What dreams my come...
Stimmung: hin und her
Musik: -.
Da bin ich mal wieder und sitze bei meinem Freund vorm Rechner. Er schläft und wenn ich ihn so anschaue, bin ich dankbar für einiges, was er mir in unseren gemeinsamen anderthalb Jahren gegeben hat. Manchmal bilde ich mir dennoch ein, nicht geliebt zu werden, so wie ich jemanden liebe. Es fällt mir immernoch schwer, ohne laufende Bestätigung zu vertrauen und ich frage mich, ob er das merkt und wie es auf ihn wirkt. Ich weiß, dass er mich nicht betrügt, aber man kann noch immer ausschließlich in seinen eigenen Kopf blicken. Das bringt zwangsweise mit sich, dass ich viel zu misstrauisch und traurig auf jeden anstößigen, doch mit Sicherheit scherzhaft gemeinten Kommentar seinerseits reagiere...
Morgen hat er Geburtstag, mein Glückstag im Endeffekt. Dank ihm nehme ich seit einem Jahr keine Pillen mehr, schneide mir nicht mehr die Arme auf. Ich bin wütender geworden - wütend statt traurig, was mir einigen Respekt und viel Selbstvertrauen verschafft hat. Vermutlich bin ich manchmal zu ehrlich - zumindest für die möchtegern-vornehme Definition eines solzialen Umgangs innerhalb der Gesellschaft, welche doch eher vorschreibt, anderen und sich selbst in die Tasche zu schwindeln, um scheinbar freundschaftlich miteinander zu leben, während man sich jeden Tag aufs Neue zum Lächeln zwingt und dadurch sich selbst irgendwann verliert. Allein das Gerede um das Guttenberg-Plagiat macht mich aggressiv - was reden sie alle so, als seien sie Engel - wie empört sie doch alle sind! Haben sie vergessen, das Politiker auch Menschen sind (und oft nunmal korrupter, als das übliche Modell), oder verstecken sie wieder ihre eigenen Fehler hinter einem neuen Sündenbock? Hochinteressant, aber auf Dauer verdammt nervraubend.
Also kümmer ich mich um wichtigere Dinge, einige schraube ich zurück. So muss das - eigentlich schon verdammt lange - sein, jetzt bin ich so weit, es umzusetzen. Endlich. Aufpassen, dass ich mir nicht stattdessen etwas Neues aufhalse - dazu neige ich, das ist mir klar. Verarschen lasse ich mich nicht mehr - nicht mehr ausnehmen und belügen. Ich bin niemand, der sich wie 95% ständig muckiert, aber nie selbst etwas für die Gesellschaft tut... Und ich bin niemand mehr, der sagt, er ginge auf die Straße wenn nötig - es aber dann nicht tut. Das nebenbei als versteckter Aufruf an gewisse Menschen...
Was sonst?
Meinen Ex kann ich einfach nicht mehr sehen. Da er es offenbar so nötig hatte, dass ihm Art und Aussehen einer Dame egal wurden, suchte er sich ausgerechnet meine Kollegin zum Vögeln aus. Ok, naiv und lebensfremd passt - perfekt - aber lasst mich damit in Ruhe. Kein Kontakt = Kein Ärger und kein Rumgeheule einer neuen Ex von ihm mir gegenüber. Warum beide das nicht verstehen? Naja - passen eben auch im Punkt Menschenverständnis perfekt zusammen [aka nicht vorhanden.] Mehr auch gar nicht mehr dazu.
Den Blog meines Exfreundes aus Berlin hab ich letztens gelesen. Das war ein Fehler, hat mir aber gezeigt, dass er mich nicht aus tiefstem Herzen geliebt haben kann. Ich frage mich, ob er alles als Zweckbeziehung genutzt hat, vielleicht nichtmal absichtlich. Aber er hat viel in mir kaputt gemacht. Am schlimmsten ist das automatische Abtun von Liebesbekenntnissen mir gegenüber als gelogen, oder vorgeschoben. Das tut nicht nur mir weh, sondern auch meinem Freund, wenn er es mitbekommt. Er ist ein guter Mensch mit großem Herz und schonungslos ehrlich. Das hätte ich mir in der Vergangenheit öfter gewünscht.
Darum werde ich mich jetzt zu ihm legen und mich freuen, wenn ihm mein Geburtstagsgeschenk gefällt, mit dem ich mir sehr viel Mühe gegeben habe... Ich denke, es wird...
In Liebe.
Rain selbst.
