Mission Prinz

31.10.2008 um 15:32 Uhr

Süßes

Süßes sonst gibt's Saures! Zum Glück bin ich heute abend nicht da, ich habe nämlich keine Lust, dass irgendwelche Gören an meiner Tür klingeln und mich erpressen. Die paar Kinderriegel die ich noch da habe würde ich mir auch lieber für akute Schoko-Notfälle aufheben.

Ich hatte ja schon erzählt, dass sich mal wieder jemand aus der Single-Börse bei mir gemeldet hat. Mein Leben ist im Moment wirklich komisch: kaum habe ich den einen mehr oder weniger abgeschossen (bzw. er mich), taucht schon der nächste interessante Mann am Horizont auf. Wenn das mal nicht nur virtuell so gut klappen würde... Aber ich bin ja schon ganz froh, denn so kann ich fleißig flirten üben.

S. hat mir nun gestern also wieder geschrieben, und ich muss gestehen, ich bin schon sehr viel interessierter. Ich war ja etwas kontaktmüde und hatte das in meiner ersten Mail an ihn auch durchblicken lassen - die war nicht sooo freundlich und interessiert. Aber er hat sich nicht abschrecken lassen und sehr süß zurückgeschrieben. Nein, eigentlich nicht süß, sondern so, dass er mein Interesse geweckt hat. Zuckersüße, viel zu liebe Männer kann ich ja so gar nicht leiden. Ich brauche einen, der kontern kann. Aber dieser klingt gut. Kann sich vor allem sehr gut ausdrücken. Und scheint Humor zu haben. Leider wohnt er eben so weit weg, das ist das einzige Manko bis jetzt. Denn...tatata... er hat dieses Mal das versprochene Foto mitgeschickt! Ich habe natürlich zuerst die Mail gelesen, ich will ja nicht oberflächlich erscheinen. Und nach der Mail hatte ich riesige Angst davor, das Foto zu öffnen. Die Mail hat mir nämlich sehr gefallen! Was er so schreibt, und wie... schwärm! Jedenfalls habe ich dann das Foto geöffnet......und war sehr positiv überrascht. Er sieht gut aus und er ist genau mein Typ! Bisher wußte ich eigentlich nicht, was genau mein Typ ist, da ich schon mit so unterschiedlichen Männern zusammen war. In den letzten Wochen/Monaten hatte ich aber immerhin schon rausgefunden, dass ich auf dunkle Haare und knackige Apfelpopos bei Männern stehe. Den Po konnte man auf dem Foto leider nicht sehen, aber S. hat dunkle Haare! Und irgendwie sieht er meinem Ex ein bißchen ähnlich. Ich hatte beim Betrachten des Bildes gleich Herzklopfen, deshalb nehme ich jetzt mal an, dass genau das mein Typ ist. Ich habe natürlich sofort zurückgeschrieben und versucht, mir meine Begeisterung anmerken zu lassen. Ich habe irgendwie ein ganz gutes Gefühl bisher, und bin gespannt, wie's weitergeht. Zumindest bin ich von ihm schonmal relativ begeistert und habe bisher keine "Schwachstellen" entdecken können. Bei C. war es ja zumindest so, dass mich so ein paar Dinge von Anfang an etwas genervt haben, beim Schreiben. Er war da etwas zu blumig und niedlich in der Ausdrucksweise. Sowas mag ich ja gar nicht. Und sein Foto, nun ja, mein erster Gedanke war "Ganz ok.". Dieses Mal war mein erster Gedanke "JA!". Trotzdem hatte die Geschichte mit C. ihr Gutes, denn von ihm habe ich gelernt, die richtigen Fragen zu stellen, in den ersten Mails. Ich habe sowas ja vorher noch nie gemacht, und kenne mich beim Kennenlernen auch nicht besonders gut aus. Meine bisherigen Männer habe ich alle schon gekannt, bevor wir zusammengekommen sind, und bei J. war alles ganz einfach und hat sich irgendwie so ergeben. Jetzt kann ich also wenigstens S. die richtigen Fragen stellen und ihn so langsam kennenlernen. Ich freu' mich auf seine nächste Mail! Aber ich will mich ja auch nicht zu sehr da reinsteigern, deshalb versuche ich das Ganze noch halbwegs nüchtern zu sehen.

Jetzt ist aber erstmal kurze Mailpause, denn ich fahre übers Wochenende mal wieder weg. Irgendwie bin ich gar nicht mehr zu Hause... Mit meiner engsten Freundin werde ich das Wochenende in Berlin verbringen, wo wir mal wieder so richtig schön Party machen mit ihrer Schwester. Die wohnt da, und bei ihr schlafen wir auch. Ich muss mir gerade mal ein Kürzel für meine Freundin einfallen lassen, das J. ist ja schon belegt... Ich nenn' sie einfach mal  Schussel. Ja, das passt. Schussel wird mich also irgendwann demnächst mit dem Auto abholen und dann geht's nach Berlin, in die große Stadt. Ich bin gespannt, was für Partys Schussels Schwester für uns rausgesucht hat. Ich hoffe ja auf eine schöne Uni-Halloween-Party mit schönen Männern. Ein paar Ärzte vielleicht, und Tierärzte... Nur weil ich gerade per Mail mit diesem S. flirte, heißt das ja noch lange nicht, dass ich nicht trotzdem gucken darf. Ich habe jedenfalls tolle Klamotten eingepackt und werde hinreißend aussehen Fröhlich  Meine Schwester hat mir endlich meine "feinen" Klamotten wieder zukommen lassen und auch leihweise einiges von sich. Sie hat sich eine von diesen süßen Westen gekauft, die gerade so in sind, und genau die werde ich heute abend anziehen. Zwar renne ich normalerweise nicht jedem Trend hinterher, aber die Teile sehen echt toll aus. Und mit meiner roten Bluse drunter... Rrrr. Ich habe ja gestern erst bei web.de gelesen, dass Männer rot nicht widerstehen können. Das werde ich dann heute abend mal testen.

Oh, Schussel hat gerade angerufen. Sie fährt jetzt los. Also sollte ich schnell mal noch abwaschen und mich anziehen. Ich verabschiede mich jetzt also ins Wochenende und werde spätestens Sonntag abend von meinen Erlebnissen in der großen Stadt, dem dicken B, berichten.

30.10.2008 um 11:58 Uhr

Duschgedanken

Jetzt ist mir doch glatt unter der Dusche noch was eingefallen, das muss ich unbedingt loswerden. So wird das wohl nie was mit meiner M...arbeit...

Jedenfalls habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die ich gerne teilen würde. Mir sind so ein paar Beispiele für Beziehungen eingefallen, und ich frage mich langsam: Können die Männer es uns Frauen überhaupt recht machen?

Hier mal die Beispiele:

1. ein anderes Blog:

Die Betroffene war eine ganz schön lange Zeit (Waren's 3 Jahre?) mit einem Mann zusammen. Dann hat sie herausgefunden, dass er parallel eine andere Freundin hatte. Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist: er hat sie nicht geliebt. Er wollte auch gar keine Zukunft mit ihr, sondern hat die ganze Zeit nach anderen Frauen gesucht. IHR hat er das aber nicht gesagt, SIE lebte in dem Glauben, er liebe sie und wolle mit ihr zusammen sein. Nachdem nun die Beziehung vorbei ist, leidet sie. Natürlich, denn er hat sie sehr verletzt. Und ihr Fazit? Hätte er ihr gleich gesagt, dass es für ihn nur eine "Übergangsbeziehung" ist, wäre sie damit besser klargekommen. Sie hätte sich damit arrangiert und darauf eingestellt. Sein großer Fehler: Er war nicht ehrlich.

2. meine Beziehung zu J.:

Wir waren sechs Monate zusammen. Für mich sechs sehr schöne Monate, weil ich zum ersten Mal einen Mann tatsächlich und wirklich geliebt habe. Und bereit war, mich ihm völlig zu öffnen. ER hat aber nach einer gewissen Zeit gemerkt, dass er meine Gefühle nicht so erwiedert und sich nicht wirklich eine Zukunft mit mir vorstellen konnte. Am Anfang hat er das, aber dann irgendwann eben nicht mehr. Also hat er sich eine Weile damit gequält und dann Schluss gemacht. Um mir nicht weiter wehzutun. Natürlich habe ich gelitten, tue es immer noch, und bin sauer auf ihn. Mein Fazit: Hätte er mir eher gesagt, dass er nicht wirklich in dieser Beziehung drin ist, hätte ich mich damit arrangiert und wäre die Sache auch lockerer angegangen. Aber einfach so nach  sechs Monaten zu entscheiden, dass es das doch nicht ist, das war schon heftig. J.s Fehler: Er war zwar ehrlich, aber zu spät.

3. Lapareds "Beziehung" zu 119:

119 war die ganze Zeit ehrlich, hat ihr die ganze Zeit gesagt, dass er sie nicht liebt. Er hat ihr auch nie eine Beziehung vorgegaukelt. Und L.? Hat ihn trotzdem geliebt und immer gehofft, etwas an seinen Gefühlen ändern zu können. Hat nach jedem Strohhalm gegriffen, immer wieder nach Zeichen gesucht... wir kennen die Geschichte. Ich kenne übrigens eine ganz Ähnliche von einer Freundin. SIE ist verliebt in ihren besten Freund. ER hat Sex mit ihr. Und sagt ihr auch immer wieder, dass es rein körperlich ist. Küsst sie zum Beispiel nicht auf den Mund, macht Bemerkungen à la "Du solltest dir endlich jemand richtigen suchen." und streitet eine Beziehung vehement ab. Auch wenn es für Außenstehende so aussieht. Was macht meine Freundin? Verrennt sich in einer Illusion, sucht nach Zeichen der "Besserung", weiß im Grunde, dass sie sich nur selbst verletzt, will den Kerl aber nicht aufgeben, in der Hoffnung, dass sich doch noch alles nach ihren Wünschen entwickelt. Gesagt hat sie dem Herrn übrigens noch nie, dass sie mehr für ihn empfindet, aus Angst, dann könnte die "Freundschaft" für ihn beendet sein. ER will ihr ja nicht wehtun. Klar. Sie nimmt nämlich an, er wüßte ganz genau, dass sie mehr will. Fazit: Sind die Männer von Anfang an ehrlich, glauben wir ihnen nicht und versuchen, sie mit unserer Liebe "umzupolen"... und leiden, natürlich!

Also, mal abgesehen von dem Idealfall, in dem der Mann die Frau liebt, die Frau den Mann, und beide gleich stark an einer gemeinsamen Zukunft interessiert sind, können die Männer es uns doch nicht wirklich recht machen. Wir finden immer einen Grund, ihnen Vorwürfe zu machen. Sind sie ehrlich, belügen wir uns selbst und leiden. Sind sie nicht ehrlich, belügen wir uns genauso und leiden im Nachhinein. Ganz schön kompliziert, das alles. Sollte frau also lieber allein bleiben, wenn sie den Idealfall nicht haben kann? Das Single-Sein hat schließlich auch Vorteile. Vorhin hatte ich ja schon die Masken-Problematik erwähnt, und eben im Bad ist mir noch was eingefallen:

Ich habe mir eben zum ersten Mal seit Wochen die Beine rasiert. Ja, ich weiß, kaum ist der Sommer vorbei, kaum habe ich keinen Sex mehr (Besteht da ein kausaler Zusammenhang?), lasse ich mich gehen. Aber wozu immer die Mühe wenn es eh' keiner sieht? Ist doch reine Zeitverschwendung! Als ich noch mit J. zusammen war, habe ich mich fast täglich rasiert - das wurde mit der Zeit richtig anstrengend. Und was ich da an Rasiergel verbraucht habe! Und dann waren das ja nicht nur die Beine... Nur für ihn, weil er drauf stand!  (Ok, er hat's bei sich auch gemacht, und ich stand drauf.) Klar, dieses "frisch-rasiert"-Gefühl fand ich auch toll, aber dann spätestens nach einem Tag fing das Jucken an, die Stoppeln kamen durch und dann war's einfach nur noch unangenehm. Also wieder rasieren... ein Teufelskreis! Und es ist ja nicht so, dass ich nicht nach einer besseren Methode gesucht hätte... Wenn da irgendjemand DIE Empfehlung hat, immer her damit. Im Grunde bin ich ja durchaus bereit, für einen Mann dieses Opfer zu bringen. Natürlich nur, wenn das von männlicher Seite entsprechend honoriert wird. 

Solange da aber kein Mann ist, für den sich das Opfer lohnt, beschränke ich mich lieber auf die Beine. Da hält das gute Gefühl etwas länger und außerdem mache ich's nur zu besonderen Anlässen. Das ist doch mal ein Wort!

30.10.2008 um 10:17 Uhr

Beichte

Oh, ich beneide Angeldust, dass sie es geschafft hat, sich so schnell zu "entlieben". Wär' ich doch bloß auch schon so weit... Aber nein, bei mir kommen immer wieder diese Rückfälle. Manchmal komme ich mir schon vor, wie eine Manisch-Depressive. Mal bin ich supergut drauf und könnte die Welt umarmen, und dann wieder kommt der Absturz und ich könnte stundenlang heulen und sehne mich mit jeder Faser meines Körpers und meiner Seele nach J. Gestern abend war wieder so ein Moment. Ich hatte Spätschicht, und ich hasse Spätschicht. Dann steht man nämlich die letzten zwei Stunden ganz allein im Laden, und Kunden tauchen zwischen sechs und acht auch nur noch sporadisch auf. Also hat man viel Langeweile und noch mehr Zeit zum Nachdenken. Früher war das die Zeit, in der ich J. versaute SMS geschrieben habe. Das fand er gut, klar. Und jetzt... Jetzt vermisse ich ihn eben in diesen Momenten am meisten. Da muss ich mich wirklich schwer anstrengen, um nicht schwach zu werden. Gestern habe ich dann einfach eine SMS an meine gute Freundin T. geschrieben, sowas lenkt auch kurz ab. Und die Zeit ging dann auch irgendwie vorbei, ich konnte nach Hause fahren und den Serien-Mittwoch genießen.

Ich muss mal ganz ehrlich gestehen, dass Fernsehen wirklich die beste Hilfe ist. Und Filme im Allgemeinen. Da vergißt man für eine Weile wirklich alles und taucht in eine völlig andere Welt ein. Bücher haben übrigens denselben Effekt. Jedenfalls ist das bei mir so. Das habe ich schon damals gemerkt, als meine Oma gestorben ist. Das war wirklich traumatisch, damals ging's mir richtig schlecht. Dagegen ist der "Verlust" von J. gar nix. Jedenfalls habe ich in der Zeit stundenlang vor dem Fernseher gehangen, nur um abgelenkt zu sein. Im Übrigen bin ich damals dann auch geflohen, das war besonders hilfreich. Im Grunde würde ich das jetzt auch gern wieder tun, wenn dieses blöde Studium nicht wäre. Wenn ich damit bloß schon fertig wäre... Dann bin ich endlich frei und kann weg!

Und wo ich gerade meine Schwächen gestehe: Ich muss dir was beichten, liebes Blog. Ich habe J. noch nicht völlig aufgegeben, sondern nur "vorerst". Genauer gesagt, bis Weihnachten. Weihnachten will ich ihm eine Mail schreiben, Weihnachtsgrüße. Ich muss einfach wissen, wie es ihm geht, was er so macht, und wie er noch auf mich zu sprechen ist. Jaja, ich höre schon die Vorwürfe. Die Mail ist sogar schon fertig in meinem Entwürfe-Ordner gespeichert. Schon seit Wochen. Ein ziemlich neutraler Weihnachtsgruß, rein freundschaftlich, gute Wünsche für ihn und seine Familie etc. Nix persönliches, keine Anspielungen auf neue Partner. Ich musste diese Mail einfach schon schreiben, weil sie sonst ständig in meinem Kopf gekreist wäre. Jedenfalls steckt dahinter natürlich ein Plan. Da ich diese Mail schon geschrieben habe, kann ich sie erstmal vergessen. Meine große Hoffnung ist ja, dass ich sie bis Weihnachten tatsächlich vergessen habe. Dass mir J. bis dahin also so egal ist, dass ich nicht mal mehr das Bedürfnis habe, ihm zu schreiben. Das wäre der beste Fall. Schön wäre auch, wenn ich die Mail bis Weihnachten guten Gewissens senden könnte, weil ich tatsächlich nur noch freundschaftliche Gefühle für J. habe. Ja, das wäre auch ein Erfolg. Ich bin jedenfalls gespannt und warte ab.

Im Moment bin ich eben immer noch in der "Heute melde ich mich nicht bei ihm"-Phase. Und es klappt immer besser, das muss ich zugeben. Wie gesagt, es gibt gute und schlechte Tage. Und ich habe so den Eindruck, dass die guten langsam überwiegen. Das ist auch gut so. Und es gibt ja auch fast immer etwas, worüber man sich freuen kann. Gestern zum Beispiel habe ich mal wieder eine Mail von jemandem in der Partnerbörse bekommen. S. wohnt in Bayern - ok, das ist ziemlich weit weg - und klingt ganz nett. Mehr kann ich noch nicht sagen, denn er hat mir erst einmal geschrieben. Ich werde ihm aber heute noch antworten. Eigentlich bin ich ja etwas kennenlernmüde. Aber ich gehe das mal ganz langsam an, ein bißchen was zu schreiben kann ja nicht schaden. Was mich allerdings etwas stutzig gemacht hat: er hat sofort angeboten, zu mir zu kommen. Da hat es aber einer eilig! So eine weite Reise, um eine Frau zu treffen, von der er noch gar nichts weiter weiß? Ist mir etwas suspekt, ehrlich gesagt. Und dabei hatte ich nur gemeint, dass ich dieses ewige Schreiben, Chatten und Telefonieren etwas sinnlos finde, weil das erste Treffen sowieso entscheidend ist. Das hatten wir ja schonmal, mit C. Der sich übrigens wirklich nie wieder gemeldet hat. Naja, irgendwo verstehe ich ihn auch. Jedenfalls sollte man auf ein bißchen Kennenlernen via Mail und Telefon nicht verzichten - das hatte ich ja auch schon. Nur eben nicht zu lange warten. Das werde ich S. auch gleich mal schreiben. Und um ein Foto bitten, das hat er aber von sich aus angeboten. Und da er so darauf besteht, werde ich's mir schicken lassen. Vielleicht entscheidet sich dann auch schon was - obwohl ich ja nicht oberflächlich sein will. Aber es ist nunmal so: das Äußere entscheidet eben darüber, ob man sich weiter engagiert oder nicht. Passt er nicht ins Beuteschema...

So, und jetzt muss ich mir endlich mal diese Reinigungsmaske abwaschen, fühlt sich schon ganz krustig und trocken an. In solchen Momenten bin ich doch gar nicht böse, Single zu sein. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste mit so einer Maske im Gesicht vor einem Mann rumlaufen...

29.10.2008 um 12:01 Uhr

Mistwetter!

Man, ist das hier heute alles langsam...

Ich möchte mich jetzt mal über das Wetter beschweren! Was soll das? Ich habe ja nichts gegen einen Tag Regen. Ja, manchmal finde ich Regen sogar sehr schön - vor allem wenn ich drinnen sitze mit einer heißen Schokolade und Kuchen. Und ab und an ist es sogar schön, im Regen spazierenzugehen. Ich bin ja ein Dorfkind und Hundebesitzerin und verfüge folglich über eine sehr gute Regenjacke und sogar eine wasserdichte Hose. Dann ist das Alles kein Problem. Aber was soll das gerade??? Es regnet seit drei Tagen ununterbrochen! Am Montag hat mich das nicht gestört, weil ich sowieso nicht draußen war. Gestern war es zwar nicht sehr angenehm, im Regen zur Plasmaspende zu fahren, aber schlimm war's auch nicht. Aber heute könnte es nun wirklich mal aufhören! Gerade war ich bei der Bank und einkaufen, wobei ich komplett durchgeweicht wurde. Regenjacke hin oder her, die Schuhe sind leider undicht und Jeans saugen das Wasser immer so schön auf. Und wenn man dann noch von den Autos vollgespritzt wird... Super. Noch dazu ist es kalt, so dass einem die nassen Hände am Fahrradlenker festfrieren. Jetzt hoffe ich ganz ganz doll, dass sich das Wetter bis Nachmittag bessert, denn dann muss ich zur Arbeit. Das bedeutet zwanzig Minuten mit dem Rad durch die halbe Stadt. Bei schönem Wetter irgendwo zwischen angenehm und anstrengend (Berge!), ist die Fahrt bei Regen eine Tortur. Also alle Mann Daumen drücken, denn ich habe eigentlich keine Lust, völlig durchnässt im Laden anzukommen. Ich werde gleich mal bei wetteronline.de gucken, ob sich der Regen noch verzieht. Und wenn nicht, habe ich immer noch die winzige Hoffnung, dass ich auch mit dem Bus zur Arbeit komme. Naja, hin ist eigentlich kein Problem, nur das Zurück macht mir Sorgen. Heute bin ich nämlich "die Letzte" und wenn einem dann die Zeit im Nacken sitzt, weil man den letzten Bus schaffen muss, dann stimmt garantiert die Kasse nicht! 

Das Essen gestern abend war sehr schön, nur die Kellnerin war etwas komisch.  Irgendwie so unkommunikativ. Das Schöne beim Inder ist immer, dass so viele vegetarische Gerichte auf der Karte stehen. Ich esse zwar schon Fleisch, ab und zu, bin da aber sehr wählerisch. Und im Restaurant esse ich höchstens mal Hähnchenschnitzel. Damit beschränkt sich bei normalen Restaurants die Auswahl für mich meist auf maximal drei Gerichte - vor allem in den Dorfkneipen, die mein Vater so liebt. Wenn es da überhaupt mal was ohne Fleisch gibt. Aber gestern... ich konnte mich gar nicht entscheiden, weil sich so viele Sachen lecker angehört haben. Letztendlich habe ich mich aber wiedermal zwischen den beiden Gerichten entschieden, die ich schonmal gegessen habe und von denen ich daher weiß, dass sie mir schmecken: Käse in sahniger, süßlicher Sauce (Shahi Paneer oder so ähnlich) bzw. Spinat mit Käse. Ich konnte mich aber mit meiner Schwester darauf einigen, dass sie das erste nimmt und ich den Spinat, und wir uns das Ganze dann mehr oder weniger teilen. Das ist ja immer das Tolle beim Inder, dass man die Gerichte in diesen süßen Töpfen bekommt und dann fröhlich bei allen anderen mitessen kann.

Jetzt bin ich neidisch, denn meine Schwester sitzt gerade im Flieger nach New York. Dort landet sie irgendwann gegen fünf Ortszeit, so dass sie noch einen schönen Blick auf die Skyline haben dürfte. NEID!!! Noch neidischer werde ich, wenn ich daran denke, dass sie dort umsteigt in einen Flieger nach Santiago di Chile. Überhaupt nicht neidisch bin ich auf die 26 Stunden Unterwegssein und die Tatsache, dass sie als Rucksacktouristin in Südamerika unterwegs sein wird und kein reserviertes schönes Hotelzimmer in Santiago auf sie wartet. Sowas ist ja mal gar nix für mich! Ich bestehe darauf, dass wenigstens der Anfang einer Reise klar geplant ist, so dass ich für die ersten Tage im fremden Land eine Anlaufstelle habe. Aber meine Schwester sieht das nicht so eng. Und ich freue mich auf die Postkarten aus diversen südamerikanischen Ländern, die in den nächsten sechs Monaten hoffentlich hier eintrudeln und meinen Küchenschrank verschönern werden. Südamerika... ja, da würde ich auch gern mal hinfahren. Vor allem Chile hat's mir angetan, denn ich bin ein großer Isabel Allende-Fan und würde das Land, welches sie in ihren Büchern beschreibt, gern einmal live und in Farbe erleben.

Und jetzt mache ich mich mal ernsthaft an die Arbeit!

28.10.2008 um 19:32 Uhr

Schlager

Hui, da habe ich heute morgen aber ein kontroverses Thema angefangen. Aber so weiß ich jetzt wenigstens mal, dass mich tatsächlich noch jemand liest Fröhlich

Der Tag war natürlich mal wieder für'n A...  Ich habe so gut wie nichts Vernünftiges gemacht. Ich war morgens Plasma spenden und habe mich danach frohen Mutes an den Computer gesetzt um endlich mal wieder an meiner berühmt-berüchtigten M...arbeit zu schreiben. Das Buch lag parat, die Datei war geöffnet... und ich bin sinnlos im Netz rumgesurft. Habe ein weiteres Blog gelesen, Psychotests gemacht, dann ein paar Zeilen geschrieben. Ja, Wahnsinn! Als "Belohnung" nach den paar Zeilen habe ich mir einen Cappuccino gemacht und Kekse gegessen. Weil es sich beim Essen aber so schlecht schreibt, habe ich mich noch weiter "belohnt" und ein paar Lieder so geschnitten, dass sie als Klingeltöne durchgehen. (Also den Refrain an den Anfang und dann immer wiederholt.) Falls es jemanden interessiert, die Lieder sind: Culcha Candelas "Hamma" (Dazu muss ich immer sofort tanzen!), Rosenstolz' "Königin" (Ich find' den Refrain irgendwie toll.) und von Cora "Liebe pur". Kennt das jemand? Eigentlich ist das im Moment nicht der richtige Song für mich, aber ich finde ihn irgendwie trotzdem toll. Ja, ich gestehe, ich stehe manchmal auf Schlager. Also, *räusper*, es gibt so'n paar die ich ganz schön finde. Obwohl ich keine besonders ambitionierte Discofox-Tänzerin bin. Jedenfalls ist Cora jetzt mein neuer Klingelton.

Dann habe ich eben noch eine Mail von einer alten Bekannten bekommen. Wir waren damals in Frankreich Kolleginnen und haben seitdem sporadischen Mail-Kontakt. Das heißt, eigentlich hat sie mir immer nur Kettenmails geschickt. Gesehen habe ich sie das letzte Mal...puh, *überleg*... vor zwei bis drei Jahren? Sie ist Spanierin, und sieht sowas nicht so eng. Jedenfalls hatte ich schon ziemlich lange nix von ihr gehört, nicht mal 'ne Kettenmail, bestimmt schon über ein Jahr, und heute nun wiedermal so'n Teil. Irgendwas über Liebe - war auf Spanisch und ich habe nur die Hälfte verstanden. Natürlich habe ich mich trotzdem RIESIG gefreut. Und auch gleich geantwortet: wie's mir so geht, was ich mache, und dass ich gern ein paar Neuigkeiten von ihr hätte. Mal sehen, ob sie sich meldet.

So, und jetzt muss ich Schluss machen, meine Eltern holen mich gleich ab. Wir gehen alle zusammen essen, so ganz in Familie, weil meine Schwester morgen für unbestimmte Zeit nach Südamerika fliegt. Da gehen wir, konsequenterweise, zum Inder. Ich wäre ja für's Steakhouse gewesen, weil mir eigentlich nur ein indisches Gericht wirklich schmeckt. Wie hieß das doch gleich? Irgendwas mit Käse und Sahnesauce. Meine Schwester wird's noch wissen.

In diesem Sinne, allen einen schönen Abend und Guten Appetit!

28.10.2008 um 14:03 Uhr

37° und es wird noch heißer...

Heute ist ein guter Tag! Keine fiesen Träume, am Morgen ein gutes Lied im Radio (Genau genommen kein gutes Lied, sondern eins, dass ich auf T.s CDs gepackt hatte. Aber da das eigentlich nie im Radio gespielt wird, habe ich mich einfach nur gefreut, an das schönes Wochenende gedacht und es für ein gutes Zeichen gehalten.) und....Trommelwirbel.... mein Körper funktioniert wieder! (Achtung Männer, jetzt kommt eins von diesen speziellen Frauen-Themen!)

Seit ich meinem Körper vor einigen Monaten die künstlichen Hormone entzogen hatte, hat er gemacht was er wollte. Ich habe fleißig meine Temperatur gemessen, in der Hoffnung, dass alles bald wieder so funktioniert, wie von der Natur vorgesehen. Aber nix da, die Hormone haben alles durcheinandergebracht und die Temperatur war ein einziges Auf und Ab ohne jedes Muster. Deprimierend. Aber jetzt, nach monatelangem Warten und beinahe-Verzweifeln, tut sich endlich etwas bzw. es hat sich was getan. Drei sichere Symptome sprechen dafür, dass ich endlich einen Eisprung hatte! Den ersten seit über sieben Jahren! Ich wußte nicht, dass frau sich dermaßen über etwas eigentlich so Natürliches freuen kann. Ich glaube, ich fühle mich zum ersten Mal seit Jahren wirklich als Frau. Einfach nur ein tolles Gefühl, ich würd's gern jedem erzählen. Geht natürlich nicht, deshalb hier nur ein kurzer Eintrag dazu und ein schriftlicher ganz lauter Freudenschrei. Jedenfalls weiß ich jetzt, warum A. am Wochenende so auf mich angesprungen ist - die reine Chemie. Oder war's Biologie? Naja, jedenfalls funktioniert es offensichtlich sehr gut. Und in Zukunft werde ich dieses Wissen nutzen... Männer, seid auf der Hut!

Sollte ich jemals eine Tochter haben, werde ich ihr einen sehr guten Rat mitgeben: Verzichte auf künstliche Hormone! Die bringen deinen Körper komplett durcheinander, haben unglaublich viele nervige Nebenwirkungen und außerdem ist Sex ohne viiiiiieeeel besser Verrückt

(Ist doch total widersinnig: die Pille soll es uns ermöglichen, immer und überall Sex zu haben, und gleichzeitig zerstört sie unser Sexleben. Wieviele Paare können davon ein Lied singen, ich sag' nur "Libidoverlust"!)

Ich wünsche allen Mädels einen schönen Tag (und Männern auch, falls sie bis hierher mitgelesen haben. Hier ein guter Rat: Nehmt euren Frauen die Pille weg, und ihr werdet keine Probleme mehr im Bett haben! Das garantiert euch Frau Dr. sex. Rosa Maus)

27.10.2008 um 19:20 Uhr

Da war doch noch was...

Genau, ich habe noch nix von meiner Wochenendreise erzählt. Heute morgen war ich einfach zu nichts anderem in der Lage, als zu diesem Brief. Ich kam mir dabei zwar sehr albern und unglaublich pathetisch vor, aber das musste einfach raus. Danach ging's mir auch schnell besser, und ich habe bis eben noch fleißig meine Wohnung verschönert. Ich wohne jetzt schon seit fast fünf Monaten hier und bis heute standen zumindest die Bilder noch in einer Ecke. Das habe ich nun heute endlich nachgeholt und ein paar an die Wand gebracht. Jetzt sieht mein Flur richtig wohnlich aus, und auf die Afrika-Collage im Bad bin ich richtig stolz! Sieht toll aus! Außerdem habe ich mit Hilfe meiner Schester mein Schlafzimmer etwas umgeräumt und finde es jetzt viel schöner. Sieht nicht mehr so vollgestellt aus und ich habe jetzt eine gemütliche Leseecke. Also mal abgesehen davon, dass ich nicht ein Wort an meiner Abschlussarbeit geschrieben habe, bin ich recht zufrieden mit dem Tag.

Aber nun zum Wochenende, auch wenn's nicht spektakulär war.

Freitag bin ich also Richtung Frankfurt gefahren, was recht entspannt ablief. Die Züge waren pünktlich, die Mitreisenden unauffällig und die Fahrt ging schnell vorbei - dank guter Lektüre. Mein Kuchen ist auch heil angekommen. Zeitgleich mit mir sind übrigens ein paar andere Gäste - alte Bekannte aus Uni-Zeiten - angekommen, die fast den selben Weg hatten wie ich. Hätte ich mal früher gewußt, dass die auch kommen, und dann noch mit dem Auto... Naja, Zug war auch ok. Meine Freundin, T., hat sich tapfer geschlagen, auch wenn ihre Zweizimmerwohnung auf einen Schlag von fünf Leuten "bewohnt" wurde. Das war mitunter schon etwas stressig. Da T. gerade erst eingezogen ist, war die Wohnung noch ziemlich leer und wir hatten genug Platz, uns auszubreiten. Wir durften sogar noch ein paar Möbel aufbauen, T. ist ja nicht dumm. Wenn sie schon mal ein paar Helfer da hat... Als Gegenleistung gab es Kuchen und abends was Leckeres. Es war alles sehr lustig und lebhaft, und wir haben noch bis spät in die Nacht gesessen und geredet. Mein Geschenk wollte T. gleich Mitternacht haben - sie hat sich sehr gefreut. Die CDs liefen die nächsten zwei Tage nonstop. 

Der Samstag begann gemütlich. Frühstück, kleiner Stadtbummel, einkaufen. Aber dann gingen die Vorbereitungen los, für die ich natürlich herangezogen wurde. Den ganzen Nachmittag habe ich geschnippelt und geschält, Getränke geschleppt und dekoriert. Aber es hat sich gelohnt, denn die Party war ein voller Erfolg. Ich war ja vorher sehr gespannt, schließlich würde ich T.s Lehrerkollegen kennenlernen. Ja... man fühlte sich schon sehr auf einer Erwachsenenparty. Zwar waren die meisten ganz nett, aber eben nicht sehr offen. Es war schon irgendwie spannend, sich all diese Leute vor einer Klasse vorzustellen. Konnte man sich bei einigen überhaupt nicht vorstellen... Und ein paar lustige Schüler-Anekdoten gab es auch. Getanzt hat außer mir, T. und einer der Uni-Bekannten auch keiner. Naja, wir haben trotzdem für Stimmung gesorgt, der Bowle sei dank. Einen sexy Sportlehrer gab es leider nicht, dafür einen netten Mathe-Physik-Pauker. Mal abgesehen von zuviel Schmuck war das schon eine kleine Sahneschnitte, leider eben ein bißchen klein. Und vergeben, nebenbei bemerkt. Aber einen süßen Hintern hatte er ; ) Nach der Party stand natürlich noch Reste verstauen, abwaschen und aufräumen an, deshalb war das auch wieder eine kurze Nacht. Und am nächsten Morgen musste ich ja auch schon wieder los, zum Zug. Der war ein ICE und fiel natürlich aus. Genauso wie der Nächste. Der wurde aber immerhin durch einen IC ersetzt, so dass ich nach einer 10-stündigen Odyssee doch noch nach Hause kam. Völlig erledigt und hungrig, klar. Ich hasse die Bahn! Das nächste Mal fliege ich wieder!

Kurzum, es war ein schönes Wochenende, eben ein richtiger kleiner Urlaub. Ich konnte mal abschalten, und fühlte mich wieder in die guten alten Zeiten zurückversetzt, als wir alle noch im Wohnheim wohnten und uns regelmäßig abends trafen. Schade, dass T. so weit weg wohnt, sonst könnte man das wieder öfter machen.

Zwei lustige Episoden gibt's noch:

Unter den Uni-Bekannten war ein junger Mann, den ich vorher nicht kannte - A. Nicht besonders gut aussehend, aber nett und vor allem einer, der kontern konnte. Das ist wichtig. Warum genau A. mitgekommen war, weiß ich nicht, denn auch T. kannte ihn nicht besonders gut. Jedenfalls war A. recht interessiert an mir, zumindest hat er mich ständig in Gespräche verwickelt und geärgert. Und Komplimente habe ich auch bekommen. So ein bißchen männliches Interesse tut natürlich gut, und verleitet vor allem zu unanständigem Verhalten. Ich bin bekannt dafür, dass ich beim Tanzen nicht gerade schüchtern bin und meine Hüften schon recht provokativ kreisen lasse. Frankreich sitzt eben tief, bei den Partys dort war "Dirty Dancing" normal. Nun haben wir am Samstag vor der Party auch noch einen Teppich verlegt, der um eine dieser langen Papprollen gewickelt war. Diese Rolle bzw. Stange hat unsere Fantasie sofort angeregt. Limbo, Pole-Dancing, wir hatten so viele Ideen ; ) Und ja, natürlich war ich diejenige, die diese Ideen später tatsächlich umgesetzt hat. Nicht schlimm, schließlich kannte mich keiner weiter. A. hat für mich die Stange gehalten und ich habe ihn dafür mit einem sexy Tanz belohnt. Ich glaube, ihm wurde ziemlich heiß ; ) Man muss dazusagen, dass er mir schon vorher ein Kompliment für meinen Tanzstil gemacht hatte. Das Ende vom Lied: männliches Interesse tut gut, auch wenn man an dem Mann selbst überhaupt nicht interessiert ist. Ich sollte wieder öfter tanzen gehen. Na mal sehen, was das nächste Wochenende bringt, ursprünglich war ja mal der Besuch einer Halloween-Party angedacht...

Die zweite lustige Begebenheit betrifft eins der Geschenke: Von ihrer besten Freundin hat T. einen "kleinen roten Freund" geschenkt bekommen. Der kam mit der Post und wurde vor uns allen ausgepackt. Was für ein Spass! Wir waren natürlich alle sehr interessiert und neugierig, denn keiner von uns besitzt so ein Spielzeug. Was nicht heißt, dass wir es uns nicht insgeheim wünschen würden. Am besten war die Beschreibung auf der Packung, da war von einer "prallen Eichel" und "Lustrillen" die Rede! Zum Schießen komisch! Jetzt warte ich auf T.s Feedback, aber sie scheut sich noch etwas, den "Roten" auszuprobieren. 

Das war mein Wochenende, wirklich nichts Besonderes. Einfach nur Zusammensein mit netten Menschen und Abschalten. Aber das tat wirklicht gut. 

27.10.2008 um 12:11 Uhr

Gefühlschaos

Lieber J.,

ich habe heute nacht von dir geträumt. Das ist mir schon sehr lange nicht mehr passiert, deshalb bin ich verwirrt. Und kurz davor, wieder in dieses Loch aus Trauer und Wut zu fallen. Dieser Traum war so real! Wir haben uns getroffen, warum, weiß ich nicht (mehr). Wir haben uns geküsst. Du hast all das gesagt, was ich mir so sehr wünsche, von dir zu hören: dass du mich liebst, dass du mich immer geliebt hast, mich vermisst hast, Angst hattest und unsicher warst, dir aber jetzt sicher bist, dass du dein Leben mit mir verbringen willst. Dann haben wir miteinander geschlafen. Es war fantastisch, wie immer. Danach hast du mit deiner neuen (aktuellen) Freundin Schluss gemacht. Ja, das war ganz schön fies, aber in dem Traum hat es mich nicht gestört, dass du sie mit mir betrogen hast. Die nächste Szene, an die mich noch erinnern kann, war ein Familientreffen. Wir saßen um einen großen Tisch, wir beide, meine Familie und deine Eltern. Wir haben gelacht und geredet. Unter dem Tisch lag meine Hand auf deinem Innenschenkel, gefährlich weit oben, wie immer. Und wie so oft, hast du meine Hand festgehalten, damit ich nicht weiter streichle ; )  Das war ein wirklich schöner Traum, ich wollte nicht mehr aufwachen. Ich war so glücklich, wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Nicht, dass ich erwarte, dass du mich glücklich machst, nein. Aber wenn ich mit dir zusammen bin, bin ich es einfach. Bedingungslos glücklich. Es geht mir einfach nur gut. Dieses Gefühl fehlt mir mehr als alles andere.

Natürlich hat mir mein Traum nur das gezeigt, was ich mir insgeheim wünsche. Ich glaube nicht daran, dass Träume ein Blick in die Zukunft sein können oder so. Aber dieser Traum hat mir wiedereinmal gezeigt, wie dumm ich im Grunde bin. Wieso vergesse ich dich nicht einfach? Wieso hänge ich immer noch so sehr an dir? Obwohl ich sehr genau weiß, dass du eine Neue hast! Und ich weiß, dass du mich nicht liebst, du hast es mir oft genug gesagt. Das Problem ist, dass ich dir das nicht glaube. Auch ich gehöre nunmal zu den bedauernswerten Menschen, die in ihrer Naivität nur das sehen, was sie sehen wollen. Und ich habe in deinen Augen, in deinem ganzen Verhalten, auch nach unserer Trennung, immer nur gesehen, dass du (noch) sehr viel für mich empfindest. Aber du warst feige und dumm, und hast dich dagegen gewehrt. Erfolgreich. Du hast dich in eine andere verliebt, oder zumindest hast du das geglaubt, als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Und du warst so überzeugt davon, dass du mit diesem Mädchen, diesem KIND!, eine Beziehung angefangen hast. Ich wünsche mir insgeheim, dass sie schlecht im Bett ist. So schlecht, dass du mich schmerzlich vermisst. Und ich hoffe, dass sie dir das Leben zur Hölle macht. Klammert, dir Vorwürfe macht, wenn du mal Zeit für dich brauchst, deine Freunde nicht mag, sich in deiner Wohnung breit macht. Natürlich ist das dumm und kindisch, aber ich kann nicht anders. Ich liebe dich nach wie vor und die Eifersucht zerreißt mich. Wie konntest du darüber nachdenken, eine Beziehung mit einer Anderen einzugehen, wo du mir ein paar Minuten vorher noch erzählt hast, du hältst dich für "nicht beziehungsfähig"? Damit hast du unsere Trennung begründet! Und damit wieder einen neuen Grund gefunden. In den Monaten nach der Trennung hast du mir jedes Mal, wenn ich dich danach gefragt habe, einen anderen Grund genannt. Für mich ist das der Beweis dafür, dass du selbst nicht weißt, warum du eigentlich Schluss gemacht hast. Natürlich, wenn es um Gefühle geht, ist es schwer, konkrete Gründe zu finden. Sowas kann man nicht erklären. Aber von Beziehungsunfähigkeit zu reden, wenn man gerade im Begriff ist, eine neue Beziehung einzugehen, das ist wirklich das Allerletzte!

Ich habe dich vom ersten Moment an geliebt. Ich wußte von Anfang an, dass du der Mann bist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will. Der Vater meiner Kinder. Du würdest mir nie langweilig werden, da war ich mir ganz sicher. Und ich war mir tausendprozentig sicher, dass du mich liebst und ganz genauso empfindest. Du hast es ja oft genug gesagt. Und genau das ist das Problem: Wie konnte es dazu kommen, dass du Schluss machst? Wie???? Wo war der Fehler? Wir sind doch wie füreinander geschaffen, in jeder Beziehung. Wieso nur hattest du irgendwann das Gefühl, nicht genug für mich zu empfinden, obwohl du mir immer wieder das Gegenteil beweisen konntest? In jeder deiner Gesten lag soviel Liebe und Zärtlichkeit! Wenn du mich Abends vor dem Fernsehr auf die Haare geküsst hast! Wenn du von der Arbeit kamst und mir alles erzählt hast, was am Tag so passiert ist, während ich auf deinem Bauch lag und du mich gestreichelt hast! Das alles verstehe ich bis heute nicht. Immer wieder kreisen meine Gedanken um bestimmte Momente unserer Beziehung, diese kleinen perfekten Momente. Als wir gemeinsam auf der Couch gesessen und gelesen haben. Du über dein Buch hinweg immer wieder mit mir geflirtet hast. Wenn du Computer gespielt und zwischendurch immer wieder zu mir rübergeguckt und mir Luftküsse zugehaucht hast. Wenn wir vor dem Fernseher saßen, kuschelnd, deine Hand auf meinen Brüsten. Oder als wir bei Freunden von dir eine DVD  geschaut und genau diese Pose eingenommen haben. Ich mit dem Rücken an deiner Schulter, deine Hand auf meinen Brüsten. Es war so natürlich, dass es dir in dem Moment gar nicht aufgefallen ist. Danach war es dir peinlich, schließlich saß dein Freund daneben. Alle diese kleinen Begebenheiten sind in meinem Kopf und kommen immer wieder. Das heißt, eigentlich sind sie in meinem Herz, denn mein Kopf weiß sehr genau, dass es vorbei ist und ich mir keine Hoffnungen mehr machen soll. Aber mein Herz, dieses hinterhältige kleine Ding, schickt meinem Kopf immer wieder diese Bilder und Erinnerungsfetzen. Wo zum Teufel ist da nur die Reset-Taste? Kann man diese Dinge nicht irgendwann löschen? Wieso kann ich nicht endlich aufhören zu hoffen, dass du dich eines Tages melden wirst und wir noch einmal von vorn anfangen? 

Ich glaube, du weißt gar nicht, wie sehr du mich verletzt hast. Und wie nachhaltig. Ich weiß nicht so recht, ob ich an diesen "Große-Liebe-Quatsch" glauben soll, aber andererseits... Ich glaube schon irgendwie, dass du der Eine für mich warst. Der Mann, mit dem ich mein Leben verbringen sollte. Aber es ist aus irgendeinem Grund schiefgegangen. Und jetzt weiß ich nicht, wie ich ohne dich weiterleben soll. Ich kann mich mit weniger zufrieden geben oder ich kann für immer allein bleiben. Eine schwere Entscheidung, die ich nicht bereit bin, zu treffen.

Es gibt so viele Dinge, die ich dir noch sagen möchte. So viele Fragen, auf die ich Antworten von dir möchte. Der Gedanke, das alles nie los zu werden, macht mich verrückt. Andererseits weiß ich natürlich, dass wir nie nur Freunde sein können. Ich liebe dich. Sollten wir uns jemals wiedersehen, werde ich über dich herfallen, denn ich begehre dich mehr als je zuvor. Wir können keine Freunde sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dir da genauso geht. Auch wenn du dir deiner Gefühle für mich nicht sicher bist/warst, so hast du doch nie aufgehört, mich zu begehren. Als du das letzte Mal bei mir warst, konntest du mich nicht ansehen. Du hast es vermieden, mich zu berühren. Du hattest wahnsinnige Angst, schwach zu werden. Du hast es selbst gesagt: Du bist stolz darauf, dass du dich dazu durchringen konntest, unsere Affäre zu beenden. Das ist das einzige, was du wirklich richtig gemacht hast. Du wußtest, dass du mir immer nur weiter wehtust. Und du hast auch recht. Aber seitdem verzehre ich mich vor Sehnsucht nach dir. Wird jemals ein anderer Mann dieses Verlangen stillen können? Ich weiß es nicht. Ich kann es mir aber nicht vorstellen. Du hast mich so geprägt, so beeinflusst, dass es mir manchmal Angst macht. Ich will dich, immer noch, und ich will, dass es endlich aufhört!

Ich liebe dich. Bitte komm' zurück.

23.10.2008 um 23:01 Uhr

The Soundtrack of your Life

Oje, da ist mein Blog wieder ganz schön kurz gekommen in den letzten Tagen... Ich hatte aber auch soviel zu tun! Und bevor ich nun morgen über's Wochenende wegfahre, schreibe ich noch mal ein paar Zeilen.

Größter Zeitfresser in den letzten Tagen war der Grund meiner Reise. Eine sehr gute Freundin von mir wird 30 und hat dazu ganz groß eingeladen. Da scheue ich auch die weite Reise nicht, schließlich sehen wir uns so selten. Im Übrigen ist das mein dritter 30. Geburtstag dieses Jahr... Macht irgendwie Angst. Die böse drei null kreist mich langsam ein... Jedenfalls hat sich besagte Freundin von mir eine CD mit Party-Songs gewünscht. Nichts leichter als das, dachte ich mir, schließlich bin ich ein wahrer Musik-Freund. Und wenn man mich schon um so etwas bittet, dann gebe ich gleich mal 500% und erstelle nicht nur eine CD... sondern eine fünfteilige Box unter dem Motto "The soundtrack of your life"! Mit all den Liedern, zu denen die Mädels unserer Generation in den letzten 30 Jahren getanzt und gesungen haben. Natürlich habe ich schon vor Wochen angefangen, die Charts der letzten 30 Jahre nach den passenden Lieder zu durchsuchen, aber dann, wie so oft, ließ der Eifer nach. Und es wurde doch wieder so eine "auf-die-letzte-Minute"-Aktion. Obwohl diese letzte Minute auch gut durchgeplant war. Aber dann ging natürlich alles schief, was nur schief gehen kann. Zuerst hat das Musik-Programm auf meinem Rechner rumgesponnen. Kein Problem, dachte ich, dann fahre ich eben mal für einen Nachmittag zu meinen Eltern. Das hat auch gut geklappt, ich hatte alle Lieder zusammen. Leider verfügt mein Rechner über keinen CD-Brenner, dafür musste also mein Bruder herhalten. Natürlich hat sein Brenn-Programm nur Mist gemacht: einige Lieder ganz weggelassen, bei der Zeitangabe gemeckert, von Hängern ganz abgesehen. Das Brennen, wofür eigentlich maximal eine Stunde angesetzt war, hat mich also den gesamten Dienstagabend gekostet. Macht ja nix, ich hatte ja noch den Donnerstag für die Feinarbeiten. Denkste. Gestern habe ich extra neue Patronen gekauft, um schöne Cover entwerfen und ausdrucken zu können. Soweit der Plan. Einen Haufen Geld habe ich für die Dinger ausgegeben, und dann verarscht mich heute mein Drucker. Ja, ich habe ihn lange nicht benutzt, aber ist das ein Grund mich in so einem wichtigen Moment hängenzulassen? Nachdem ich hundertmal die Druckköpfe gereinigt und an die tausend Testblätter ausgedruckt hatte, sagte mir mein geliebter Drucker, dass die - wohlgemerkt NEUEN - Patronen schon wieder leer seien. Wütend Also ganz fix umdisponiert, Schwester angerufen. Inzwischen hatte ich auch beim Probehören bemerkt, dass jetzt zwar alle Lieder auf den CDs waren, das Brennprogramm zum Teil aber Pausen von fünf bis zehn Minuten dazwischen eingebaut hatte! Also kurzfristige Planänderung: keine ausgefeilten Cover, sondern nur die liebevoll erstellten Tracklisten im Copy-Shop ausdrucken (Hat mich natürlich auch wieder zuviel Geld gekostet! Völlig überteuert, diese Shops! Nutzen meine Not schamlos aus!) und CD drei bis fünf nochmal neu brennen - dieses Mal bei meiner Schwester und mit einem Programm, mit dem ich mich auskenne. Das hat dann auch ganz gut geklappt, und ich hatte zumindest die CDs selbst gegen sechs fertig. Blieben die Cover, das Ganze sollte ja auch noch ansprechend aussehen. Und nur die Tracklisten vorne reinlegen? Ne, das war mir zu nichtssagend. Also habe ich auf die gute alte Bastelmethode zurückgegriffen. Mit Klebstoff, Schere und alten Zeitschriften habe ich früher alle meine selbstaufgenommenen Kassetten verschönert. Und ich hatte Glück, endlich! Meine Schwester fand irgendwo in den Untiefen ihres WG-Zimmers eine alte "Maxi", in der ich dann später eine fünf(!!!!!)-teilige Modestrecke mit immer demselben Design in unterschiedlichen leuchtenden Farben fand! Perfekte Größe, perfekt als CD-Cover! Und was soll ich sagen? Ich bin vom Ergebnis begeistert! Und das, obwohl ich ein echter Bastel-Legastheniker bin! Selbst am PC hätte ich keine schöneren Cover zaubern können, denn jetzt sind alle im selben Stil gehalten und man sieht sofort, dass die CDs zusammengehören. Zuletzt habe ich alles noch schön eingepackt (Rossmann hatte heute wirklich nettes Papier am Packtisch!) und vorsichtig im Koffer verstaut. Da am Ende nur das Ergebnis zählt, hat es sich also gelohnt, alles auf den letzten Drücker zu machen. Ach so, von den anderen Aufgaben, die für heute eigentlich anstanden, habe ich natürlich kaum was geschafft. Keine Wäsche gebügelt, nicht gesaugt, nichts an der Abschlussarbeit vorgearbeitet für die drei kommenden faulen Tage... Aber immerhin habe ich es noch geschafft, einen Geburtstagskuchen zu backen, den ich dann morgen mitnehme, und meinen Koffer zu packen. Und das alles vor 22h, da bin ich richtig stolz drauf. Jetzt steht der Kuchen in der Küche und kühlt ab, und ich habe etwas Zeit zum Schreiben. Toll. Aber jeden Tag brauche ich so eine Hektik nicht!

Sonst gibt es nichts zu berichten. Jedenfalls nichts, was berichtenswert wäre. Außerdem bin ich hundemüde und will eigentlich nur noch ins Bett. Dabei muss ich noch schnell abwaschen und das Beauty-Case einpacken (Ok, es ist nur 'ne lumpige Waschtasche... Aber ich besitze ein Beauty-Case! Ich find's nur albern, für die drei Tage. Außerdem passt es wegen des Schlafsacks nicht mehr in den Koffer.) Und ich will auf jeden Fall vor Mitternacht im Bett sein, weil morgen früh der Wecker um sieben klingelt. Und dann habe ich noch eine ganze Menge zu tun, bis ich zum Zug muss. Immer dieser Stress... Aber dann wird drei Tage lang rumgehangen! Und gelesen! Das ist das Tolle an sieben Stunden Zugfahrt: ich kann endlich mal wieder ein ganz triviales Buch lesen. Denn meine Fachbücher nehme ich natürlich nicht mit. Könnte ich zwar, sollte ich sogar, aber ich weiß genau, dass die Schlepperei nicht lohnt. Im Zug gucke ich da sowieso nie rein! Also bleiben die fein zu Hause und ich widme mich lieber irgendsoeinem Mittelalter-Roman von meiner Mutter. Und ich werde versuchen, drei Tage lang nicht meine Mails zu checken! Mal sehen, ob ich das durchhalte.

Ich freu' mich! Vor allem auf die Party am Samstag! Und wer weiß, vielleicht gibt es sogar ein paar nette Männer dort... Naja, ich habe nicht viel Hoffnung. Sind alles Lehrer...

Ich hätte auch noch eine Handwerker-Story, die gibt's ein andermal. Außerdem geistert mir seit Tagen die Liste durch den Kopf, was mich an J. bzw. an der Beziehung mit ihm gestört hat. Das muss ich ganz dringen aufschreiben! Auch ein andermal.

 

19.10.2008 um 19:45 Uhr

Der Ruf der Wildnis

So, der Sonntag ist bald rum und es hat sich NIEMAND bei mir gemeldet, schon gar nicht aus der Vergangenheit. Nur eine Mail von meiner Cousine, aber die zählt nicht, da wir uns ständig schreiben. Und Herzklopfen... Nun, das hatte ich vorhin kurz, aber nicht wegen "jemandem", sondern wegen "etwas"! Obwohl... vielleicht war das "etwas" jemand aus meiner Vergangenheit? Aber glaube ich an Wiedergeburt? Eher nicht.

Ich war heute bei meinen Eltern auf dem Dorf. Mit dem Fahrrad. Mal wieder etwas Sport, kann ja nicht schaden. Schon auf dem Hinweg kam ich mir vor wie in der Serengeti - oder besser im "Serengeti-Park". Links von mir, im hohen Gras, eine kleine Gruppe Rehe. So nah, dass ich ihre Augen sehen konnte. Und ich bin selbst mit Kontaktlinsen recht kurzsichtig, also ist das ziemlich nah! Und dann gucke ich nach rechts.... Alles voller Rehe, soweit das Auge reicht. Bestimmt sechzig, siebzig Tiere. Wahnsinn! Und jetzt auf dem Rückweg rennt mir doch ein ganzes Rudel beinahe ins Fahrrad! (Das war der Herzklopf-Moment) Wenn ich nicht gebremst hätte, hätte es heute abend Rehbraten gegeben Fröhlich

Und klar, wen will ich sofort anrufen bzw. mindestens eine Mail schreiben? J. Der ist nämlich Jäger und der Einzige, dem ich sowas erzählen kann. Der reagiert dann angemessen beeindruckt à la "Mensch, hättest du mal 'ne Waffe dabei gehabt..." Aber den darf ich ja nicht mehr anrufen, und auch keine Mails schreiben. Er hat mich ausdrücklich gebeten, nein, eher befohlen, den Kontakt einzustellen. Gut, ich habe ihn quasi dazu gezwungen mit meinem nervigen Verhalten. Jemand, der mich weniger gern hat, hätte diese Konsequenz auch schon viel eher gezogen. Aber J. war wirklich sehr geduldig. Schade, manchmal vermisse ich ihn wirklich nur als Freund, wie gerade jetzt. Und dann tut es mir wirklich leid, dass ich mich so unmöglich aufgeführt und ihn so auch als Freund verjagt habe. Hätte ich bloß damals schon das Bloggen für mich entdeckt... Dann hätte ich mich nicht immer bei ihm "ausgekotzt" und wir wären jetzt vielleicht noch Freunde. Aber vielleicht lässt sich das ja irgendwann wieder kitten, wer weiß was die Zukunft bringt. Mit etwas Abstand. Ich gebe ja auch zu, dass die Funkstille für mich gut war. Immer noch ist. Also nicht jammern, Maus! Naja, so muss ich meinem Blog von meiner Begegnung mit der Natur erzählen, auch wenn ich weiß, dass sowas hier kein Schwein interessiert. (Falls doch jemand naturbegeistertes unter meinen Lesern ist, Entschuldigung!)

Aber zurück zu J. Wie eben schonmal bemerkt, bin ich mir ziemlich sicher, dass er mich bis zum Schluss sehr mochte. Und hätte ich mich nicht so blöd angestellt... Jedenfalls ist ihm die Trennung, und dann auch die Bitte um Kontaktabbruch, nicht leicht gefallen. Klar, ich bin ja auch ein Knaller als Freundin. Ich werde hier mal ganz un-arrogant meine ganzen Vorteile auflisten. Also, aufgepasst:

ich bin:

- vorzeigbar

- sozial

- offen und freundlich (manche sagen auch "lieb"; einer nannte mich mal "putzig", das fand ich jetzt aber nicht so toll)

- ehrlich und treu

- anhänglich (aber auf die nette Art!)

- lustig, sehr humorvoll

- eine Wucht im Bett! (Oh ja... )

- fit im Haushalt (wasche gern ab, putze auch, wenn's nötig ist)

- hilfsbereit

- relativ spontan

- beliebt bei Schwiegereltern

- nicht zickig oder launisch

- durchaus gewillt, meiner besseren Hälfte seine Freiheit zu lassen - und murre auch nicht, wenn er sich die nimmt

- technisch und heimwerkerisch halbwegs bewandert

- tolerant

- gepflegt, aber nicht aufgetakelt

- anpassungsfähig

- trinkfest

 

ich kann:

- gut kochen

- gut zuhören

- meinen Partner gut aufbauen, ihm Mut machen und seinen Ehrgeiz wecken, ihn unterstützen und motivieren

- sexy tanzen

- mich für sinnlose Filme und Computerspiele begeistern (zumindest manchmal)

- für einen geliebten Menschen auf Dinge verzichten

- verführen

 

Und jetzt fragt ihr euch alle, genau wie ich mich selbst, warum ich solo bin, stimmt's? Naja, so auf den ersten Blick sieht man(n) ja alle diese Dinge nicht. Und da ich so wahnsinnig bescheiden bin, prahle ich damit ja auch nicht sofort ; )

(Und nächstes Mal gibt's dann eine Liste all der Dinge, die mich an J. wahnsinnig gestört haben...)

Oh, mir fällt noch was ganz tolles Neues ein: Ich kann endlich wieder nackt durch meine Wohnung laufen!!! Gestern war mein Vater da und hat die Jalousien wieder angebaut (die musste ich ja abbauen, wegen der Fensterbauer). Zwar bin ich ohnehin leicht exhibitionistisch veranlagt (Vielleicht sollte das noch in die Liste?), aber irgendwie ist es doch besser, wenn einem beim Duschen nicht jeder ins Bad gucken kann. Das tut mir natürlich sehr leid für den Mann von gegenüber. Der war kurz davor, mit seinem kleinen Spanner-Service richtig reich zu werden...

 

17.10.2008 um 15:01 Uhr

Cosmo und Horoskope

Heute nur mal ganz kurz, weil ich mich eigentlich um meine Abschlussarbeit kümmern sollte. Habe schon den ganzen Vormittag/Mittag vergammelt. Naja, ich war mich prostitu... ähm, Plasma spenden. Und dort habe ich mich natürlich Frauenzeitschrift-technisch wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ich habe gelernt:

1. Wie man besseren Sex mit seinem Partner hat!

2. Wie man richtig tollen Sex mit seinem Partner hat!

(Schön, dass man in Zeitschriften solche hilfreichen Tipps bekommt, aber noch schöner wäre es, wenn man das dann abends gleich ausprobieren könnte...)

3. Dass es anstrengend sein muss, Madonna zu sein.

4. Dass Tilda Swinton (oder wie die heißt) einen Ehemann und einen Lover hat. Und der Ehemann (so ein hässlicher alter Kerl) hat auch noch eine Geliebte. Das ist doch mal was!

Und dann war mein Horoskop noch ganz interessant, obwohl ich das ja nur aus Langeweile lese und eh' nicht dran glaube:

Am 19. Oktober meldet sich jemand aus meiner Vergangenheit und macht mir Herzklopfen. Ich Dussel habe natürlich sofort an J. gedacht... Böse, böse, böse rosa Maus! Na, ich kann mich ja mal überraschen lassen. Das wäre dann Sonntag...

16.10.2008 um 21:47 Uhr

Muttergefühle

Puh, was für ein ausgefüllter Tag. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt...

Heute morgen war erstmal meine Mutter bei mir, zum Frühstück. Wir haben also ganz gemütlich gefrühstückt, dann kam mein Bruder noch kurz vorbei, und vor allem wurde ich von Mama erstmal mit Lebensmitteln versorgt. Ich sag's mal so: mein geheimer Schokoladen-Bunker ist wieder gut gefüllt ; ) 

Dann bin ich mit zu meinen Eltern nach Hause gefahren, wo ich erstmal einen schönen Spaziergang mit unserem Hund gemacht habe. Sehr entspannend. Und dann kam das eigentliche Tagesziel: Besuch bei meinem Cousin und Begutachtung des neuesten Familienzuwachses. Die kleine Maus ist gerade mal drei Wochen alt und ich habe mich schon seit Tagen darauf gefreut, sie endlich mal zu Gesicht zu bekommen. Vorgestern bin ich noch ganz verzweifelt durch die Stadt geirrt, auf der Suche nach einem passenden Mitbringsel. Es gibt ja soooooo süße Babysachen! Und Plüschtiere! Aber von Plüschtieren hat die Maus ja jetzt noch nix, aus ihren Sachen wächst sie innerhalb weniger Wochen raus, also habe ich mich für was ganz Praktisches entschieden: ein Baby-Handtuch. Noch dazu eins mit einem Frosch drauf, die stolze Mama steht nämlich total auf diese Tierchen. Findet man überall in der Wohnung, und jetzt eben auch beim Baby.

Jedenfalls ist Maus ganz entzückend, einfach nur niedlich. Sie hat auch ganz süß und lieb in ihrem Wagen geschlafen als meine Mutter und ich sie durch die Gegend geschoben haben. Ihre Eltern hatten währenddessen einen Arzttermin und waren ganz froh, die Kleine nicht mit reinnehmen zu müssen. Vielleicht sollte ich dazusagen, dass unser Spaziergang durch die Straßen meiner ehemaligen Heimatstadt führte, wo auch heute noch ein recht beachtlicher Teil von Freunden und Bekannten wohnt. Noch dazu ist es eine dieser Kleinstädte, wo jeder jeden kennt. Würde mich also nicht wundern, wenn morgen das Gerücht die Runde macht, ich wäre Mutter geworden.

Der Nachmittag wurde dann noch richtig anstrengend, denn die Frau meines Cousins hatte enormen Redebedarf. Das ist an sich nicht weiter schlimm, ich rede ja auch gern. In ihrem Fall aber ist es etwas anstrengend für mich, weil sie mit mir Französisch redet. Sie ist Französin, hat den Sommer in Frankreich verbracht und ist erst seit einer Woche wieder in Deutschland. Hier redet niemand mit ihr in ihrer Muttersprache (mit meinem Cousin redet sie englisch), so dass sie sich natürlich sofort auf mich gestürzt hat. Ich beherrsche Französisch nämlich ziemlich gut - naja, sollte auch so sein, schließlich studiere ich es. Leider bin ich aber ziemlich aus der Übung, so dass mir oft die Worte fehlen. Und bei dem ganzen Baby-Mütter-Fachvokabular konnte ich auch nicht immer ganz folgen. Ich sollte öfter dort hinfahren, dann habe ich etwas Übung und Maus' Mama freut sich, jemanden zum quatschen zu haben. Jedenfalls ist die kleine Familie ganz entzückend anzusehen! Mein Cousin ist total verrückt nach seiner Tochter, und seine Frau herrlich entspannt. Typisch Französin eben, die vertüddeln ihre Kinder nicht so. Sehr angenehm. Natürlich durfte ich die Maus auch mal nehmen, allerdings stelle ich mich dabei immer an, wie der erste Mensch. Ich kann Säuglingen eigentlich nichts abgewinnen, die sind mir zu winzig und zu zerbrechlich. So ab vier oder fünf Monaten, da machen Babys Spass. Aber vorher sind sie einfach nur niedlich anzusehen. Zum Glück hat die Maus dann auch irgendwann angefangen rumzuplärren - zufällig dann, als sie bei mir auf dem Arm war, so dass die leise Stimme in meinem Inneren sofort wieder verstummt ist. Die leise Stimme hatte so Sachen gesagt wie "Ich will auch!" oder "Ooooooh, ein Baby... will haben!". Aber ne, das hat noch Zeit. Ich finde Babys sehr süß und besuche/beschenke sie gern, aber ich gebe sie genauso gern an ihre Mütter zurück.

Was mir aber schon zu denken gegeben hat, war diese Glückseligkeit der Eltern. Die strahlen soviel Glück und Zufriedenheit aus... da kann einem fast schlecht werden. Vielleicht ist das doch ein "happily ever after"-Paar? Naja, das wird die Zeit zeigen. Aber im Moment sind sie schon auf dem besten Weg. Multikulti, jahrelange Fernbeziehung, letztes Jahr endlich Hochzeit und gleichzeitiges endgültiges Zusammenziehen, jetzt das Baby. Klingt schon sehr nach Märchen.... da gerät mein Weltbild doch ins Wanken. Und dabei ist mein Cousin auch erst knapp über 30... dafür ist seine Frau schon älter, ich weiß aber nicht genau, wieviel. Vielleicht sollte ich Beziehungen nicht grundsätzlich ablehnen. Ich will schließlich auch irgendwann Kinder, und mit Partner ist das nunmal am schönsten, oder etwa nicht? Und Maus' Mama sagt selbst, dass sie ohne ihren Mann echt aufgeschmissen wäre. Im Grunde hätte ich also schon gern irgendwann das Märchenmodell: Mann UND Kinder. Aber ich werde mich jetzt nicht darauf versteifen. Und im Notfall klappt es ja auch ohne Mann. Ich würde jedenfalls nicht auf Kinder verzichten, nur weil der passende Mann fehlt. Deshalb werde ich auch nicht krampfhaft nach einem Lebenspartner suchen. Ich bin ja sowieso noch nicht wieder bereit für eine Beziehung, das hat mir die Sache mit C. gezeigt. Ich mochte ihn schon irgendwie, habe aber kalte Füße bekommen. Mir wurde das einfach zu ernst. Übrigens hat er sich wirklich nicht mehr gemeldet. Hätte ja nicht gedacht, dass er so schnell aufgibt.

Ich glaube, im Moment wünsche ich mir eher was zum Spass haben, was unkompliziertes. Nicht gleich wieder das volle Programm. Regelmäßiger Sex und etwas Nähe, das würde für den Anfang schon reichen. Ich muss nur jemanden finden, bei dem ich an genau das denke... Oh, da fällt mir noch ein: der nette Bekannte, auf den ich so scharf bin, hat sich auch wieder gemeldet. Wieder eine sehr witzige Mail. Und wieder auf eine Antwort aus. Ich werde mir also ein-zwei Tage Zeit lassen und dann antworten. Hach, so ein kleiner Flirt, wenn es denn einer ist, ist doch toll. Single sein hat wirklich seine guten Seiten! Zum Beispiel auch die, dass ich jetzt den Abwasch Abwasch sein lasse und gemütlich bade. Ein paar Kerzen ins Bad, Badesalz, schöne Musik und einfach in der Wanne entspannen. Danach schön eincremen und gleich ins Bett. Herrlich. Mal ehrlich, bei so einem Entspannungsprogramm würde ein Partner doch nur stören... naja, außer vielleicht zum Rücken eincremen.

15.10.2008 um 11:39 Uhr

Gedankenspiele

Oh ja, ich stecke wieder ganz fest, in der J.-Schleife. Und ich stelle mir wieder diese Frage, die ich mir die letzten sieben Monate immer und immer wieder gestellt habe. Gestern abend konnte ich nicht schlafen, weil sie mir die ganze Zeit im Kopf rumging. Vielleicht sollte ich meine Gedanken einfach mal aufschreiben, dann sind sie vielleicht endlich aus meinem Kopf raus und der kann sich wieder mit anderen, wichtigeren, Dingen beschäftigen. Die Frage ist: Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich anders reagiert hätte damals, an diesem verfluchten Tag?

Hier erstmal die "So war es wirklich"-Version: (Wahnsinn, ich erinnere mich an jedes Detail!)

Es war ein Freitag. Die Stimmung zwischen uns war schon ein-zwei Tage komisch gewesen. Nicht durchweg komisch, es gab nur so seltsame Momente. Am Dienstag, als ich von der Arbeit nach Hause kam, und er ganz entspannt auf der Couch lag und Musik gehört hat. Und schon gegessen hatte! Das fand ich wirklich seltsam, weil er sonst nie vor mir da war, und dann isst er auch noch ohne mich? Aber ansonsten war er normal. Wir hatten sogar noch Sex, sogar richtig guten. Das war am Montag. Mittwoch abend war er etwas grantig. Ich hatte ihn bei der Arbeit angerufen, und er hatte ziemlich genervt reagiert. Mich richtig angefahren, sowas war ich von ihm nicht gewohnt. Naja, er war mitten in einer OP gewesen. Aber trotzdem. Donnerstag früh wollte er sich ohne Abschiedskuss rausstehlen, aber den habe ich eingefordert. Abends kam er dann ewig nicht nach Hause. Ich war sauer, weil ich dachte, er sei mit seinen Kollegen unterwegs, wie fast jeden Donnerstag, und hätte es mir nicht gesagt. Frau macht sich ja Sorgen. Jedenfalls bin ich dann ins Bett gegangen, mit dem festen Vorsatz, ihn auf sein Verhalten anzusprechen, wenn er nach Hause kommt. Als er kurz danach kam, ist er sofort ins Bad und hat geduscht. Das war komisch, weil er normalerweise früh duscht. Abends erledigte er das nur, wenn er morgens ganz früh raus musste. Als er ins Bett kam roch er so gut - meine Wut war sofort verflogen ; ) Er hat mir gleich den Rücken zugedreht, ich habe mich trotzdem ein bißchen angekuschelt. Er hätte damit wissen müssen, dass ich noch wach bin. Aber weil er nix gesagt hat, habe ich auch nichts gesagt. Ich wußte, dass irgendwas los ist, aber ich hatte keine Ahnung, was genau ihn beschäftigt. Ich dachte, ich lasse ihn erstmal eine Nacht darüber schlafen.

Am nächsten Morgen ist er sehr früh aufgestanden und war sehr schnell weg. Ohne Kuss, ohne ein Wort. Er wollte mich wohl nicht wecken. Das fand ich nicht weiter komisch. Aber dann bin ich ins Bad (Pionierblase!), kurz nachdem er weg war, und da stand er auf der Waschmaschine: ein Brief mit meinem Namen drauf. Mit meinem Spitznamen! So hat J. mich nie genannt! Er hatte ihn in meine Haarbürste gesteckt, damit er steht. Wie theatralisch. Ich wußte gleich, dass das nichts Gutes zu bedeuten hat und habe gezögert, den Brief überhaupt zu lesen. Natürlich habe ich es trotzdem getan, und bin heulend zusammengebrochen. Das volle Programm: ich habe keine Luft mehr bekommen,  konnte mich nicht auf den Beinen halten, mir war schlecht. Er schrieb, ich solle mein weiteres Leben ohne ihn planen, er würde nicht das für mich fühlen, was er sollte, ich wäre eine tolle Frau, es wäre nicht meine Schuld blabla. Was man eben schreibt, in so einer Situation. Was mich verwirrt und irritiert hat waren zwei Sätze: 1. Er hat oben an den Rand geschrieben, dass das der vierte Versuch wäre. Was wollte er mir damit sagen? Dass er nicht ganz sicher war? Und 2. Er hat geschrieben, dass er seine Entscheidung sicher irgendwann bereuen würde. Warum schreibt jemand sowas? Das kommt doch so rüber wie "Bitte kämpfe um mich, bitte halte mich davon ab, sowas zu tun!" Jedenfalls wollte ich J. sofort anrufen, nachdem der erste Heulkrampf vorbei war. Toll, das Telefon war tot. Super Timing. Also Handy, das wird teuer. Aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. (Aber einen Monat später... Die Handyrechnung vom März war die höchste, die ich jemals hatte!) Ich musste ein paarmal probieren, im Büro, auf dem Handy, bis J. endlich ranging. Wir haben eine Stunde geredet. Er hat versucht, es mir zu erklären. Ich habe Rotz und Wasser geheult. Er hat mir gesagt, er würde woanders schlafen, und ich hätte das Wochenende Zeit, um seine Wohnung zu verlassen. Mein Zeug würde er mir schicken. Was für ein A...! So richtig erklären konnte er mir seine Entscheidung übrigens nicht, er klang auch nicht sehr überzeugt, hat sich aber trotzdem nicht umstimmen lassen. Er hat meine Vorwürfe und mein Geheule über sich ergehen lassen. Danach habe ich meine Mutter angerufen. Ich war völlig fertig. Aber ich musste ja fragen, ob mich jemand abholen konnte, mit meinen ganzen Sachen. Wir haben das dann für den nächsten Tag vereinbart. Meine Mutter hat mir Mut gemacht, und mir geraten, rauszugehen. Also bin ich zu der Wohnungsbesichtigung gegangen, und habe die ganze Zeit geheult. Danach habe ich J. wieder angerufen, wollte ihn in seiner Mittagspause treffen, um nochmal zu reden. Er hat abgeblockt. Ich habe ihn gefragt, ob wir wenigstens Freunde bleiben könnten, denn plötzlich hatte ich wahnsinnige Panik, ihn nie wieder zu sehen. Er hat zugestimmt, aber unter Vorbehalt. Meinte, wenn er merkt, dass er mir damit wehtut, beendet er das. Das sollte zu seinem Standardsatz werden... Und arbeiten musste ich nachmittags ja auch noch. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Die Tränen kamen immer wieder. Zwischendurch habe ich mit J. gesimst. Er benahm sich sehr professionell, hat artig geantwortet. Aber keine Zugeständnisse gemacht. Abends kam meine Schwester, sie hat getröstet und zugehört. Und bei mir geschlafen. Natürlich habe ich auf seiner Seite geschlafen, mit seinem Bettzeug, in seinem T-Shirt. Es war die schrecklichste Nacht meines Lebens. Ich habe mich innerlich von der Wohnung verabschiedet, immer wieder geheult, kaum geschlafen. Am nächsten Morgen kam mein Papa und hat uns abgeholt. Ich habe J. noch einen Brief dagelassen, in dem ich schrieb, dass ich seine Entscheidung für falsch halte. Dann habe ich die Wohnung abgeschlossen und den Schlüssel in den Briefkasten geworfen. Die Wohnung war in einem Top-Zustand: ich hatte aufgeräumt, mein Bett abgezogen, seins sogar gemacht! Ich hatte nichts zerstört, an nichts meine Wut ausgelassen. Das ärgert mich bis heute. Ich war absolut vernünftig und gehorsam, alles ist so gelaufen, wie er sich das gewünscht hat. 

Heute würde ich anders reagieren:

Ich würde den Brief lesen und ruhig bleiben. Klar würde ich heulen, ich bin nah am Wasser gebaut. Aber ich würde ihn nicht anrufen, nicht kontaktieren. Ich würde den Tag hinter mich bringen als wäre nix, und abends auf ihn warten. Und wenn er an diesem Abend nicht kommt, dann warte ich eben noch einen Tag. Jedenfalls würde ich nicht einfach gehen. Auch wenn es seine Wohnung ist, wenigstens ein persönliches Gespräch habe ich verdient! In meiner Welt redet man über solche Dinge! Und ich würde ein Gespräch erzwingen, indem ich einfach dableibe. Klar, ich würde meine Sachen schon soweit packen, aber ich würde nicht einfach gehen, ohne ihn nochmal zu sehen. SO hätte ich das damals machen sollen! Aber ich war dumm und unerfahren und verletzt.

Ich frage mich immer wieder, ob es etwas geändert hätte, wenn ich anders gehandelt hätte. Es ist doch schon fies genug, per Brief Schluss zu machen, während ich in SEINEM Bett liege! Aber dann noch zu erwarten, dass ich ganz artig einfach aus seiner Wohnung und seinem Leben verschwinde? Er hat später zugegeben, dass die Art und Weise des Schluss machens sch... von ihm gewesen wäre. Er hat sich geschämt, aber nie entschuldigt. 

Ich hätte anders handeln müssen, aber das kann ich jetzt nicht mehr ändern. 

So, und jetzt hoffe ich, dass diese Gedankenschleife endlich aus meinem Kopf raus ist - endgültig!

 

14.10.2008 um 11:07 Uhr

Neue Wege

Ich habe ein schlechtes Gefühl, was C. angeht. Er hat sich nicht nochmal gemeldet. Sonntag nachmittag habe ich ihm geschrieben, seitdem hat er kein Lebenszeichen von sich gegeben. Ich gehe davon aus, dass er den Kontakt abgebrochen hat. Ist wohl besser so. Er hat schon genug Mist mit Frauen erlebt, da muss er sich meine Unentschiedenheit nicht auch noch antun. Ich bin sowieso nicht dass, was er sucht. Er sucht eine Beziehung, was Festes, was für's Leben. Aber so bin ich nicht, das ist mir gestern (wieder) klar geworden.

Eine Kollegin, die ich schon länger nicht gesehen habe und mit der ich mich immer recht offen unterhalten hatte, hat mich gestern gefragt, ob ich noch Kontakt zu meinem Ex J. hätte. Ich habe verneint. Ich konnte ihr noch sagen, dass er den Kontakt abgebrochen hätte, mehr habe ich nicht rausbekommen. Was hätte ich ihr auch sagen sollen? Dass ich nicht loslassen konnte? Dass ich meinem Ex fast täglich geschrieben hatte, nur um ihn krampfhaft in meinem Leben zu halten? Dass ich ihn regelmäßig um Sex angebettelt habe, als wir noch unsere kleine Affäre hatten? Die er dann beendet hat? Dass ich mich zur reinsten Stalkerin entwickelt hatte und ihm das Leben schwer gemacht habe? Sowas kann man nicht erzählen, dann halten die Leute einen für verrückt. Mir ist das ja selbst peinlich, und ich wußte auch schon währenddessen, dass es falsch ist. Aber ich konnte einfach nicht anders. Ich wollte diesen Mann um jeden Preis irgendwie halten, ihn auf gar keinen Fall verlieren. Im Endeffekt habe ich ihn damit umso schneller aus meinem Leben vertrieben. Er konnte einfach nicht mehr, da verstehe ich ihn sogar. Ich hätte genauso reagiert. Im nachhinein ist mir das alles auch schrecklich peinlich. Wie konnte ich nur so kriechen? Meine Würde aufgeben?

Und nochwas ist mir bei der Frage meiner Kollegin klargeworden: Es tut immer noch verdammt weh. Ich vermisse diesen blöden Kerl so dermaßen! Nicht einen Mann an sich, Sex und Nähe im allgemeinen, sondern diesen einen Mann! Irgendwie liebe ich ihn wohl immer noch... Verdammt! Der Schmerz, die Enttäuschung, alles war sofort wieder da. Dabei ist die Trennung jetzt sieben (!!!) Monate her! (Auf den Tag genau, wie mir gerade auffällt.) Ok, das Ende unserer "kleinen Affäre" ist noch nicht so lange her, etwa zwei Monate, aber trotzdem. Wie kann es nach so langer Zeit immer noch wehtun? Das Ende vom Lied ist jedenfalls, dass ich jetzt wieder voll drin bin, in dieser "Ich-vermisse-J.-so-sehr"-Schleife. Heute morgen beim Aufwachen habe ich als erstes an ihn gedacht - das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Wird das jemals aufhören? 

Ich habe seit gestern viel nachgedacht. Ich bin einfach keine Frau für Beziehungen. Ich bin eine Frau für eine Nacht, ja da bin ich perfekt. Vielleicht auch noch für eine Woche, oder einen Monat. Aber niemals für ein Jahr, geschweige denn für ein ganzes Leben. So bin ich einfach nicht! Das habe ich auch schon vor sehr langer Zeit entschieden. Ich habe mich nie ganz auf Männer eingelassen. Immer habe ich die Kontrolle behalten. Das war gut so.

Aber dann kam J. und hat mir eine Alternative geboten. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben, am Anfang, und mich irgendwie überredet, meine Prinzipien aufzugeben. Mich auf eine Beziehung einzulassen. Ich habe mich wahnsinnig schwer getan damit, aber es dann doch irgendwann genossen. Ich bin davon ausgegangen, dass es hält, dass es das jetzt ist. Und dann hat er einfach Schluss gemacht. Mit der Begründung, er hätte einfach mit der Zeit gemerkt, dass er nicht das für mich empfindet, was er am Anfang dachte. Am Anfang dachte er, ich wäre perfekt für ihn. Aber je besser er mich kennengelernt hat, desto weniger konnte er mich leiden. Genau so hat er das gesagt! Und damit ist es wieder bewiesen: Ich bin keine Frau für länger. Männer finden mich am Anfang ganz toll, absolut perfekt, aber das hält nur kurz und dann kommen meine ganzen schlechten Seiten raus. Genau genommen, dann, wenn ich mich einlasse. Dann lasse ich mich nämlich gehen. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich genau das bei J. getan. Ich war sehr schnell nicht mehr zufrieden mit ihm. Er konnte mir nichts mehr recht machen. Klar, weil er sich am Anfang so wahnsinnig ins Zeug gelegt hat und das dann nicht durchhalten konnte. Da war ich natürlich enttäuscht, und habe diese ganze Aufmerksamkeit eingefordert, an die ich mich gewöhnt hatte. Dadurch hat er wieder gemerkt, dass er mir das auf Dauer nicht geben kann. Er hat sich zurückgezogen, ich habe noch mehr von ihm verlangt... Ein Teufelskreis. Und das Ende vom Lied? Ich wurde so sehr verletzt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Ich wurde gedemütigt, erniedrigt, fallengelassen. Das war es einfach nicht wert! Diese ganzen schönen Gefühle am Anfang, ja, das war toll. Aber diesen Schmerz waren sie nicht wert. Monatelang war ich nicht ich selbst, habe gelitten und getrauert, musste mich erst wiederfinden. Sowas will ich nie wieder erleben! Und jetzt habe ich ja immer noch manchmal diese Phasen, wie heute wieder. Auf sowas kann ich wirklich verzichten. Und das werde ich in Zukunft! Diese ganze Märchenprinz-Scheiße, der Mann für's Leben, heiraten, Haus, Kinder... alles Mist. Das klappt sowieso nur ganz ganz selten. Ich kenne kein "happily ever after"-Paar, nicht ein einziges! Und warum auf etwas hoffen, was sowieso nie klappt? Dann genieße ich doch lieber mein Leben, die Männer und bin mit mir selbst im Reinen. In dieser Beziehung habe ich mich doch am Ende sowieso nur verbogen, um ja nix falsch zu machen. Um ihn ja zu halten. Glücklich war ich zu dem Zeitpunkt bestimmt nicht mehr, obwohl ich das nie zugegeben hätte. 

Und damit mache ich es jetzt offiziell: Ich will mich nie wieder verlieben! Keine Beziehungen, keine Kompromisse, keine Selbstaufgabe. Es geht auch anders, das weiß ich. Hauptsache, die körperlichen Bedürfnisse werden befriedigt. Ja, so ein bißchen körperliche Nähe ab und zu, das ist schön. Und das hole ich mir auch. Aber diese ganze emotionale Komponente, ne danke. Ich will nicht nochmal so verletzt werden, auf gar keinen Fall! Nie wieder Tränen, Atemnot, Appetitlosigkeit, Trauer wegen eines Mannes!!!

Vielleicht sollte ich dieses Blog umbenennen. Obwohl, man kann den Titel auch ironisch lesen...

 

12.10.2008 um 15:56 Uhr

Frauen unter sich

Nu, dann wollen wir mal wieder...

Ich hatte gestern einen richtig guten Tag und einen tollen Abend! Der Tag war so ausgefüllt, dass ich mich mal gar nicht allein fühlen konnte, nicht einen Moment lang. Einkaufen, Mutter besuchen, Essen bei der Verwandtschaft... beinahe hätte ich gar keine Zeit für mich gefunden. Die brauchte ich nämlich dringend, um mich für den Abend zu präparieren. Kleidungstechnisch war die Auswahl zum Glück begrenzt, denn meine kleine Schwester hat vor einigen Tagen einen sehr großen Teil meiner "guten Klamotten" entführt. Sie brauchte ein bißchen was für ihren Job und hat sich kurzerhand bei mir eingedeckt. Wozu hat man eine große Schwester mit exquisitem Geschmack (*g*) und vor allem sehr gut gepflegter Kleidung? Meine Schwester ist in der Hinsicht nämlich das komplette Gegenteil von mir. Während ich meine Klamotten, wie schon meine Unterwäsche, in Ausgeh-, Alltags- und Lümmel-Sachen unterteile - wobei die Ausgeh-Sachen wirklich nur dafür gedacht sind und deshalb geschont werden, kennt meine Schwester nur eine Kategorie: hauptsache, sie hat was an. Leider behandelt sie ihre Sachen auch nicht besonders pfleglich, so dass eigentlich jedes ihrer Kleidungsstücke mindestens ein Loch und/oder einen Fleck hat. Dementsprechend "gern" habe ich ihr natürlich meine ganzen guten Sachen geliehen... Meine beste Hose, mein bester Rock, meine beste Bluse... Innerlich habe ich mich schon von ihnen verabschiedet. Aber ich habe noch Hoffnung... ein kleines bißchen zumindest. Ja, ich liebe meine kleine Schwester. Aber manchmal würde ich mich gern ganz unschwesternhaft verhalten und ihr solche Dinge abschlagen. Oder ich würde mir wünschen, dass ihr meine Sachen überhaupt nicht passen. Leider geht es aber immer halbwegs, obwohl sie kleiner und anders gebaut ist als ich. 

Aber zurück zum Abend: ab halb neun kamen die Mädels eingetrudelt um mit Wein den Abend langsam einzuläuten. Ursprünglich hatte ich ja zum Essen geladen, es hätte meine weltberühmte, unglaublich leckere Lasagne gegeben, aber das wurde spontan verschoben. Irgendwie waren alle noch satt. Naja, weniger Stress für mich. Und nach dem opulenten Mittagessen bei der Verwandtschaft hätte ich mich, zugegeben, auch nur sehr ungern an den Herd gestellt und eine ebenso opulente Lasagne gezaubert. So gab's also nur Wein und dann ging's auch schon los, ab auf die Piste. Der Abend stand ganz im Zeichen der Männer, denn wir waren in Guck-, Flirt- und Lästerlaune! (Vor allem nachdem die gestrige Schlagzeile unserer Zeitung war: "Frauen ziehen weg, weil hiesige Männer zu doof sind". Das musste natürlich gleich überprüft werden.) Schon im Auto hatten wir nur ein Thema: den Praktikanten einer Freundin. Sie kam aus dem Schwärmen gar nicht heraus, denn der Junge muss ein ganz herrliches Hinterteil haben. Den "Rest" beschrieb sie als "ok", aber der Po... So richtig schön knackig und durchtrainiert... Wir haben alle gesabbert. Sind wir Frauen nicht schlimm? Und dann regen wir uns auf, dass Männer uns sofort und ausschließlich auf die Möpse gucken. Obwohl, ich rege mich darüber eigentlich nie auf. Sollen sie doch gucken und genießen. Ich unterstütze sie gern dabei und trage oft tiefe Ausschnitte... Solange ich mir das noch leisten kann, warum nicht? Ich ergötze mich ja auch an einem knackigen männlichen Apfelpopo... Hach. J. hatte einen tollen Po! Er hat immer diese Retro-Shorts getragen, in denen sah "er" einfach hinreißend aus. Und, ich gebe es zu, ich habe mir C.s Hinterteil sehr genau angesehen, bei unserem Treffen. Es sah vielversprechend aus, soweit ich das beurteilen konnte. Sicher, ich würde keinen Mann abservieren, weil mir sein Po nicht gefällt. Aber ein netter Bonus ist es schon, wenn der Rest auch stimmt. 

Jedenfalls hatten wir einen wirklich schönen Abend. Haben viel getanzt, viel getrunken und viel gelästert. Jaja, Frauen unter sich. Aber es liegt nunmal in der Natur der Frau, dass sie sich mit anderen Frauen vergleicht. Wir machen das ständig! Und das Lästern ist eben nur eine Form des Vergleichens. Man ist sich ja auch darüber im Klaren, dass andere Damen genauso über einen selbst lästern. Das ist ok, solange man es nicht mitbekommt. Und außerdem lästern Männer viel schlimmer, so! Was manche aber auch zu tragen wagen... Sowas kann man nicht ohne Kommentar lassen! Vielleicht sind wir aber auch einfach nur neidisch, weil Susi mit den Elefantenstampfern sich traut, einen knallroten Mini zu tragen, der gerade mal so ihren ausladenden Hintern bedeckt, während wir uns alles was über dem Knie endet versagen. Ach so, die Männer wurden natürlich auch nicht geschont. Und was da so rumlief... Also mal ehrlich! Kein Wunder, dass es so schwer ist, hier jemanden zu finden. Die sehen alle gleich aus und sind alle gleich doof. Die Zeitung hatte definitiv recht! Ich muss unbedingt ganz bald umziehen!

Der Plan war, die Nacht durchzutanzen, aber wir werden alt... Nach gut vier Stunden ging's einfach nicht mehr: Füße, Hüfte, Rücken. Aber da dann auch schon der Punkt erreicht war, an dem auf allen Tanzflächen nur noch dieselbe sinnlose Bum-bum-Musik gespielt wurde, konnten wir ohne schlechtes Gewissen abhauen. Das ist irgendwie so ein Phänomen bei allen "Tanz-Veranstaltungen": ab spätestens 3 Uhr wird die Musik immer eintöniger und langweiliger. Immer der gleiche Beat, keine Party-Kracher mehr, keine Charthits. Werden die DJs dann müde? Lustlos? Oder glauben die, nach einer gewissen Zeit braucht man keine verschiedenen Beats mehr, weil die Tänzer so dicht sind, dass sie es eh' nicht mehr bemerken? Jedenfalls sind wir dann gegangen, und das war gut so. Auch gut war, dass ich heute morgen nicht allein in meinem Bett aufgewacht bin. Jaaa, ich habe es tatsächlich geschafft, noch jemanden abzuschleppen!

Sie heißt S., wir sind seit Jahren befreundet, und sie schnarcht etwas. Ist aber ansonsten sehr nett, und einer der wenigen Menschen, mit denen ich eine WG gründen würde. Leider ist sie noch vor dem Frühstück gegangen, wie unverschämt! Ich freue mich immer, wenn mal jemand bei mir übernachtet, weil ich sonst immer diejenige bin, die bei jemandem schläft und sich durchfüttern lässt. So habe ich mal die Chance, mich zu revanchieren. Und dann bleiben die nicht mal zum Frühstück! Pf!

Ach ja, C. gibt es ja auch noch. Der hat mir inzwischen sein Resümee unseres Treffens gemailt. Er ist relativ begeistert und will mich gern wiedersehen. Ich habe ihm zurückgeschrieben, dass ich mir nicht so sicher bin, was ihn betrifft, und dass er doch bitte das weitere Vorgehen bestimmen soll. Schließlich will ich ihn nicht verletzen, er soll von Anfang an wissen, woran er bei mir ist. Obwohl ich das ja selbst nicht so richtig weiß. Ich finde ihn schon irgendwie nett, andererseits kribbelt's eben nicht wirklich. Und mich stören auch 'ne Menge, sinnloser, Dinge an ihm. Aber jetzt, mit ein paar Tagen Abstand, finde ich ihn schon wieder viel netter... Ich bin mir eben nicht sicher, ob mein Interesse ihm persönlich gilt, oder ob ich mich einfach nur geschmeichelt fühle und Angst vor dem Alleinsein habe. Das gilt es herauszufinden! Mal sehen, wie er meine Mail findet. Vielleicht ist er ja total enttäuscht und bricht den Kontakt ab. Das wäre irgendwie blöd, andererseits wäre die Sache dann geklärt. Ich hasse solche Situationen! Ich will ja oder nein, scharz oder weiß, nicht so eine emotianale Grauzone, wo ich nicht weiß, woran ich bin! 

Oh, das muss ich unbedingt noch erzählen: mein letzter Internet-Flirt hat sich nochmal gemeldet. Wohlgemerkt, mein One-Night-Stand. Dem ich auch gesagt habe, dass er genau das ist. Er hat mir in etwa geschrieben, dass er bald Geburstag hätte, und sich eine weitere Nacht mit mir wünschen würde, falls ich das Bedürfnis haben sollte, ihm etwas schenken zu wollen. Hä????????? Was genau versteht der Herr nicht an "One-Night-Stand" oder  "einmalige Sache"??? Ist der einsam oder bin ich so toll im Bett? Wahrscheinlich ist er einsam, denn so toll bin ich nicht. Also, normal schon. Aber bei ihm war ich's nicht, denn wenn keine Gefühle im Spiel sind, nehme ich mehr als ich gebe. Aber was fällt dem ein? Schon irgendwie dreist. Natürlich ignoriere ich die Mail. Das verdient nicht mal eine Antwort!

 

09.10.2008 um 20:37 Uhr

Angeblich eine wahre Geschichte...

"Im Folgenden eine wirklich gestellte Frage im Abschlußtest Chemie der
UNI Maynooth (Grafschaft Kildare, Irland). Die Antwort eines Studenten
war  so  "tiefschürfend",  daß der Professor sie seinen Kollegen nicht
vorenthalten wollte und über das Internet verbreitete, weshalb wir uns
nun  ebenfalls  darüber  amüsieren  dürfen.  Bonusfrage: Ist die Hölle
exotherm  (gibt  Wärme  ab)  oder endotherm (absorbiert Wärme)...? Die
meisten  Studenten mutmaßten mit Hilfe von Boyles Gesetz, daß sich Gas
beim  Ausdehnen  abkühlt und die Temperatur bei Druck sinkt oder etwas
in  der  Art.  Ein Student allerdings schrieb folgendes: 
Zuerst müssen wir  herausfinden,  wie  sehr  sich  die Masse der Hölle über die Zeit verändert.  Dazu  benötigt  man  die Zahl der Seelen, die in die Hölle
wandern  und  die  Zahl jener Seelen, die die Hölle verlassen. Ich bin
der Meinung, daß man mit einiger Sicherheit annehmen darf, daß Seelen,
die  einmal  in der Hölle sind, selbige nicht mehr verlassen. Deswegen
verlässt  keine  Seele die Hölle. Bezüglich der Frage, wieviele Seelen
in  die  Hölle wandern, können uns die Ansichten der vielen Religionen
Aufschluß  geben, die in der heutigen Zeit existieren. Bei den meisten
dieser  Religionen  wird  festzustellen  sein,  daß  man  in die Hölle
wandert, wenn man ihnen nicht angehört. Da es mehr als nur eine dieser
Glaubensbekenntnisse  gibt  und weil man nicht mehr als einer Religion
angehören  kann, kann man davon ausgehen, daß alle Seelen in die Hölle
wandern.  Angesichts  der  bestehenden  Geburts- und Todesraten ist zu
erwarten,  daß  die  Zahl der Seelen in der Hölle exponentiell wachsen
wird.  Betrachten  wir  nun  die  Frage des sich ändernden Umfangs der
Hölle.   Da   laut   Boyles  Gesetz  sich  der  Rauminhalt  der  Hölle
proportional   zum  Wachsen  der  Seelenanzahl  ausdehnen  muß,  damit
Temperatur  und  Druck  in  der Hölle konstant bleiben, haben wir zwei
Möglichkeiten.  1.  Sollte  sich die Hölle langsamer ausdehnen als die
Menge  hinzukommender Seelen, wird die Temperatur und der Druck in der
Hölle  so  lange  steigen  bis  die  ganze Hölle auseinanderbricht. 2.
Sollte sich die Hölle schneller ausdehnen als die Menge hinzukommender
Seelen,  dann  werden  Temperatur  und  Druck  fallen,  bis  die Hölle
zufriert.  Welche  der  Möglichkeiten  ist  es  nun? Wenn wir Melanies
Prophezeihung   miteinbeziehen,   die  sie  mir  gegenüber  im  ersten
Studienjahr  geäußert  hat  - nämlich, daß "es in der Hölle ein kalter
Tag  sein  wird,  bevor ich mit dir schlafe" - sowie die Tatsache, daß
ich  gestern  mit  ihr  geschlafen habe, kommt nur Möglichkeit Zwei in
Frage.  Deshalb  bin  ich  überzeugt,  daß die Hölle endotherm ist und
bereits   zugefroren  sein  muß.  Aus  der  These,  wonach  die  Hölle
zugefroren  ist,  folgt,  daß  keine  weiteren Seelen dort aufgenommen
werden  können  und  sie  erloschen  ist ... womit nur noch der Himmel
übrigbleibt  und  die  Existenz  eines  göttlichen Wesens beweist- was
wiederum  erklärt, warum Melanie gestern Abend die ganze Zeit "Oh mein
Gott"geschrien hat. Dieser Student erhielt als einziger einen Einser."

09.10.2008 um 20:33 Uhr

Die Weisheit des Tages

Ich sollte mir wirklich wieder angewöhnen, regelmäßiger zu schreiben. In letzter Zeit habe ich mein Blog ganz schön vernachlässigt... mein armes Baby. Aber ich gelobe Besserung! Irgendwie macht es ja auch Spass.

Über Nacht habe ich meinen Tag mit C. also sacken lassen. Heute morgen beim E-Mails-abrufen dann die erste Überraschung: eine Mail von C. Hat er gleich noch geschrieben, als er nach Hause kam. Ich dachte schon, ohoh... Aber er hat mir nur einen Text geschickt, von dem er mir gestern erzählt hat. Kann ich ja dann hier auch noch reinstellen, ist ganz lustig. Unten drunter hatte er dann noch geschrieben, dass er mir morgen (also heute) sein "Resümee" unseres Treffens schicken würde. Da war ich aber gespannt! Und habe spontan entschieden, erstmal nix zu sagen. Ich wollte erstmal wissen, was er denkt, und dann reagieren. Feige, ja. Aber vielleicht denkt er ja genauso wie ich, dann muss ich nicht die Böse sein. Seitdem checke ich jedenfalls stündlich meine E-Mails, aber bis jetzt kam noch nix von ihm. Ich hoffe sehr, er liest nicht dieses Blog, weiß schon, was ich denke und meldet sich deshalb nicht mehr! Aber das wäre ganz schön unfair, wenn er hier mitlesen würde und mir das nicht sagt. Nein, so ist er nicht. 

Jedenfalls...wo war ich? Ach ja, ich habe stündlich meine Mails gecheckt, und ganz nebenbei (stolz-auf-die-Schulter-klopf!) immerhin zwei Kapitel meines aktuellen Fachbuches durchgearbeitet! Normaler Tagesschnitt ist ein Kapitel, traurig, aber wahr, deshalb kann ich zu Recht stolz sein. Den Nachmittag habe ich dann damit verbracht, ein anderes Blog zu entdecken. Ich habe stundenlang gelesen, und mich dabei ziemlich gut amüsiert. Leider ist dieses Blog schon etwas älter, so dass ich jetzt erstmal zwei Jahre aufholen muss... Was ein Aufwand! Aber ich denke es lohnt sich definitiv! Aktiver Seelenstriptease macht ja schon Spass, aber anderen dabei zuzusehen... Das könnte glatt ein neues Hobby von mir werden. Ich sollte mir wirklich einen Job suchen, bei dem ich den ganzen Tag vor'm Computer sitze und im Grunde nicht viel zu tun habe. Sowas soll's ja tatsächlich geben, habe ich gehört. Ich glaube, meine Cousine hat so einen Job, deshalb hat sie auch den ganzen Tag Zeit, Leute im Netz zu "belästigen". Nein, ich freu' mich ja über ihre kurzen Nachrichten. Ehrlich!

(Ich merke gerade, dass Schreiben und Essen gleichzeitig schwierig ist. Selbst für eine Frau. Da hakt's offensichtlich noch etwas mit dem Multitasking.)

Habe ich vorhin von einer "ersten Überraschung" gesprochen? Ja, tatsächlich. Denn es gab noch eine zweite heute! Vor einiger Zeit hatte ich doch mal von dem jungen Mann aus meinem Bekanntenkreis erzählt, auf den ich irgendwie schon länger ein Auge geworfen hatte. Zu seinem Geburtstag hatte ich ihm eine kurze Mail geschrieben: harmlos, lustig, eine sprachliche Meisterleistung, wie man das von mir gewohnt ist. Heute nun kam die Antwort. Etwas spät, aber sie kam. Und nicht nur ein kurzes "Danke", sondern eine richtige kleine Mail, lustig und persönlich. Ich war SEHR positiv überrascht! Er hat sich offensichtlich Mühe gegeben, damit! (Obwohl er ja auch ein Schöngeist ist und Texte quasi aus dem Ärmel schüttelt.) Er entschuldigt sich, dass es so lange gedauert hat, mit der Antwort (Diplomarbeit... der Streber! Will mich wohl noch einholen, was?),  fragt ganz explizit nach meinem Befinden (Also, jetzt nicht nur so 'ne Höflichkeitsfloskel!), geht auf meine Witze ein (Bezüglich Älterwerden. Die waren echt ausgefeilt, da habe ich lange dran gesessen...) und macht auch noch selbst welche! Die sind sogar witzig! Mehrere Fragen seinerseits lassen mich vermuten, dass er gern eine Antwort hätte. Bekommt er natürlich! Auch wieder ausgefeilt witzig! Aber ich bleibe ganz cool und lasse mir wenigstens zwei Tage Zeit damit. Auch wenn er es nur freundschaftlich meint, sollte frau sich nicht zu verfügbar präsentieren. DAS war jedenfalls mein Highlight des Tages.

Habe ich sonst noch irgendwas Sinnvolles gemacht heute? Abgewaschen, die Wäsche weggeräumt, mich über meinen Kontostand gefreut, mit meiner Chefin am Telefon rumgeblödelt (Ich sollte demnächst mal von meiner Arbeit erzählen, fällt mir da gerade ein.). Eben ist mir aufgefallen, dass meine Wohnungstür noch verriegelt ist. Ich war heute also noch nicht ein einziges Mal draußen! Natürlich wußte ich das auch so, aber auf diese Art und Weise wird es mir so richtig bewußt. Und dann kommt das schlechte Gewissen... Was bin ich nur für ein Stubenhocker. Dabei bin ich eigentlich gern draußen, nur eben nicht ohne Grund. Und wenn ich gerade nicht einkaufen, arbeiten oder sonstwas draußen erledigen muss, dann verlasse ich meine Wohnung auch nicht. Eine Freundin von mir geht regelmäßig spazieren... Aber mal ehrlich! Spazieren, ganz allein, ohne Ziel? Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr Hundebesitzerin und finde es einfach unsinnig, allein spazieren zu gehen. Ich brauche schon einen Grund dafür, und dann gehe ich auch gern. Aber so ohne Hund... Ne. Da komme ich mir total blöd vor. Leider ist der Hund bei meinen Eltern, und ich habe kein Rausgeh-Alibi. Was aber auch irgendwie besser ist, denn sonst müßte ich ja dreimal am Tag rausgehen. Und das in der Stadt! Da kann man nicht morgens mal schnell im Pyjama vor's Tor gehen und den Hund ins Feld rennen lassen. So macht man das auf dem Dorf, wo ich herkomme. Also, ich habe das immer so gemacht. Aber in der Stadt, da muss man sich schon richtig anziehen und richtig rausgehen. Und das ist dann schon wieder irgendwie nervig, so früh morgens. Merke: kein eigener Hund, solange du in einer Stadtwohnung lebst.

Ich glaube, das war ein guter Schlusssatz. Sowas wie "Die Weisheit des Tages". Bis morgen, wenn ich es schaffe. Dann vielleicht mit einer lustigen Geschichte aus dem Einzelhandel.

09.10.2008 um 00:22 Uhr

Nach dem Treffen...

Bevor ich jetzt ins Bett gehe, muss ich mir unbedingt den Tag von der Seele schreiben, sonst drehen sich meine Gedanken im Kreis und ich kann garantiert nicht schlafen...

Das war es also. Das erste Treffen. Der Tag, auf den ich seit Wochen hingefiebert habe. Und wie war es? Ich weiß es selbst nicht so genau. Es war eigentlich ok. Ich habe mich mit C. relativ wohl gefühlt, also nicht völlig unwohl, und wir hatten einen netten Tag. Wir haben geredet, sind durch den Zoo spaziert, alles sehr gemütlich und harmonisch. Er ist ein wirklich netter Kerl, genau so, wie er in den Mails und am Telefon gewirkt hat. Es war nicht komisch, ich hatte nicht das Gefühl, mit einem Fremden unterwegs zu sein. Soviel zu den positiven Aspekten des Tages. 

Der dickste Punkt auf der Minus-Seite: es gab keine Funken. Überhaupt keine. Nicht die geringste körperliche Anziehung. GAR NICHTS. Dabei sieht C. nicht schlecht aus. Groß, sportlich, hübsches Gesicht, trotzdem männlich. Eigentlich ein Mann zum Verlieben - aber bei mir ist gar nichts passiert. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich daran auch durch ein zweites, drittes, viertes Treffen nichts ändern würde. In dieser Hinsicht kann ich absolut auf mein Bauchgefühl vertrauen. Eine lockere Freundschaft ist das höchste, was bei uns entstehen kann. Natürlich: würde er gleich um die Ecke wohnen, könnte man sich trotzdem öfter mal ganz unverbindlich treffen, etwas Zeit miteinander verbringen, und sehen, ob sich nicht doch was entwickelt. Aber das ist nicht so einfach bei der Entfernung. Die Treffen sind immer mit relativ großem Aufwand verbunden, da muss man schon wissen, ob es sich überhaupt lohnt. Und einen klaren Standpunkt beziehen. Und der ist bei mir eindeutig: es lohnt sich nicht. So leid mir das tut, denn ich hätte es mir wirklich gewünscht. C. besitzt nämlich einige Punkte die mir wirklich gefallen könnten - wenn doch bloß nicht das Entscheidende fehlen würde, die Anziehung. Im Grunde ist er J. sehr ähnlich, nur dass er über ein paar nette "Extras" verfügt: er kann kochen und backen, er will sich festlegen, fest binden und eine Familie gründen, er ist ziemlich gesprächig und mitteilsam, er hat kein Problem mit Beziehungen, weil er keine gestörte Beziehung hinter sich hat. DAS wäre wirklich ein sehr angenehmes Extra!

Aber genau hier liegt das Problem: ich vergleiche ihn mit J.! Wenn ich ehrlich bin, habe ich das von Anfang an getan. Für mich war C. von Anfang an "ein bißchen wie J., nur dass er kochen kann". Aber so geht das doch nicht, oder? Und heute? Ich habe die ganze Zeit innerlich verglichen. Dabei sind mir zwei Dinge klar geworden: 1. Wie sehr ich J. vermisse. 2. Dass ich im Grunde meines Herzens nach einem zweiten J. suche. Oder den ersten wiederhaben will. Liebe ich J. denn immer noch so sehr? Oder ist es nur die Sehnsucht nach etwas Vertrautem verbunden mit der Angst vor etwas völlig Neuem? Werde ich denn immer vergleichen? Oder tu ich das nur, weil ich eigentlich noch gar nicht bereit bin, mich auf einen neuen Mann einzulassen? Ich wollte unbedingt bereit dazu sein, denn J. war es ja auch. Das hat mich tief verletzt. Mehr noch als das Schluss machen an sich. Dass er mich so schnell hinter sich gelassen hat, mich, uns, so schnell vergessen konnte... Ich wollte unbedingt auch etwas Neues! Aber vielleicht bin ich wirklich noch nicht bereit.

Vielleicht gibt es aber auch tatsächlich sowas wie die große Liebe, und J. war meine. Vielleicht hat sich J. in mein Herz eingebrannt, und ich werde niemals jemanden finden, der an ihn herankommt? Was war denn bloß so besonders an ihm? Er hatte so viele Fehler: er hat seine Probleme in sich reingefressen, obwohl sie mit mir zu tun hatten. Er hat mich so oft aus seinem Leben ausgeschlossen. Er hat mir am Ende oft das Gefühl gegeben, mich nicht mehr zu begehren. Wie oft habe ich seinetwegen geweint vor Verzweiflung, weil ich einfach nicht wußte, wie ich an ihn herankommen soll! Wie oft habe ich mir von ihm mehr Aufmerksamkeit gewünscht? Wie oft habe ich regelrecht darum gebettelt?! Wie oft hat er meine Erwartungen enttäuscht, die eh' schon nicht sehr hoch waren? Aber wie oft hat er mich auch unglaublich glücklich gemacht. Ohne viel dafür tun zu müssen! In seinen Armen war ich der glücklichste Mensch der Welt. Einfach nur zufrieden und glücklich. Nie vorher habe ich mich mit jemandem so wohl gefühlt, so sicher. Bei ihm war ich zu Hause. Und auch wenn ich am Anfang meine Zweifel hatte, und mich sehr zusammenreißen musste, um meinem Fluchtinstinkt nicht nachzugeben, war da auch von Anfang an dieses Gefühl von Zuhausesein und Geborgenheit. Es war schwach, aber es war da. Es hat mir geholfen, meine Scheu, meine Angst vor Nähe, zu überwinden, und immer wieder zu ihm zurückzukehren. Und genau dieses Gefühl will ich wieder bei jemandem haben! Bei C. war es nicht da. Wir haben den ganzen Tag zusammen verbracht, und ich habe gar nichts gefühlt. Da kommt auch nichts, das weiß ich! Und das macht mich so verdammt traurig und wütend! Ich frage mich nicht nur, ob ich jetzt für immer vergleichen werde, ich frage mich auch, ob bei diesem Vergleich jemals ein anderer gewinnen wird als J.? Naja, wenigstens weiß ich, dass ich den Richtigen vor mir habe, wenn ich nicht den Drang habe zu vergleichen bzw. derjenige über J. gewinnt. Wenn es sowas wie "den Richtigen" überhaupt gibt. Ich möchte gern daran glauben, aber langsam tu ich es nicht mehr. 

Jetzt muss ich das Ganze nur noch C. beibringen. Aber das mache ich morgen. Ich weiß nicht, wie er unser Treffen bewertet, er hat nur gesagt, dass er es schön fand und gern wiederholen würde. Ich will ihm nicht wehtun, aber ich will auch keine falschen Hoffnungen wecken. Er soll wissen, woran er bei mir ist.

Ach, mir ist heute nochwas aufgefallen: Lapared hat recht. Am Anfang sind es Details, die entscheidend sein können. Kleinigkeiten, die einen später am Anderen gar nicht mehr stören würden. Aber am Anfang eben auffallen. Bei C. waren es die Turnschuhe (Welcher erwachsene Mann trägt im Alltag Turnschuhe? Keine Sneakers, sondern richtige Turnschuhe! In royalblau!) und die Jacke. Die Jacke ist mir sofort aufgefallen. Es war wohl 'ne Motorradjacke, sollte vielleicht cool wirken. Aber dieses Muster... und überhaupt, irgendwie unpassend. Was er sich wohl dabei gedacht hat? Ich weiß, es ist unfair, jemanden wegen solcher Sachen abzuschreiben, und das tue ich auch nicht. Es sind eben nur so Kleinigkeiten, die das Bild vervollständigen. Das sprichwörtliche Zünglein an der Waage. Aber so ist das Leben.

06.10.2008 um 19:16 Uhr

Nachtrag

Juchu! Ich habe einen Kommentar bekommen! Danke, danke, danke. Es tut so gut, zu wissen, dass man nicht allein ist. Und es ist natürlich auch ein komisches Gefühl, zu wissen, dass andere das doch lesen, was man so schreibt. Da werde ich mir doch gleich mal mehr Mühe geben.

Nochmal zu der Unterwäsche-Problematik... Natürlich zählt das unten drunter, egal ob es jemand sieht oder eben nicht. Deshalb habe ich ja auch drei Stapel Unterwäsche in meinem Schrank: der kleinste Stapel ist was ganz Besonderes, sexy Teile für "zum Weggehen" oder für Dates. Denn wenn ich mich beim Blick in den Spiegel sexy finde, fühle ich mich auch so und strahle genau das aus. Natürlich sind diese Dessous dazu bestimmt, gesehen zu werden. Der mittlere Stapel ist normale Wäsche, bequem und vorzeigbar. Was für jeden Tag. Nicht unbedingt verführerisch, aber trotzdem schön. Wenn es jemand sieht, ist das ok. Der dritte Stapel, und der bei Weitem größte, ist Wäsche für "nur zu Hause". Diese Teile sollte auf keinen Fall jemand sehen, deshalb ziehe ich das auch NUR an, wenn ich zu Hause bin. Von den Teilen müßte man sich eigentlich trennen, aber dann hätte ich so wenig Unterwäsche... Beim ersten Date werde ich natürlich was vom mittleren Stapel wählen, denn ich will mich wohl fühlen und was Bequemes anhaben. Der erste Stapel ist für den ganzen Tag einfach nicht bequem genug. Soviel also dazu.

Was mir aber Sorgen macht... C. hat sich nicht gemeldet. Wir haben Samstag abend telefoniert. Gestern habe ich ihm eine Mail geschrieben - eine meiner Meinung nach recht lustige, aber vielleicht hat er sie falsch verstanden? Normalerweise antwortet er nachts, aber heute morgen blieb mein Briefkasten leer. Und jetzt, nach der Arbeit, immer noch nix. Ob bei ihm alles in Ordnung ist? Es gab da Probleme mit seiner Mutter... Na toll, jetzt mache ich mir gleich Gedanken und Sorgen, dabei hatte er vielleicht einfach noch keine Zeit heute. Ist es aufdringlich, per SMS mal nachzufragen? So ganz beiläufig? Online ist er nämlich auch nicht, was sehr verwunderlich ist. Ich denke, ich werde die SMS schreiben, immerhin signalisiert das mein Interesse an ihm. Und da er sich sonst immer sehr pünktlich meldet, und wir vor allem kurz vor dem ersten Treffen stehen... Man, wieso müssen Männer immer dann alles versauen, wenn es ganz wichtig ist? Die haben irgendwie einen siebten Sinn für das perfekte Timing! 

06.10.2008 um 10:45 Uhr

Das erste Treffen...

Es ist mal wieder an der Zeit...

Wir haben jetzt drei Mal telefoniert. Jedes Mal sehr lange. Es wurde nie komisch und es gab auch kein peinliches Schweigen. Es ist nach wie vor so, dass C. mich manchmal kaum zu Wort kommen lässt. Daraus habe ich gelernt und ihn bei unserem letzten Telefonat nicht zu Wort kommen lassen. Fand er aber wohl nicht so schlimm, zumindest hat er mir danach wieder eine SMS geschrieben, dass er es wie immer schön fand, mit mir zu reden. Ich freue mich immer wirklich auf die Anrufe und genieße sie sehr. Naja, jetzt könnte ich auch ehrlich sein und zugeben, dass ich im Moment nicht viel Gelegenheit zum Reden habe, weil mir ein bißchen die Ansprechpartner fehlen. Auf Arbeit, ja, ein bißchen. Und ab und zu ein Telefonat mit einer Freundin. Aber sonst? Die Anrufe von C. kommen mir also sehr gelegen, weil ich mich mal ausquatschen kann. Aber das ist es nicht, nicht nur. Ich freue mich, seine Stimme zu hören, und mehr von ihm zu erfahren. Obwohl ich auch immer noch hoffe, dass dieses Sanfte, dieses Gesäusel manchmal, nur Flirterei ist und sich mit der Zeit legt. Wenn man Mario Barth glauben darf, ist das normal und hört später auf. Na, mal sehen. Wenn ich mich recht erinnere, klang mein Ex bei den ersten Telefonaten und Gesprächen ähnlich. Das war dann aber ganz schnell weg, als er mich erstmal sicher hatte. Und das fand ich dann auch sehr viel angenehmer. Klar, wir Frauen wünschen uns oft zärtliche, romantische, einfühlsame, sensible Männer. Aber wir wollen auch keine Weicheier durch und durch. Ein Mann sollte auch hart sein. Durchsetzungsvermögen, etwas Dominanz, ein paar Macho-Allüren - das alles kann auch sehr anziehend sein. Denn genau diese Qualitäten versprechen uns Frauen guten Sex. Im Bett darf ER ruhig auch mal das Tier rauslassen! Nein, ganz ehrlich, auch wenn wir noch so sehr betonen, dass wir uns einen einfühlsamen Mann wünschen, im Bett wollen wir das ganze Gegenteil von sensibel. Klar, auch das wilde Tier sollte nicht nur an sich denken. Aber Sex ist nun mal was Animalisches. Da kommen Ur-Instinkte durch, und die sollte man(n) auch ausleben. Und jetzt sollte ich aufhören, über Sex zu schreiben. Momentan bin ich irgendwie ziemlich darauf fixiert - C. leidet auch schon unter meinen ständigen zweideutigen Bemerkungen. Er versucht aber, nicht zu sehr darauf einzugehen. Nur so viel, dass ich weiß, was er meint, es aber nicht so rüberkommt, als würde er nur das von mir wollen. Sehr galant. Und ich will auf gar keinen Fall von meinem Körper geleitet werden, wenn ich C. endlich persönlich treffe. Und wenn ich nicht aufhöre, nur an Sex zu denken, wird genau das passieren. Also Schluss damit! Wir haben uns nämlich endlich auf ein Treffen geeinigt! Und der Anstoß kam von ihm! (Obwohl ich insgeheim natürlich so sehr darauf gehofft hatte, nur eben auf keinen Fall den ersten Schritt machen wollte.) Übermorgen ist es wahrscheinlich soweit, wir haben uns noch nicht endgültig festgelegt. Ich bin jetzt schon aufgeregt, obwohl wir uns immer wieder sagen, dass wir die Sache ganz locker angehen wollen. Was ziehe ich nur an? Für morgen ist jedenfalls erstmal eine Beauty-Session geplant. Maske, Beine rasieren, Füße pflegen... Das Dumme ist ja, dass ich den Blödsinn von den inneren Werten komplett vergessen kann, in dieser Situation. Von meinen sogenannten inneren Werten habe ich C. ja schon überzeugen können. Jetzt kommt es also fast nur auf Äußerliches an. Obwohl er natürlich, ganz Gentleman, behauptet, ihn würde meine Mimik und Gestik interessieren - nachdem er ja meine Stimme schon kennt. Klar ; )  Ich denke aber, ein moderater Ausschnitt wird ihn auch nicht stören. Also wieder zurück zur Kleiderfrage... Jeans auf jeden Fall. Wir gehen in den Zoo, alles andere wäre overdressed. Außerdem fühle mich in dieser bestimmten Jeans wohl. Und sehe darin gut aus. Absatzschuhe, klar, denn er ist ziemlich groß. Außerdem sehe ich damit schlanker und meine Beine länger aus. Aber obenrum? Dekolleté, logisch. Aber welche Farbe steht mir am Besten? Ich weiß, für welches Top ich schon viele Komplimente bekommen habe, es wäre auch für das Wetter ideal, aber leider ist das rote davon in der Wäsche. Soll ich wirklich schwarz anziehen? Naja, mit einem farbigen Top drunter wäre es vielleicht nicht ganz so streng. Und eigentlich steht mir schwarz ganz gut. Und die Haare... offen oder zusammen? Man, ist das alles schwer. Das einzige Gute an der ganzen Sache: ich brauche mir überhaupt keine Gedanken über das "Darunter" zu machen. Wir treffen uns an einem neutralen Ort, fahren beide abends wieder nach Hause, er wird meine Unterwäsche also garantiert nicht zu sehen bekommen. Das ist irgendwie ein gutes Gefühl, da wird ein enormer Druck von mir genommen. Wenn wir uns nicht so gut verstehen, wie am Telefon, haben wir einen netten Tag und trennen uns dann wieder. Man, bin ich aufgeregt! Ich werde die Nacht vorher kaum schlafen. Und danach natürlich Bericht erstatten.

So, jetzt muss ich mich aber mal für die Arbeit fertigmachen.