Mission Prinz

28.04.2009 um 10:37 Uhr

Der Verliebtheits-Test

Dieser Verliebtheits-Test (Dankenderweise gefunden bei Anna Kurz ) lässt mir keine Ruhe... Natürlich weiß ich, dass dieser Test von einer schwer pubertierenden 14-jährigen erstellt wurde, die seit zwei Jahren heimlich in Mark, zwei Klassen über ihr, verliebt ist. Und natürlich würde - nennen wir sie mal Susi - mit Freuden für Mark sterben bzw. ihn hingebungsvoll pflegen, sollte er eines Tages im Rollstuhl sitzen. Das alles in der Hoffnung, er würde sie so endlich BEMERKEN. Aber trotzdem... da waren Fragen dabei... Ich habe zwar das Ergebnis bekommen, ich wäre tatsächlich verliebt in meinen Garfield, aber ich habe so viele Fragen nicht wirklich beantworten können... 

 

1. "Haben Sie ein Kribbeln im Bauch, wenn Sie an diese Person denken?"

Schon, zumindest wenn er gerade nicht da ist. Aber ich habe sehr oft Kribbeln im Bauch: Vor Prüfungen, vor wichtigen Telefonaten, Bewerbungsgesprächen, Arztterminen, Treffen mit Menschen, die mir wichtig sind... Also: ja.

2. "Fühlen Sie sich überwältigt, wenn Sie an diese Person denken?"

Ich versteh' die Frage nicht, ganz ehrlich. Inwiefern überwältigt??? Also eher: nein

3. "Bleibt Ihnen die Luft weg, wenn diese Person Sie anlächelt?"

Äh... nein.

4. "Die Person spricht Sie an. Haben Sie weiche Knie und Herzklopfen?"

Nö. Es sei denn, er beginnt mit, "Wir müssen reden...". Dann werden meine Knie schon weich und mein Herz trommelt.

5. "Könnten Sie sich ernsthaft vorstellen, für diese Person zu sterben, wenn es das Leben dieser Person retten könnte?"

Was für eine pathetische Frage! Wieso sollte ich für jemanden sterben? Ich liebe mein Leben und darin gibt es neben Garfield noch 'ne Menge mehr tolle Sachen. Diese Frage ist wohl typisch "pubertierendes Mädchen"... Empfindet man diese Art von Liebe nicht nur für seine Kinder? Hat irgendjemand diese Frage mit ja beantwortet? Ich sage ganz klar: nein.

6. "Verbinden Sie Ihre Gefühle zu dieser Person mit Harmonie, Zufriedenheit, Geborgenheit und Musik?"

Ja, schon. Geborgenheit auf jeden Fall, Harmonie und Zufriedenheit auch. Warum Musik?  Wow, Frage Nr. 6 und ich habe erst mein zweites ja...

7. "Wünschen Sie sich manchmal, diese Person würde Sie einfach nur in ihren Armen halten?"

Sicher. Weil sich das toll anfühlt. Zum Glück macht er das ganz oft. Also wieder: ja!

8. "Haben Sie manchmal Liebeskummer wegen dieser Person und fürchten, diese Person zu verlieren, bevor Sie sie erobert haben?"

Hmm... diese Frage trifft in unserem Fall wohl nicht zu. Immerhin habe ich Garfield schon erobert. Und er mich. Insofern... Aber klar, Ängste habe ich schon manchmal. Also ein halbes ja.

9. "Fühlen Sie sich in der Nähe dieser Person wohl?"

Definitiv! Sauwohl! So wohl, dass ich vor ihm Schlammmasken auftrage oder meine Augenbrauen zupfe. Das will schon was heißen!

10. "Sie hören schöne Musik und ruhen sich aus. Dabei denken Sie an diese Person. Fühlen sie sich glücklich?"

Naja... ich würde ihn wohl eher vermissen und wäre also definitiv nicht glücklich. Da es aber eher um die Sache an sich geht, ob man sich bei dem Gedanken an die Person glücklich fühlt, antworte ich mal mit: ja.

11."Könnten Sie sich eine gemeinsame Zukunft mit dieser Person vorstellen (eine Hochzeit)?"

Kommt immer öfter vor... Ja.

12. "Durch einen Unfall wird diese Person querschnittsgelähmt und muss ihr Leben lang in einem Rollstuhl sitzen. Können Sie sich immer noch vorstellen, diese Person zu heiraten?"

Meine Lieblingsfrage! Rollstuhl... ok. Ist ja nicht sooo schlimm, man kann auch im Rollstuhl relativ selbständig sein. Aber halt! Heißt querschnittsgelähmt nicht auch impotent? Und da komme ich ins Straucheln... So eine 14-jährige, die denkt vielleicht noch rein und unschuldig, aber könnte ich auf Sex verzichten? Ja, es gibt andere Arten, aber trotzdem. Sex ist ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung! Dass er so fantastisch ist, so viel besser als mit jedem vorherigen Mann, macht mich unheimlich glücklich und zufrieden. Ich habe Garfield schon oft vorgeschlagen, ihm einen Pokal zu schenken mit dem Schriftzug "Sexgott" oder wahlweise "Der Welt bester Stecher". Er will lieber so einen Teller, den er sich dann ins Büro hängen kann... Irgendwann bekommt er das wirklich Fröhlich Aber zurück zur Frage: Ich würde Garfield nicht deswegen verlassen, also antworte ich mal mit: ja.

13. "Kennen Sie diese Person persönlich?/Zählt für Sie das Innere dieser Person mehr, als das Äußere?"

Hmm, spielt man hier auf die Schwärmerei für die Mitglieder diverser Boybands an? Natürlich kenne ich den Herrn persönlich! Und klar zählen die inneren Werte, sonst wären wir nicht zusammen!

14. "Haben Sie sich schon mal mit dieser Person unterhalten oder wünschen Sie es sehnlichst einmal zu tun?"

Sicher. Ständig. Diese Frage betrifft uns auch nicht wirklich...

15. "Würden Sie dieser Person blind vertrauen, in allen Lebenslagen?"

Naja... mit Ausnahme von modischen und kosmetischen Fragen denke ich schon. 

Fertig. Ergebnis: "Sie schweben auf Wolke 7 und sind richtig verliebt in diese Person! Die Chancen, dass aus diesem Verliebtsein echte, wahre Liebe wird, sind groß! Diese Person bedeutet Ihnen sehr viel. Sie haben 11 Punkte von 15 Fragen. Sie sind zu 27 % rein!"

Was sagt mir das jetzt? Immerhin habe ich mir fast die Hälfte der Punkte durch Fragen erschummelt, die eigentlich nicht auf mich zutreffen und deren Antwort dadurch auf der Hand liegt. Klar zweifel ich nicht daran, dass ich Garfield liebe, aber hat diese Liebe vielleicht schon diese Naivität, diesen Zauber der Pubertät verloren? Ist das schlimm? Vor allem diese Sache mit dem füreinander sterben macht mir doch Sorgen. Immerhin wird einem in Büchern, Filmen etc. ständig erzählt, dass man bei richtiger, echter, großer Liebe mit Vergnügen sein Leben für den anderen gibt. Ist das nur übertriebener Hollywoodschmalz? Oder bin ich einfach nur unnormal, wenn ich bei dieser Frage eiskalt "nein" sage? Mensch Anna, da hast du aber was losgetreten!

21.04.2009 um 14:06 Uhr

Stöckchen und "Schmuckfachverkäuferinnen"

Oh, ein Literatur-Stöckchen! Da kann ich einfach nicht wiederstehen... danke Mausekind!

1. Greife das erstbeste Buch, was in deiner Nähe liegt.
2. Öffne Seite 123 und gehe fünf Sätze nach unten.
3. Schreibe den Text der drei folgenden Sätze in dein Blog.
4. Nenne das Buch und den Autor.
5. Reiche es an drei Leute weiter.

"Unter den Chilenen war mein Großvater eine Ausnahme, weil von der Mittelklasse aufwärts niemand etwas mit einer Gebrauchsanleitung anzufangen weiß und man sich die Hände nicht mit Motoröl schmutzig macht; dafür gibt es die "Meister", die mit einfachsten Mitteln und geringstem Aufwand die findigsten Lösungen ersinnen. Einmal sprach ich mit einem, der bei dem Versuch, ein Fenster wieder gangbar zu machen, aus dem neunten Stock gefallen und wie durch ein Wunder unverletzt geblieben war. Sich die geprellten Glieder reibend, bestieg er den Aufzug, um sich dafür zu entschuldigen, daß ihm der Hammer zerbrochen war."

Isabel Allende "Mein erfundenes Land"

An wen soll ich das denn jetzt weiterreichen? Ich sag' einfach mal: alle, die hier lesen, bitte schön!

Übrigens, dieses Buch macht so wahnsinnig Lust auf Chile... Muss ein tolles Land sein! Ich bin richtig neidisch auf meine Schwester, die gerade zwei Monate dort verbracht hat.

 

Jetzt aber, was ich eigentlich schreiben wollte: eine neue Geschichte aus dem Einzelhandel

Neulich hatte ich wieder so eine richtige Nerv-Kundin. Es war fünf Minuten vor meinem Feierabend - irgendwie kommen die schwierigen Kunden immer kurz vor Schluss!, als mich eine mittelalte Dame resolut ansprach:

"Kann ich mich hinten bei Ihnen vielleicht kurz umziehen?"

(Ich schaute sehr verdutzt. Zuerst zu ihr, dann zu ihrem Mann, dann zu meiner Kollegin. Mir erschloss sich der Sinn der Frage nicht. WAS wollte die Frau in unserem Büro/Lager?)

Sie erklärte: "Ich brauche eine Kette zu dieser Jacke und würde die gern kurz drüberziehen, um zu gucken, was dazu passt." Sie hielt eine rote Jacke in der Hand und ich verstand. Blöderweise hatte sie eines von diesen völlig unweiblichen weiten T-Shirts ohne Ausschnitt an. In ORANGE! In der Hand hielt sie eine hässliche, ebenfalls orange, Kette. Ich fragte mich noch, ob sie wirklich dachte, DIESE Kette würde zu der roten Jacke passen, da mischte sich meine Kollegin ein:

"Nein, Sie können da nicht hinter. Das geht nicht. Aus Sicherheitsgründen und so." 

Die Frau war enttäuscht und ich schlug ihr vor, die Jacke doch über das T-Shirt zu ziehen, das würde schon gehen. Meine Freundlichkeit nahm die Frau als Startsignal:

"Beraten Sie mich doch mal! Sie sind doch Schmuckfachverkäuferin!"

Der herrische Ton brachte mich sofort auf 180, aber ich blieb ruhig. Ich hatte gleich Feierabend, dies war meine letzte Kundin, auch das ging vorüber. Ich sparte mir die Bemerkung:

"Nein, ich habe Anglistik, Amerikanistik und Galloromanistik studiert und arbeite hier nur zum Spass, um mir die Zeit zu vertreiben, bis ich einen richtigen Job gefunden habe. Von Schmuck habe ich genausoviel Ahnung wie sie, aber ich lasse mich einfach so gern von Leuten wie Ihnen herumkommandieren."

Stattdessen machte ich meinen Job. Ich nahm ihr die hässliche Kette weg und klärte die Basics:

Was trug sie unter der Jacke? - Nichts.

Was trug sie sonst für Schmuck? - Keinen. (Ja, das hatte ich mir gedacht. Diese Frau hatte diese burschikose Ausstrahlung... Man spürte sofort, wie unwohl sie sich in diesem Laden fühlte, denn er konfrontierte sie mit ihrer Un-Weiblichkeit. Normalerweise hätte sie sich auf bekanntem Terrain befinden sollen, sie aber war hilflos. Das war ihr vor ihrem Mann natürlich mega-peinlich. Dies und die Hilflosigkeit tarnte sie mit dem Befehlston. Die Frau ging mir so auf die Ketten!)

Ich erklärte ihr freundlich, aber bestimmt, dass sie 1. zu dieser Jacke mit dem spitzen Ausschnitt eine spitz zulaufende Kette tragen sollte und 2. den Glitzerkram gleich vergessen könnte. Das passe weder zu ihr noch zu der Jacke. Ein geübter Griff und ich hatte die perfekte Kette für sie gefunden. Das richtige Rot, Holz, die richtige Länge und Form. Der Dame gefiel das Teil, dem Mann auch, alle waren zufrieden. Ich gebe ehrlich zu, das war ein Glückstreffer. Eigentlich war ich total überfordert und wollte nur nach Hause. Die Frau nervte mich und ich habe generell keine Geduld mit ungeduldigen Menschen. Und diese überhebliche Art... Das geht einfach gar nicht!Und dann, statt die Kette zu kaufen und zu gehen, guckte diese ... noch weiter! Wühlte in den Ketten, zog die unmöglichsten Teile hervor... dabei hatte sie die beste doch schon um! Schließlich verlor sie doch die Geduld und gab zu, dass meine Wahl gut war. Sie verkündete, zu meiner großen Erleichterung, dass sie diese Kette nehmen würde. Ich frohlockte - immerhin war es jetzt punkt sechs! - aber dann kam die von mir so gefürchtete Frage:

"Gibt es dazu auch ein Armband?" Aaaahhhhhhhhh... Klar, wir haben ein paar Ketten, da gibt es noch passenden Schnickschnack dazu, aber gerade zu dieser gab es natürlich nichts. Ich machte der Frau also klar, dass die Kette allein vollkommen reiche, ein Armband eh' nicht ihrem Typ entspräche und wir in der Art sowieso nichts hätten. Zum Glück fragte sie dann nicht noch nach Ohrringen oder einem Ring...

Die Frau kaufte also die Kette und bedankte sich noch ausdrücklich für die "kompetente Beratung". Über Trinkgeld hätte ich mich mehr gefreut... Manchmal ist dieser Job schon echt anstrengend! Aber über dieses "Schmuckfachverkäuferin" haben meine Kollegin und ich schon sehr gelacht!

Die Moral von der Geschichte ist aber: ich muss da raus. Klar, manchmal macht es Spass. Und besser als kellnern oder im Kaufland an der Kasse sitzen ist es allemal. Aber eben kein richtiger Job bei dem man richtiges Geld verdient. Genau das brauche ich nämlich ganz dringend. Deshalb will ich jetzt auch endlich in die Puschen kommen und mich bewerben. Der erste Schritt wird sein, dass ich gleich zum Fotografen gehe und Bewerbungsfotos machen lasse. Oje... ich bin doch so unfotogen und sehe auf Fotos immer doof aus... Dieser Termin ist schlimmer als Zahnarzt für mich. Ganz ehrlich. Aber wenigstens habe ich die Haare schön, ich war nämlich heute schon beim Friseur!

20.04.2009 um 10:32 Uhr

Wochenende...

Musik: OST Slumdog Millionaire

Mensch, das schläft hier ganz schön ein! Dabei hatte ich mir ganz fest vorgenommen, dass das bei MIR nicht passiert, auch wenn mein Leben wieder super läuft. Ist doch so - je schlechter es einem geht, desto mehr hat man das Bedürfnis, sich hier mitzuteilen. Das kann man in den meisten Blogs beobachten und eben auch bei mir. Was soll man aber auch erzählen, wenn es einem gut geht? Lustige Anekdoten, klar... Aber was, wenn nix passiert? Wenn einfach nichts passiert!

Am Wochenende war Garfield wieder da. Dieses Mal war die Trennung nicht ganz so lange, dafür hatten wir mehr Zeit als sonst. Ein richtig langes Wochenende, denn er kam schon Mittwoch abend. Ich hatte komplett frei, also wollten wir mal richtig was unternehmen. Wir hatten uns vorher einiges überlegt: Ausflüge in die Umgebung, Sommerrodelbahn, ein bißchen Shopping... Natürlich kam alles wieder anders. Der Sonntag war von Anfang an verplant, weil mein Opa 80 wurde und wir deshalb mit der ganzen Familie brunchen wollten. Ich hatte Garfield schon vor Wochen gefragt, ob er mitkommen möchte und ja, er wollte. Wenn es was zu essen gibt... Da ist die ganze Sippe ein akzeptabler Wehrmutstropfen Fröhlich Ja, "Sippe" trifft es. Ich lese gerade wieder Isabel Allende und muss bei der Beschreibung ihrer Familie sehr an meine eigene denken, denn auch ich lebe in einer Art Clan. Meine Mutter hat neun Geschwister, von denen zwar einer schon verstorben ist, die anderen acht dafür in unmittelbarer Nähe wohnen. Ich habe also mütterlicherseits acht Onkel und neun Tanten, zwei Großtanten und eine Großcousine mit Mann, Kindern und Enkeln. Und das sind nur die, zu denen regelmäßiger Kontakt besteht. Die alle haben natürlich Kinder, also habe ich von der Seite sechs Cousins und acht Cousinen. Einige von denen haben schon eigene Kinder. Natürlich wohnen einige inzwischen weit weg, aber es gibt einen "harten Kern" von etwa 20 Familienmitgliedern die irgendwie ständig aufeinanderhocken. Da wird jede Gelegenheit zum Feiern genutzt: die noch so unbedeutendsten Geburtstage, Angrillen, Abgrillen, das neue Auto, Umzug oder einfach nur mal so. Richtig allein bin ich also nie, und auf die Familie kann man sich sowieso immer verlassen. Diesem Clan musste sich Garfield nun also Sonntag stellen. Aber der Reihe nach...

Mittwoch kam die Nachricht von Schusselchen, dass sie an ihrem Geburtstag (Samstag) zum Brunch einlädt. Gut, also ein echtes Schlemmerwochenende. Und damit komplett verplant. Blieben nur noch Donnerstag und Freitag für unsere großen Pläne. Donnerstag kamen wir natürlich mal wieder nicht aus dem Bett, also sagte ich meinen Termin bei der Plasmaspende ab und wir nutzten diesen Tag spontan für einen Ausflug in die Natur. Wir waren am Wasser spazieren, haben Plinse gegessen, ein Mini-Museum besucht (Der junge Mann ließ uns gratis rein, sonst hätten wir uns das gespart. Garfield meinte, das hätten wir meinem Ausschnitt und dem Rock zu verdanken gehabt... Ich glaube, der junge Mann war einfach nur nett. Fröhlich), wir hatten einen richtig schönen Tag. Freitag waren wir dann in der Stadt, denn ich wollte Garfield unbedingt mal einkleiden. Mit seiner Garderobe bin ich nicht so wirklich einverstanden, seine Klamotten lassen sehr oft sehr zu wünschen übrig. Er hat ein paar schöne Sachen, aber die kann man an einer Hand abzählen. Also habe ich ihn in die Herrenabteilung des Kaufhauses geschleppt und tausend Shirts für ihn zusammengesucht. Dann verschwanden wir zusammen in der Kabine... Man, man, ich kann verstehen, warum Menschen in Umkleidekabinen Sex haben... das hat schon was... Wir haben uns aber beherrscht und nur T-Shirts probiert. Fazit: Garfield mag keine Farben, schwarz steht ihm auch am besten. Dunkelblau ist auch gut, allerdings passt das nicht zu seinen immer schwarzen Jeans. Letztendlich hat er ein schwarzes Polo gekauft, was er dann gleich am Wochenende anhatte. Er sah seeeehr gut aus! Tja, mein Geschmack... Ich fand es aber richtig toll, dass er auf mich gehört hat, zumindest teilweise. Er ist kompromissbereit, jawoll. Das finde ich gut. Richtig gut. Danach waren wir noch bei H+M, wo ich zwei Blusen gekauft habe. Er war auch ein guter Berater. Ja, wir sind ein gutes Team. Dann haben wir noch ein bißchen Sightseeing gemacht, waren einkaufen und haben dann zusammen gekocht und einen Film geguckt. Ein richtig schöner Tag eben.

Samstag war dann Brunchen angesagt. Bei Schusselchen ist auch immer die ganze Sippe dabei, was für Garfield wohl etwas gewöhnungsbedürftig war. Schusselchens Familie ist an Fremde gewöhnt, da kommt immer mal wieder jemand dazu, deshalb sind die in der Hinsicht ziemlich entspannt. Garfield war sicher zuerst etwas überrascht, von allen geduzt und so jovial behandelt zu werden, hat sich aber relativ schnell entspannt. Er war ruhig, wie immer, aber anwesend. Wir saßen da von elf bis halb sieben und haben uns völlig überfressen. Naja, zumindest einer von uns... Es war wirklich schön.

Sonntag dann der Brunch mit der Familie. Wir durften mit an den "Kindertisch" (an dem inzwischen natürlich kein einziges "Kind" mehr sitzt!) und hatten eigentlich viel Spass. Klar, zwischenzeitlich war es langweilig, aber wir haben uns ganz gut unterhalten und das Essen war lecker. Garfield hat sogar ein paar Worte mit meinen Geschwistern gewechselt - sie versuchen schon, ihn einzubeziehen. Ja, er durfte sogar auf's Familienfoto! Es war ja nicht nur für mich das erste Mal, dass ich "jemanden" mit hatte, sondern für meine Familie insgesamt. Weder mein Bruder noch meine Schwester haben jemals einen Partner mit zu einer Feier gebracht. War aber alles recht enspannt, denn bei einer so großen Sippe fällt der Einzelne eh' nicht auf. Garfield wurde weitestgehend ignoriert und mußte erst beim Abschied ein paar Bemerkungen einstecken. Wir haben ein paar Reste mitgenommen, die er dann demonstrativ getragen hat. Das gab schonmal ein paar Wessi-Witze. Und dann stiegen wir in den BMW... er hat aber gut reagiert, das muss man ihm lassen. 

Alles in allem ein wirklich schönes Wochenende. Garfield ist jetzt auf vielen Fotos, vor allem auf dem "großen Familienfoto". Das macht die Sache einerseits schön (Er gehört dazu!), andererseits auch schwieriger. Ernster, irgendwie. Immerhin steht er bald in jedem Wohnzimmer! Meine Eltern wollten dann auch gleich ein kleines Familienfoto machen, wo wir schonmal alle beisammen waren, gut aussahen und einen schönen Hintergrund hatten. Da wurden dann zwei Varianten gemacht, einmal mit Garfield, einmal ohne ihn. Für alle Fälle... Er nahm's aber sportlich.

Ich gebe zu, ich habe mich an beiden Tagen, bei beiden Veranstaltungen, sehr wohl gefühlt mit ihm an meiner Seite. Kein Klotz am Bein, sondern eine Bereicherung. Ich habe immernoch hin und wieder Zweifel. Dann denke ich, "Ach, wäre er doch mehr wie ..." oder "Würde er doch bloß das nicht immer machen!". Dann aber liegen wir zusammen im Bett und hatten gerade wieder fantastischen Sex. Oder er massiert mir so wunderbar die Füße. Oder wir kochen zusammen. Oder sehen einfach nur fern. Und ich fühle mich mit ihm so unglaublich wohl und geborgen, dass ich platzen könnte vor Glück. In diesen Momenten weiß ich, dass ich ihn trotz allem sehr liebe. Es ist nicht diese abgöttische Liebe, die ich für Dr. Jekyll empfunden habe, aber es ist Liebe. Eine Liebe, auf die man bauen kann. Ich glaube, ich bin leicht masochistisch veranlagt. Ich liebe jemandem um so mehr, je mehr er mich ablehnt/ignoriert. Dr. Jekyll hat mich mehr oder weniger zurückgewiesen - ich habe ihn vergöttert. Die Menschen, die mich immer wieder vor den Kopf stoßen, sind mir am wichtigsten. Ich denke da nur an Schusselchen... Schon in der Schule waren meine besten Freunde die, die mich eher ignoriert haben. Blöd, oder?

09.04.2009 um 18:43 Uhr

Tja... Friede, Freude, Eierkuchen?

Mir fällt gerade auf, dass ich schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben habe. Ich lese zwar fleißig meine Lieblingsblogs, und ärgere mich auch immer, wenn da nix neues steht, aber mein eigenes vernachlässige ich momentan irgendwie. Entweder ich habe keine Zeit, oder mir fällt nicht so richtig ein, was ich schreiben soll. Ich versuche also mal, die letzten zwei (drei?) Wochen Revue passieren zu lassen.


Vor einer Woche war es endlich soweit: nach über zwei Wochen Trennung (Genau: 15 Tage!) hatte ich Garfield endlich wieder. Gegen Ende war die Sehnsucht riesig und fast unerträglich. Man, was habe ich mich auf den Kerl gefreut! Alle Probleme waren vergessen... Am Tag vorher hatten wir meine Schwester vom Flughafen abgeholt, die aus Südamerika zurückkam. An dem Tag übernachtete ich dann bei meinen Eltern, wo mich Garfield am nächsten Tag direkt abholen sollte. War das herrlich! Die ersten richtig warmen Tage, Sonne satt... Ich habe mir im Garten gleich den ersten kleinen Sonnenbrand geholt! Aber das hat sich gelohnt, denn nach zwei Tagen war die leichte Rötung weg und jetzt sind wenigstens Dekolleté und Arme nicht mehr ganz so winterblass. Garfield kam nachmittags an und lernte gleich mal meine Geschwister kennen – die hatte er vorher noch nicht getroffen. Dann gab es Kaffee und Kuchen in der Familienrunde und Garfield erlebte die Sippe in Action. Mama, zwei Töchter, ein Sohn, der sich im Laufe der Jahre angepasst hat: das gibt ein herrliches Geschnatter. Garfield hat sich rausgehalten, genauso wie mein Papa. Dass der in diesen Runden eher ruhig wird und abschaltet, war mir noch nie aufgefallen. Erst Garfield hat mich darauf aufmerksam gemacht. Alles in allem hat sich Garfield aber tapfer geschlagen, außerdem sah er mal ziemlich gut aus. In T-Shirt und Jeans gefällt er mir wesentlich besser als in seinen ollen Sweatshirts, die er im Winter immer trägt. Das ist auch so ein Punkt, den ich schon mehrfach angesprochen habe, wo er aber stur bleibt. Es war jedenfalls ein angenehmer Nachmittag. Die Wiedersehensfreude konnten wir leider nicht gleich ausleben, denn wir hatten noch den Großeinkauf vor uns. Samstag hatte ich Geburtstag und wollte mit der (erweiterten) Familie feiern, dafür galt es, eine Menge vorzubereiten. Garfield war beim Einkauf und den Vorbereitungen eine riesengroße Hilfe!

An meinem Geburtstag wurde ich früh sanft geweckt, mit Frühstück und Blumen und Geschenken – echt schön. Überhaupt war es ein richtig schöner Tag, wenn auch stressig. Garfield lernte an dem Tag ja auch die ersten Tanten und Onkel kennen, was er aber gut meisterte. Er hielt sich dezent im Hintergrund – er ist ziemlich zurückhaltend bei Fremden – wirkte aber nicht abweisend oder unfreundlich. In den nächsten Wochen hat er auch Gelegenheit, die Bekanntschaft zu vertiefen, denn bei seinem Besuch in zwei Wochen feiert mein Opa seinen Geburtstag, und zwei Wochen drauf mein Papa. Ich freue mich schon riesig darauf, bei Opa mit Freund aufzukreuzen, schließlich habe ich sowas noch nie getan. Überhaupt ist Garfield der erste Mann in meinem Leben, den die ganze Familie kennenlernt! Dr. Jekyll war der erste, den Eltern und Geschwister getroffen haben, aber bis zur weiteren Verwandtschaft hatten wir es nicht mehr geschafft. Mit Garfield bin ich da einen großen Schritt weiter und sehr froh darüber. Es ist so entspannt und normal, wenn er dabei ist. Überhaupt nicht seltsam oder unangenehm. Das ist wirklich schön und ich sehe es als gutes Zeichen. Überhaupt hat dieses Wochenende unserer Beziehung richtig gut getan, denn es hat mir gezeigt, dass ich diesen Mann wirklich liebe und mir durchaus eine Zukunft mit ihm vorstellen kann. Wir sind ein sehr gutes Team, und ich bin überzeugt, dass wir die paar kleinen Probleme schon in den Griff bekommen. Leider ist Garfield Sonntag schon wieder gefahren – der Abschied war wirklich nicht einfach. Natürlich vermisse ich ihn jetzt schon wieder sehr, aber seit heute bin ich über Ostern bei meinen Eltern und damit abgelenkt. Und nach Ostern sind es ja nur noch zwei Tage bis wir uns wiedersehen. Zwei Tage an denen ich auch noch arbeiten bin, also alles halb so schlimm.

Heute abend habe ich noch was ganz Spannendes vor: Spieleabend. Aber kein normaler, sondern einer, bei dem ich sozusagen die Henne im Korb bin! Normalerweise ist ja zumindest Schusselchen mit dabei, aber heute bin ich doch tatsächlich das einzige Mädel. Ihr Ex lädt ein, und außer mir kommen noch der KFZ-Mechaniker H. (Ich glaube, ich hatte ihn schonmal irgendwann erwähnt... Er wollte letztes Jahr was von mir, was unsere Beziehung etwas seltsam gemacht hat – trotzdem nimmt er mich weiterhin im Auto mit, so dass ich auch heute abend wieder ordentlich was trinken kann ;-) ) und C., den ich beim Fasching das letzte Mal gesehen habe. Wird sicher eine lustige Runde, vor allem eine sehr interessante! Wann darf man als Frau schonmal den ganzen Männergesprächen lauschen? Ich freu' mich jedenfalls tierisch, vor allem, weil der letzte Spieleabend schon Lichtjahre her ist. Ich hoffe bloß, wir spielen was, was ich kann. Trivial Pursuit, Catan oder Risiko wären so meine Wünsche. Bei Wissensspielen glänze ich immer, und die anderen beiden spiele ich einfach nur gern. Ich mag keine neuen Spiele, bei denen man erst ewig braucht, bis man kapiert hat, worum es überhaupt geht. Da macht das Spielen keinen Spass.

Übrigens habe ich noch etwas für die Traumdeuter unter meinen Lesern. Letzte Nacht hatte ich einen wirklich seltsamen Traum:

Ich war mit meinem Hund zu Besuch bei einer Arbeitskollegin – die ich eigentlich nicht leiden kann, deshalb ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass ich sie jemals besuchen würde. Ihr Mann ist Jäger und sie wohnten mitten im Wald. Plötzlich rannte mein Hund einem Reh hinterher und wurde (Mitten im Wald!) von einem LKW angefahren. Sie war schwer verletzt und ein Tierarzt (Oder war's ein Jäger? Keine Ahnung.) meinte, man könne da nix mehr machen und schläferte sie ein. Ich habe natürlich nur geheult und geschrien, und wollte die ganze Zeit Dr. Jekyll anrufen, der ja Tierarzt ist. Eigentlich war's dafür natürlich schon zu spät, denn mein Hund war ja schon tot, aber irgendwie war ich der Meinung, Dr. Jekyll könnte sie noch retten. Ich traute mich aber nicht, ihn anzurufen. Seltsamerweise war er, meinem subjektiven Empfinden nach, nicht weit weg, denn wir befanden uns in einem Wald nicht weit von seinen Eltern und ich ging davon aus, dass er dort war. Alles sehr seltsam. Wieso träume ich bloß so einen Mist? Und dass, wo ich schon seit Tagen gar nicht mehr an ihn gedacht hatte? Jedenfalls nicht bewußt...