Ein Tannenbaum ist keine Entschuldigung!

15.12.2009 um 13:13 Uhr

"Streifenhörnchen"

… diesen Ausdruck habe ich nun seit inzwischen 10 Jahren nicht gehört.

Doch nun wurde ich -und das wundert mich selbst- schmerzhaft daran erinnert.

Aber um diese Geschichte zu "erzählen" muss ich ausholen.

Mich an etwas erinnern, das ich vergessen wollte.

Es war irgendwann in der 7. Klasse, als ich "ihn" kennenlernte.

Nein, kein "ihn" wie ihr jetzt denken werdet.

Er war jemand, der zunächst der Freund meiner Freundin war und dann plötzlich mein bester Freund wurde.

Wir verbrachten Tage miteinander, nein, Wochen!

Und ich dachte, ich würde ihn kennen.

Er war von den anderen nicht so richtig "angesehen"… Er war eben klein und pummelig. Auch keine Schönheit. Und er war vielleicht realitätsfremd…

Vielleicht ist das nicht das richtige Wort, aber noch viel "vielleichter" gibt's für ihn das richtige Wort überhaupt nicht.

Ich glaube, es war in der 8. Klasse, als er sich in einen Klassenkameraden verliebte. Wochenlang lief er völlig verstrahlt durch die Gegend und hatte Herzchen in den Augen, wenn er ihn sah. Allerdings, und das verdient meinen absoluten Respekt, ging er mit dem Thema sehr offen um.

Was natürlich nicht unbedingt dazu führte, dass er sich mehr Freunde machte…

Die halbe Schule belächelte ihn.

Ich nicht. Ich hatte Verständnis. Ich fand's sogar noch besser! Einen schwulen besten Freund! Das ist doch der Traum aller Frauen! Und ich hatte ihn!

Aus dem Nichts heraus tauchte plötzlich eine Frau in seinem Leben auf.

Nicht nur das, sondern sie war auch noch bestimmt 7 Jahre älter. (Wir rechnen zurück… Wie alt ist man in der 8. Klasse? Oder war's schon in der 9.?)

Wie dem auch sei. Ich färbte mir in dieser Zeit das erste Mal Strähnen und er nannte mich immer Streifenhörnchen.

In diese Idylle platzte nun also besagte Frau.

Mein, bis dato schwuler (oder bi) bester Freund, hatte nun plötzlich eine Freundin.

Und die Steigerung davon war, dass er (oder vielmehr sie) anfing zu streuen, dass er von seinem Stiefvater sexuell missbraucht worden wäre. Die letzten X Jahre…

Seine Eltern, die ich ja nun inzwischen auch sehr gut kannte, fielen aus allen Wolken. Zusätzlich rannten die beiden Frischverliebten zum Jugendamt und zur Polizei und ich weiß nicht wo noch überall hin…

Diese Zeit war schwierig. Mit mir redete er nicht darüber. Sowieso redete er mit niemandem. Außer mit ihr.

Eines Tages besuchten mich die beiden. Ich wollte nun aus seinem Mund hören, was wirklich passiert war.

Aber anstatt, dass er mit mir sprach, ergriff sie das Wort. Er saß neben ihr und … grinste (?!) … Ich weiß nicht, was es für ein Gesichtsausdruck nun wirklich war, aber für mich sah es nach einem Grinsen aus.

Sie erzählte mir, dass sie bei der Polizei gewesen wären, was sie dort alles zu Protokoll gegeben hätten und wie es nun weitergehen würde.

Ich war nach diesem Gespräch so erschüttert, dass ich den Kontakt zu seiner Mutter suchte. Ich sagte ihr, dass ich ihn hätte schütteln wollen.

Dass ich nicht das Gefühl hätte, dass er "er" wäre.

Ich konnte nicht nachvollziehen, wie er nach einem derartigen Erlebnis (denn ich erfuhr von ihr auch unglaubliche Details aus ihrem Sex-Leben) überhaupt noch an Sex interessiert wäre. Ihm zuliebe brach ich damals den Kontakt zu seiner Mutter ab. Wollte mich nicht weiter einmischen.

Es vergingen Wochen/Monate… Viel Zeit, die wir zu dritt verbrachten. In der ich nicht die Gelegenheit hatte, mit ihm zu sprechen.

Und irgendwann gab ich es auf.

Ich merkte, dass sie bei fast jedem Wort, das sie sprach, die Tatsachen verdrehte.

Es gab eine Geschichte, die unglaublich lustig war, die sie immer und immer und immer wieder erzählte, wenn wir mit Freunden zusammen saßen.

Und bei jedem Mal änderten sich die Details. Zunächst bemerkte ich es nicht. Aber nachdem es mir das erste Mal auffiel, fand ich die Fehler öfter.

Irgendwann wurde es mir zu bunt. Ich war damals zu jung, wusste nicht, wie ich mit all dem umgehen sollte. Also ließ ich den Kontakt einschlafen.

Monate später. Ich weiß nicht einmal wann.

Seine Eltern machten sich selbständig und kauften sich eine Kneipe.

Er lebte inzwischen in einer kleinen Wohnung mit seiner Freundin. Es existierte Null Kontakt.

Allerdings wusste ich, dass aus dem Vorfall nix wurde. Angeblich sollte es einen Gerichtstermin geben, aber scheinbar kam es nie dazu…

Ich radierte fleißig Erinnerungen aus meinem Gehirn…

Meine Freundin (die damalige Freundin von "ihm", als ich ihn kennenlernte) fing an, bei seinen Eltern in der Kneipe zu arbeiten.

Und behauptete, dass sein Stiefvater sie betatscht hätte…

Ich fühlte mich, als wäre mir ein Pfosten vor's Fressbrett geknallt worden. Ich hatte an seiner Geschichte gezweifelt.

Wollte nicht wahrhaben, was da grad passiert.

Die logische Konsequenz: Ich ging mit meiner Freundin zur Polizei, hielt ihr die Hand und sie erzählte.

Ich sagte der Polizei, dass es bereits eine Akte über ihn geben müsse. Dass er bereits "auffällig" geworden war.

Tage später erhielt meine Freundin einen Anruf von der Polizei.

Dass gegen den Mann nie etwas vorgelegen hätte. Er wäre ein unbeschriebenes Blatt…

Das war das zweite Mal, dass ich nicht wusste, wie mir geschieht.

Die Welt drehte sich anscheinend wieder in die andere Richtung.

Ich war unglaublich enttäuscht. Wütend. Auf meinen "Kumpel", auf mich, auf die Welt.

Es vergingen weitere Monate…

Es muss um Weihnachten rum gewesen sein. Ich war mit meiner besten Freundin auf einer Christmas-Party, die völlig überfüllt war.

Massen von Leuten standen draußen und kamen nicht mehr rein.

Unter ihnen mein Kumpel (der ja nun schon lange keiner mehr war).

Ich erfuhr von meiner besten Freundin, dass er Single wäre. Und dass er draußen steht und dringend mit mir sprechen wolle…

Ich ließ ihn stehen.

Rückblickend hätte ich gern die Chance ergriffen. Hätte von ihm erfahren wollen, was eigentlich alles wahr gewesen ist.

Aber auch da war ich zu jung.

Wo fing mein Ausflug in die Vergangenheit an?

Ja, bei dem Streifenhörnchen.

Am letzten Wochenende präsentierte ich auf dem Geburtstag einer Freundin meine neuen Haare.

Sie sagte, sie würden mir wirklich gut stehen. Mir, dem kleinen Streifenhörnchen.

10 Jahre… 10 Jahre ohne diesen Ausdruck.

Wir waren frühstücken.

Und als ich gehen wollte, sah ich "sie".

Sie ist wieder mit einem jüngeren Mann zusammen. Er ging damals auf meine Schule, eine Klasse unter mir.

Und da ist sie wieder, die Geschichte. In meinem Kopf.

Mit mehr offenen Fragen, als Antworten.

11.12.2009 um 10:37 Uhr

Tricolor

von: Mausekind   Kategorie: My life

... auf meinem Kopf!

Ich brauchte Veränderung... Da isse!

Ich glaube, es geht mir jetzt besser! Fröhlich

05.12.2009 um 00:01 Uhr

Tag E

von: Mausekind   Kategorie: Das Mausekind-Kind

Heute ist es soweit.

Ich habe die letzten Einträge der letzten Jahre gelesen.
Habe mich über Dinge geärgert, über die ich jetzt, in diesem Augenblick, nur mit dem Kopf schütteln kann.

So ändern sich die Lebensschwerpunkte, gell?

Zudem sind heute zwei Geburtstage.

Der eine wäre ein Dreißigster gewesen. Die Einladung hierfür liegt in meinem E-Mail-Posteingang.
Mit Rathaus-Fegen. Unbeantwortet.

Das zweite Geburtstagskind ist ein "On/Off"-Freund von Herrn Mausekind. Mal haben wir mehr, mal weniger Kontakt zu ihm. Und daher hat er auch seinen Geburtstag letztes Jahr vergessen.
Ich kann mich noch sehr gut an das Telefonat mit ihm erinnern. Wir sagten ihm, völlig euphorisiert, dass wir seinen Geburtstag nun nicht mehr vergessen würden; ihm zu Ehren hätten wir extra "seinen" Geburtstag ausgesucht...

Es gehen mir so unglaublich viele Dinge im Kopf herum.

Dass ich noch Shirts in meinem Schrank liegen habe, die ich noch nicht anziehen konnte.
Ein Kleid für den Sommer. ...

Wo wäre ich jetzt gerade?
Wärst Du vielleicht schon auf der Welt? Oder hättest Du uns noch ein paar Tage zappeln lassen?

Wie hätten wir Dein Zimmer gestrichen?
Für welche Einrichtung hätten wir uns schlussendlich entschieden?
Nun steht Dein Zimmer leer. Ich nenne ihn den weißen Raum. Damit es nicht wehtut, wenn ich Kinderzimmer sagen muss.

Zum Schluss habe ich Deinen Herzschlag ganz deutlich gespürt, wenn ich abends im Bett lag.
Was, wie sich hinterher rausstellte, daran lag, dass nicht mehr genügend Fruchtwasser vorhanden war.
Es war nichts mehr zum "Dämmen" da.

(Mein Schmerz hingegen fühlt sich gedämmt an. Unwirklich.)

Die Aufregung beim Frauenarzt, wenn die Arzthelferin vorab den Herzschlag "gesucht" hat und wir Dich hören konnten.

Die Wut darüber, dass es so unglaublich viele asoziale (entschuldigt, aber ich möchte jetzt nicht darüber nachdenken, wie ich mich ausdrücke oder wem ich damit vor den Kopf stoßen würde. Es geht heute ausnahmsweise mal nur um mich. Um meine Bedürfnisse.) Menschen gibt, die in der Lage sind, das 5. Kind gesund auf die Welt zu bringen. Denen man jetzt schon ansieht, dass sie einfach nichts werden...

Viel schlimmer ist aber noch immer die Enttäuschung.

Es ist nicht so, als würde sie mich auffressen.
Aber sie klopft in unregelmäßigen Abständen an mein inneres Türchen...
Wie heute.

Ich bin dankbar für den Mann an meiner Seite.

Und für die Freunde um mich herum.

Aber heute möchte ich einfach mit meinen Gedanken nichts weiter machen, als bei Dir zu sein.

Wir lieben Dich...

03.12.2009 um 11:45 Uhr

Du trägst keinen Titel in Dir...

von: Mausekind   Kategorie: My life

... *sing*

Ich wollte doch noch weiter ausführen.
Also, hier bin ich.

Meine Beste:
Wir waren für letzte Woche Samstag verabredet. Wollten ins Kino gehen.
Zu fünft. Inklusive der Schwester ihres Freundes.
Diese ist allerdings krank geworden und irgendwie ... druckste meine Beste uns gegenüber auch ziemlich rum am Freitag. Die Woche wäre so anstrengend. Sie müsste am Samstag arbeiten und ihr Männe würde auch etwas vorhaben. Außerdem würde es angeblich keine Karten mehr geben für den Film. Jedenfalls keine zusammenhängenden Sitzplätze.

(Zwischeneinwurf: Wir hatten darum "gebeten", dass wir nicht in meine Hass-Stadt fahren, sondern in die direkt bei uns umme Ecke, weil Herr Mausekind ebenfalls arbeiten war und erst abends nach Hause kommen würde. Wenn wir in unsere Stadt gehen würden, wäre das für uns eher machbar, als in die Hass-Stadt, weil Weg weiter und so)

Sie würde sich nochmal melden am Samstagnachmittag und Bescheid geben, ob wir den Abend gemeinsam verbringen würden oder eher nicht.

Nach diesem Anruf, meldete ich mich gleich beim Cinemaxx an und reservierte Herrn Mausekind und mir zwei Karten für den folgenden Abend. Mir war da schon klar, dass die beiden uns hängenlassen würden. Ganz davon abgesehen: In dem Kino, in das wir wollten, gab es noch Karten. Und zwar massig! Loge, Mitte... Ohne Probleme.
Ich habe es mir erspart, für meine Hass-Stadt zu gucken.
Wobei ich nicht genau weiß, ob ich es nicht gemacht habe, um mir die Wahrheit zu ersparen (dass sie mich belogen hat und die "es gibt keine Karten mehr" - Ausrede benutzt hat) oder ihre Aussage nicht offiziell anzuzweifeln.
Wie dem auch sei: Ich schickte ihr Samstagabend noch eine SMS. Frei nach dem Motto: Der Film hat sich gelohnt!
Bis heute keine Antwort...

Aber ich bin enttäuscht. Und das ma wieder richtig!

Die schönen Dinge:

Meine Freundin hat zum Geburtstag von ihrem Freund einen Antrag bekommen.
So richtig romantisch.
Zettel zuhause gefunden, auf dem stand: "Fahr dahin, wo wir uns früher immer getroffen haben."
Dort hat er gewartet, ihr die Augen verbunden, einen riesigen Rosenstrauß rausgeholt und wirklich wunder-wunder-wunderschöne Ringe!

Ich durfte Sonntagabend gleich vorbeifahren und mir alles anschauen...

Hach... Ich wäre auch geschmolzen.
Wobei ich ja nicht geheiratet werde.

Traurig