Reise zu den Sternen

14.10.2017 um 20:36 Uhr

Begrenzung

von: mijoni   Stichwörter: Grenzen, Struktur, Orientierung

Stimmung: Aufgeräumt ... 👌

Ich würde mich zu sehr begrenzen, einengen. Eine Feststellung, der ich zu stimmte. 

Seit dieser Feststellung ist viel passiert. Ich habe die selbst gezogenen Grenzen erweitert, geöffnet. Was zur Folge hatte, das ich mich verloren habe in der grenzenlosen Weite.

Es brachte mich in eine Situation, in der ich erkannte, das ich nicht damit leben kann, wenn es keine Struktur, keine Orientierung, keinen Plan gibt. Ich verliere mich dann in Nebensächlichkeiten, neige zu Vermeidungs - und Aufschiebeverhalten, verliere den Überblick und verstricken mich. Für mich das schlimmste daran, das ich den ganzen Tag mit irgendwas beschäftigt bin, aber abends feststelle, das ich nichts geschafft habe.

Ich ahne, nein, ich bin mir sicher, wo dafür die Ursache liegt und in ein paar Wochen werde ich es bestätigt bekommen. Ich habe einen Termin in der Erwachsenenambulanz und lasse mich auf ADHS testen. Der Selbstversuch mit dem Methylphenidat hat mir schon zu denken gegeben.

Aber bis dahin werde ich das tun, was ich für richtig halte. Ich sorge wieder für Struktur und Orientierung in meinem Leben. Dieses Mal aber in der nötigen Balance zwischen dem, was getan werden muss und dem, was der Erholung dient.

Mancher mag das lächerlich finden, das ich mir, z.B. alles aufschreibe und auch penibel einen Kalender führe. Mir hilft das, mich nicht noch weiter zu verlieren. Es hilft mir, den Überblick zu behalten. Wichtiges von Unwichtigen zu trennen. Es hilft den Fokus auf die Aufgabe zu legen und nicht abzuschweifen.

Wenn ich das nicht mache, komme ich vom 100stel zum 1000stel. Oder ich träum einfach vor mich hin und die Motivation überhaupt irgendwas zu tun oder anzufangen ist verschwindend gering.

Im Gegensatz zu früher, wo mir die Begrenzung oft von außen ausdiskutiert wurde, bestimme ich diese nun selbst. Manch einer wird sicher sagen, häh? Ist doch das gleiche ... Nein, ist eben nicht. Wenn man einen Moment darüber nachdenkt, wird einem auch der Unterschied klar.

Ich stecke meine Grenzen ab, in denen ich dies frei von mir aus entscheide und mich in diesem Rahmen frei entfalten kann. Grenzenlos zu sein, hemmt mich. 

 

 

12.10.2017 um 05:29 Uhr

Bahnhof

von: mijoni   Stichwörter: Begleiter, TicketZiehen

Stimmung: Entspannt ...

Der Vergleich mit dem Bahnhof hat mir gut gefallen. Ist ja auch nichts anderes, das Leben.

Momentan schau ich mich nach Begleitern um und das ist spannend. Dazu gehören natürlich die Kids. Auch wenn es nicht der gleiche Zug ist, so verlaufen die Bahnen parallel zueinander und es gibt immer Stationen, an denen wir uns treffen. Das ist sehr beruhigend.

Andere die mich begleitet haben, stehen jetzt auf anderen Bahnsteigen und auch das ist gut so. Einige von denen haben sich schon vor langer Zeit verabschiedet und können jetzt endlich ihr Ziel erreichen. Ich brauche sie nicht mehr, weil es einen Abschluss gab und ich behalte die Erinnerung.

Wieder andere sind mir einfach fremd geworden und es dauerte, dies zu akzeptieren. Aber auch hier ist kein Groll mehr, nur der Wunsch, das sie ihren Weg, das Ziel erreichen.

Dann sind da die, die nicht auf dem Bahnsteig auftauchen, von denen ich aber weiß, das ich sie früher oder später wieder an einer anderen Station treffen werde. Diese zwei sind mir lieb und teuer, die eine ist das einzige Familienmitglied zu dem ich noch engen Kontakt habe. Der andere mein bester Freund.

Und natürlich sind da die, die gerade jetzt, momentan um mich herum sind und deswegen auf dem Bahnhof rumhängen. Sie stehen weiter weg und das sagt wohl auch schon alles. Sie warten auf ihren Zug, der nicht mehr meiner sein wird. Ein oder zwei von denen, werde ich bestimmt noch mal sehen, aber das ist noch nicht sicher.

Mein Gepäck ist recht übersichtlich geworden und das macht mich schon stolz. Es ist zwar noch etwas da, was man aussortieren und zurück lassen könnte, aber es hält sich hartnäckig und auch das ist okay. Es wird auch hier die Zeit kommen, wo es entweder von selbst verschwindet oder ich es einfach stehen lassen werde.

 

10.10.2017 um 05:52 Uhr

Erinnerungen

von: mijoni   Stichwörter: ReiseZurück, FastVergessen

Stimmung: Keine ...

Es gab keinen Anlass, ganz plötzlich stand mir eine Kindheitserinnerung vor Augen und die damit verbundenen Gefühle.

Ich bin ohne Geschwister aufgewachsen, was mir nie etwas ausgemacht hat. Allerdings haben ab und an die Kinder meiner Patentante bei uns übernachtet und das war okay. Weniger okay war das Verhalten meiner Mutter und auch meines Vaters. Meine Mutter hat aus so einer Übernachtung immer ein riesen Event gemacht.

Was ich bei diesen Gelegenheiten erlebte, hat mich ganz schön ... mhh, erst erstaunt und dann verletzte. Meine Mutter nahm sich Zeit für die Besuchskinder und überschüttete sie mit Aufmerksamkeit. Ich habe mich dann erst recht zurück gesetzt gefühlt. Vor allem, weil ich bei solchen Besuchen eher beiläufig mal zur Kenntnis genommen wurde.

Mit der Zeit hasste ich es, wenn Schlafbesuch auf dem Programm stand, weil ich die spärliche Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit nicht nur teilen musste, sondern gänzlich verlor. So zumindest sah und empfand ich es.

Wenn ich was sagte, hieß es, ich solle mich nicht so anstellen, ich sei schließlich schon groß.

Und ich erinnere mich, das ich aus Wut und Hass, wenn man das so nennen kann, dafür sorgte, das gemalte Bilder aus Versehen ruiniert wurden, Haare ziehen und Bein stellen, ganz aus Versehen. Nichts offensichtliches, was mir Ärger eingebracht hätte. Eher ungeschickte Unfälle ... Meine Mutter hat, so glaube ich, geahnt, das es nicht einfach nur Missgeschicke waren, aber sie sagte nie was dazu. Und ich war schlau genug, nie offen zu operieren ...

Das hat mich ganz schön erschreckt.

Als ich erwachsen war, sprach ich das mal an und meine Mutter, die sich sofort angegriffen fühlte, sagte mir, was ich denn hätte. Ich hätte doch immer alles gehabt und bekommen ...

Ich ließ das Gespräch damals. Ja, ich hatte ein Dach über den Kopf, Kleidung und Essen. Später ein großzügiges Taschengeld und wenig Verbote ...

Wie hätte ich ihr deutlich machen können, was mir gefehlt hat? Zeit ...

 

07.10.2017 um 21:16 Uhr

Ist mir egal ...

von: mijoni   Stichwörter: Gleichgültig, GehtMirAmArschVorbei

Stimmung: Minimi .... ✌

Manche Menschen verstecken hinter einem "Ist mir egal." Dinge, die ihnen doch sehr wichtig sind. Sie gehen davon aus, das andere, sofern dieser Satz überzeugend vorgebracht wurde, es als Tatsache annehmen.

Ein Verhalten, das mir schon immer Brechreiz verursachte, genau wie so vieles anderes. Das sind Situationen, wo ich immer denke, das ich einen falsch synchronisierten Film sehe.

Wenn ich sage, das es mir egal ist, dann sage ich es, weil es mir tatsächlich gleichgültig ist oder geworden ist. Und die Liste der Dinge, die mir immer egal er werden, wächst stetig an. Gut für mich und nur für mich.

Schwer ist es, sich von Verhaltensweisen zu trennen. Aber auch hier werden mir sehr viele Dinge so nach und nach gleichgültig. Und wenn ich heute sage, ist mir egal, dann ist es mir egal.

Die letzten Tage waren in dieser Hinsicht sehr lehrreich. Zum einen, waren meine Reaktionen darauf für mich heilsam, weil sie mich überraschten und sehr emotional waren.

Was davon geblieben ist? Ich habe nächste Woche Urlaub und der Rest ist mir egal. 

03.10.2017 um 19:18 Uhr

Mein Lieblingsmensch

von: mijoni   Stichwörter: GanzVielLiebe, Ironie, Dankbarkeit

Stimmung:

Mein Lieblingsmensch ...

Einige, die schon länger mitlesen, wissen, das ich einen Lieblingsmensch habe, einer, der neben meinen Kindern diesen Begriff als wertvolle Bezeichnung in meinen Gedanken und dem, was ich schreibe trägt.

Und, wer fleißig mitgegelesen hat, weiß auch, das es Höhen, Tiefen und eben all das gab, was jenseits von "Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." zu finden ist.

Dennoch liebe ich diesen Menschen und das, weil er schlicht und einfach er ist. Ich mag seine Ecken, Kanten und seine Macken. Auch wenn das etwas war, was ihn überraschte und verblüffte. Alles, was er mir erzählte, was so furchtbar und abschreckend an ihm sein sollte, stellte sich für mich im Laufe der Zeit als, ja, merkwürdig und vielleicht auch sonderbar heraus, aber ich fand nichts, um "schreiend davonzulaufen" ...

Auch wenn ich mir manchmal gewünscht habe, eben solche Sachen zu finden, weil jemanden zu lieben eben nicht immer einfach ist ... Vor allem, wenn man selbst noch nicht in der Mitte angekommen ist.

Mein Lieblingsmensch ist jemand, der mich zum Lachen bringt und ich mir dann denke, "Lass das, du ruinierst meine schlechte Laune!" ...

Der, dem es diebisches Vergnügen bereitet, mir ungläubige Blicke und Mimiken zu entlocken und er wird nicht müde, mich immer wieder zu überraschen.

Der, der still beobachtete, wie ich ganz versunken und staunend die Schönheit um mich herum betrachtete und alle Worte überflüssig waren.

Der, der mir Komplimente macht, die für andere wohl sehr seltsam klingen ... "Keine schnarcht so schön wie du!" ... 

Der, dem ich sagen kann, das ich ihn widerlich und abstoßend finde und überhaupt nicht verstehe, warum ich Zeit mit ihm verbringe ... Der, der dann trocken sagt, das auch er mich widerlich und abstoßend findet ...

In vielen Punkten sind wir uns ähnlich und doch sind wir grundverschieden.

Mein Lieblingsmensch ist vor allem ein Spiegel. Er zeigt mir, wo ich selbst noch mal für mich hinschauen muss. Auch wenn die Wahl der Mittel für mich zeitweise fragwürdig ist. Anders herum scheint es aber auch des öfteren zu Erschütterungen zu kommen.

Auf andere wirkt diese Verbindung irritierend und löst sicher auch Unverständnis aus, allerdings muss das auch kein anderer verstehen.

Du bist mein Wunder Punkt ... Alles nur eine Frage der Betrachtung ❤