Ein Tannenbaum ist keine Entschuldigung!

31.07.2009 um 10:17 Uhr

Wortschatzerweiterung

von: Mausekind   Kategorie: Kann denken

Kopfchaos! Heute!

Deswegen erweitern wir heute unseren Wortschatz:

"Keine Lust auf" wird ersetzt durch "Aus Gründen, die die nationale Sicherheit betreffen"

Hört sich besser an.

30.07.2009 um 21:22 Uhr

Neulich im Möbelhaus

von: Mausekind   Kategorie: Neulich!

"Das Nest einrichten, bevor der Nachwuchs kommt", so hat es meine Schwägerin genannt.

Inzwischen hatten wir tatsächlich damit angefangen.
Eine neue Couch und der Ausbau unseres Dachbodens würde ebenfalls starten.

Ein neues Schlafzimmer würde es geben, da oben.
Und ein Kinderzimmer.

Wir waren gerade in der Woche nach der Diagnose. Die Zeit, in der wir uns einfach ablenken mussten.
Und so nahmen wir uns einen Nachmittag und zogen durch die Möbelhäuser, um uns nach einem neuen Bett umzusehen.
Es gibt hier eins in der Nähe, was ich eigentlich recht "mag", wenn man bei Möbelhäusern von solchen Emotionen sprechen kann. Das Essen im Bistro ist fantastisch -und sehr preiswert. Die Einrichtung entspricht meinem Geschmack -und dem Budget... *räusper*

Jedenfalls schlichen wir durch die Bettenabteilung.
Beide nur halbherzig bei der Sache. Die Gedanken beim Ungeborenen.
Ich machte mir sowieso Gedanken, überhaupt rauszugehen. Wegen der Blicke der Menschen. Die sich einfach freuen, wenn sie einen wachsenden Bauch sehen.

Wie dem auch sei, die Stimmung war also recht drückend. Mehr ein Schlendern, als ein tatsächliches Aussuchen.

Jedenfalls sprach uns dann eine Verkäuferin an.
Nennen wir sie mal Frau T.

Frau T. könnte man sich ebenso wie Barbie vorstellen.
Auch mit Barbie's Schminke. Ihre Augen waren tatsächlich genauso geschminkt.
Barbie in Lebensform. Ausgestattet mit Verona's Piepsstimme.

Während des Redens lächelte und nickte sie sehr viel.
Und machte grandiose "mh"s zwischendurch.
Nachdem wir ihr dann erzählt haben, was wir uns in etwa vorstellen, nahm das Drama seinen Lauf.

Sie führte uns durch die Gegend, von Bett zu Bett, und kommentierte -liebe Leser, haltet Euch fest!- mit solchen Sätzen wie "Hier, das wäre was für Euch." - "Ich find das viel schöner."
"WEIßTE?!"
Ja, richtig. An jeden Satz wurde ein "weißte" gehängt.
So als wären wir "sooo" miteinander, weißte?!

Nachdem sie noch mehr solche Kracher rausgehauen hatte, die ich Dank meiner Gabe bereits verdrängt habe, entschieden wir uns "noch eine Nacht drüber zu schlafen" und machten auf dem Absatz kehrt.

Ich hatte schon, bevor ich es ausgesprochen hatte, ein schlechtes Gewissen.
Ich wollte doch nicht lachen. Nicht zu dem Zeitpunkt.

Aber es ging nicht anders. "Weißte" wurde zum Dauerwort.
Mit Piepsstimme, lächeln und nicken.

Teil 2:

Nachdem "es" nun passiert war, kehrten wir zurück. Ins Möbelhaus des Grauens.
Noch immer auf der Suche nach einem Bett.
Aber schleichend. Aus Angst vor Frau T. Da wir mitten in der Urlaubssaison waren, dachten wir, wir wären sicher.

Natürlich nicht.

Frau T. stand gerade an einem der Rechner und wir versuchten -ehrlich- uns an ihr vorbeizuschleichen.
Sie sah uns.

Ich trug an diesem Tag eine Kette von Swarovski.

Frau T. starrte mir unentwegt auf meinen Hals. Und bevor unser Gespräch überhaut startete, fragte Frau T. mit der wundervollen Piepsstimme: "Ist die von Swarovski, hm?"
Ja.
"Schön. Ich wollte mir auch schon immer so eine kaufen, weißte?!"

Diesmal konnte Herr Mausekind sich nicht halten.
Sie trug eine kleine, glitzerne Spange im Haar.
"Ist die auch von Swarovski?", sprudelte es aus ihm heraus.
"Nee, wirkt die etwa so?", die Antwort unserer völlig verblüfften Barbie.

Natürlich hat sie nicht begriffen, was Herr Mausekind damit meinte.

Die gute Dame hat danach auf jeden Fall angefangen, uns abermals Betten zu zeigen.
Wir hatten zwei Betten im Auge.

Herr Mausekind fragt in unsere lustige Dreierrunde:
"Und? Welches gefällt Dir besser?"
Bevor ich meinen Mund überhaupt öffnen konnte, antwortete Frau T:
"Also ich finde das hier ja schöner, weißte?!"

Wisst ihr?
Frau T scheint sich mittlerweile mit meinem Mausemann zu duzen.
"Sooo" waren se jetzt. *Fingerzeig*

Unfassable!

Ich werde mir jetzt einen Zweitjob im Möbelhaus suchen, damit ich die Weihnachtsfeier miterleben kann. Die Frau peppt jede langweilige Fete auf!

29.07.2009 um 21:20 Uhr

Ich liebe meinen Humor!

von: Mausekind   Kategorie: My life

Die besten Ideen, Anfänge für das Erlebte, kommen mir meistens abends im Bett.

Gut, da ist es nicht wirklich angebracht zu sagen:
"Du Schatz, schlaf schon mal ohne mich -ich muss tippen gehen."
Oder auch:
"Stört es Dich, wenn ich etwas für Dich völlig Verwirrendes auf Band spreche?"

Deswegen "sterben" meine guten Einfälle meist so schnell, wie sie gekommen sind.

Heute scheine ich einen wirklich guten Tag zu haben.

Während es Tage gab, an denen ich mir wirklich vorgenommen hatte, etwas zu schreiben, aber mir die Anfänge fehlten, habe ich heute einen Tag, an dem ich hunderte von Geschichten schreiben könnte.

Oder auch den geistigen Ergüssen...

Es gibt zwei Neulich-Geschichten, die tatsächlich so und nicht anders geschehen sind.
Wobei eine direkt im OP passiert ist und ich mich noch nicht selbst mit mir einigen kann, ob das vielleicht zu makaber wäre.

Dabei liebe ich meinen Humor.

Gerade musste ich nochmal durch meinen eigenen Blog surfen und lesen, was "damals" passiert ist.
Diesmal kein bestimmtes "damals", keine Nico- oder Herr Mausekind-Storys, sondern einfach das dazwischen.
Es ist so schön, dass ich über mich selbst lachen kann.
Dass ich über meine eigenen geschriebenen Worte schmunzeln muss.

Hin und wieder verfluche ich meinen Sarkasmus. Oder mein Mundwerk.
Dass ich oftmals nicht ernst bleiben kann, sondern ständig unglaublich sarkastisch werde.
Aber gerade heute freue ich mich sehr darüber, dass ich so bin, wie ich bin.
Dass mir genau diese Art von Humor hilft, über das Erlebte hinwegzukommen.
Und, was noch viel wichtiger ist: Dass es mir gerade jetzt, heute, völlig egal ist, was andere Menschen dazu sagen.

Heute gibt es kein "Wie trauere ich richtig" "Weine ich zu wenig"...

Heute ist es ein "Alles was ich mache, ist genauso richtig, wie ich es mache."

Ich glaube, das ist unglaublich wichtig!

Wobei mir auch da wieder die Hormone einen Streich spielen könnten.

So gut wie es mir heute geht, so schlecht geht es mir dann wahrscheinlich morgen.

Aber es zählt nur heute. Jetzt.

Und das ist der Augenblick, an den ich mich selbst erinnern muss, wenn die Welt wieder über mir zusammenbricht.

--> Ich mache nichts falsch. Ich mache alles genauso richtig. Ich trauere nicht zu wenig. Es ist okay, wenn man lacht; wenn sich die Welt weiterdreht. Ich brauche kein schlechtes Gewissen  haben. <--

Nichts von alledem wird Dich, mein Sternchen, zurückbringen.
Aber auch nichts von alledem bedeutet, dass ich Dich nicht genug lieben würde.

Jeder geht mit seiner Trauer anders um.
Und das hier scheint meine Art zu sein.

Auch, wenn ich auf diese Erfahrung auch gut und gerne hätte verzichten können, bin ich dennoch froh, dass es sie gibt. Sie lässt mich wachsen. Macht mich zu dem, der ich bin.

Ich wurde erleuchtet. Von mir selbst. Fantastisch! Was für ein Abschluss des Tages...

Da kann mir auch mein Sodbrennen nichts mehr!

29.07.2009 um 20:39 Uhr

nur kurz...

von: Mausekind   Kategorie: My life

Heute geht es meinem Seelchen gut, versucht sich doch glatt mein Körper selbst umzubringen.

Kann man an Sodbrennen sterben?

Und: Kann ich meinen Körper wegen Körperverletzung anzeigen?

29.07.2009 um 13:14 Uhr

Honk des Tages...

von: Mausekind   Kategorie: Herr Mausekind

Aufgrund aktueller Umstände, müssen die Neulich-Einträge hinten anstehen...

Mein Freund, der gute Herr Mausekind, Riesen-Kracher heute!

Gestern ist er zum Geburtstag gewesen, Frau Mausekind im Bett, weil wegen Arbeiten und so.
Hat ihm aber angeboten, ihn nachts abzuholen.
(Ja, man würdige mich bitte mit vielen angemessenen "Ah's" und "Oh's" und vielleicht kleinen Statuen)

Gut, ich also losgefahren.
Auf dem direkten Wieder-Nach-Hause-Weg rief dann el Gastgeber an...
Der Mausemann hätte sein Portemannaie vergessen.
Ich: "Umdrehen?"
Mausemann: "Nö, hol ich morgen."

Fantastisch!

Weitergefahren, ab nach Hause, wieder Bett, schlafen.
Wecker klingelt ja bekanntlich erbarmungslos früh.

Vorhin ruft mich Herr Mausekind an.

"Du, wenn Du mich heute per Handy erreichen willst: Is' nich'!"

"Wieso nicht? Haste gestern etwa auch liegen lassen, oder was?"

"Nee,  es ist aus."

" *grübel* Du, es gibt da so ein kleines Knöpfchen, ist ne Innovation, ich weiß, aber da kannste draufdrücken und es geht wieder an."

"Haha! Akku ist alle..."

" *Indiana Mausekind, Mausekind Norris und Mausekind Gyver ihre Intelligenz verein*
Gut, auch recht innovativ, ABER: Gibt jetzt auch Ladegeräte..."

"Machste Dich über mich lustig?"

"Hört es sich so an?"

"... Hab den PIN vergessen. Hab ihn bereits zweimal falsch eingegeben."

"Gut... Also nicht gut. Aber Du könntest doch mal die Hotline anrufen."

"Was wollen die denn von mir wissen?"

"Na, Namen, Geburtsdatum, Handynummer... Kundennummer?!"

"Ja, und wo soll ich jetzt herbekommen...?"

"Na, Du bist doch bei Rechnung-Online angemeldet. Da guckste einfach in Dein Postfach, nimmst die Kundennummer raus..."

"Nee... Ich weiß das Passwort nicht mehr."

" *stöhn* Okee... Dann kannste Dir das doch auch wieder anfordern. Solche Sachen sind doch doppelt abgesichert. Lässte Dir das Passwort eben an die andere E-Mail-Adresse schicken."

"Ich kenn die E-Mail-Adresse nicht mehr."

"WTF? Gut, da ich Dir ja E-Mails schicke, kenne ich sie... *fängt an die E-Mail-Adresse abzuspielen*"

"Nee, ich habe noch eine Andere. Da gehen die Rechnungen hin. Aber die ist schon so alt, dass ich die Adresse einfach nicht mehr weiß."

...

Ende vom Lied:

Ich habe ihn mit dieser Sorge "allein" gelassen, da Frauchen arbeiten muss.

Aber ich konnte es mir nicht verkneifen, ihm vorher noch eine SMS zu schicken.

"Mein Freund ist ein Dussel."

Übertragen? Negativ. Handy ist ja aus, PIN wech, Akku leer, Passwort fehlt, E-Mail-Adresse ebenfalls, Kopf auch leer.

Aber 20 Min. später bekomme ich einen Übertragungsbericht.

Antwort?

"Mir ist er wieder eingefallen. Also der PIN."

Klar...

Der Rest ist wech!

Honk!

28.07.2009 um 13:50 Uhr

Terrormone, Teil 3

von: Mausekind   Kategorie: My life

Für alle, die es noch nicht wussten:

Ich bin ein Papakind!

Papa ist mein Ein und Alles und wir telefonieren die Woche auch bestimmt mindestens 5x miteinander.
Wenn dem nicht so ist, beginnt sich das Papakind Sorgen zu machen...

Wie dem auch sei:
Ich kämpfe für ihn wie eine Löwenmutti. Bei Diskussionen mit meinem Bruder schütze ich ihn grundsätzlich.
Nicht, dass es so wäre, dass ich seine Fehler nicht sehen würde. ABER es hat halt niemand schlecht über MEINEN Papa zu sprechen.

Bis heute.

Oder gestern.

Denn seitdem bin ich stinkig.

Mein Papa ist ziemlich rechthaberisch. Ist das Gras blau, IST es auch blau. Basta!
Andere Meinungen? Wozu? Wenn er seine hat!
Auch damals, die Geschichte mit Mama, hat er sich fürchterlich verhalten.
Ihm war ihr Zustand völlig egal. WOLLTE es nicht sehen. Hat drüber hinweggeschaut, nichts unternommen.

Ich bin nicht blind. Ich weiß das alles.
Dennoch ist es mein Papa und meine Liebe geht über alle Fehler hinaus.
Deswegen kreide ich ihm nichts an.
Aber ich weiß es eben.

Wir erinnern uns mal wieder dunkel daran, dass ich letztes Jahr meine Cousine kennenlernen durfte, mit der ich ja schon seit über einem Jahr (damals) zusammengearbeitet habe.
Ich wusste nicht, dass es meine Cousine (väterlicherseits) ist, da mein Papa sich vor über 40 Jahren mit ihrer Mutter, seiner Schwester, gestritten hat.
Seitdem sprechen die beiden kein Wort mehr miteinander, auch wenn sie 7 km Luftlinie voneinander entfernt wohnen.

Wir, mein Cousinchen und ich, hatten damals nicht vor, unsere Eltern wiederzuvereinen.
Eher im Gegenteil. Wir wollten uns da beide schön raushalten und lediglich unseren Onkel/unsere Tante besser kennenlernen.

Am Samstag war nun Papa, der Heilige, bei uns. Bzw. bei mir. Der Mann war beim Rasensport-Gucken.
Dazu sei erwähnt: Samstag war ein absolut beschissener Tag. Ich bin aufgewacht und fand die Welt schon scheiße. Die Tränen liefen und die Hormone begannen mit dem ganzen Terror.
Nichts konnte ich mir selbst rechtmachen. Zum Duschen musste ich mich zwingen, hatte keine Lust auf nichts.
Aber Papa kam und wollte Steckdosen bei unserem Umbau machen und so zwang ich mich, zu tun, als wäre alles in Ordnung.
Allerdings war ich, für meine Verhältnisse, eher wortkarg.
Irgendwann setzte ich mich zu Papa, der an den Steckdosen bastelte und er begann einen Monolog, der durch mich nur durch gelegentliche "mh"s kommentiert wurde.
Er erzählte mir, dass er damals das arme Opfer wäre, was von seiner großen Schwester immer nur geärgert wurde. Dass er damals ja alles versucht hätte, um den Kontakt wieder herzustellen.
Die komplette Opferrolle eben.
Und ob Cousinchen und ich vorhätten, die beiden wieder zu "verkuppeln".

Aufgrund meiner Sprachlosigkeit und der damit verbundenen akuten Unlust, mir diese Geschichte anzuhören, antwortete ich kurz und knapp mit einem "Nein".

Versteht mich nicht falsch!
Ich rede gern mit meinem Papa, führe "Vater-Tochter"-Gespräche...
Abends, nach der Arbeit kommt er oft vorbei.
Und gerade DIESES Thema hatten wir schon hundertmal auseinander gepflückt, drüber gesprochen.

Wenn Papa doch tatsächlich das arme kleine Schäfchen war und seine Schwester natürlich auch (jedenfalls erzählt sie das meiner Cousine) warum haben die sich denn vor 40 Jahren gestritten? Dann müsste doch alles harmonisch sein!
Dann würden sie heute noch together jährlich unter'm Tannenbaum hocken und Weihnachtslieder singen!
Aber nö -das ist so typisch Papa. ER ist unschuldig. Hat nie was gemacht.
Und sooo stur, dass er nicht mal auf dem Sterbebett die Versöhnung mit seiner Schwester eingehen würde. Schon aus Prinzip nicht. Denn wenn er seine Meinung hat, dann ist das ja so!
*argh*

Was mich dabei wirklich stört, ist:

Ich habe gesagt, dass ich neutral bleibe. Es mir um keine Versöhnung geht.
Und das ist so!

Aber dass Papa nicht mal bemerkt hat, wie schlecht es mir eigentlich an diesem Tag ging.
Und mich nicht einmal fragt, wie es mir geht.
Sondern nur darüber philosophiert, wie unschuldig er doch eigentlich ist. DAS stört mich!
Wir (die Familie) wissen doch alle, dass Papa und seine Schwester beide Schuld daran haben.
Die haben sich vor vierzig Jahren beide angestellt und das ist jetzt die Ernte.
Das kann Mann auch so hinnehmen. Und nicht immer so tun, als wäre das eine völlig unerwartete Wendung!

*****

Noch so'n Ding:

Wir haben die Fußabdrücke und ein Foto aus dem Krankenhaus erhalten.
Direkt nach der Entbindung. Für zuhause. Für die Schublade. Für uns eben.

Wenn wir uns jetzt nochmal ganz dunkel erinnern, hätte mein Neffe ein Zwilling sein sollen.
Seine Schwester starb kurz nach der (Früh-)Geburt.
Natürlich wurde sie beerdigt. Natürlich weiß mein Neffe, dass sein Schwesterchen nicht mehr lebt. In diesem Gedanken wurde er aufgezogen. Ob das richtig oder falsch ist, sei mal dahingestellt.
Ich erlaube mir darüber jedenfalls kein (offizielles) Urteil. Weder vor unseren Eltern, noch vor sonstjemandem.
(Ich habe gerade so ein Deja-Dings -wiederhole ich mich? Habe ich das schon mal geschrieben?!)

Jedenfalls sagte Papa dann:

"Aber ihr wollt um Euer Kind nicht so einen Kult machen wie Bruder und Schwägerin, oder?"

Kult machen?
Hups! Papa Mausekind, was ist das denn für eine Wortwahl?!

Weil ein Foto in Neffen's Zimmer steht und sie regelmäßig zum Grab gehen?
DAS ist dann ein Kult?
Nein, ich nenne das "Trauer", oder auch ihre Art, mit dem erlebten fertig zu werden...

Und wenn wir das möchten, dann machen wir das auch!

Gut, wir möchten es nicht.
Wir gehen damit anders um.
Aber: Unser Baby ist auch nicht "lebendig" gewesen. Ist nicht direkt nach der Geburt gestorben.
Die haben nicht nur "jemanden" verloren, sondern jemanden, dessen Bruder es überlebt hat.
Das ist kaum zu vergleichen mit unserer Situation.

Und diese Wortwahl hat mich richtig hart getroffen.

Gerade das von jemandem zu hören, der -egal was die Brut macht- immer auf deren Seite stehen sollte. Sich nicht anmaßen sollte, über etwas zu urteilen, was man selbst noch nicht einmal erlebt hat.

"Aber Mama hat doch auch schon ein Kind verloren."

Ja, aber innerhalb der ersten drei Monate.
Und sie musste es nicht gebähren.
Es war bereits tot.
Völlig andere Umstände -nicht vergleichbar!

Mir fehlen in solchen Augenblicken einfach die Worte zur Zeit.
Nein, ich bin sicherlich nicht auf den Mund gefallen.
Habe grundsätzlich einen Spruch parat.
Aber zur Zeit scheint diese "Gabe" abhanden gekommen zu sein.

Es geht weiter...
Zwei Neulich-Geschichten...

28.07.2009 um 08:48 Uhr

Terrormone, Teil 2

von: Mausekind   Kategorie: My life

Dann werde ich mal meinen Ärger ausführen, da dieses jedoch länger dauern kann, weil ich ungefähr soooo weit ausholen muss, schön langsam der Reihe nach in Teilen!

Dass ich mich über gestrigen Kommentar geärgert habe, brauche ich wohl nicht extra erwähnen, gell?
Vielleicht später, jetzt jedenfalls nicht.

Kracher!

Also, besagte Freundin. Langes Thema...

Wir lernten uns damals in der Ausbildung kennen.
Bis wir uns dann tatsächlich "annäherten" verging allerdings noch eine Weile.
Meine Freundin ist weltklasse! Sie ist witzig, hat den gleichen Humor wie ich, ist unglaublich gebildet UND unterschätzt sich selbst.
Sie schafft es einfach nicht, in sich das Positive zu sehen und neigt dazu, in Depressionen zu fallen.
Ich habe versucht, diese Launen aufzufangen, Verständnis dafür zu zeigen.
(Ich weiß nicht, ob es ihr vielleicht zu wenig war und sie sich dafür revanchiert?!)

Es gab da so drei Kernsituationen.
Auf meinen letzten beiden Geburtstagen war sie immer auf Durchreise.
Kam quasi mit gepackter Tasche, blieb ein paar Stunden und fuhr dann weiter.
Ich empfinde dies als "unhöflich", aber durch ihre Ehrlichkeit, mir zu sagen, dass sie nicht lange bleiben wird, kann ich ihr gar nicht böse sein.

Die letzte Verabredung allerdings, als ich ihr von unserem Nachwuchs erzählen wollte, war bereits seit einem Monat geplant. Ich wollte ihr die Nachricht persönlich überbringen und hatte mich mal wieder auf einen Weiberabend, nur wir zwei, ernsthaft gefreut.
Kurz davor hat sie mir dann allerdings gesagt, dass sie eine Verabredung hätte. Irgendwann abends. Und dass sie -Überraschung- nicht lange bleiben könne.
Ich ließ daraufhin unsere Verabredung ausfallen, da ich mich nicht wie der Bahnhof fühlen wollte.
Nein, auch das kreide ich ihr nicht an! Aber es hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Dass ich denn nun schwanger war, konnte ich ihr erst (denn ich wollte diese Nachricht nicht am Telefon überbringen) auf einer Tippsenversammlung tun, zu der wir zusammen gingen.
Auch nicht der Ort, den ich mir vorgestellt hatte, aber immerhin persönlich.

Dann überstürzten sich die Ereignisse.

Wenn mich etwas wirklich belastet (wir erinnern uns an vor zwei Jahren mit Herrn Mausekind), dann kann ich nicht sprechen. Auch wenn ich wollte. Es geht nicht.
In diesen 5 Wochen "Pause" bei mir und Herrn Mausekind bin ich fast jeden Abend zu meiner besten Freundin gefahren, habe mich in ihren Sessel gesetzt, nicht gesprochen und nur geweint.
Und sie hat mich weinen und nicht sprechen lassen. Wusste, dass ich nicht sprechen konnte.

Als ich von der Krankheit unseres Stöpsels erfuhr, war es ähnlich.
Herr Mausekind sprach für mich. Er telefonierte mit meinen Eltern. Und meiner besten Freundin.
Er erzählte, was uns passierte. Ich schwieg.
Und so schrieb ich. Wie auch damals. Was passiert ist. Wie die Chancen stehen.
Aber aussprechen? Zu dieser Zeit? Never!
Deswegen schickte ich ihr die SMS. Dass sie lesen sollte, was passiert ist.
Weil ich so sprachlos bin. Weil ich nicht mehr auf der Arbeit war. Weil mein Leben einfach stillstand -für den Moment.
Ich wusste doch, dass sie auf der Arbeit ihre Mails checkt. Dass sie dort ins Internet kann.

Nach mehreren Tagen ohne Antwort schrieb ich ihr erneut, aus Trotz, dass es nicht mehr nötig wäre, dass sie liest. Dass sie nicht mehr Anteil nehmen bräuchte...

Erst daraufhin antwortete sie, dass ihre halbe Familie sauer auf sie wäre und sie gerade unglaublichen Stress hätte. Außerdem kein Internet zuhause und deswegen hat sie nicht lesen können.
Dass sie sich diese 5 Minuten in der Mittagspause nicht mal genommen hat, hat mich weitgehend mehr verletzt. Auch, dass sie erst Tage später reagiert. Während bei mir die Welt untergeht.
Immer, wenn bei mir irgendwas anstand, ging bei ihr die Welt unter. Meistens durch die Depressionen. Dafür habe ich Verständnis, verdammt! Auch, wenn ich im ersten Augenblick enttäuscht bin, dass da etwas schon wieder nicht klappt, was wir geplant hatten. Sie kann ja nichts für ihre Depressionen.
Aber in diesem Augenblick... Dass sie etwas "vorschiebt", das sie mir hätte auch schon vor 2 Tagen sagen können; nur auf mein nochmaliges Bohren... Nein!

Nach der Geburt schickte ich den Interessierten eine SMS.
Dass unser Sohn geboren wurde.

Natürlich antwortete sie.
Sie schickte mir eine unglaublich tolle SMS.
Eine typische "Freundin"-SMS, sie kann wirklich schön schreiben.
Mit Gefühl. Und mir liefen die Tränen beim Lesen.
Ich antwortete nicht. Was sollte ich auch schreiben? Ich musste ja selbst erst lernen, damit klar zu kommen.

Und seitdem ist Funkstille.
Nichts. Sie hat meine Festnetznummer, meine Handynummer, E-Mail-Adresse und weiß, wo ich wohne.
Mehr geht nicht.

Selbst meine Freundin L., die hunderte von Kilometern entfernt wohnt, hat mir E-Mails geschickt.
Weil sie sich nicht getraut hat, anzurufen. Weil sie sich nicht aufdrängen wollte; mir den "Freiraum" geben wollte, selbst zu entscheiden, ob ich darauf antworten möchte, oder nicht.
DAS wäre doch eine Möglichkeit gewesen.
Und es gibt noch so viele andere.
Aber keine zu nutzen?!

Seit nun vier Wochen schleppe ich diesen Ärger mit mir rum.
Habe wieder nicht drüber gesprochen. Nicht eher als gestern.

Und daraus schließe ich, dass das wieder etwas ist, was mich mehr belastet, als ich zugeben möchte.
Über kleinen Ärger spreche ich sofort.
Über großen eben erst gar nicht.

Du bedeutest mir was! Verdammt!

Um's mal mit Clarice's Worten zu sagen:
to be continued...

27.07.2009 um 15:09 Uhr

Terrormone, Teil 1

von: Mausekind   Kategorie: My life

Zeit, um Dampf abzulassen!

Meine Hormone stellen sich derzeit wohl um und ich reagiere wahrscheinlich auf das ein oder andere etwas extremer.
Also ist es Zeit, Dampf abzulassen.

Am Mittwoch werde ich mir einen Termin bei meinen Eltern holen und denen meinen Frust mitteilen.
Immerhin haben sie da so einige Kracher abgelassen, die mich wirklich beschäftigen und aufregen.

Details folgen morgen...

Btw:
Ich habe besagter Freundin heute eine E-Mail geschickt. Eine lange E-Mail.
Ich hätte ein Treffen vorschlagen können. Doch sehe ich mich nicht in der Position, das zu tun.
Auch, wenn hier jemand meint, meine Erwartungshaltung wäre zu hoch oder haste-nicht-gesehen.
Bin einfach der Meinung, dass so etwas von ihr kommen müsste.
Und da die Terrormone regieren, lass ich sie auch bestimmen!
Basta!

25.07.2009 um 12:32 Uhr

Ich glaub's nicht!

von: Mausekind   Kategorie: My life

Nun denn...

Eigentlich wollte ich heute mal berichten, wie meine letzten Tage so gelaufen sind, etc.
Das war wirklich ein fester Vorsatz.

Problem ist ja: Der Mauseherr weiß ja nicht, dass ich in dieser wundervollen Community aktiv bin. Deswegen kann ich ja nicht immer drauf los schreiben. Gerade dann nicht, wenn wir beide zuhause hocken. Ganz davon abgesehen, dass wir hier ja auch immer noch den Umbau-Stress haben.
Details später.

Jedenfalls hat der Herr soeben die heiligen Mausehallen verlassen und ich bin an den Rechner gehüpft.
Bevor ich Euch berichten wollte, hatte ich kurz im VerZeichnis angemeldet.

Alle Vorsätze über den Haufen geworfen!

Ich hatte tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, Herrn Mausekind von "Euch" zu erzählen.
Ihm zu zeigen, dass ich hier nun seit drei Jahren bin, meine Gedanken mit Euch teile.
Eigentlich egal, was er davon hält. Das ist halt "meins".

Kracher.

Dieser Eintrag wird das nun unmöglich machen, aber ich muss mich jetzt mal schnell auslassen:

Der Krebsmann ist zurück!

Also jetzt nicht "so" zurück, aber eben zurück.

Hilfe, meine Gedanken überschlagen sich!

Also:
Eigentlich hatte ich mit dem ganzen Krebsmann-Thema abgeschlossen.
Hab seine Nummer aus'm Handy geschmissen, hab ihn seit bestimmt zwei Jahren nicht mehr gesehen, etc. UND amüsiere mich köstlich darüber, wenn jemand "Krebsmann" googelt und dadurch auf meine Seite stößt.

Und nun ist er wieder da. Schreibt mich an.
Kracher!

Ich meine, die Sache ist durch. Mehr als durch sogar.
Aber dass er sich tatsächlich nochmal meldet... DAS hätte ich mir einfach nicht vorstellen können.

Egal.
Thema durch. Ende. Sowas Blödes!

**********

Wie dem auch sei, was ist passiert?

Wir haben ja angefangen, unseren Boden auszubauen.
Unsere One-Man-Bauarbeiter-Show hat es tatsächlich geschafft, dies in gerade einmal zwei Wochen zu verwirklichen.
Unsere Vorstellung des Ausbaus war eigentlich, dass es mindestens vier Wochen dauern würde.
Aber unser Arbeiter hat dies in zwei Wochen möglich gemacht, sodass wir jetzt bereits gestrichen haben und das erste Laminat ebenfalls bereits liegt.
Allerdings fehlt uns noch die Treppe. Diese wird erst Anfang August kommen.
Bis dahin können wir uns also Zeit mit dem Laminat lassen.
Zwischendurch pendeln wir von Baumarkt zu Baumarkt, bringen Schutt weg...

Nur ganz selten kullern noch die Tränchen.
Was nicht bedeutet, dass wir nicht oft darüber sprechen würden.
Eigentlich ist es täglich bei uns Thema.

Gerade, als ich mit meiner Höhenangst das erste Mal die Leiter hochgestiegen bin und das Kinderzimmer gesehen habe, war's ganz schlimm.
Ich kannte es bis dato nur aus Erzählungen und hatte wirklich keine Vorstellung davon, wie es tatsächlich aussehen würde.
Ich wusste nur, dass es ein kleiner Raum wäre.
Aber nee, der Raum ist wirklich genau richtig groß. Wir haben eine Nische, in den ich gedanklich schon den Kleiderschrank, den wir gesehen hatten, gestellt habe.
Und so standen wir beide dann in unserem Kinderzimmer und weinten.

Wir haben ihn "the white Room" getauft, da wir ihn komplett weiß gestrichen haben.
So bleibt er. Bis er irgendwann mal "einsatzbereit" sein muss.
Wir werden auch nichts reinstellen. Er bleibt leer.

Zwischendurch war ich oft allein mit dem Auto unterwegs, Botengänge erledigen.
Gerade dann hat Frau ja Zeit, allein über alles nachzudenken.

Eine Freundin von mir hat diesen Link.
Sie ist die Kategorie von Freundin, die nicht immer anwesend ist, aber in Extremsituationen absolut verlässlich ist. Neuerdings fühle ich mich von ihr im Stich gelassen.
Immer, wenn es darum geht, dass mit ihr etwas nicht stimmt, bin ich da.
Aber wenn mit mir etwas ist, dann ist sie irgendwie nicht greifbar. Dann ist gerade bei ihr irgendwas los, was ihre Abstinenz rechtfertigen soll.
Wie auch in "diesem" Fall.
Ich konnte nicht sprechen, konnte nicht noch einmal erzählen, was unserem Sohn gerade passiert.
Und ich schrieb ihr nur eine SMS, dass sie den Blog lesen sollte.
Nach zwei oder drei Tagen erhielt ich noch immer keine Antwort und als ich ihr dann schrieb "Lass gut sein, jetzt brauchste auch nicht mehr lesen", erhielt ich als Antwort, dass bei ihr ja alles drunter und drüber gehen würde, dass ihre halbe Familie gerade sauer auf sie wäre, blablabla...
Seit über drei Wochen hat sie keinen einzigen Versuch unternommen, mit mir zu sprechen, sich einfach mal zu melden und zu horchen, wie's mir überhaupt geht, wie's uns geht, geschweige denn eine telefonische Kontaktaufnahme.
Das einzig Liebe, was von ihr kam, war eine SMS nach der Geburt.
Ich weiß noch nicht, ob mir das zu wenig ist. Ob wir vielleicht das Wort "Freundschaft" unterschiedlich definieren. Welche Konsequenzen ich daraus ziehen werde...

Sowieso: Ich weiß, dass es nicht einfach ist, damit umzugehen. Aber wir sprechen sehr offen darüber. Mit allen, die sich dafür interessieren. Das ist für den einen vielleicht ungewohnt, aber für den anderen auch "befreiend". Weil sich die anfängliche "Wie gehe ich jetzt damit um"-Situation schnell entspannt.
Wenn ich aber das Gefühl habe, dass da von einer Seite absolutes Desinteresse herrscht, dann enttäuscht mich das mehr, als alles Andere.
Meine liebe L. zum Beispiel, wusste ebenfalls nicht, wie sie sich verhalten sollte. Aber sie schrieb mir regelmäßig E-Mails, SMS. Das sie einfach an mich denken würde.
Das allein signalisiert mir doch, dass man sich Gedanken um mich macht. Das hätte mir gereicht.
Aber so völlig still und sprachlos zu sein... Das ist mir zu wenig!

Am Montag beginnt übrigens der Alltag wieder.
Die Arbeit beginnt. Ich weiß noch nicht, wie das wird. Wie ich damit umgehen soll.

Meine Kollegen, die im Urlaub noch gearbeitet haben, haben mir Blumen vorbeigebracht.
Wissen also Bescheid. Ich weiß allerdings nicht, ob's mir gefallen wird, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Oder was mit den Kollegen ist, die es noch nicht wissen. Vielleicht mache ich mir zuviel Gedanken. Oder auch zu wenig.
Wir werden es erleben...

Ihr hört von mir...

20.07.2009 um 10:46 Uhr

Jahrestag, der Dritte!

von: Mausekind   Kategorie: My life

Ach ja...

Seit genau drei Jahren bin ich Mitglied dieser tollen Gemeinschaft.

Also Zeit für ein:

Fröhlich

Und ich freue mich wirklich, dass ich damals *mit der Hand durch den noch immer imaginären langen Bart streich* den Weg hierher, zu Euch, gefunden habe.

Also: Gratuliere ich mir selbst!

Und schmeiße natürlich alles, nach dem Euch zumute ist.

Angefangen mit ner Runde Latte und Aldi-Asti!
(Ich darf ja wieder... *räusper*)

Btw:
Ich möchte doch heute auch mal kurz auf diesen Tag eingehen.

Heute vor 40 Jahren war also der erste Mann auf dem Mond.
UND mein "Schwager" hat Geburtstag.

Dies nur am Rande...

Jetzt aber feiern!

18.07.2009 um 11:47 Uhr

Alltägliches...

von: Mausekind   Kategorie: My life

Unser Umbau nimmt ernsthafte Formen an.
Wir waren gestern im Baumarkt und haben Farbe und Laminat besorgt.
Okay: Laminat ist noch IM Baumarkt, aber wir haben es ausgesucht und holen es heute ab.

Hab ich schon erwähnt, wie glücklich ich über einen Mann bin, der sich komplett um alles kümmert und mir keine Vorwürfe macht, dass ich es nicht schaffe, die Leiter hochzuklettern?

Unsere Treppe kommt nämlich erst in ca. 2 Wochen und bis dahin kann ich mir den Umbau nur "anhören", nicht "ansehen".
Die böse Höhenangst.
Wobei ich wahrscheinlich hoch kommen würde, aber niemals wieder runter.

Dann versuche ich eben das Chaos hier unten unter Kontrolle zu bekommen.

Ansonsten habe ich heute das erste Mal seit dem Eingriff bis um 9.30 Uhr schlafen können.
Unser Handwerker hat sich nämlich heute freigenommen und kommt erst am Montag wieder.

Also am Montag wieder um 6 Uhr aufstehen.

Aber ich möchte ja nicht jammern. Es geht ja voran.

Normalerweise hätte ich jetzt Urlaub, aber ich bin ja noch auf gelben Schein zuhause und nehme meinen Urlaub im September. Hoffentlich.

Weiterhin schlage ich mich sehr tapfer.

Keine wirklichen Tränen mehr. Nur noch einzelne, Kuller-Tränen, ganz selten.

Gestern abend einmal.
Weil Herr Mausekind und ich wieder "darüber" gesprochen haben.
Wie es weitergeht.
Was passiert, wenn uns der Genetiker sagt, dass wir nicht zusammenpassen.
Klar, das wäre typisch mein Leben. Da lerne ich endlich den Richtigen kennen und dann klappt's biologisch nicht mit uns.

Aber nein: Ich bin positiv! Und ich bleibe positiv!
Das wird alles nicht so kommen und ich bekomme mein Happy End.

Obwohl ich tatsächlich neidisch auf mein Hartz IV-Patenkind Chakkeline werde, die ja bekanntlich mehrere Kinder hat und auf meine Kosten lebt.
Nein, ich werde mich jetzt nicht weiter darüber aufregen.
Jedenfalls nicht hier.

Schönes Wochenende...

16.07.2009 um 08:25 Uhr

Unterhaltungen mit Mutti...

... sind bei mir bekanntlicherweise nicht einfach.

Diesmal hat es einen neuen Höhepunkt erreicht!

Vorab:
Ich hatte vor dieser Entscheidung eine ziemlich "vorgefertigte" Meinung.
In Bezug auf "Schau ich es mir nach der Geburt an?" zum Beispiel.

Ich war mir unglaublich sicher, dass ich ihn mir nicht anschauen werde.

Da wir ihn namenlos gelassen haben, wollte ich mich nicht noch weiter daran binden.
Mich nicht unnötig belasten.

Aber nach der Entbindung wusste ich auf einmal, dass ich ihn doch sehen möchte.
Dass ich wissen möchte, ob es meinem Baby "gut geht", er nicht gelitten hat.

Dies kann meine Mutti nicht nachvollziehen.
Und so kam ich in die Situation, mich mehr oder minder rechtfertigen zu müssen.
Wobei dies eigentlich keine Rechtfertigung werden sollte, sondern eher der traurige Versuch, ihre Sichtweise zu ändern. Über den Tellerrand zu blicken.
Denn für sie ist es scheinbar unvorstellbar, dass man diesen Gedanken hegt. Diese Entscheidung trifft. Und nicht die, die man vorher hatte.

Man muss dabei erwähnen, dass Mama, bevor ich kam, eine Fehlgeburt hatte.
Sie sich also wenigstens annähernd in meine Situation reinversetzen kann.
Ihr tut unser Verlust auch wahnsinnig leid. Das alles weiß ich.

Aber was ich eben nicht begreifen kann, ist, warum sie nicht einfach mal ihren Mund halten und uns machen lassen kann. Wir wissen genau, welche Entscheidungen wir treffen können, welche gut und welche eben nicht gut für uns sind.

Nachdem wir am Donnerstag vom Arzt kamen und dieser uns die Hiobsbotschaft mitteilte, stürzte sich Herr Mausekind sofort ins Internet und googelte, was das Zeug hielt.
Wie diese Krankheit aussieht;
ob es Menschen gibt, die damit leben;
ob es Erfahrungsberichte im Netz gibt;
etc.

Und dabei stieß er auf einen Bericht einer Frau, die schrieb, dass sie ihr Kind so lange ausgetragen hat, wie es ging. Dass ihr das geholfen hat, mit dem Verlust besser umzugehen.

Als er mir davon erzählte, konnte ich das nicht nachvollziehen; WOLLTE das nicht nachvollziehen.
Für mich war die Vorstellung grausam, das Ungeborene in sich zu tragen und doch zu wissen, dass es keine Chancen hat. Dass es niemals leben wird.
Und dann vielleicht noch 10 Wochen mehr damit rumzulaufen, von allen angestarrt zu werden.
Die Menschen auf der Straße, die sich freuen, wenn sie eine Frau mit Babybauch sehen. Die sich für einen freuen. Und man selbst weiß, dass diese Freude völlig umsonst ist, weil diese Schwangerschaft kein positives Ende nehmen wird.
Nein, das hätte ich nicht ertragen.

Und doch habe ich wenige Tage vor dem tatsächlichen Entbindungstermin meine Meinung darüber geändert. Ich konnte plötzlich verstehen, warum diese Frau so gehandelt hat.
Die Vorstellung, was da an diesem Montag mit mir passieren würde, war noch grausamer, als die Entscheidung, die Natur das tun zu lassen, was sie geplant hat.

Ich habe mich bewusst gegen diese neue Option entschieden.
Weil ich das Gefühl hatte, ich würde mich einfach nur "drücken" wollen.
Vielleicht hatte ich Muffesausen.

Aber immerhin hatte ich über meinen Tellerrand geblickt und Entscheidungen, die von anderen getroffen werden, nicht gleich selbst für mich anders entschieden.
Und genau das ist das, was ich in dem Gespräch zwischen Mutti und mir gehofft hatte.
Dass ihr meine Beispiele helfen, anders zu denken.
Nicht sofort zu sagen: "Oh mein Gott, seid ihr sicher, dass ihr das Richtige getan habt? Wäre es nicht einfacher gewesen, es Euch nicht anzusehen? Es war doch noch kein "fertiger" Mensch."

Nein, das war ER nicht, Mutti.

Aber es war unser Mensch!
Unser Sohn.
Und das ist gut so.

15.07.2009 um 12:14 Uhr

Blick nach vorn

von: Mausekind   Kategorie: My life

"Das Leben geht weiter" oder auch "Zeit heilt alle Wunden"...

NEIN, das kann ich nicht mehr hören!

Natürlich geht das Leben weiter.
Ich bin kein Vogel Strauß! Ich stecke meinen Kopf nicht in den Sand!
Aber das Leben geht nicht "einfach so" weiter. Natürlich nicht.

Und dass die Zeit alle Wunden heilt, halte ich nach wie vor für ein Gerücht!

Vielleicht lindert es die Schmerzen, aber die Narben, die hinterlassen werden, bleiben.

Und es ist auch nicht so, als wenn ich das negativ meinen würde.

Diese Erfahrung war zwar keine schöne, aber doch eine wichtige.
Eine, an denen man wächst.
Und ich wachse gern.

Wie dem auch sei:

Das Leben geht nun mal weiter.

Und wir hangeln uns von Erlebnis zu Erlebnis.

Am Samstag haben wir eine Shopping-Tour durch's "neue" Einkaufszentrum in unserer Landeshauptstadt gemacht.
Ich hätte mir doch tatsächlich mehr von dem Shoppingparadies versprochen.
Nicht mal mit dem in meiner Hass-Stadt kann es mithalten.
Aber okay, immerhin gab's drei neue Shirts.

Am Montag hatte ich dann einen kleinen gesundheitlichen Tiefpunkt.
Verdacht auf Gebärmutterentzündung.
So schnell wie's kam, ging's Gott sei Dank auch wieder.
Gestern waren die Schmerzen kaum noch zu spüren. Und heute scheint wieder alles "normal".

Gestern waren wir dann mit unserem Hund beim Friseur.
Man mag es nicht glauben, aber aus unserem Yeti-Dog ist tatsächlich ein ziemlich schickes Gerät geworden!
Die Zotteln sind gewichen. Und er sieht wirklich gut aus. Und er fühlt sich richtig Teddy-mäßig an.

Immerhin das funktioniert.

Gestern nachmittag war dann noch meine Freundin da.
Und wir haben zu dritt versucht, den Ex-Yeti abzuduschen.
Da er panische Angst vor Wasser hat, war dies kein leichtes Unterfangen.
Aber wir haben gesiegt!
Und wurden den Rest des Abends mit Nichtachtung bestraft!

Unsere Aktion "schöner Wohnen" nimmt ebenfalls Gestalt an. 

Wir sind seit letzter Woche stolze Besitzer einer neuen Couch und haben daraufhin auch erstmal das Wohnzimmer umgestellt.

Außerdem läuft der Ausbau unseres Bodens schneller als erwartet.

Mit viel Glück ist er Ende der Woche schon mehr oder minder bezugsfertig.
Sprich: Wir brauchen "nur" noch Laminat verlegen und streichen.

Und das Chaos beseitigen.

Hier schaut's aus wie bei "Zuhause im Glück" oder so ähnlich.

Ich wünsch Euch was...

14.07.2009 um 14:50 Uhr

Heute vor einer Woche...

von: Mausekind   Kategorie: Das Mausekind-Kind

Ich denk an Dich!

09.07.2009 um 09:51 Uhr

Nur kurz II

Wie beim letzen Mal...

09.07.2009 um 09:39 Uhr

Nur kurz...

von: Mausekind   Kategorie: Das Mausekind-Kind

Am Dienstagmorgen um 5.45 Uhr wurde das Mausekind-Kind geboren.
- Unser Sohn-

Wie gern würde ich schreiben, dass Mutter und Kind wohlauf sind.

Er war bei seiner Geburt bereits ca. 20 cm groß und 310g schwer.

Wir hatten lang darüber gesprochen, ob wir es uns ansehen wollen würden.

Spontan haben wir es dann gemacht.

Aufgrund der Genitalfehlbildung wurde das untere Stück seines Körpers abgedeckt.

Es bleibt aber zu erwähnen, dass es wirklich friedlich aussah. Und auch wirklich menschlich.

Nachmittags habe ich mich auf eigenen Wunsch entlassen.

Soweit geht es mir "gut". Langsam bemerke ich die Schmerzen. Aber die sind aushaltbar.

Für die seelischen Narben habe ich Herrn Mausekind an meiner Seite, der wirklich fantastisch ist.

Wir sitzen hier im Chaos, weil unsere Wohnung ausgebaut wird.

Ich darf mich allerdings schonen und brauche wirklich nichts mit anzufassen. Er kümmert sich um alles und nimmt mir alles ab, was irgendwie geht.

Morgens ist es am Schlimmsten. Aufzuwachen und festzustellen, dass etwas fehlt.
Etwas nicht da ist, wo es sein sollte.

Den Rest des Tages halten wir uns tapfer.

Ich denke, der Ausbau lenkt uns ab.

Ich danke Euch allen, die an uns gedacht haben.
Die uns den Zuspruch geben.
Die Anteil nehmen.

Es kommen auch wieder bessere Zeiten.

Btw:
Unser Sohn ist in der Klinik geblieben. Er ist namenlos, lebt aber in unseren Herzen weiter.
Da das Syndrom so unglaublich selten vorkommt, ist es uns wichtig gewesen, dass wir mit seinem Zurücklassen vielleicht helfen können, etwas mehr über diese Krankheit zu erfahren und ggf. anderen Menschen zu helfen.
Da wir beide nicht wirklich gläubig sind, brauchen wir auch keine Stelle, an die wir pilgern können.
Wir werden uns ein Album mit allen Foto's anlegen und das als unsere "Pilgerstätte" im Schrank lagern.

01.07.2009 um 09:06 Uhr

Tag X-zwei-

Nur nachgeschoben, um den anderen Eintrag sichtbar zu machen...

01.07.2009 um 09:05 Uhr

Tag X

von: Mausekind   Kategorie: Das Mausekind-Kind

Ich weiß nicht, ob es richtig ist, zu schreiben.

Eigentlich gehört das in den Teil meines Lebens, der mir zu intim ist, um es hier zu veröffentlichen. Oder auch in den Teil, der nicht möchte, dass das wirklich passiert.

Wenn man nicht drüber spricht, dann passiert's auch nicht. Oder so ähnlich.

Gut, es passiert ja nun mal wirklich.
Nein, Marleen, ich weiß zwar wie Du's meintest, aber: Mit sowas würde ich niemals scherzen!
Selbst wenn ich wohl über einen schwarzen Humor verfügen sollte...

Also, was ist passiert?

Am Montag riefen wir in besagter Uniklinik an.
Den Termin zur zweiten Meinung erhielten wir am Donnerstag.
Da das natürlich wieder vier Tage waren, riefen wir gleich nochmal bei meinem Gynäkologen an, in der Hoffnung, dass er vielleicht (so von Kollege zu Kollege) einen früheren Termin erkämpfen könnte. Leider funktionierte auch dies nicht.
Allerdings besorgte er uns einen Termin bei einem anderen Arzt in der Nachbarstadt.
Dieser untersuchte das Ungeborene bestimmt zwanzig Minuten.
Details erspare ich uns.
Das Ergebnis war allerdings das Gleiche. Wobei er das bestimmte "P B Syndrom" allerdings nicht aussprach.
Das Allerschlimmste an der Sache ist, dass das Herz unseres Winzlings einwandfrei funktioniert.

In den meisten Fällen funktioniert dieses wohl auch nicht richtig. Und deswegen ist die Chance, dass es eben vorzeitig im Mutterleib stirbt, enorm.
Vielleich ist das nun das falsche Wort, aber dieses "Glück" scheine ich nicht zu haben.

Ich werde morgen eine Tablette schlucken, die unseren Krümel tötet.

Wie gerne würde ich mir selbst wenigstens dieses Detail ersparen.

Herr Mausekind sagt, ich solle mir nicht einreden, dass ich es töten würde.
Aber wenn wir es mal ganz nüchtern betrachten, ist es so.

Ich schweife ab.

Morgen wird also die "dritte" Meinung eingeholt. In der Klinik.
Und anschließend können wir, evtl. auch gleich vor Ort, den Abbruch durchführen.
ich habe mir bereits alle möglichen und unmöglichen Horrorszenarien ausgemalt.
Prinzipiell dürfte mich also dementsprechend nichts mehr schocken. Wobei die Realität ja nun einfach viel härter ist, als das, was man sich ausmalt.

--> Ich habe mir soeben diesen ganzen wirren Text durchgelesen. Ich glaube, ich weiß momentan selbst nicht, was ich damit eigentlich sagen möchte.
In den letzten Monaten habe ich so oft viel schreiben wollen, aber ich hab's einfach nicht geschafft.
Und wie oft habe ich überlegt, Herrn Mausekind von diesem Blog zu erzählen. Aber dann dachte ich immer, dass er vielleicht nicht genug Verständnis dafür hätte, dass ich mein/unser Privatleben an die Öffentlichkeit trage. Vielleicht hätte ich sogar vorab noch "zensieren" müssen, was ich hier so geschrieben habe. Aus Angst, dass er es in den falschen Hals bekommen könnte.
Oh Gott, ich mache mir Gedanken um Dinge, die so nebensächlich erscheinen.
Ich fass es nicht.

Wie dem auch sei.
Morgen ist besagter Tag. Ich weiß nicht, wann ich mich hier wieder melden werde. 
Was ich hier schreiben möchte/werde, oder eben nicht.

Aber was mir wirklich wichtig ist, ist Folgendes:

Den ganzen Zuspruch, den ich erhalten habe, die Kommentare, die PN's...
Vielen Dank dafür! Ich freue mich sehr, dass diese Gemeinschaft so an den einzelnen Schicksalen Anteil nimmt und dieses auch kundtut.
Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie gut das tut zu lesen.
Auch, wenn mir oftmals die Worte fehlen um auf jeden einzelnen Kommentar einzugehen. 
Es gibt keine Worte, die "trösten" können. Nichts, was das Erlebte jemals besser werden ließe.
Aber allein das Wissen, dass es Menschen gibt, die sich dafür interessieren und auch ehrlich mitleiden, tut einfach gut. Ich fühl mich nicht allein. Ob nun real oder virtuell.
Danke.  

btw: Der eintrag "Der Sarkasmus stirbt zuletzt" ist nun auch sichtbar...