"Da simma dabei"
Stimmung: voller Vorfreude!
Hurra, nun geht es bald los! Wie schnell doch 2 Jahre vergehen...
Ich bin voller Vorfreude auf Köln, ein Wiedersehen mit Freunden, gute Gespräche.
Stimmung: voller Vorfreude!
Hurra, nun geht es bald los! Wie schnell doch 2 Jahre vergehen...
Ich bin voller Vorfreude auf Köln, ein Wiedersehen mit Freunden, gute Gespräche.
Stimmung: Voller Vorfreude!
Damals hatte ich keinen Blog angelegt, ich Dussel... aber wer sich gerne noch mal zurückerinnern möchte...
30. DEKT in Hannover „Wenn dein Kind dich morgen fragt ... (5. Mose 6,20)“
Mittwoch, 25.05.2005:
Um 16.15 Uhr ging es los (meine Kollegin mit Mann und ich), von Berlin nach Hannover. Aufregung, Vorfreude, Clemens Bittlinger-CD ganz laut und erstes Singen. Es ging gut voran, aber den Eröffnungsgottesdienst haben wir dann doch nicht mehr geschafft.
Um 19.15 Uhr erst einmal Quartier bezogen im ProHotel Hannover, 10 Minuten Fußweg vom Messegelände entfernt. Dann unser Band mit der Dauerkarte um den Hals und auf zur Bahn Linie 1 Richtung Innenstadt. Als wir Kröpke aus der Bahn stiegen waren wir umgeben von einer Menschenmasse, die wie wir freudig-euphorisch war. Nun erstmal eine „Lücke“ gesucht, die Karte aus dem Rucksack gekramt um eine Orientierung zu bekommen. Nach 200 Metern hatten wir dann auch einen der begehrten blauen Schals erstanden, diesmal gab es leider keine lila Bänder :-(
Vorbei an vielen Ständen machten wir uns auf den Weg zum Leibniz-Ufer. Es war ein ziemliches Geschiebe und irgendwann standen wir erst einmal auf dem Opernplatz, wo gerade eine Jugendband „Sei behütet“ sang, wie schön! Dann trug uns die Menschenmasse weiter, glücklicherweise auch in die richtige Richtung. Um 21.30 Uhr hatten wir dann auch einen schönen Platz am Ufer gefunden und kamen so das erste Mal etwas zur Ruhe. Wir erhielten schon mal eine Kerze und saßen erschöpft auf der Wiese. Das letzte Reiseproviant wurde verzehrt und dann war es auch schon so weit. Nach einer Ansprache der Landesbischöfin Käßmann erklang das „Glockenkonzert“, um uns herum leuchteten tausende von Kerzen. Nach einer halben Stunde war der Auftakt des 30. DEKT vollzogen und die Massen bewegten sich zurück in Richtung Innenstadt, strömten in die Busse und Bahnen, um sich das 1. Mal zur Nachtruhe in den jeweiligen Quartieren zu begeben. Ich war erfüllt von dem „leuchtenden“ Auftakt, jetzt war der Kirchentag auch „in mir“ eröffnet! Zufrieden und voller Energie war ich um 23.45 Uhr wieder im Hotel.. Natürlich gleich wieder das Programmheft mit den Veranstaltungen zur Hand nehmend machte ich mich an die Detailplanung für den nächsten Tag, wobei ich recht schnell erkannte, dass ich das wohl nicht alles schaffen würde, aber der Versuch würde es wert sein! Um 03.00 Uhr fiel ich in einen traumreichen, von Vorfreude geprägten Schlaf.
Donnerstag, 26.05.2005:
Schon früh um 06.00 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett. Der Himmel hätte blauer nicht sein können und ich freute mich, dass es „schon“ ab 06.30 Uhr Kaffee gab /(was bei meiner Kaffeesucht für einen guten Tagesbeginn unabdingbar ist!).
Um 09.30 Uhr dann die erste Bibelarbeit in Halle 2 mit Dr. Margot Käßmann Melachi 2,17 bis 3,24), die leider inhaltlich nicht so gut war, wie ich es erwartet hatte, schade! Wenn auch ein schwieriger Text, gerade als Bischöfin hätte sie mehr daraus machen sollen/können!
Und dann machte ich mich auf zur Halle 15, um den Stand der Linetten zu suchen, den ich sogar recht schnell fand. So traf ich also das erste Mal auf die Gesichter der „Nicks“ Lina empfing mich herzlich, stellte mich den übrigen Linetten vor (ich weiß gar nicht mehr, wer an diesem Tag alles da war *grübel*: also line, lina, conny, Lindgren, Mary, an die kann ich mich erinnern, und an linas Freundin, deren Nick ich allerdings gar nicht mehr weiß. Ich hab dann ein wenig mitgeholfen, da ich mich ja hatte von der Helferinnen-Liste hatte streichen lassen müssen, wollte ich nun wenigstens ein bisschen was tun. Dort lernte ich dann auch die Rike ohne e *ggg* Und noch etwas Neues entdeckte ich, dass man beim „Kaninchen gucken“ gar keine Kaninchen sieht *fg*!
Nach zwei Stunden machte ich mich wieder auf den Weg durch die Hallen 14, 16 und 2, wobei letztere auch die Themenhalle „Globalisierung“ beinhaltete. Und wieder einmal wurde mir bewusst gemacht, wie sträflich wir mit den Ressourcen unserer Erde umgehen. Das sich dieses Verhalten schneller rächen wird als wir uns vorstellen möchten, erfuhr ich in einem Vortrag von einem Mitglied des „Club of Rome“
Danach noch mal kurz zu den linetten und ins Internetcafe, neu hinzugekommen war Casandra.
Halle 14 (Zentrum „Gewalt überwinden“: Die Eindrücke, die mich dort umfingen, sind hier schlecht aufschreibbar. Sehr berührt hat mich u.a. die Ausstellung zur „Gewalt gegen Frauen“!
Halle 16 (Präsentationsstände und Medienmeile): Einerseits stellten sich an den Präsentationsständen diverse kirchliche Werke mit ihrer Arbeit sowie christlicher Dienstleister und ihr Angebot vor. In der Medienhalle stellten sich viele Anbieter christlicher Medien und Öffentlichkeitsarbeit vor. Ich hatte ein langes Gespräch mit einer Mitarbeiterin von Bibel-TV (welches nur digital empfangen werden kann) und die Inhalte, die einfach zu wenig jugendlich sind. Auch über das Fehlen von aktuellen Berichten (wie z.B. vom DEKT) konnte ich mal meinen Unmut äußern.
Dort habe ich dann auch den Vortrag von Bischof Huber zu dem Thema „Glauben verstehen – Protestantismus und Theologie“ angetan, im wahrsten Sinne des Wortes. So richtig logisch war mich am Ende des Vortrages nicht, was Herr Huber dem geneigten Kirchentagsbesucher vermitteln wollte.
Als „Entschädigung“ habe ich mich dann auf dem Rückweg vom Messegelände zum Hotel noch ein wenig von dem Konzert „Nacht der Lieder“ mit Inga Rumpf, Gerhard Schöne und Clemens Bittlinger „belohnt“. Ganz angefüllt von all dem Erlebten war ich so gegen Mitternacht zurück im Hotel, wo ich dann die in Berlin erstellte Grobplanung für den nächsten Tag um einige Programmpunkte verkürzte, wieder erweiterte und und und. Dann noch ein gutes Buch gelesen und gegen 03.00 Uhr seelig eingeschlummert.
Freitag, 27.05.05:
Gemeinsames Frühstück mit I. und W. mit gegenseitigem berichten des Erlebten vom Vortag.
Um 09.30 Uhr Bibelarbeit (Markus 10, 13-16) mit Antje Vollmer, Friedrich Schorlemer und Musikinterpretation von Klaus Hofmann. Es war wunderbar, berührend, anrührend, aussagekräftig. Eine moderne und doch inhaltlich hervorragende Interpretation des Bibeltextes.
Hinterher dann in Halle 2 über die Büchermeile geschlendert und nichts gekauft *sich mal selbst auf die Schulter klopft – noch!*
Danach habe ich dann erst einmal Halle 5 (Markt der Möglichkeiten – Wie sollen wir handeln?) inspiziert, was mein „Verderben“ werden sollte. Denn Bücher die ich in Halle 2 brav liegen ließ, erstand ich dann dort am Stand von „Brot für die 3. Welt“. Diese vergaben Bücher für eine Spende, die von Verlagen zur Verfügung gestellt wurden, paradiesisch und als Ergebnis ein prall gefüllter Rucksack mit Büchern.
Außerdem kurzer Besuch in der Themenhalle „Spiritualität“
Gegen Mittag bin ich dann zu den linetten, die mir nun schon etwas „bekannter“ waren. Wieder ein wenig Hilfsarbeit im Sitzen, sozusagen Flyer-Falten an allen Tischen. Neue Userin, die ich traf, war Punk-lady. Da es in der Halle temperaturtechnisch wesentlich erträglicher war blieb ich länger als ich wollte.
Fast hätte ich den Gottesdienst „Du sollst ein Segen sein – Gottes Segen für Lesben und Schwule“ verpasst. Ich schaffte es aber noch, wenigstens die letzten 45 Minuten einen Platz zu ergattern.
Danach lernte ich dann die Gastronomie der Großstadt Hannover kennen, als ich mich in Halle 11 in das dortige Restaurant aufmachte, da ich vor dem Bittlinger-Konzert (schnell schon mal 3 Sitzplätze reserviert im vorderen Bereich) schnell noch was warmes essen wollte. Hier die Kurzfassung: 18.10 Uhr, ich nehme Platz, schaue nach der Bedienung – nichts! 18.45 Uhr – ich habe Hunger, immer noch keine Bedienung in Sicht – langsam plagen mich gar nicht christliche Fluchgedanken! 19.15 Uhr: Bedienung? Fehlanzeige! Bis jetzt hat es in dem halbleeren Restaurant noch keine an meinen Tisch geschafft, ich bin mehr als sauer! 19.30 Uhr: Unchristlich fluchend und hungrig verlasse ich das Restaurant ohne eine Bedienung zu Gesicht bekommen zu haben! Was für ein Weltservice *grmpf*
Ich sinke auf meinem Papphöckerchen zusammen und entdecke, dass da ja noch ein 12 Stunden altes, durch 33° transportiertes Brötchen in meiner Tupperdose ist. Ok, die Salami hat viel an Fett verloren, der Scheibenkäse befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes im Schmelzkäsezustand und das Brötchen an sich ist elastisch wie ein Gummiband! Macht nichts – der Hunger treibt es rein. Dazu noch ein lecker Schluck Wasser mit gleicher Temperatur wie Hannover (19.45 Uhr: 30°), köstlich. Also doch noch ein „warmes“ Essen.
20.00 Uhr: mittlerweile ist die Halle mit etwa 1000 Besuchern gefüllt und das Bittlinger-Konzert „Sei behütet – Lieder die trösten zusammen mit dem genialen Pantomimen Carlos Martinez beginnt. I. und W. kamen erst um kurz vor acht von einem anderen Vortrag und waren froh, dass wir einen so schönen Platz hatten. Ein besonderer Höhepunkt war die Kombination des von C.B. gelesenen Psalm 23 und der pantomimischen Darstellung des selben von C.M.
Na ja, und natürlich waren Tränen meinerseits bei einigen Liedern wieder mal vorprogrammiert *erröt-schnief* Nach 3 Zugaben war dann um 22.10 Uhr Schluss und wir kehrten ganz wundersam getragen und innerlich berührt ins Hotel zurück.
Samstag, 28.05.:
Bibelarbeit (Mose 6, 1-25) mit Dr. Jörg Zink! Es war, wie nicht anders erwartet, ein Genuss. Dieser Mann hat so viel zu sagen. Die Interpretation des Bibeltextes war unkonventionell, aber grandios! Danach bin ich brav ins Hotel und habe noch mal 60 Minuten geruht. Dann zurück aufs Messegelände, noch mal „Markt der Möglichkeiten“ mit erneutem Kaufrausch am Buchstand mit Spendenerlös für „Brot für die 3. Welt“. Danach endlich die Themenhalle „Wissenschaft, Kunst und Kultur“ besucht, na ja… Irgendwie habe ich es mir anders vorgestellt, wie? Keine Ahnung! *g* Danach über die große Brücke auf den Expo-Plaza, wo es noch ruhig zuging. Der ehemalige Deutschland-Pavillon bot ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche, inklusive einem großen Tauchcontainer daneben, in den ich zu gerne eingetaucht wäre. Aber ich wollte ja auch noch zum Jugendzentrum im ExpoWal, was ein mörderischer Weg in der Mittagshitze. Aber auch sehr interessant!
Dann wieder zurück in den vorderen Teil und einen kurzen Abstecher zu den Linetten, denen ich an diesem Tag leider keine Hilfe anbieten konnte. Aber so habe ich mich dann noch mit L. zum Konzert von Bittlinger-Konzert mit Anselm Grün und wieder Carlos Martinez verabredet, die dafür ihren eigentlichen Abendplan umgestaltete. Vorher bin ich dann noch mal schnell ins Hotel gespurtet, die Taschen und den Rucksacke voller Bücher entleeren. Denn die wollte ich dann doch nicht die ganze Zeit mit mir rumschleppen.
Um 18.15 Uhr war ich dann in Halle 11 und habe schon mal schöne Plätze für L. und mich reserviert. Gemütlich auf dem Papphocker sitzend verzehrte ich meine erste warme Mahlzeit des Kirchentages, 6 Chicken McNuggets von McD. Um 19.00 Uhr kam dann L. und wir hatten beide viel Freude am Konzert. Danach haben wir noch kurz einen Plausch gehalten und uns dann jede in ihre Richtung auf den Weg gemacht. Für mich war dieses Konzert der vollkommene Abschluss des Kirchentages auf dem Messegelände gewesen, so dass ich dann nicht – wie geplant – zur Frauenparty in der Archivstraße ging. Stattdessen habe ich es mir dann vor dem Hotel noch bequem gemacht.
Sonntag, 29.05.
So schnell sind die Tage nun vergangen, um 08.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Abschlussgottesdienst auf dem Schützenplatz.
Losung: Jesaja 56,7 – Lukas 19, 45-47
Thema: Nimm das Kind mit (Matthäus 2, 1-15)
Auch diese Tag wieder strahlend sonnig, so dass der Platz sehr schnell gefüllt war.
Einzug der Mitwirkenden mit Trommelwirbel…
Das Bläserorchester war leider nur schlecht hörbar (wo haben die bloß die Mikros hingestellt?)
Der Chor war leider nur zweitklassig, dementsprechend auch die vorgetragene Ausdruckskraft der Lieder.
Die Predig hielt Huub Oesterhuis, warum eigentlich wurde er ausgewählt, ich fand es sozusagen schlichtweg am Thema vorbei *grummel*
Liturgie von der Landesbischöfin, auch kein Highlight!
Die musikalischen Zwischenspiele erinnerten mehr an die Harald Schmidt-Show als an einen Gottesdienst *Augenroll*, eigentlich fehlte nur noch Werbung *schimpf*
Alles in allem ein frustraner Abschlussgottesdienst, der schlechteste, den ich je an einem Kirchentag erlebte.
Ich war dann auch nicht traurig, als um 11.30 Uhr Schluss war. Wir machten uns auf dem Weg zum Auto und dann verließen wir Hannover wieder Richtung Berlin.
Alles in allem war es ein inhaltlich wunderbarer Kirchentag. Vielleicht einer, der am stärksten besuchten! Was mir noch auffiel, es waren endlich mal wieder viele ältere Menschen zugegen.
Mein Kirchentags-Faszit: Ich habe ihn genossen, ich habe viel erfahren, ich habe sehr nette Menschen getroffen, sehr gute Gespräche geführt.
In diesem Sinne: WIR SEHEN UNS 2007 IN KÖLN!
Rieke :-)