Mission Prinz

31.12.2008 um 13:04 Uhr

Rätsel gelöst!

Ich habe das Rätsel gelöst! Heute morgen beim Anziehen ist es mir eingefallen! Ich weiß endlich, warum 2008 so ein beschissenes Jahr für mich war. Ich habe nämlich gegen meine eigene Regel verstoßen.

Vor einigen Jahren hat mir ein spanischer Freund erzählt, es bringe Glück, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen. Das glaubt man in sehr vielen Ländern. Also habe ich mich danach gerichtet und jedes Jahr an Silvester brav was Rotes drunter gezogen. Letztes Jahr allerdings... ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich hatte darauf verzichtet. Ich war einfach schon so glücklich, dass ich arrogant wurde. Was soll ich mit noch mehr Glück, dachte ich mir, das halte ich doch gar nicht aus! Außerdem habe ich ja letztes Jahr mit Freund gefeiert und die Auswahl an roter Unterwäsche in meinem Schrank ist sehr begrenzt. Da kämen nur eher unerotische Teile in Frage. Weil ich das neue Jahr aber gern mit...räusper... gewissen Aktivitäten begrüßen wollte, war sexy Unterwäsche Pflicht. Tja, diese Arroganz wurde bestraft. 2008 hat mir das Glück die kalte Schulter gezeigt. Folgerichtig habe ich heute meine gute alte rote Buxe angezogen. Sieht ja keiner. Und wenn doch, auch egal. Aber wer sollte denn? Garfield kommt doch erst morgen abend...

30.12.2008 um 15:21 Uhr

Gute Vorsätze

Na, klasse! Blogigo geht mal wieder nicht. Und wer hat immer noch nicht seine alten Einträge gesichert??? Obwohl sie es sich ganz fest vorgenommen hatte?

Ich hatte heute Nacht einen echten Alptraum, den muss ich unbedingt jemandem mitteilen. Dumm nur, dass ich das ganze hier erst später irgendwann posten kann. Hoffentlich!

Ich habe, mal wieder, von Dr. Jekyll geträumt. Ich war bei ihm in Berlin, weil ich da irgendwas zu erledigen hatte und eine Übernachtungsmöglichkeit brauchte. Also durfte ich bei ihm schlafen. Was ja schonmal völlig unrealistisch ist... Jedenfalls hatte sich Dr. Jekyll total verändert... fies verändert. Er war zu einer halben Tucke geworden! (Das soll jetzt keine Beleidigung sein, aber ich steh' nunmal auf männliche Männer!) Er trug mehrere zarte Kettchen. Der Dr. Jekyll, den ich kenne, würde niemals eine Kette tragen! Die hatte ihm seine neue Freundin geschenkt - und er machte sie tatsächlich um. Außerdem hatte er auf einmal was übrig für DUFTKERZEN!!! Auch der Einfluss seiner Neuen. Hinzu kam natürlich die entsprechende Kleidung: Hüfthosen (!!!), enge T-Shirts. Er hatte auch ziemlich abgenommen und wirkte auf einmal richtig schlacksig. Alles wegen seiner Neuen, die auf sowas stand. Ich war schockiert, entsetzt, völlig fertig. Ich habe auch mit ihm darüber diskutiert, dass er überhaupt nicht mehr er selbst ist, nicht mehr authentisch wirkt. Er hat natürlich alles abgestritten. Er war zu so einem Weichei geworden, das sich von seiner Freundin rumschubsen lässt. Horror! Seltsamerweise waren seine Freunde dann auch anwesend. Sie waren meiner Meinung, haben sich aber nicht so richtig getraut, was zu sagen. Ich wollte dann nochmal auf ihn einreden, aber alles, was aus meinem Mund kam, war: "Ich liebe dich." Dann bin ich ins andere Zimmer geflohen - unrealistisch hoch drei, weil Dr. Jekyll in einer Einzimmerwohnung lebt! - und habe mich umgezogen. Bevor noch irgendwas passiert ist, war der Traum zuende bzw. der Wecker hat geklingelt. Ich war so fertig, dass ich viermal die Schlummertaste drücken musste. Ich konnte einfach nicht aufstehen.

Inzwischen habe ich mich wieder gefangen, bin aber immer noch aufgewühlt. Gut, dass Garfield übermorgen kommt und wieder neben mir schläft. Und gut, dass ich dieses Blog habe, denn sonst hätte ich mich sofort hingesetzt und Dr. Jekyll per Mail von diesem seltsamen Traum berichtet. Noch vor ein paar Monaten hätte ich das getan. Ich habe aber gelernt, mich bei sowas zu beherrschen. Er ist dran mit schreiben, und da werde ich auch nicht durch komische Träume schwach! Obwohl er es vielleicht sogar lustig gefunden hätte...

(ein paar Stunden später)

Natürlich bin ich doch noch schwach geworden. Nach einiger Zeit kam mir mein Traum so lustig vor, dass ich Dr. Jekyll unbedingt davon berichten musste. Habe ich dann auch. Die Sache mit dem "Ich liebe dich" habe ich natürlich weggelassen, klar. Ganz blöd bin ich ja auch nicht... wenigstens nicht immer. Eben bei der Plasmaspende habe ich wieder eine der diversen Frauenzeitschriften gelesen und bin auf neue Erkenntnisse gestoßen. Ein Artikel befasste sich mit der Problematik der "Liebeskrankheit", wobei es darum ging, dass manche Menschen einfach nicht loslassen können und dann richtig krank werden vor Liebeskummer. Ganz schlimm: in Teilen habe ich mich wiedererkannt! Ich habe zwar nicht Dr. Jekylls Autoreifen zerstochen (Er hat ja gar kein Auto...), aber die Sache mit dem ständigen Kontakt... Und dass man versucht, irgendwie über seine Freunde mit ihm in Kontakt zu kommen... Dass man daran glaubt, eine zweite Chance zu bekommen, wenn man nur lang genug kämpft... Ja, doch, da waren ein paar erschreckende Sachen dabei. Zum Glück habe ich das alles überwunden - und das ganz ohne Therapie! Ganz geheilt bin ich zwar noch nicht, aber ich sehe deutliche Fortschritte. Immerhin freue ich mich wahnsinnig, Garfield am 1.1. endlich wiederzusehen. Was für ein toller Start ins neue Jahr...

À propos neues Jahr: ich erspare mir mal den obligatorischen Jahresrückblick, denn 2008 war einfach mal beschissen. Hat ganz fantastisch angefangen um dann ganz, ganz stark nachzulassen. Jetzt am Ende ist es wieder etwas besser geworden, was für 2009 hoffen lässt. Was ich aber auf jeden Fall hier verewigen sollte, sind meine Vorsätze für das neue Jahr:

1. Beruflich meinen Weg finden! Ganz, ganz wichtig. Das schließt die Beendigung des Studiums natürlich ein, deshalb ist das kein extra Punkt.

2. Meine finanzielle Situation durch 1. enorm verbessern! Ich will mir endlich wieder was leisten können. Und meine Schulden begleichen.

3. Keinem Mann nachrennen, kein würdeloses Kriechen, keine Spielchen. 2009 tanzen die Männer nach MEINER Pfeife!

4. Mich nicht abservieren lassen - von niemandem!

5. Meine Blogeinträge sichern!!!

Sind das gute Vorsätze oder sind das gute Vorsätze? Natürlich kommen noch so Kleinigkeiten hinzu: die verlorenen Trennungspfunde nicht wieder zunehmen, keine Klamotten-Fehlkäufe, meine Haut wieder in den Griff kriegen, eine bessere Freundin/Schwester/Tochter sein...

Mal sehen, wann ich das hier posten kann - hoffentlich noch im alten Jahr. Dann kann ich nämlich Euch allen noch einen verdammt guten Rutsch und ein richtig tolles neues Jahr wünschen. Danke für die Anteilnahme, die guten Ratschläge und das Mut machen. Danke für's Lesen an sich! Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass so ein Blog ein solches Eigenleben entwickelt und vor allem so wichtig werden kann. Denn das ist es. Es ist einfach ein schönes Gefühl, am Leben fremder Menschen teilzuhaben und zu wissen, dass diese fremden Menschen auch an meinem eigenen Leben irgendwie teilhaben. Ich bin wirklich froh, in diesem Zeitalter zu leben!

Habt morgen abend alle eine schöne Zeit und rutscht gut rein, wie man so schön sagt... Und an alle Berliner: Vielleicht sieht man sich ja unbewußt bei der großen Sause am Brandenburger Tor? Das werde ich mir dieses Jahr mal ansehen...

27.12.2008 um 19:08 Uhr

Umfrage

Ich habe gerade gesehen, dass doch schon ein paar Leser ihre Meinung abgegeben haben... Fazit: Dr. Jekyll scheint sehr unbeliebt. Ich darf mich weiter lang und breit über meine Gefühlslage auslassen. Und offensichtlich will man noch mehr von Garfield hören. Nun ja... Habt ihr euch das auch gut überlegt???

27.12.2008 um 19:02 Uhr

So Gedanken...

Es gibt da etwas, das mir echtes Kopfzerbrechen bereitet. Ich weiß, ich sollte Garfield eine Chance geben und die Dinge sich entwickeln lassen. Aber leider vergleiche ich nunmal und wäge auch das Für und Wider ab. Ich habe nicht die Geduld, einfach nur erstmal "zu gucken". Ich glaube, ich wiederhole mich, aber ich sag's gern nochmal: damals mit Dr. Jekyll, das war ein richtiger Knall. Keine Liebe auf den ersten Blick, aber vom ersten Moment an das Gefühl, dass wir perfekt zueinander passen. Wir haben nach einer Woche Pläne für eine gemeinsame Zukunft gemacht! Wohlgemerkt, ER hat damit angefangen. Seit ich Garfield jetzt persönlich kennengelernt habe, frage ich mich, welche Chance überhaupt eine Sache hat, bei der dieses Gefühl am Anfang fehlt. Möglicherweise ist es ja unnormal, so ein Gefühl gleich zu haben, möglicherweise entwickelt sich sowas im Normalfall erst nach einer Weile. Aber bei meiner einzigen wirklich wichtigen Beziehung war es nunmal gleich da.

Ich würde gern jemanden um Rat fragen, der dieses Gefühl schon hatte, aber alle, die ich kenne und sowas fragen kann, hatten maximal einen wirklich wichtigen Partner in ihrem bisherigen Leben. Am allerliebsten würde ich natürlich Dr. Jekyll selbst fragen, wie er das damals empfunden hat und wie es im Vergleich dazu mit seiner jetzigen Freundin war/ist. DAS wäre wirklich hilfreich. Ich weiß ja, dass er sich bei seiner aktuellen Freundin am Anfang alles andere als sicher war - wir hatten darüber geredet. Er hatte so seine Zweifel... Trotzdem ist er die Beziehung schließlich eingegangen, auch, weil ich ihn dazu gedrängt habe. Mich hatte halt gewundert, dass er so zögerlich ist, weil er bei mir damals kein bißchen gezögert hatte. Ich nehme an, dass er damals in der gleichen Situation war wie ich jetzt mit Garfield. Ich würde ihn das so gern fragen! Aber wie? Per Mail kann ich sowas nicht besprechen, jedenfalls nicht mit ihm. Er ist schriftlich einfach ganz mies, und wird aggressiv und anklagend sobald es ernster wird. Er kann sich nicht wirklich gut schriftlich ausdrücken und seine Mails werden dann immer fies. Außerdem will ich eine spontane Antwort. Telefonieren wäre eine Variante, oder ein Treffen. Darauf geht er nicht ein, da bin ich mir ziemlich sicher. Warum eigentlich? Sagt mir, Männer, warum hat ein Mann ein Problem damit, sich mit seiner Ex zu treffen? Ich möchte ihm doch einfach nur eine simple Fragen stellen, mehr nicht. Es wäre nicht peinlich oder schlimm für ihn, ich würde ihn nicht bedrängen oder sonstwas. Auch wenn ich noch was für ihn empfinde, respektiere ich es, dass er eine Freundin hat. Ich weiß ja, dass er nichts (mehr) für mich empfindet. Ich brauche einfach nur seinen Rat um die richtige Entscheidung bei Garfield zu treffen. Aber wie spricht man - oder besser, frau - sowas an? Zunächst einmal muss er mir natürlich wieder antworten, klar. Ich nehme mal an, dass das frühestens im neuen Jahr wird. Ich habe also noch etwas Zeit, mir eine Taktik zu überlegen. Ich kann ihm nicht schreiben, weil er dran ist. Schreibe ich ihm jetzt, wirkt das nervig und bedrängend. Also muss ich abwarten. Und dann? Fällt man gleich mit der Tür ins Haus? Oder kommt man hintenrum besser ans Ziel? Wie funktioniert so ein Mann wenn es um seine Ex geht? Klar, zunächst mal hängt alles davon ab, wie er mir so schreibt. Obwohl man sich auf seinen Tonfall in Mails nicht wirklich verlassen kann, schließlich besteht oben beschriebenes Problem. Man kann prima mit ihm über solche Dinge reden, aber schreiben... Lieber nicht!

Ach, ich weiß auch nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich mit Dr. Jekyll darüber reden muss, um mit Garfield voranzukommen. Aber ich weiß einfach nicht, wie. Früher konnten wir so gut reden, und jetzt traue ich mich nicht mal, ihn um ein Telefonat zu bitten. Warum machen Beziehungen immer alles kaputt? Ich sehe schon, wie sich alle, Männer und Frauen, mit der Hand an die Stirn schlagen und mich für völlig verblödet erklären, weil ich überhaupt auf solche Ideen komme. Aber so ist das nunmal. Ich habe zuviel Zeit um mir Gedanken zu machen und sowas kommt dabei heraus.

Vielleicht noch was positives: Ich habe abwechselnd Sehnsucht nach Garfield und nach Dr. Jekyll. Ich sehne den Tag herbei, an dem die nach Garfield überwiegt...

26.12.2008 um 12:13 Uhr

Introducing...

Ho Ho Ho... Noch mal ein kurzer Verweis auf Weihnachten. Man ist immer noch faul, isst zuviel und hängt nur rum bzw. steht am Herd um ein köstliches Mahl für die Familie zu zaubern. Heute gibt es Cannelloni, das dauert aber etwas, ich kann also zwischendurch immer mal wieder schreiben.

S. hat sich wieder gemeldet. Er ist mit meinen Spielregeln einverstanden (Treue, aber keine Versprechungen) und möchte mich ganz schnell wiedersehen. Er schlägt ein längeres Treffen vor, d.h. er besucht mich mal für 'ne Woche oder so. Er hat ja jetzt erstmal Urlaub. Ihm schwebt vor, dass jeder seiner Arbeit nachgeht und wir die Freizeit zusammen verbringen. Er will auch im Haushalt helfen. Wenn ich die Nase voll habe, fährt er sofort. Es wäre also ein Treffen mit open end. Ein bißchen skeptisch bin ich, andererseits wäre es schon toll, mal für länger jemanden dazuhaben. Und wenn ich abends von der Arbeit komme, wäre es toll, wenn die Wohnung nicht leer wäre. Ich werde also zusagen, immerhin kann ich ihn problemlos wieder nach Hause schicken, wenn mir danach ist. Im Grunde ist es ja auch nicht anders, als damals bei mir und J. - nur andersherum. Ich habe ja auch tagsüber in seiner Wohnung rumgehangen, während er arbeiten war. Ganz normaler Alltag eben, nur dass ich zu Besuch war. Jetzt werde ich also mal höchstpersönlich erfahren, wie das damals für J. war, ständig jemanden in seiner Wohnung zu haben. Ein bißchen Angst habe ich schon, aber wer nicht wagt...

Da S. nun eine größere Rolle in meinem Leben spielen wird - er ist ja jetzt offiziell mein Geliebter (!!!) - sollte er hier drin einen richtigen Namen bekommen. Diese Buchstabenkürzel verwirren irgendwie. Ich habe mir also gestern abend im Bett den Kopf zerbrochen, wie ich ihn denn nennen könnte. Wären wir richtig zusammen, wäre er "der Hase" - so nennt die Freundin meines Cousins immer die Partner anderer Leute, was ich irgendwie süß finde. Bei ihr klingt es jedenfalls süß. J. habe ich dann auch manchmal scherzhaft so genannt. Aber S. ist ja nicht mein Freund.

Im Französischunterricht habe ich mal gelernt, dass Franzosen ihre Liebsten gern mit Gemüsenamen bezeichnen - das wäre auch eine Variante. Allerdings ist mir nie ein französisches Pärchen begegnet, das sich mit "Oh, mon broccoli!" bzw. "Ah, ma p'tite carotte!" anschmachtet. Obwohl sich wohl kaum ein Mann beschweren würde, wenn seine Freundin ihm den Kosenamen "Gurke" verpassen würde ;-) Aber Gemüse passt nicht zu S.

Beim Cannelloni füllen ist mir doch glatt ein Name für S. eingefallen: Garfield. Nicht, weil er orange und dick ist, sondern weil er Lasagne liebt. Irgendwie passt es auch zu ihm. Für alle meine treuen Stammleser also hier der Hinweis: Garfield ist S. Und wo ich gerade beim lustigen Umbenennen bin, lasse ich mir auch einen anderen Namen für J. einfallen, denn auch hier finde ich den Buchstaben langweilig und verwirrend. Im Gegensatz zu S., fallen mir zu J. gleich tausend passende Namen ein, da fällt die Entscheidung schwer. Ich glaube, ich nehme "Dr. Jekyll". Dazu gibt's eine kleine Story: Als wir einige Zeit zusammen waren, musste J. einen Vortrag über seine Doktorarbeit halten, wofür er Fotos brauchte. Da er schlecht gleichzeitig operieren und fotografieren konnte, bat er mich, die Fotos zu machen. An einem kalten, regnerischen Oktoberabend machte ich mich also auf den Weg in die Kellergewölbe der Charité, um meinem Freund beim Aufschneiden einer Maus zuzusehen. Es war faszinierend und überhaupt nicht eklig! Ich glaube, in mir schlummert auch ein Mediziner. Wenn ich bloß nicht so schlecht in Naturwissenschaften wäre... Als ich einige Zeit später meiner Freundin davon erzählte, meinte sie nur, ich wäre mit Dr. Jekyll zusammen. Und nach dem, was ich eben über besagten Doktor bei Wikipedia gelesen habe, passt der Name wirklich zu J. Nicht nur wegen des Anfangsbuchstabens und des Titels (in spe), sondern auch wegen der "zwei Gesichter". Die hat J. auch, wie sich ja im Nachhinein herausstellte. Also aufgepasst: wenn von nun an von einem "Dr. Jekyll" die Rede ist, dann meine ich meinen geliebt-gehassten Ex J.

Dann werde ich die neuen Namen auch gleich mal ausprobieren:

Garfield wollte natürlich, wie es so seine Art ist, dass ich meine Gefühle genaustens analysiere. Insbesondere natürlich in Bezug auf Dr. Jekyll, schließlich will er die Konkurrenz abschätzen. Mal davon abgesehen, dass von der Seite keine Gefahr für ihn drohen dürfte, hat er natürlich irgendwo recht. Ich habe also versucht, so vorsichtig wie möglich zu umschreiben, wie es um Dr. Jekyll in meinem Leben steht. Natürlich habe ich den wiederaufgenommenen Kontakt nicht erwähnt und werde es auch nicht! Es gibt Dinge, die muss Garfield nicht wissen. Es würde ihm nur Sorgen machen. Ich habe Garfield erklärt, dass ich durchaus noch etwas für Dr. Jekyll empfinde, aber sehr hoffe, dass er neben ihm, Garfield, mit der Zeit verblasst. Schließlich ist er, Garfield, da und Dr. Jekyll nicht. Angeblich soll das ja auch so funktionieren... Natürlich weiß ich für mich sehr gut, dass ich, würde Dr. Jekyll sich auf mich zubewegen, nicht eine Minute zögern würde. Ich würde Garfield in die Wüste schicken und in Dr. Jekylls Arme fallen, egal was war. Es tut mir ja sehr leid und ich schäme mich dafür, aber so ist es im Moment leider immer noch. Ich werde mich aber hüten, Garfield das so genau zu sagen. Ich hoffe einfach, dass es mit der Zeit nachlässt. Kritische Zeitgenossen könnten jetzt natürlich sagen, dass es unter diesen Umständen ganz schön dumm von mir war, den Kontakt zu Dr. Jekyll wieder aufzunehmen. Stimmt, sage ich da nur, es war vielleicht dumm. Aber es war auch ein Test. Ich wollte einfach wissen, wie nah er mir noch geht. Ok, ich wollte auch hintenrum erfahren, ob er noch mit seiner Neuen zusammen ist. Denn wenn ich ehrlich bin, fühle ich immer noch diesen Stich im Herzen, wenn ich daran denke, dass er jetzt mit ihr händchenhaltend unterm Weihnachtsbaum sitzt. Seine Eltern sie anlächeln und Sekt mit ihr trinken. Und ja, irgendwo hoffe ich, dass das nicht mehr lange hält. So böse bin ich! Aber was soll ich tun? Ich kann meine Gefühle für ihn nicht abstellen, es geht einfach nicht. Er war der bisher einzige Mann in meinem Leben, bei dem es so richtig geknallt hat. Bei dem ich an Häuser und Kinder gedacht habe - nach zwei Wochen! Mit dem ich mir ein ganzes Leben vorstellen konnte! Und wenn man diesen Knall einmal erlebt hat, möchte man ihn immer wieder. Deshalb bin ich auch so skeptisch, was Garfield angeht. Bei ihm denke ich an nichts von alledem. Ich denke daran, ihn zu küssen, mich beim Fernsehen an ihn zu kuscheln und nachts mit ihm... Wer aufgepasst hat, wird merken, dass ich ihn bei all diesen Dingen nicht wirklich sehe. Beim Küssen mache ich die Augen zu, beim Kuscheln sitzt er hinter mir, und nachts ist es dunkel. Ja, es passiert mir manchmal, dass ich mir einen kurzen Moment lang vorstelle, er wäre Dr. Jekyll. Ja, ich bin eine ganz fiese, hinterhältige Schlampe. Aber was soll ich dagegen tun? Ich wette, es gibt genug Männer, denen es ganz genauso geht!

Ich mag die neuen Namen, ist irgendwie lustig. Und weil ich gerade etwas Zeit habe - die Cannelloni backen im Ofen vor sich ihn - versuche ich auch mal, so eine lustige Umfrage zu erstellen. Mir schwebt da schon was vor...

Mir ist aufgefallen, dass man beim Lesen anderer Blogs ganz oft vergisst, dass es sich um reale Menschen und reale Ereignisse handelt. Ich ertappe mich häufig dabei, diese Sachen wie einen Roman zu lesen und diesbezüglich natürlich auch so zu urteilen. Man leidet also mit der Heldin/dem Helden und glaubt an ein Happy End. Das geht mir übrigens auch mit meinem eigenen Blog so. Deshalb wird meine Umfrage in diese Richtung zielen. Wann hat man schonmal die Möglichkeit, seinen Lesestoff aktiv mitzugestalten?

25.12.2008 um 00:23 Uhr

Geschenke!

Wisst ihr, was mir der Weihnachtsmann geiles gebracht hat?....................... Trommelwirbel.............. ein Netbook! So ein ganz süßes Mini-Notebook. Passt in die (neue!!!) Handtasche und kann mich daher ab sofort überallhin begleiten. Das heißt natürlich auch, dass ich in Zukunft viel direkter und spontaner schreiben kann! Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten im Blogger-Alltag!

Ich hätte mir natürlich nie so'n Teil gewünscht, schließlich tut's mein alter Schlepp-top auch noch - wenn auch seeeehr langsam. Aber weil mein Bruder sich das gewünscht hat - bzw. einen finanziellen Zuschuss dafür - haben meine Eltern mir kurzerhand auch sowas geschenkt. Sozusagen zu Weihnachten und zum Studienabschluss - der ja noch bevorsteht. Ich habe die tollsten Eltern der Welt!!!

Sehr schön war dann auch das Familienbild am Heiligabend: die Rosa Maus sitzt da und spielt mit ihrem neuen Computer, Bruder Maus ebenfalls, Papa Maus versucht, mit seinem neuen Handy klar zu kommen, Mama Maus ebenfalls. Früher haben wir die neuen Lego-Sachen aufgebaut... hat sich also nicht allzuviel geändert Fröhlich

Als Überraschung kam auch noch ein Paket von Schwester Maus aus Südamerika. Ich besitze jetzt original chilenische (Lama?)-Socken und einen hübschen Schal. Passend dazu gab's vom Weihnachtsmann auch noch den neuesten Schmöker von meiner absoluten Lieblingsautorin Isabel Allende. Schade, dass ich mir den nicht sofort vornehmen kann, schließlich muss erstmal die Abschlussarbeit fertig geschrieben werden. Immerhin habe ich das Geschenk dafür schon. Ich liebe Weihnachten und Geschenke!

24.12.2008 um 15:44 Uhr

Männer...

Männer... Nachdem ich S. gestern abend mitgeteilt hatte, wie es um meine Gefühle steht, hat er sich gleich nochmal um 180° gedreht. Noch nachts hat er lang und breit geantwortet, ich bekam eine SMS und heute mittag nochmal 'ne Mail, weil ich noch nicht geantwortet hatte. Dabei hatte ich ihn gar nicht absichtlich zappeln lassen, sondern kam einfach nicht an meinen Computer. Natürlich musste ich heute morgen noch mit meinem Vater losziehen und ein Geschenk für meine Mutter besorgen... Männer! Aber wir haben ein sehr schickes Handy für sie gefunden, er ist also zufrieden mit seinem Geschenk. Dann war Baum schmücken angesagt, was auch wieder ewig gedauert hat... Zeit für Mails hatte ich erst jetzt. Und was er mir alles geschrieben hat! Dass seine negative Einschätzung eigentlich 'ne Trotzreaktion war, weil ich abends so negativ geurteilt habe. Dass er eigentlich noch gar nicht wirklich zu einer Entscheidung gekommen war, aber dann dachte, es wäre besser, wir tendieren beide in die gleiche Richtung. Damit ich kein schlechtes Gewissen habe. Naja, so ungefähr hatte ich mir das auch schon gedacht. Jedenfalls hatte er jetzt richtig Panik, dass ich sauer sein könnte. Schließlich war er nicht so ganz ehrlich... Vermissen tut er mich auch ganz schrecklich und überhaupt würde er es auch gern langsam angehen lassen. Das werden wir dann jetzt wohl auch tun. Wir sehen uns also definitiv wieder, hoffentlich sehr bald, und gucken dann. Ich verbringe ganz gern Zeit mit ihm, auch wenn ich ihn mir weder im Kreise meiner Familie noch meiner Freunde vorstellen kann. Ich denke bei ihm nicht an Zukunft und Kinder, was bei J. durchaus so war. Trotzdem haben wir Spass miteinander und ich fühle mich körperlich von ihm angezogen. Es ist doch auch schön, einfach nur begehrt und gemocht zu werden. Muss es denn immer gleich die große Liebe sein? Man kann doch einfach mal ein bißchen Spass miteinander haben, ohne diese ganzen Zukunftspläne. So machen wir das jetzt. Er weiß, dass ich in ihm (bisher) nicht den Mann für's Leben sehe und meinen Ex noch im Hinterkopf habe, aber irgendwie muss man ja langsam wieder anfangen. Wenn er damit klarkommt, werden wir uns wiedersehen. Im Grunde geht's ihm ja auch genauso. Wir werden also sehen und uns keinen Druck machen. Schön.

Dann gibt es noch was von J. zu berichten. Ich hatte mir ja vorgenommen, ihm zu Weihnachten eine Mail zu schicken. Sozusagen als Friedensangebot. Und, ich gebe es zu, aus Neugier. Montag war es dann soweit - ich habe die Mail, die ich in den letzten Wochen immer wieder überarbeitet hatte, endlich abgeschickt. Am Ende war sie ziemlich kurz und sehr freundschaftlich. Ernst gemeint freundschaftlich. Und was soll ich sagen? Offensichtlich hat sich da wirklich jemand gefreut! J. hat quasi sofort geantwortet, was bei ihm wirklich nicht normal ist. Normalerweise lässt er sich mit sowas Zeit. Er hat auch sehr nett geschrieben, freundschaftlich. Offensichtlich war er etwas aufgeregt, denn die Fehler waren haarsträubend... Das war schon immer so: wenn er aufgeregt ist, macht er viele dumme Rechtschreibfehler. Er meinte, er sehe uns gar nicht als "Feinde". Er hat auch Fragen gestellt, also quasi um eine Antwort gebeten. Alles sehr nett und entspannt. Natürlich hat er ganz beiläufig seine Freundin erwähnt. Ich hatte gefragt, wie es seiner Familie und Freunden geht, worauf er geantwortet hat: "Bei meiner Familie, meiner Freundin und meinen Freunden ist auch alles in bester Ordnung." Ok, so genau wollte ich es nicht wissen, hatte ja auch mit keinem Wort seine Freundin erwähnt. Warum muss er unbedingt durchblicken lassen, dass alles super läuft? Egal, es hat mich nicht wirklich getroffen, schließlich hatte ich nichts anderes erwartet. Ich habe mich nicht hinreißen lassen und nur kurz geantwortet, dass ich das Thema eigentlich umgehen wollte, es aber schön finde, dass die Fernbeziehung offensichtlich funktioniert. Natürlich habe ich meine "Männergeschichten" oder S. nicht erwähnt. Erstens klingt das armselig und nach Angeberei à la "Ätsch, was du kannst, kann ich schon lange!", und zweitens war J. so schockiert/sauer/enttäuscht/was auch immer als ich das letzte Mal ihm gegenüber einen anderen Mann erwähnt habe (Das war die Sache mit dem echt seltsamen One-Night-Stand R.), dass er den Kontakt abgebrochen hat. Ich werde mich mit solchen Informationen also zurückhalten, es sei denn, er fragt direkt danach. Natürlich musste ich seine Mail gleich beantworten, denn er hat so viel geschrieben, was ich einfach kommentieren musste. Ich kann dann nicht anders. Mal sehen, wann er wieder antwortet, sicher erst nach Weihnachten. Es wäre schon schön, wenn wir jetzt locker in Kontakt bleiben könnten. Mal sehen, was das wird. Übrigens ist mir dabei was aufgefallen: Als ich J.s Mail gelesen habe, habe ich versucht, ihn mir vorzustellen, aber sein Gesicht ist für mich irgendwie nicht mehr greifbar. Ich sehe es immer nur ganz flüchtig. Ich besitze nicht ein einziges Foto von ihm oder uns, deshalb verblasst die Erinnerung offensichtlich langsam. Ist das jetzt gut oder schlecht?

Nochmals allen ein schönes Weihnachtsfest und viele Geschenke. Ich muss mich jetzt mal um mein Backwerk kümmern, der Stollen braucht nämlich noch Butter und Puderzucker. Und der Hund will auch raus. Feinmachen muss ich mich auch noch. Und Geschenke einpacken...

23.12.2008 um 23:22 Uhr

Ich doofe Kuh!

So, S. ist wieder weg. Wie es jetzt weitergeht? Keine Ahnung. So super sieht es nicht aus. Aber von vorn:

Wir hatten ein richtig nettes Wochenende. Gemütliche Abende auf der Couch, tolle Nächte, Ausschlafen, Essen gehen... An sich haben wir uns gut verstanden. Aber wirklich viel zu sagen hatten wir uns irgendwie nicht mehr. War ja klar, nach den vielen Telefonaten... Ab Sonntag kam dann bei mir auch der Lagerkoller, weil ich es einfach nicht gewohnt bin, jemanden in meiner Wohnung zu haben. Zu Anfang war S. auch so faul, hat sich von vorn bis hinten bedienen lassen. Das hat er dann aber abgestellt, zum Glück. Irritierend war, dass S. tagsüber und nachts total unterschiedlich war. Nachts zärtlich und anhänglich, tagsüber dagegen hat er mich nicht mal berührt. Die ganze Situation war ohnehin schon schwierig, und dann kamen bei mir auch noch die Gedanken an J. wieder hoch...

So'n Mist! In der Neon habe ich heute bei den Kontaktanzeigen was Interessantes gelesen. Da stellen die Leute sich doch immer mit ihren ganzen Macken vor und ein Mädel meinte, sie würde im Grunde nach einem Klon ihres Ex-Freundes suchen. Der hätte sie zwar verlassen und ihr viel Herzschmerz gebracht, sei aber trotzdem immer noch das Maß aller Dinge. Den Satz unterschreibe ich sofort! Es gibt also noch andere, die so bescheuert sind, wie ich. Aber zurück zu S.

Gestern abend habe ich die große Dummheit begangen, S. alles zu gestehen. Meine Unsicherheit, die Vergleiche mit J., dass ich ihn wahrscheinlich immer noch liebe, dass ich nicht glaube, mich jemals in ihn, S., verlieben zu können... Ja, ich weiß, bescheuert. Ich hätte ihn fahren lassen und mir erst mit etwas Abstand in Ruhe  ein Urteil bilden sollen. Aber wir waren gestern abend essen, es gab Alkohol... Alk macht mich sentimental und redselig. Ich war natürlich viel zu offen. Übertrieben offen! S. hat es mit Fassung getragen, meinte aber gleich, dass er auch nicht so optimistisch wäre. Er hätte mich zwar gern, aber ob es für eine Beziehung reichen würde... Dann hat er mich komischerweise die ganze Nacht festgehalten - ich liebe ja Löffeln! Und am Morgen dann sein Geständnis: Er hat sich in der Nacht Gedanken gemacht und glaubt auch nicht, dass er mehr empfinden könnte. Aber ein bißchen Spass wäre für ihn eventuell schon drin. Nicht den Kopf schütteln, Mädels, das Angebot hatte ich ihm nachts im Suff gemacht! Denn mal ehrlich, kann man sich nicht einfach wieder treffen und Zeit miteinander verbringen ohne gleich über Beziehung und sowas zu reden? Man muss sich doch etwas Zeit geben! Natürlich könnte seine Aussage nur die (verdiente) Reaktion auf mein alkoholseliges Geständnis gewesen sein. Ich denke, das hat ihn schon getroffen, auch wenn er's nicht zugeben wollte. Der Abschied war dann irgendwie komisch, weil wir nicht so recht wußten, wie wir jetzt verbleiben. Aber der Abschiedskuss... Der hat sich wirklich gut angefühlt! Ich habe S. dann auch den ganzen Nachmittag und Abend vermisst. Und sehnsüchtig auf ein Zeichen von ihm gewartet, dass er gut angekommen ist. Sogar eine SMS habe ich ihm geschickt! Ihm geschrieben, dass er mir irgendwie fehlt! Und dann kam wieder so eine E-Mail, von wegen er hätte sich im Auto nochmal Gedanken gemacht und denkt, dass da nicht mehr draus werden kann. Es sei zwar noch zu früh für ein abschließendes Urteil, aber das sei so im Moment sein Gefühl. Ich doofe Kuh, warum konnte ich gestern abend nicht meine Klappe halten? Er versteckt es, aber er ist verletzt, das weiß ich! Von wegen, Männer sind einfach gestrickt! Ich habe natürlich entsprechend reumütig geantwortet, und ihm gestanden, dass er mir fehlt und ich ihn vielleicht doch gern wiedersehen würde, und dann eben weitergucken... Mal sehen, wie er reagiert. Sch..., er wird mir diese Nacht wirklich fehlen! Vielleicht ist es nur körperlich, aber das wäre immerhin ein Anfang bzw. besser als nichts! Selbst aus der Erfahrung heraus können Frauen eben Gefühle und Sex nicht trennen...

Ich wünsche allen ein ganz tolles Weihnachtsfest mit den Lieben! Bei mir wird's bestimmt super... Bin seit vier Stunden bei meinen Eltern und jetzt schon total genervt. Die Beiden zicken sich mal wieder endlos an... Ich liebe Weihnachten, aber gerade ist mir so gar nicht danach...

21.12.2008 um 13:12 Uhr

Lagebericht

Nur eine ganz kurze Zwischenbilanz - S. ist ja noch da.

Zunächst mal: es läuft ganz gut. Nicht so furchtbar wie gefürchtet, aber auch nicht so toll wie gehofft. S. ist ganz lieb und nett, aber nix für was Dauerhaftes. Da bin ich mir schon relativ sicher. Der erste Abend und die erste Nacht waren ziemlich gut, gestern stellte sich bei mir etwas Ernüchterung ein, obwohl ich das Kuscheln sehr genossen habe - das gebe ich zu. Es ist schon schön, jemanden zum Anlehnen zu haben. Aber wenn es nicht der Richtige ist, hat man immer so einen fahlen Beigeschmack. Heute morgen hat sich bei mir dann so ein ganz indifferentes Gefühl eingestellt. Ich hätte heulen können, weil ich J. mal wieder wahnsinnig vermisst habe. Zum ersten Mal seit langem. Zum Kotzen! S. ist so nett, aber irgendwie... inzwischen nervt er mich ganz doll. Vielleicht ist auch nur so 'ne Art Lagerkoller, schließlich bin ich es nicht mehr gewohnt, jemanden ständig um mich zu haben. Ich warte erstmal ab. Habe mir auf jeden Fall vorgenommen, erstmal nix zu sagen und ihn ohne abschließendes Urteil am Dienstag fahren zu lassen. Was weiter wird, bzw. ob überhaupt noch was kommt, entscheide ich dann erst, wenn er weg ist. Wenn ich etwas Ruhe habe. Im Moment sehe ich aber schwarz... Ich glaube langsam, ich gehöre zu den Frauen, die nur einen Mann lieben können in ihrem Leben. Das ist doch gemein! Aber solange S. noch hier ist, werde ich die Zeit genießen. Wer weiß, wie lange ich von den paar Tagen Zweisamkeit dann wieder zehren muß ;-)

19.12.2008 um 10:13 Uhr

Noch so'n Traum...

Nur ganz kurz, weil ich eigentlich heute keine Zeit für sowas habe, aber DIESER TRAUM muss festgehalten werden. Nein, so ein Blödsinn...

Meine Freundin Schussel hat ihren Geburtstag gefeiert. In der alten Wohnung meiner Eltern, in der ich als Kind gewohnt habe. Die Wohnung sah grob noch so aus, wie ich sie in Erinnerung habe, allerdings hatte sie sich auch etwas verändert. Sie war viel offener - eigentlich ein einziger großer Raum. Es gab einen riesigen Esstisch, eine Bar, Clubsessel... Im Grunde sah es ein bißchen aus, wie in einer Hotellobby. Oh, einen riesigen Whirlpool gab es auch, war also 'ne Poolparty. Toll. Das Beste kommt aber noch... Da, wo früher mein Zimmer war, befand sich jetzt ein großes Badezimmer mit einer Art Brunnen. Einem kleinen Pool eben. In diesem Pool war ein... festhalten... Weißwal. Ein Beluga. ??????? Für die Tierschützer unter Euch: der Pool ging unter dem Haus weiter, der Wal schwamm also in einer Art riesigem Wassertank umher. An Details kann ich mich nicht erinnern, nur dass ich, glaub' ich, die einzige war, die von dem Wal wußte. Wir haben also fröhlich gefeiert, getrunken, gegessen und hatten alle viel Spass. Woran ich mich genau erinnere: Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass noch was Schlimmes passiert - wegen des Wals. Zum Glück bin ich aufgewacht, bevor der Wal jemanden gefressen hat.

Ok, dass der Wal böse war, könnte ich mir so erklären: Ich habe S. erst letztens erzählt, dass in Frank Schätzings "Der Schwarm" für mich die Stelle am schlimmsten war, als die Wale die Menschen angegriffen haben. Weil ich Wale liebe und wahnsinnig gern mal in freier Wildbahn sehen möchte. Und dann sowas in dem Buch... Obwohl ich jetzt keine besondere Beziehung zu Belugas habe. Eigentlich mag ich Orcas. Und Delfine. Die alte Wohnung kam wahrscheinlich deshalb vor, weil ich wieder in der Nähe wohne und jeden Tag daran vorbeigehe. Aber als ich dort wohnte, kannte ich Schussel noch gar nicht... Echt, ein komischer Traum!

Drückt' fein die Daumen für heute abend und das Wochenende! Ich verspreche, danach schreibe ich auch wieder über andere Sachen als S. Ich langweile mich ja schon selbst!

18.12.2008 um 12:14 Uhr

Morgen...

Morgen. Morgen ist es soweit. Morgen wird sich zeigen, ob sich die vielen Telefonate der letzten Wochen "gelohnt" haben. Wir haben eine Basis geschaffen, eine ziemlich solide sogar. Denn auch nach fast zwei Monaten oft täglichem Telefonieren, können wir uns immer noch drei Stunden am Stück unterhalten. Und das, obwohl wir immer noch in der Kennenlernphase sind. Das ist doch gut, oder? Und ich liebe es, mich mit S. zu unterhalten. Er bringt mich immer wieder zum lachen, ich bringe ihn zum lachen, aber wir können auch über ernste Dinge reden. Und über Sex! Vielleicht ein Fehler, zu diesem Zeitpunkt, aber wir können wirklich gut über Sex reden. Morgen wird sich zeigen, ob die Basis reicht um etwas darauf aufzubauen. Das Schlimme ist, dass wir jetzt nichts mehr machen können. Wir haben keinen Einfluss mehr darauf. Das ist ein echt blödes Gefühl! Klar, man kann optisch das Beste aus sich rausholen und die gemeinsame Zeit schön gestalten, aber die Gefühle kann man eben nicht steuern. Angeblich entscheiden ja auch die Pheromone... Kann man die beeinflussen???

Ich habe mir natürlich nochmal seine Fotos angesehen, schließlich will ich sicher sein, dass ich ihn auch erkenne. Und was soll ich sagen? Selbst die schlimmen Bilder finde ich gar nicht mehr so schlimm. Das habe ich S. gestern auch gesagt. Die Haare etwas kürzer, ein bißchen schlanker... was beides inzwischen zutrifft!... dann noch die Tatsache abziehen, dass er auf den Bildern richtig fertig aussieht... und schon sieht er gar nicht schlecht aus. Er meinte aber, nein, die Bilder wären trotzdem einfach furchtbar, und er frage sich selbst, warum er mir die geschickt hätte. Auf den anderen sieht er ja wirklich gut aus, welcher Teufel hat ihn also da geritten? Egal, morgen abend werde ich alles wissen, vor allem, wie er denn nun richtig aussieht. Hoffentlich gefalle ich ihm in echt auch! Ich bin furchtbar unfotogen, die drei Fotos die er von mir hat, sind Ausnahmen. Auf denen gefalle ich mir ausnahmsweise mal. Aber bilden sie die Realität ab? Ein bißchen sind sie ja auch nachbearbeitet... Ach, wenn doch schon Freitag wäre - oder noch besser, Samstag und alles geklärt. Positiv geklärt. Ich habe so ein Gefühl, dass alles gut wird, andererseits aber auch immer noch etwas Angst, dass es schief gehen könnte. In einem Moment will ich, dass S. lieber doch nicht kommt, im nächsten, dass er jetzt gleich da ist. Es ist ein furchtbares Auf und Ab. Ihm geht's aber nicht anders: Gestern am Telefon meinte er, er würde am liebsten sofort losfahren, andererseits aber auch nicht. Warum muss das alles so schwierig sein?

Natürlich suche ich nach Zeichen, überall. Das Wetter, das Datum, die Musik im Radio, Zeitungsartikel... in alles wird eine Bedeutung hineingelesen. Bei einem meiner Favoriten stand gestern S.' Jahreshoroskop für 2009. Angeblich hat er vor allem in Liebesdingen ein tolles Jahr vor sich - besonders die ersten Monate. Das klingt gut, vielversprechend. Ich hab's ihm geschrieben, obwohl er sowieso nicht an sowas glaubt, um ihm Mut zu machen. Natürlich hat er sofort gefragt, wie denn dann mein Horoskop aussieht. Ich habe nachgesehen: Es soll wohl ein tolles Jahr werden. Wie jedes Jahr. Ist doch eh' immer das Gleiche, deshalb glaube ich da sowieso nicht dran. Aber aus lauter Verzweiflung klammert man sich an jeden Strohhalm. Übrigens habe ich auch gleich mal nachträglich mein Horoskop für 2008 gelesen... Sollte angeblich ein Knaller-Jahr werden. Männer ohne Ende und 'ne glückliche Beziehung. Hat ja prima geklappt. Obwohl eins gestimmt hat, allerdings für meinen Ex, der dasselbe Sternzeichen hat wie ich: Im März wurde vor einer überstürzten Neuorientierung gewarnt. Man sollte doch lieber nochmal nachdenken, als dem ersten Impuls nachzugeben. Das hätte jemand J. im März sagen sollen...

Dann sind da noch die vielen Fragen, wie etwa: Was erzähle ich S. und was besser nicht? Wir haben zwar schon sehr viele, auch sehr private, Dinge besprochen, aber so ein paar habe ich erstmal verschwiegen, weil ich sie ihm lieber persönlich erzählen wollte. Das betrifft in erster Linie Ex-Beziehungen. Da weiß er grob Bescheid, nur so ein paar Dinge habe ich eben verschwiegen. Aber soll ich es ihm jetzt erzählen? Muss er wissen, dass ich mit meinem ersten Online-Flirt im Bett war? Er weiß, dass ich mich schon mit zwei Männern getroffen habe, reicht das nicht? Obwohl es natürlich ehrlich wäre, ihm diesbezüglich reinen Wein einzuschenken. Und, viel wichtiger, wieviel sollte ich ihm von meinem Ex erzählen? Vieles weiß er schon - Trennungsgründe, was falsch gelaufen ist, was ich an J. nicht leiden konnte, was ich toll fand - aber ein wichtiges Detail habe ich bisher verschwiegen. S. weiß zwar, dass mir die Trennung, das Loslassen, sehr schwer fielen, aber er weiß nichts von der Affäre, die wir nach der Trennung noch hatten. Wo ist die Grenze zwischen verschweigen und lügen? Wir haben uns Ehrlichkeit versprochen, aber ich will ihn auch nicht gleich schocken. Gerade die zweite Sache könnte schon sehr abschreckend wirken. Andererseits könnte S. meine Ehrlichkeit auch zu schätzen wissen. Man, ist das alles schwer! Je älter man wird, je mehr Erfahrungen man sammelt, desto schwerer und umfangreicher werden die Ex-Akten, die man mit in eine neue Beziehung nimmt. Dabei würde man sie am liebsten vernichten und nochmal ganz von vorn anfangen!

Dann beschäftigt mich auch noch die Frage, wie nah man sich am Anfang kommen sollte? Nehmen wir mal an, alles läuft super, es funkt morgen abend. Das Bedürfnis nach "mehr" wird dann auf jeden Fall da sein, aber soll man dem dann nachgeben? Bisher hat bei mir meistens der Trieb den Kampf mit dem Kopf gewonnen, aber ob das immer so gut war? Vielleicht sollte ich es einfach mal anders versuchen, mit Geduld, langsam? Andererseits haben wir nicht so viel Zeit, sollte man da nicht jede Minute nutzen?

Das sind alles so Fragen... Normalerweise vertraue ich bei all diesen Dingen auf mein Bauchgefühl, allerdings traue ich dem nicht mehr so ganz. Bei der ganzen Geschichte mit J. habe ich mich von meinem Bauch und meinen Impulsen leiten lassen - das war oft ganz ganz dumm! Ach, wenn doch schon morgen wäre...

15.12.2008 um 23:45 Uhr

Der Traum

Eigentlich sollte ich ganz schnell ins Bett, weil ich morgen früh raus muss, aber, auf Wunsch einer einzelnen Dame, werde ich mal meinen Traum noch kurz schildern. Oder eher das, woran ich mich noch erinnern kann. Nur, falls jemand dran rumdeuten will Fröhlich

S. war irgendwie da, aber wir haben uns nicht richtig getroffen. Ich glaube, wir waren im Haus meiner Eltern, er draußen auf der Terrasse mit meinem Bruder (Hä?), ich drinnen. Es war noch vor unserem vereinbarten Treffen und ich war nicht darauf vorbereitet, deshalb wollte ich ihn nicht sehen. Ich war eben in "zuhause-Kluft": ungewaschene, ungekämmte, zu einem Knoten zusammengewurschelte Haare, Jogginghose, T-Shirt, kein BH, keine rasierten Beine, alles andere als präsentabel. Wie ich zu Hause eben rumhänge. SO sollte S. mich auf keinen Fall sehen. Nicht beim ersten Treffen jedenfalls! Ich habe dann aber im Internet auf seiner Profilseite oder so - ich weiß nicht, was das genau war - ein Video über ihn gesehen. Da kamen auch seine Eltern drin vor, und ich dachte noch, guck', die sind ja gar nicht so schlimm, wie er immer erzählt. Alles sehr komisch und mysteriös. Er hat sich aber gut mit meinem Bruder unterhalten. Was hatte der überhaupt in meinem Traum zu suchen?

Übrigens hat S. schon vor einigen Tagen von MIR geträumt, mir aber nicht verraten, was genau. Er meinte nur, es wäre ein schöner Traum gewesen, wir hätten unsere Klamotten aber noch angehabt... Geküsst haben wir uns wohl, er hat da sowas angedeutet. Er will mir aber erzählen, was er geträumt hat, wenn es wahr geworden ist. Das ist eigentlich alles ganz süß, erinnert mich aber leider an J. Der hat ganz am Anfang auch mal getönt, er hätte von mir geträumt. Wollte mir aber natürlich nicht sagen, was. Er meinte auch, er sagt es mir, wenn der Traum Realität geworden ist. Er hat's natürlich nie wieder erwähnt. Ist das vielleicht so 'ne Masche von Männern? Wenn ja, was wollen sie damit erreichen???

15.12.2008 um 21:13 Uhr

Von wegen, besinnliche Zeit!

Na klasse, kaum habe ich mühevoll einen externen Zähler eingebaut, geht der andere wieder... Muss wohl ein männlicher Zähler sein, wenn er SO auf Konkurrenz reagiert. Ich sage nur "Wer hat den Längsten..." Der externe Zähler bleibt aber trotzdem. So. Und als nächstes werde ich mal alle meine Einträge woanders speichern, für den Fall, dass Blogigo wieder abschmiert. Wäre ja echt schade um die ganze Mühe. Außerdem ist es bestimmt lustig und aufschlussreich sich das später alles nochmal durchzulesen. Dann, wenn die Krise überstanden ist.

Eben habe ich wieder über zwei Stunden mit S. telefoniert... Wir finden aber auch immer neue Gesprächsthemen. Und wenn wir dann auflegen wollen, fallen uns noch tausend Sachen ein und wir reden nochmal zwanzig Minuten. Fast wie mit einer Freundin zu telefonieren... Ich hoffe sehr, dass ich S. nicht nur deshalb momentan so mag, weil mir diese Freudin fehlt. Vielleicht ist er ja so eine Art Ersatzbefriedigung? Bitte, bitte nicht! Aber man macht sich eben so seine Gedanken, so kurz vor'm ersten Treffen. Analysiert seine Gefühle. Überlegt hin und her. Soll ich seine Fotos nochmal angucken? Habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Andererseits... Vielleicht ist es auch besser, ich lasse das. Dann ist meine Vorstellung von ihm nicht so festgefahren. Ich kann mich nicht entscheiden. Überhaupt, diese Nervosität! Noch vier Tage und ich sterbe jetzt schon den Heldentod! Kann nicht schlafen, mich auf nichts konzentrieren. Und stecke bis zum Hals in den Vorbereitungen. Arbeitsmäßig wird es eine stressige Woche - ungeplant. Die Chefin ist krank und ich habe einige ihrer Schichten übernommen. Dann steht noch ein Ausflug nach Berlin an, weil eines meiner Bücher vorbestellt wurde. Zum Glück kein wichtiges, ich kann es also entbehren. Aber trotzdem... gerade diese Woche. Nebenbei muss ich schließlich noch meine Wohnung auf Vordermann bringen! Und mich erst! Heute haben die Haare schonmal neue Farbe bekommen, das muss reichen. Friseur schaffe ich einfach nicht mehr. Morgen wird dann die Bettwäsche für S. gewaschen - soll ja frisch und duftend sein, nebenbei kann ich die Wohnung saugen. Sollte vorzeigbar aussehen, schließlich habe ich mich als "sauber und ordentlich" beschrieben. Mittwoch... Ach ja, Berlin. Da steht noch was auf meiner to-do-Liste, aber mir fällt's gerade nicht ein. Gut, dass ich die Liste geschrieben habe, sonst würde ich mich total verzetteln. Und Donnerstag... Vor der Arbeit ist das persönliche Beautyprogramm dran. Beine rasieren, Füße butterweich schmirgeln, Reinigungsmaske für ein porentief reines Gesicht... schön wär's! Das alles hätte ich ja lieber Freitag in Ruhe gemacht, aber direkt vor unserem Date muss ich acht Stunden arbeiten! Klingt für den normalen Angestellten jetzt nicht nach viel, aber ich bin es nicht mehr gewöhnt, mit meinen vier- bis sechs-Stunden-Schichten. Danach sehe ich bestimmt total fertig aus. Ein Gutes hat es aber: ich bin abgelenkt. S. kommt dann direkt in meinen Laden, aber ganz unauffällig. Darum habe ich ihn gebeten, weil die Kollegin so eine Tratsche ist. S. soll sich als Kunde tarnen. Das wird bestimmt lustig! Und dann gehen wir was essen, aber richtig. Ich werde nämlich seeehr hungrig sein und ganz unattraktiv, undamenhaft reinhauen! Ich habe schon ein Restaurant im Auge, ein Diner. Da gehe ich so gern hin, weil es nett ist von der Atmosphäre her. Und die Burger dort sind einfach klasse. Außerdem ist S. ein Autofan, da sollte ihm die Einrichtung gefallen. Natürlich habe ich auch noch einen fiesen Grund für meine Wahl: S. hasst kitschige Weihnachtsdeko. Und der Laden soll gerade zum Brechen kitschig dekoriert sein. Das wird ihm gefallen Sonstige

Heute nacht habe ich übrigens von S. geträumt. Ganz ehrlich! Wir haben uns allerdings nicht direkt getroffen, sondern ich habe ein Video von ihm gesehen. Hä? Was für ein bescheuerter Traum. Was mein Gehirn sich da wieder zusammenspinnt. Ganz schlimmes Detail: S. hatte Ohrringe! Auf jeder Seite einen kleinen Stecker mit durchsichtigem Stein. Wie furchtbar! Zum Glück weiß ich inzwischen, dass das Spinnerei war. Er hat mir versichert, er trage keinen Schmuck. Puh!  Aber ich sollte mir vielleicht langsam einen anderen Job suchen, der Schmuckladen übt einen bedenklichen Einfluss auf mich aus... Was ich diese Woche auch unbedingt noch machen muss: mir ein Geschenk für meinen Cousin überlegen. Der wird Samstag 30 und ich brauche was ganz tolles. Hat vielleicht jemand eine Idee? Und Geschenke für die Eltern... darüber sollte man sich auch langsam mal 'nen Kopf machen. Ach ja, und Plätzchen backen müsste ich auch noch. Und Stollen. Und dann war da noch was, das nannte sich "Abschlussarbeit"... Sch... Weihnachtsstress!

12.12.2008 um 09:37 Uhr

Moment der Schwäche

Heute ist der 12.12. Heute vor genau einem Jahr hatte ich meine letzte Prüfung. Hätte mir damals jemand erzählt, dass ich den ganzen Sch... in einem Jahr immer noch nicht beendet haben würde, ich hätte ihn ausgelacht. Andererseits hätte ich ihn erst recht ausgelacht, wenn er mir gesagt hätte, dass ich in einem Jahr auch nicht mehr mit diesem wunderbaren Mann zusammen wäre, der mich nach der Prüfung zuerst verführt und dann in ein schönes Restaurant ausgeführt hat. Tja... so kann sich das Leben ändern. Am besten ist wohl, man macht gar keine Pläne...

Aber ein Ende ist ja in Sicht. Gestern habe ich erfahren, dass ich nun doch noch einen Monat Verlängerung für meine Abschlussarbeit bekomme. Das ist zwar an sich nicht gut, weil es zum Faulsein verleitet, andererseits nimmt es diesen enormen Stress von mir. Und das ist so gut, dass ich S. gestern gleich gefragt habe, ob er nächsten Freitag kommen möchte. Er möchte. In einer Woche ist es also soweit, wir stehen uns endlich gegenüber. Dann entscheidet sich, ob die ganzen Telefonate was gebracht haben. Denn eigentlich habe ich das Gefühl, ihn schon zu kennen. Gestern abend haben wir wieder drei Stunden telefoniert! Was soll da also noch schiefgehen? Ich erwarte eigentlich auch keine Funken oder so... Sowas gab's bei mir noch nie. Ich brauche immer 'ne Weile, bis ich mir über meine Gefühle klargeworden bin. Also, Liebe auf den ersten Blick könnte es bei mir wohl nicht geben! Deshalb ist es gut, das S. gleich ein paar Tage bleibt, da haben wir viel Zeit uns richtig kennenzulernen und herauszufinden, ob da mehr sein könnte. Natürlich wünschen wir es uns beide, und aus genau diesem Grund haben wir beide wahnsinnige Angst vor dem Treffen. Aber irgendwann muss es ja sein, und wer weiß, vielleicht geht es ja gut... Ich werde auf jeden Fall berichten!

Dann habe ich in den letzten Tagen eine sehr wichtige Entscheidung getroffen. Ich war kurz davor, J. zu kontaktieren, habe mich aber dann dagegen entschieden. Ich finde, dass ich das ziemlich gut gemacht habe. Zur Vorgeschichte:

Am Montag war mir den ganzen Tag irgendwie schlecht, Dienstag ging's wieder besser, aber in der Nacht zu Mittwoch bekam ich auf einmal ganz schlimme Bauchschmerzen. Es war die Hölle, ich konnte mich eigentlich kaum bewegen, weil jede Bewegung schmerzte. Die ganze Bauchhöhle ein einziger Krampf, ich konnte nicht mal genau lokalisieren, wo es herkommt. Irgendwas ist mir ganz offensichtlich gar nicht bekommen. Passte mir natürlich gar nicht in den Kram, weil ich ja keine Zeit zum krank sein hatte. Also habe ich erstmal alles ausprobiert: Wärmflasche, Fencheltee, schließlich 'ne Schmerztablette. Nix hat geholfen, es wurde nur immer schlimmer im Laufe des Tages. Von S. bekam ich ganz viel Mitleid und gute Tipps, aber geholfen hat das auch nicht. Gegen Mittag war ich so am Ende, dass ich darüber nachdachte, J. zu schreiben. Anfang des Jahres, als ich noch bei ihm gewohnt habe, hatte ich nämlich mal nachts ganz plötzlich schlimme Magenschmerzen. J. hat mir eine Tablette gegeben und 'ne Wärmflasche gefüllt, sich echt ganz lieb gekümmert. Danach wurde es tatsächlich etwas besser, ich konnte einschlafen, und als ich am Morgen aufwachte, waren die Schmerzen komplett weg. J. meinte dann, das könnte so eine Art Vergiftung gewesen sein und hat erstmal den kompletten Inhalt des Kühlschranks weggeworfen. Die Schmerzen waren dieses Mal genau die gleichen, deshalb dachte ich mir, dass dieses Medikament von damals bestimmt wieder helfen würde. Wenn mir die gute alte Paracetamol schon die Dienste versagt... Leider hatte ich keine Ahnung, was das damals für eine Tablette war. Deshalb dachte ich also, dass ich J. danach fragen könnte, damit ich mir das Zeug dann schnell - oder eher langsam - in der Apotheke meines Vertrauens holen kann. 

Ich habe mit mir gerungen, ich habe mein Gewissen befragt, und mich schließlich entschieden, es nicht zu tun. Abgehalten haben mich zwei Dinge: Erstens, die Lächerlichkeit des Ganzen. Das letzte, was mir J. damals vorgeworfen hat, war, dass ich mich "täglich mit meinen Problemchen melde". Da hatte er auch Recht, inzwischen sehe ich das ein. Zumal wir ja einen Deal hatten... Und das jetzt wäre wieder genau in dieselbe Kategorie gefallen. Er hätte sich nur wieder über mich geärgert und mir bestimmt nicht geglaubt, dass es mir wirklich schlecht geht. Er hätte irgendeinen perfiden Plan hinter der Sache vermutet. Und dann habe ich mich gefragt, was ich tatsächlich damit erreichen wollte? Klar, ich wollte, dass er sich wieder meldet, ein bißchen Mitgefühl zeigt, man den Kontakt vielleicht wieder aufnehmen könnte. Denn er fehlt mir wahnsinnig, immer noch. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Und das bringt mich zu Grund Nummer zwei: S. Ich lerne gerade einen anderen Mann kennen, habe mich sogar schon ein bißchen in ihn verknallt. Jetzt wieder Kontakt zum Ex aufzunehmen wäre verdammt schlechtes Timing. Denn wie auch immer der Ex reagiert, es würde die Geschichte mit S. beeinflussen. Würde J. negativ reagieren oder gar nicht, wäre ich total geknickt und würde wieder in mein Loch fallen. Und an S. würde ich mich nur aus Trotz klammern. Und würde der Ex positiv reagieren... Ich kenne mich. Auch wenn ich J. im Moment nicht mehr liebe, so mag ich ihn doch immer noch sehr. Und solange die Sache mit S. noch so völlig offen und unklar ist, würde ich mich bestimmt für den bekannten Weg entscheiden, wenn ich die Wahl hätte. Richtig wäre das bestimmt nicht und ich würde mich irgendwann ganz sicher ärgern. Denn S. scheint wirklich eine gute Option... Naja, jedenfalls habe ich J. nicht geschrieben und es auch ohne seine Hilfe überlebt. Gestern war's etwas besser, heute ist es viel besser. Das wurde auch Zeit, weil ich heute wieder arbeiten gehen muss. Ich bin echt stolz auf mich, dass ich nicht schwach geworden bin!

 

07.12.2008 um 10:54 Uhr

PS

Mir fällt gerade noch was auf: Wieso werden die Klicks eigentlich nicht mehr gezählt? Ich wollte die 500 doch ganz groß feiern, und jetzt steht die Anzeige seit über einer Woche bei 480! Gemein!!!

07.12.2008 um 10:51 Uhr

Last Christmas...

Ich bin bei meinen Eltern und muss mich beeilen, weil der PC hier immer hart umkämpft ist. Aber gerade hört mein Vater Kulturradio (!!!) - und das am frühen Morgen! - da ist er kurz abgelenkt. Die Chance muss ich nutzen...

Seit Donnerstag habe ich nicht mehr mit S. telefoniert, und ich muss gestehen, er fehlt mir sehr. Mails sind einfach nicht das Gleiche...

Warum ich eigentlich schreibe: ich habe seltsame Träume. Normalerweise analysiere und hinterfrage ich meine Träume nicht, denn mir ist durchaus bewußt, was ich letztens in einem Film gelernt habe: in Träumen verarbeitet das Gehirn den ganzen Scheiß, den es nicht einordnen kann. Deswegen gebe ich normalerweise nicht viel auf meine Träume. Aber dieses Mal sind sie eine Erwähnung wert - nicht unbedingt wegen ihrer "Bedeutung", sondern wegen dem, was sie in mir ausgelöst haben. 

Vor einiger Zeit habe ich das letzte Mal von J. geträumt, was mir damals einen sehr schlechten Start in den Tag beschert hat. Ich hatte geträumt, wir wären wieder zusammen, alles war wunderschön. Friede, Freude, Eierkuchen eben. Allerdings kam in dem Traum nicht vor, wie wir überhaupt wieder zusammengekommen sind. Nun, das hat mein Gehirn vorgestern nachgeholt. Ich habe geträumt, wie wir wieder zusammenkommen. Es war so, wie es real tatsächlich nur ablaufen könnte: J. hat gebettelt, gefleht, sich entschuldigt, und ich habe mich eine Weile bitten lassen, eine ganz schön lange Weile, und schließlich nachgegeben. Ob dann alles Friede, Freude, Eierkuchen war, weiß ich nicht, weil der Traum zu Ende war. Allerdings glaube ich das nicht, denn eins weiß ich: Ich hasse schwache Männer. Nein, das kommt jetzt völlig falsch rüber... Natürlich mag ich es, wenn ein Mann auch mal seine Schwächen zeigt. Aber einer, der wortwörtlich "angekrochen" kommt... Bäh, da schüttelt es mich. Von dem will ich nix, und erotische Anziehung entsteht da auch nicht. In meinem Traum kam J. also angekrochen, aber so richtig! Im realen Leben hätte ich mich wohl kaum erweichen lassen. Ich hätte J. innerlich ausgelacht, ihm Vorwürfe gemacht, dass er sich das alles ganz schön spät überlegt hat, und dann wäre ich gegangen. Oder aber, was wahrscheinlicher ist, ich hätte mich erweichen lassen, ich bin schließlich auch kein Eisblock, hätte aber nach spätestens zwei Wochen die Nase voll gehabt von dem Gekrieche und wieder Schluss gemacht. Genau so wäre es gelaufen. Friede, Freude, Eierkuchen ist also mit J. echt nicht mehr drin, soviel hat mir der Traum gezeigt.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, habe ich letzte Nacht wieder von J. geträumt. Dieses Mal waren wir nicht wieder zusammen, wollten das auch nicht, aber ich habe noch bei ihm gewohnt. Warum? Wieso? Keine Ahnung, aber es war so. Obwohl er schon mit seiner neuen Tussi zusammen war. Jedenfalls hat er mich in dem Traum gebeten, doch endlich auszuziehen, und was habe ich gesagt? Ja, nächste Woche mache ich das. Weil ICH es will, weil es für MICH Zeit ist, nicht wegen ihm. Dieser Traum hat mir eins ganz deutlich gezeigt: Ich bin bereit mich endlich völlig von J. zu lösen. Endgültig. Und ich bin bereit für was Neues, definitiv. Vielleicht für S.? Ich war jedenfalls sehr zufrieden, als ich aufgewacht bin. Oh, ein lustiges Detail gibt es noch - mein Gehirn mag mich ja und baut auch ein bißchen was Fieses ein: J.s neue Tussi hat auch eine Rolle gespielt in dem Traum. Vielleicht sollte ich vorher sagen, dass ich sie nicht kenne. Was ich über sie weiß, weiß ich von J. Sie ist fast acht Jahre jünger als her, wohnt ziemlich weit weg von ihm, fängt gerade erst an zu studieren und kommt eigentlich aus einer völlig anderen Welt. Es spricht also alles gegen "happily ever after", aber das ist nur meine Einschätzung, wie gesagt, ich kenne das Mädchen nicht. In meinem Traum kam sie in Form eines Briefes an J. vor, der da so rumlag, in der Wohnung. Natürlich habe ich ihn gelesen. Wie soll ich das jetzt sagen, ohne ganz böse zu klingen? Das Mädchen in dem Brief klang seeehr jung, seeeehr naiv, viel zu lieb und artig für J., einfach wie ein richtig graues Mäuschen. Natürlich entspricht das alles meinem Vorurteil und war nur ein Traum. Aber ganz ehrlich? In dem Traum hat es mich schon sehr gefreut, dass J. sich eine gesucht hat, mit der er ganz sicher nicht lange glücklich ist. Zunächst mal mag er sie ja sehr lieb und nett finden, aber ich kenne ihn, sie würde ihn ganz schnell langweilen. Das hält also garantiert nicht lange... Schadenfreude ist doch echt die schönste... Sonstige

Dann ist mir gestern noch was aufgefallen, als ich von der Arbeit zurückgekommen bin. Ich liebe es, Auto zu fahren, denn dann drehe ich das Radio immer ganz laut und singe noch lauter mit. Gestern abend kam "Last Christmas" und ich habe natürlich laut mitgesungen. Und mir ist klar geworden, dass ich dieses Lied noch nie so aus vollem Herzen gesungen habe, wie dieses Jahr. Hier mal der Text:

Last christmas
I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year
To save me from tears
I'll give it to someone special

Once bitten and twice shy
I keep my distance
But you still catch my eye
Tell me baby
Do you recognize me?
Well
It's been a year
It doesn't surprise me


Happy christmas
I wrapped it up and sent it
With a note saying I love you
I meant it
Now I know what a fool I've been
But if you kissed me now
I know you'd fool me again

Chorus

A crowded room
Friends with tired eyes
I'm hiding from you
And your soul of ice
My God I thought you were
Someone to rely on
Me?
I guess I was a shoulder to cry on

A face on a lover with a fire in his heart
A man under cover but you tore me apart
Now I've found a real love you'll never fool me again

Chorus x2

A face on a lover with a fire in his heart
A man under cover buy you tore him apart
Maybe next year I'll give it to someone
I'll give it to someone special.

Ist das nicht einfach nur schön???

Ich wünsche allen einen schönen zweiten Advent!

05.12.2008 um 12:09 Uhr

Die "beste Freundin"...

Wo Blogigo schonmal funktioniert, werde ich auch mal wieder was schreiben. Seltsamerweise hatte ich gerade dann Schreibbedarf, als es nicht ging... Man will eben immer, was man gerade nicht haben kann.

Was soll ich bloß erzählen? Seit ich an meiner Abschlussarbeit schreibe, ist mein Leben irgendwie sehr langweilig. Entweder ich sitze vor dem PC, treibe mich in Bibliotheken rum oder ich bin arbeiten. Das ist momentan wirklich die größte Abwechslung. Versaut einem irgendwie die Vorweihnachtszeit, die ich sonst so liebe und genieße. Freunde machen sich momentan leider auch rar... Genau, ich könnte mich an dieser Stelle mal über meine gute Freundin Schussel beschweren. 

Wir hatten ja schon immer unsere Schwierigkeiten, denn Schussel neigt dazu, sich oft Wochen oder sogar Monate nicht zu melden. Normalerweise mache ich dann wieder den Anfang. Früher oft in Form einer vorwurfsvollen "Wenn du mich nicht mehr willst, beenden wir eben die Freundschaft"-Mail. Unreif und kindisch, ich weiß. Aber ich fühle mich nunmal sehr schnell vernachlässigt, das war schon immer so. Und wenn ich dann hintenrum erfahre, dass Schussel mit anderen durchaus was unternimmt... Eifersucht ist schlimm, erst recht bei Freunden. Inzwischen sehe ich das Ganze lockerer und bin Schussel nicht mehr böse, wenn sie mich vernachlässigt. Sie ist nunmal nicht der Typ Frau, der sich auf eine Freundin fixiert. Sie hat lieber viele gute Freundinnen und "aktiviert" die dann situationsbezogen.  Vorwürfe meinerseits helfen da nicht, deshalb habe ich gelernt, mir fiese Mails zu sparen. Irgendwann meldet sie sich schon wieder - ich will halt auch nicht immer den Anfang machen! Dieses Mal bleibe ich hart. Obwohl es mir gerade jetzt echt schwer fällt, weil ich so gerne für sie da wäre. Immerhin hat sie sich gerade getrennt, oder will sich trennen, oder... keine Ahnung, ich höre ja nix von ihr. Auf jeden Fall geht es ihr bestimmt nicht sehr gut, und ich würde mich so gern dafür revanchieren, wie sie für mich da war, als J. Schluss gemacht hat. Ich bin immer sehr redselig und muss alles mit jemandem besprechen, der mir nahesteht. Gute UND schlechte Sachen. Schussel dagegen macht die Dinge meistens lieber mit sich selbst aus, und redet nur in Ausnahmefällen darüber. Da muss sie schon echt in der Stimmung sein... aber dann tut es ihr auch gut. Aufdrängen hilft jedenfalls nicht, das weiß ich, deshalb halte ich mich zurück. Auch wenn's schwer fällt. Hach, Freundschaften können so belastend sein... Ich gebe zu, so ganz zufrieden bin ich mit der Situation auch nicht. Ich habe mir eigentlich immer eine beste Freundin gewünscht, so wie sie in diesen ganzen Mädchenbüchern propagiert wird. Da hat immer jedes Mädchen eine ganz spezielle Freundin, mit der sie alles teilt, die immer für sie da ist, mit der sie eine eingeschworene Gemeinschaft bildet. Sowas wollte ich auch immer. Aber jedes Mal, wenn ich das versucht habe, ging es irgendwie schief. Ich habe einfach kein Glück bei Frauen. Entweder, die Mädels, die mir "gefallen" haben, hatten schon eine beste Freundin, oder auf Dauer hat die Chemie dann doch nicht gestimmt. Einige Male ist es mir auch schon passiert, dass ich eine beste Freundin hatte, wir eine Zeit lang wirklich eine sehr enge Beziehung hatten und dann... hat sich jemand Drittes dazugesellt. Und Dreierfreundschaften halten immer nur eine bestimmte Zeit. Bisher war ich dann immer diejenige, die rausgedrängt wurde. An das eine Mal kann ich mich noch sehr gut erinnern, da muss ich so 15 gewesen sein: ich hatte eine beste Freundin, die wirklich alle Kriterien erfüllt hat. Wir haben über alles geredet, waren unzertrennlich, hatten gemeinsame Projekte, haben uns täglich gesehen und dann auch noch telefoniert - es war toll. Ich war sogar mit ihr und ihren Eltern im Urlaub. Ich war fast ein Teil ihrer Familie - es war das Paradies. Dann kam ein neues Mädchen in die Klasse, und wir nahmen uns ihrer an. Sie war wirklich lieb und nett, passte perfekt zu uns. Eine Zeit lang waren wir ein tolles Dreierteam, aber dann fing der "Betrug" an. Die Beiden schlossen mich immer öfter aus, und schließlich machten sie ganz offiziell mit mir Schluss. Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern... Das war richtig schlimm. Da ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich habe nur geheult... Ja, das kann man schon mit einer Trennung von einem Mann vergleichen. Wir haben später mal versucht, uns wieder anzunähern, aber es hat nicht geklappt. Und so nah habe ich nie wieder eine Frau an mich rangelassen. Bis Schussel in mein Leben trat und ich das Gefühl hatte, dass sie eine tolle Kandidatin für die Besetzung der Stelle als "meine beste Freundin" wäre. Allerdings hatte sie schon eine Frau an ihrer Seite, und als mit der Schluss war, habe ich schnell gemerkt, das Schussel dieses "Zweierding" nicht so liegt. Tja... Ich bezeichne sie trotzdem gern als beste Freundin, allerdings mehr im Sinne von, "engste" Freundin. Sie würde mich bestimmt nicht so nennen... Ich denke oft, dass meine Eifersucht und dieses extrem schnelle "sich-vernachlässigt-fühlen" Resultate dieser alten Geschichten sind. Das äußert sich bei mir übrigens nicht nur in Freundschaften, sondern auch in einer Beziehung. Ein Mann hat es eben nicht leicht mit mir...

À propos Mann: S. ist momentan die beste und tollste Abwechslung in meinem Leben. Wir telefonieren immer noch fast täglich. Vorgestern hatten wir beide mal das Gefühl, uns würden die Gesprächsthemen ausgehen, aber die Angst war unbegründet. Gestern abend haben wir über drei Stunden geredet. Und was wir nicht alles besprechen! Klar, Familie und Arbeit sind ein Thema, aber daneben reden wir auch viel über Ex-Beziehungen, Verhütung (!!!) und Sex. Jaja, das letzte Thema versuche ich eigentlich zu vermeiden, weil es so sehr Lust auf mehr macht, und die Enttäuschung noch größer wäre, wenn es nicht klappt. Aber wir kommen irgendwie immer wieder darauf, auch wenn wir uns vornehmen, es nicht zu tun. Diese Offenheit ist jedenfalls erstaunlich und toll. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich wirklich in diesen Mann verknallt habe, wenn nicht sogar schon mehr. Inzwischen haben wir auch wieder über ein Treffen geredet. Nachdem ich das Thema vor einigen Wochen mal angesprochen hatte und S. nicht so ganz bereit dafür war, hatte ich entschieden, ihm die Initiative diesbezüglich zu überlassen. Die hat er jetzt ergriffen, und drängelt sogar ein bißchen. Leider ist bei mir ja die Zeit knapp... blöde Abschlussarbeit. Aber vielleicht haben wir einen Termin noch vor Weihnachten gefunden. Ich bin jetzt schon total aufgeregt, und frage mich immer wieder, wie wir das dann am Besten machen. Natürlich ist ein Treffen auf neutralem Gebiet am sinnvollsten, aber in diesem Fall ist das schwer realisierbar, schließlich kommt er zu mir. Na mal sehen, mir schweben so ein paar Ideen im Kopf rum, die muss ich mal mit ihm bereden. Auf jeden Fall freue ich mich wahnsinnig darauf, endlich das Gesamtpaket zu bekommen. Gleichzeitig ist die Angst natürlich riesig, es könnte alles wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, sobald ich ihn sehe. Ich hätte so gern eine Garantie, dass es klappt...

Abwarten und Tee trinken. Wenn ich mich jetzt schon verrückt mache deswegen, bringt das eh' nix. Außerdem geht's ihm genauso, und geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Jetzt verbringe ich erstmal ein Wochenende bei meinen Eltern und habe so genug Ablenkung. Außerdem arbeite ich morgen zum ersten Mal mit meiner Cousine zusammen - sie ist meine neue Kollegin - darauf freue ich mich jetzt schon!

Ich wünsche allen einen schönen zweiten Advent! (Bei dem Stichwort Advent fällt mir nochwas ein: dieses Jahr habe ich erst vor zwei Wochen das erste Weihnachtslied gehört, und es war NICHT "Last Christmas" sondern ausnahmsweise mal "Happy Christmas"! Gleich nach dem Totensonntag hat mich am Montagmorgen im Einkaufszentrum Weihnachtsmusik, -markt und -deko erwartet, was ich aber völlig ok fand. Letztes Jahr war das erste Weihnachtslied, klar, "Last Christmas", und zwar am - haltet euch fest - 13. September! Das weiß ich noch so genau, weil es am Tag vor der Hochzeit meines Cousins war. Ich war mit der ganzen Familie in Paris, und am ersten Abend saßen wir beim Italiener, wo dieses Lied kam. Draußen waren über 20°... Das werde ich bestimmt nie vergessen!)