Reise zu den Sternen

16.04.2018 um 05:20 Uhr

Spieglein, Spieglein an der Wand

von: mijoni   Stichwörter: Spiegelbilder, Verzerrung, Spiegelung

Stimmung: Minimi ... ☕

Spiegel sind schon was feines. Auch wenn ich eitel bin, verbringe ich nicht viel Zeit vor diesen. Schon gar nicht am Morgen ... 🤔 ... 

Aber Spiegel halten ja oft auch als Sinnbild her. Wie die Aussage, das man das Verhalten der anderen spiegelt. Spannend ... Das Verhalten von dem Gegenüber zu spiegeln kann sinnvoll sein. Ist ein gängiges Verhalten in einem therapeutischen Kontext. Setzt aber voraus, daß der Spiegler für sich sehr klar und kontrolliert ist in dieser Situation. 

Im normalen Alltag das Verhalten der Umwelt zu spiegeln, kann auch den negativen Effekt erzielen. Dann, wenn man abwertendes oder gar aggressives Verhalten zurück wirft.

Man kann auch zum Wunsch-Spiegler werden. Dann, wenn man weiß, was der Gegenüber erwartet, wünscht oder sich erträumt. Man erzeugt dann ein Bild, das den anderen glauben lässt, man selbst wäre derjenige, auf den man immer gewartet hat. 

Eine Spielerei, die ich ... Nun, es gab Zeiten, da war das für mich vollkommen normal. Inzwischen mache ich das nur noch, wenn es um was für mich wichtiges geht und ich sicher gehen will, den anderen tatsächlich von mir und dem Vorhaben zu überzeugen.

Die Augen sind der Spiegel zur Seele. Dem stimme ich zu. Ein Spiegel der beidseitig funktioniert. In den Augen der anderen lässt sich viel lesen, ob das Lächeln echt oder gespielt ist. Lügt der andere oder sagt er die Wahrheit. Ist aber nur ein Punkt, der das Bild zusammen setzt.

Ich nehme das Verhalten der Menschen um mich herum nicht mehr als Spiegelung meiner Person oder Verhaltens wahr, sondern sehe es als ihre Reaktion, die auf ihren Erfahrungen beruhen. Das ist nicht immer einfach. Aber es wird immer besser.

Es bringt mich nicht mehr aus der Ruhe, wenn jemand versucht, mich zu spiegeln. Inzwischen habe ich meinen Frieden gemacht und kann ganz gut damit leben, das es auch "dunkle" Anteile in mir gibt. 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenbeastlover schreibt am 16.04.2018 um 07:56 Uhr:Ich glaube, jeder Mensch hat dunkle Anteile,oder?:-)
    Und was Spiegel allgemein betrifft: auch ich versuche möglichst, den Kontakt mit den Selbigen zu vermeiden :-)
  2. zitierenmijoni schreibt am 16.04.2018 um 18:48 Uhr:😂😂😂 ... So arg ist es bei mir noch nicht.

    Klar hat jeder auch "dunkle" Seiten, aber nur die wenigsten können das zugeben ... 🤔
  3. zitierenindalo schreibt am 16.04.2018 um 20:18 Uhr:Ich musste die ganze Zeit beim Lesen denken: Wie passend. Ich versuche gerade mich unheimlich zu beherrschen, jemandem nicht den Spiegel vorzuhalten und mich genauso im Wort zu vergreifen wie diese Person. Spiegeln... wem nutzt es etwas? Tue ich das für mich, oder für die andere Person? Geht es nur darum, meine verletzten Gefühle dem anderen zu vermitteln, indem ich das Verhalten spiegel'? Damit ist mir auch nicht geholfen...


    Schön, dass es besser wird, dass du akzeptieren kannst, dass ihr Verhalten nicht ausschließlich von dir beeinflusst wird, sondern all ihre Erfahrungen eine enorme Rolle spielen.
  4. zitierenmijoni schreibt am 16.04.2018 um 20:32 Uhr:Verhalten zu spiegeln kann sinnvoll sein, aber wenn man weiß, das der Gegenüber es nicht auf sich und sein Verhalten übertragen kann, reibt es einen nur auf.
    Schwierig, wenn man sich auch nicht wirklich abgrenzen kann, weil es um nahstehende Personen geht.
    Allerdings denke ich, muss man vielleicht mal den Hammer nehmen, um anderen Personen ihre Grenzen aufzuzeigen.

    Was den letzten Absatz von dir angeht ... Ja... 😁 ... Ich habe lange darüber nachgedacht und auch darüber, was ich in den Praktika, vor allem in der Psychiatrie gelernt habe. Das hat sehr geholfen, sich nicht immer angegriffen, benachteiligt oder ungerecht behandelt zu fühlen.
    Und ich habe mich schon etwas geärgert, das ich das so lange außer Acht gelassen habe ... 🤔
  5. zitierenindalo schreibt am 16.04.2018 um 20:39 Uhr:Och, in diesem Fall ist es keine nahstehende Person, dafür eine aus dem Arbeitsumfeld und ich frage mich gerade, ob es professionell wäre, nicht zu reagieren und diese depperte Email an mir abprallen zu lassen. Schön wäre jedoch, wenn das nicht nur Show sondern Realität wäre, also dieses Abprallen...

    Aber wenn es doch auf dem richtigen Weg ist, ist es ja nicht schlimm, wenn du es ne Weile links liegen gelassen hast ;-)
  6. zitierenmijoni schreibt am 16.04.2018 um 21:21 Uhr:Kannst du für dich herausfinden, was der Schreiber mit Mail beabsichtigt hat? Ob das, was er schrieb, bewusst so verfasst war, um dich damit zu treffen oder ob es sich dabei um Gedankenlosigkeit handelte?
    Vielleicht hilft das, den Weg zu zeigen, damit umzugehen.
    Es abprallen zu lassen ... denke ich auch manchmal und ja, auch ich habe Schwierigkeiten damit, das es so aussieht, als ob und doch innerlich beschäftigt es mich.

    Nöö, schlimm nicht. Ich denke, es gehört zu den Dingen, die so sein mussten, um letztlich wieder bei mir anzukommen ... 😁
  7. zitierenindalo schreibt am 16.04.2018 um 21:30 Uhr:Es ist eine Form der Rache, würde ich meinen. Machtlosigkeit spielt vermutlich auch eine Rolle. Doch mich nervt - denn es ist nicht die erste Mail dieser Art (jedoch die erste von dieser Person) - dass andere dieses Medium nutzen um Dampf abzulassen und ich muss dann erwachsen sein und nicht genauso kindisch reagieren? Nee, schön finde ich das nicht.

    Gute Einstellung
  8. zitierenmijoni schreibt am 17.04.2018 um 05:23 Uhr:Das sind Situationen da wünscht man sich den Sandkasten zurück, dem anderen die Schippe über den Kopf ziehen und gut ... 😎
    Eine dämliche Lage. Und da stimme ich zu, Dampf abzulassen via digitaler Medien ist unterste Schublade.

    Das andere? Das ist meine Art. Wenn ich mich lange genug darüber geärgert und damit auseinder gesetzt habe, kann ich es als Erfahrung mitnehmen.

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