Plateforme

07.01.2011 um 22:44 Uhr

7. Jan. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück,

wir haben uns heute gesehen. Natürlich kam Nessi alleine hoch, hatte es auch relativ eilig. Der Bus fuhr bald wieder. Ihr wart lange bei Deiner Mutti und anschließend auch noch einkaufen.

Nun was sagt sie? Es geht gut zwischen Euch. Du gibst Dir viel Mühe. Es ist anders geworden bei Dir. Und sie vermisst mich. Naja, das mag sein oder nicht. Ändert aber auch nicht viel.

Ich bin dann mit zur Bushaltestelle gegangen. Wollte Dich sehen, hatte es Dir zwar per SMS mitgeteilt, aber ohne Reaktion. Du siehst gut aus. Neue Hose gekauft. Und so einiges anderes. Du bemühst Dich wirklich. Wofür nie Geld da war, das ist jetzt möglich. Es ist anders, wenn Du nicht trinkst. Allerdings auch nicht wirklich einfacher, das bestätigt auch Nessi.

Vier Wochen sind es nun. Sicher bist Du noch lange nicht über den Berg, aber wer hätte das gedacht. Du hast ja selbst vor einigen Tagen am Telefon zu mir gesagt, Dir verlangt gar nicht danach.

Ansonsten tust natürlich alles, dass jeder sieht, vor allem natürlich ich, dass Nessi jetzt „Dein Schatz“ ist. Allerdings kennst ja meinen Spruch: Sag zu allen Schatz, kannst niemanden verwechseln.

Mich guckst wenig an. Ist mir das letzte Mal schon aufgefallen. Keine Ahnung woran es liegt. Für einen kurzen Moment dachtest Du allerdings, ich würde mit Euch mitkommen. Nicht zugehört. Das geht nicht! Und ob Dir das gefallen hätte und wie es hätte laufen sollen? Darauf weißt Du selbst nicht mal eine Antwort.

Ich vermisse Dich unsagbar. Selbst Nessi hat das gespürt. Sie meinte, hätte ich Dich doch niemals in mein / unser Leben gelassen. Aus dieser Sicht ist das sogar richtig. Ich hätte allerdings auch nie erfahren, zu welchen Gefühlen ich fähig bin. Wenn auch nur zu Dir, und das macht mir Angst.

Treue Seele – das hat schon so mancher zu mir gesagt. Dem ist wohl so. Man kommt nur schwer rein in mein Herz, aber wenn man einmal drin ist, auch nicht wieder raus.

Nessi sagt mir immer wieder, wer weiß, was nächste Woche ist. Vielleicht meldet er sich schon dann bei Dir. Aber tust Du das? Warum solltest Du? Es gibt dafür nicht wirklich einen Grund. Wie ich schon sagte, Du fühlst Dich wohl bei Nessi. Warum auch nicht? Du hast das erste Mal das Gefühl einer Beziehung. Wie liefen denn Deine anderen Beziehungen? Immer im Alkohol, immer unter gegenseitigen Vorhaltungen, Vertrauensverlusten, Kontrolle usw. Kaum Gemeinsamkeiten. Das ist doch jetzt anders. Und meiner bist Dir ohnehin sicher, das gibst sogar zu.

Abschließen, ein für alle Mal abschließen. Wie oft hab ich das schon gesagt? Richtig wäre und ist es trotzdem!

Ich vermisse Dich!

07.01.2011 um 13:22 Uhr

7. Jan. mittags

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück, hallo Nessi,

es kommt immer anders, als man denkt. Ich habe mir heute vorgenommen, mal etwas raus zu gehen, zu putzen. Und schon klingelt das Telefon und Nessi ist dran.

Da könnte man sich fast freuen, oder?

Ob ich das Weihnachtsgesteck schon auseinander genommen habe? Das habe ich. Dann kommt Nessi den Schmuck nachher abholen.

Wie kommt man da jetzt drauf? Und vor allem warum muss das jetzt sein? Mein erster Gedanke war, wieder was gefunden, um Dir weh zu tun.

Natürlich könnte es auch anders sein. Das wäre sogar schön. Das Miststück hat immer irgendwelche liegen gebliebene Sachen genutzt, um Kontakt aufzunehmen. Aber warum sollte das so sein? Der Recorder wurde geholt, das Fahrrad auch. Das war doch die Entscheidung. Und nun wird die Entscheidung mit irgendwelchen Krimskrams komplettiert.

Klar, würde ich mir wünschen, dass Nessi kommt und sagt, es war alles ganz anders. Ich habe gedacht, Du willst das hören. Wolltest ja auch. Es ist nicht so. Nimm Kontakt mit ihm auf, er wartet drauf. Und ich bin auch nicht verloren. Ich bin weiter für Dich da usw. usw. Vielleicht kommst mal mit rum usw.

Das wäre schön. Aber auch zu schön. So klang es gar nicht. Das würde auch voraussetzen, Ihr hättet darüber gesprochen. Über mich. Das glaub ich weniger und über die Gefühle. Das wäre gar nicht sein Stil.

Warum sollte ich auch kämpfen? Warum sollte ich das glauben? Ich weiß, es geht ihm gut bei Dir. Besser als es ihm je ging. Das ist doch Grund genug, für ihn zu bleiben. Er merkt das erste Mal, wie eine Beziehung auch sein kann. Keine gegenseitigen Vorwürfe, Vorhaltungen, Heimlichkeiten, sondern Gemeinsamkeiten. Das hatte er noch nie. Ich hätte es mir  für uns gewünscht, aber so war es nicht. Vielleicht sind die Gefühle noch nicht so stark bei Euch, aber das kann sich entwickeln. Wer weiß das schon? Und die Optik sollte sowieso keine Rolle spielen.

Ich kann gegen Nessi nur verlieren. Diese Gemeinsamkeiten haben wir nicht. Hatten wir nie. Da mag die Liebe noch so groß sein. Es muss mir reichen, dass es Euch gut geht. Das war ja fast immer so, Hauptsache, ihm geht es gut. Und das tut es. Es geht ihm gut. Und Dir, Nessi, auch.

Es geht Dir besser als mit mir. Ihr habt die Gemeinsamkeiten, ihr habt Gefühle füreinander, zu denen Ihr steht. Ihr habt, das ist das was Du ja immer sehr vermisst hast, Sex.

Was wollt Ihr mehr? Und ich muss das halt so hinnehmen. Mir bleibt keine andere Wahl.

Die Frage bleibt aber dann, warum musste es heute sein? Warum musstet Ihr es heute holen? Warum hatte das nicht noch Zeit? Der Abschied ist dann sozusagen perfekt. Das wird die Antwort sein.

Ich nehme auch fast an, dass er gar nicht mit hoch kommt. Er wird dieses Mal unten auf Dich warten. Es geht ja schnell.

Ich vermisse Euch beide!

06.01.2011 um 23:42 Uhr

6. Jan. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück,

es ist schon komisch, wenn man so gar keinen Kontakt zu Euch hat. Gut, es gab es in letzter Zeit schon ein paar Mal. Und ich habe erst vor kurzem geschrieben, dass ich es Dir nicht so einfach machen würde.

Aber mir ist nicht danach. Ich komme mir dabei so komisch vor. Schäbig ist der falsche Ausdruck. Nein, ich denke eher, Du hast gewählt. Und warum auch immer, das hast Du. Und warum sollte ich das nicht akzeptieren. Es hat nichts mit Nessi zu tun. Wenn ich mir eine Chance ausrechnen würde, würde ich vielleicht sogar kämpfen. Aber ich glaube nicht mal, dass ich eine habe.

Wenn es jetzt nur um SIE gehen würde, Conny, dann wäre es auch noch anders. Aber Nessi. Ich versuche immer, mir das vorzustellen. Mir gelingt es nicht richtig.

Das ist auch gemein. Ich weiß. Nessi ist und war immer der Meinung, sie findet nie einen Mann. Dabei ist es gar nicht so. Und ich überlege die ganze Zeit, was Conny wohl dazu sagen würde. Sie konnte mit mir schon gar nicht umgehen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hast mir gesagt, ich sei Dir zu dick, und Nessi ist ja noch korpulenter. Zählt das nicht mehr?

Bei Dir überlegt man immer, ob was dahinter steckt. Dabei ist das manchmal gar nicht so. So tiefgründig bist Du gar nicht. Du entscheidest von jetzt auf gleich. Und wenn Dir halt grad danach ist, ist Dir danach.

Die Aussagen sind ein bisschen gemein. Ich weiß, aber ich denke da trotzdem drüber nach. Vor allem weil ich Dich auch kenne.

Als wir Silvester telefonierten, hast mich gefragt, wie es mit den Dreiern auszieht. Das mit Nessi war ja schon von ihrer Seite kein Thema mehr. Und Du hast mich auch nach Conny gefragt. Das würde ich nie wollen. Gibt eine Menge Gründe dafür. Aber Du sagtest darauf, Dir fehlen wohl die vielen Pfunde.

Das ist nicht nett. Und darum wundere ich mich jetzt.

Ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Aus vielen Gründen nicht. Wie soll ich es erklären. Es geht dabei gar nicht nur um die Optik. Es geht auch um andere Dinge. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Dir das wirklich Ernst ist. Und das ist dann auch traurig. Ich glaube nicht mal, dass es Nessi wirklich Ernst ist. Das ganze Gerede das klang nicht danach.

Da schwingt immer irgendwie mit, dass es irgendwann zu Ende ist. Du suchst ja auch, nun endlich, eine Wohnung. Dass muss nicht dagegen sprechen, man kann ja trotzdem zusammen sein. Die Wohnung nur pro forma oder wenn es mal kriselt.

Ich zweifle immer noch. Was hat es auf sich damit? Und das ist nicht gut. Schließlich kann man sich verlieben und dann ist es halt so. Aber warum jetzt auf einmal? Bis vor kurzem wart Ihr Euch beide darüber im Klaren, dass Ihr keine Beziehung miteinander wollt. Es war eine Wohngemeinschaft in den letzten Wochen, vorher gab es natürlich den Sex, aber der ist ja kein Kriterium für eine Beziehung.

Was ist es nun? Die Gemeinsamkeiten, die Ihr offensichtlich habt. Ich habe schon, als wir telefonierten, überlegt, ob mir das alles so gefallen würde. Klar, wenn das Essen auf dem Tisch steht, ist das okay. Wenn der Kaffee fertig ist, eingekauft. Alles wunderbar. Die Bude sauber. Aber wenn jemand ständig meine Bude um- und aufräumt, und man ständig genötigt ist, da mitzumachen oder auch nicht, mir würde das nicht so toll gefallen.

Du bestimmst, wie es aussieht in der Wohnung und was gemacht wird. Ich sagte ja, Nessi ist pflegeleichter. Im Übrigen auch bei den gewissen Dingen. Einfacher für Dich jedenfalls. Das weiß ich.

Und Du weißt auch genau, dass Nessi sich nicht wirklich beschweren wird. Sie wird Dich nicht mal vor die Tür setzen, wenn sie merkt, dass Du wieder heimlich telefonierst. Das kann sie gar nicht.

Und das ist genau der Punkt. Wann hast Du Dich jemals von einer Frau getrennt? Das war sicher ab und an mal der Fall, aber in den letzten Jahren war es bis auf die Vorgängerin von Conny, die Du heimlich verlassen hast, niemals der Fall. Du wurdest rausgeschmissen, mehrmals in der Regel, weil sie es nicht mehr ertragen haben. Du kennst Dich damit also aus. Und es gab dann weiter irgendwelchen Kontakt. Weil noch Gefühle da waren. Man kann Dir nicht dauerhaft böse sein.

Natürlich war damals auch immer noch Alkohol im Spiel. Das ist ja nun anders. Obwohl niemand wirklich den Eindruck hat, ich auf keinen Fall, dass Deine Persönlichkeit wesentlich anders ist. Für meine Begriffe bist noch emotionsloser, noch eher eingeschnappt und auch übellaunig.

Das ist aber nur meine Sicht. Muss ja alles nicht so sein. Ich habe Dich zuwenig erlebt in den letzten Wochen. Das ist das, was ich sehr bedauere. Ich hatte die Chance dazu nicht. Oder habe sie nicht erkannt, nicht genutzt. Das ist wohl eher der Fall.

Sinnlose Gedanken, um hinter etwas zu kommen, was man nie erfahren wird. Vielleicht ist es sogar besser so.

Ich vermisse Dich!

Und ich vermisse Nessi, die bei Dir ist. Du wirst es nicht verstehen, aber meine Gedanken drehen sich oft darum, was wir beide erlebt haben. Das dies nun nicht mehr der Fall sein soll, kann ich mir nur schwer vorstellen…

 

 

 

 

06.01.2011 um 03:57 Uhr

6. Jan. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

obwohl mein kann ich ja nun nicht mehr sagen.

Wie das halt immer so ist. Man hat öfter Recht, als dass es einem lieb sein könnte. Über Motive will ich jetzt mal gar nicht reden.

Auch heute hab ich mit Dir telefoniert. Und Du warst wie immer abweisend, reserviert, distanziert. Alles zusammen trifft es nicht mal annährend. Nessi war ungefähr genauso. Irgendwann haben wir (Du und ich) auch angefangen zu schreiben, belanglos eigentlich.

 Nessi kam nach einem Anruf mit der Sprache raus. Ihr seid nun ein Paar. Woran man das Paar sein festmacht, lass ich mal dahin gestellt. Der Sex allein ist es nicht, aber Du hast Dich so geäußert. Ihr unternehmt viel miteinander, habt Pläne, wohnt zusammen. Das beinhaltet es ja.

Nun muss ich mir keine Gedanken machen, ob Du zu IHR gehst. Das ist hinfällig. Weder aus meiner Sicht, noch aus der Sicht von Nessi. Es geht mich nichts mehr an.

Man kann jetzt spekulieren, warum das so ist. Ob Du vor allem erreichen willst, was ich nicht für so unmöglich halte, dass Nessi und ich uns entzweien, oder ob es tiefere Gefühle sind, wer weiß das schon. Du hast mal gesagt, Du könntest Dich nie in sie verlieben. Paulchen hat mal was ähnliches gesagt. Aber im Grunde verliebt man sich in den Menschen und nicht in die Optik. Oder sollte man nicht. Fakt ist, Nessi ist, auch wenn das aus meiner Sicht jetzt zynisch klingt, ein liebenswerter Mensch und pflegeleicht.

Sie mag Dich auch. Sie ist glücklich. Natürlich möchte sie nicht, dass wir uns entzweien. Das muss nicht sein. Aber die Alternative dazu, kennt sie auch nicht.

Sie ist der Meinung, ich hab ihre Gefühle nicht erwidert. Womit sie sicher Recht hat. Aber gibt man deswegen die Liebe auf?

Retourkutsche?

Was nützt die Spekulation? Nur Resultate zählen.Und das Resultat ist, Ihr seid jetzt ein Paar. So empfindet Ihr Euch. Und wie lange es dauert, ob ein Monat, zwei, drei oder fünf Jahre, das spielt dabei nicht wirklich eine Rolle.

Es ist ein Klischee: Die beste Freundin nimmt einem den Freund weg. Nun wir waren, das kann man ja nicht anders sagen, nie wirklich ein Paar. Deswegen habe ich Dich trotzdem immer geliebt, und werde es wohl auch immer tun.

Natürlich bin ich neidisch auf sie. So wie Ihr jetzt seid, waren wir nie. Dazu warst Du damals nicht in der Lage, oder lag es an mir?

An uns? Sicher von jedem ein Bisschen.

Natürlich bin ich traurig, sauer, enttäuscht. Mehr auf sie als auf Dich. Auch das ist nicht unlogisch.

Die Dinge sind, das sagte ich schon oft, wie sie sind.

Glücklicherweise hab ich heute die Entscheidung getroffen, zu meinem Vater zu gehen. Ich hatte schon vor ein paar Tagen Nessi gefragt, ob sie nun meinen Schlüssel, den Du mir ja achtlos hingeworfen hast, daran erinnerte sie sich in unserem Telefonat vorhin nicht wirklich, wieder haben will. Dazu hatte sie sich nicht artikuliert, und ich hatte die Entscheidung getroffen, ihn meinem Vater zu bringen. Der war nicht wirklich begeistert. Kam zwar mit unlogischen Argumenten, denn er würde mir ja nie die Wohnung ausräumen. Er machte auch den Vorschlag, dass ihn doch besser Nessi haben sollte.

Und was Dich vielleicht nicht interessiert, womit Du nicht mal was anzufangen weißt: Meine Kumpeline, ich schrieb hier neulich über sie, hat Stress mit ihrem Schatz. Ich schrieb schon damals, dass ich Frauen bewundere, die sich von jetzt auf gleich verlieben können. Welche Art Streß, weiß ich nicht. Da ist wieder das Problem: Sie sagt, er spielt Kindergarten, er sagt, sie meckert nur. Jeder hat das Recht auf seine Wahrheit. Fakt ist, dass sie recht rigeros ist. Das hab ich hier in anderen Zusammenhängen schon öfter geschrieben.  Nun ja, der Schatz hat mich angerufen. Wir haben nur kurz telefoniert. Vor allem deshalb, weil er mir die Telefonnummer seines Bruders geben wollte, in den ich mal mit 14; ich kannte Dich damals noch nicht; sehr verliebt war. Der hat sich gefreut, von mir zu hören. Machte mir Komplimente wegen meiner Stimme. Welche Frau hört das nicht gern? Und auch wir wollen uns mal sehen. Zwanglos.

Nessi sagte auch noch was ganz Tolles. Wenn ich Dich denn so liebe, was ist denn mit den anderen Männern? Die Frage stelle ich mir gerade, warum geht eigentlich jeder immer davon aus, dass ich andere Männer habe? Das wird immer so vorausgesetzt. Dabei war es nie so und ist nicht so. Gut, den Taxifahrer hat es gegeben. Das war so eine Art Kurzschlussreaktion wegen Dir und Nessi. Das hab ich schon deswegen bereut, weil er mir ziemlich auf die Ketten ging. Er rief dauernd an. Und aus diesem Grunde, und vor allem, weil es auch an Euch erinnert, habe ich es beendet. Und welche anderen Männer?

Wäre schön, wenn mir die Frage mal beantwortet werden würde. Denn wüsste ich es nämlich selbst.

Wie dem auch sei. Monogamie war nie Dein Ding und ist auch nicht mein Ding. Deswegen war und bin ich trotzdem der Ansicht, dass wenn man richtig liebt, die Frage der Treue keine Rolle spielt. Und bei uns spielte sie schon deshalb keine Rolle, weil Du nicht wirklich hier warst. Erst warst bei Conny, dann wo auch immer. In Gedanken jedenfalls oft.

Ich wünsche Euch Glück!

Und das ist nicht zynisch gemeint. Ich wünsche es Euch!

Ich vermisse Dich! Ich vermisse Nessi!

Aber auch das spielt nicht mehr wirklich die Rolle….

Und weil es mir gerade einfällt: Sie sagte auch. Ich kann doch so viele Männer haben. Die stehen auf mich, ich wirke gut auf Männer. Das ist natürlich ein Trost. Sie kann Dich haben, weil ich doch so viele haben kann. Frauenlogik muss man auch nicht immer verstehen. Denn den Mann, den ich wollte, den bekomm ich nicht! Und wir passen gar nicht zusammen, Ihr passt besser zusammen. Hat sie natürlich Recht. Hab ich ja selbst auch schon gesagt. Klingt, wenn ich das jetzt so lese, wie auswendig gelernt. Als ob mir genau das um die Ohren gehauen werden soll. Naja...

 

05.01.2011 um 02:22 Uhr

5. Jan. nachts Teil 2

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Nessi,

er wird Dir gesagt haben, davon gehe ich mal aus, dass ich angerufen habe, und dass ich auch ganz in der Nähe war. Vielleicht hat es Dich gewundert, vielleicht auch nicht. Er hat mich zum Kaffee rein gebeten,  aber das hielt ich für unpassend und er auch. Du hättest es mit Sicherheit alles andere als gut gefunden.

Du wirst es sowieso nicht gut finden, dass ich ihn anrufe. Warum, nun das weißt Du selbst am Besten. Deine Motive will niemand ergründen. Es reicht nur, dass es so ist.

Gemeldet hast Dich auf Grund dessen natürlich nicht. Du möchtest auch nicht hören, wenn wir telefonieren. Man könnte antworten, naja, wie oft musste ich das, aber wir wollen nicht kleinlich sein. Es reicht mir vollkommen, wenn wir ab und an mal alleine telefonieren. Ich lass den Kontakt nicht abreißen zu ihm. Das hab ich mir vorgenommen, solange, es auch immer dauert, bis er bei der wohnt, ich werde mich immer mal wieder melden. Wenn er denn reagiert. Das ist ja auch nicht immer der Fall.

Es wundert Dich etwas, ich wollte das erst nicht. Ich wollte es beenden oder wollte das Gegenteil, dass er sich entschließt. Aber all das ist nun mehr oder weniger hinfällig. Ich habe mich entschlossen, es ihm nicht so einfach zu machen. Er wird sich nicht melden, er genießt erst einmal die Situation. Kann man niemandem verdenken.

Und Du?

Nun, man kann wohl sagen, ich habe lange gewollt, dass es nicht irgendwie endet. Ich wollte Dich nicht verlieren. Wir haben soviel erlebt, soviel durchgemacht, dass es nicht so einfach ist. Natürlich waren viele Dinge anders zwischen uns, das hast Du erst neulich wieder bekräftigt. Abstand war angesagt. Von mir aus. So bin ich. Auch das lässt sich nicht wirklich ändern.

Aber ich habe gekämpft, in der letzten Zeit mehr um Dich als um ihn. Weil es mir wichtig war. Trotz all der Dinge, die passiert sind. Und ich vermisse Dich, das ist wahr. So viele Dinge, die man über den Tag erlebt und denkt, das musst Nessi erzählen. Das fehlt schon Und viele andere Dinge auch.

Im Grunde hast Deine Wahl schon vor langer Zeit getroffen. Vielleicht wegen des Miststücks. Wie gesagt, Deine Motive hinterfrage ich nicht. Vielleicht in der Hoffnung, dass wenn er wieder raus ist bei Dir, dass es dann mit uns wieder „normal“ wird. Wer weiß das schon?

Fakt ist, dass Du Deine Wahl getroffen hast. Ich habe den Schlüssel wieder. Wir telefonieren selten. Du hast sonst täglich angerufen, manchmal öfter. Oder ich. Es war manchmal sicher auch störend, gerade in meinen Augen. Wir haben uns wöchentlich gesehen. Wir haben viel unternommen. Wir hatten Spaß. Das hat sich nun geändert. Ich habe es oft genug gesagt. Die täglichen SMS fehlen, das hast Du eingestellt. Es sind immer die Kleinigkeiten, an denen es auffällt. Mein Bild fehlt schon lange auf Deinem Nachtschrank. Die Bilder von mir in Deinem Portemonnaie fehlen auch. Der Teddy von mir sitzt nicht mehr auf Deiner Couch.

Du hattest irgendwelche Gründe. Ich weiß sie nicht genau. Du warst sauer auf mich. Ich kenne die genauen Gründe nicht. Der Teddy verschwand, als ich mit ihm mal von Dir gegangen bin. Und Du irgendwelche Dinge zu hören bekamst, die nicht stimmten. Du hattest mich gebeten, mit ihm weg zu sein. Es lag damals nicht an mir. Aber welche Gründe Du auch immer hattest, ich habe lange genug und oft genug versucht, dies zu ändern. Wie oft hab ich Dir geschrieben, Dich besucht, Dich aufgesucht, das Gespräch gesucht. Das hat alles nichts gebracht.

Man kann es so sagen, Du hast den Mann bei Dir, den ich liebe. Allein das ist doch eher der Grund für mich böse zu sein.

Und meinst Du wirklich, es wird sich ändern, wenn er nicht mehr bei Dir ist? Nein. Wir werden nicht an alten Dingen anknüpfen können. Dazu ist zu viel passiert. Und wahrscheinlich will das auch niemand. Und je mehr Zeit verstreicht, je schwieriger wird es sowieso.

Ich weiß nicht genau, ob ich sauer bin auf Dich, dass er bei Dir ist. Ich könnte es ja auch auf mich sein, dass ich es zugelassen habe. Oder auf ihn, dass er bei Dir bleibt. Aber auf die Situation bin ich ganz bestimmt sauer.

Und was soll dann auch passieren? Wollen wir beide mit ihm befreundet sein? Eine Fortsetzung dessen, wie es einmal war, willst Du ja überhaupt nicht, und ich, je mehr ich darüber nachdenke, auch nicht. Wenn er jemals wieder bei mir sein sollte oder irgendwas in der Art dann ohne Dich.

Das tut mir weh. So sollte es nie sein. Aber wir haben ja gesehen, dass es nicht anders geht.

Was ich Dir erzählen wollte? Ich habe heute einen kleinen Spaziergang gemacht und bin an dem Heim vorbei gegangen, in dem ich mal gearbeitet habe. Mit der Kollegin hab ich gesprochen, es geht ihr gut. Die Kollegen sind noch alle vollständig, die Kollegin, die im Babyjahr war, hat die Gruppe verlassen, die Vertretung der Kollegin ist in eine Jugendgruppe gegangen. Dafür ist nun die ehemalige Praktikantin dort beschäftigt. Sie hat ihr Bachelor-Studium beendet. Die Therapeutin hat sehr abgenommen. Die Kinder sind mir alle unbekannt. Die alten Kinder sind zum Teil zu Hause, in der Jugendgruppe oder kriminell geworden. Es ist viel vorgefallen dort in der letzten Zeit.

05.01.2011 um 01:57 Uhr

5. Jan. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

tatsächlich habe ich Dich heute erreicht. Ich war sogar ganz in der Nähe und Du sagtest, komm doch zum Kaffee rein. Das habe ich natürlich nicht gemacht. Gehört sich wohl irgendwie nicht, wenn die Wohnungsbesitzerin nicht anwesend ist. Wir haben eine Weile gesprochen. Du warst ziemlich beschäftigt mit dem Haushalt, hast schon das Kaffeetrinken vorbereitet, sogar Blumen besorgt.

Zu feiern gab es nichts. Das wünscht sich Frau doch. Der Freund kauft Kaffee, bereitet alles vor und besorgt sogar Blumen.

Ansonsten war Euer Tag verplant. Du wolltest Dich noch mit Nessi treffen, um einige Besorgungen zu machen, der Wohnungsantrag soll mal wieder gestellt werden.

Das hab ich auch schon mal alles gemacht. Damals erfolglos. Ich würde es auch wieder machen, gerne sogar. Aber leider…

Es ist eine himmlische Wohngemeinschaft, die Ihr da führt. Das betont Ihr ja beide mehr oder weniger immer wieder. Den Begriff benutzt Du zwar weniger, aber Nessi. Vielleicht wird es ja doch mehr.

Ich habe nicht weiter gefragt. Ich wollte Dich hören. Will den Kontakt nicht zu Dir abreißen lassen. Da bleibt nur das Telefon, ab und an mal. Und in aller Regel werde ich es auch sein, die anruft.

Ich war nicht umsonst dort oben. Ich hatte die Hoffnung, Dir über den Weg zu laufen. Wären wir uns auch fast, denn Du sagtest, Du bist gerade vom Einkaufen wieder rein. Ich wollte wissen, wie die Wohnung von außen aussieht. Fenster geöffnet? Wozu? Manchmal haben Frauen so eigenartige Ideen. Es bringt zwar nichts, rein gar nichts. Aber man ist erst mal beruhigt. Man weiß, wo er ist, weiß was er macht, wie er sich fühlt und das muss dann natürlich reichen.

Für eine Weile muss es reichen. Für lange muss es reichen. Für immer muss es reichen?

Ich vermisse Dich!

 

 

04.01.2011 um 00:23 Uhr

4. Jan. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

ich brauch nur beliebig einen Brief an Dich zu lesen und schon kommt alles wieder hoch. Es ändert sich nichts.

Es ist einfach so. Ich habe so oft versucht, Dich nicht zu kontaktieren, Dich zu kontaktieren, Dich zu ignorieren. Es gelingt mir nicht wirklich. Egal wie sehr ich es nicht versuche, ich denke ständig an Dich. Als ob es nicht Wichtigeres in der Welt geben würde.

Es hat sich zwar einiges verändert seit den ersten Briefen. Du bist jetzt nüchtern, schon eine Weile. Dafür für meine Begriffe noch emotionsloser. Und Du bist bei Nessi. Nun will ich über ihre Motive nicht nachdenken, das habe ich oft. Das ist mühsam. Du bist halt bei ihr. Du fühlst Dich wohl. Sie tut es oder auch nicht. Ich blicke da nicht durch. Ich will es auch nicht mehr.

Sie hat sich auch verändert. Wer hätte jemals gedacht, dass sie so handelt? Niemand. Aber irren ist menschlich, wie es so schön heißt. Sie habe ich natürlich verloren. Da gibt es, und das ist allen klar, kein zurück mehr. Sie weiß es, ich weiß es. Das ist nur noch ein Hin- und Hergeschiebe, ein paar Verbindungen, die man halt so hat. Vielleicht auch ein paar Empfindungen. Keine Ahnung, aber das tut wenig zur Sache.

Ich hatte Recht, Du hast nicht geantwortet. Sie auch nicht. Ich hatte ihr auch eine SMS geschrieben. Damit es nicht so aussieht, ich schreibe plötzlich nur Dir. Sie lag vielleicht auch schon im Bett. Keine Ahnung. Ich werde morgen noch mal versuchen, Dich anzurufen. Vielleicht habe ich ja Erfolg. Ich glaub es kaum. Du hast Deine Entscheidung getroffen. Dein Statement war perfekt: Du bist bei Nessi. Wie lange, weiß niemand. Auch das tut nichts zur Sache. Sie plant schon, Kellerschlüssel für Dich anzufertigen. Du planst schon die ersten Autotouren, wenn sie denn erst ihr Auto hat. Oder willst Du doch bald wieder zu IHR? Du sprachst von Wochen, Du überlegst noch. Wer weiß schon, was Du tun wirst. Das weißt in der Regel nicht mal Du selbst.

So ist das. Natürlich werde ich es irgendwann aufgeben, Dich zu kontaktieren. Das ist einfach so. Es tut mir Leid, sicher. Ändern kann ich es allerdings nicht. Das Leben ist kein Ponyhof. Und wahrscheinlich ist es für alle Beteiligte sogar das Beste. Wie sagte Nessi so schön, sie lässt mich nicht hängen, als sie am Samstag nicht hoch kommen wollte. Es ist jetzt einfach mal so und wird sich auch wieder ändern. Nun ja, wer das glaubt. Ich glaub es nicht. Es wird sich nicht wieder ändern zwischen ihr und mir. Wer will das schon?

Geb ich ihr die Schuld? Vielleicht. Vielleicht nicht. Die Dinge sind so gelaufen, wie sie gelaufen sind. Es mag sein, ich hätte sie von Anfang an raushalten sollen. Aber das wäre auch eine Erfahrung für uns weniger gewesen. Wir hatten auch Spaß zusammen.

Ich habe Dich zu oft rausgeworfen. Das mag sein. Es hatte immer seinen Grund. Auch das ist richtig. Vielleicht hätte man es aushalten sollen. Auch das ist möglich. Aber das, was man aushalten kann, ist immer begrenzt. Geht es mir jetzt besser? Sicher nicht. Sicher, ich hab auch mein Leben wieder. Ich kann tun und lassen was ich will. Das hat Vorteile, sicher. Es hat natürlich auch den Nachteil, dass Du nicht da bist. Vielleicht sollte ich froh sein. Wie würde es mir gehen, wenn Du Dich doch entschließt, wieder zu IHR zu gehen? Schlecht, noch schlechter als jetzt wahrscheinlich. Es würde mir noch mehr wehtun. Vielleicht, vielleicht hätte ich auch die Chance, mich von Dir zu verabschieden.

Nessi hat nicht die Kraft, Dich vor die Tür zu setzen. Das weißt Du, ich, das weiß sie. Sie würde es sicher das Eine oder Andere mal auch gern tun. Wenn Du Dich stundenslang mit anderen Dingen beschäftigst, heimlich telefonierst. Das muss halt momentan so sein. Keine Ahnung, ob es nun immer noch so ist. Oder ob es aufgehört hat, ob es aufhören wird.

Der Abschied ist es, der mir fehlt. Ich hätte Dich gern noch mal richtig gesprochen. Aber das weißt Du. Und darum versuchst es auch, mit allen Mitteln zu verhindern. Das weiß auch Nessi. Sie ist sich schon irgendwie im Klaren darüber, dass es nicht auf Dauer ist. Sie hat auch mal gesagt, es geht nicht dauerhaft. Aber das war nur so gesagt. Denn sie hat ja doch nicht die Kraft, es zu ändern. Sie will es vielleicht auch nicht. Sie genießt es auch ein Stück weit. Sicher, Du schläfst wohl mal wieder im Wohnzimmer. Zumindest war die Aussage ihrerseits gestern so. Das gefällt ihr nicht wirklich. Das hat was von Hotel, von Wohngemeinschaft. Aber auch eine Wohngemeinschaft kann gut sein.

Ich weiß nicht, was ich tun soll, wie ich Dich erreichen soll. Nessi möchte auch nicht, dass ich Dich erreiche. Sie hat auch ihre Motive dafür. Sie will nicht außen vor stehen, sie will, dass ich mich von Dir löse. Ob sie die Hoffnung hat, dass ich dann für sie frei bin? Nein, das ist es nicht. Sie weiß es genau. Das wird nie wirklich so sein. Darum kann man die Motive hinterfragen. Man könnte auch Rache annehmen. Oder hat sie doch die Hoffnung auf Dich ganz und gar? Das ist auch unsinnig. Du hast mehr als einmal bewiesen, dass es nicht so sein kann.

Aber das ist mühselig. Spekulationen über Motive anderer sind immer mühselig. Man kann vieles erahnen. Einiges davon wird stimmen. Manchmal ist es auch komplex. Und die Motivation tut nur wenig zur Sache. Das Resultat ist es, was zählt. Wie immer im Leben.

Aber egal, wie Du es nun planst. Bei Nessi, bei IHR? Es wird sich für Dich einiges ändern. Denn bei Nessi, ob Dich das nun so sehr stört oder nicht, ist die andere Sache, werde ich fehlen. Ob es sie stört, darüber kann man auch zweifeln. Es wird auf alle Fälle anders. Und wenn Du wirklich zu IHR gehst, wirst Du auch einiges aufgeben müssen. Mich sowieso. Du darfst dann mit mir keinen Kontakt mehr haben. Mit Nessi, gut, dass schon eher. Ob sie es dann noch möchte, ob ich das dann akzeptieren kann, ist eine ganz andere Sache. Einen Teil Deiner Freiheit wirst Du aufgeben müssen. Zwar hast immer behauptet, ich würde Dich kontrollieren. Nessi hat in ihrer berühmten Ansprache, dieses auch mal getan. Ich habe diese Aussagen noch immer gespeichert, von gestern kamen noch einige dazu. Aber die Beispiele dafür könnt Ihr beide nicht liefern. Es ist manchmal schneller etwas gesagt, als dass es bewiesen werden könnte. Wann hab ich Dich kontrolliert und womit? SIE wird es auf alle Fälle tun. SIE wird Dich viel mehr kontrollieren, SIE ist wesentlich eifersüchtiger als ich. Ein kleiner Blick auf der Straße, ein kurzer Flirt im Supermarkt, das geht alles nicht mehr.

Ich glaub auch, dass Du Dir dessen bewusst bist. Es mag schön für Dich sein, dass SIE immer noch Interesse hat. Du bist damit interessant, das Leben wird auch bunter mit IHR. Aber ob es das aufwiegt. Sicher Du hast Deine Zweifel, ich spüre sie förmlich.

Aber was wird es bringen?

Es gibt manchmal Dinge, die man vorher wissen möchte. Manchmal gelingt es einem ja. Mir sogar oft. Ich habe so das Eine oder Andere vorhergesagt. Nicht wegen der hellseherischen Fähigkeiten, die ich habe. Das ist Quatsch. Sehr viel Empathie über die Gefühle der Anderen, ein bissel weibliche Intuition, das genügt schon. Menschenkenntnis. Das ist eine Sache, die ich gern wissen möchte, wann triffst Du diese Entscheidung und welche?

Leider kann ich das nicht wirklich vorhersagen. Ich bin zwar fest der Meinung, dass Deine Entscheidung, zu ihr zu gehen, fest steht. Und ich bin auch fest der Meinung, dass dies nicht mehr so lange dauern wird. Aber in dieser Meinung stecken auch Zweifel. Hoffnung. Hoffnung vielleicht. Aber Hoffnung nur, wenn sie mich einbezieht. Und das bezweifle ich nun ganz stark.

Das würde ich tatsächlich gerne wissen. Das gebe mir ein Stück Sicherheit. Aber was ist im Leben schon sicher. Und da haben wir es wieder, das Leben ist kein Ponyhof….

Ich vermisse Dich!

 

 

03.01.2011 um 22:23 Uhr

3. Jan. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

es ist wieder so ein eigenartiger Tag. Meine Gefühle purzeln so rum. Ich weiß nicht so richtig, was los ist. Ich bin unruhig. Was soll ich wovon halten?

Ich habe Dir heute schon zeitig eine SMS geschickt. Einfach mal so. Du hast natürlich nicht reagiert. Ich kann mich nicht mal wirklich beschweren, ich hab es auch oft genug nicht getan, obwohl Du es erwartet hättest. Irgendwann hab ich mit Nessi telefoniert, weil wir ja eine Verabredung hatten wegen einer Sache, die wir erledigen mussten.

Wir haben uns dann verabredet. Ich bin dort hoch, bin bei IHR vorbei. Die Fenster waren geöffnet. Ich habe überlegt, ob Du da bist. Man kann es nie wissen. Reagiert hast Du nicht. Nessi habe ich nicht wirklich nach Dir gefragt, sie mich schon nach Dir. Ich habe ihr gesagt, dass ich Dir geschrieben habe, Du aber nicht geantwortet hast.

Und als ich so auf Nessi warte, ich hatte schon die ganze Zeit dieses komische Gefühl, wir würden uns sehen, da kamt Ihr dann beide. Du hast sie vom Bahnhof abgeholt. Nessi und ich erledigten etwas, dann trafen wir uns wieder. Sie wusste angeblich nicht, dass Du das vor hattest. Du hättest lange geschlafen und hast sie dann halt abgeholt. Wir waren gemeinsam einen Kaffee trinken, Ihr seid dann ein paar Sachen erledigen gegangen, die Du eigentlich heute Vormittag alleine erledigen wolltest, ich bin nach Hause gegangen.

Eigenartig. Du schaust mich kaum an. Und ich weiß nicht genau, was der Grund dafür ist. Schlechtes Gewissen wegen IHR, wegen Nessi, bist enttäuscht? Hattest z. B. erwartet, ich würde mit zu Nessi gehen. Das geht nicht.

Nessi ist sehr zurückhaltend. Ich habe, für manche Dinge habe ich ein Auge, gesehen, dass sie meine ganzen Fotos nicht mehr in ihrem Portemonnaie hat. Spricht Bände. Ich habe es gesagt, aber ohne Wertung. Umgedreht ist es übrigens genauso.

Anschließend hab ich ihr wir üblich geschrieben, dass ich zu Hause bin, mich für die Erledigung des Weges und den Kaffee bedankt, den sie bezahlt hat.

Das war es.

Ich denke die ganze Zeit an Dich. Ich werde Dir nachher auch schreiben. Obwohl ich wieder sicher bin, Du wirst nicht antworten. Du wirst wahrscheinlich, ich hatte es Dir heute Morgen geschrieben, morgen auch nicht ans Telefon gehen. Es war so eine Art Statement von Dir, ich bin jetzt bei Nessi. Gut, das könnte man akzeptieren. Sollte ich vielleicht auch. Aber in diesem Falle ignoriere ich es. Ich habe keinen Grund, es ihr zu Liebe zu lassen. Und ich möchte es Dir nicht zu einfach machen.

Ich weiß nicht, warst Du wirklich die ganze Zeit bei Nessi heute Morgen? Hast Du geschlafen? Oder warst Du bei IHR? Möglich ist es alles. Das weiß ich.

Erfahren werde ich es wahrscheinlich nicht. Fakt ist nur eins, womit ich jeden meiner hier geschriebenen Briefe beende, die Du nie lesen wirst:

Ich vermisse Dich!

 

 

03.01.2011 um 00:06 Uhr

3. Jan. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

es fällt mir nicht so ganz leicht, Dir heute zu schreiben.

Wir haben uns auch heute wieder gesehen. Mehr oder weniger von weitem, auch wenn es ganz nah war.

Wir waren uns fast näher gekommen. Fast aber auch nur. Wir haben telefoniert und irgendwie war es wie früher. Nessi war ziemlich sauer. Nicht auf Dich, eher auf mich. Weil ich mit Dir Kontakt aufgenommen habe, obwohl Du zu ihr nicht gerade nett warst. Du warst 4 Stunden unterwegs – zum Zahnarzt. Und Du hattest Dein Handy aus. Was immer ein Zeichen ist. Ich kenne das Zeichen. Als Du dann irgendwann bei ihr aufgeschlagen bist, warst Du sauer. Das hat man sofort bemerkt. Es lief nicht nach Deinen Wünschen. Und bist Nessi wegen einer Kleinigkeit, die Dir wahrlich nicht zusteht, angegangen.

Aber ich wollte wissen, was los war. Wir haben telefoniert und Du warst gar nicht sauer.

Silvester haben wir nicht miteinander verbracht. Nessi war, auch mal wieder, sauer auf mich, weil ich etwas gesagt habe, was ihr nicht passte. Gut, es war etwas deftig. Das gebe ich zu. Es war nicht unbedingt unwahr. Sie wollte nicht, dass ich bei Euch aufschlage. Sie hält das für keine gute Idee, weil sie dann außen vor sein könnte. Das steht nicht unbedingt zur Debatte und mal abgesehen davon, war ich nicht oft außen vor? Ich habe nie so reagiert, und natürlich war ich sauer. Ich würde das auch nicht tun, weil ich weiß, wie weh es tut. Da habe ich eben gesagt, ich heiße nicht Nessi. Sie war nicht erreichbar, sie war verschwunden. Sie hat zu Dir keinen Ton gesagt und war weg.

Ich habe es Dir erklärt und zum ersten Mal hast Du wohl begriffen, dass es da auch um mich geht. Nessi ist (auch) eifersüchtig auf mich. Vielleicht sogar mehr. Ich werde ihre Motive nie verstehen. Jetzt, nach der heutigen Aktion, auch nicht.

Silvester war ich bei einer alten Kumpeline. Wenn Du eher gesagt hättest, dass wir uns sehen sollen, hätten wir das tun können. Aber das hast Du nicht, Du wolltest sogar hinkommen. Das bist Du auch nicht, weil Du mir vorher etwas gesagt hast, was ich schon wusste. Wer 4 Stunden beim Zahnarzt ist, obwohl er nach dem Zahnarzt eine SMS an Nessi geschrieben hat, dann unerreichbar, was mehr an Zufall war, dass wir es feststellten, da liegt auf der Hand, wo Du warst. Du hast es mir bestätigt, ihr werdet es noch einmal miteinander versuchen. Es wird erst mal abgewartet, wie es läuft. Es wird telefoniert, es wird gesimst. Und dann werdet ihr entscheiden, wie es läuft. Im Grunde steht die Entscheidung fest. Das weißt Du. Du kannst gar nicht anders. Du bist Dir zwar nicht so ganz sicher, weil Du Bedenken hast, dass es wieder schief geht und vllt. spielen Nessi und ich da auch eine Rolle, aber Du wirst es tun.

Du brauchst diese Bestätigung. Mal wieder etwas anderes.

Es ist sehr egoistisch von Dir. Das streitest Du nicht mal ab. Du wohnst solange bei Nessi, bis dieser Weg offen ist. Hotel sozusagen. Ich würde das nicht mitmachen. Nessi hat nicht die Kraft, Dich vor die Tür zu setzen. Wie gesagt, ihre Motive werde ich auch nie verstehen.

Gestern hast Du Deine letzten Sachen bei mir abgeholt. Nessi war mit, wollte aber nicht hoch kommen. Es dauerte nicht lange. Und war nicht einfach für mich. Sie hatte wohl noch die Illusion, dass alles gut wird, sie hat mir noch gesagt, es läuft toll zwischen Euch und mir unterstellt, ich wäre deswegen sauer. Das bin ich nicht. Natürlich wünschte ich mir, dass ich an Deiner Seite bin. Das streite ich auch nicht ab. Später hast Du ihr dann gezeigt, wie wichtig Du ihr bist. Du bist zum ersten Mal zum Telefonieren ins Schlafzimmer gegangen. Da war ihr wohl einiges klar. Und sie hat mich angerufen, wegen einer Kleinigkeit, da war es mir klar. Es war etwas im Busch zwischen Euch und als Du dann noch mit mir gesprochen hast, war sie eingeschnappt.

Ich hatte Dir versprochen, ihr es nicht zu sagen. Aber ich habe es ihr bestätigt. Mehr nicht. Es war nicht ganz richtig von mir. Aber ich wollte sie nicht ins offene Messer laufen lassen. Was sie mit der Information anfängt, liegt bei ihr. Weitere Informationen wird sie nicht bekommen. Ihre Loyalität mir gegenüber hielt und hält sich auch sehr in Grenzen.

Heute war ich nun zum Kaffee bei Euch. Ihr seid ein eingespieltes Team. Nessi behauptet immer noch platonisch, Du hast es mir irgendwie auch mal bestätigt. Und gleichzeitig gesagt, ich wüsste nicht, in welcher Lage Du bist. Das weiß ich schon. Du willst zu IHR zurück, hast Deine Zweifel und möchtest auf keinen Fall, dass dies etwas im Wege steht. Ich, Sex, Alkohol.

Nessi war ziemlich eigenartig. Über jedes Wort, was Du und ich gewechselt haben, war sie sauer. Sie hat immer noch die Befürchtung, wir würden wieder zusammen kommen, obwohl sie von IHR weiß. Da bin ich wohl der Grund. Aber ich bin zu einer Erkenntnis gekommen, die erstaunlich ist. Sie hat Recht. Es würde nicht funktionieren. Mit ihr nicht wieder. Sie kann es nicht, sie wird es nicht können. Das war immer so. Das wird immer so sein. Sie wollte, obwohl es gar nicht meine Absicht war, auch nicht, dass ich dort schlafe. Hätte ich so reagiert? Sei mal ehrlich, nein. Du hättest es auch nicht gewollt, weil Du morgen, wenn Nessi zur Arbeit ist, in Ruhe in die Stadt gehen willst, um Dich evtl. mit IHR zu treffen. Dem ist doch so? Vielleicht wird Dir jetzt auch bewusst, dass ich nicht immer der störende Part war. Ich musste viel mehr ertragen, stundenslange Telefonate zwischen Euch, Sex zwischen Euch, stundenslange Gespräche, Flirts. Vielleicht wolltest es mir auch beweisen. Keine Ahnung, ob dem so war, oder ob es mehr Zufall war.

Ich weiß es jetzt ganz sicher. Es wird nie funktionieren.

Ich hätte mich gern intensiver von Dir verabschiedet. Erotik kann was Eigenartiges sein. Erotik kann auch sein, dass man im TV sieht – heute mal wieder, wie eine Frau dem Mann die Hand streichelt und man denkt, genau das ist es, das fehlt Dir. Mir fehlt das. Die Chance dazu werde ich nicht mehr bekommen.

Das macht mich traurig. Sehr traurig.

Und daher weiß, solltest Du jemals wieder vor meiner Tür stehen, wird sie Dir offen stehen. Auch wenn es nicht meine klügste Entscheidung sein wird. Weil es dann wieder von vorn anfangen wird.

Man kann sich in einem sicher sein, Du bist genau das und Du bestreitest es nicht mal, Du bist das Miststück. Klar, Du bemühst Dich Nessi einigermaßen gut zu behandeln. Du kochst, Du bist im weitesten Sinne nett, Du putzt usw. Aber Du hälst sie auch auf Distanz, Du hast mehr Geheimnisse, obwohl Du ja immer so sehr dagegen bist. Und genau diese Dinge werden es sein, die immer wieder Beziehungen bei Dir kaputt machen. Ob Du das mal erkennst?

Ich wünsche es Dir. Du sollst Deine Chance haben, Deine Chance mit IHR. Ich weiß, Du wirst es erst einmal genießen. Die schönen Dinge des Lebens. Den Trubel bei ihr, sie hat auch drei Kinder. Die Kleine vor allem hat es Dir angetan. Du kannst mit ihr viel unternehmen, sie entspricht eher Deinem Geschmack. Vielleicht könnt ihr wirklich die Eifersucht, die kleinen Spiele, die ihr aber beide mögt, überwinden. Man wird es sehen.

Du hast mich sogar gefragt, ob es eine Möglichkeit zwischen Dir; IHR und mir geben würde. Das habe ich Nessi wirklich nicht erzählt. Die gibt es nicht. Ich kann Dich vielleicht teilen, sexuell gesehen, vielleicht, aber emotional nie. Und mit IHR niemals!

Ich werde Dich sehr vermissen!

 

 

 

29.12.2010 um 23:58 Uhr

29. Dez. spätabends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

heute habe ich Dich nun gesehen. Das letzte Mal dieses Jahr. Und im nächsten Jahr wird das nicht so schnell wieder sein. Ist zu vermuten.

Ich weiß nicht, wie ich das Ganze beschreiben soll. Du warst dabei und Ihr habt Euch beide bemüht, einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen. Das perfekt eingespielte Paar. Auch wenn Nessi behauptet, und es wohl so ist, Du schläfst immer noch auswärts. Aber die Zeiten sind verplant, das Fernsehprogramm für den Abend, die Aktivitäten der nächsten Tage, was gekocht wird, was unternommen. Ihr führt trotz allem ein Leben. Wenn man auf platonische Verhältnisse Wert legt, kann man das sogar toll finden. Und ich behaupte einfach mal, viele alte Ehepaare würden sich Euer Verhältnis sogar wünschen. Sex gibt es eh keinen, aber Unterhaltung und andere Aktivitäten halt auch nicht.

Ich bin sogar davon überzeugt, dass Du bald wieder ins Schlafzimmer ziehen wirst. Nicht nur wegen des Sexes, der mag Bestandteil sein, Du fandest ihn sogar immer gut mit Nessi. Aber vor allem weißt Du, dass mich das ferner halten wird.

Ich weiß nicht, wie Du Dich verhalten hast mir gegenüber. Ich kann es nicht beschreiben. Wir führten normale Unterhaltungen, mehr halt nicht. Wir haben uns weder angefasst, noch liebevoll verabschiedet. Meine Intention war eigentlich, Dich noch einmal in Arm zu nehmen. Dazu kam es nicht. Warum, es hat wohl niemand gewollt, sich getraut, fand es unpassend. Was auch immer.

Was mich wirklich stört und das liegt weder an Dir, noch an Nessi, oder  bedingt an Nessi, weil sie mal Kontakt aufnahm, ist, dass durch die Kontaktaufnahme mit dem Taxifahrer, dem viel zu viel Wert bemessen wird. Du machst das ja gern so und auch Nessi hat damit irgendwie so ein Druckmittel. Sie hat ja noch den Taxifahrer usw. Nein, dem ist nicht so. Ich habe ihm nämlich per SMS mitgeteilt, dass ich zur Zeit kein Interesse habe. Und wenn ich das Verhalten so bedenke, dass er schnell mal Nessi anruft, wenn ich nicht verfügbar bin oder absage, dann betrachte ich es als gegessen. Sozusagen. Das nervt mich. Und um es mal deutlich zu sagen, man hat Affären mit verheirateten Männern wegen der Diskretion, wegen der Freiheit.

Ob es mir gut tat, Dich zu sehen. Das kann man eindeutig verneinen. Aber vielleicht sehe ich das in ein paar Wochen anders. Der Mensch ist mit Kleinigkeiten zufrieden.

Es möchte niemand hören, lesen oder was auch immer. Aber was Fakt ist, vielleicht sogar Dein Ziel, das Verhältnis mit Nessi wird, das ist nicht neu, das habe ich schon mehrfach formuliert, entfremdeter. Sie hat einfach neben Dir und allem anderen weder Zeit noch Platz für mich. Das tägliche Telefonieren fällt weg, das mindestens wöchentliche Sehen sowieso, ein paar SMS wandern vielleicht hin und her, aber auch oft nichts sagend, weil man das was man zu sagen hätte, nicht sagen will. Das ist genauso schmerzhaft. Aber auch das kann man nicht wirklich ändern. Ich habe alles dafür getan. Es wird nur nicht viel helfen. Ändern wird sich das auch nicht, wenn Du mal nicht mehr bei ihr bist. Die Freundschaft wird bleiben, und ob ich damit umgehen kann?

Nun hatte ich diesen Tag. Ob ich von ihm zehren kann, ich weiß es nicht. Ich habe Dich gesehen. Das reicht erst mal. Ich war sehr traurig, als ich ging. Ein paar Tränen flossen auch.

C’est la vie. Ich vermisse Dich!

29.12.2010 um 02:26 Uhr

29. Dezember nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

Weihnachten ist nun vorbei. Das ist gut so. Denk ich mal. Silvester steht vor der Tür. Man kann sie natürlich zulassen, damit es nicht reinkommt. Schöner Spruch. Könnte mir gefallen.

Es hat sich nicht viel ergeben in den letzten Tagen. Sie waren hart für mich, sehr hart. Es ging nicht nur um Dich, sondern auch um Nessi. Ihr geht es nicht gut, das bedaure ich, obwohl ich es durchaus als Retourkutsche betrachten könnte. Du wohnst zwar bei ihr, hilfst beim Putzen, bist sehr ordnungsliebend, im Gegensatz zu mir. Ich bevorzuge das Chaos, mein persönliches Chaos. Aber auch wenn Du bei ihr wohnst, kochst und putzt, bist Du dann doch nicht da. Du nächtigst seit Wochen nicht mehr bei ihr und schon gar nicht mit ihr. Der fehlende Alkohol bewirkt halt das. Ich habe immer gesagt, in einem nüchternen Leben Deinerseits hab ich keinen Platz. Da stören die Pfunde. Dich stören sie jedenfalls. Und Nessi ihre ganz besonders, jedenfalls sollte und kann man es so interpretieren. Du hast sogar ein paar Tage kaum mit ihr geredet. Das hat sich zwar wieder gegeben, ein platonisches Paar. Altes Ehepaar. Guckt gemeinsam Fernsehen, isst, aber ansonsten passiert nicht viel. Bisher jedenfalls.

Wir haben uns auch gesehen. Da ich am Tag vor Heiligabend sowieso in die Gegend musste, hab ich Nessi etwas in den Briefkasten stecken wollen. Dass sie dann dazu kam, mich rein bat, war nicht geplant. Du bist wirklich abweisend, zu mir besonders. Dich kränkt natürlich auch mein Verhalten. Das ist mir schon klar. Ich sollte auf Dich zugehen, damit Du dann sagen kannst, sie hat es getan. Nachgelaufen. Das möchtest Du. Versteh ich schon. Nur möchte ich das halt nicht.

Auch telefoniert haben wir mal. War nicht sehr anregend. Klar verteilst Deine kleinen, spitzen Bemerkungen, grade Nessi gegenüber. Wann ich dann erscheine, ob ich dann schon geschrieben habe. Aber das ist wohl mehr Mittel zum Zweck. Da steckt kein konkreter Hintergrund dahinter. Jedenfalls nicht der, so wie es Nessi gern interpretiert, dass Du eine Bindung zu mir hast, haben willst.

Weihnachten haben wir uns nicht gesehen. Ich habe heute Nessi aufgesucht. Der Berg ging sozusagen zum Propheten. Sie ist so sehr mit Dir beschäftigt, dass keine Zeit für mich bleibt. Das tut mit besonders weh. Mag Dir egal, vielleicht sogar Recht sein.

Heute ward ihr gemeinsam ein paar Behördenwege erledigen. Hätte ich sonst getan. Dafür brauchst Du jemanden. Das ist klar. Wenn Du, und es sollte ja nun endlich klappen, Deine eigene Wohnung hast, wird sich vieles ändern. Du wohnst dort, weil Du nirgendwo anders hin willst und kannst. So ist es. Und bei Nessi ist es bequem. Klar hat sie Dich gefragt, warum Du nicht bei ihr schläfst. Aber Du hattest nur ein „ich weiß nicht“ für sie. Ich habe das auch angesprochen und dann kam ein „es passt schon“. Nun ja. Du musst es wissen. Es gefällt ihr nicht.

Sie hätte gern gesehen, dass ich am zweiten Feiertag, nachdem ihr ja bei Deiner Mutti, also in meiner Nähe ward, zu ihr gekommen wäre. Ich fand das nicht so toll. Soll ich Deine Abweisung nun auch noch ertragen? Wie Du uns großzügig das Schlafzimmer überlässt? Oder das Gegenteil, dass Du etwas von mir willst, was Du nicht von ihr willst. Könnte auch meine Retourkutsche ihr gegenüber sein. Aber ich halt das für keine so gute Idee. Es steht wahrscheinlich eh nicht zur Debatte.

Nüchtern bist Du noch emotionsloser. Ein nüchternes Miststück ist noch schwerer zu ertragen, das weiß nun auch Nessi. Wie die Alternative dazu aussieht, na ja , gebt ihm einen Schnaps. Das kann es wohl auch nicht sein.

Ich habe heute Nessi kurz gesehen. Sie weiß nicht, was das soll. Was Dich bewegt. Wie lange das noch dauern soll. Die Frage ist relativ einfach zu beantworten, solange bis Du eine eigene Wohnung hast, Dein eigenes Leben leben willst. Wie lange das nüchtern bleiben wird, dazu hat jeder seine eigene Theorie. Bisher hälst Du es gut durch. Vielleicht hast Du eine Chance. Aber wenn die ersten Konflikte auftreten, wenn es nicht so läuft, wie Du es erwartest, kann das schon der Anfang vom Ende sein. Und was dann? Bin ich dann wieder gut? Nessi?

Mit Sicherheit. Und wir sollten dann beide die Kraft haben, nein zu sagen.

Aber das ist Zukunftsmusik. Soweit ist es noch nicht. Ich überlege, ob ich morgen mal zu Nessi gehe. Mal kurz, auf einen Cappu. Ich würde Dich gerne noch mal sehen. Dieses Jahr sozusagen. Ob mich das dann wirklich beflügelt, befriedigt, steht auf einem anderen ganz anderen Blatt. Wahrscheinlich nicht.

Ich weiß es noch nicht. Ich überlege noch. Für Dich gibt es diese Möglichkeit gar nicht, Du hast überhaupt kein Interesse daran, zu mir zu kommen. Nessi bezweifelt das noch immer. Sie hat immer noch die Vorstellung, dass wir beide Silvester miteinander verbringen. Dass Du entweder am Tag vorher, Du willst zum Zahnarzt, der ja bei mir in der Straße ist, oder Silvester selbst zu mir kommst. Das wirst Du nicht. Zumal Du, da Du ja zum Zahnarzt gehst, keine Zähne haben wirst. Wenn Du sie am Donnerstag hinbringst, einen Tag vor Silvester, wirst sie sicher erst am Montag wieder bekommen. Ist Dir dieses Mal sogar egal. War vor ein paar Wochen noch anders. Da wolltest nicht tagelang ohne Deine Brücke sein.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, zu mir selbst, ist das auch alles ganz gut so. Was soll es bringen? Soll ich die gleiche Abweisung ertragen wie Nessi? Ich kenn das schon, so neu ist mir das nicht. Ich würde wahrscheinlich radikaler als sie reagieren. Das weißt Du. Das ist auch der tiefere Grund, warum Du bei ihr bist. Sie ist genügsamer. Sie nimmt es hin, auch wenn es weh tut. Und so ein paar kleine Streicheleinheiten gibt es ja doch. Man muss sie bei Laune halten.

Ich vermisse Dich! Ich vermisse es, in Deinen Armen zu liegen. Dich in meinen Armen zu haben. Dich zu küssen. Dich zu umarmen! Bei Dir zu sein!

Das ist so. Und bleibt sicher auch so. Man muss sich nur damit abfinden, dass es wahrscheinlich nicht mehr so sein wird. Eigentlich und auch uneigentlich sollte man froh darüber sein. Endlich der Schlussstrich. Endlich ein klares Ende. Froh bin ich aber nicht.

DENN:

Ich vermisse Dich!

Und die Hoffnung, so trügerisch sie ist, stirbt auch hier zuletzt.

 

 

 

22.12.2010 um 22:49 Uhr

22. Dez. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Nessi,

heute hast Du nun den Telefonhörer gefunden. Du hast Dir Sorgen gemacht. Ich wurde darüber schon informiert, mein Ex-Nachbar rief mich an. Das Miststück hatte ihn kontaktiert. Der Taxifahrer hat sehr häufig versucht, mich anzurufen. Ich wunderte mich schon, sonst gibt er eher auf. Ich hatte aber heute keine Lust, irgendwas zu machen, mich mit ihm zu treffen, mich zu unterhalten. Ich wollte meinen Gedanken nachhängen.

Bin dann irgendwann doch ans Telefon gegangen. Bevor Du noch Paulchen anrufst, dachte ich, das muss wirklich nicht sein. Du hast Dir Sorgen gemacht. Das musst Du nicht. Ich werde mich nicht wegen Euch hinter den Zug werfen.

Du warst erstaunt, dass ich mich nicht gemeldet habe. Aber warum hätte ich das tun sollen. Ihr habt es auch 5 Tage nicht getan. Und dem Miststück ist es sowieso recht egal, er bemerkte nur lapidar, ach lebt sie noch. Das tut sie.

Du hast mir auch gesagt, dass Du krank geschrieben bist, den Taxifahrer getroffen hast. Er hatte auch schon lange nichts von mir gehört. Ihr habt Nummern ausgetauscht, er wollte sich melden bei Dir, wenn er von mir etwas hört. Musste das sein? Musste sein, dass er da noch rein gezogen wird? Oder der Ex-Nachbar?

Ich hätte mich nicht gemeldet und darüber warst Du erstaunt. Du kannst nicht richtig glauben, dass es zu Ende ist. Du willst es vielleicht auch nicht. Ich hab keine Ahnung, ob das so ist oder nicht. Oder ob Du vllt. doch froh bist, damit Ihr eine Chance habt.

Ich interpretiere zuviel bei Euch rein, sagst Du. Was denn? Er ist doch bei Dir. Es läuft alles toll. Und wie ich es schon geahnt habe, nimmst Du ihn auch Heiligabend mit zu Deinen Eltern. Noch verg. Woche hast Du das strikt abgelehnt, selbst wenn Du mal einen Freund hast, würde es lange dauern, bis Du  ihn Deinen Eltern vorstellst. Nun stellst Du jemanden vor. Deine Mutter wird sich freuen. Endlich ein Mann. Die Frau, mit der sie so wenig anzufangen wussten, ist endlich weg.

Ich habe auch gesagt, dass ich nicht wünsche, dass Ihr hier am 2. Feiertag aufschlagt. Dass war eh nicht geplant, sagst Du. Was natürlich noch schlimmer ist. Ich möchte nicht noch einmal erleben, wie Ihr aufschlagt und gemeinsam wieder geht. Das habe ich mehr als einmal getan. Damit ist nun schluß.

Was gibt es für Alternativen? Du weißt, es gibt gar keine. Du hast Dich schon lange von mir entfernt, ich war nur noch die SMS-Unterhaltung mit ihm, was ich wieder falsch gemacht habe, falsch gesagt habe, gedacht habe. Was auch immer. Es ist Euch nie in den Sinn gekommen, dass mir das alles nur weh tut.

Nein, Du hast Dich auch 5 Tage nicht gemeldet. Es war Dir egal. Genau wie die vielen, vielen Male vorher, als Du nur zu ihm Kontakt hattest. Meine Anwesenheit verflucht hast, weil er Dich anders behandelt, wenn ich da bin, weil ich irgendwie störe. So ist es doch.

Und genau das will ich nicht mehr! Ich möchte nicht mehr, dass Du meine Anwesenheit verfluchst. Oder seine, weil Dir bewusst wird, dass ich auch noch da bin. Auch das hatten wir schon.

Du bestreitest das alles. Und doch wirst irgendwo im Grunde Deines Herzens wissen, dass ich Recht habe. Das hast Du mehr als nur einmal bewiesen. Wie Du mich behandelt hast, wenn ich da war, wie Du mich ignoriert hast, wenn Dir was nicht gepasst hat, wie Du mich angemault hast, mit Deinen spitzfindigen Bemerkungen.

Vllt. wird das nun alles zwischen Euch besser. Ich hab keine Ahnung. Aber ich wollte das  nicht mehr. Selbst wenn er hier wäre, würde er den Kontakt zu Dir suchen, nur um Dir irgendwas von mir zu berichten. Und Du hast nicht die Stärke, ihm zu widersprechen.

Nein, das will ich nicht mehr. Ich habe es satt, dass ich das ertragen soll. Ich muss es doch nicht tun. Ich lass das selber mit mir machen. Die Alternative hab ich nun. Natürlich vermiss ich ihn, natürlich vermisse ich Dich. Das ist normal. Ich habe ihn schon immer geliebt, werde es auch wohl immer tun. Denn der Taxifahrer ist nicht mein neuer Freund, wie er so zu interpretieren glaubt, er ist nur Sex. Und darauf habe ich auch ein Recht. Er mag mich, das kann sein, das ändert aber nichts daran, dass er verheiratet ist, und es bleiben wird. Seine Frau ist sehr krank.

Ja, Sex ist mir wichtig. Auch wenn ich erst am Montag wieder gemerkt habe, wie sehr mir das Miststück fehlt. In seinen Armen zu liegen. Das ist für mich recht ungewöhnlich, ich habe wohl nie solche Empfindungen gehabt. Kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Und dass ich wirklich nicht der Kuscheltyp bin, weißt Du am Besten.

Ich habe sogar darüber nachgedacht, Dir ein Gute-Besserung-Geschenk in Briefkasten zu stecken oder den Teil des Weihnachtsgeschenkes, den ich schon hatte; ich brauche ja auch nun nichts mehr. Hat auch seine Vorteile.

Nein, das werde ich nicht tun. Ich glaube kaum, dass Du es richtig interpretieren wirst. Du hast mir gern erzählt, dass Du ihn mit zu Deinen Eltern nimmst und zu seiner Mutter sollt Ihr auch noch kommen. Nein, das brauche ich wirklich nicht.

Ich habe ihn nicht verloren, ich habe ihn nie besessen. So was gibt es sowieso nicht. Aber Dich habe ich verloren. Damit muss ich mich abfinden. Das werde ich irgendwie. Ob Dir das leid tut oder nicht, ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es besser, wenn ich es nicht weiß. Aber es gibt keine Alternativen. Wie sollte sie aussehen?

Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und verloren. Die Dreiecksbeziehung war nie ein Thema, das weißt Du. Ich wollte ihn als Freund, ja vielleicht sogar mehr, Dich als meine Freundin, wie mein Vater so schön sagte „so was wie Deine Freundin“, Familie. Paulchen nannte Dich mal 2. Mutti. Nun es war zwischen uns auch nicht immer so rosig, schon damals gab es die spitzfindigen Bemerkungen Deinerseits. Du warst über meine Gefühlskälte nicht begeistert. Ich wollte Abstand, ich wollte nicht dauernd den Sex. Das ist alles richtig.

Aber nie hätte jemand gedacht, dass wir uns verlieren. Nun tun wir es.

Mir tut das leid. Unendlich sogar. Das weißt Du vielleicht. Oder auch nicht. Denn jetzt bist Du über meine Konsequenz, dass ich mich nicht melde, dass ich Euren Weihnachtsbesuch nicht wünsche, dass ich morgen sogar in Deiner Nähe sein werde, ohne Dich aufzusuchen, erschüttert. Dabei war die Konsequenz immer das, was Dir an mir gefallen hat.

In letzter Zeit war ich es wenig. Weil ich genau diese Entwicklung nicht wollte. Aus nahe liegenden Gründen. Aber ich konnte es nicht ändern.

Das Leben ist so. Ich werde irgendwie damit zu recht kommen. Natürlich wird es hart. Weihnachten, Silvester. Alles ohne Dich. Ich erinnere mich gut an unser letztes Silvester mit ihm. Das tut schon weh.

Vielleicht hätte ich mit dieser Entscheidung warten sollen, bis nach den Feiertagen. Wäre klüger gewesen. Aber es hatte auch seinen Grund, so ist der Schnitt hart, aber herzlich und nicht mehr zu kitten. Und ich spare auch noch Geld.

Ich werde Dich vermissen!

 

(Du kriegst diesen Brief nie und das ist auch gut so ;))

 

 

 

22.12.2010 um 00:55 Uhr

22. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

wir haben nun schon ein paar Tage nichts voneinander gehört. Du hast Dich nicht gemeldet, ich hab es nicht getan. Das ist nicht so ungewöhnlich. Wenn Du früher bei Conny warst, war das auch so. Ich hab Dich bei ihr in Ruhe gelassen. Du hast das wahrscheinlich nicht mal wirklich registriert.

Wenn Du bei Nessi bist, ist das schon ungewöhnlicher. Bisher hatte ich ja wenigstens zu ihr Kontakt. Und von Zeit zu Zeit kam dann auch mal eine SMS. Jetzt ist das anders. Du bist emotionsloser, sturer. Nüchtern.

Es ist Dir sicher nicht wichtig. Wenn Du auch oft genug gesagt hast, dass ich so rein gar nicht kapiere. Vor allem nicht das, was ich kapieren sollte. Wenn Du so manchmal beteuert hast, meist mehr durch die Blume als direkt, dass Du ganz gut ohne Nessi leben könntest, nur ich nicht. So sieht es doch jetzt ganz anders aus.

Ich vermisse Dich.

Du verstehst das nicht so ganz. Schließlich konnte ich mich nie zu Dir und Nessi in artikulieren. Entweder konnte ich dem kein Schlussstrich entgegen bringen, auch das war mal Deine Aussage. Aber ob das was gebracht hätte. Hast Du nicht mehr als einmal den Kontakt zu ihr gesucht? Oder ich konnte mich mit Eurer Rolle, die ich doch forciert habe, nicht abfinden. Nun ich habe sie nie forciert. Das hast Du nie verstanden.

Es gibt so viele Aussagen von Dir. Es gäbe ja noch so viele andere Männer in meinem Leben. So ganz stimmt das nicht. Da redest Dir mehr ein oder lässt Dir mehr einreden, als dass das wirklich der Fall ist. Ja, da gab es den Taxifahrer. Auch am Montag war es Ronald hier. Es war ganz unerwartet, er hatte Zeit, ich ja nun auch. Und warum hätten wir uns nicht treffen sollen und Spaß haben. Aber der Spaß hatte so seine Grenzen, genau beim Spaß merke ich immer wieder, wie sehr ich Dich vermisse, es vermisse Dich in den Armen zu halten, mit Dir Sex zu haben. Obwohl das nicht wirklich immer beglückend war, zu egoistisch aus Deiner Sicht.

Es ist bald Weihnachten, fiel mir grade ein. Vergangenes Jahr Weihnachten bist auch irgendwann aufgetaucht. Zu Heiligabend hast Dich dann verabschiedet, wolltest eigentlich nur Stoff holen und kamst ewig nicht wieder. Ich machte mir schon Sorgen, aber dann bist nur bei Conny gelandet. Schriebst irgendwann eine SMS, alles ganz harmlos. Und auch am 2. Weihnachtsfeiertag bis zu ihr gegangen. Da war Nessi sogar da. Sie erinnert sich noch gut daran, wie Du aufgesprungen bist, als wir unbekleidet hier lagen, zum Telefon gerannt, als es klingelte und dann zu Conny gegangen bist. Alles ganz harmlos. Silvester warst dann wieder hier. Du sprichst heute noch oft davon. Es war sehr lustig Silvester, auch Neujahr und schwups warst dann am Tag später wieder weg.

All diese Dinge sind passiert. Und nicht nur die, ich möchte gar nicht aufzählen, was in den letzten Wochen so vorgefallen ist. Du irrst Dich, wenn Du denkst, Nessi ist es nicht aufgefallen, wie Du uns versucht hast, gegeneinander auszuspielen. Nur artikuliert sie es nicht so. Oder vergisst es schneller. Jetzt ist es eh anders. Du bist nüchtern. Da ändern sich die Dinge, du bist noch weniger durchschaubar, noch weniger berechenbar, noch weniger gefühlsbetont. Aus meiner Sicht.

Ich vermisse Dich. Ich muss schwer an mich halten, Dir nicht zu schreiben. Nicht das Telefon  zu nehmen, um Dich anzurufen.

Es würde nichts ändern in unserer Beziehung. Das ist der Grund, warum ich mich auch immer wieder davon abhalte. Was nützt meine ganze Liebe, wenn sie nicht erwidert wird. Gut, Du machst diesbezüglich Andeutungen, gesagt hast es nie. Man soll es sich dann ausrechnen. Aber welcher Mensch tut dem anderen weh, der einem was bedeutet. Also kann das gar nicht sein. Wahrscheinlich ist es wie immer, das betonst Du auch ganz oft, Du weißt nicht wirklich, was Du willst. Ich bezweifle schon, dass Du Nessi willst. Allerdings ist es sehr bequem bei ihr. Sie hinterfragt nichts, ihr versteht Euch gut, es ist harmonisch. Da gibt es keinerlei Eifersüchteleien, weil Du das dort wohl nicht nötig hast. Bei mir ist das anders, da musst Du immer mal wieder etwas hinterfragen. Ob sie eifersüchtig ist, kann ich nicht beurteilen. Grund dazu hätte sie ja vllt. auch. Sie mag Dich auch sehr. Das weiß ich. Und wie wir nun alle erfahren mussten, mehr als mich.

Es würde nicht ändern in unserer Beziehung. Die heimlichen SMS zu Nessi blieben, wenn Dir etwas nicht passt, kannst zu ihr abhauen, sie holt Dich sogar ab, wenn Du meinst, es nicht allein zu schaffen. Du kannst Dich bei ihr über mich ausheulen, über Dinge, die ich nicht mal selbst weiß. Da hat man z. B. 3.30 eine SMS geschrieben und weiß gar nichts davon. Abstreiten nützt gar nicht, das tut man notgedrungen, wenn man das 125. Mal hört. Aber du glaubst es nicht. Also lässt man es ganz. Dann hat man halt 3.30 eine SMS geschrieben, von der man selber gar nichts weiß.

Und Nessi selbst ist auch nicht zufrieden. Bist Du bei ihr, ist sie es z. T. nicht. Wie es momentan aussieht, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, wie weit Ihr Euch momentan angenährt habt. Bin ich dabei, ist sie es erst recht nicht. Da bist Du anders, ich störe und sie hat viel an mir auszusetzen. Was Du gar nicht registrierst.

Es ändert sich nichts. Es würde auch nichts ändern, wenn Nessi sich verabschiedet, wie sie so oft gesagt hat. Denn keiner hält es lange durch.

Es wird sich nichts ändern. Die Erkenntnis ist hart, aber so ist es.

Ich vermisse Dich trotzdem. Ich möchte wissen, wie es Dir geht. Geht es Dir besser? Wie kommt Ihr miteinander klar, ist es noch die volle Harmonie? Schläfst Du viel oder beschäftigst Dich? Planst Du etwas, z. B. zu Mutti zu gehen, zu Conny zu gehen. All diese Dinge sind nicht ausgeschlossen. Ich weiß das alles nicht. Und was würde es auch bringen, wenn ich es wüsste.

Ich weiß eines, ich vermisse Dich. Ob das umgedreht so ist, weiß ich nicht wirklich. Man darf seine Zweifel haben. Und im Bezug auf Nessi hab ich sie schon lange. Das weißt Du wahrscheinlich auch nicht.

Es gibt wahrscheinlich nur die eine Liebe. Die Erkenntnis ist auch hart. Sollte man doch die Hoffnung haben, dass es für mich eine zweite Chance gibt. Mit jemandem, der mich besser versteht. Aber auch das bezweifle ich. Ich werde immer irgendwie an Dir gebunden sein. Und ich weiß auch nicht, was passiert, wenn Du irgendwann vor der Tür stehst. Hab ich die Kraft, Dir zu sagen, Du sollst dahin gehen, woher Du gekommen bist. Oder denke ich daran, dass ich Dir gesagt habe, meine Tür steht Dir immer offen. Das weißt Du….

 

18.12.2010 um 18:29 Uhr

18. Dez. abends Teil 2

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Nessi,

heute hab ich mich den ganzen Tag beschäftigt. Hab die Flaschen weggebracht. Es war tiefes Schneegestöber. Hat mir nicht so viel ausgemacht.

Ich geh jetzt halt allein spazieren. Dabei kommen einen dann viele Gedanken, wenn man bestimmte Auto-Kennzeichen sieht. Da waren wir ja mal.

Wie oft bin ich in letzter Zeit spazieren gegangen, um mich etwas abzureagieren. Zwei Menschen zu verlieren ist halt schwer. Vor allem, wir kennen uns nun schon 5 Jahre. Wenn man 5 Jahre sich fast täglich gehört oder gelesen hat, fällt der Abschied schon schwer. Man denkt immer mal wieder, das mußt Nessi erzählen. Aber da ist nicht mehr mit erzählen.

Wie oft hab ich das in letzter Zeit gedacht. Oft sicher. Das stimmt schon. Oft war ich irgendwo unterwegs und hab darüber nachgedacht.

Aber es ist nun mal so, es hat sich niemand von Euch gemeldet. Schade und traurig. Ja, ich wollte es ignorieren. Also dürfte es ja egal sein. Ist es aber nicht. Es wurde ja nicht mal der Versuch unternommen. Ich weiß nicht, was Ihr so macht. Ihr wisst es auch nicht. Man sollte annehmen, dass Ihr Euch Gedanken macht. Zumindest Du, da Du gesehen hast, wie ich gestern gelitten habe.

Ist aber nicht so. Es ist schon richtig, Du wirst das nicht mehr wollen. Vielleicht wegen des Miststücks, vielleicht es aus anderen Gründen, weil es anstrengend war. Keine Ahnung. Jetzt ist nun die Ruhe. Gefällt sie Dir?

Vom Miststück erwarte ich gar nicht so viel. Das ist auch schade, ist aber leider so. Aber ich hatte doch erwartet, dass wenigstens Du darüber nachdenkst. Der Abschied fällt Dir leicht. Ich habe es immer gesagt. Du hast ja ihn. Es war bei mir nie so. Selbst wenn er hier, fehltest Du mir doch.

Ich hatte ja schon am Dienstag gesagt bzw. geschrieben, dass Du Dich immer mehr entfernst. Das war sicher alles gewollt. So kann man jedenfalls davon ausgehen.

Es hat sich niemand gemeldet. Und ich bin sehr traurig darüber. Euch nicht mehr zu sehen oder zu hören, das fällt mir sehr schwer. Auch dieses ist ein Entzug, ein sehr, sehr schwerer.

 

 

18.12.2010 um 18:28 Uhr

18. Dez. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

es ist Samstagabend. Von Dir hab ich gar nichts gehört.

Ich hab heute Deine Flaschen weggebracht. Es sollten ja keine mehr dazu kommen. Zum einen weil Du wohl nicht mehr trinkst, zum anderen weil Du nicht mehr hier bist.

Ich vermisse Dich.

Draußen schneit es mal wieder. Hat es ja lange nicht. Ich war im tiefsten Schneegestöber unterwegs. Mal muss man ja raus. Hab mich den ganzen Tag beschäftigt. Immer mal wieder gehofft, dass sich jemand meldet. Vergebens. Nun ich wollte es eh ignorieren, aber dass es nicht mal jemand versucht, ist schon traurig und enttäuschend.

Ich würde gerne wissen, was Du so machst, was Du so denkst. Ob Dir überhaupt aufgefallen ist, dass ich mich nicht melde, auch nicht bei Nessi. Wahrscheinlich nicht mal das.

Das ist traurig.

Es ist wie ein Entzug. Die Entzugserscheinungen wie Zittern, Schweißausbrüche fehlen zwar. Aber im Grunde ist es genauso. Ein Entzug wird ja, zumindest was die Entzugserscheinungen betrifft, mal irgendwie leichter. Bei mir wird es wohl von Tag zu Tag schwerer werden.

Ich darf gar nicht dran denken.

Ich vermisse Dich so!

 

17.12.2010 um 23:35 Uhr

17. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

gestern Nacht hab ich wenig, bis gar nicht geschlafen. Ich war, kurz bevor Nessi anrief, erst ins Bett gegangen.

Ich habe über vieles nachgedacht, vor allem aus dem Dezember des vergangenen Jahres. Wie oft, ging es mir dann ähnlich, dass ich einfach nicht schlafen konnte und wollte, weil ich an Dich dachte, weil ich irgendwie das Gespür hatte, Du würdest erscheinen. Irgendwann würde eine SMS kommen oder ein Anruf, der besagt, ich schau mal vorbei. Oder einfach nur klingeln.

Natürlich ist das jetzt nicht so. Du wirst nie von Nessi losgehen, um zu mir zu kommen. Nicht nur, weil der Weg weit ist. Es gäbe auch sonst keinen Grund.

Sie sagte mir heute, meinst Du, er hat es nicht gut bei mir. Natürlich hast Du es gut bei ihr, sonst wärest Du nicht da. Ob Du es bei mir schlechter hättest, kann ich nicht beurteilen. Auf alle Fälle ist Nessi anspruchsloser, in vielen Dingen, sie liegt weniger auf die von mir von Deiner Seite so vermisste Emotionalität.

Soll mich also diese Frage trösten? Nein, das tut sie nicht.

Ich weiß, Du hast es gut bei ihr. Das ändert nichts an meinem Gefühl, dass Du es gut bei mir haben sollst.

Das klingt jetzt sehr generös. Aber ich will es auch gut bei Dir haben.

Ich vermisse Dich.

Ich habe es Dir schon gesagt. Natürlich habe ich Dich nicht gefragt, ob Du bleibst. Natürlich habe ich Dich nicht gefragt, ob Du mitkommst. Die Antworten kannte ich ja. Vielleicht. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen.

Ja, ich treffe in letzter Zeit viele, von Euch unverstandene Entscheidungen. Ich verstehe sie schon. Und vielleicht sollte das allein reichen.

Du sagst, ich kapiere nichts. Was kapiere ich nicht? Darauf gibst Du natürlich keine Antwort. Wahrscheinlich weißt Du es selbst nicht. Du hast schon immer sehr gut von Dir behauptet, Du weißt nicht, was Du willst. Das hat sich auch im nüchternen Zustand nicht geändert. Im Gegenteil wahrscheinlich sogar.

Ich habe mir wirklich fest vorgenommen, Dich und auch Nessi nicht zu kontaktieren und auch nicht zu reagieren, sollte, die Wahrscheinlich ist gar nicht so hoch, Ihr Euch melden. Der Grund liegt einfach darin, es gibt nicht viel zu sagen, nicht viel zu schreiben. Was sollen wir uns sagen?

Es ist alles schon X-Mal gesagt worden. Es ändert nichts.

Ich sollte wirklich genug von Euch haben. Ihr seht das umgedreht genauso. Wie viele Lügen, Intrigen gab es in letzter Zeit? Keiner kann sie zählen. Und nicht nur von Nessi und Dir. Wie war es noch, als Du bei der anderen warst. Es war nicht anders.

Ich hab viel für Dich getan. Vor allem hab ich mich ein Stück weit für Dich aufgegeben. Und das ist natürlich ein ganz großer Fehler. Dieser fällt irgendwann auf einen zurück.

Ja, ich liebe Dich, ich vermisse Dich. Aber das ändert nichts, dass ich oft von allem die Nase gestrichen voll habe.

Von Deinen Reaktionen, von Nessi’s Reaktionen. Von der Spitzfindigkeit, von der Geheimnistuerei. Es gibt so viele Dinge. Und natürlich von Deinem Egoismus. Du bist Dir selbst der Nächste. Auch in materieller Hinsicht.

Oder hast Dich mal gefragt, wie sich das alles finanziert?

Ich möchte Dir immer noch gern helfen, bei Dir sein.

Ob Du das möchtest, keine Ahnung. Wahrscheinlich ist es nicht mal wichtig. Ich weiß auch nicht, was die nächsten Tage bringen.

Den entgegen dem, was Ihr so sagt, wäre es wirklich das Beste, es bleibt so. Du bist bei ihr, und ich hab mit Euch beiden keinen Kontakt. Das ist für mich sowieso schwer, dass Du bei Nessi bist. Dass sie sich nicht anderes entschließen kann. Es hat nichts mit meiner mangelnden Liebe zu tun. Nein, im Gegenteil…


 

 

 

 

 

11.12.2010 um 01:00 Uhr

11. Dez. nachts

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

lange hab ich Dir hier nicht geschrieben. Hat sich auch nicht soviel geändert seit dem letzten Brief. Du erhälst sie immer noch nicht. Und wüßtest auch immer noch nicht viel damit anzufangen.

Ja, ich wollte mich von Dir abnabeln. Ich hab es versucht, hab Dir nicht auf Deine SMSen geantwortet, die sowieso keiner Antwort bedurften.  Es waren Spiele, es waren Fragen, ob ich wach bin. Nicht wirklich was Bedeutendes. 

Am Donnerstag hatte ich fast das Gefühl, Du könntest mich vielleicht doch gern haben (ich bin vorsichtig in meinen Ausdrücken). Du hast Dich so lieb an mich gelehnt, meine Berührungen genossen. Du hast micht gebeten zu bleiben. Vllt. hätte ich es tun sollen. Keine Ahnung.

Ich habe es nicht getan. Ich habe immer noch die Hoffnung, irgendwie werd ich es schon schaffen, ohne Dich!

Als ich hörte, dass Du einen kalten Entzug machst, war ich geschockt. Ist das Dein Ernst? Wie soll das funktionieren? Ist das wieder mal eines Deiner Spiele nach Aufmerksamkeit, dass wir so reagieren, wie Du es möchtest. 

Ich weiß es nicht.

Du klangst gelassen am Telefon. Es geht Dir nicht so gut, das ist klar. Aber es geht vielen Leuten viel schlechter, wenn sie einen kalten Entzug machen. Gut, es ist erst ca. 36 Stunden her, dass Du den letzten Schluck getrunken hast. Es kann noch viel passieren. Es kann noch schwer werden.

Ich wollte das Nessi nicht zumuten. Sie geht hart arbeiten. Aber vor allem wollte ich bei Dir sein.

Egal, ob ich nun etwas davon halte, die Verantwortung scheue. Ich wollte bei Dir sein.

Ich möchte immer bei Dir sein. Ich möchte immer in Deinen Armen liegen oder umgedreht. Ich möchte, dass es Dir gut geht. Ich möchte Dir immer helfen. 

Ich bin es nicht, die Dir hilft. Und ich wollte Dir immer helfen. 

Nun bin ich es nicht. Das tut auch weh.

Es klingt mal wieder unlogisch, ist es auch.

Aber Du bist mir wichtig. Ich vermisse Dich. Ich liebe Dich. Ich werde es wohl immer tun. Das weiß ich, auch wenn Du meine Gefühle nicht wirklich erwiderst, denn es so wäre, wo wärst Du dann jetzt?

Klar, ich habe gesagt, Du sollst gehen. Zeitweise kann ich einfach nicht mehr. Zeitweise wird es mir zuviel alles. Die vielen Fragen, die unbeantwortet bleiben. 

Trotzdem wäre ich gern bei Dir. 

Du bist halt mein Miststück!

Einen lieben Kuss

03.10.2010 um 11:35 Uhr

3. Okt. mittag

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück, hallo Nessi,

ich muss schwer an mich halten, um Euch nicht zu kontaktieren. Ich hatte sogar überlegt, ob ich mich nicht einfach auf die Strümpfe mache; ich könnte Euch auch Eure Sachen bringen. Das wäre infantil. Oder einfach nur so. 

Ich hatte heute früh noch eine SMS, ob ich noch wach bin. Ich war es, hatte doch gerade erst Tagebuch geschrieben.

Nun zwischenzeitlich ist es Mittag, natürlich reagiert keiner von Euch. Keine Reaktionen…. 

Wenn ich nur so schlau bin, mich nicht doch zu melden. Momentan wäre mir ganz danach!

 

03.10.2010 um 06:15 Uhr

3. Okt. früh

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo Miststück,

ich bin natürlich wieder wach. Ich konnte nicht schlafen. Nessi hat sich dann doch noch gemeldet, und wir haben lange geredet. 

Ihr ist nicht so ganz klar, dass sie Dir wichtiger ist als ich. Sie kann es sich nicht vorstellen, auch wenn alle Anzeichen dafür sprechen. Nicht zuletzt bist Du jetzt bei ihr. Ihr strahlt eine Harmonie aus, die beneidenswert ist.

Ja, Du hast sie neulich befriedigt. Auf die Idee würdest Du bei mir nicht so schnell kommen. Wir sind heute auch zusammen ins Bett gegangen, aber ich hatte eher eine einschlafende Wirkung auf Dich. Passiert Dir bei ihr nicht. 

Sie glaubt das nicht. Schließlich ist sie nicht Dein Beuteschema. Sie ist viel zu dick. Aber auch ich bin Dir zu moppelig. Es ist ihr Wesen, dass Dich anzieht. Ihre Art. Ihr Charakter. Das sind Dinge, die man gar nicht ändern kann. Die sind einfach so.

Dafür kann keiner was. Sie nicht. Ich nicht. Du auch nicht. Ich kann mich nicht ändern. Ich bin in vielen Dingen anders als sie. Das ist nun mal so. 

Ich bin natürlich auch anders geworden. Unsicherer. Wundert nicht wirklich, wenn man die Situation betrachtet.

Ich hab ihr das noch mal deutlich gemacht, dass sie Dir wichtig sein muss. Das zeigt Dein Verhalten, Deine Aussagen, Dein Schreiben. Auch der Sex klappt mit ihr, genauso wie mit ihr. Sie ist zwar der Meinung, sie könne Dir nicht soviel bieten, aber das stimmt nicht. Es geht alles ganz genauso wie mit mir. 

Und ich habe ihr auch deutlich gemacht, dass es gar nichts bringt, wenn sie sich von uns zurückzieht, denn Du magst sie. Das hast Du ihr schon mehrfach gesagt. Mir? Nein.

Ich bin es, die zurückstecken muss. Hab ich schon vor langem gesagt. Ich liebe Dich. Ich mag Nessi. Das ändert aber nichts daran, dass ich Euch im Weg stehe. 

Nun weiß keiner so genau, was Du die nächsten Tage machen wirst. Nessi wird auch nicht dauerhaft froh sein, wenn Du bei ihr bist. Du bist ja auch anstrengend. Sie geht arbeiten, viel arbeiten, ist den ganzen Tag unterwegs. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Du in den nächsten Tagen dort weggehst, um zu Deiner Mutter zu gehen, zu Deiner Kumpeline oder sogar zu mir.

Dauerhaft wird das mit Euch auch nichts. Das ist allen klar. Dafür gibt es Dutzende Gründe. 

Ich habe Eure Sachen gepackt. Denn egal, was Du unternimmst, ob Du zu Deiner Mutter gehst oder zu Deiner Kumpeline, den Kontakt mir Nessi wirst behalten. Ist logisch. Und ich kann das nicht ertragen, dass sie mehr weiß als ich.

Ich muss von Dir los kommen. Nessi bezweifelt es. Aber eigentlich muss ich doch nur daran denken, dass ich bestenfalls zweite Wahl bin. Die bin ich in jedem Fall. 

Auch wenn Nessi denkt, dass ich attraktiver bin als sie. Das ändert gar nichts.

Du kannst jederzeit zu Nessi gehen, an den Wochenenden. Aber ich werde nicht zu Euch gehen. Das will ich nicht. 

Es mag nicht unbedingt logisch sein, denn schließlich kam sie auch zu uns. Aber mit der zweiten Wahl mag ich mich nicht abfinden.

Du wirst gehen müssen. Wir müssen unseren Kontakt einstellen. Auch keinen Kaffee trinken. Ein Grüßen auf der Straße bestenfalls. Mehr nicht.

Denn egal wie man es sieht, Du hast die Wahl getroffen und nun müssen alle damit leben!

04.09.2010 um 20:24 Uhr

4. Sept. abends

von: Paulinchen   Kategorie: Briefe

Hallo mein Miststück,

ja die Tage waren anders. Ganz anders als gewohnt. Nessi war nicht da und ist auch nicht erreichbar. Sie hat gesagt, was ich ihr von Anfang an nicht glaubte, sie wäre bei ihren Eltern. Irgendwann hab ich da mal angerufen, dort war sie nicht. War kurz bei ihr, hab Geld auf den Tisch gelegt, was ich ihr ohnehin vorgeschlagen hatte. 

Du hast den halben Nachmittag mit mir SMS geschrieben, wolltest 20.00 Uhr hier sein. Bist Du natürlich nicht. Auch das war klar. An Dein Handy gehst Du nicht, ist sicher lautlos. Zu Hause bist Du auch nicht, bist schon seit Stunden weg, sagt Mutti.

Ich hatte alles vorbereitet, so wie gewünscht, nun räum ich es wieder weg. Ich sollte es doch mal lernen.

Samstag abend…..