Musik: Professor Kliq - Plastic & Flashing Lights
Even if I died, I'd still be haunted by you
Nach 4 Monaten mit Pat ist die Beziehung jetzt wieder beendet. Mal abgesehen davon, dass die Beziehung eh eine einzige Berg- und Talfahrt gewesen ist, waren wir wohl sowieso nie füreinander geschaffen. Wir haben uns Sonntagabend am Telefon gestritten, heftig und unschön.
Er tut immer nur etwas für mich, um es mir dann später vorhalten zu können. Dinge die ich tue, zählen überhaupt nicht. Ein Beispiel: Geld. Ich bekomme 80€ Taschengeld im Monat, er geht arbeiten. Immer wieder habe ich bei einzelnen Unternehmungen gefragt, ob ich Geld dazu tun soll, damit er nicht immer alles bezahlen muss. Auch Spritgeld habe ich angeboten, aber er hat es ausgeschlagen.
Nachdem ich das ein paar Mal gemacht hatte und dabei immer dieselbe Antwort zurückkam, habe ich das eingestellt. (Ich mein, ich hab mein Geld jetzt auch nicht zu verschenken) So weit, so gut. Am Anfang des Monats habe ich ihn in ein relativ teures Restaurant eingeladen, was mich mehr als ein Drittel meines Geldes gekostet hat. Da diesen Monat noch zwei Freundinnen von mir Geburtstag haben, war der Rest auch dementsprechend schnell weg und ich bin schon jetzt blank.
Sonntag erzählt er mir dann am Telefon, ich hätte ja auch mal was bezahlen können, aber nein, immer blieb Zahlen und Fahren an ihm hängen. Zu dem Auto muss ich sagen: Sorry, dass mir ein Lkw hinten in die Karre gerast ist, ich deswegen im Krankenhaus lag und noch nicht genug Geld für ein neues Auto hatte. Ich bin 19, herrgott!! Und Krösus heiße ich auch nicht. Ich hätte ihn ja gerne mal gefahren, aber es war nun einmal nicht möglich!
Und dann kriege ich (als ob er sich eine Liste all dieser Dinge anfertigen würde) alphabetisch und chronologisch geordnet alles an den Kopf geworfen, was er jemals für mich getan hat. Falls das seine Großzügigkeit unterstreichen soll, muss ich ihm vielleicht mal sagen, dass er damit arg am Ziel vorbeischießt! Entweder man tut seinem Partner, oder wem auch immer, etwas Gutes, weil man es toll findet, wenn dieser sich darüber freut, oder man lässt es eben bleiben. Aber doch nicht, um das Ganze wie in einem Stempelheft vorzeigen zu können - "ich habe aber 5 Stempel, ich verdiene nun dieses und jenes.."
Besprochen wurden noch sehr viele weitere, unschönere Dinge. Beeindruckend finde ich immer, wie er sich ereifert, wie laut er wird, wie verletzend. Als ob er merken würde, dass er mit normalen Mitteln und wahren Argumenten den Streit nicht "gewinnen" könnte. Früher habe ich immer den Fehler gemacht, dann auf Knien vor ihm her zu rutschen, damit er sich beruhigte. Das zu Bemängelnde habe ich dann aufgeschoben und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angesprochen, oder auch einfach gar nicht mehr. Den Gefallen habe ich ihm dieses Mal nicht getan.
Ich habe zu ihm gesagt, dass ich es beenden möchte, aber von ihm verlange, dass wir es dieses Mal anständig zuendebringen. Ich will, dass er vorbeikommt, dass er mir in die Augen sieht, wenn ich ihm sage, dass ich ihn liebe, aber keine Beziehung mehr mit ihm möchte. Ich will nichts mehr ausdiskutieren, das bin ich ja so leid. Und dann möchte ich nie mehr in meinem ganzen Leben etwas von ihm hören. Damals habe ich nie verstanden, warum wir plötzlich getrennt waren, was seine Gründe waren und dieses unbefriedigende Ende hat immer dazu geführt, dass ich den Kontakt noch einmal gesucht habe.
Das wird dieses Mal anders sein. Ich bin jetzt älter, verstehe, was wirklich in seinem Kopf abgelaufen ist und fühle mich nicht mehr mies, weil ich seine versteckten Komplexe damals tatsächlich als schlagkräftiges, agressives Argument gegen mich gesehen habe. Und ich werde den Weg zuende gehen, den ich damals immer zu bereitwillig abgebrochen habe.
Es geht mir nicht wirklich schlecht. Sicher, die Gedanken kehren immer noch häufig zu ihm zurück. Ein Teil von mir sehnt sich danach, dass es doch zwischen uns geklappt hätte, aber mittlerweile bin ich alt genug, um eine gewisse Reife von mir selbst zu verlangen und zu sagen, dass es so besser ist.
Durch die Trennung habe ich wieder etwas von meinem alten Selbstbewusstsein und Stolz zurückerlangt. Momentan kommt es häufig vor, dass ich in den Spiegel sehe und denke: Du siehst älter aus, reifer. Und so werde ich mich jetzt auch verhalten. Es geht mir besser, als die ganzen Wochen zuvor, ich fühl mich auch irgendwie wieder innerlich gefestigter.
Goodbye, Patrick.