...+*°Hall of Dreams?!°*+...

05.03.2011 um 22:43 Uhr

What dreams my come...

von: RainsShadow   Stichwörter: Liebe, Hass, und, das, tägliche, Leben

Stimmung: hin und her
Musik: -.

Da bin ich mal wieder und sitze bei meinem Freund vorm Rechner. Er schläft und wenn ich ihn so anschaue, bin ich dankbar für einiges, was er mir in unseren gemeinsamen anderthalb Jahren gegeben hat. Manchmal bilde ich mir dennoch ein, nicht geliebt zu werden, so wie ich jemanden liebe. Es fällt mir immernoch schwer, ohne laufende Bestätigung zu vertrauen und ich frage mich, ob er das merkt und wie es auf ihn wirkt. Ich weiß, dass er mich nicht betrügt, aber man kann noch immer ausschließlich in seinen eigenen Kopf blicken. Das bringt zwangsweise mit sich, dass ich viel zu misstrauisch und traurig auf jeden anstößigen, doch mit Sicherheit scherzhaft gemeinten Kommentar seinerseits reagiere...

Morgen hat er Geburtstag, mein Glückstag im Endeffekt. Dank ihm nehme ich seit einem Jahr keine Pillen mehr, schneide mir nicht mehr die Arme auf. Ich bin wütender geworden - wütend statt traurig, was mir einigen Respekt und viel Selbstvertrauen verschafft hat. Vermutlich bin ich manchmal zu ehrlich - zumindest für die möchtegern-vornehme Definition eines solzialen Umgangs innerhalb der Gesellschaft, welche doch eher vorschreibt, anderen und sich selbst in die Tasche zu schwindeln, um scheinbar freundschaftlich miteinander zu leben, während man sich jeden Tag aufs Neue zum Lächeln zwingt und dadurch sich selbst irgendwann verliert. Allein das Gerede um das Guttenberg-Plagiat macht mich aggressiv - was reden sie alle so, als seien sie Engel - wie empört sie doch alle sind! Haben sie vergessen, das Politiker auch Menschen sind (und oft nunmal korrupter, als das übliche Modell), oder verstecken sie wieder ihre eigenen Fehler hinter einem neuen Sündenbock? Hochinteressant, aber auf Dauer verdammt nervraubend. 

Also kümmer ich mich um wichtigere Dinge, einige schraube ich zurück. So muss das - eigentlich schon verdammt lange - sein, jetzt bin ich so weit, es umzusetzen. Endlich. Aufpassen, dass ich mir nicht stattdessen etwas Neues aufhalse - dazu neige ich, das ist mir klar. Verarschen lasse ich mich nicht mehr - nicht mehr ausnehmen und belügen. Ich bin niemand, der sich wie 95% ständig muckiert, aber nie selbst etwas für die Gesellschaft tut... Und ich bin niemand mehr, der sagt, er ginge auf die Straße wenn nötig - es aber dann nicht tut. Das nebenbei als versteckter Aufruf an gewisse Menschen...

Was sonst?

Meinen Ex kann ich einfach nicht mehr sehen. Da er es offenbar so nötig hatte, dass ihm Art und Aussehen einer Dame egal wurden, suchte er sich ausgerechnet meine Kollegin zum Vögeln aus. Ok, naiv und lebensfremd passt - perfekt - aber lasst mich damit in Ruhe. Kein Kontakt = Kein Ärger und kein Rumgeheule einer neuen Ex von ihm mir gegenüber. Warum beide das nicht verstehen? Naja - passen eben auch im Punkt Menschenverständnis perfekt zusammen [aka nicht vorhanden.] Mehr auch gar nicht mehr dazu. 

Den Blog meines Exfreundes aus Berlin hab ich letztens gelesen. Das war ein Fehler, hat mir aber gezeigt, dass er mich nicht aus tiefstem Herzen geliebt haben kann. Ich frage mich, ob er alles als Zweckbeziehung genutzt hat, vielleicht nichtmal absichtlich. Aber er hat viel in mir kaputt gemacht. Am schlimmsten ist das automatische Abtun von Liebesbekenntnissen mir gegenüber als gelogen, oder vorgeschoben. Das tut nicht nur mir weh, sondern auch meinem Freund, wenn er es mitbekommt. Er ist ein guter Mensch mit großem Herz und schonungslos ehrlich. Das hätte ich mir in der Vergangenheit öfter gewünscht.

Darum werde ich mich jetzt zu ihm legen und mich freuen, wenn ihm mein Geburtstagsgeschenk gefällt, mit dem ich mir sehr viel Mühe gegeben habe... Ich denke, es wird...

In Liebe.

 

Rain selbst. 

 

19.11.2009 um 10:49 Uhr

Märchen einer neuen, übersinnlichen Begegnung

von: RainsShadow   Stichwörter: Traurigkeit, Tod, Erinnerung, Schönheit

Stimmung: traurig
Musik: Unheilig - Stark

Dass ich James gesehen habe ich eine Weile her. Dass er zu dem Fest bei mir zuhause erscheint, freut mich mehr, als alles andere. Vorsichtig, weil ich nicht sicher bin, wie fremd wir uns geworden sind, setze ich mich zu ihm und greife seine Hand. Er lächelt, ich weiß, dass er blind ist. „Wie geht es dir?“ frage ich. Er dreht den Kopf zu mir und sieht mich an. Er lächelt. „Kannst du viel sehen?“ frage ich „Wie viel?“ „Nichts, Mel.“ „Kannst du... kannst du mich sehen?“ „Ja... dich kann ich sehen!“ Er lächelt und steckt mich damit an. Ich nehme ihn in den Arm, bevor ich mich um ein paar andere Gäste kümmern muss.


Ich treffe James auf einer Wiese wieder. Wir liegen im Gras, er ein Stück weit von mir entfernt, neben ihm eine Bekannte. Als er aufblickt winke ich ihm zu. „Sie winkt dir zu“ sagt sie und wider Erwartens antwortet er „Ja, ich weiß“. Er kommt zu mir, Hand in Hand laufen wir die Straße entlang, enthusiastisch Erinnerungen an frühere Zeiten austauschend. Ich halte ihn an, stelle mich vor ihn. „Weißt du noch“, sage ich „wie wir eine viertel Stunde in deinem Zimmer standen und uns einfach nur angesehen haben?“ Er berührt meine Arme so, wie er es damals getan hat. Und lächelt.

Wir laufen weiter und kommen an ein Eckcafé. Unsere Jacken hängen wir draußen auf, betreten es und es scheint eine verworrene Küche zu sein. Wir rempeln, schleichen uns und lachen, tauchen immer wieder hinter den Ecken auf und tauschen Blicke.

Dann ist er nicht mehr zu finden.


Ich suche ihn, betrete schließlich das Freie. Zwei Frauen kommen rasch zu dem Geländer, auf dem unsere Jacken hängen. James Jacke ist noch dort, also muss er ebenfalls in der Nähe sein. „Wo ist James“ frage ich. „Auf dem Friedhof, Mel“ antwortet eine der beiden, „er besucht deine Oma“ tönt die andere argwöhnisch. Ich schüttele den Kopf „Das ist nicht wahr!“ „Doch liebes, James ist vor Kurzem gestorben“ sagt die erste vorsichtig und will mir den Arm streicheln. Mir steigen Tränen in die Augen „Das ist nicht wahr!“ schreie ich. „Doch“ entgegnen beide. „Komm mit, wir besuchen sein Grab“. Ich reiße seine Jacke an mich, sie riecht nach ihm. „Sie ist noch warm, die Jacke ist noch warm, sie riecht nach ihm, er ist hier!“ Die Frauen schütteln die Köpfe, ich hasse sie dafür.


Ich ziehe meine Jacke an und seine fest an mich gedrückt laufe ich vor den beiden davon. Ich hasse sie dafür. Seine Jacke riecht immer noch nach ihm. Ich komme auf dem Friedhof an. Als ich ihn betrete kommt es mir vor, als betrete ich einen Wackelpudding. Alles läuft langsam, wie in Zeitlupe, das Gehör wie betäubt bewege ich mich langsam vorwärts. Da kommt er auf mich zu. Er kann sehen und lacht, neben ihm ein alter Freund. „Da bist du ja, Liebes!“ „Wo bist du gewesen? Du hast deine Jacke vergessen!“, sage ich. „Ich bin tot, Mel, es tut mir Leid“ er senkt den Kopf, als eine Frau mit skelettieren Armen die Szene betritt. „Du kannst ihn nicht wiederholen, er gehört jetzt uns! Lass ihn los“ herrscht sie mich an. Ich hasse sie dafür. Sie stellt sich zwischen James und mich. Ich will sie nicht berühren, da schiebt James sie zur Seite. „Ich werde dir etwas von mir geben!“ ruft er, „niemals! Lass ihn gehen!“ schreit sie. Ich hasse sie dafür. „Was möchtest du haben? Behalt die Jacke! Möchtest du ein Haarbüschel?“ James scheint genauso irre wie ich. Ich halte mir die Ohren zu. „Nimm es und geh!“ schreit die Alte – wofür ich sie hasse. „Hau ab!“ „Ich will nichts Materielles James!“ quieke ich. „Ich will unsere Erinnerungen! Die Erinnerung an alles was wir gemeinsam gemacht haben!“ James scheint verwirrt und hält sich die Ohren zu „ich kann mich nicht mehr erinnern“ seufzt er. „Doch! Doch, du kannst es!“ rufe ich. „Lass es sein! Schreit die Frau und streckt mir ihre Knochenhände entgegen. „Denk nach!“ Die knöcherne Frau steht noch immer im Weg, aber wir drängen an ihr vorbei und sie gibt den Kampf auf. Unsere Hände berühren uns.

Ja, ich erinnere mich“ sagt James mit einem Lächeln.

21.10.2009 um 22:49 Uhr

Nenn ich es Aufgang - oder Untergang?

von: RainsShadow   Stichwörter: Liebe, Sehnsucht, Vertrauen, Angst

Stimmung: melancholisch
Musik: revolverherz - längst verlorn

ich muss schlafen. ich fühle mich gerade nach einer vollständigen isolation für einige tage... irgendwo in der natur, wo mich niemand findet. meine welt ist wieder da... die welt, die mich einnimmt, wenn alles stressig oder schmerzhaft ist... die welt, die mich schon einige male überrannt hat, weswegen ich fast unfälle baute oder mir weh tat... da reden menschen mit mir, die dieselben werte haben wie ich... nicht genauso sind wie ich - buddha bewahre - aber die einfach... oh... einfach... werte besitzen.... keine ahnung wie ich das ausdrücken soll...

ich habe die worte verloren... die worte in der menschlichen sprache, die mir oft so sinnlos erscheint, weil sie nichts beschreiben - nichts so darstellen kann, wie etwas wirklich ist. die missbraucht wird um lügen in die welt zu setzen und menschen zu beeinflussen...

was ist passiert die letzten tage...

ich arbeite und arbeite und... arbeite.... und träume... am tag und in der nacht und in meinem innersten weiß ich, dass es das ist, was ich schon lange nicht getan habe... ich laufe wieder weg vorm kopfkino bis ich zusammenbreche und dazu gezwungen werde. das woran ich denke bringt mich durcheinander. vllt deswegen der traum letzte nacht... er war da... und ich fühlte mich scheiße. scheiße, weil ich noch immer verletzt bin davon, dass er mir nicht vertraute... von unserer trennung. und davon dass mein damals bester freund sich scheinbar ins gegenteil gewandelt hat. ich will von ihm nicht hören, dass er seine neue vermisst - nicht, weil ich noch etwas für ihn empfände - sondern weil es mir wehtut, dass er mich fertigmachte und sie... ich will keine menschen mehr kennenlernen und meist will ich auch keine kontakte mehr intensivieren und doch tu ich es immer wieder - und mache mich damit zur angriffsfläche für alle. nein... ich traue vermutlich niemandem 100%ig, nicht einmal mir selbst. 

warum zum teufel kann ich nicht die vergangenheit vergangenheit sein lassen?
weil vergangenheit nur dann zur vergangenheit wird, wenn sie vergessen ist.
und vergessen kann ich nicht.

jede scheiß narbe auf meinem arm erinnert mich an einen fehler und ich könnte mich täglich für dinge bestrafen die wieder zu fehlern werden könnten. und warum tu ich das nicht?

weil ich es nicht für mich mache, sondern für andere. wie alles andere auch. 

14.10.2009 um 22:51 Uhr

gefühlscocktail

von: RainsShadow   Stichwörter: angst, zweifel, liebe, svv, reise, freundschaft

Stimmung: verkommenes chaos
Musik: samsas traum - tineoidea

alles ist chaos in mir. ich würde euch gern helfen mich zu verstehen, aber ich bin selbst dazu nicht in der lage, obwohl ich bis ins detail mein psychologisches profil erstellen könnte. ich bewege mich auf einer linie zwischen bahnsteig und gleisen, die dünner und zerbrechlicher nicht sein könnte.

liebe... liebe... liebe wohin ich blicke, aber ich sehe sie nicht. ist es, weil ich die wahrheit sehe, oder weil ich sie nicht wahrhaben will - oder kann? - weil immer wieder sämtliche taten aus der vergangenheit meinen kopf stürmen, die mich so sehr verletzten, dass ich noch immer mehr im damals, als im heute lebe?

lebe ich überhaupt?

bestandsaufnahme.
ich lebe in letzter zeit ungesund. ich schmeiße mir pillencocktails und spüle mit alkohol nach. der drang, alles an meinem arm auszulassen ist wie immer da, aber ich will ihm nicht nachgeben, weil ich angst habe, jemanden damit zu verletzen. wie unsinnig mir das gleichzeitig erscheint, wo es doch mir helfen und nicht anderen zeigen soll, dass es mir schlecht ginge.
stattdessen kratze ich an meinen beinen rum... meinem eigentlichen schlachtfeld. sieht niemand, nur ich könnte jeden tag kotzen wenn ich in den spiegel sehe.

dabei kann ich nicht behaupten, dass mich jemand hasst.

ist es das? - brauche ich jemanden, der mir seine abneigungen offen zeigt, um ein stück ehrlichkeit zu fühlen und der egoist zu werden, der mir gut täte? um endlich nicht mehr immer nur 'ja' zu sagen, sondern das in die luft zu sprengen, was mir weh tut?

bestandsaufnahme.
ich schlafe schlecht in der nacht, wache morgens nicht auf. quäle mich aus dem bett. erster gedanke: wo bist du, was machst du? zweiter - wirst du mich verletzen? dritter - wenn nicht du, wer dann?
ich gehe aus dem haus. 1000 gedanken. 400 gigantisch gute, 500 miserabel schlechte. 100 mal rache. ich beginne, eine revolution zu planen. überall wo ich gehe und stehe, überall wo ich mit nachrichten aus der welt in kontakt komme. ich arbeite. gewissenhaft und selbstlos bis spät abends.
ich komme nach hause. 1000 gedanken, ich kann nicht einschlafen. wer könnte mich verletzen? warum ist james gestorben, wenn er doch den tod niemals verdient hat? wo kann ich was tun - was verbessern? geht es meinen freunden gut? was ist mit meiner familie?

und um einschlafen zu können nach 3 stunden wachen schmeiße ich mir meine pillen und träume weiter von dem, was noch passieren könnte. bis ich schweißgebadet aufwache und denke... wo bist du? was machst du? wirst du mich verletzen?

07.09.2009 um 23:53 Uhr

Endstationen: Liebe oder Tod.

Stimmung: leer?
Musik: 30 Seconds to Mars - a modern myth

Ich habe etwas gelernt. Mal wieder.
Ich habe gelernt, dass man nie auslernt indem ich in den letzten Wochen etwas begriffen habe.
Ich habe begriffen, dass es für mich genau zwei Wege gibt, bzw. zwei Enden die ein Weg nehmen wird. Die Liebe und den Tod. Die Liebe weil sie das ist, was alles andere übertrifft - was Schmerzen lindert und die Nacht statt schwarz und einsam wundervoll, bunt - romantisch werden lässt. Und den Tod, denn ohne Liebe gibt es nichts wofür es sich zu leben lohnt. Nein - lohnende Dinge sind Liebe. Oder geliebt?

Ich habe jemanden getroffen, der verletzt wurde. Wie immer ist es dieser Mensch, der sich Gedanken macht und für andere da ist und nicht derjenige, der ihn verletzt hat. Und er ist wundervoll... Ich wünsche mir so sehr dass er das weiß... Ich möchte es ihm sagen... Wenn wir zusammen sind und die Welt Welt sein lassen und in fernen Gegenden unterwegs sind und rumspinnen - wenn wir uns berühren und er mich küsst - dann möchte ich ihm sagen dass ich ihn liebe - für diesen Menschen der er ist... Aber das geht nicht, weil ich ihn damit vllt in eine Ecke dränge, in die ich ihn nicht drängen möchte. Weil ich Angst vor einer Reaktion habe. Weil ich etwas möchte was ich nicht von ihm verlangen kann, er mir aber schon längst in gewisser Weise gibt...

Und obwohl ich so denke bleibt dieser bohrende Zweifel daran, dass er oder sonst jemand es ernst mit mir meinen könnte. Bleibt der Zweifel, dass irgendein Mensch so ist - so sein kann - wie ich es bin.
Und die ganze Ähnlichkeit?

Manchmal geht eigentlich alles den Bach runter... Meine Eltern streiten sich fürchterlich, ich belausche sie denn ich bin nicht dumm und merke, wenn etwas nicht stimmt. Ich finde keine Arbeit und es macht mich wahnsinnig. Ich sehe zu wie eine weitere Freundin einen zweiten Gehirntumor wegoperiert bekommt während ich Panik habe dass auch sie - wie James - daran sterben könnte. Und ich schneide mir den Arm auf, um einen Moment zur Ruhe zu kommen. Klare Gedanken zu fassen und meinen Körper zu spüren - fasziniert dem beruhigenden Blut zuzusehen und mich beeindrucken zu lassen davon wie der menschliche Körper funktioniert. Und dann stehe ich in der Realität und sie ist eben manchmal doch leichter zu ertragen als dass, was man in Gedanken erlebt... Indem sie einfach alles verschluckt und dafür sorgt, dass eben doch irgendwann alles wieder gut wird...

Ich wähle die Liebe!

14.08.2009 um 10:40 Uhr

Besuch...

von: RainsShadow   Stichwörter: Liebe, Jenseits, Meer

Stimmung: miserabel

Ich befinde mich in einem Institut ähnlich einer Schule. Die Unterrichtseinheiten sind locker aufgebaut, Schüler und Lehrer duzen sich. Einige Leute kenne ich scheinbar, auch wenn sie mir in der Realität nichts sagen. Einer von ihnen kommt zu mir, es ist ein Mädchen und wohl eine gute Freundin von mir.

Sie macht mich darauf aufmerksam, dass ein Junge in der letzten Reihe sitzt, den ich lange nicht gesehen habe... Ich drehe mich um und erkenne James. Als er den Kopf hebt lächelt er mich an. Er steht auf und kommt mühsam zu mir, fasst meinen Kopf mit seinen Händen und sieht mich an. "Sieht so aus, als habe ich in der schwersten Stunde einen guten Kompanion gefunden." Er sieht den silbernen Anhänger der um meinen Hals hängt, liest seinen Namen darauf und ihm steigen Tränen in die Augen. Er küsst mich.

Die folgenden 2 Tage sind von Fröhlichkeit geprägt. Wir sehen uns den ganzen Tag, kommen uns sehr nahe und sind glücklich. Dann kommt der Tag, an dem und ein Lehrer etwas zeigen möchte.

Wir machen einen Ausflug in die ausgedehnten Gartenanlagen des Instituts. Sie sind wirklich wunderschön! James und ich machen halt in einem Gang, der von Kletterpflanzen umrankt ist. Was am Ende ist kann man so nicht erkennen. James will nachsehen. Während er den langen Weg auf Krücken geht, versuche ich herauszufinden, was unser Lehrer eigentlich von uns will. Als ich mich zum ersten Mal wieder umdrehe ist James verschwunden. Ich laufe ihm nach und komme an einem Strand an. Sehe mich hektisch um und bekomme Panik. Ich habe Angst um ihn und suche überall, werde von der Strömung beinahe selbst ins Meer gezogen.

Und dann wache ich auf. Ich habe keinen Plan wo ich bin aber ich muss mir eingestehen...
Dass James schon im Januar gestorben ist.

Und dass er mir unsagbar fehlt...

12.07.2009 um 23:59 Uhr

Warum fliegen Motten stets ins Licht?

von: RainsShadow   Stichwörter: müde, ssv, angst, glück

Stimmung: endlos verwirrt
Musik: system of a down - my beautiful princess

Ich bin so verwirrt - so glücklich und unglücklich zugleich...

Heute ist einer der Tage an denen ich in den Spiegel sehe und mich hasse. Mein Gesicht nicht ertragen kann weil mir bei dessen Anblick in den Sinn kommt, was ich getan habe. Fehler die ich gemacht habe machen mich kaputt während ich mir in die Augen sehe und mir denke "Gott wärst du schön wärst du nicht so hässlich" - und doch -

die meisten Menschen scheinen mich zu mögen. Sagen mir, ich sei ein schönes Mädchen, sagen mir, ich sei ein Engel, sagen mir, ich sei der beste Freund, der man sein kann.

Warum kann ich nicht froh darüber sein?
Woher kommt dieses verdammte Misstrauen, dass mich mehr vor allem anderen warnt als vor dem, was mir wirklich schadet?
Warum schaffe ich es nicht, meinen Körper schöner zu machen, statt ihn zu ruinieren?

Ich komm nicht davon los - schneide mir momentan fast jeden Tag den linken Arm auf und kratze nach wie vor an Beinen und Armen. Mein Körper gleicht an manchen Stellen einem Schlachtfeld und so kommt das zutage, was ich eigentlich niemandem anvertrauen will... Niemandem auflasten will, der mich liebt - mein mieses Inneres.

Ich dachte, jetzt, da ich einen Freund gefunden habe, der sicher scheint - lieb ist und zuhört, wenn ich etwas zu sagen habe - mich aussprechen lässt nicht wie die anderen, die einen stets unterbrechen - da müsste doch alles besser werden!?

Stattdessen kann ich das Glück genauso wenig ertragen, denn wenn es kommt, dann schleicht das Misstrauen in seinem Schatten. Ich habe Angst. Tierische Angst, weiter verletzt zu werden, Angst, irgendwann noch mehr zu bereuen, Angst vor der Zukunft und davor, dass meine Jobsuche noch lange erfolglos bleibt und vor allem Angst davor -

 

endlich zu akzeptieren, dass ich auch nur ein Mensch bin.

11.06.2009 um 00:18 Uhr

Schlaflos in Moll

von: RainsShadow   Stichwörter: Nacht, Regen

Stimmung: bedrückt
Musik: The Piano - Life is a Song

Regentropfen am Fenster – Gedanken im Kopf
ein Meer von Erinnerungen und nichts scheint bunter
als der Film den ich träume und der nicht vergeht
den niemand außer mir – außer dir – versteht
alles geht drüber – und ich gehe unter

Ich misstraue meinem Vertrauen in dich
Mein Verstand, nicht das Herz, sagt ich sollte mich
In Acht nehmen – oder besser neun oder zehn
Tage vergehen lassen bis wir uns sehen
Denn ich stürme zu stürmisch im Sturm an die Front

Liebe im Herzen – Zweifel in Gedanken
Ich wähle wählerisch in der Wahl meines Lebens
Großes Gerede – leerer Sinn
Ich biege ab und gehe zurück zum Beginn
Starte bei 'Los' doch ziehe nichts ein

Es gibt 1000 Wege und nur eine Lösung.
Das Ich, das ich kenne weil ich weiß, wer ich bin
Warum ich mit geschlossenen Augen besser sehe?
Warum ich ohne zu hören besser verstehe?
Weil ich nicht nachahme – sondern meinen Weg gehe.

03.06.2009 um 21:21 Uhr

Kugel im Gesicht

von: RainsShadow   Stichwörter: Aggression, Wut, Nerven

Stimmung: mieserabel
Musik: Samsas Traum - Kugel im Gesicht

Ich war selten so lange so aggressiv wie zu zur Zeit... Kaum ein Mensch kann mit mir momentan länger als ein paar Minuten umgehen, ohne dass ich explodiere. Vielleicht stelle ich zu hohe Voraussetzungen - Menschen in meiner Umgebung, die rumhuren, rumgrölen, nerven, dumme Sprüche klopfen oder einfach nur hohl gucken, machen mich wütend. Menschen, die keine Ahnung haben, wie man ein vernünftiges Gespräch führt, in dem intelligente Dinge gesagt werden, oder auch nur wie man sich auf die Wellenlänge eines Gegenübers begibt, bzw. Kompromisse eingeht. Ich bin Perfektionist und akzeptiere wenig. Ja, meine Mutter hat Recht. Und auch wir hatten wieder Streit. So wie meine Schwester und ich. Eigentlich wollte ich ihr alles ins Gesicht schleudern - wie sehr mich ihre Hochnäsigkeit nervt - wie es mich ankotzt von ihr wie ein Hofdiener von oben herab betrachtet zu werden - ihr Sprüche... Aber das kann ich nicht, denn obwohl ich ihre 'große' Schwester bin, gibt's dann tüchtig Familienstreit. Mein Gott, wie es mich ankotzt...

Ich will meine eigene Wohnung mit meinen Tieren, diesmal alleine. Ich will Ruhe, ich will niemanden sehen, wenn ich keinen Bock darauf habe. Sonst passiert irgendwann etwas Schlimmes. Etwas, was ich nicht will.

Momentan bin ich auf Tabletten und komme nicht davon runter. Ich bin abhängig von meinem Antidepressivum und nehme abends Beruhigungs- und Schlaftabletten, um mich nicht 3 Stunden lang sinnlos im Bett herum zu rollen. Immerhin bin ich tagsüber wach, wenn ich nachts Tabletten intus habe. Nehme ich keine, schlafe ich kaum und bin den ganzen Tag nicht zu gebrauchen. Tolle Lage. Glückwunsch.

Eine Nacht hat mir wirklich gut getan im letzten Monat - eine einzige. Aber man tanzt nicht Jede mit einigen netten Jungs durch und landet danach mit genau dem im Bett den man will. Drogen und Alkohol inklusive. Abschalten. Absolut. Das sind meine Auszeiten. Nur begebe ich mich in Zukunft nicht in weitere Anhängigkeiten, also ist Vorsicht geboten. Ich bin psychisch krank, aber ich bin bei Sinnen.


20.04.2009 um 22:56 Uhr

ironie die schmerzt

von: RainsShadow   Stichwörter: freundschaft, liebe, verlust, fairness

Stimmung: traurig
Musik: nothing

so läuft das also. ich lebe drei jahre vor mich hin und rede mir ein, ich könnte dich vergessen. du spukst mir im kopf rum und wenn ich meine, mein unterbewusstsein sei zur streichung deines namens bereit, tauchst du in meinen träumen auf. du bist einfach gegangen, aber nur körperlich und jetzt merke ich, wie absurd der gedanke war - die idee, nicht mehr an dich denken zu müssen.

ich erinnere mich an regnerische nächte, die wir redend im auto verbrachten - sahen, wie es dämmerte und die nässe langsam verging, obwohl wir den regen liebten. stunden, die wir unter dem dachfenster lagen, philosophierend, und die sterne betrachteten. nächte, die wir durchtanzten und personen, denen wir uns in den weg stellten - weil wir genau wussten, dass uns niemand etwas erwidern könnte.

und dann warst du fort. einfach so.

das alles einfach wie mit dem winde und ich - ich denke drüber nach. drei jahre lang. dann eine nachricht, die ich niemals mehr lesen wollte, da ich dachte, endlich was gelernt zu haben: "hallo, vielleicht kennst du mich noch."

ja, denn ich habe keinen moment vergessen. nur sagt mein verstand mir, dass ich dasselbe nicht noch einmal ertragen kann.
note to myself: i miss you terribly.
mein verstand sollte stärker werden, als mein herz.