Mission Prinz

18.03.2010 um 10:47 Uhr

Die Woche der Wahrheit

Ich habe gerade die Dame vom Vorstellungsgespräch angerufen. Ja, die Entscheidung ist gefallen. Natürlich gegen mich. War irgendwie klar. Das wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das geklappt hätte. Es ist wohl wirklich die Woche der Absagen.

Ich möchte mich gerade heulend unter der Bettdecke verkriechen... Alles schice gerade. Die Welt kann mich mal!

17.03.2010 um 09:45 Uhr

Waffenstillstand

Die gute Nachricht zuerst: Mein Liebster ist endlich wieder arbeiten!

 

 

Schbaasss! Es war schon schön, ihn hier zu haben, andererseits leiden natürlich andere Sachen darunter. Mein morgendliches "beim Frühstück in den Blogs stöbern" konnte ich knicken. Und auch meinen Nachmittagsspaziergang mit Hörbuch. Jetzt aber wieder, pünktlich zum Frühlingseinzug. Der scheint nun wirklich zu kommen - wurde ja auch langsam Zeit!

Wir haben in letzter Zeit viel gestritten, das ist nichts Neues. Ich habe nicht von jedem Streit hier berichtet, denn die meisten sind irgendwie sinnlos. Woran lag's? Ich bin momentan etwas reizbarer und springe auf leichtes Necken sofort an. Die Hormone... Dann die ungewisse Situation der Jobsuche. Nichts scheint zu klappen, die Hoffnung schwindet. Das kostet Kraft und nervt ganz gewaltig. Und dann die Erinnerungen. Sonntag war es genau zwei Jahre her, dass ich einen Brief im Bad fand. Da kommen diese ganzen Erinnerungen hoch und man sucht nach Parallelen. Vor allem, wenn es gerade nicht ganz so gut läuft.

 

*Sidekick I* (Dank an Pele für dieses äußerst praktische Stilmittel!)

Ich wußte das Datum nicht mehr, habe es aber durch intensives Nachdenken wieder herausgefunden. Hat mich irgendwie nicht in Ruhe gelassen, dass ich sowas Wichtiges einfach vergessen habe.

*Sidekick II*

Ich frage mich gerade: Wieso das Bad? In meiner Welt hinterlässt man Botschaften für den Partner oder Familie auf dem Küchentisch. J. hat seinen Abschieds-/Trennungsbrief auf die Waschmaschine gelegt. Wollte er ganz sicher gehen, dass dieser Brief das Allererste ist, was ich nach dem Aufstehen sehe? War das ein Zeichen von Unsicherheit, im Sinne von: Er hat ihn erst im letzten Moment hingelegt? Als er schon fast zur Tür raus war? Hätte er die Küche gewählt, hätte er nochmal reinkommen müssen, wäre durch's Wohnzimmer gegangen, hätte vielleicht sogar einen Blick zum Bett, auf mich, geworfen. Hätte das seinen Entschluss schwerer gemacht? Vielleicht... Andererseits diese Detailverliebtheit. Der Brief lag nicht einfach auf der Waschmaschine, er steckte in meiner Bürste. Damit er quasi stand. Da hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht, zu überlegen, wie er das Ding jetzt am besten drapiert. Seltsam. Oder hatte J. Angst, ich könnte seinen Brief nicht sehen? Ich bin morgens ohne meine Kontaktlinsen zwar sehr kurzsichtig, aber nicht blind! Fremde Objekte auf der Waschmaschine nehme ich schon wahr! Die Fragen sind natürlich reine Zeitverschwendung, aber mir fällt eben gerade auf, dass das Bad wirklich ein ungewöhnlicher Ort für sowas ist.

 

Zurück zum Thema: Viel Streit in letzter Zeit. Viel Kraft kostender, ermüdender Streit. Garfields Lösungsvorschlag: Er schluckt in Zukunft alles runter, regt sich über nix mehr offen auf, damit ich mich nicht angegriffen fühle. Blöde Idee, weil nicht praktikabel. Immer alles runterschlucken funktioniert einfach nicht. Uns half Kommissar Zufall. In der von mir abonnierten Fachzeitschrift für Studenten *räusper* war dieses Mal ein Artikel zu genau dem Thema: Richtig streiten. Wir haben den Artikel also gemeinsam gelesen und... nicht wirklich viel gelernt. Ok, eine wichtige Erkenntnis: Wir sind zwei absolut gegensätzliche Streittypen. Ich das Kaninchen, das überhaupt nicht streiten, sondern sich nur verkriechen will. Garfield der Kampfhund, der knurrt und bellt und sich in ein Thema verbeißt. Das wußten wir zwar schon, aber es ist schön zu wissen, dass mein Verhalten offensichtlich nicht ganz so ungewöhnlich ist.

Viel wichtiger: In einem Nebenkommentar äußerte sich eine Paartherapeutin. Sie meinte, jedes Paar habe so fünf bis sechs Probleme, die es nie gelöst bekommt. Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren  besteht im Umgang damit: Während die einen diese Probleme unter den Teppich kehren, reiben sich die anderen immer wieder daran auf. Wir haben also mal nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich 90% unserer Streits an einem zentralen Thema entzünden: Unsere sehr unterschiedliche Auffassung von Sauberkeit und Hygiene. Ich bin da etwas laxer in der Einstellung, Garfield hat sehr extreme Ansichten (bis hin zu Ängsten, das gibt er aber nicht zu). Wir werden dieses Problem nie lösen, es sei denn, Garfield entspannt sich mit der Zeit. Darauf habe ich aber keinen Einfluss und es bringt vor allem nichts, wenn ich mich darüber aufrege. Wir haben also beschlossen, beide ein oder zwei Augen zuzudrücken und uns darüber nicht mehr zu streiten. Einfach ignorieren und den Anderen machen lassen. Gestern hat das in einer kritischen Situation schon ziemlich gut geklappt. Möglicherweise haben wir endlich den Weg zur Harmonie gefunden?

Und nochwas: Wie eklig ist das denn? Ich habe gestern meine Pflanzen umgetopft und plötzlich kroch ein Regenwurm durch die Küche! Soll ich mich jetzt bei N*etto beschweren, weil die Blumenerde dermaßen frisch war?

14.03.2010 um 15:39 Uhr

Fetzen

Heute nur ein paar Gedanken, die mir eben beim Abwaschen kamen...

Wie ist es möglich, dass zwei Personen innerhalb von 24 Stunden dermaßen viel dreckiges Geschirr produzieren?

 

Gerade habe ich im Radio gehört: Der Frühling kommt... immer noch nicht. Erst zu meinem Geburtstag. Man, ich hab' den Winter so satt!

 

Wir hatten heute parfümierte Eier* zum Frühstück. Nobel geht die Welt zugrunde ;-) 

 

Bin ich die Einzige, die bei dieser neuen Version von "Everybody hurts" immer heulen muss? Ich fand das Lied schon immer genial, eines der besten von R.E.M. Aber covern? R.E.M. covern? Ne, geht gar nicht. Als Charity-Projekt finde ich's allerdings ziemlich gelungen.

 

*Vor einiger Zeit habe ich Bankunterlagen etc. in einem Topf verbrannt. Mein Liebster hält mir immer Vorträge über Datenmissbrauch und sowas, also wollte ich mal vorbildlich sein. Damit es besser brennt, riet mir Garfield, gießt du etwas Parfum drüber. Ein altes Pröbchen. Habe ich gemacht... Der Topf wurde inzwischen mehrmals abgewaschen, aber er riecht immer noch nach dem Zeug. Und darin gekochte Eier natürlich auch.

12.03.2010 um 12:45 Uhr

Ja, sie lebt noch...

Hurra, es ist wieder Formel-1-Saison! Mir persönlich ist das natürlich rille, aber leider interessanterweise bin ich ja mit einem Männchen gesegnet, welches einen sehr großen Teil seines Gehirns dem einen großen Thema gewidmet hat: Autos. Dieser Mann wird die nächsten Monate also immer wieder mal unser kuscheligwarmes Bett zu Unzeiten verlassen, um im kalten Wohnzimmer zuzusehen, wie erwachsene Männer Kreise fahren. Nun gut, ich kann damit leben, solange man mich dabei nicht weckt. So wie heute. Da musste man(n) sich etwas ansehen, was "Freies Training" heißt. Und zwar im Schlafzimmer, vom Bett aus. Das erste Geräusch, welches meine zarten Ohren heute morgen vernahmen, war also das Dröhnen der Motoren. Zum Glück zu keiner absoluten Unzeit. Warum man sowas gucken muss, erschließt sich mir nicht so ganz. Die fahren ja nur sinnlos rum, oder? Die ÜBEN nur! Aber wenn es meinen Schatz glücklich macht... Der freut sich übrigens wie ein Schneekönig, dass ein gewisser Deutscher, den er ganz toll findet, wieder dabei ist. Für mich heißt das: Schatzi wird kein, aber auch absolut kein einziges, Rennen, Qualifying oder ähnliches verpassen. Letztes Jahr war es noch möglich, Prioritäten zu setzen. Opas Geburtstag, gemeinsame Unternehmungen, sowas in der Art. Möglicherweise hatte das auch was mit frischer Verliebtheit zu tun. Dieses Jahr sehe ich da schwarz. Jetzt guckt er übrigens wieder. 2. Training. Wie praktisch, dass er krank geschrieben ist. Was für ein ZUFALL! (Vorhin war er übrigens beim Arzt und wurde weiter krank geschrieben... bis Mittwoch! F**k the system!)

Liebster also krank, ergo nix geschafft diese Woche. Wenn beide zu Hause sind, macht man erfahrungsgemäß nämlich nichts. Mal nachdenken, haben wir überhaupt irgendwas produktives gemacht diese Woche?

Nun, ich habe endlich die verhasste Abstellkammer/Waschküche aufgeräumt. Das brannte mir seit Monaten auf der Seele und musste in einem Anfall von Aktionismus endlich gemacht werden. Man konnte da drin kaum noch treten, weil seit fast sechs Monaten immer nur reingestellt wurde. Alles, was gerade nicht gebraucht wurde: Ab in die Kammer. So konnte es nicht weitergehen. Ich habe weg- und umgeräumt, sogar die Waschmaschine verschoben (Allein! Die Aktion führte nämlich zu einem dieser leidigen Streits...) und nun kann man in unserer Kammer Wiener Walzer tanzen.

Dann hatte ich ein Date mit meinem Vermittler. Der ist wirklich sehr nett, trotzdem hatte ich gehofft, ihn nicht nochmal wiederzusehen. Viel gebracht hat das Treffen nicht, außer der Erkenntnis: Ich bin mit meinem Abschluss ein hoffnungslos überqualifizierter Exot. So hat der das gesagt. Na toll! Momentan sieht es für mich echt nicht gut aus, jobmäßig. In diesem Zusammenhang auch folgende Info: Nein, die Dame vom Vorstellungsgespräch hat sich noch nicht gemeldet. Ja, das nervt mich.

Dann haben wir noch gefühlte hunderttausend Autos angeguckt. Garfield gibt sein aktuelles ja im Juni wieder ab und braucht bis dahin was anderes. Dumm: Er kann sich nicht entscheiden. Also gucken wir und gucken und fahren ab und an auch Probe. Diese Woche haben wir nur geguckt, denn Probe fahren war wegen des Wetters nicht drin. Plöder Schnee! Dumm auch: Garfield fragt mich nach meiner Meinung. Wir gucken also Autos an und Garfield fragt: "Wie findsten das?" Er vergisst dabei leider, dass ich nicht sein Bruder bin. Wenn wir am Wochenende bei Garfields Eltern sind, können die beiden Brüder sich von Freitag abend bis Sonntag nachmittag nonstop über Boliden unterhalten. Im Moment natürlich vor allem darüber, welches Fahrzeug Garfield sich denn dann zulegen sollte. Ich verstehe nur die Hälfte des Gesagten und lese dann meist die abonnierte Autozeitschrift. Da stehen manchmal ganz interessante Dinge drin, die man dann bei Gelegenheit einwerfen kann. Gefährliches Halbwissen sozusagen. Dieses Mal habe ich ganz viel über die Rückrufaktion bei T*oyota gelernt, über Umweltzonen und über Scheibenreiniger. Doch zurück zum Thema: Ich bin nicht Garfields kleiner Bruder. Ich habe keine Ahnung von Autos. Ich habe zwei Kategorien: Entweder ein Fahrzeug ist schön (also "gut") oder hässlich ("nicht gut"). Entschieden wird nach rein optischen Kriterien, also Form und Farbe. Garfields Traumauto finde ich potthässlich, und das sage ich auch. Er gibt zu, eine Schönheit ist das nicht, aber der MOTOR! Dieser MOTOR! Unpraktisch ist es auch, werfe ich ein. Nur zwei Sitze... Ja, aber der MOTOR! Na, was fragst du denn dann? Du kennst doch meine Meinung! Ein paar von den Fahrzeugen in der engeren Auswahl finde ich ganz hübsch, andere sehr hässlich und sinnlos. Aber ist das meine Entscheidung? Nein! Garfields Geld, sein Auto. Er muss bzw. darf damit fahren. Und wenn es ihm den Tag versüßt, mit seinem Traumauto zur Arbeit zu fahren, weil dann wenigstens der Weg ein Highlight ist und den blöden Job überschattet, bitte schön! Soll er sich doch einen völlig sinnentleerten, übermotorisierten, unpraktischen, überteuerten Zweisitzer kaufen. Wenn es ihn doch glücklich macht! Leider kämpfen bei ihm immer noch Vernunft und Vergnügen miteinander. Das muss er aber mit sich selbst ausmachen.  Ich halte mich mit Kommentaren also weitestgehend zurück und gebe ihm freie Hand. Wenn es dann bei mir im Herbst soweit ist, will ich schließlich auch das Auto, welches mir gefällt. Was mir gefällt, findet Garfield *piep* *piep* *piep*, aber es wäre dann ja meins und nicht seins. Ich halte mich also jetzt zurück und erwarte das im Gegenzug dann von ihm. Was ich dann will, ist lediglich seine fachmännische Meinung. Vielleicht habe ich die bis dahin aber auch selbst, denn ich gucke ja fleißig Autosendungen mit.

Haben wir nochwas gemacht? Oh ja, wir sind endlich mit Herrn W*eiler durch und haben Antonio somit aus dem Wunderland entlassen. Was für ein Akt. Wie lange haben wir daran jetzt gelesen? Gestern haben wir zuerst viele Autos angeguckt und wollten dann, völlig erledigt, Siesta halten. Von der Couch ging es schnell ins Bett. *räusper* Danach wollten wir eigentlich nochmal rausgehen, aber das Wetter war so bäh, dass wir lieber dösten und schließlich entschieden, einfach liegen zu bleiben. Um dem ganzen wenigstens einen Anschein von "Wir sind nicht nur faul, wir machen auch was!" zu geben, lasen wir also das Buch zu Ende. Wir haben uns köstlich beömmelt, auf den letzten Seiten. "Fuchs du haste die Gans gestossene". Als nächstes geht's in die Provence, literarisch gesehen.

05.03.2010 um 11:33 Uhr

Männer...

Vor Jahren haben wir dieses Buch mit den schlecht parkenden Frauen und den nicht zuhörenden Männern gelesen. Wir, das ist meine Familie. Da war so ein Test drin: Wie männlich bzw. weiblich bin ich. Wir alle machten diesen Test und das Ergebnis überraschte niemanden: Meine Mama und ich sind typische Frauen, meine Schwester hat viel von einem Mann abbekommen. Bisher dachte ich immer, das äußert sich in erster Linie im Geist. Sie ist gut in Naturwissenschaften etc. Jetzt erkenne ich aber weitere Parallelen zur Männerwelt:

Meine Schwester kocht gern. Das ist schön. Leider hat sie's aber nicht so mit der Ordnung, was weniger schön ist. Vor allem, da sie die Küche jedesmal in ein Schlachtfeld verwandelt, selbst wenn sie nur eine Kleinigkeit kocht. Dann von ihr zu verlangen, dass sie den Dreck beseitigt, ist kleinlich. Man soll schließlich dankbar sein, dass sie einem sowas leckeres gekocht hat. Deshalb verdrehen meine Mutter und ich unisono die Augen, wenn mein Schwesterlein ankündigt, etwas zu zaubern.

Gestern abend hat sich hier jemand spontan Pudding gekocht. Nein, nicht meine Schwester. Aber das Ergebnis war ähnlich. Das habe ich dem Jemand auch schon mehrmals gesagt. Scheint so ein Männerding zu sein: Minimaler Input, maximaler Output. Oder: wenig Aufwand, aber sehr viel Dreck. "Wo gehobelt wird, da fallen Späne", meint der Jemand dann immer. Ich habe eben den Herd geschrubbt. Und ich sag' noch: "Pass' auf mit dem Zucker auf dem Herd..."