Ein Tannenbaum ist keine Entschuldigung!

20.07.2015 um 09:36 Uhr

Das Schneckenhaus

von: Mausekind   Kategorie: My life

Nachdem ich nun also ein paar sehr emotionale Wochen hinter mir habe und nicht mehr wusste, wo ich eigentlich stehe, habe ich es tatsächlich geschafft, mich wieder zu verkriechen.
Unfassbar...

Seit Jahren spreche ich nicht mehr darüber, wie es mir eigentlich geht.
Ich höre mir an, wie es den Menschen in meinem Umfeld geht und versuche ihnen zu helfen.
Ja, ich bin eine Hobby-Therapeutin geworden und laut meines Umfelds sogar eine ziemlich gute.

Doch ich bin verloren gegangen.

Vor drei Wochen ist dann der Knoten geplatzt und ich wollte unbedingt sprechen.
Es hat mich völlig überrollt.
Ich war emotional am Ende. Mit Heulen, Schreien und allem, was eben dazu gehört.
Ich konnte mich nicht halten...

Nun ist es vorbei.

So schnell, wie es kam, ist es wieder weg.

Und ich hatte keine Zeit, mit jemandem darüber zu reden.
Das Bedürfnis, das jetzt zu tun, ist erloschen.

Und einmal mehr frage ich mich, warum ich verlernt habe, dass auch ich wichtig bin...

07.07.2015 um 10:51 Uhr

Vom Weltuntergang und Schnapsideen...

von: Mausekind   Kategorie: My life

Nachdem ich den Vorsatz getroffen hatte, mich dieses Jahr ja völlig erwachsen auf den heutigen Tag vorzubereiten und nicht in die gewohnte schlechte Stimmung zu verfallen, brach es Sonntag völlig über mir zusammen.

Ich saß bei Freunden im Garten und von jetzt auf gleich sprudelten alle Gefühle aus mir raus.
Ohne Vorwarnung. Ich kann es mir nicht erklären...

Den Weltuntergang draußen habe ich nicht mitbekommen, weil ich mich danach so dermaßen betrunken habe, um meinen innerlichen Weltuntergang zu überleben, dass ich auf Petrus' Launen einfach mal keine Rücksicht nehmen konnte.

Als ich mich gestern wieder auf Spur bringen wollte, kam die -mehr oder weniger- glorreiche Idee, dass ich mir aus therapeutischen Zwecken diesen Blog durchlese und mich unglaublich großartig fühle, weil ich mich weiterentwickelt habe. Weil ich soooo viele Krisen gemeistert habe und endlich mal stolz auf mich selbst sein kann.

...

Ich wusste leider nur nicht mehr, dass gefühlte 90% der Beiträge aus Alkoholkonsum bestehen.
(SCHNAPSIDEE)


Daher nun zur Richtigstellung meiner Person:

a) Nein, ich bin keine Alkoholikerin.
b) Ich bin eine gute Nachbarin!!! Ich habe scheinbar immer nur das Pech, dass ich neben Vollpfosten wohnen muss!
c) Ich verurteile immer noch Menschen, die in ihrer Schwangerschaft keinen Feta essen, weil sie sich nicht richtig informieren! *pfffff*
d) Ich bin tatsächlich immer noch gern mit Herrn Mausekind verheiratet.
e) Evtl. neige ich dazu, grundsätzlich auf Abteilungsfeiern etwas mehr trinken zu müssen, ich muss darüber nachdenken!
f) Ich mag meinen Humor. Er rettet mich.

03.07.2015 um 09:58 Uhr

6. Tag X

von: Mausekind   Kategorie: Das Mausekind-Kind

Nun ist es fast 6 Jahre her...

In diesem Jahr fallen die Tage genauso wie vor 6 Jahren.
Am Montag, den 6. Juli 2009 musste ich in die Uniklinik.
Am Dienstag, den 7. Juli 2009 wurde ich nach Hause geschickt. Allein.

Komischerweise weiß ich, welches  Oberteil ich getragen habe.

Es sind mittlerweile die Erinnerungsfetzen, die bleiben.
Unwichtige kleine Details, die nun sehr präsent sind. Wahrscheinlich, um das Erlebte zu vergessen. Reiner Selbstschutz.
Das Finale von Big Brother lief.

Ich war so jung und wenn ich heute daran denke, dann würde ich gern noch einmal vor Ort sein und meinem Damals-Ich anbrüllen, dass ich eine Hebamme will.
Und jemanden, der mir beiseite steht. Ich will nicht in diese Abstellkammer geschoben werden.
Und verdammt, ich will heftigere Schmerzmittel!!!

Aber nun...
Das Erlebte hat mich stark gemacht. Stärker.
Wenn ich heute die Einträge von damals lese, dann bin ich ein wenig stolz auf mich.
Dass ich schon damals so wahnsinnig stark war und diese Zeit, rückblickend, so gut weggesteckt habe.
Ich bin nicht gebrochen.
Ich bin hier.

Und am Dienstag und ich werden mein Sohn und ich einen wundervollen Tag zusammen im Tierpark verbringen.
Nur wir beide. Allein.

Und wenn ich ihn abends ins Bett gebracht habe, werde ich mich nachts an sein Bett schleichen und voller Mutterstolz einschlafen können.

Ja, ich freue mich auf Dienstag!
Diese schrecklichen Erinnerungen vergehen nie, aber sie können durch neue, schöne Erinnerungen, irgendwie gemildert werden.

Schlaf gut, mein Sternchen.
Mami liebt Dich...