Aus dem Leben einer Risi

21.04.2012 um 15:05 Uhr

Über den Versuch alles richtig zu machen

Musik: Wolfgang Müller

Eigentlich müsste ich gerade ein paar Aufgaben für die Uni erledigen sowie das Bad und die Küche sauber machen. In wenigen Stunden kommen ein paar Freunde und wir wollen zusammen kochen. Kochbar sieht es hier allerdings noch nicht aus. Aber ich denke, das schaffe ich noch.

Stattdessen frage ich mich, ob ich in der letzten Zeit alles richtig gemacht habe. Oder anders, ich frage mich, ob man überhaupt alles richtig machen kann. Geht das denn? Oder muss ich mir dazu eine Zeitmaschine basteln? Eine Projektion von mir erschaffen? Dann könnte ich quasi überall sein und so manches erledigen, entdecken - was ich bisher noch nicht geschafft habe. Auch diese Woche ist mir wieder aufgefallen, dass ich viel zu selten auf Entdeckungsreise gehe. Zu schnell entwerfe ich ein (Vor)-Urteil.... Doch bevor ich das bemerkt habe, fühlt sich meine Einstellung "richtig" an. Woher kann ich also wissen, was richtig und was falsch ist?

Richtig und Falsch.. das klingt wie Schwarz oder Weiß... und darüber hinaus scheine ich vergessen zu haben, dass es noch tausende andere Farben gibt. Natürlich gibt es immer wieder Menschen oder Dinge, die man auf den ersten Blick hin nicht sonderlich sympathisch findet. Aber wer einen zweiten Blick, einen zweiten Blickwinkel riskiert, der hat eventuell eine neue Farbe für sein eigenes Lebensbild gefunden. Beim näheren hinsehen kommt es nämlich nicht drauauf an alles richtig zu machen, sondern alles immer wieder auszuprobieren. Danach kann man immer noch sagen, dass es einem nicht schmeckt. 

Vielleicht ist es mit manchem Menschen bei mir wie mit Oliven. Prinzipiell mag ich sie eigentlich nicht sonderlich (die Oliven). Vor zwei Jahren war ich allerdings in einem Dunkelrestaurant.. in dem man, wie es der Name schon vermuten lässt, absolut nichts sieht. Ich hatte das Überraschungsmenü gewählt und konnte zuvor angeben, welche Speisen ich absolut nicht mag. Dabei hatte ich allerdings vergessen zu sagen, dass ich diese kleinen runden Dinger nicht esse. Die Vorspeise des Überraschungsmenüs war frisches Brot mit einem Dip, in den ich zuerst - typisch risi - mit der Hand hinein ditschte und dann mit dem Brot. Der Dip schmeckte ziemlich mediteran. Wirklich lecker. Allerdings konnte ich nicht ausmachen, was für Kräuter darin waren. Als die Kellnerin dann das Lösung zu dem mir unbekannten, guten Geschmack verriet, traute ich meinen Ohren kaum: Es war ein Oliven-Sauce.

Was ich mit dieser kleinen Anekdote aus meinem Leben sagen möchte ist, dass man vielleicht häufiger die Augen schließen sollte.

Denn auch der Fuchs beim kleinen Prinzen wusste bereits:

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Antoine de Saint-Exupery

 

 risi

 

 

 


Diesen Eintrag kommentieren