Klecks im Hemd

11.02.2012 um 19:15 Uhr

Eiertanz

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Seit der Widder vor etwa einer Woche mitbekommen hat, dass ich gerade sehr tief unten bin spricht er besonders lieblich zu mir. Fast jeder Satz endet mit meinem Kosenamen. "Ja liebe Anna."  "Och das ist ja nicht schön, dass Du Kopfschmerzen hast. Musst mir schön gesund bleiben, dass ich mir keine Sorgen machen muss." So in etwa. Fast möchte ich eine Schale unter den Hörer halten damit der Schmalz nicht auf den Teppich kleckert. Sonst kommt aber nichts nach. Nichts über uns. Kein: Lass' uns mal treffen. Nichts Konstruktives. Nur Belanglosigkeiten. Das Thema "Wir" ist nicht vorhanden bzw. wird bequemer Weise ausgeklammert. Ich hatte ihn gefragt, wie er denn sein: "Wir fangen jetzt bei null an." als er heulend in meiner Küche saß eigentlich gemeint hat, weil ich davon noch nichts gemerkt habe. Alles was ich als Antwort bekam war weder Fisch noch Fleisch. Auf jeden Fall kam ich immer noch nicht vor in seiner Planung. Wie gesagt - seit dem ist er so freundlich am Telefon. 

Und heute ist ja sein Sohn bei ihm und hilft beim Möbelschleppen. Ich fragte den Widder, was er ihm denn eigentlich zum Umzug und der neuen Wohnung so erzählt hat. (Sein Sohn saß neben ihm und konnte mithören.) Er eierte herum und wollte mir darauf nicht antworten. Er würde mich später noch einmal anrufen und darauf eingehen weil das jetzt irgendwie doof sei. Und sie hätten noch gar nicht darüber gesprochen. Sein Sohn ist 15 und extrem wissbegierig. Als ich fragte, was denn jetzt so schlimm daran ist mir eine gerade Antwort zu geben und ob ich ihn vielleicht direkt fragen soll bog er ganz schnell ab und lobte das Gespräch weg. Es stinkt doch zehn Meilen gegen den Wind, dass da was faul ist. Vielleicht habe ich genau das noch gebraucht. Momentan kann ich darüber nur müde schmunzeln. Er wird sich nie ändern und das muss er auch gar nicht. Ich hab' ja die Wahl...

11.02.2012 um 10:38 Uhr

Es sind

von: annaswelt   Kategorie: Widder

...die Wochenenden, die mich so richtig runterziehen. Die Verabredung mit D. morgen fällt aus weil er kurzentschlossen mit seiner Freundin weggefahren ist. Aber eben meldete sich meine Schwester. Nun treffe ich mich stattdessen mit ihr. Der Widder ist mit Vorarbeiten für seinen Umzug beschäftigt. Allen Ernstes hatte er doch in seinem Kopf, dass ich ihm beim Möbelschleppen helfe... in jene Wohnung in der ich nicht willkommen bin...  Da kaue ich jetzt noch dran.

Ich muss mir immer wieder einreden, dass es wahrscheinlich eh' nicht gut gegangen wäre und dass das Leben sicher etwas viel Besseres für mich parat hält während ich mich von dem Gefühl der Zurückweisung runterziehen lasse. Es zerreißt mich, wenn er vom seinem Umzug spricht und ich kann nicht einmal irgendwas dagegen sagen. Es ist  m e i n  Sch...gefühl.  M e i n e  Zurückweisung und mein ganz eigenes Problem, mit dem ich ganz allein zurechtkommen muss.

Ich neige dazu mich zu betäuben, statt durch den Schmerz durchzugehen und damit den nächsten Fehler zu begehen. 

02.02.2012 um 11:04 Uhr

Noch einen Schritt weiter

von: annaswelt   Kategorie: ohne

Vor ein paar Tagen rief mich meine Mutter an. Zuletzt hatten wir uns Neujahr gehört. Ich befand mich immer noch in dem aufgräumten Zustand und freute mich, dass sie von sich aus angerufen hatte. Anfangs hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass es krampfig werden könnte weil wir eigentlich gar keine richtigen Berührungspunkte mehr haben und in ihrem Leben auch nicht mehr all zu viel passiert. So waren die allgemeinen Erkundigungen nach dem Befinden schnell abgehandelt. Erstaunlicherweise kam das Gespräch dann aber doch ins Rollen. Und so flog eine Stunde dahin.

Als das Gespräch im Anschluss so nachklang wurde mir bewusst, wie ähnlich wir uns nicht nur im Äußeren immer waren sondern auch in unserem Wesen sind. Mir fiel plötzlich ein was Robert Betz einmal in einem seiner Seminare über die Spiegelgesetze sagte: Wenn Mütter mit "schwierigen" Töchtern ihn baten ihm diese zur Therapie schicken zu dürfen sagte er oft: "Nein, Sie dürfen gerne selbst kommen."  

Und schlagartig war sie da. Diese Einsicht warum meine Mutter und ich es immer so schwer miteinander hatten. Ich habe ihr all das, was sie in sich selbst immer ablehnte widergespiegelt und damit den Finger direkt in ihre Wunden gelegt. Sie hat sich selbst nie geliebt und deshalb konnte sie mich auch nicht lieben. Nein, ich könnte ihr jetzt gar nicht mehr böse sein. Leider hat sie sich nie entwickelt oder mit all dem auseinander gesetzt oder auch nur ein wenig dafür geöffnet. Vielleicht liegt es an ihrer Generation, die mir oft etwas festgefahren und unflexibel vorkommt. Aber egal.

Für Krieg braucht es zwei. Für Frieden nur einen. Aber der reicht für uns beide.

 

31.01.2012 um 14:00 Uhr

Die endlose Geschichte

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Ich schiebe wieder einmal den Blues. Die treuen Leser wird es nicht so sehr überraschen, wenn ich erzähle, dass der Widder immer noch Teil meines Lebens ist. Wie auch immer man das auch noch definieren kann. Aber wer will schon Definitionen? Eigentlich reicht es doch schon, wenn es sich nur gut anfühlt. Aber gut fühlt es sich auch heute wieder nicht an... wie so oft. Ich weiß, dass ich die Wahl habe. Man hat immer die Wahl. Und wenn es nur die eigene Einstellung betrifft. Aber habe ich auch die Kraft? Schon wieder habe ich ein Jahr verplempert ohne eine Entscheidung getroffen zu haben. Obwohl - ganz so stimmt das ja nicht. Nur sind diese schon inflationär...

Der Widder will jetzt umziehen. Eine hübsche große Wohnung am Rande der Stadt. Ganz nah an seinem Wirkungskreis. Arbeit und Wohnen zusammen. Für ihn die perfekte Lösung. 

Die Vorgeschichte ging so:

Im Herbst letzten Jahres sagte er zu mir: "Du Anna, ich habe eine Übrerraschung für Dich. Eine Wohnung, die ich für uns schon so gut wie klar gemacht habe." Achso?  Ich dachte ja immer, dass das eine Entscheidung ist, die man gemeinsam trifft. Und... ich hatte sie vorher noch nicht einmal gesehen. Geschweige, dass die Entscheidung zusammen zu ziehen überhaupt erstmal gefällt werden wollte. Die Überlegung, dass wir mit diesem Versuch schon zweimal baden gingen ist dabei vielleicht ja nicht ganz unerheblich. Als ich dann den Preis für die Miete erfragte musste ich erneut schlucken. Also zusammengefasst hatte er UNS eine Wohnung ausgesucht, die nur für IHN günstig lag und von der er wusste, dass ich so viel Geld niemals für eine gemietete Wohnung bezahlen würde. (Darüber hatten wir früher schon einmal verhandelt.)

Ab März wird das Schmuckstück nun frei. Und im Januar war ich immerhin schon so geneigt, mir diese wenigstens anzusehen. Ich hatte mich für den Gedanken ein wenig geöffnet. was für mich Angsthase schon ein großer Schritt war, zumal die Wohnung für mich wirklich nicht so günstig liegt. Und wer weiß? Vielleicht wäre sie ja so geschnitten, dass jeder genügend Freiraum hätte sich zu entfalten oder auch mal aus dem Weg zu gehen. Einen Teil der Miete würde er für den Arbeitsbereich absetzen können, so dass diese sich einigermaßen relativierte.

Wir liefen durch die Wohnung und sponnen ein paar Möglichkeiten zurecht, wie man das bei einer Wohnungsbesichtigung meistens macht, wenn sie einem zusagt. Anschließend gingen wir frühstücken. Dabei erklärte mir der Widder welche Räumlichkeiten er für seine Arbeit schon verplant hatte und holte dann zum finalen Schlag aus: "Ja weißt Du Anna, zusammen ziehen können wir nur, wenn Du während deiner Freizeit in meiner Firma mitarbeitest." (Umsonst natürlich, denn wir ziehen ja dann an einem Strang.) Rationiert auf zwei Tage in der Woche dürfte ich meinem Job noch nachgehen, das aber nur auf überschaubare Zeit begrenzt. Optimalerweise sollte ich ihn aber gleich ganz aufgeben. 

Vielleicht habe ich nicht genau hingehört aber irgendwie vermisste ich so Sätze wie: Schatz, lass uns jetzt endlich die Zukunft gemeinsam verbringen. Ich liebe Dich und will mit Dir glücklich zusammen leben. Lass' uns eine schöne Zeit haben. Ich will Dich bei mir haben, weil ich Dich vermisse. Weder verbal noch nonverbal konnte ich auch nur einen Hauch davon spüren. Die Arbeit war DAS Thema und Beweggrund schlechthin sich zweckmäßiger Weise zusammen zu tun. Es würde so aussehen, dass wir fortan nun beide nichts anderes mehr tun würden als arbeiten und uns dabei noch mehr verlieren. 

Die Karten waren nun neu gemischt und ich habe davon nichts mitgekriegt. Wenn dies seine "Bedingungen" waren hieße das, dass er allein dort einzöge und dann würden wir uns auf die Entfernung noch weniger sehen. So würde ich nicht weitermachen wollen und sähe nichts Hoffnungsträchtiges mehr für uns. Er schlug mir vor mein (guter) Freund zu bleiben und mir zu helfen wann immer ich Hilfe bräuchte. Eigentlich würde sich ja gar nicht viel verändern. Nur würde er sich noch eine Frau für's Bett suchen. Das war dann doch etwas zuviel. Darauf würde ich gewiss nicht warten wollen und hielt es für besser mich dann lieber gleich ganz zu trennen. So trennten wir uns. Zum fünfundvierzigsten mal. Für ganze drei Stunden. Dann folgte ein Telefonat. 

Die Situation war nun eine ganz andere. Ich würde hier zurückbleiben. Allein und verlassen - weil ich es so wollte bzw. nicht anders konnte. Was für ein Sch...gefühl. Ich wünschte, ich könnte einmal stark bleiben und diese verdammte Trennung einmal konsequent durchziehen. Ich konnte es nicht. Wieder einmal.

Ich bemühte mich um einen Kompromiss und wir legten die Karten neu. Nur um diesen Trennungsschrecken los zu werden, der auch nach zig Wiederholungen seine Wirkung nicht verfehlte,  war ich plötzlich zu vielem bereit und hörte mich Dinge sagen, die ich noch zuvor für undenkbar hielt. Ich steigerte mich in die Illusion, dass doch noch alles gut werden konnte und so machten wir Pläne für die neue Wohnung. Schließlich war ich sogar bereit, meine eigene Wohnung als Rückfluchtsort ganz aufzugeben und auf alles oder nichts zu setzen.

Ein paar Tage später lud er mich zum Essen ein. Er empfing mich mit einem wunderhübschen Strauß Blumen und eigentlich war es sehr harmonisch. Er wirkte sehr verliebt und erklärte mich zur Liebe seines Lebens aber eigentlich würde er doch lieber alleine in die Wohnung ziehen wollen. Er versuchte noch abzuschwächen und schloss nicht aus, dass ich später nachkäme... Es folgte etwas später noch ein kurzer Streit mit anderer Thematik. So endete der Abend. Es war Freitag der 13te.

Ich überlegte noch, wie das gemeinsame Wochenende nun aussehen sollte vor diesem Hintergrund. Doch am nächsten Morgen trennte ER sich von mir. Per SMS. Um 5.22 Uhr! Ich kann es nicht erklären aber diesmal fühlte es sich endgültig an. Vielleicht weil es diesmal von ihm ausging. Ich nahm es hin und ob es glaubhaft klingt oder nicht... es war okay für mich. Ich fühlte mich leer, resigniert aber auch erleichtert. Ich verabredete mich mit meiner Schwester, verlor aber kein Wort über das was vorgefallen war. Hatte ich auch nicht vor - jedenfalls nicht bevor ein paar Tage verstrichen wären. Ich wollte gerade gehen als es energisch an der Haustür klingelte. 

In meiner Küche saß nun das heulende Elend. Der Widder hatte zwei versandfertige Pakete mit meinen restlichen Sachen dabei, die er mir nun doch nicht mit der Post schicken wollte, wie er vorher per SMS noch mitteilte, die aber wegen des Umzugs so oder so im Wege wären. Alles war nun nicht mehr wahr, sondern ich wieder die Liebe seines Lebens, von der er sich niemals lösen könnte. Ein hartes Stück Arbeit für ihn, denn dieses Ohr war taub und ein Bein noch immer auf dem Weg zu meiner Schwester. Aber er wollte noch nicht gehen, weinte noch ein bisschen und zog mich zu sich. Es kam, wie es immer kam und er versprach mir, dass wir ab jetzt bei Null anfangen. Ich schaute zu ihm hoch und sagte nur: "Aber Du hast Deinen Job und ich meinen." Dazu sagte er nichts. Nur, dass ich die beiden Pakete erst in der neuen Wohnung auspacken solle, weil es mir sonst wehtun würde. (Er hatte mir auch meine selbstgebastelten Kalender für ihn und sämtliche Fotos mit eingepackt.) 

Seit dem wird das Thema Wohnung in Zusammenhang mit mir gemieden. Es ist als würde ich am Bett eines Kranken stehen... Es wird sich etwas tun und es muss sich etwas tun. Aber es tut weh zu fühlen, dass ich gar nicht wirklich vorgesehen war. 

 

31.01.2012 um 10:48 Uhr

Ach so ist das!?

von: annaswelt   Kategorie: ohne

Die Frau aus dem Publikum studiert Psychologie und verkündete vollmundig, dass die Wissenschaft jetzt festgestellt hat, dass die Seele im Gehirn sitzt.

Einst wollte ich Psychologie studieren. Doch jetzt bin ich fast froh, dass ich es nicht getan habe.


19.01.2012 um 20:28 Uhr

Im neuen Jahr

Fast schleiche ich mich herein als hätte ich das Recht verwirkt hier mitzumachen weil ich so lange nichts geschrieben habe. Aber ich war ja nicht wirklich fern und schaute doch öfter vorbei. Mal hier, mal da.

Wollte ich hier alles aufschreiben was sich in der Zeit seit meinem letzten Eintrag ereignete... Ich wüsste gar nicht wo ich beginnen sollte. Eigentlich will ich das auch gar nicht. Vieles von dem hat eh' die Zeit gefressen und nichts blieb wie es war. 

Mit gemischten Gefühlen sehe ich diesem noch jungen Jahr entgegen und bange halb was es uns bringt. Im alten Jahr hat sich noch einiges klären können. Zum Beispiel habe ich meine Mutter wieder gesehen. Zu Weihnachten - eher ein zufälliger Zeitpunkt - hatte ich die Energie sie anzurufen und ein Treffen vorzuschlagen. Das Treffen selbst und dass es überhaupt zustande kam waren eine schwere Geburt. Wir sind im Guten verblieben als wir uns verabschiedeten. Dennoch werden wir aus dieser Begegnung unterschiedlich hinausgegangen sein. In jedem Fall fühlt es sich jetzt greifbarer und ein wenig bereinigter an. Es war in jedem Fall gut, dass es dazu kam und wichtig. Bisher dachte ich meinen Frieden mit ihr gemacht zu haben. Dass das tatsächlich nur ein Lippenbekenntnis war womit ich mich jahrelang betäubte merkte ich erst im Gespräch mit ihr. Wir schenkten uns beide nichts und das war auch gut so. Wer heilen will muss noch einmal mit allen Emotionen durch die alten Verletzungen. Diesen Weg sind wir gegangen. Offen unverschleiert und schonungslos. So weit, dass ich schon gehen wollte weil es sich so verhärtete und glaubte, dass wir niemals mehr zu einander finden könnten. Dann stand sie da - diese einst so wunderschöne Frau, die mich einmal so beherrschte, misshandelte und unterdrückte. Klein, zerbrechlich, und voller Schutzbedürftigkeit in ihrer begrenzten selbstgebastelten Welt voller Feindbilder, mit denen sie ihr Handeln rechtfertigen konnte. Sie tat mir so leid. Wie schlimm es doch sein musste ein Leben lang diesen Konflikt mit sich herum zu tragen. Dieses ungewollte Kind lieben zu wollen - es aber nicht zu können, weil sie all ihren Hass über das was ihr selbst widerfuhr darauf projizierte.

Plötzlich sah ich nicht mehr die Mutter sondern nur noch dieses zerbrechliche, verletzte Wesen das es nicht besser wusste. Ich nahm sie in den Arm und war ihr das erste mal im Leben wirklich nah.

Danach haben wir noch ein paar mal telefoniert. Es wird sich sicher keine Euphorie mehr einstellen was unseren Umgang betrifft. Aber es ist nun friedlich und wenn einer von uns mal geht ist nichts offen geblieben. Ich denke, damit können wir zufrieden sein. 

Ich wurde früher einmal gefragt, ob ich ihr denn schon danken könne...

Heute kann ich es. Denn ohne sie wäre ich nicht der Mensch der ich heute bin.

 

04.09.2011 um 19:48 Uhr

Sonntagabend

von: annaswelt   Kategorie: Lucy

Es war ein wunderschöner Tag heute. Ganz still - wenn man von etwas Kindergeschrei im Hausgarten absieht. Aber selbst das passte und wurde vom friedlichen Ganzen getragen. Ich habe viel gelesen, an der frischen Luft geschlafen, wieder gelesen und sehr viel nachgedacht. Ich fühle mich gut und friedlich.

Meine Lucy hat es genossen und immer wieder meine Nähe gesucht. Die letzten 10 Tage waren sehr schwierig. Sie war krank, hat gebrochen und seit Tagen nichts gefressen. Ich glaube, dass sie meine negativen Schwingungen der letzten Zeit aufgefangen hat und es ihr deshalb nicht gut ging. Dann habe ich sie mit meiner Angst um sie bedrängt. Sie ist ja schon alt und jedesmal habe ich Sorge, dass sie es diesmal nicht schaffen könnte. Im Zuge dessen war der Gedanke an ihren naheliegenden Tod in den letzten Tagen sehr präsent. Doch heute wurde mir klar, dass ich sie gehen lassen muss wenn sie soweit ist. Das war ein sehr friedlicher und versöhnlicher Gedanke. Ich glaube, dass viele Haustiere sich zum Sterben nur deshalb zurückziehen, weil sie von ihren Menschen aus Sorge bedrängt und nicht losgelassen werden. Meine Lucy liegt jetzt neben mir und irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie mich verstanden hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich es schön finden würde, wenn sie noch da bliebe und ich traurig wäre wenn nicht aber ich würde sie gehen lassen und dass sie sich deswegen nicht zurückziehen muss. Ich weiß, dass nur ihr Körper stirbt - ihre Seele aber einen schönen neuen bekommen wird und dass wir uns auf dieser Ebene nicht verloren gehen. Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit bis hierher. Und siehe da - sie beginnt wieder zu fressen - ganz vorsichtig.

 

04.09.2011 um 08:58 Uhr

Sonntagmorgen

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Ich habe vom Widder geträumt. Es stellte sich heraus, dass er ein Verhältnis hatte. Ich fragte ihn wie lange das schon läuft und merkte wie er sich schon wieder heraus winden wollte. Doch diesmal ließ ich nicht locker und fragte ihn sehr eindringlich. Dann gab er zu, seit drei Jahren. Ich war schockiert. Ich war immer der festen Überzeugung, so feine Antennen zu haben, dass ich so etwas immer merken würde. Sie hieß Tanja und sie würden sich schon viele Jahre kennen. Ich ging gedanklich in die Zeit vor drei Jahren zurück. Seit da also lief das schon. Aber wieso hat er sich dann nicht von mir getrennt? Was wollte er noch von mir? Mich warm halten, um seine Firma zu übernehmen? Einerseits war ich erleichtert nun endlich Klarheit zu haben. Aber wieso war er nicht ehrlich zu mir? Es kann doch passieren, dass man sich neu verliebt. Deshalb also das Prepaidhandy und der interne E-Mailaccount...

Dann wachte ich auf und spürte nach. Dieser Traum fühlte sich sehr echt an. Den internen E-Mailaccount gibt es wirklich und auch das Prepaidhandy, das er immer in Betrieb hat. (Außer wenn wir zusammen waren.) Aber für wen? 'Zur Sicherheit' sagte er mal. Es kommen Szenen aus der Vergangenheit hoch, in denen meine Alarmglocken lauter schrillten als mir lieb war. Zum Beispiel als wir vor zwei Jahren im Urlaub waren. Wir saßen nach einem wunderschönen Tag abends in der Bar um einen Cocktail zu trinken als eine SMS kam. Er schaute nur kurz drauf und steckte das Handy gleich wieder weg. Ich fragte ihn wer denn geschrieben hat und er meinte, 'lass' uns oben im Zimmer nachsehen. Ich habe jetzt keine Lust dazu.' Soweit okay. Als wir jedoch später im Zimmer waren hatte er sie zwischendurch heimlich gelöscht. Von wem die SMS war weiß nur er...

Dann die Nummer im Auto. Das Handy klingelt. Und Klingelt und klingelt. Ich frage, 'willst Du nicht rangehen?' Dann nestelt er herum als würde er danach suchen. Schwein gehabt. Als er es endlich hat hat's aufgehört. Mit zitternden Händen tippt er wild darauf herum. Das macht mich stutzig und ich frage ihn was los ist. Der Ausreden sonst nicht verlegen tischt er mir Märchen auf. Es wäre A. gewesen. Ich könnte ja nachsehen und gab mir das Handy. Stimmt, A. hatte angerufen... am Tag davor. Den aktuellen Anruf hatte er gelöscht...

Es fällt mir immer noch schwer mit der jetzigen Situation umzugehen. Gestern hatte ich sogar ein ziemlich ausgeprägtes Tief. Ich ging trotzdem raus. Das Wetter war so herrlich sommerlich und eigentlich hätte ich glücklich sein sollen. Aber ich fühlte mich wieder nur sehr allein unter den Menschen, die um mich herum wuselten. Ich sah sie an und hatte plötzlich das Gefühl, niemals mehr einen Menschen zu finden, der wirklich zu mir passt. Ich wurde mir meiner Eigenheiten und meines eigenen Anspruches bewusst. Wo ist dieser Mensch, der mich so nehmen kann wie ich bin, mit dem ich mich verbunden fühle, dem ich vertrauen kann und auf Augenhöhe bin? Und werde ich ihn in diesem Leben noch finden... oder er mich? In meiner "Verzweiflung" habe ich mir im Internet mal eine Singlebörse angesehen. Den Widder hatte ich in einer solchen kennengelernt. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern. An die zahlreichen Dates, an die Schreiberei, an die Oberflächlichkeit und die Anspruchslosigkeit in einem Spielplatz der Eitelkeiten. Als ich dann das Profil von einem Mann entdeckte, dass auch damals schon dort existierte wurde mir endgültig klar, dass das nicht mein Feld ist.

Heute und gerade nach diesem Traum geht es mir besser. Die Sonne lässt noch auf sich warten. Aber das ist okay. 

 

03.09.2011 um 10:23 Uhr

Zwei auf einmal

von: annaswelt   Kategorie: Quer Beet

Gestern als ich aus dem Supermarkt kam, sprach mich ein attraktiver etwa 25jähriger Mann an. Sein Trainer und er hätten mich zuvor im Auto gesehen und er würde jetzt vermitteln, da der Trainer wegen eines Termines nicht warten konnte und ob ich irgendwie für ihn erreichbar wäre. Er wäre auch etwas älter (34) und er würde mich so gerne kennenlernen. Ich fand das ja niedlich, wie er da so vor mir stand und nach Worten für seinen Freund rang. Als ich ihm darauf antwortete, dass wir unter dieser Voraussetzung lieber schauen wollen, ob uns der Zufall das nächste mal nicht direkt zusammenführt, fragte er doch tatsächlich ob wir zwei uns dann nicht kennenlernen könnten. Ich habe ja nichts gegen jüngere Männer aber das war mir dann doch zu doof. So lehnte ich dankend ab und sah mich beim Weggehen noch einmal kurz um. Er hatte sofort sein Handy beim Wickel und rief jetzt bestimmt seinen Freund, den Trainer an. Dabei hätte ich ja zu gern Mäuschen gespielt...  

 

30.08.2011 um 11:47 Uhr

Mal öfter rausgehen

von: annaswelt   Kategorie: ohne

Wir telefonieren wieder. Der Widder und ich. Gesehen haben wir uns jedoch nicht. Das Kind trägt keinen Namen und das ist auch gut so. Ich befinde mich diesbezüglich in einer so-lala-Stimmung. Auch hier hängen keinerlei Erwartungen mehr dran. Es ist einfach so wie es ist.

Und dann war ich am Samstag auf eine Mottoparty eingeladen. Es war J's. nachträgliche Geburtstagsfeier. J. hatte ich vor wenigen Monaten kennen gelernt und wir waren uns gleich sympathisch. Das Motto lautete 50ziger Jahre. Irgendwie lustig solche Mottofeiern. Das lockert gleich zu Beginn schon auf, gerade wenn man wie ich allein auf eine Feier geht und bei der man außer dem Gastgeber niemanden kennt. Die letzte Geburtstagsparty mit Motto "Geschlechtertausch" fand ich auch sehr witzig. Na jedenfalls war das toll am Samstag. Ich hatte mir einen Petticoat besorgt und ein neues Kleid aus dem Urlaub etwas umgeändert und fühlte mich ziemlich wohl darin. Es hat gut getan mal wieder unter Leute zu gehen. Alle waren mir gegenüber sehr herzlich und aufgeschlossen, so dass ich mich keine Sekunde lang allein oder irgendwie fehlplaziert fühlte. Wir haben viel gelacht und da ich für Sonntag bei meiner Mutter ausgeladen war, musste ich mir nicht mal ein zeitliches Limit für 's nach Hause gehen setzen, um am nächsten Tag fit zu sein. Und als ich am nächsten Tag meine Tasche leerte waren 4 neue Kontakte dabei. Einer davon ist A. ein begnadeter Fotograf, der die Räume für die Feier vermietete, was ich vorher schon wusste und den ich Anfang 2000 schon mal flüchtig beim Fasching kennenlernte. Er hat mich tatsächlich wieder erkannt und wusste sogar noch welches Kostüm ich damals trug, was ich nie gedacht hätte da ich mich seitdem ja doch verändert habe. Ich war neugierig ihn wieder zu sehen zumal ich über die Jahre immer mal über eine Freundin von ihm hörte, die damals mit beim Fasching war und sich ab und an mit ihm traf. Als er dann vor mir stand hätte ich ihn niemals wieder erkannt. Es war nett mit ihm zu plaudern und... eine gemeinsame Fotosession ist geplant. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich riesig, weil er ein absoluter Könner ist und was ich von seinen bisherigen Fotos gesehen habe mich wirklich vom Hocker haut. Die anderen neuen Kontakte sind zwei sehr nette Mädels, von denen eine leider etwas weiter weg wohnt und ein Mann, den ich eher nicht kennenlernen werde. Ist gar nicht schlimm, wenn man auch mal alleine unter die Leute geht. Und wer weiß, ob der Abend zu zweit den gleichen Ausklang genommen hätte. 

 

28.08.2011 um 11:55 Uhr

Donnerwetter

Seilspringen

Ich dachte erst, das wird so eine Fesselnummer wo er am Ende völlig verknotet am Boden liegt. Aber er kann es wirklich.

 

26.08.2011 um 18:42 Uhr

Ausgeladen

von: annaswelt   Kategorie: ohne

Wir beratschlagten noch, ob es nicht besser ist, wenn meine Mutter vorgewarnt ist, weil sie ja keine "Überraschungen" zu ihrem Geburtstag erleben wollte. (Zu ihren Brüdern hat meine Mutter nämlich auch keinen Kontakt aber das nur am Rande.) Da allein schon die Überlegung, ob man die Mutter auf den Besuch ihrer Tochter vorbereiten muss recht eigenartig anmutet entschied sich meine Schwester dagegen.

Doch nun rief sie mich vorhin an und teilte mir mit, dass sie aus dem Bauch heraus nun doch bei ihr angerufen hat. Sie wollte vermeiden, dass die Gesamtstimmung am Geburtstag darunter leidet wenn ich da plötzlich unverhofft auftauche und ein bisschen auch vermeiden, dass sie als die jenige gilt, die das alles ausgeheckt hat - obwohl das ja diesmal überhaupt nicht der Fall war.

Die Feier sollte ja am Sonntag stattfinden. Und das wird sie auch. Nur ohne mich. Denn statt sich zu freuen, weil sie doch angeblich so unter dem Kontaktverlust leidet und sich doch so wünscht, alle endlich wieder zusammen im Arm zu halten, regt sich meine Mutter sofort auf und lässt mitteilen: "...an sich gerne, aber nicht an ihrem Geburtstag (!!!). Mit anderen Worten, sie will mich an diesem Tag nicht dabei haben. Was sagt man dazu? Das war ihre letzte Chance und wenn sie mich in diesem Leben noch einmal sehen möchte wird sie schon auf mich zukommen müssen und ich hoffe nicht, dass das dann der Fall sein wird, wenn sie ihren Mann nicht mehr hat oder aus einer sonstigen Bedürftigkeit heraus. Ansonsten bin ich mit diesem Thema durch. Ich bin froh, dieses Schlüsselerlebnis im Gespräch vorher mit meiner Schwester gehabt zu haben, so dass ich keinerlei Erwartungen hatte sondern eigentlich nur neugierig auf das Treffen war. Das einzige was ich jetzt empfinde ist Verständnislosigkeit. Sie verkennt die Situation und lebt in ihrer kleinen zurecht gebastelten Welt.  Ich schüttle den Kopf und kann es nicht nachvollziehen. Was hat diese Frau an der Stelle, wo andere Mütter ein Herz haben? Aber das muss sie mit sich selbst ausmachen. Ich bin diesbezüglich im Reinen mit mir und muss mich an ihrem Grab nicht fragen, ob ich etwas versäumt habe. 

 

25.08.2011 um 11:02 Uhr

Eintrag vom 23.08.2011

von: annaswelt   Kategorie: Seelenfieber

Ein paar Tage sind inzwischen vergangen. Viel hat sich in dieser Zeit bewegt.  Weniger äußerlich als in mir selbst. Ich war sehr emotional. Habe geweint und gelitten,  fühlte mich verlassen und verloren.  Nicht mal meine Schwester erkundigte sich, wie es mir geht. Ganz untypisch für sie. Ich war so richtig das Opfer und habe mich kein Stück voran bewegt.

Heute telefonierten wir ca. 3 Stunden, nachdem sie mich gestern Abend anrief und gar nicht eingeschätzt hätte, dass es mir so schlecht ging sondern vielmehr davon ausging, dass der Widder und ich inzwischen wieder zusammen sind… so wie es bisher immer war. Wenn das nicht Bände spricht!

Na jedenfalls ist ja wieder ein Jahr rum und der Geburtstag meiner Mutter naht. Diesmal ein runder. Meine Schwester ist eingeladen. Dass sie  z w e i  Töchter hat weiß sie wohl nicht mehr. Inzwischen sind etwa 8 Jahre vergangen, dass wir das letzte mal Kontakt hatten. Schwester und ich verfallen in die übliche Diskussion. Ich könnte doch einfach mitkommen. Seit Jahren ärgere ich mich über diese Aufforderung weil Sie bis heute nicht versteht, dass ich damit meine Seele vergewaltigen würde. Zu oft bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe immer wieder den ersten Schritt gemacht. Und nichts hat es gebracht. Es lief immer wieder auf Kontaktabbruch hinaus. Wohl gemerkt von ihrer Seite. Mein Leben lang sehne ich mich danach, dass meine Mutter nur ein einziges mal einen Schritt auf mich zumacht und mir in irgendeiner Weise zu verstehen gibt, dass es kein Fehler war, mich geboren zu haben. Irgendeine Einsicht nur, dass sie Fehler gemacht hat oder dass es falsch war, ihr Kind körperlich und seelisch zu misshandeln… Je mehr wir darüber reden bricht es aus mir heraus. Ich werde zum Kind und durchlebe all diesen Schmerz noch einmal und beginne zu heulen. Ich begreife nicht, wie sie immer noch auf ihrer Uralteinstellung hockt in der sie felsenfest darauf pocht, dass immer das Kind angekrochen kommen muss. Es ist kein Privileg Mutter zu sein, nur weil man ein Kind gebar, das man ganz und gar nicht haben wollte und zwangsläufig großzuziehen hatte. Ich sehe nicht worin sie sich als Mutter verdient gemacht hat, um nun solche absurden Ansprüche zu stellen. Hinzu kommt, dass ich ihr nie etwas getan habe, weshalb ich Buße zu müsste.

Wir kauen alles zum x-ten Mal wieder durch. Unter anderem erwähnt meine Schwester wieder diesen Brief, den ich meiner Mutter als verzweifelte 16-jährige schrieb, nachdem ich für immer von zu Hause abgehauen war.  Dieser Brief ist inzwischen Jahrzehnte alt und ich weiß nicht einmal mehr, was ich damals schrieb. Nur das es sehr klare Worte waren, die mir aus ihrer Sicht nicht zustanden. Die Welt hat sich seit dem weiter gedreht. Aber sie sitzt immer noch darauf, Sie verbeißt sich seit Jahrzehnten darin und will es wohl auch so, weil er all ihr Verhalten, ihre antiquierten Ansichten rechtfertigt und weil sie nicht bereit ist, sich weiter zu entwickeln, sich mit den eigenen Verletzungen, Unzulänglichkeiten und Blockaden auseinander zu setzen. Während mir das bewusst wird... also so wirklich bewusst, passiert etwas Unglaubliches. Eine nie gekannte Ruhe breitet sich in mir aus.  Ich erkenne die Absurdität, die darin steckt und die ungeahnte Tragweite. Eine innere Erhabenheit überkommt mich und sie tut mir nur noch leid. Ich erkenne, dass sie das Opfer ist. Nicht ich. Und genau so fühlt es sich an. Oft habe ich mir solche Gedanken zurechtgelegt aber ich habe es nicht gefühlt. Ich dachte, wenn ich das nur lange und konsequent genug denke, wird es auch in mir wirken. Aber das tat es nie. Ich habe es nie gefühlt. Nur wenn man die Dinge fühlt können sie auch wirken. Und heute kam etwas ins Wirken und ich hoffe so sehr, dass sich dieses Wirken auch auf andere Bereiche meines Lebens ausbreiten wird. In der Beziehung vielleicht. Ich bin kein Opfer (mehr).

Meine Schwester sagt, meine Mutter leidet unter der Situation aber niemals würde sie zum Telefon greifen und den Kontakt nach mir suchen.  Sie könne es nicht. 

Und nun ist eingetreten, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich trage mich mit dem Gedanken, ihr ein letztes Mal die Hand zu reichen und sie zu ihrem Geburtstag zu besuchen. Denn ewig wird sie in ihrem Alter nicht mehr leben. Doch dieses Mal sind die Karten neu gemischt. Ich werde ihr nicht mehr als Opfer begegnen sondern als Frau, die selbstbewusst ihr Leben meistert und dies auch deutlich machen kann. 

 

Schön, dass es hier nun wieder funktioniert und die Werbung oben ist auch gleich mit verschwunden.

 

21.08.2011 um 18:28 Uhr

nachgereicht

Habe eben nochmal den Text gelesen und finde, dass der ohne die dazu gehörige Musik irgendwie schräg klingt.  

 

Max Herre

Scherben

 

21.08.2011 um 12:10 Uhr

Die Scherben

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Klappe, die wievielte eigentlich? Wie auch anders zu erwarten, der Kontakt zum Widder besteht wieder. Er ist krank gworden und bat mich um einen Gefallen, der etwas Zeit und Aufwand erforderte. Ich verwehrte ihm diesen, nachdem mein Bauch mir davon abriet. Dennoch telefonieren wir seit dem wieder häufiger.

Kein Wort über die Trennung - weder von ihm noch von mir, so als würde es sich um explosiven Zündstoff handeln. Er nennt mich bei meinem Kosenamen. Und doch fühlt es sich sehr sehr traurig an und hinterlässt bedrückende Gefühle.

Les' die Scherben von gestern auf.

Und merk' sie geh'n nicht mehr zusammen.

Ich lass' Dich los und Du lässt mich auch.

Vielleicht versteh'n wir's irgendwann.

Les' die Scherben von gestern auf.

Und merkst sie werden nicht mehr eins.

Lass' mich geh'n - ich lass' Dich auch.

Und halt mich fest an dem was bleibt.

Da stand ein Glas auf dem Tisch.

Und wir sahen es beide nicht.

Sahen's erst wie 's zerbricht.

Und Du sagst, ich geh' zu mir.

Worte kann man nicht radieren.

Sie bleiben da wie man sie spricht.

Les die Scherben von gestern auf.

Und merk' sie gehen nicht mehr zusammen.

Ich lass' Dich los und Du lässt mich auch.

Vielleicht versteh'n wir's irgendwann.

Und vielleicht sehen wirs uns dann.

Und wir gehen ein Stück zusammen.

Da ist kein Schmerz im Wiedersehen.

Und ich sag' es, geh' zu Dir.

Jahre kann man nicht radieren.

Was war kann uns niemand nehmen.

Nein.

Ich hoffe, ich seh Dich.

Ich hoffe, ich sehe Dich irgendwann.

Ich hoffe, Du siehst mich auch.

Und die Tränen sind vergangen.

Les' die Scherben von gestern auf.

Und merk, sie geh'n nicht mehr zusammen.

Ich lass' Dich los und Du lässt mich auch.

Vielleicht versteh'n wir's irgendwann.

Lass' mich geh'n. Ich lass' Dich auch.

Denk' an morgen wenn Du weinst.

 (Max Herre)

 

 

17.08.2011 um 19:10 Uhr

Den heutigen Tag

von: annaswelt   Kategorie: Widder

...habe ich zu Hause verbracht und konnte den Tränen immer wieder freien Lauf lassen. Jetzt fühle ich mich erschöpft und ausgelaugt aber auch ein kleines bisschen friedlicher. Ich konnte mich kurz sogar auf mein Buch konzentrieren in dem es um Selbstheilungskräfte geht. Darüber eingeschlafen klingelte das Handy. Ich schreckte hoch, realisierte aber gleich, dass das nicht des Widders Klingelton war. Aber was, wenn er ohne Kennung anrief? Zum Glück war es nur eine Buchungsanfrage. Allerdings für heute noch. Gerade heute. Das geht gar nicht. Dabei hätte mir gerade jetzt etwas Zerstreuung bestimmt gut getan. Ich schaue meine Lucy an, die friedlich neben mir liegt und sich sanft streicheln lässt. Für sie ist die Welt in Ordnung und das ist schön. Ich erinnere mich an 2006 als es schon einmal sehr kritisch war zwischen dem Widder und mir. Damals hatten wir noch gemeinsam den Laden. Nach einem schwerwiegenden Vertrauensbruch hatte ich mich getrennt. Fest entschlossen, dass es kein Zurück mehr gibt. Heute bedauerte ich einmal mehr, dass ich es damals nicht durchgezogen habe. Ich weiß noch wie er vor meiner Tür stand und drohte, sich das Leben zu nehmen weil es ohne mich für ihn keinen Sinn mehr machen würde. Zu diesem Zeitpunkt war ich innerlich völlig leer. Ich weiß nicht, was mich geritten hat ihn jene Nacht bei mir auf der Couch schlafen zu lassen. So cool, es darauf ankommen zu lassen war ich dann wohl doch nicht. Die Wochen danach startete er richtig durch, um mich zurück zu gewinnen. Das war ein hartes Stück Arbeit für ihn. Es gelang ihm, was ich nicht mehr für möglich hielt und erlebte den wundervollsten Mann, den Frau sich nur wünschen kann. Alles Erinnerungen, die ich heute lieber nicht hätte. Je mehr Zeit vergeht, desto sicherer bin ich, dass ich nichts mehr von ihm hören werde. Ich hoffe, dass es dabei bleibt, weil ich noch immer wackelig und anfällig bin. Aber Hedera hat mir heute unter anderem einen guten Gedanken in Erinnerung gerufen, wobei es um das Loslassen von unkonstruktiven Gedanken geht.

 

17.08.2011 um 12:00 Uhr

Sichtweisen

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Noch nie war ich über einen längeren Zeitraum allein - das heißt ohne Beziehung. Noch während der Beziehung mit dem Widder und als sich das Ende immer wieder abzeichnete war ich fest entschlossen, das in jedem Fall einmal zu ändern. Einmal ohne Partner leben - ohne Verbindlichkeiten - ganz allein für mich. Das wird schön. Wenn ich mich heute sehe wird es fast zur Gewissheit, dass dieser Zustand nun für den Rest meines Lebens zum Dauerzustand wird. Die Ansprüche steigen und der Marktwert sinkt - in meinem Fall gegen Null. Jetzt gefällt mir die Vorstellung vom allein sein ganz und gar nicht mehr. Und wie sehr diese Vorstellung doch aus der "Sicherheit" heraus gedacht, in der Realität zum Alptraum werden kann wird mir nun schmerzlich bewusst. Wie die Dinge sich wirklich verhalten und vor allem anfühlen, sieht man immer erst, wenn der jeweilige Fall eingetreten ist.

Es wird nicht besser. 

 

17.08.2011 um 09:08 Uhr

Wieviele Tränen

von: annaswelt   Kategorie: Widder

Heute, nach fünf Tagen laufen endlich die ersten Tränen. Sie tun gut aber wirklich befreiend sind sie noch nicht. Die Last ist immer noch zu groß. Ich übe mich darin, nur durch die Gefühle zu gehen, sie zuzulassen und die Geschichte beiseite zu lassen. Ich habe Zeit. Könnte mir Gutes tun. Am liebsten möchte ich gar nicht hier sein. Möchte so verheult aber nicht unter die Leute treten. Wieviele Tränen braucht es, um durch dieses Tal zu gehen? Wie lange muss ich den Tod dieser traurigen Beziehung beweinen, um endlich wieder glücklich und unbeschwert zu sein?

Er schickte mir am Sonntag eine SMS in der er mir schrieb, dass es ihm leid tut wenn er mich verletzt haben sollte und dass er mich vermisst. ("verletzt haben SOLLTE" stellt er das tatsächlich in Frage?) Ich ließ sie unbeantwortet. Ich hatte das Handy wegen der Weckfunktion angelassen und es folgte noch ein Anruf. Er hätte keinen bestimmten Grund und wollte nur mal meine Stimme hören. Er fragte mich was ich Schönes gemacht hätte und plänkelte herum als wäre gar nichts vorgefallen. Drei Stunden saß er schon beim Pizzamann gegenüber und ich hörte an seiner Stimmlage, dass er in den drei Stunden das eine oder andere Glas geleert haben muss. In diesem Zustand ist er immer besonders anhänglich. Am nächsten Tag rief er morgens auch noch mal an, um mir einen schönen Tag zu wünschen und um mir ein schönes Gefühl zu geben (...). Ich vermute, er wollte sich selbst damit ein schönes Gefühl geben und mal horchen, was da vielleicht noch geht und dass ich noch greifbar für ihn bin. Ich habe mich aber neutral gegeben. Seit dem hörte ich dann nichts mehr von ihm. Es wäre besser gewesen, wenn er das unterlassen hätte. Vielleicht wäre ich dann schon ein Stückchen weiter statt nun doch wieder auf's Telefon zu schauen. Ich vermisse ihn und das Wissen darum, dass es nun endgültig vorbei ist, dass es nun auch keine schönen Momente mehr geben wird lässt mich unendlich einsam fühlen.

Er hat mich so oft enttäuscht, verletzt, belogen und sicher auch betrogen. Wieso kann ich jetzt nicht aufatmen und froh sein, auch das nicht mehr erleben zu müssen?

 

15.08.2011 um 08:55 Uhr

Wünschen

von: annaswelt   Kategorie: Zitate

Du kannst nur wirklich wünschen, was du für möglich hältst.

Du kannst nur das für möglich halten, was zu deiner Geschichte gehört.

Nur das gehört zu deiner Geschichte, was du in Wahrheit wünschst.
 
Michael Endes wichtigste Regel der Wunschkraft
(aus "Die Zauberschule")
 
 

14.08.2011 um 16:00 Uhr

Im Widerstreit der Gefühle

von: annaswelt   Kategorie: Widder

BITTE BITTE BITTE melde Dich nicht!

Zwei Seelen wohnen derzeit in meiner Brust.

Kopf gegen Herz und Herz gegen Verstand.