Plateforme

30.06.2012 um 18:07 Uhr

Ohne Worte

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

27.06.2012 um 01:08 Uhr

Schön

von: Paulinchen   Kategorie: Kurios


27.06.2012 um 01:02 Uhr

War ganz schön schnell

von: Paulinchen   Kategorie: Kurios

 
 

26.06.2012 um 03:43 Uhr

Sieben Seiten

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Wenn ich an Deutschland denke in der Nacht…. Irgendwann hab ich das schon einmal geschrieben, und ich meine jetzt nicht in der Schule, weil es da zum Stoff gehörte. Es ist nicht so lange her, aber ich finde es einfach nicht. Vielleicht wollte ich es auch nur, weil ich es so passend fand.

Es passt immer. Aus meiner Sicht.

Natürlich, ich weiß, es ist grade EM, wir sind alle happy. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich so gar nicht für Fußball interessiere, und ich diesen Hype darum eher als abstoßend empfinde? Bei all den Fahnen, die einen so entgegen wedeln, frage ich mich, gehen die Leute damit anderen Tags zum Jobcenter? Oder ist das jetzt zynisch? Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun?!

Das Schlimme an der ganzen Sache ist: Ich habe neulich in einer TV-Serie, die in England Ende des 19. Jahrhunderts spielt, einen Satz gehört, der mir nur wieder bestätigte: Wollten wir das alles nicht mal ändern? Diese Klassengesellschaften? Es ging in diesem Falle um 300 Rosen, die die Frau des Gutsbesitzerin aus London hat einfliegen lassen, um ihren Saal für ein Fest zu schmücken und jemand sagte: Unser ganzes Dorf hätte für dieses Geld eine ganze Weile leben können.

Vielleicht sehe ich es wirklich falsch. Schließlich gehört Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt. Wir haben viele Millionäre, die auch mehr oder mehr werden, einige aus den Top Ten haben ihr Vermögen angesichts der Krise oder trotz der Krise sogar vermehrt. Geht es uns nicht gut?

Vielleicht bin ich nur zynisch oder habe Sozialneid? Möglich. Schließlich bekam ich Post vom Jobcenter. Das lässt nie was Gutes ahnen. So war es auch. Ich war zwar erst persönlich dort, wie das bei uns und vor allem bei uns im Landkreis üblich und gewollt ist, um meinen Folgeantrag zu beantragen, mir einen Termin für diesen geben zu lassen. Ich habe das auch getan, habe meine Kontoauszüge treu und brav drei Monate nachgewiesen und bestätigt, es gäbe keine Änderungen. Dem ist auch so. Das hat aber nicht wirklich gereicht. Schließlich kommt es immer mal vor, dass Leute etwas verheimlichen, heimlich im Lotto gewinnen, heimlich eine Erbschaft antreten, eine Bank überfallen, Geld auf der Straße finden, also zu Vermögen kommen und dies verheimliche. Da muss man schon nachhaken. Schließlich hat man die Zeit, die Macht, die Gelegenheit. Nun möchte man die restlichen Kontoauszüge auch noch haben. Das hat man mir gleich in 2 Briefen mitgeteilt. Einen Termin festgesetzt, in dem diese Unterlagen postalisch nachzureichen sind. Nicht persönlich. Das ist dann wieder nicht gewollt. Man könnte fragen, man könnte die Geduld verlieren. Außerdem hat man die Zeit dazu und das Geld dafür hat man selbstverständlich.

So habe ich wieder die Kontoauszüge kopiert, die geforderten Betriebskostenabrechnungen der letzten zwei Jahre, mehr Jahre standen nicht mehr zu Verfügung und habe dieses eingereicht. Nicht über die Post, ich habe es in den Briefkasten dort geworfen. Und harre der Dinge, die da kommen.

Ja, ich bin stinksauer deswegen. Ich würde am Liebsten A… laufen, Autos anzünden. Wobei es fraglich wäre, würde ich die richtigen Autos finden? Wirkliche Luxuskarossen sind in der Gegend eher die Ausnahme als die Regel und dann stadtbekannt.

Und weswegen bin ich stinksauer? Einfach aus Prinzip. Was will man erreichen, was will man sehen auf den Auszügen? Oh ja, ich hätte in diesem Jahr Betriebskosten in Höhe von 75 Euro zurückbekommen. Ich hätte. Aber ich habe im vergangenen Jahr und in den Vorjahren meine Nebenkostenabrechnungen nie eingereicht. Ja, man soll das tun. Aber im vergangenen Jahr musste ich 80 Euro nachzahlen. Ja, ich hab es einfach so getan.

Ich bin es einfach leid. Diese Schnüffelei, diesen Generalverdacht. Man soll mich einfach in Ruhe lassen. Ich habe keine Lust dort ständig anzutanzen, darüber Rechenschaft abzulegen, wie was und wo. Ich bin es leid, mehr als nur leid.

Es interessiert doch eh keinen, wie man das macht. Wie man davon lebt. Sollte man nachweisen, dass es nicht funktioniert, bekommt man doch nicht mehr Geld. Also was soll es?!

Ich stelle den Antrag, weil ich muss. Ich weise nach, was ich muss. In der Zwischenzeit möge man mich in ruhe lassen. Wenn ich könnte, würde ich es lassen. Aber es geht leider nicht.

Ich lebe vom Staat und muss mir daher diese Gängelei gefallen lassen? Das tun Andere auch? Wer bezieht seine Gehälter, Pensionen, Zahlungen, Schmiergelder etc. nicht alles vom Staat?

Es gibt irgendwo ein Urteil, dass ich speziell dieses Geld nicht zu 100 % angerechnet bekommen darf. Dies gibt es. Ich bekomme nämlich nicht die ganze Miete vom Staat bezahlt, weil meine Wohnung zu teuer ist, meine Nebenkosten als unangemessen gelten  und daher selbst etwas bezahlen darf. Das bestimmt natürlich die Kommune selbst, was als angemessen gilt.

Nein, ich könnte umziehen. Unter der Brücke sollen noch Plätze frei sein. Wohnungen zu diesen Konditionen gibt es nämlich nicht. Oder nur sehr vereinzelt, ab und an findet sich irgendwo eine solche Bruchbude. Für den ganzen Umzug kommen dann die Mitarbeiter des Jobcenters und packen meine Sachen ein, tragen das zum Auto, renovieren, tragen es in die neue Wohnung und richten sie dann ein. Nein? Ach, wenn ich das nicht finanzieren und bewerkstelligen kann, kann ich natürlich ein Darlehen dafür bekommen. Das ist doch hilfreich.

Für die Kaution oder die Cortage kann man dann auch ein Darlehen bekommen. Wie viele Darlehen kann man eigentlich erhalten und zu welcher Laufzeit? Wäre doch mal interessant zu wissen, wovon man das dann alles abzahlen soll. Irgendwer wird es wissen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Ich könnte es endlich mal mit Arbeit versuchen. Das wäre hilfreich. Ich müsste keinem mehr Rechenschaft ablegen. Das ist doch endlich mal eine gute Idee. Hätte ich früher drauf kommen sollen. Aber für Dummheit kann man wohl nichts, mir ist es anscheinend nicht eingefallen.

Das Problem ist nur wieder. Es gibt wohl wirklich wenig Arbeit in der Gegend und selten wird sie so gut bezahlt, dass man wirklich das Jobcenter los ist.

Und das eigentliche Problem: Ich weiß nicht mehr, als was ich arbeiten soll?! Das ist der wirkliche Grund, ich weiß es nicht mehr. Darauf werde ich von niemandem eine Antwort erhalten, am Wenigsten vom Jobcenter selbst. Da heißt es nur, Sie müssen Ihre Eigenaktivitäten nachweisen.

Ja, als was. Casus knaxus.

Ich habe darauf keine Antwort. Das Jobcenter führt mich als Verkäuferin (habe ich nie gelernt, aber mal teilzeitmäßig ausgeübt) und als Verwaltungsfachangestellte.

Und das bedeutet genau was?

Ich habe keine Ahnung mehr.

Das mit der Verkäuferin hat sich mehr oder weniger erledigt. Warum bin ich nie auf die Idee gekommen, diesen Beruf zu ergreifen? Weil ich nicht so lange stehen kann. Das war schon vor 30 Jahren so, ist jetzt nicht besser geworden. Im Gegenteil.

Verwaltungsfachangestellte? Was ist das eigentlich? Was gehört heute noch dazu? Mein letzter Büroausflug im Praktikum ist nicht wirklich gut ausgegangen. Ich habe mich weder wohl gefühlt, noch hat man sich mit mir wohl gefühlt. Es passte einfach nicht. Zum Kopieren, Aufräumen, Ordner Beschriften bin ich denkbar ungeeignet. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, und er fällt auch mit ihnen.

Es mag ja sein, dass da eine gewisse Arroganz dahinter steckt. Ich bestreite das gar nicht, ich bin aus dem Alter raus, Befehle auszuführen, das Dienstmädchen zu sein. Mich fragen zu lassen, ob ich von diesem oder jenem schon mal was gehört habe. Vielleicht sollte man das ablegen. Dem widerspreche ich auch nicht. Ich kann aber schlecht aus meiner Haut.

Ja, mich hat diese ganze Geschichte verunsichert. Und Stellenangebote? Nun ich spreche kein spanisch. Viele Stellenangebote, tatsächlich mit ganz speziellen Kenntnissen.

Das hätte man alles Mal lernen können. Wie oft habe ich gesagt, man bräuchte mal wieder eine Weiterbildung? Die hatte ich erst, und was habe ich gelernt? Ich habe eigentlich all das wieder gelernt, was ich schon mehr oder weniger wusste. Es war nicht schlecht, nein, es war interessant, viele Dinge waren verschüttet, es war schön von alldem mal wieder zu hören, seine grauen Zellen anzustrengen, nur gebracht hat es nicht. Das berühmt berüchtigte SAP, was wohl wirklich immer mal gebraucht und gefragt ist, stand nur auf dem Papier, gelernt hat man es nicht. Und dafür Geld ausgegeben. Denn diese Weiterbildung kostete. Wie jede einzelne dieser Maßnahmen, die am Markt vorbei weiterbilden, Geld kosten. Trainingsmaßnahmen, bei denen man lernt, wie der Rechner angeschalten wird, kosten Geld. Und was bringen sie? Die Antwort gebe ich jetzt mal nicht.

Wenn man es genauer betrachtet, da diese Weiterbildung nun einige Zeit her ist, man das alles nicht wieder angewendet hat, könnte man eigentlich wieder eine machen, denn wirklich wissen, wird man davon nicht mehr viel. Es ist praktisch wieder verschüttet.

Ja, man findet sich wieder rein, wenn es denn erforderlich ist.

Jede einzelne Bewerbung, die ich mache, mache ich, weil ich es muss. Ich erwarte nicht wirklich, darauf Antwort zu erhalten. Man kann sich genau vorstellen, was der Personalchef denkt. Meistens sind es irgendwelche Personalanbieter.

Man muss sich nicht fragen, warum ich die Nase voll habe. Das liegt wohl auf der Hand. Ich weiß genau, dass das eigentlich nicht so weitergehen kann. Aber uneigentlich geht es genauso weiter. Wahrscheinlich bis zur Rente. Das soll nicht frustrierend sein? Wie die Rente auszieht, rein zahlenmäßig, kann man sich leicht ausrechnen.

Ich habe sogar gesagt, ich würde umschulen. Natürlich muss es passen. Ich werde kein Altenpfleger. Das kann und will ich nicht. Die Aussage war genau: Da komme ich ganz schnell von allein und selber hin. Die Dame vom Jobcenter hat entsprechend geguckt.

Soll ich in meinem Alter noch umschulen? Hat das noch Sinn? Rein rechnerisch schon. Nur ist das auch nicht wirklich gewollt. Das kostet Geld. Wenn man bedenkt, wie die Weiterbildungen/Umschulungen der Arbeitsagenturen aussehen, bildet man auch hier erfahrungsgemäß am Markt vorbei.

Darum habe ich wirklich die Nase voll. Man möge mich einfach in Ruhe lassen. Das macht man aber nicht. Wenn es konkrete, ich betone konkrete, Vorschläge wären, könnte man sich darauf ja einlassen, würden sie irgendwann auch mal was bringen. Es sind leider immer nur Plattitüden. Nach dem Motto: Wir haben zwar keine konkreten Stellenangebote, aber weisen Sie mal Ihre Eigenaktivitäten nach!

Zu diesem Thema noch mal etwas ganz Verrücktes, was wirklich niemand, nicht mal ein beauftragter Rechtsanwalt versteht: Meine Kumpeline Dany ist seit mehr als einem Jahr krank geschrieben. Sie hatte Krebs und einige Folgeerkrankungen. Sie wird, auch das ist von einem Amtsarzt (Medizinischer Dienst) bestätigt, nicht mehr arbeiten können. Trotzdem wurde der Rentenantrag abgelehnt, weil der für diese Behöre zuständige Amtsarzt, ohne die Patientin gesehen zu haben, bestätigt hat, sie wäre voll arbeitsfähig. Natürlich war sie damit nicht einverstanden, die eigentlichen Ärzte auch nicht, man ging in Widerspruch, der nun bearbeitet wird. Sie wird weiter krankgeschrieben: Nach einer gewissen Zeit gibt es keinen Anspruch mehr auf Krankengeld, also kann man ein Übergangsgeld bei der Arbeitsagentur beantragen. Das wird auch gezahlt. ABER: Sie muss sich vierteljährlich bei der Agentur melden und ihre Bewerbungsaktivitäten nachweisen. Sie ist krank geschrieben, sie ist auch nicht gekündigt. Sie hat einen Arbeitgeber (öffentlicher Dienst, der schon wegen der erforderlichen Abfindungen nicht kündigen wird). Die Dame der Arbeitsagentur hat ihr auch bestätigt, dass das sicherlich unverständlich sei, aber es müsse genauso gehandhabt werden, sonst müsse ihr das Geld gestrichen werden. Sie müsse also auf ihr Formular aufschreiben, wo sie sich wann beworben hat, das wird auch nicht überprüft! – Auch hier Eigenaktivitäten, von jemandem, der krank ist und in ungekündigter Stellung.

Was meine Gesundheit betrifft, so ist das etwas, was ich persönlich, wie so einige andere Dinge vor mich her schiebe. Was ich nicht weiß…

Ich habe auch hier nicht wirklich Lust, mich dem auseinander zu setzen. Wenn man es genauer betrachtet, würde so einige Dinge davon auch Geld kosten. Ich weiß auch nicht wozu? Wozu das alles?

Zwar hatte ich mir vorgenommen, dies mal in Angriff zu nehmen. Da aber zu erwartender Ärger mit dem Jobcenter ins Haus steht, werde ich mir das wohl überlegen.

Was soll auch bei rauskommen? Für alles gibt es sicherlich eine klare Aussage: Ich habe zugenommen, keine Ahnung warum. So viel essen, dass es die Gewichtszunahme rechtfertigt, kann man gar nicht. Ich habe Probleme, wie schon seit langem, mit den Knochen, Rücken, Beine, Halswirbel, Lendenwirbel. Dagegen oder dafür mache ich sogar täglich ein paar Übungen, was nur bedingt erfolg brachte. Der Kreislauf haut nicht hin. Usw.

Es könnte helfen, dass man mal wieder zur Massage geht. Geld und die Ärzte verschreiben dies ungern. Neue Matratzen würden mir auch was bringen. Geld. Ab und an mal Bauchschmerzen (rechts oben). Gallenblase ist nicht mehr möglich.

Weil ich grade mal so schön beim Jammern bin, über das ungerechte, harte Leben, mache ich einfach weiter.

Da gibt es dann noch Paulchen. So toll ist das auch alles nicht. Seine Liebste geht in der Regel nicht ans Telefon, wenn ich anrufe. Ich muss da Geduld haben, sagt er, es ginge ihr nicht so gut. Mir wohl? Dass ich darüber sauer bin, kann man gut verstehen, aber okay ich lasse mal das Thema. Das ist auch nur frustrierend.

Dann gibt es noch das Thema Miststück.

Wir haben uns in der letzten Zeit wenig gesehen. Das lag daran, dass ich ihn nicht mehr bei mir haben wollte. Natürlich kommt mir dabei der Gedanke, in guten wie in schlechten Zeiten, ich fühle mich dabei nicht wohl, aber auf der anderen Seite, es ging nicht mehr. Er hat dann auch nur noch zu Hause gelegen, gesoffen, geraucht, sich mit seiner Mutter mehr oder weniger auseinander gesetzt. Ihr gefiel das nicht, sie rief von Zeit zu Zeit den Notarzt, der ihn auch mitgenommen hätte, was er dann wieder nicht wollte. Es war das altbekannte Lied.

Irgendwann wurde dann doch mal eine Entgiftung in Angriff genommen. Mein Vorschlag war das schon Wochen vorher, aber nach einiger Zeit setzte seine Mutter das dann bei ihm auch durch. Natürlich wurde ich angerufen, ob ich das übernehmen könnte. Ich hab es getan. Ich habe ihn wieder ins Krankenhaus gebracht. Es ging ihm sehr schlecht, es war 5 vor 12. Er lag tagelang am Tropf, um ihn zu ernähren, weil er natürlich tagelang kaum gegessen und etwas anderes außer Schnaps getrunken hat. Tagelang lag er flach, konnte sich kaum bewegen. Ich habe ihn mehrfach besucht. Es dauerte nicht lange, er konnte kaum wieder krauchen, entließ er sich. Was auch nicht neu ist. Ich kann es nicht wirklich verstehen, ein längerer Aufenthalt wäre nötig, eine Reha. Aber das ist nicht gewollt.

Seiner Mutter geht es auch nicht gut. Sie ist 82. Da ist das logisch, sie hatte im vergangenen Jahr eine Rücken-Operation und sich davon nicht wieder ganz erholt. Hat Schmerzen usw.

Nun ist er seit einiger Zeit wieder aus der Klinik. Er ist natürlich zu seiner Mutter gegangen. Anders hätte ich das auch nicht gewollt. Dachte ich mir doch, wie soll das werden, wenn es ihm nicht gut geht, wenn er eigentlich nicht wirklich kann, wie ist es, wenn er dann doch wieder anfängt zu trinken etc.

Noch trinkt er nicht. Es geht ihm gut. Er meldet sich bei mir nicht, seine Mutter natürlich auch nicht. Ich habe dann mal angerufen, wichtig war das nicht, aus seiner Sicht.

Wenn man das Spiel nicht so mitspielt, wie es gewollt ist, wird man ausgetauscht. Oder so. Ich weiß es nicht. Ich bin gefragt worden, ob ich emotional darüber weg bin. Ich bin es nicht. Natürlich will ich das ganze Spiel nicht mehr mit machen. Das ist der Vernunft.

Aber das Herz? Das sagt etwas ganz anderes.

Ich denke oft an ihn. In den ungeeigneten Momenten. Man sieht im TV ein Paar beim Sex, da guckt die Frau den Partner in die Augen. Ich erinnere mich, ich habe beim Sex gern in seine Augen gesehen.

Vor einigen Monaten, nach dem Diebstahl meines Portemonnaie bei Lidl, habe ich, da ich ja eh neue Ausweise brauchte, die Gunst der Stunde genutzt, das Ärgerliche mit dem Nützlichen verbunden und meinen Namen gewechselt. Ich trage wieder meinen Mädchennamen. Eine Art Abschluss, immer von mir gewollt.

Ein Freund fragte mich, woher ich denn zu meinem kleinen, süßen, neuen Namen komme. Ich antworte: Nein, ich habe nicht geheiratet. Es ist mein Mädchenname. Sein Kommentar war, hatte ich nicht erwartet, bei deinem offenen Lebenswandel.

Mein offener Lebenswandel? Schön wäre es. Das mit den Holländern ist nicht so einfach, habe ich doch die Vermutung und im Grunde den Beweis, so ganz gefällt ihr das nicht, wenn ER eine Rolle spielt. Er möchte aber gerne. Mir ist das persönlich egal, ich brauch das mit IHM nicht. Es geht auch ohne ihn. Sie hat mir, vielleicht wegen des Sex, keine Ahnung, gesagt, sie liebe mich (ihn auch). Ich konnte es nicht erwidern. Wen liebe ich wohl?! Ich fand es auch wenig glaubhaft.

Ich gehe gerne mal zu ihnen, oft kann ich mich aber nicht aufraffen.  Manchmal habe ich die Vermutung, vielleicht möchten sie auch gar nicht so richtig. Vielleicht stört man, sie haben viel zu tun.

Es ist immer noch alles sehr spartanisch, ungefähr so, bevor Tine Wittler kommt. Sie arbeiten rund um die Uhr. Für deutsche Verhältnisse würde ich sagen, eine halbe Millionen Euro und viele, viele Arbeiter würden es schnell richten. Sie richten es auch, alleine, mit dem Geld, was sie kurz vorher verdient haben. Das dauert. Er ist zufrieden, glücklich. Was will man mehr, ein tolles Grundstück, Garten als Hobby, eine tolle Frau, viel zu tun. Und sie? So ganz glücklich ist sie nicht. Sie war auch erst, obwohl das Geld knapp ist, eine Woche an der Ostsee, um abzuschalten. Würde ich mir auch mal wünschen. Es ist eine ganz andere Mentalität, Einstellung, als man sie hier hat. Vielleicht liegt es daran, dass sie Holländer sind.

Ansonsten gibt es gar nichts mehr mit dem offenen Lebenswandel. Weder Ronald war in letzter Zeit hier, noch habe ich einen anderen Liebhaber. Ich habe einfach keine Lust. Auch dazu nicht.

Wie sagte Peti? Wenn Du keine Lust auf Sex hast, bist Du wirklich krank.

Keine Lust auf Sex kann ich gar nicht sagen, ich kann mich nur nicht aufraffen, irgendwo zusagen, mich zu verabreden, einen Termin zu machen.

Das ist traurig. Ich sollte mir wirklich mal einen jugendlichen Liebhaber suchen, das würde sicher ablenken und aufmuntern.

Weil es mir grad einfällt, ich fast vergessen hätte. Ich habe mich auf eine Stelle beworben, die ich eigentlich fast gerne gemacht hätte. Es wurden Honorarkräfte für die Euthanasie-Ausstellung der Landesklinik gesucht. Ich habe mir im Zuge dessen einen Vortrag eines Zivi angehört, der sehr interessant war. Hätte ich das auch so gekonnt? Ich war mir nicht ganz sicher, ich habe es nicht unbedingt mit den öffentlichen Reden vor vielen Leuten (ausgenommen Schule, da ging das immer). Ich hätte auch stundenslang stehen müssen. Das ist, wie gesagt, auch gar nicht mein Ding. War es noch nie. Habe mich als Kind schon beim Abwaschen usw. immer hingesetzt. So habe ich das sausen lassen, ob ich wirklich in Frage gekommen wäre, weiß ich nicht. Kurz danach kam das Miststück in die gleiche Klinik übrigens, ich hatte also Beschäftigung. Genug Bewerbungen gab es, es sollte eh ein Pool aus allen Kräften gebildet wäre. Oft wäre es nicht gewesen.

Wenn ich diese sieben Seiten jetzt betrachte, es hat sich nichts geändert. Die Probleme sind die gleichen wie immer. Keine Änderungen im Osten. Man hätte sich diese sieben Seiten auch sparen können. Irgendwann war alles schon mal da. Aber es musste, sollte wohl doch alles mal wieder und auf einmal raus. Es muss ja niemand anders lesen, ist auch nicht wirklich wichtig. Viel zu viel. Und überhaupt…


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26.06.2012 um 00:52 Uhr

Das Internet

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Das Internet ist die erste Erfindung der Menschheit, die sie selbst nicht mehr versteht. Das größte anarchistische Experiment, das es jemals gegeben hat. 
(Dr. Eric Schmidt, US Informatiker,  CEO Google)