Reise zu den Sternen

17.03.2017 um 05:23 Uhr

Verstehen

von: mijoni

Stimmung: Unverständlich

Das mit dem Verstehen ist eine komplizierte Sache. Es gibt so vieles, was man versucht zu verstehen, Situationen, Menschen, Aufgaben, das Leben ...

Ich versuche immer so viel wie möglich zu verstehen, bin also voll mit Verständnis. Aber manchmal ist das Verständnis und auch das Verstehen ausgereizt. Da muss ich entscheiden, ob ich mir das weiterhin zumuten möchte oder lieber sage, nein, danke, das tut mir nicht gut.

Wenn es um Situationen geht oder Aufgaben, funktioniert das zuweilen. Bei Menschen wird es dann schon schwierig, erst recht, wenn auch noch Gefühle im Spiel sind.

Wenn man Menschen kennen lernt, sind die wie Wunder Türen, man weiß nicht, was man findet oder sich hinter der Fassade versteckt. Ich schau da gern nach, freu mich darauf und lass mich auch nicht so schnell abweisen, abschrecken oder ins Bockshorn jagen.

Meistens lohnt es sich, zudem ich auch schnell hohle Nüsse aussortiere. Die, bei denen ich mich dazu aufmache, hinter die Fassade zu blicken, haben nicht nur meine Neugier geweckt. Sie haben es geschafft, das ich versuche, sie zu verstehen.

Die meisten sind sehr dankbar, wenn sie bemerken, das man aufrichtig zu ihnen ist und der Wunsch, sie verstehen zu wollen ist Basis einer Beziehung. Erstaunlich, viele tauen dann auf und zeigen Dinge, die sonst verborgen bleiben. Ich mag das, Menschen in ihr Herz zu sehen.

Es gibt aber Menschen, die wollen das nicht. Sie sagen es zwar, tun auch alles dafür, um diesen Eindruck zu vermitteln. Allerdings stimmt das nur bedingt. Sie haben den Wunsch, verstanden zu werden, sie möchten, das jemand in ihr Herz schaut ... Sie lassen es aber nicht zu. Und das ist schade und auch traurig.

Ein, zwei solcher Menschen sind mir schon begegnet. Schöne Zeiten, aber befristet, weil ich irgendwann gegangen bin. Man durchdringt sie nicht, sie verwenden sehr viel Zeit und Energie damit, sich zu entziehen. Ich verstehe das und hoffe eigentlich immer auf die Zeit. In diesen Fällen bringt Zeit gar nichts ...

Wenn ich das für mich erkenne, macht es mich traurig, nicht für mich, für den anderen. Denn mein Verständnis und mein Wunsch zu verstehen, sind dann nicht mehr positiv und belebend.

Ich entscheide für mich, diese Menschen gehen zu lassen, weil ich unter diesem Nicht-Verstehen leide und mich in Frage stelle. Dabei ist mit mir alles okay, ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn der andere es nicht zulassen kann. Das muss ich nicht verstehen.

Natürlich ist es schade, vor allem sehr traurig ... Ich hoffe immer, es möge jemand anderen gelingen, zu verstehen und das Herz zu erreichen.

Ob es anderen mit mir auch so geht? Bestimmt ... Sie sind dann nur nicht ehrlich und erfinden etwas, um gehen zu können. Um es für sich leicht zu machen. Schade, ehrlich zu sein ist weniger schmerzhaft.