Mission Prinz

03.02.2012 um 10:37 Uhr

Irgendjemand...

... hat hier verdammt mieses Karma!

Wenn es sowas gibt, dann muss mein Freund in einem früheren Leben ein sehr, sehr schlechter Mensch gewesen sein.

Heute sollte eigentlich ein richtig toller Tag werden, denn heute hätte mein Liebster den Schlüssel zur Freiheit bekommen. Zur Erklärung: Mein Freund hasst seinen Arbeitgeber, der hat ihn krank gemacht und sorgt für ständige Niedergeschlagenheit und Versagergefühle. Das geht seit Jahren und hätte eigentlich noch anderthalb Jahre so bleiben müssen. Nun hatte Garfield aber einen Antrag auf Verkürzung gestellt, der - entgegen aller Hoffnungen - bewilligt wurde. Heute sollte er den Wisch unterschreiben. Kann sich jemand vorstellen, um wie vieles leichter wir uns fühlen?

Er musste früher los als sonst, aber dafür macht man das ja gern. Ich lag mit dem Junior noch im Bett, hörte die Tür ins Schloss fallen, wollte mich nochmal umdrehen, da klingelte es Sturm. Ich schlüpfte eilig in Hose und Hausschuhe - wenn es schnell gehen soll, ist's ja immer schwieriger - und stolperte zur Gegensprechanlage. Es klingelte immer noch. Ich dachte, Garfield hätte vielleicht was vergessen und klingelt so aggressiv, weil er Angst hat, ich könnte es nicht hören. Aber nein, als ich den Hörer abhob sagte er nur: "Mach' auf, der ** wurde geklaut!" 

Die Sternchen stehen für Garfields Auto, die Bestie, seinen Augapfel, seinen ganzen Stolz. Ein sehr auffälliger, knallroter Sportwagen. Mit der Farbe irgendwie prädestiniert für einen Diebstahl, aber wir dachten, hier passiert doch nie was, in diesem Kuhdorf. Andererseits ist man in fünf Minuten auf der Autobahn gen Osten. Nun ja, es ist passiert, die Karre ist weg. Und das ausgerechnet an dem Tag, der das Potenzial hatte, zu einem der schönsten in Garfields Leben zu werden.

Schicksal, Du bist ein Arsch!

Obwohl... Wenn ich so darüber nachdenke... Wie gesagt, der Arbeitgeber hat Garfield krank gemacht. Heute nun wäre er ihn noch nicht los geworden, aber immerhin wäre fest gewesen, dass er ihn schon in zwei Monaten los ist. Garfield ist fest davon überzeugt, dass seine Krankheit mit "denen" gekommen ist und mit "denen" auch wieder gehen wird. Das Auto war immer fester Bestandteil der Krankheit, da wurde ein riesen Bohei drum gemacht. Nix durfte da ran kommen, Garfield war in ständiger Sorge, guckte und kontrollierte alles und immer wieder. Die Karre war gleichzeitig große Freude und große Pein. Und nun verschwindet sie einfach so aus seinem Leben, ausgerechnet heute. Wenn das mal kein deutliches Zeichen für einen Neuanfang ist! Und Garfield hat es erstaunlich gut aufgenommen. Kein Toben, keine Wut, nur etwas genervt wegen des Papierkrams. Und natürlich hofft er, dass der Wagen nicht wieder auftaucht. Ansonsten... hm, Erleichterung? So ein kleines bisschen?

Schicksal, Du bist entweder ein riesen Arsch oder aber verdammt clever!

25.01.2012 um 14:09 Uhr

Ich war...

stark und konsequent und mutig. Ich könnte stolz auf mich sein. Aber so richtig gut fühlt es sich nicht an. Ich weiß, dass das, was ich getan habe bzw. tun werde, richtig ist. Es fühlt sich für mich richtig an und war lange überfällig. Leider könnte es mich diese Beziehung kosten und das... das fühlt sich so sch**** an!

Mein Freund hat ein Problem psychischer Natur und das schon länger. Ich wusste fast von Anfang an davon und meinte, damit leben zu können. Im Laufe der Zeit habe ich immer wieder gemerkt, wie schwer es mir fällt "damit" zu leben. Auch wenn es mich persönlich ja nicht betrifft, man lebt doch in einer "Beziehung", der andere und seine Gefühlswelt sind einem doch nicht egal! Jedenfalls habe ich immer wieder versucht, zu intervenieren. Habe gedrängelt, dass er sich Hilfe sucht, dass er was ändert, dass er kämpft. Die "Hilfe" war leider umsonst - einerseits, weil mein Freund sich wohl gar nicht so richtig helfen lassen will, andererseits weil er Psychologen generell misstraut. Ich glaube, das eine bedingt das andere.

Die Probleme wurden in den letzten drei Jahren immer schlimmer, immer auffälliger, immer einschränkender. Ja, es schränkt das Leben ein, auch wenn mein Freund das abstreitet und meint, es würde mich nichts angehen und wäre nicht mein Problem. Und ich glaube, nein, ich bin sicher, dass ich die Sache aus Liebe noch schlimmer gemacht habe. Oder jedenfalls nicht besser. Ich sollte und wollte meinen Partner unterstützen und das habe ich auch getan. Nur leider in die falsche Richtung. Ich habe irgendwann automatisch angefangen, ihm Dinge abzunehmen, damit er Zeit spart und sich nicht aufregen muss. Ich habe ihm immer mehr Dinge abgenommen, Kleinigkeiten, für mich keine großen Sachen, für ihn aber gefühlte 8000er, die er hätte bewältigen müssen. Immer mal wieder war mir klar, dass das so nicht geht. Dass man nicht die Drogensucht eines Junkies ablehnen und ihm trotzdem Drogen kaufen kann, damit er nicht auch noch kriminell wird oder sowas. Nur, um mal einen adäquaten Vergleich zu finden. Genau das habe ich getan: Ich habe mit Worten gesagt, dass ich die Krankheit ablehne, aber meine Taten haben das Verhalten meines Freundes bestätigt. Irgendwo wusste ich, dass das der falsche Weg ist. Und nun habe ich es schwarz auf weiß gelesen: Es ist KEINE Hilfe, wenn man vermeintlich hilft. Ganz im Gegenteil, man macht sich nur zum Teil der Krankheit.

Ich habe nach einer Selbsthilfegruppe o.ä. für Angehörige gesucht und bin dabei auf diesen Tipp gestoßen. Ich habe ihn noch ein paar Tage in meinem Kopf gewälzt und gestern schließlich umgesetzt. Keine Hilfe mehr von mir. Natürlich gab es einen riesen Krach, natürlich hat mein Freund getobt. Und natürlich greift er mich deswegen an, nennt mich undankbar und faul und noch so einiges anderes. Trotzdem bin ich stark geblieben und keinen Zentimeter von meiner Linie abgewichen. Und so bleibt es auch, denn ich bin endlich mal überzeugt, das Richtige zu tun. Aus Liebe, auch wenn er das nicht glauben will oder kann.

Aber es kostet so viel Kraft. So viel Kraft. Für einen Duckmäuser und Feigling und Harmoniemenschen wie mich war es schon eine riesige Herausforderung, sich überhaupt gegen den Partner zu stellen. Oder eigentlich nicht gegen den Menschen, sondern nur gegen die Krankheit. Man muss das trennen.  Aber ich habe mich gefragt: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Klar, dass er sich deswegen trennen will. Und ich habe mich gefragt: Wie schlimm wäre das für Dich? Könntest Du damit leben? Ja, könnte ich. Vieles wäre für mich schlechter, ich würde leiden, aber manches wäre auch besser. Ich habe das schon einmal geschafft und würde es wieder schaffen. Die Trennung hat für mich ihren Schrecken verloren, vielleicht auch, weil ich ein unglaubliches Plus auf meiner Seite habe. Ein wunderbares Kind, das ich über alles liebe und das mir immer Ansporn sein wird, mich aufzuraffen, mich nicht hängen zu lassen. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf war es plötzlich leicht, Kontra zu geben. Es war leicht, den Sturm auszuhalten. Trotzdem schlimm und aufwühlend und anstrengend, aber aushaltbar.

Jetzt hängt es an meinem Freund. Entweder er beruhigt sich, akzeptiert meinen neuen Weg und sieht vielleicht sogar irgendwann, dass es der richtige ist, oder... diese Beziehung war es eben nicht wert. So sch**** das klingt, es ist die Wahrheit. Leider.

20.01.2012 um 09:33 Uhr

Happy Birthday, kleiner Mann!

Ich glaube, ich habe mich noch nie im Leben so einsam gefühlt...

 

Mein Kind wird heute ein Jahr alt. Ich wollte ein kleines Geburtstagsfrühstück machen, nix Großes, nur eine Freundin mit Kind. Meine einzige Freundin hier. Nachmittags dann mit dem Zwerg ins Spaßbad. Garfields Eltern, meine Eltern, wollten ursprünglich kommen, wir haben sie abgewimmelt. Wollten die nicht hier haben, weil das immer Stress gibt. Ich wollte einen ruhigen Tag, ganz für uns. Nur eben morgens die kleine Feier. Geburtstagskuchen, Kerze, Geschenke - der Klassiker eben.

Das Spaßbad haben wir spontan verschoben, weil wir das heute nicht alles geschafft hätten. Einkauf, Garfield arbeiten und dann noch morgens die "Party". Wir dachten, das wäre vielleicht zu viel für den kleinen Mann und außerdem zeitlich sehr knapp. Der Ausflug soll sich ja auch lohnen.

Der Kuchen steht auf dem Tisch, das Kind ist schick angezogen, gestern abend haben wir noch Luftballons aufgeblasen - und jetzt sagt unser einziger Gast ab. Kind krank. Kann man nix machen. Sie kommen dann in einer Woche.

Die einzigen zwei Gäste kommen nicht. Keine "Party".

Ich hasse mein Leben hier gerade. Wirklich.

 

So, und jetzt werde ich mir die Tränen abwischen, dem Kind die schönen Sachen ausziehen und wir werden ganz normal frühstücken. Dann vielleicht die Päckchen auspacken und die Luft aus den Ballons lassen. Und Kuchen mit Kerze gibt's dann eben nachmittags, wenn der Papa da ist.

 

Ich könnte gerade echt nur heulen.

 

Zum Glück ist es dem Kind egal - der bekommt ja eh' noch nix mit. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn EINmal was geklappt hätte!

10.01.2012 um 22:22 Uhr

Mein komisches Kind

Weihnachten, Jahreswechsel - haben wir jetzt auch geschafft und überlebt. Wie immer gab es Höhen und Tiefen, Knatsch und Küsse. Ich könnte jetzt Romane schreiben, aber ich stückele es mal. Heute die Folge:

Weihnachten bei Familie Hop... äh... Maus

Heiligabend bei Garfields Eltern. Das Goldköpfchen packt mit Oma sein riesiges (Ich ahne Schlimmes... ) Geschenk aus. Naja, das Kind interessiert sich in erster Linie für die aufgeklebte Schokolade, deshalb macht Oma das Gros der Arbeit. Zum Vorschein kommt ein... Trommelwirbel... Plastik-Auto. Eine Art B**** Car, nur für Kleinere. Es ist bunt, es macht Musik und Motorengeräusche, es blinkt aus diversen Lämpchen. Garfield und ich werfen uns viel sagende Blicke zu: Danke auch. Plastikräder auf Fliesen. Wir freuen uns. Wieder Reizüberflutung, wieder Plastik. Irgendwie kaufen seine Eltern IMMER nur sowas!

Einen Tag später. Bei meinen Eltern unterm Baum wartet auf den kleinen, großen Enkel (Er hat ja seit kurzem eine kleine Cousine.) ein Schaukel*pferd. Holz, schlicht. Ich find's total schön.

Und mein Kind?

Er hasst das Pferd. Wenn man ihn rein setzt, gibt's sofort Protest, es sei denn, man drückt ihm was zu Essen in die Hand. Mit Essen lässt sich alles ertragen. Ganz der Papa. (Leider sieht man ihm das auch an... ) Ok, das Ding bringt's nicht wirklich, es schaukelt nämlich fast gar nicht und ruckelt eher so'n bisschen. Aber hübsch ist es trotzdem. Das Lärm-Auto dagegen liebt der kleine Goldschopf. Die Lichter, die Musik, die Hupe - alles toll. Und setzt man ihn drauf und schiebt ihn durch die Gegend, kann es nicht schnell, nicht wild genug sein. Bleibt man stehen, beginnt sofort Geschrei. Kein vorsichtiger Protest, Geschrei. Ein Auto- und Geschwindigkeitsjunkie, mein Kind. Auch hier: Ganz der Papa.

Komisches Kind.

16.12.2011 um 13:06 Uhr

Aus dem Tagebuch einer Mama

Mama sein ist was Schönes. Meistens. Es gibt aber so Momente, da möchte man sein altes Leben zurück. Man ist dann so genervt und fertig - das hat nix mit dem romantischen Familienbild der Elternzeitschriften gemein. Zur Zeit gibt es diese Momente hauptsächlich nachts, denn unsere Nächte sind gerade alles andere als erholsam:

Gerade habe ich noch friedlich geschlummert, da dringt Babygejammer an mein Ohr. Während ich im Dunkeln den Schnuller suche, bete ich inständig, dass es nur ein "Schnullerstop" ist. (Mein Goldlöckchen hat monatelang ganz wunderbar geschlafen. Der wachte nachts mal auf, klar, aber dann brauchte man ihm nur den Schnuller wieder ins Mäulchen zu stecken, schon schlief er seelig weiter. Seit einigen Tagen oder Wochen - ich kann's gar nicht sagen - ist das anders. Immer wieder passiert es, dass er eben nicht wieder einschläft. Und dann beginnt ein zermürbender Kampf.) Ich finde den Schnuller, bevor der Kleine akkustisch richtig loslegt, finde das kleine Mündchen, stopfe es damit ;-), drehe mich um, bette mein müdes Haupt auf's Kissen, mache die Augen zu...
 
Gejammer. Ok, dann Plan B. Ich schnappe mir das Kind, das inzwischen schon im Bett steht, lege es auf meinen Bauch und mache die Augen zu. Alles ganz schnell, damit aus dem Gejammer kein Geplärre wird. Garfield hat am nächsten Morgen einen wichtigen Termin, der soll schlafen. Normalerweise schläft der kleine Mann auf meinem Bauch ganz wunderbar wieder ein. Zwar schlafe ich dann nicht besonders, denn ich bin eigentlich ein Seitenschläfer, aber was tut man nicht alles. Leider klappt auch das in letzter Zeit nicht immer. Und mein Sohn hat beschlossen: Heute ist so eine Ausnahme. Er wälzt sich unruhig auf meinem Bauch hin und her - was eigentlich fast unmöglich ist, denn sooo ausladend breit bin ich jetzt auch nicht! Kopf nach links, Kopf nach rechts, halb auf dem Bauch liegend, halb auf meinem Arm, neben mir, jeweils auf beiden Seiten - er probiert alles, aber nichts ist richtig. Dazwischen zieht er sich immer wieder den Schnuller raus und "sagt" was. An Schlaf ist so nicht zu denken. Vielleicht wollte er ja doch nicht in mein Bett? Vielleicht ist es ihm zu warm, zu eng? Also Plan C: Zurück ins Kinderbett mit dem Zwerg. Sofortiger Protest. Ok, das also auch nicht. Ich greife auf Plan D zurück: Stillen. Vielleicht hat er ja Hunger oder Durst und wenn nicht, so schläfert es ihn wenigstens fast immer ein. Wie froh bin ich in diesen Momenten, noch zu stillen. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jetzt aufstehen, ein Fläschchen machen... Wer sowas schonmal gemacht hat, weiß: Das geht weder in einer Minute noch im Halbschlaf. Stillen schon. Der Kleine ist gleich ganz begeistert von der Idee des nächtlichen Imbiss und nuckelt begeistert los. Ich schlummere ein, bis... ja, bis mich ein Biss weckt. Sowas quittiere ich mit sofortigem Brustentzug. Natürlich kommt Protest. Gut, versuchen wir noch die andere Seite. Wieder wird erstmal schön genuckelt, bis Sohnemann sich entschließt, mich auch hier seine Zähnchen spüren zu lassen. Gut, gibt's den Schnuller. So nicht, mein Lieber!
 
Das Kind schläft immer noch nicht, ich bin hundemüde und weiß nicht mehr weiter. Er wälzt sich herum, will immer wieder aufstehen, mit dem Lichtschalter spielen, erzählen. Ich will schlafen. Noch mehr können Interessen sich nicht widersprechen. Ich versuche es noch einmal damit, den Kleinen in sein Bett zu legen, aber er steht sofort wieder auf und jammert.

Ich muss pinkeln und entschließe mich, den Zwerg mitzunehmen und unterwegs in der Küche in seinem Babyknast abzulegen. Im Schlafzimmer kann ich ihn nicht lassen, er wird brüllen und Garfield wecken. Ich mache die Schlafzimmertür vorsichtig zu, gehe in die Küche, verfrachte das Baby in sein Ställchen, mache die Tür zu... Gebrüll. DAS kennt der Kleine schon, er wird morgens hin und wieder in die Küche abgeschoben. Und das gefällt ihm gar nicht! Ich gehe auf's Klo und überlege, den Zwerg einfach da zu lassen, wo er jetzt ist. In der Küche ist es schön warm und schlafen kann er auch dort - wenn er es denn endlich mal tut. Garfield sagt mir jedes Mal, dass ich genau das tun soll. Wenn der Zwerg nachts "einen los machen will", soll er das in seinem Stall tun. Ich bringe es aber nie über's Herz. Bisher eigentlich nur einmal, weil's wirklich schlimm war und ich verzweifelt.
 
Beim Hände waschen fällt mein Blick erstmals auf eine Uhr. 3h33. Na klasse, ich habe noch keine drei Stunden geschlafen. Und so fühle ich mich auch.
 
Auf dem Rückweg ins Schlafzimmer nehme ich meinen Sohn doch wieder mit, in der Hoffnung, die kurze Ställchenepisode hat ihn davon überzeugt, dass er dann doch lieber bei Mama schlafen will als in der Küche allein zu sein.

Es klappt. JETZT schläft das Kind auf meinem Bauch ein. Es bleibt zwar eine unruhige Nacht und in sein Bett geht der Kleine nicht mehr, aber immerhin haben wir beide noch etwas Schlaf.

In der Nacht darauf beginnt das "Theater" bereits, als wir ins Bett gehen. Kind wacht auf und will/kann nicht schlafen. Vier Stunden mache ich das Spielchen mit, beruhige immer wieder, bugsiere den Kerl in sein Bett und nach Protest wieder in meins, stille, streichle übers Köpfchen, suche den Schnuller... Als die Glocken fünf Uhr schlagen, kommen mir vor Verzweiflung die Tränen. Ich bin sooo müde. Die letzte Nacht steckt mir noch in den Knochen, ich war abends aus und deshalb ohnehin spät im Bett und dann kaum Schlaf! Ich habe keine Geduld mehr, bringe den Zwerg in seinen Laufstall, mache die Türen zu und ... schlafe. Das Gebrüll ignoriere ich, es hört auch recht bald auf. Als ich es das nächste Mal höre, ist es zehn Uhr. Es mag herzlos klingen, sein Kind einfach so auszuquartieren, aber manchmal geht es nicht anders. Was gäbe ich für ein Kinderzimmer!

Letzte Nacht wiederum hatte ich die Geduld. Obwohl "es" wieder mit unserem Zubettgehen begann, durfte der Zwerg stundenlang auf meinem Bauch, naja, "schlafen", bis ich ihn dann irgendwann gegen Morgen vorsichtig in sein Bett legen konnte. Das war zwar 'ne kurze, unruhige Nacht für mich, aber irgendwie hat mir das dieses Mal weniger ausgemacht. Ist wohl tagesformabhängig. Was mir aber auffällt: Ich glaube, der Schlafmangel wirkt sich auf's Gehirn bzw. auf die Denkleistung aus. Ich bin zur Zeit so langsam im Kopf. Und vergesslich...