Die gute Nachricht zuerst: Mein Liebster ist endlich wieder arbeiten!
Schbaasss! Es war schon schön, ihn hier zu haben, andererseits leiden natürlich andere Sachen darunter. Mein morgendliches "beim Frühstück in den Blogs stöbern" konnte ich knicken. Und auch meinen Nachmittagsspaziergang mit Hörbuch. Jetzt aber wieder, pünktlich zum Frühlingseinzug. Der scheint nun wirklich zu kommen - wurde ja auch langsam Zeit!
Wir haben in letzter Zeit viel gestritten, das ist nichts Neues. Ich habe nicht von jedem Streit hier berichtet, denn die meisten sind irgendwie sinnlos. Woran lag's? Ich bin momentan etwas reizbarer und springe auf leichtes Necken sofort an. Die Hormone... Dann die ungewisse Situation der Jobsuche. Nichts scheint zu klappen, die Hoffnung schwindet. Das kostet Kraft und nervt ganz gewaltig. Und dann die Erinnerungen. Sonntag war es genau zwei Jahre her, dass ich einen Brief im Bad fand. Da kommen diese ganzen Erinnerungen hoch und man sucht nach Parallelen. Vor allem, wenn es gerade nicht ganz so gut läuft.
*Sidekick I* (Dank an Pele für dieses äußerst praktische Stilmittel!)
Ich wußte das Datum nicht mehr, habe es aber durch intensives Nachdenken wieder herausgefunden. Hat mich irgendwie nicht in Ruhe gelassen, dass ich sowas Wichtiges einfach vergessen habe.
*Sidekick II*
Ich frage mich gerade: Wieso das Bad? In meiner Welt hinterlässt man Botschaften für den Partner oder Familie auf dem Küchentisch. J. hat seinen Abschieds-/Trennungsbrief auf die Waschmaschine gelegt. Wollte er ganz sicher gehen, dass dieser Brief das Allererste ist, was ich nach dem Aufstehen sehe? War das ein Zeichen von Unsicherheit, im Sinne von: Er hat ihn erst im letzten Moment hingelegt? Als er schon fast zur Tür raus war? Hätte er die Küche gewählt, hätte er nochmal reinkommen müssen, wäre durch's Wohnzimmer gegangen, hätte vielleicht sogar einen Blick zum Bett, auf mich, geworfen. Hätte das seinen Entschluss schwerer gemacht? Vielleicht... Andererseits diese Detailverliebtheit. Der Brief lag nicht einfach auf der Waschmaschine, er steckte in meiner Bürste. Damit er quasi stand. Da hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht, zu überlegen, wie er das Ding jetzt am besten drapiert. Seltsam. Oder hatte J. Angst, ich könnte seinen Brief nicht sehen? Ich bin morgens ohne meine Kontaktlinsen zwar sehr kurzsichtig, aber nicht blind! Fremde Objekte auf der Waschmaschine nehme ich schon wahr! Die Fragen sind natürlich reine Zeitverschwendung, aber mir fällt eben gerade auf, dass das Bad wirklich ein ungewöhnlicher Ort für sowas ist.
Zurück zum Thema: Viel Streit in letzter Zeit. Viel Kraft kostender, ermüdender Streit. Garfields Lösungsvorschlag: Er schluckt in Zukunft alles runter, regt sich über nix mehr offen auf, damit ich mich nicht angegriffen fühle. Blöde Idee, weil nicht praktikabel. Immer alles runterschlucken funktioniert einfach nicht. Uns half Kommissar Zufall. In der von mir abonnierten Fachzeitschrift für Studenten *räusper* war dieses Mal ein Artikel zu genau dem Thema: Richtig streiten. Wir haben den Artikel also gemeinsam gelesen und... nicht wirklich viel gelernt. Ok, eine wichtige Erkenntnis: Wir sind zwei absolut gegensätzliche Streittypen. Ich das Kaninchen, das überhaupt nicht streiten, sondern sich nur verkriechen will. Garfield der Kampfhund, der knurrt und bellt und sich in ein Thema verbeißt. Das wußten wir zwar schon, aber es ist schön zu wissen, dass mein Verhalten offensichtlich nicht ganz so ungewöhnlich ist.
Viel wichtiger: In einem Nebenkommentar äußerte sich eine Paartherapeutin. Sie meinte, jedes Paar habe so fünf bis sechs Probleme, die es nie gelöst bekommt. Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren besteht im Umgang damit: Während die einen diese Probleme unter den Teppich kehren, reiben sich die anderen immer wieder daran auf. Wir haben also mal nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich 90% unserer Streits an einem zentralen Thema entzünden: Unsere sehr unterschiedliche Auffassung von Sauberkeit und Hygiene. Ich bin da etwas laxer in der Einstellung, Garfield hat sehr extreme Ansichten (bis hin zu Ängsten, das gibt er aber nicht zu). Wir werden dieses Problem nie lösen, es sei denn, Garfield entspannt sich mit der Zeit. Darauf habe ich aber keinen Einfluss und es bringt vor allem nichts, wenn ich mich darüber aufrege. Wir haben also beschlossen, beide ein oder zwei Augen zuzudrücken und uns darüber nicht mehr zu streiten. Einfach ignorieren und den Anderen machen lassen. Gestern hat das in einer kritischen Situation schon ziemlich gut geklappt. Möglicherweise haben wir endlich den Weg zur Harmonie gefunden?
Und nochwas: Wie eklig ist das denn? Ich habe gestern meine Pflanzen umgetopft und plötzlich kroch ein Regenwurm durch die Küche! Soll ich mich jetzt bei N*etto beschweren, weil die Blumenerde dermaßen frisch war?