefüllt und weggebracht. Er hat es mir am Telefon erzählt, es war okay. Mir ging gleich durch den Kopf: Und die Kontoauszüge. Gesagt habe ich nichts. Er weiß so was ja nicht, obwohl ich es ihm mehrfach gesagt habe, ihr war es wohl egal. Also rief er vergangenen Mittwoch an, der Herr Sowieso hat angerufen, die Kontoauszüge fehlen noch, er möchte diese schnell kopieren und hinschicken.

Und ich Schaf habe gesagt, er solle zu mir kommen, wir können das schnell erledigen. Nach einer halben Stunde tauchte er auf, ich habe denn die Auszüge sortiert. Er hatte Schnaps dabei und für mich eine Tüte Cappuccino. Wir, d. h. ich, haben die Kontoauszüge kopiert, in einen Umschlag gesteckt, den Umschlag frankiert, weggeschickt. Er selbst hat davon nicht viel mitbekommen, er war betrunken und hat wie immer irgendwas erzählt usw.

Natürlich wollte er danach gehen, aber dann doch nicht so schnell und überhaupt. Ich war genervt, denn nun war er wieder da. Es glaubt einem niemand, der es nicht erlebt hat, wie genervt Frau sein kann. Ich weiß nicht, ob ich es so formulieren kann, aber er hat sich schon irgendwie Mühe gegeben, hat nicht ganz so viel geschlafen, dafür hat er mich wirklich beschäftigt. Vor allem auch dann, wenn ich es nicht wollte, wenn ich einfach meine Ruhe haben wollte, ein „Nein“ gibt es nicht.

Wir hatten Sex, das ist richtig. Der war, man möge es glauben oder nicht, gar nicht mal schlecht.

Es ist auch raus gekommen, womit er sich die ganze Zeit beschäftigt hat, warum er, wie er es mir schon am Telefon sagte, so viele Telefonkarten brauchte, er hat viel geschrieben. Das können wirklich nur Männer, ich glaube Frauen würden wissen, wie blödsinnig das ist. Er hat auf irgendein Erotikangebot geantwortet, viele nette SMS und Videos bekommen, pro SMS für 1,49.

Also war er wieder hier, er ging am Mittwoch nicht und auch am Donnerstag, obwohl seine Mutter wohl nicht begeistert war, die Nachbarin bei ihr anrief, sie hätte ihn schon lange nicht gesehen und der TV liefe wohl noch.

Essen haben wir auch bestellt. Ja, ja, man kann es kaum glauben, nach dem er sonst immer sehr gut auf meine Kosten gelebt hat. Eigentlich muss er ja auch nichts essen, das bisschen kann man ja auch trinken.

Am Freitag sollte seine Mutter nun nach Hause kommen. Die Ärzte hatten sich ja entschlossen, nicht zu operieren, die Schmerzen medikamentös zu behandeln. Schon vormittags rief sie an, sie komme nun nicht nach Hause, erst am Montag. Ich möge dafür sorgen, dass er zu Hause ist, er müsse sich ja um sie kümmern.

Er schlief zu dieser Zeit, ich legte mich auch noch mal hin. Es war eine kurze Nacht. Er weckte mich dann mehrmals, so nach dem Motto: Schlaf weiter, aber eigentlich habe ich Frühstück gemacht usw. usw. An viel Schlaf war nicht zu denken, irgendwann legte er sich neben mich, obwohl ich sagte, dass das Bett auf keinen Fall uns beide aushält (auf meiner To-Do- oder To-Buy-Liste stehen schon lange Matratzen und Lattenroste). Als ich aufstehen wollte, er mir kniend (!) Platz machte, krachte das Bett mehrmals. Ich war stinksauer. Vor allem, weil er nicht mal in der Lage war, es zu reparieren. Das geht alleine nicht. Da fehlt eine dritte Hand. Bei mir ging das dann doch alleine!

Ich war wirklich sauer, erstens wegen des Bettes und zweitens weil er ja sicher nun bis Montag hier bleiben wollte. Ob ich das noch ertrage? Ich komme mir nicht gut dabei vor, wenn ich das so sage. Aber ich ertrage es nicht. Ich bin sichtlich genervt. Das tut mir sogar leid, aber ändern kann ich es nicht. Ich weiß, dass einige mich verstehen, wenn sie ihn kennen. Ich weiß, dass die meisten auf Anrufe etc. nur selten reagieren, weil sie sich belästigt fühlen. Die Freundin seines Bruders hat das sehr direkt gesagt.

Er telefonierte noch mal mit seiner Mutter und wollte nun nach Hause. Schließlich lief der Fernseher noch. Ich wollte nicht mit. Er rief seine Nachbarin an,  ob sie ihn fahren könne. Sie bejahte und wollte ihn abholen bzw. sich telefonisch noch mal bei mir melden. Zwischenzeitlich rief Nessi auch noch an und die ganze Zeit quatschte er dazwischen. Das nervte sie und mich.

Die Nachbarin kam nicht, telefonisch war sie nicht erreichbar. Entweder war der Anschluss besetzt, oder es reagierte niemand.

Nun wollte er seine Mutter anrufen. Da er aber nicht in der Lage war, die Nummer aus dem Wiederholspeicher abzurufen, tat ich das und machte den Lautsprecher dabei an, sagte ihm noch, als sie ranging, er könne ihn jetzt ausmachen. Das tat er nicht.

Auf Nachfrage seiner Mutter sagte er, dass er bei mir ist. Das „Hmh“ ihrerseits klang schon sehr viel sagend. Dann berichtete er, dass er die Nachbarin angerufen hat, sie ihn ja eigentlich fahren wollte, aber nicht erschienen ist. Nun er solle diese noch mal anrufen, damit sie ihn noch fahren könne. Aber spätestens am Samstag solle er nach Hause fahren und dann am Montag auf sie warten. Er müsse sich viel kümmern, sie kann nichts mehr machen. Er müsse waschen und die Nachbarin könne ihm ja dabei helfen. – Mit dieser Nachbarin ging er in eine Klasse. Sie waren wohl lange mehr oder weniger befreundet, aber in letzter Zeit hat diese Nachbarin nicht mehr mit ihm und seiner Mutter gesprochen. Sie hat mich oft befragt, wenn beispielsweise der Arzt mal wieder bei ihm war, wie es ihm ginge. In der letzten Zeit hat sie dann angefangen, wieder mit ihm zu reden, sogar seine Mutter im Krankenhaus angerufen usw. Nach seinen und der Mutter Aussagen ist das keine nette, sie tratscht viel, hat einen Freund, der nur alle vier Wochen mal erscheint, was ihr reicht und überhaupt wäscht sie den ganzen Tag, fühlt sich als Hausmeister. Kurz gesagt, sie taugt nicht viel. Das nur als Anmerkung, was man eigentlich von dieser Frau bisher gehalten hat, nun möchte man aber, dass sie hilft. Und das hat sie auch, sie hat ihm den Antrag ausgefüllt und auch schon einiges für ihn eingekauft. Im Telefonat mit mir, hat die Mutter noch gesagt, ich könne ihm ja helfen, wenn ich das möchte. – Sie hat ihm noch einiges erzählt, wie das in nächster Zeit gehen soll. Natürlich kein Alkohol. Sie hat auch eine Sozialarbeiterin an der Seite, die ihr hilft, damit sie in nächster Zeit in die Reha gehen kann. Es muss ja geklärt werden, was aus ihm wird, da er ja nicht für sich sorgen kann. Er schläft ja den ganzen Tag usw. Es klang für ihn nicht gut. Und dann die beste Frage von allen: Hast Du denn alles für das Arbeitsamt erledigt? Er bejahte, dass er den Antrag mit der Nachbarin ausgefüllt hat und die Kontoauszüge mit mir kopiert und weggeschickt hat.

Und was sagt diese Frau dann darauf? „Dann hat sie ja auch mal was gemacht!“

Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig. Bin sofort aufgesprungen, und habe gesagt und das auch ihr, dass könne ja wohl nicht wahr sein. Ich habe doch wohl jede Menge für ihn gemacht!

Das war natürlich so nicht gemeint usw. usw. Ich habe nicht mehr zugehört. Zu ihm habe ich nur noch gesagt, dass seine Mutter ein genauso intrigantes Miststück sei wie er. (Ja, es war mir nicht neu. Ich wusste das schon lange. Kenne sie ja auch alle schon eine Weile). Es dann so zu hören, war aber doch ein Schock.

Wie kann man nur so sein?

Ich wusste, dass er mich oft durch den Dreck zieht. Und sie auch. Da gibt es ganz viele Beispiele. Aber es bestätigt zu wissen, schwarz auf weiß sozusagen, ist schon mehr als nur ein Schock.

Hat er nicht ewige Zeit bei mir gewohnt, ohne dass es ihm was gekostet hat? Habe ich ihn nicht versorgt? Habe gewaschen, gekocht? Habe ihn aufgebaut, getröstet? Habe ich ihn nicht mehrfach, wenn auch erfolglos, in die Klinik gebracht? Habe dort angerufen? Habe ihn besucht? Habe mich sogar ausladen lassen, wenn es ihm nicht passte? Habe ich ihn nicht bei Nessi betreut? Habe ich ihn nicht bei seiner Mutter besucht, betreut, wenn es nötig war? Habe ich nicht für ihn eingekauft? Habe alle Behördengänge für ihn, mit ihn erledigt?

Wie oft habe ich das alles gemacht?

Aber natürlich habe ich in letzter Zeit nachgelassen. Ich bin nicht mit wehenden Fahnen dort hin gegangen. Das stimmt. Ich habe auch noch was zu tun, Probleme. Ich habe mich oft genug von ihm hintergehen und beleidigen lassen.

Ich habe ihn rausgeschmissen. Habe ihm kurz und knapp gesagt, er möge jetzt gehen. Er könne seine Nachbarin noch anrufen, aber die geht ja auch nicht ans Telefon, wenn er anruft, wie die Meisten. Er könne sich ein Taxi nehmen, sein Fahrrad. Aber jetzt geht er. Ich habe die Nase voll.

Es hat doch niemand so gemeint.

Das war schließlich nicht das erste Mal. Und habe ich das nötig?

Zuletzt kam dann noch eine herrliche Beleidigung: Flittchen. Ich könne mich ja auf meine Couch lang und breit machen, wobei lang geht ja nicht, aber breit.

Weiterhin habe ich ihm gesagt, dass ich von ihm und seiner Mutter nichts mehr hören will. Kein Anruf, keine SMS, rein gar nichts. Ich möchte mit beiden nichts mehr zu tun haben.

Danach habe ich Nessi angerufen. Habe ihr davon erzählt, ich war immer noch ziemlich aufgeregt, Ich habe gezittert. Sie hofft nun, dass ich endlich schlau werde. Es war mir ja alles nicht neu. Ob es das alles wert war? Ihr war schon klar, dass die Nachbarin nicht erscheint. Machen sich doch alle im Haus über sie lustig. Ja, ja auch ich habe mich nicht gewundert, dass sie nicht kommt. Wer möchte schon  mit ihm gesehen werden?

Er hat mehrfach angerufen, noch in der Nacht. Auch bei Nessi. Mit ihr habe ich heute auch telefoniert, sie wollte wissen, ob ich mich beruhigt habe. Auch heute hat er angerufen, mehrmals, habe aufgelegt. SMS gegen halb zwölf geschrieben: Du schläfst wohl schon? Kuss

Es gibt auch keine Ausreden wie: er ist ja immer betrunken, sie ist alt, vllt. von den Medikamenten benebelt. Denn selbst, wenn dem nicht so wäre, wäre es nicht anders. Manche Menschen sind halt so. Damit muss man sich abfinden und selbst wissen, dass man sich das nicht antun muss, denn ändern wird man das nicht, man bleibt nur selbst auf der Strecke.

Nessi ist nun gespannt darauf, ob ich ihn wieder rein lasse. Sie meint ja. Ich solle mich auch nicht mehr an mein Versprechen, ihm zu helfen, gebunden fühlen. Das ist nun nicht mehr nötig.


15.01.2012 um 02:38 Uhr

Spruch zum Sonntag vom 15. Jan.

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

 

 

Es ist immer gut, frisch Verliebte nicht zu ernst zu nehmen.

Das gilt auch für die Verliebheit selbst. Wenn man betrunken ist, fährt man auch kein Auto.

(Ildikó von Kürthy)

 

15.01.2012 um 02:32 Uhr

Spruch zum Sonntag vom 8. Jan.

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Weisheit ist begreifen, dass man nicht weiß, ob etwas schwarz oder weiß ist. 
(Umberto Eco)

15.01.2012 um 02:26 Uhr

Aus gegebenem Anlass

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

04.01.2012 um 02:12 Uhr

Jahresbeginn

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Eigentlich und uneigentlich ist es schon spät oder früh, je nach Betrachtung. Aber ich kann sowieso noch nicht schlafen. Ist noch nicht so ganz meine Zeit, was ich mal wieder schnellstens ändern sollte. In alte Gewohnheiten verfällt man schnell. Zum anderen geht mir noch so einiges durch den Kopf.

Es ist eine Menge passiert / nicht passiert in letzter Zeit. Auch wieder eine Sache der Betrachtung.

Nach all den guten Wünschen für das neue Jahr, und nachdem ich bei so einer sinnlosen Facebook-App erfahren habe, dass ich immerhin 24 % Glück haben werde dieses Jahr, sage ich mal ganz real, ich erwarte gar nicht viel Glück dieses Jahr. Dass eine bestimmte, negative Botschaft schon am 31. Dez. kam, mag insofern von Vorteil sein. Viel ändern an der jetzigen Situation wird sich nicht, das ist Fakt.

Heute habe ich einen Brief von Paulchen erhalten, und wie man sich denken kann, und wie es auch in den vergangenen Jahren schon immer war, ist dieser sehr sentimental. Das kann schon den stärksten Ochsen umhauen und die Tränen fließen lassen. Er fasst es halt noch mal in Worte, dass er gedacht hat, alles ist okay und dann ist es halt doch nicht so, er ist wieder da, wo er nicht wieder hin wollte und beteuert nun wieder, dort nie wieder hin zu wollen. Er bemerkt es selbst, dass es oft ich bin, die die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Es ist nicht neu. Das Einzigste, was er meint, richtig gemacht zu haben, ist die Wahl seiner Freundin. Denn die steht zu ihm. Er bedankt sich bei mir, dass ich versuche, sie zu akzeptieren.

Das ist gar nicht der Punkt. Ich habe immer versucht, seine Beziehungen zu akzeptieren. Sie dauerten meist nicht so lange, jung halt. Ich akzeptiere, ob ich sie unbedingt respektiere ist ein himmelweiter Unterschied. Mütter sind eigenartige Wesen, die wünschen sich für ihre Kinder nicht nur immer das Beste, vor allem das Beste aus ihrer Sicht und haben da konkrete Vorstellungen. Ich war geschockt, als es um Hochzeit ging. Ist denn alles in trockenen Tüchern? Aber wann ist es das schon? Wann war es, und ist es bei einem selbst, in trockenen Tüchern? Niemals. Bei mir herrschte die letzten Jahre ja auch nur Chaos: Nessi, Miststück. Ich hätte mir halt eine starke Frau gewünscht, die in der Lage gewesen wäre, das abzuwenden, was geschehen ist. Aber wäre das möglich gewesen? Hätte es eine gegeben, die das gekonnt hätte, die ihn in den Allerwertesten getreten hätte? Hätte ich es vermocht? Sicher nicht. Wenn jemand die Zügel schleifen lässt, dann kann kein anderer sie straff halten. Das ist vermessen. War ich anders, als ich 22 war? Nein.

Es ist falsch zu behaupten, wie waren damals erwachsener. Wir waren Mütter. Das ist sie auch, auch wenn ich nicht mal weiß, warum ihr Kind bei seinem Vater ist. Ich habe nicht gefragt, weil es mich nichts anging. Und ändert es was? Natürlich hatte ich mit 22 ein Kind, aber warum? Wenn ich darüber nachdenke, dann war es einfach so, dass alle meinten, es wäre an der Zeit, mit 20 schwanger zu werden. Andere sind es schon. Mein Ex war schon eher der Meinung, jetzt bekommen wir ein Kind. Ich habe noch meine Ausbildung beendet und danach die Pille abgesetzt. Wusste ich worauf ich mich einlasse? Nein. Alle kriegen Kinder, alle meinen, es ist ein guter Zeitpunkt, mein Ex sowieso, also bekam ich auch eins. Ich hätte mir nicht getraut zu widersprechen. Ich hatte keine Ahnung von Kindern, ich habe nie Babys gesittet.

Sie versucht jetzt, das Beste daraus zu  machen. Er ist nicht da, sie vermisst ihn. Sie kümmert sich wohl um alles, was er vernachlässigt hat. Einfach hat sie es nicht. Er kann ihr nicht helfen, er ist nicht da, ob er es tun würde, wenn er da wäre, die Frage kann er nur selbst beantworten. Sie versucht ihrem Kind, soweit es geht, Mutter zu sein. Das höre ich raus. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.

Ja, ich vesuche, sie zu akzeptieren und zu respektieren. Ich mische mich nicht ein. Sie müssen sehen, wie sie das Beste daraus machen. Die Zeit wird zeigen, was daraus wird. Daran kann ich sowieso nichts ändern. Natürlich bin ich traurig, sauer, dass es so ist, wie es ist. Ich hätte es mir einfacher gewünscht.

Klar, er hat die Zügel schleifen lassen. Sein Vater ist nicht ganz schuldlos dran, der ganze Stress mit ihm, aber auch das zählt nur wenig. Ausbaden muss er es selbst, sie es, ich es. Soweit es jeder vermag.

Und der Rest? Nein, das ist nie alles bei mir. Das wäre zu einfach.

Meine Weiterbildung habe ich beendet. Jetzt soll ein Praktikum her. Ist nicht ganz so einfach, wie man sich das seitens des Jobcenters, seitens des Weiterbildungsträgers denkt. Praktika sind auch nicht so ohne weiteres zu haben. Nach Weihnachten, nach Neujahr. Praktikanten gibt es genug. Verspricht sich doch die Politik etwas davon.

Ich bin gespannt, was sich ergibt. Ein Angebot steht, ich kann jederzeit in der Kirche ein Praktikum machen, die sind froh, wenn sich jemand findet. Bei ein paar Institutionen habe ich nachgefragt. Man wird sehen.

Außerdem gehe ich morgen noch zum Anwalt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Zum 1. Jan. d. J. gab es ja mehr ALG2. Nur leider bekomme ich 20 Euro weniger. Meine Nebenkosten, von der Miete will ich gar nicht reden, die ist es schon lange, sind zu hoch. Die hat man mal einfach so um 20 Euro ohne Ankündigung gekürzt. Es spielt keine Rolle, dass es für diesen Preis gar keinen Wohnraum gibt, dass sich die Mietnebenkosten sowieso nur immer nach oben bewegen. Der Landkreis muss sparen. So gibt es halt eine neue Handlungsanweisung des Landrates, die Mietnebenkosten müssen angemessen sein.

Ich werde beschließen, mich weniger zu duschen, weniger mich und die Wäsche zu waschen und putzen werde ich auch weniger. Letzteres mag ich sowieso nicht. Außerdem entspricht es ja dem Klischee des Hartz4-Empfängers.

Eines fehlt noch. Richtig. Das Miststück.

Bis einen Tag vor Silvester war er 14 Tage bei mir. Das war nicht unbedingt geplant. Jedenfalls nicht von mir. Er kam eines Abends auf einen Kaffee, wollte für seine Muter noch einkaufen und ging nicht wieder. Sie rief zwar mehrfach an, bettelte und flehte, was aber nicht wirklich was nützte. Er ging nicht. Ich sagte es ihm auch mehrfach, mehrfach beschwerte er sich über mein Treiben, schließlich braucht er 150%ige Aufmerksamkeit. Wenn ich weg musste, mich nicht seinen Wünschen gemäß beschäftigte, also mit ihm, sondern was erledigen musste, einkaufen, Behördengänge, putzen oder auch was am Rechner machte, telefonierte, TV sah. All das gefiel ihm natürlich nicht. Mir missfiel das auch. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr. Nessi hat mir heute gesagt, rede dir das nicht ein, Du bist es nicht. Du kannst ihm nicht immer zuhören, zum 137. Mal seine Geschichten anhören, immer ihn „beduddeln“. Das kann niemand. Das mag alles so sein. Er nistet sich bei dir, macht nichts, benutzt alles. Ja, vielleicht ist es so. Vielleicht ist es auch anders. Wie auch immer. Ich fühle mich nicht gut bei dem Gedanken. Keine Ahnung, vielleicht möchte ich für ihn da sein, mich für ihn verantwortlich fühlen, ihn abhängig machen. Vielleicht ist es auch nicht so, vielleicht benutzt er mich nur.

Ich will es jetzt nicht werten.

Donnerstag war es, als er kam. Wie gesagt, seine Mutter rief mehrmals an, wollte dass er zu ihr kommt, ihr Brot bringt usw. Ihr ging es nicht gut. Sie hatte starke Schmerzen, nahm dagegen allerlei Medikamente, durcheinander, was nicht wirklich half. Am Sonntag war dann große Ruhe. Es war schon Mittag. Ich sagte ihm noch, sie meldet sich nicht, er solle doch wenigstens mal anrufen. Es ging niemand ran. Sie hatte schon am Samstag Abend gesagt, dass sie evtl. den Notarzt anrufen will, um in die Klinik zu gehen. Wo war sie nun? Das machte ihm dann doch Sorgen, er fragte mich, ob ich mitgehe, ich lehnte ab. Und er fuhr los. Ob es nun idiotisch ist oder nicht, ich kam mir nicht gut vor. Klar sagte ich mir, was geht es dich an, und überhaupt, sie ist 81, vielleicht liegt sie da irgendwo in der Wohnung. Das brauchst dann doch nicht, oder? Aber macht man so was?! Er fuhr jedenfalls, ich kam mir nicht gut vor. Was ist nun, wenn sie dort liegt, er weiß sowieso nicht, was er machen soll. Und wenn sie nicht da ist, in der Klinik, weiß er es auch nicht. Er meldete sich dann, sie war nicht da. Ich rief dann die Klinik an, dort war sie. Ich bin dann zu ihm  gegangen. Natürlich hatte ich die Absicht, nur kurz und so. Wer hat das eigentlich geglaubt? Ich? Wirklich?

Wir sind dann mit dem Taxi in die Klinik. Nicht mal das packt er wirklich allein. Wir steigen ins Auto, und er sagt zu dem Fahrer, eigentlich weiß ich gar nicht, wo es hin gehen soll. Ja, in die Klinik, war meine Antwort. Der Fahrer braucht keine Erklärung, wie man ins Krankenhaus kommt, das weiß ein Taxifahrer, dazu ist er es und die Station ist dem relativ egal!

Ihr ging es sichtlich besser. Sie hatte eine Spritze bekommen. Von der Klinik sind wir dann zu mir, er wollte nicht nach Hause. Was soll er dort allein? Er hat es zugegeben, er weiß nicht, was er dort tun soll. Also blieb er. Seine Mutter wechselte noch die Klinik, kam in die Landeshauptstadt, wurde an den Bandscheiben operiert. Am 30. Dez. entließ man sie, sie war zwischenzeitlich schon wieder am Ort im Krankenhaus, für 2 Tage. Aber auch dort wollte man sie nicht mehr. Das ist heute halt so. Es geht ihr nicht wesentlich besser, sie hat immer noch Schmerzen, die Wunde ist nicht verheilt, sie soll sich eigentlich nicht bewegen, was sie uneigentlich doch tut.

Éndlich ging er. Es war wirklich ein Aufatmen. Es ist nicht einfach, ob man das versteht  oder nicht, es ist so. Ich sage das auch deutlich. Ich kann ihn nur schwer ertragen. Die Nähe und Wärme, die ich bis vor einiger Zeit noch empfand, ist nicht mehr vorhanden. Natürlich war auch das nicht einfach. Ihr Freund war auch da, er half mit. Auch wenn in letzter Zeit da wenig persönlicher Kontakt bestand. Dieser Freund mag den Sohn seiner Freundin gar nicht, er sagt es oft, was er von ihm hält. Unrecht hat er nicht. Ich mag ihn übrigens auch nicht, was aber andere Gründe hat und auf Gegenseitigkeit beruht. Er müsste sich viel kümmern um seine Mutter, bei mir hat er 14 Tage nichts getan, außer seinen Stoff besorgt. Er hat viel gelegen, geschlafen, geraucht, mir Geschichten erzählt, vor allem, wenn ich Ruhe haben wollte. Jetzt war er mehr gefordert. Wie das lief, habe ich keine Ahnung. Natürlich hätten beide gern gehabt, dass ich mitgehe. Hätte ich dann beide pflegen sollen? Und den Freund der Mutter übers Wochenende auch noch? Bissel klein die Wohnung.

Während dieser paar Tage hat sie zwei Mal den Notarzt gerufen, der davon nicht begeistert war. Heute hat sie dann, wie schon mehrfach uns gegenüber, der Schwester ihrer Hausärztin erklärt, sie will nicht mehr, sie nimmt sich das Leben (Sie hatte schon vor Tagen erklärt, sie nimmt ihre ganzen Tabletten auf einmal. – Bei Schmerztabletten wird das sicher nicht die Wirkung erzielen – meine Anmerkung.). Auch sie ist nicht einfach, wie man sieht. Sie ähneln sich sehr. Ich will ihre Schmerzen nicht abwerten, mit 81 ist man sicher wehleidiger. Schmerzen kann man auch nicht messen. Jeder geht damit anders um. Dennoch sage ich es, mal hier und habe es auch schon ihm und Nessi gesagt, die mir nicht widersprechen konnte, beide möchten gern der Mittelpunkt sein, jeder muss springen, wenn was nicht so ist, wie sie möchten, andere interessieren wenig. Was hat die Ärztin gemacht? Sie hat sie natürlich wieder in die Klinik eingewiesen. Was sollte sie tun, wenn jemand über unerträgliche Schmerzen klagt und sich umbringen will? So liegt sie seit heute Abend wieder in der Uniklinik der Landeshauptstadt. Die Hausärztin hatte davon abgesehen, sie in die Psychiatrie einzuweisen, was sie erst vorhatte. Suizidgefahr steht aber  auf dem Einweisungsschein.

Woher weiß ich das? Natürlich hat er mich angerufen. Ich war heute nicht viel zu Hause, nicht erreichbar, weil ich Termine hatte wegen des Praktikums und wegen meines Sohnes usw. Es ist auch selbstverständlich, dass er zu mir kommen wollte. Er will nicht alleine sein, er hat es mehrfach erwähnt, er ist dort so allein. Ich habe abgelehnt, bei mir ist auch nichts los. Bei seinem letzten Anruf habe ich auch nicht abgenommen. Als Reaktion bekam ich nur ein „Danke“ per SMS.

Nessi meinte, um das zu erklären, ab und an telefonieren wir schon noch, nun kann er doch mal beweisen, dass er alles so viel besser macht. Schließlich behauptet er das doch immer. Was geht es Dich an?!

So ganz gut komme ich mir doch nicht vor. Sollte man nicht helfen, wenn man weiß, er kommt nicht klar? Gut, er könnte sich und uns überraschen, möglich ist bekanntlich alles, das wird man jetzt erfahren. Oder?! Das ABER für mich, dann wäre er hier, würde hier den ganzen Tag rum liegen, saufen, rauchen, telefonieren mit allen möglichen und unmöglichen Leuten, soweit sie denn überhaupt ans Telefon gehen, würde Geschichten erzählen. Von der Körperpflege die jeder Süchtige vernachlässigt, will ich erst gar nicht anfangen.

Mal ganz abgesehen von allem: Ich habe vor einer Stunde mal alte Sachen gelesen. Wer hat sich denn um mich gekümmert, als er zu Nessi ging, als er zu seiner Cindy ging, als ich hier allein zurück blieb? Wer hatte gefragt, wie es mir dabei ging? Es ist lange her, aber wahr ist es trotzdem.

Was mit der Mutter passiert, wird sich zeigen, ob man ihr helfen kann, ob sie wieder wie vorher wird. Was ist, wenn dem nicht so ist, das ist die große Frage. Was wird dann aus ihm?

04.01.2012 um 00:20 Uhr

Spruch zum Sonntag vom 4. Jan.

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Versuchungen kommen meist durch absichtlich offen gelassene Türen.
(Gilbert Keith Chesterton)

01.01.2012 um 00:20 Uhr

Neujahr

von: Paulinchen   Kategorie: Kurios

Allen ein gesundes, erfolgreiches, zufriedenes, glückliches Neues Jahr!