Mission Prinz

29.05.2009 um 10:06 Uhr

Gedankenwirrwarr

Entzugserscheinungen! Genau die hatte ich! Immer wieder habe ich hilflos auf die Seite geklickt, in der Hoffnung... Aber, nix. Und zehn Minuten später wieder... Vielleicht geht's ja jetzt... Nix. Echt, muss Blogigo immer wieder streiken? Natürlich geht's immer dann nicht, wenn man das dringende Bedürfnis hat, was zu schreiben. Außerdem lese ich mich beim Mittag- bzw. Abendessen durch meine Favoriten. Wenn das nicht geht, bin ich völlig hilflos. Was soll ich denn sonst beim Essen machen? Fernsehen??? Jedenfalls werde ich gleich heute noch meine letzten Einträge sichern. Wenn's 'ne Weile läuft, neige ich nämlich dazu, das zu vergessen. Bis Blogigo sich mal wieder tot stellt und ich panisch feststelle, dass ich seit Wochen nix gespeichert habe.

So, Mittwoch habe ich mich ja mit Schusselchen getroffen. Und gleich die Hammernachricht erfahren: Ab 1. Juli ist sie in Österreich! Ö-S-T-E-R-R-E-I-C-H! Das ist schon bald! Und 600km weit weg! Klar, sie hatte diesen Job schon vorher mal erwähnt. Auch, dass sie den gern hätte, genau ihr Ding und so. Aber dass das jetzt so schnell geht? Ich bin schockiert. Gut, wir sehen uns auch jetzt nicht oft und haben manchmal wochenlang so gut wie keinen Kontakt, bis auf 'ne kurze SMS ab und zu. Möglicherweise hören wir mehr voneinander, wenn sie weit weg ist. Paradoxerweise ist das sogar wahrscheinlich. Und ich gönne es ihr ja wirklich! Sie muss echt mal raus, weg, und vor allem, auf sich allein gestellt sein. Sie war ja noch nie richtig allein. Direkt nach dem Abi ist sie mit einer Schulfreundin in eine WG gezogen, kurze Zeit später zu ihrem Freund. Seitdem hat sie mit ihm zusammengewohnt, der alles organisiert, sich um alles gekümmert hat. Und nach der Trennung? Da hat sie noch eine Weile da gewohnt und ist dann zurück zu den Eltern gezogen. Wie gesagt, sie war noch nie ganz allein. Ich denke aber, dass das eine wichtige Erfahrung ist und rede da seit Jahren. Nun macht sie's also, und ich bin froh für sie. Aber es geht auch ganz schön schnell. Naja, möglicherweise ist das auch für mich das Startsignal, mich mal wieder in der Welt umzugucken. Garfield wäre mehr als froh, wenn ich mich mal weiter Richtung Süden orientieren würde. Wir werden sehen...

Wirklich blöd, dass Blogigo gestern gestreikt hat, denn dadurch entgeht euch einer dieser pathetischen "Lieber Jan"-Einträge. Ja, mir war gestern ganz dringend danach, Jan (Ich werde ihn nicht mehr Dr. Jekyll nennen, diesen Aufwand der Namensverschleierung hat er gar nicht verdient!) eine Mail zu schreiben bzw. weil das ja nicht gut wäre, den Text stellvertretend hier zu veröffentlichen.  Auslöser war wohl das Relegationsspiel - geradezu schicksalshaft. Zwei Mannschaften, die genau für zwei Frauen stehen. Mich und seine Neue - wenn sie noch zusammen sind. Es ist nicht so, dass ich den Kerl wiederhaben will. Aber ich habe eine Menge Fragen, immer noch. Er hat sie mir ja nie beantwortet. Und in gewisser Weise belastet das meine jetzige Beziehung. Nun ja, Blogigo wollte nicht und ich habe auf die schriftliche Abrechnung verzichtet. Überraschenderweise war das gar nicht so schwer. Meine Erkenntnisse sollte ich hier aber schon festhalten, sonst war das ganze Denken ja umsonst ;-)

Ich glaube, meine Beziehung zu Jan ist Fluch und Segen für meine aktuelle Beziehung. Sie ist ein Segen, weil sie mich entspannter macht. Damals, bei Jan, war ich total unentspannt und ängstlich. Diese Beziehung war für mich alles und dadurch total bedeutungsaufgeladen. Ich hatte wahnsinnige Angst, dass das schiefgeht, dachte, wenn das nicht klappt, ist mein Leben zu Ende. Klar ist das Blödsinn, aber ich war naiv und blöd verliebt. Deshalb habe ich auch alles, was (im Nachhinein betrachtet) eindeutig blöd lief, ausgeblendet. Seine ständigen Verabredungen mit Freunden obwohl ich da war, die Telefonate zwischen Tür und Angel, der immer seltener werdende Sex, der verweigerte Valentinstag, gar keine gemeinsamen Unternehmungen mehr... Es gäbe da noch 'ne Menge mehr. Heute weiß ich: Es gab viele Zeichen, die Trennung kam nicht aus heiterem Himmel. Ich Dummchen habe aber die Augen zugemacht, heimlich in mein Kissen geheult und das Beste gehofft, indem ich stillgehalten habe. Einfach ignorieren, ihm seine Freiheit geben, nichts sagen. Ich wußte ja nicht, wie es eigentlich laufen sollte und habe die wenigen Aufmerksamkeiten von ihm dankbar aufgesaugt und überbewertet. Wie gesagt, diese Beziehung war alles für mich! Ich hatte wahnsinnige Angst, etwas falsch zu machen, habe mich deshalb zu sehr zurückgenommen, ihn dadurch natürlich auch unter Druck gesetzt... Durch die Trennung habe ich gelernt, was ich an Schmerz und Verletzung aushalten kann. Dass es immer weiter geht und dass es verlässlichere, wichtigere Konstanten im Leben gibt. Freunde, Familie. Darauf sollte ich mich konzentrieren. Ein Freund, eine Liebe, ist ein nettes Gimmick, aber auf keinen Fall "alles". Weil ich das alles weiß, bin ich jetzt bei Garfield viel entspannter. Ich genieße die Zeit mit ihm, vernachlässige aber mein anderes Leben nicht. 

Genau hier liegt aber auch der Fluch, denn Jan hat mich vorsichtig gemacht. Weil ich nicht genau weiß, warum bzw. ab wann es bei uns damals falsch lief, achte ich bei Garfield auf jede Kleinigkeit. Ich würde gern sagen, ok, Jan hat mich von Anfang an belogen, er war einach ein A***. Aber ich weiß ja, dass er das im Grunde nicht ist und die Sache ziemlich gut angefangen hatte. Also, warum lief es irgendwann aus dem Ruder? Ich weiß es nicht, und er hat mir die Antwort, das klärende Gespräch, immer verweigert. Ich bin immer wieder kurz davor, ihm genau das zu schreiben, ihn um eine Antwort zu bitten. Aber ich weiß ja, dass er nicht antworten wird, also lasse ich es gleich. Und belaste damit meine Beziehung zu Garfield. Ich mache keine großen Pläne, versuche, so unverbindlich wie möglich zu bleiben. Ich lasse mich nicht vollkommen auf ihn ein, bzw. wenn, dann nur für kurze Augenblicke. Ich halte mir immer ein Hintertürchen offen. Und ich achte eben auf alles! Er sagt mal zwei Tage hintereinander nicht die drei Worte? Panik! Er meldet sich nicht nochmal per Mail, nachdem wir nur kurz telefoniert haben? Angst! Wir streiten uns über Belanglosigkeiten? Ich breche in Tränen aus und habe Angst um die Beziehung! Das geht so nicht, echt nicht. Ich bin ja immer auf der Hut, versuche, nix falsch zu machen. Weil ich eben nicht weiß, was ich bei Jan falsch gemacht habe. Ich trau' mich ja nichtmal, Garfield den Sex zu verweigern, wenn ich mal keine Lust habe! Manchmal ist dreimal am Tag einfach zu viel - ist ja auch anstrengend! Aber ich habe Angst, ihn zurückzuweisen, also mache ich doch mit. Die Lust kommt dann ja auch. Aber trotzdem... Als er jetzt 'ne Woche hier war, habe ich ab und zu mal nein gesagt, und hatte dabei ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Das ist doch Mist. 

In meiner letzten Beziehung habe ich große Pläne gemacht und darüber ganz vergessen, den Augenblick zu genießen. Ich habe immer nur das große Ganze gesehen und dadurch die kleinen Anzeichen verpasst bzw. unterschätzt. Und jetzt? Jetzt genieße ich zwar jeden Augenblick und achte auf die kleine Zeichen, mache dafür aber keine großen Pläne. Was ist denn nun besser?

27.05.2009 um 13:58 Uhr

Die Königin der Schieber

Unglaublich, wie schnell sich Dinge erledigen lassen, die man aus Faulheit schon ewig vor sich hergeschoben hat. Falls es noch nicht aufgefallen ist, ich bin die Königin der Schieber. Und ich meine jetzt weder den Tanz noch das Krankenhausteil, sondern das ganz normale Auf-"schieben". Jedenfalls kommt in der nächsten Stunde meine liebe Freundin Schusselchen vorbei. Wir wollen mal wieder einen Mädelsnachmittag machen, Stadtbummel, Kaffee, Eis oder Kuchen, und natürlich quatschen, quatschen, quatschen. Haben uns seit immerhin einem guten Monat nicht mehr gesehen... da hat sich 'ne Menge angesammelt. Und das letzte Mal unter vier Augen? Daran kann ich mich gar nicht erinnern... Oh Mann, das wird ein langer Nachmittag. Nun wird Schusselchen auch meine Wohnung betreten, wenigstens kurz, und da ich mich immer über ihre Unordnung aufrege, musste ich schnell Ordnung reinbringen. Kurz durchgesaugt... Schiebe ich schon ewig vor mir her!... ging ganz schnell. Zehn Minuten! Und die Müllecke habe ich beseitigt. Diese Ecke besteht quasi seit Einzug. Zuerst im Flur, dann im Schlafzimmer hinter der Tür, stapelten sich ein ausgedienter Papierkorb, eine Gardinenstange und diverse Blumentöpfe. Sollte alles mal in den Keller. Letzte Woche - nachdem meine Schwester wegen Umzugs fieserweise ihre Kommode zurückgefordert hat (Echt mal! Die hat sich sooo gut gemacht, in meinem Flur!) - kamen auch noch meine Winterstiefel und Fußbodenbelagreste (Garfield und ich hatten eine lange Diskussion darüber, wieso ich "das Zeug" aufhebe. Ich wurde als Messie bezeichnet, stritt aber alles ab. Teppichreste kann man wirklich nochmal gebrauchen! Mein METALLbett, zum Beispiel, habe ich zwischen Lattenrost und Bettgestell mit Teppichresten beklebt, damit es nicht quietscht. Wer weiß wann so eine Situation wieder kommt?) dazu. Im neuen alten Schuhschrank hatte das alles keinen Platz, muss also Asyl im Keller finden. Der ganze Krempel sollte schon letzte Woche runter, als Garfield noch hier war. Aber da hatte ich keine Lust und hab's auf's Wochenende verschoben. Wurde natürlich nix. Der Weg in den Keller ist aber auch sooo weit... Und ich war davon ausgegangen, dass ich mindestens zweimal gehen muss... Nene, hat Zeit. Heute nun war es soweit: todesmutig belud ich mich mit Papierkorb und Tüten und wankte Richtung Keller. Einmal runter und wieder hoch, fertig. Keine zehn Minuten!

In Zukunft werde ich immer alles gleich machen, versprochen!

Hier liegt auch noch eine Überweisung. Und Papierkram zum Wegsortieren... Das hat Zeit, bestimmt kommt Schusselchen gleich...

25.05.2009 um 15:00 Uhr

Google ist dein Freund

Sehr interessant, unter was für Suchbegriffen Menschen mein Blog finden. Da sind Dinge dabei, von denen ich nicht wüßte, sie jemals erwähnt zu haben.

Viele Suchanfragen drehen sich um meinen Job im Schmuckladen, den ich hier ja schon des öfteren erwähnt habe, besonders um Ohrlöcher und Partnerketten:

partnerketten

freundschaftsketten puzzleteile

ohrloch

enkel ohrring

passende kette ausschnitt

junge+ohrloch+2009

ohrlöcher spanien

partnerkette aber was drauf schreiben

stellenangebot schmuckfachverkäuferin

freundschaftsketten billig

 

Oft geht es auch um Beziehungsfragen, die hier ja (leider) ohne Ende verwurstet werden:

er ist nicht verliebt

übergangsbeziehung

gefühle einordnen ex neuer

was kann man tun, wenn man jemanden sehr verletzt hat

ich liebe ihn kann mir jedoch keine zukunft vorstellen

 

Dass ich schon einige Male über Freundschaften und beste Freundinnen sinniert habe, zeigt sich auch in den Suchbegriffen:

eifersucht beste freundin

klappt eine dreierfreundschaft

beste freundin vernachlässigt

habe ich mir schon immer als beste freundin gewünscht

sie war meine prinzessin (beste freundin)

eifersucht vernachlässigt fühlen

 

Mein Name für meinen Freund scheint auch irreführend zu sein:

bilder garfield frühstück

lustige bemerkungen von garfield

 

Hat einer von euch nach meiner Wortschöpfung von neulich gesucht? Oder gibt es das Wort wirklich?

was bedeutet egosexuell

 

Ein paar Suchanfragen kann ich nicht wirklich einordnen:

ich werde morgen aufjedenfall an sie denken während ich schon in mein... (??? Was will derjenige?)

der brief aus der urlaub (Ach ja, ich hatte letztens was über einen Brief geschrieben... )

prinzessin bekommt man vorgeschlagen will diesen jedoch nicht heiraten (???)

kleine biester (Ich meine mich zu erinnern, mal irgendwas so bezeichnet zu haben. Aber was?)

eine lustige geschichte wo das geburtstagskind leere geschenke kriegt (Keine Ahnung!)

rückenfreie tops selber machen aus alt mach neu (WANN habe ich was zu dem Thema gesagt?)

bekannt machen eltern mit neuen freund (Ok, ist nachvollziehbar. Das Thema hatte ich bestimmt mal erwähnt.)

lustige aufnahmeprüfung in die sippe (Die interessiert mich auch.)

todsicheres mittel gegen akne (Habe ich nicht.)

ich hasse mein studium lehramt (Tja, habe ich das SO geschrieben?)

unzuverlässige männer (Dazu sag' ich mal nix.)

wort zum dienstag (Warum sucht jemand sowas bei Google?)

 

Dann habe ich noch eine absolute Top 5 - ohne Worte:

Auf Platz 5: 

querschnittgelähmt

Wann habe ich denn was zu dem Thema geschrieben? Muss ich aber wohl, denn auf Platz 4 folgt:

rollstuhlfahrerin sucht stecher 

Dazu fällt mir echt nix ein. Genauso wie zu Platz 3:

onkel u. enkel sex

Ich bin mir sicher, nie mit meinem Onkel und/oder Enkel Sex gehabt zu haben. 

Platz 2 und 1 brauchen nicht kommentiert zu werden, die stehen für sich:

mama ist eine doofe kuh

meine doofe ex

 

Übrigens, wenn ich diese ganzen Statistiken richtig deute, habe ich wohl mindestens einen Leser in Nantes. Bienvenue, sage isch da nur! Aber jetzt mal 'ne Frage an alle Durchblicker: Woher wissen manche hier, woher ihre Leser kommen? Mein Tracker zeigt mir immer nur die halben IP-Adressen, damit kann ich doch nix anfangen, oder?

Außer Statistiken zu lesen, mache ich heute nicht viel Sinnvolles. Ich war schon einkaufen... Wow! Irgendwie ist der erste Tag nach Garfields Abreise immer komisch. Ich weiß nichts mit mir anzufangen, laufe rum wie ein Hund ohne Schwanz. Gestern habe ich mir immerhin noch die Haare gefärbt - endlich! Darauf hatte ich wochenlang hingefiebert. Männer verstehen das wohl nicht, aber wenn die Haare nicht mehr schön aussehen... Nee, das fühlt sich nicht gut an. Und dann will man unbedingt was machen, die letzte Färbeaktion ist aber noch nicht lange genug her und man traut sich nicht, so schnell schon wieder... Aber gestern! Dieses Mal habe ich mich - nach dem Rumexperimentieren mit verschiedenen mittleren Brauntönen - für Dunkelbraun entschieden. Vielleicht ein Fehler, denn es ist echt richtig dunkel geworden. Sieht erstmal fast wie schwarz aus. So dunkel war ich noch nie, bin mir auch noch nicht so ganz sicher, ob's mir gefällt. Mal sehen, wie die Sache nach dem ersten Waschen aussieht. Und wenn ich ostseegebräunt bin...

Mir fällt ein, etwas Sinnvolles habe ich eben schon gemacht: Ich habe mein Vitamin B kontaktiert, wegen der Jobgeschichte. Lehrer und so. Ich war vorher natürlich tierisch aufgeregt, obwohl ich den Mann von früher gut kenne. Trotzdem, mir wird immer ganz schlecht, wenn ich jemanden anrufen muss. Ob Friseurtermin oder Bewerbungsgespräch, das ist bei mir alles gleich schlimm. Ich bin einfach schüchtern und deshalb leider völlig ungeeignet als Journalistin. So sieht's nämlich aus, leider. Da höre ich mir doch lieber mal an, was Vitamin B zu sagen hat. Morgen abend darf ich zu ihm nach Hause, er wohnt nämlich gleich um die Ecke. Man, ich werde sterben vor Aufregung!

 

 

 

 

 

 

 

24.05.2009 um 18:18 Uhr

Wir werden Tante!

Seit knapp fünf Stunden bin ich wieder Single. Teilzeit-Single. Fühlt sich nicht gut an. Wir hatten eine richtig gute Woche und der Abschied fiel dementsprechend schwer. Irgendwie wird es tendenziell sowieso immer schwerer. Oder kommt mir das nur so vor, weil die Trennung nach einer Woche immer schwerer ist als nach drei Tagen? Jedenfalls sollte ich wirklich langsam darüber nachdenken, was man gegen die Fernbeziehung tun kann. Also, gegen das "Fern", nicht gegen die "beziehung" ;-)

Natürlich haben wir nicht alles gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waren nicht im Kino, dafür haben wir aber einen schönen kleinen Ausflug gemacht. Ich habe Garfield ein paar Orte aus meiner Kindheit gezeigt. Essen waren wir natürlich, allerdings war der Cheeseburger nicht so lecker, wie in meiner Vorstellung. Nächstes Mal tut's auch McDoof. Himmelfahrt waren wir bei meinen Eltern und hatten dort einen wirklich schönen Tag. Wir waren sogar baden - mit Hund! Schön, dass Garfield da kaum noch Berührungsängste hat. Mein Bruder inklusive Freundin sowie meine Schwester mit ihrer besten Freundin waren auch da, es wurde gegrillt und geredet und viel zu viel gegessen. Die Freundin meiner Schwester war früher so oft bei uns, dass sie für mich wie eine kleine Schwester ist. Ich war froh, dass Garfield sie genauso nett und witzig fand, wie ich. Interessanterweise teilt er auch meine Meinung über die Freundin meines Bruders, C. Mich nervt dieses Mädel ganz gewaltig. Sie ist so eine, die glaubt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Weiß alles. Und hat immer recht. Meine Schwester kommt ganz gut mit ihr klar, deshalb dachte ich, es wäre vielleicht eine Altersfrage. Immerhin ist C. fast 10 Jahre jünger als ich. Allerdings haben mir meine (ebenfalls 10 Jahre jüngeren) Cousinen neulich gestanden, dass sie C. auch fragwürdig finden. Sie hat so eine aufgesetzte Art... Da schüttelt's mich richtig! Naja, letztendlich muss mein Bruder selbst wissen, mit wem er zusammen ist. Immerhin waren die beiden vor kurzem getrennt, haben sich dann aber wieder zusammengerauft. Es wäre doch zu schön gewesen... Es gibt nettere Mädels in seinem Bekanntenkreis... Übrigens, nachdem Garfield C. das erste Mal getroffen hatte, benutzte er in seinem Urteil über sie in etwa die gleichen Worte wie Dr. Jekyll damals. Irgendwie hat mich das gefreut, warum auch immer. Auf jeden Fall denke ich, dass die Familie mit "meiner Wahl" wesentlich zufriedener ist bzw. sein kann. Meine Schwester meinte letztens, sie fände Garfield viel sympathischer als Dr. Jekyll. Das ging runter wie Öl. Übrigens, im Gegensatz zu Dr. Jekyll damals, kann Garfield meine Schwester gut leiden. Das ist gut, denn ich rede oft genug schlecht über sie. Es ist gut, jemanden an meiner Seite zu haben, der mich an ihre guten Seiten erinnert. Sie kann ja auch wirklich ein Schatz sein, wenn sie will. Und auch sonst scheinen alle Garfield zu mögen - sogar mein Hund! Normalerweise hat Madame ein Riesenproblem mit Männern bzw. Fremden, aber von Garfield lässt sie sich ohne Weiteres streicheln. Ich bin begeistert! Und am Freitag hat Garfield dafür gesorgt, dass sich auch der Letzte in der Familie endlich seinen Namen merkt. 

Mein Cousin hat seinen 30. Geburtstag nachgefeiert, wodurch Garfield wiedereinmal in den Genuss einer Familienfeier kam. Das war nun schon seine dritte Begegnung mit der Sippe, man kannte ihn also schon. Nur mein Cousin, der kannte ihn noch nicht, weil er weit weg wohnt und fast nie da ist. Mein Cousin war zu Teenie-Zeiten mein Held, eine Art großer Bruder. Um so schöner fand ich, dass Garfield ihn in Ordnung fand. Und wohl auch selbst als "in Ordnung" befunden wurde. Jedenfalls hat sich Garfield bei der Gelegenheit so richtig schön abgeschossen. Er hat den großen Fehler begangen, mit meinem Onkel Weißen zu trinken. Zu zweit eine Flasche Doppelkorn... wo mein Schatz sonst fast nix trinkt! Irgendwann wurde er sehr ruhig (Mein Onkel war zu diesem Zeitpunkt übrigens schon im Bett verschwunden.) und litt still vor sich hin. Ich konnte nicht viel mehr tun, als ihm Wasser einzuflößen. Als er dann schwankend Richtung Bad verschwand, war auch allen anderen klar, dass da jemand zuviel getankt hatte. Wie war das mit dem Schaden und dem Spott? Mein Cousin hatte Mitleid, denn auch er hatte den Fehler schon begangen, mit seinem Vater zu trinken. Immerhin ließ sich meine Schwester angesichts von Garfields desolatem Zustand überreden, uns nach Hause zu fahren. Ich bekam viele gute Ratschläge und eine Tüte mit auf den Weg. DIE brauchte Garfield zum Glück nicht, er hielt sich tapfer. Beim Aussteigen dann an der Laterne. Wir gingen noch eine Runde um den Block, dann verabreichte ich meinem Helden eine Kopfschmerztablette, brachte ihn ins Bett und stellte einen Eimer vor selbiges. Für alle Fälle... Unverständlicherweise ging es Garfield am nächsten Tag ganz prima, deshalb mache ich mir Sorgen, was den Lerneffekt angeht. Aber der Rest der Familie wird ihn schon bei jeder sich bietenden Gelegenheit daran erinnern, dass man bei manchen Sachen lieber mal nein sagen sollte ;-)  Immerhin bin ich verliebt genug, um die ganze Sache lustig, und nicht peinlich zu finden. Und ein Gutes hatte es auch: Dank Garfield hat keiner gemerkt, dass ich ebenfalls ziemlich viel getankt hatte. Diese Maibowle... Einfach zu lecker!

Dann habe ich noch eine tolle Nachricht: Ich werde Patentante!!! Bei besagter Feier haben mich mein Cousin und seine Frau gebeten, Patin ihres zweiten Kindes zu werden. Ich bin begeistert! Endlich kann ich ganz legitim Babysachen und Plüschtiere kaufen! Ich muss mich nur noch informieren, was man als Patentante so macht... Wird übrigens ein Mädchen. Habe ich eigentlich ein Vetorecht bei der Namensgebung?

Oh, und unseren Urlaub haben wir auch gebucht. War gar nicht so einfach, denn es gibt auf Usedom ja Unmengen Hotels. Zum Glück waren unsere Ansprüch in etwa gleich, so dass es keinen Streit darüber gab, ob es nicht auch ein Zelt tut. Oder ein VW-Bus ;-) Am Ende haben wir ein ganz schickes Hotel gefunden, schon alles gebucht und angezahlt. Hier gucken, und neidisch sein. Wir haben ein Maisonnette-Zimmer! Und diese Bäder! Mit Bank in der Dusche! Und der Wellness-Bereich! Wir haben uns beide auf Anhieb in die Homepage verliebt und sind jetzt sehr gespannt. Wenn Garfield das nächste Mal kommt geht es schon los, sechs Tage Ostsee. Jetzt hoffen wir nur noch auf Strandwetter. Einen neuen Bikini habe ich schon... 

15.05.2009 um 14:11 Uhr

Der Plünderer kommt

So, in ein paar Stunden ist es wieder soweit. Dann fällt ein Mann in meine ordentliche Wohnung und mein langweiliges Leben ein - dieses Mal für eine ganz Woche!!! Da gilt es einiges vorzubereiten. Ganz oben auf der Liste steht natürlich die eigene Verschönerung: Beine rasieren und sexy Unterwäsche raussuchen. Frau tut ja, was sie kann. Dann kommt die Wohnung dran, denn auch da besteht durchaus Handlungsbedarf. Ich muss unbedingt mal durchsaugen. Und die Betten frisch beziehen... obwohl das vielleicht nicht so sinnvoll ist. Wird sowieso alles in nullkommanix wieder eingesaut. (Wir dürfen nämlich zum ersten Mal quasi "ohne Schutzkleidung"... höm. Ich freu' mich!) Also streiche ich das. Auf jeden Fall verschwinden aber die Winnie Pooh-Boxershorts und das labbrige Schlafshirt (Ab jetzt wird wieder sehr leicht bekleidet geschlafen.) genauso aus dem Bett wie der Stoff-Elefant. Der findet Asyl im Schrank bei seinem Kumpel dem Hund. Da können die Beiden sich dann gegenseitig ihr Leid klagen, nämlich, dass alle zwei Wochen kein Platz mehr für sie ist in meinem Bett. Und sie ansonsten als Kuschelersatz herhalten dürfen. Man hat's schon nicht leicht, als Stofftier. Man wird nur ausgenutzt. Was steht noch auf meiner Liste? Oh ja, ich sollte noch ein paar Nahrungsmittel besorgen. Vor allem sollte die Keksdose wieder gut befüllt werden, denn so ein Mann hat ja irgendwie ständig Hunger. Und wenn er dann marodierend und plündernd durch die Küche zieht, auf der Suche nach Nahrung, hält ihn die Keksdose wenigstens kurz auf. Bevor er dann den Kühlschrank plündert. Oder meine Schoki-Dose. Das gilt es zu verhindern. Ich denke, das war's. Naja, ist noch überschaubar.

Wir haben uns schon wieder eine Menge halb vorgenommen für unsere gemeinsame Woche. Das heißt, dass wir ein paar Dinge besprochen haben, die wir mal machen KÖNNTEN, ohne allerdings etwas fest zu PLANEN. Am Ende werden wir wieder nix machen, weil wir nicht aus dem Bett kommen. Aber das ist nicht so schlimm, wir sind schließlich noch jung. Wir haben noch genug Zeit, schwimmen zu gehen, Flugplatzmuseen zu besuchen oder Leichen anzugucken. Was wir aber auf jeden Fall tun werden: Essen gehen. Am 19. Mai feiern wir fünf Monate Beziehung und gehen in das American Diner, wo wir unser erstes Date hatten. Das ist allerdings eher ein Zufall, denn da will ich schon lange mal wieder hin. Seit zwei Wochen träume ich von einem fetten Cheeseburger... Dann wollten wir ins Kino gehen. Garfield ist ja nicht so der Kinogänger, aber ab und zu kann ich ihn überreden. Jetzt habe ich ihn dazu gebracht, sich mit mir "Illuminati" anzugucken. Allerdings bin ich schon wieder am Überlegen... Ich fand die Bücher von Dan Brown ziemlich spannend, war von der ersten Verfilmung aber sehr enttäuscht. "The Da Vinci Code" war so ein grottenschlechter Film! Was, wenn "Illuminati" genauso schlecht ist? Kann ich Garfield das antun? Hält unsere Beziehung das aus? ;-) Vielleicht lieber ein anderer Film? Ich kann ihm ja "Wolverine" vorschlagen, der ist zwar sinnlos, aber immerhin lockt ein nackter Hugh Jackman. Lecker! Aber, ob ich Garfield damit auch locken kann? Falls ja, sollte ich mir Gedanken machen...

A propos "Was hält eine Beziehung aus?", da fällt mir doch gleich unser vorgestriges Telefonat ein. Es war furchtbar, da gibt es nichts zu beschönigen. Garfield hat zum ersten Mal Bekanntschaft mit der guten alten Frau PMS gemacht. Er war nicht so gut drauf, hat einige blöde Bemerkungen gemacht, die ich auf mich bezogen habe, obwohl sie nicht so gemeint waren, und schon liefen bei mir die Tränen. Man, ist mir das heute noch peinlich! Da heule ich einfach so los, eigentlich ohne Grund. Natürlich war er schockiert und überfordert und hat sich tausendmal entschuldigt. Aber dieser niedrige Hormonspiegel ist doch echt zum Kotzen! Im Moment bin ich überempfindlich, mich stresst alles und ich könnte bei jeder Gelegenheit flennen. Da reicht schon ein Foto von Oma Schulze mit ihrem Enkel beim Entenfüttern in der Zeitung, schon habe ich Pipi in die Augen. Ich möchte ein Mann sein! Keine Hormonschwankungen... Was haben's die Kerle gut!

Hach, mehr fällt mir jetzt wirklich nicht ein. Ich verabschiede mich also für eine Woche, denn - da mache ich mir keine Illusionen! - wenn mein Schatz da ist, habe ich keine Zeit/Gelegenheit, mich Blogigo zu widmen. Leider. Also Leute, bitte keine Katastrophen nächste Woche, keine sich überschlagenden Ereignisse, keine Spontantrennungen oder -schwangerschaften, sonst muss ich, wenn Garfield weg ist, wieder so viel nachholen bzw. -lesen. Was mich natürlich davon abhält, vernünftige Dinge zu tun, wie etwa Bewerbungen schreiben. Da habt ihr's: Ihr seid schuld, dass ich immer noch arbeitslos und asozial bin!

14.05.2009 um 16:19 Uhr

Ich habe

... mir vorhin im H+M meines Vertrauens zwei "Tubetops" gekauft. Mit eingebautem Bustier! "Bustier"... allein dieses Wort! Hab' ich zuletzt mit 14 getragen... Aber was ich eigentlich sagen wollte: Hält das? Nicht, dass meine Möpse auf einmal Freigang erhalten. Sie sind zwar durchaus ansehnlich, aber man muss ja niemanden reizen. Also, irgendwelche Erfahrungswerte?

Und die Unterarme epiliert. Habe ich auch noch. Eine Freundin hat mich drauf gebracht und ich hatte eben Langeweile. Man, sind die jetzt weich! Ich könnte mir die ganze Zeit die Arme streicheln! Ist das der Beginn eines Fetisch? Oder werde ich egosexuell?

Das musste auch mal gesagt werden.

13.05.2009 um 11:05 Uhr

PS

Wieso erscheinen die Einträge nicht? Muss man jetzt immer ein PS hinterherschicken, weil nur der vorletzte Eintrag angezeigt wird? DAS NERVT!!! Hallo? Herr Administrator? Ist da jemand?

13.05.2009 um 11:02 Uhr

Mission: Ohrlöcher

In "meinem" Laden, wo ich zwei- bis dreimal die Woche "arbeite", stechen wir ja auch Ohrlöcher. In den meisten Fällen heißt das: wir quälen kleine Kinder. Gestern hatten wir wieder so einen Fall...

Die Kleine war echt süß, vielleicht so fünf Jahre alt. Blonde Haare, zierlich, in rosa gekleidet, Arielle-Barbie in der Hand. Eben ein richtiges Mädchen. Sie kam mit Mutti und sah ein bißchen so aus, als hätte genau die sie zu diesem Schritt überredet. Die Kleine selbst wirkte nämlich von Anfang an ziemlich ängstlich. Ich horche bei sowas ja immer auf, denn wenn das Kind Angst hat bzw. nicht wirklich will, haben wir eigentlich keine Chance. Aber die Kleine blieb relativ entspannt, suchte sich ihre Ohrstecker aus, ließ sich von mir die Punkte anmalen und auch die Öhrchen desinfizieren. Alles kein Problem. Dann sah sie die Pistolen und entschied spontan, dass sie DAS dann doch nicht wollte. Sie zog die Schultern hoch und drehte den Kopf weg. Außerdem fing sie schonmal vorsorglich an zu schluchzen. Was dann folgte, ist eigentlich immer das Gleiche: Meine Chefin und ich knien vor der Kleinen und reden mit Engelszungen auf sie ein. Dahinter steht Mutti und schwankt zwischen Angst und Enttäuschung. Und macht natürlich alles falsch. In diesem Zusammenhang fallen immer dieselben Sätze, die eigentlich alles andere als hilfreich sind. Zuerst kommt: "Wenn du das nicht machen lässt, gibt es hinterher auch kein Eis!" Den Kindern wird nämlich ausnahmslos immer ein Eis versprochen. Nun sind Kinder ja auch nicht blöd und wissen, wenn ich für das hier ein Eis bekomme, dann kann es nicht so harmlos sein, wie alle sagen. Wie zur Bestätigung kommt dann noch meist: "Das tut auch nur ganz kurz/gar nicht weh." Wie gesagt, auch Kinder sind nicht blöd und riechen bei dem Satz endgültig Lunte. Denn egal, was Mutti oder Vati sagen will, bei dem Kind bleibt nur das böse w-Wort hängen, "wehtun". Das reicht normalerweise schon - das Kind fängt an zu heulen. Diese Mutter gestern schob dann noch etwas richtig Dummes hinterher: "Du darfst auch weinen oder den ganzen Laden zusammenbrüllen!" Hmmm, denkt sich da die Kleine, warum sollte ich weinen oder brüllen, wenn das nicht wehtut? Nun weigert sich das Kind standhaft und Mutti oder Vati werden immer verzweifelter. Schließlich ist das auch peinlich, wenn das Kind vor allen anderen Kunden heulend auf dem Stuhl sitzt und wir Verkäuferinnen, Pistolen in den Händen, vor ihm knien und 15 Minuten auf es einreden. Normalerweise kommen dann letzte verzweifelte Überredungsversuche: "Du willst doch hübsch sein..." oder, auch sehr beliebt, "Du willst doch dem Papa/der Oma/der Amy heute abend/morgen/am Wochenende deine neuen Ohrringe zeigen." Sehr beliebt ist auch: "Wenn du das jetzt nicht machen lässt, war's das. Wir versuchen das nicht nochmal." oder "Wir sind doch extra deswegen hergefahren!" Dem Kind wird ein schlechtes Gewissen eingeredet. Die Mutti gestern hatte noch einen tollen Spruch auf Lager: "Dann gebe ich die Ohrringe eben Amy." Ich nehme an, Amy war ihre beste Freundin. Das sollte den Neid wecken, klappte bei der Kleinen aber nur bedingt. Sie blieb bei ihrem nein. Aus Erfahrung weiß ich, entweder man macht es gleich, oder gar nicht mehr. Wenn man erstmal anfängt, mit dem Kind zu diskutieren, hat man eh' schon verloren. Wenn es nicht will, will es nicht. Wir hatten mal eine Siebenjährige, die uns eine geschlagene halbe Stunde die Ohren vollgeheult hat. Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, sie hatte das Ganze schonmal hinter sich. Das eine Loch war nicht gut verheilt, die Eltern mussten den Stecker wieder rausnehmen und das Loch ist zugewachsen. Nun war das Kind über ein Jahr mit einem Ohrring rumgelaufen, was die Eltern jetzt ändern wollten. Ob die Kleine das auch wollte... ? Jedenfalls hatte sie von Anfang an wahnsinnige Angst und überambitionierte Eltern im Hintergrund. Die Mutter wollte verhandeln, redete auf das Kind ein, drohte, schmeichelte, bestach, wurde wütend, streichelte... das ganze Programm. Das ging eine halbe Stunde, wenn nicht sogar noch länger. Schließlich riss dem Vater der Geduldsfaden und er zog das heulende Kind aus dem Laden. Väter können bei sowas erstaunlich konsequent sein, Mütter diskutieren lieber. Die Mutter gestern hatte nach einer Weile ein Einsehen, wir packten ihr die Ohrstecker ein und sie ging. Erledigt... dachte ich. Nach zehn Minuten standen die Beiden wieder im Laden. Dieses Mal wollte die Kleine wirklich... Zumindest klang ihr "ja" recht überzeugt. Als sie dann die Pistolen sah... ihr wisst schon. Die Mutter bot sogar an, kurz rauszugehen, das Eis schon zu holen. Hallo? Die dachte doch nicht wirklich, die Kleine würde mit uns dableiben und sich dann in die Ohren schießen lassen! Jedenfalls hatte ich dann die rettende Idee und bot der Kleinen an, sich auf Mamas Schoß zu setzen. Tja, was soll ich sagen? Ich hab's mit Kindern, die Kleine war sofort entspannt und ließ uns ran. Da hätte die Mutter auch allein drauf kommen können... Übrigens, kaum hatten wir abgedrückt, brüllte die Kleine los. Sie hatte ein ordentliches Organ, muss ich sagen. Sie beruhigte sich auch gar nicht mehr. Der netterweise von mir angebotene Bonbon, der Spiegel, um sich darin zu bewundern, alles uninteressant. Und dann das Lachen und Trösten der anderen Kundinnen, die sofort an ihre eigenen ersten Ohrringe denken. Und den Kindern dann gern erzählen, dass das alles heute ja überhaupt nicht mehr schlimm sei. Bei ihnen damals aber... da wurde mit einer heißen Nadel durch die Ohrläppchen gestochen! Naja, die Kleine beruhigte sich doch irgendwann und war dann sogar stolz auf ihre neuen Ohrringe. Mission accomplished.

So ungefähr läuft das immer ab. Meine Chefin ist dann auch immer ganz fertig mit den Nerven. Übrigens fallen mir gerade nur zwei Ausnahmen ein: Einmal hatten wir eine kleine Chinesin (?), die nicht mal mit der Wimper gezuckt hat. Und danach hat sie sich ewig im Spiegel bewundert, den Kopf hin- und hergedreht. Die war echt süß. Und dann hatten wir letztens eine kleine Hyperaktive, die ist direkt nach dem Schießen aufgesprungen, im Laden rumgehüpft, und hat geschrien: "Das tat ja gar nicht weh!" Die war gut!

Und nochwas: wir haben Erwachsene, die sind viel ängstlicher und machen mehr Tamtam als so manches Kind.  Da fällt mir doch gleich dieser Typ letztens ein...

Wir waren gerade dabei, einem Teenager die Ohren zu verschönern, da kam dieser Junge mit... ähm... Migrationshintergrund rein. Darf man das so sagen? Er sah jedenfalls türkisch aus und sein Deutsch war nicht sooo super. Sind "Monk"-Fans unter euch? Hat jemand die Folge gesehen, als Monk in einem U-Boot war? Für Uneingeweihte: Monk war in einem U-Boot und bekam natürlich Probleme. Als ihm abends seine Koje gezeigt wurde, fragte er den Matrosen: "Kann man das ausklappen?" Und der Matrose antwortete: "Nein, das ist alles." Monk nahm die Antwort auf, man unterhielt sich über was anderes, dann kam wieder die Frage: "Kann man das ausklappen?" Der Matrose wieder: "Nein, das ist alles." So ging das eine Weile. Als der Matrose schließlich meinte, er würde sich jetzt hinlegen, kam von Monk ein: "Ich geh' auch schlafen. Ich klapp' meins nur noch kurz aus." Seit ich diese Folge gesehen habe, ist "Kann man das ausklappen?" eine Art running gag bei Garfield und mir. Warum ich das erzähle? Nun, dieser junge Türke war schlimmer als Monk! Als der den Laden betrat, fragte er als erstes, ob wir auch Ohrlöcher stechen. Zur Erinnerung: Da saß schon ein Mädel und ließ das über sich ergehen. Das war absolut offensichtlich und die Frage damit überflüssig. Ich antwortete trotzdem und erläuterte dem Jungen auf Nachfrage auch die Preise. Ich erklärte, dass man die Stecker bezahlt und das Schießen quasi inklusive wäre. Der Junge überlegte kurz und fragte dann, ob wir nicht nur stechen könnten, er hätte schon Ohrringe zu Hause. Ich erklärte ihm geduldig, dass das nicht ginge, weil wir die Stecker mit der Pistole durchschießen und so die Löcher entstehen. Ohne Stecker kein Loch. Und in die Pistole passen nur unsere Stecker. Der Junge hörte aufmerksam zu... und stellte mir dieselbe Frage wieder! Ich erklärte es noch einmal, mit anderen Worten. Er hörte zu, stellte dann eine andere Frage, ich war voller Hoffnung... dann kam die ursprüngliche Frage wieder: "Und nur Stechen? Das geht nicht?" Ich war kurz vorm Platzen! Meine Chefin warf mir schon vielsagende Blicke zu, ich versuchte, entspannt zu bleiben. Der Kerl war ein echter Härtefall. Und unsympathisch noch dazu! Immer wieder erklärte ich ihm das Gleiche, aber irgendwie kam es nicht bei ihm an. Schließlich hatte er sich durchgerungen, bezahlte und ließ meine Chefin machen. Wir boten ihm das Antisept an, mit dem man die Ohren vorsorglich beträufeln kann. Man MUSS das Zeug nicht kaufen, es geht auch ohne. Eigentlich geht es nur darum, dass man nicht an dem verkrusteten Stecker dreht, sondern das Ganze vorher etwas anfeuchtet. Das geht auch mit Spucke, oder Bepanten, oder sonstwas. Man muss nämlich das Ding einmal täglich kurz drehen, also lockern. Das haben wir dem Kerl erläutert, so, wie jedem Kunden. Dieser hier war anders. Er kapierte es nicht. Immer wieder fragte er, wie lange er an dem Stecker drehen sollte... Wir waren kurz vorm durchdrehen! Schließlich wurden wir den Jungen doch noch los und wollte gerade anfangen zu lästern, da kam er nochmal angedackelt. "Wie oft muss ich drehen und wie lange?"

Übrigens erzählte mir meine Chefin kurze Zeit danach, der Typ wäre einen Tag später in der anderen Filiale aufgetaucht und hätte dort das Antisept gekauft. Er sagte den Damen dort noch, wir hätten ihm davon nichts erzählt... AAARGHHHH! KUNDEN!!!

11.05.2009 um 14:05 Uhr

Mecker-PS

Was ist hier eigentlich schon wieder los? Dass die Uhrzeit nicht stimmt, darüber kann man ja noch hinwegsehen. Aber die aktuellen Einträge werden auch nicht mehr angezeigt! Und manchmal ist ein Eintrag nach dem Veröffentlichen gar nicht da! Das ist doch Mist!!!

11.05.2009 um 14:00 Uhr

Der Brief

So, heute hatte ich also wieder einen Termin bei meiner Arbeitsvermittlerin. Sie ist sehr nett, aber ich hatte trotzdem Bammel. Immerhin habe ich seit unserem letzten Gespräch nicht eine einzige Bewerbung geschrieben... Nicht aus Faulheit, sondern weil ich einfach noch nichts passendes gefunden habe. Frau F. war aber auch heute wieder sehr nett und zufrieden damit, dass ich ihr meine Pläne unterbreitet habe. Die fand sie auch allesamt gut und macht sich keine Sorgen, dass ich eventuell nicht in die Puschen kommen könnte. Naja... ich kenne mich besser... Zum Glück habe ich aber einen Freund, der mir immer mal wieder sanft in den Allerwertesten tritt.

Als ich zurückkam, fand ich einen Brief in meinem Briefkasten. Ja, einen richtigen, so mit Briefmarke und Stempel und Adresse. Bekommt man heutzutage ja nicht mehr so oft, höchstens Rechnungen. Und auf die kann ich verzichten. Dieser Brief kam jedenfalls von Garfield. Mein erster Impuls: Freude. Aber dann kam sofort Mutter Misstrauen um die Ecke geschlichen... Immerhin hat nicht nur mein lieber Ex - wir erinnern das (sic!) - per Brief mit mir Schluss gemacht, sondern auch der Freund davor. Mein erster fester Freund! Gut, das war damals eine Fernbeziehung und ein Brief daher naheliegend, aber trotzdem... Jedenfalls bin ich irgendwie Brief-geschädigt und traute mich gar nicht, diesen aufzumachen. Ich überlegte erstmal hin und her, ließ mir die letzten Telefonate und Mails durch den Kopf gehen und suchte nach Anzeichen, dass etwas falsch lief. Aber mir fiel nichts ein, momentan läuft aus meiner Sicht alles prima. Aber das war ja beim letzten Mal auch so... Schließlich nahm ich doch allen Mut zusammen, öffnete das Teil und... TADA... es war nichts weiter als ein wundervoller Liebesbrief! Ja, werdet ruhig blass vor Neid, Garfield hat mir einen Liebesbrief geschrieben! Auf zwei Seiten schreibt er, wie glücklich er mit mir ist und dass er mir dafür dankt, dass ich mich von ihm habe finden lassen. Das ist so süß! Ich war ganz gerührt... Und weiß gar nicht, wie ich ihm danken soll. Wenn ich es heute abend am Telefon anspreche, ist ihm die Aktion bestimmt peinlich.

Dann war ich gestern bei meinen Eltern, wegen Muttertag. Blümchen und Kuchen vorbeibringen. Und bei der Gelegenheit gleich mal ein feines Mittagessen abgreifen, Spargel...hmmm! Jedenfalls begann mein Papa auf einmal, mich wegen meines Wechsels auf Magister zu löchern. Warum ich damals nach einem Semester nicht mehr Lehrer werden wollte. Nun, ich versuchte es ihm zu erklären, was aber gar nicht so einfach war. Damals erschien mir dieser Weg richtig und nötig, aber heute? Ich weiß nicht... Ich war damals, nach einer Woche Einführungspraktikum, einfach der Meinung, ich würde niemals eine gute Lehrerin abgeben. Außerdem meinte ich, mit dem anderen Abschluss hätte ich mehr Möglichkeiten. Ist natürlich alles Blödsinn. Die Möglichkeiten sind im Grunde dieselben, und was das Praktikum angeht... Ich habe mich damals einfach gleich wieder als Schüler gefühlt, und war überzeugt, das wäre nicht richtig so. Aber was hatte ich denn nach einem Semester erwartet? Viele der Schüler waren nicht sehr viel jünger als ich! Und dass ich mich wie ein Schüler dort gefühlt habe, zeigt doch nur eins: ich habe mich in dieser fremden Schule gleich ziemlich wohl gefühlt. Tja... ich mag Schulen einfach. Wahrscheinlich, weil ich immer so ein Glück hatte mit meinen Lehrern. Ja, genau das ist das Problem: Ich habe einige meiner Lehrer richtig gern gehabt. Besonders meine Englischlehrerin, eine tolle Frau. Ich habe sie bewundert und freue mich noch heute tierisch, wenn ich sie irgendwo treffe. Dann quatschen wir gleich stundenlang. Und da waren noch mehr tolle Lehrer, starke Frauen und sehr nette Männer. Ich hatte fast nur Lehrer, die unheimlich in ihrem Beruf aufgingen. So wurde mir natürlich ein völlig idealisiertes Berufsbild vermittelt und ich wollte unbedingt auch Lehrer werden. Was lag näher? Ich bin ein As in Sprachen, habe gern Recht, spreche gern vor Menschen (Das hat sich aber erst während des Studiums mit seinen tausend Referaten herauskristallisiert.), stehe überhaupt gern im Mittelpunkt und liebe Schulen. Während dieses Praktikums damals kam mir dann zum ersten Mal der Gedanke, dass ich vielleicht eine etwas irreale Vorstellung von diesem Beruf haben könnte... und ich warf das Handtuch. Ohne Alternativplan. Hätte ich den gehabt, hätte ich während des Studiums richtungsweisende Praktika gemacht. Habe ich aber nicht, weil ich keinen Plan hatte. Ich lebte (und studierte) in der Hoffnung, dass ich eines Tages eine Erleuchtung habe. Nun, die hatte ich noch nicht. Es gibt viele Bereiche, die mich reizen, aber nichts Konkretes. Andererseits weiß ich genau, worauf ich bei meinem Beruf Wert lege: ich will mit Menschen arbeiten, ich will Abwechslung, ich will Sicherheit, ich will genug Freizeit. In der Medienbranche werde ich wohl kaum Sicherheit und viel Freizeit finden. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich dem Druck standhalten würde. Eine Lehrtätigkeit dagegen erfüllt alle diese Kriterien. Jedesmal, wenn ich mit Freundin T. telefoniere, beneide ich sie um ihren Job. Sie arbeitet nun seit fast einem Jahr richtig als Lehrerin, verdient ordentlich und braucht sich keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Sowas will ich auch! Ja, in letzter Zeit wurde der Gedanke an den Lehrerberuf immer verlockender. Und nun schickt mir das Schicksal sozusagen einen Wink mit dem Gartenzaun. Die Fragerei meines Papas zielte nämlich nur auf eins ab: meine Eltern, bzw. eigentlich meine Schwester, verfügen über das nötige Vitamin B, welches auch noch angeboten hat, mir zu helfen, falls ich doch noch Lehrerin werden möchte. Vitamin B meinte nämlich, dass die Lage im Moment so prekär wäre, dass sogar "Leute wie ich" als Lehrer eingestellt werden. Tja... Ich denke, ich werde dieses B nutzen. Meine Schwester soll mal den Kontakt herstellen. Wer hätte das gedacht? Jetzt wird die Rosa Maus vielleicht doch noch Lehrerin! Leute, schließt eure Kinder zuhause ein Fröhlich

Dann hatte der Besuch zu Hause noch was Gutes, denn meine Eltern haben mich auf eine Idee gebracht. Garfield und ich hatten vor einiger Zeit beschlossen, im Sommer zusammen nach Usedom zu fahren. Unser erster gemeinsamer Urlaub! Mein erster Urlaub mit Mann überhaupt!!! Das habe ich gestern zuhause erzählt und bekam genau die Reaktion, die ich erwartet hatte: In der Ferienzeit an die Ostsee? Seid ihr verrückt? Da ist es doch völlig überteuert! Tja, geDACHT hatte ich das auch schon, sogar angesprochen. Garfield meinte aber, dass wäre bestimmt nicht so extrem.  Jedenfalls hatten meine Eltern dann eine prima Idee, auf die wir auch selbst hätten kommen können (Genau genommen, hatte ich diese Idee schonmal, habe sie aber wieder verworfen, weil ich dachte, Garfield wäre bestimmt dagegen.): Anfang Juni haben Garfield und ich eine Woche zusammen Urlaub. Eigentlich ist geplant, dass ich dann mal wieder zu ihm fahre und wir dann sozusagen zusammen Urlaub bei ihm machen. Viel cleverer wäre es natürlich, in dieser Woche irgendwohin in Urlaub zu fahren, und meinen Besuch bei ihm auf den Sommer zu verschieben. Anfang Juni ist noch keine Ferienzeit, so dass wir eher etwas finden werden, das unseren Ansprüchen UND finanziellen Möglichkeiten entspricht. Ich finde die Idee, schon in drei Wochen Urlaub zu machen, sowieso sehr verlockend. Man, ich war seit drei Jahren nicht mehr weg! Oder sogar vier? Das letzte Mal war Gran Canaria mit den Mädels... könnte 2005 gewesen sein. Und ist damit definitiv zu lange her! Ich habe das alles also genau durchdacht und noch gestern abend per Mail Garfield vorgeschlagen. Anfang Juni hätten wir sogar mehr Möglichkeiten. Wir könnten, wie geplant, nach Usedom fahren. Oder aber, ich komme zu ihm und wir starten dann Richtung Süden. Soooo weit ist das Mittelmeer ja nicht. Ich denke da an Italien... Adriaküste... oder Ligurien. Darüber habe ich letztens was gelesen, soll sehr schön sein. Oder sogar Frankreich, die Côte d'Azur. Obwohl man auch Gutes über Kroatien hört... Garfield hat heute schon geschrieben, er ist mit meinem Vorschlag einverstanden. Er ist aber immer noch für die Ostsee, weil er Angst hat, das alte Auto könnte unterwegs eine Panne haben. Und im Ausland wäre das wohl ziemlich blöd. Er meinte aber, wenn ich gute Argumente habe, lässt er sich auch vom Mittelmeer überzeugen... Hmm, mal sehen... Für Italien sprechen eindeutig kulinarische Aspekte. Wir lieben Pizza und Pasta! Kroatien wäre finanziell gesehen günstig. Und Frankreich hätte den Vorteil, dass ich die Sprache perfekt beherrsche und mich wie zu Hause fühle. Und das Mittelmeer insgesamt bietet den Vorteil, dass wir da ganz sicher "Wetter" haben. Zwar konnte man in den letzten Jahren auch schon Anfang Juni prima in der Ostsee baden, aber wer weiß... Hat nicht irgendjemand von euch den ultimativen Urlaubstipp??? Zu Hülf!!!

07.05.2009 um 12:27 Uhr

Was wäre wenn?

Mein Ex hält am 26. Mai einen Vortrag bei einer Fortbildung. Das hat mir pipl.com gestern gesagt. (Übrigens, eine sehr zuverlässige und umfassende Personensuchmaschine. Kann ich nur weiterempfehlen!) Meine erste, intuitive, Reaktion war, ihm eine Mail zu schicken, die PDF mit dem Programm anzuhängen und ihm viel Glück zu wünschen. Ich weiß ja, dass er es hasst, Vorträge zu halten. Wenn er vor Menschen sprechen muss, kommt die ganze, sonst gut getarnte, Unsicherheit hoch. Natürlich habe ich das nicht gemacht. Erstens, weil das dämlich wäre, und zweitens, weil es dämlich wäre. Schließlich haben wir im Grunde keinen Kontakt mehr - soviel hat er mir schon klargemacht. Sein letztes Lebenszeichen war eine SMS zu meinem Geburtstag über die ich mich wahnsinnig geärgert habe. Damals im Februar, nachdem ich meine Magisterarbeit endlich abgeben konnte, hatte ich ihm zweimal 'ne Mail geschrieben und ganz stolz von meinem kleinen persönlichen Erfolg erzählt. Keine Reaktion. Und das, obwohl er wusste, wie lange ich daran gebastelt hatte und vor allem, dass er mich in meiner Arbeit um Monate zurückgeworfen hatte. Er hätte also wenigstens mal kurz gratulieren können. Aber, nix. Zu seinem Geburtstag, eine Woche vor meinem, hatte ich ihm dann eine Karte geschickt. Und einen kleinen Brief. In den Brief legte ich einen Radiergummi, den ich mir vor über einem Jahr mal von ihm geborgt hatte. Der hatte irgendwie den Weg in meine Tasche und dann auf meinen Schreibtisch gefunden und mir dann gute Dienste beim Reinigen diverser Bibliotheksbücher geleistet. Nun brauchte ich ihn nicht mehr und fand es witzig, ihn zurückzugeben. Das habe ich in dem Brief erklärt. Den Text der Karte und des Briefes hatte ich zehnmal umgeschrieben. Zuerst klang er noch vorwurfsvoll und nachtragend, am Ende eher unverbindlich und freundlich. Ersteres schien mir einfach zu kindisch und unangemessen. Es sollte schließlich einfach nur eine Geburtstagskarte sein, keine Abrechnung. Ich wollte ihm nur zeigen, dass ich ihn nicht vergessen habe und ihm nur das Beste wünsche. Seine Reaktion war besagte SMS. Er bedankte sich für die Karte und wünschte mir alles Gute und einen schönen Geburtstag. Kurz und knapp, unpersönlich, und vor allem: Einen Tag zu früh! Der Idiot hatte sich nicht mal meinen Geburtstag gemerkt, obwohl der so einfach zu merken ist! Genau eine Woche nach ihm! Hallo? Aus dieser kurzen SMS sprach soviel Arroganz und Ignoranz, Desinteresse... Ich hab' mich genauso unpersönlich bedankt und die Nachricht dann gelöscht. Kapitel beendet. Kontakt beendet. Zumindest von meiner Seite. Jedenfalls habe ich mir das ganz fest vorgenommen.

Trotzdem google ich den Herrn alle paar Monate, denn ich bin ja von Natur aus sehr neugierig. Und die Menschen glauben gar nicht, was einem das Internet alles über sie verrät. Selbst wenn man so vorsichtig ist wie Dr. Jekyll. Ich möchte gern wissen, ob er inzwischen woanders arbeitet (Wie er's ja vorhatte...) oder endlich seinen Doktor hat. Der sollte ja schon vor einem Jahr vor seinem Namen stehen... Nun, die Vortragsankündigung hat mir beides verraten: Vor seinem Namen steht kein "Dr." (Schadenfreude!!! Ha, ER kommt offensichtlich auch nicht zu Potte!) und dahinter noch dasselbe Institut. Soviel dazu. Bleibt immer noch die Frage, was ich mit dieser Information mache. Zur Kenntnis nehmen und vergessen wäre das Beste. Kann ich aber nicht. Denn mir fallen sofort noch mehr Fragen ein: Wie geht es ihm? Ist er immer noch mit dieser Fränkin zusammen? Hat er sich vielleicht um 180° gedreht und seine Meinung über mich geändert? Denn bei allem Glück mit Garfield und aller Liebe zu ihm, stelle ich mir doch ab und zu die Frage: Was wäre wenn? Natürlich ist das dumm. Bescheuert. Aber trotzdem... Es ist doch nunmal so, dass Dr. Jekyll perfekt zu mir gepasst hat. In wirklich jeder Hinsicht. Garfield passt eigentlich überhaupt nicht zu mir. Und trotzdem macht er mich sehr glücklich. Dr. Jekyll hat mich nicht glücklich gemacht, obwohl alles so wunderbar gepasst hat. Das lag aber an seiner Einstellung. Wenn sich die nun ändern würde... Verdammt, ich sollte nicht so denken. Ich DARF es nicht! Wieso kann ich mein Glück nicht genießen, meinen Ex vergessen und nichts mehr hinterfragen?

Ich überlege, ob ich Schusselchen die Fortbildungsankündigung schicken soll. Wer weiß, vielleicht will sie ja hingehen... Ist zwar nicht ganz ihre Richtung - Versuchstiere - aber wer weiß? Ja, es ist eine Fortbildung zum Thema Tierversuche und Versuchstiere. Da werden sich alle möglichen Tierversuchsfans und -verfechter aus dem ganzen Land treffen und sich zwei Tage lang gegenseitig versichern, wie wichtig ihre Arbeit ist. Und dass es ohne nicht geht. Eine prima Gelegenheit für eine Protestkundgebung militanter Tierversuchsgegner. Falls jemand von euch einer ist oder jemanden kennt: Das Ganze findet am 26. und 27. Mai statt, im "Bundesinstitut für Risikobewertung" in Berlin-Marienfelde (Diedersdorfer Weg 1).

Es tut gut, über diese Sache zu schreiben. Drüber sprechen wäre besser, aber mit wem? Garfield? Ausgeschlossen! Wie soll ich mit ihm darüber reden, dass ich mir manchmal die "Was wäre wenn?"-Frage stelle? Schusselchen wäre perfekt, aber wir sehen uns zur Zeit kaum. Und wenn, dann nur in der Gruppe. Da haben solche Themen nichts zu suchen. Wenn ich ihr das Programm schicke, wäre das vielleicht ein guter Aufhänger für ein Frauengespräch... Ich möchte doch zu gern eine zweite Meinung! Ich will wissen, ob mein Verhalten normal ist oder ob ich etwa schon wieder mit aller Macht versuche, diese Beziehung zu sabotieren? Verdammt...

03.05.2009 um 21:52 Uhr

"Garfield-Wochenende"

Und wieder ein herrliches Garfield-Wochenende vorbei. Ja, seit ich eine Fernbeziehung führe unterscheide ich zwischen "Garfield-Wochenenden" und "Allein-Wochenenden", immer schön abwechselnd. An den Garfield-Wochenenden arbeite ich gewöhnlich nicht - meine Chefin ist so nett, sich an diesen Rythmus zu halten, wenn sie den Dienstplan macht. Sehr zuverlässig schlägt Garfield dann Donnerstag oder Freitag, manchmal sogar schon Mittwoch, bei mir auf, wir verbringen ein tolles Wochenende und Sonntag nachmittag oder abend fährt er wieder. Zwar fällt der Abschied jedes Mal schwer, nachdem man ein paar schöne Tage miteinander hatte, aber eigentlich bin ich auch immer ganz froh, meine Wohnung wieder für mich zu haben. Wenn Garfield hier ist, ist eben kein Alltag und ich komme wirklich zu gar nichts. Man möchte die gemeinsame Zeit ja so intensiv wie möglich nutzen, also verschiebt man alltägliche Aufgaben wie putzen oder Wäsche waschen auf die Woche, wenn man wieder allein ist. Dafür wird viel spazieren gegangen, gekocht, gekuschelt - was man als Paar eben so macht.

Dieses Mal kam er schon Mittwoch abend, denn Freitag war ja Feiertag und Donnerstag hatte er Urlaub genommen. Ich wußte schon seit einer Woche, was ich ihm Feines zur Begrüßung kochen würde. Ja, da kommt das Hausmütterchen durch... Ich gestehe: Ich bekoche meinen Freund gern!  Garfield kam aber so früh, dass wir zusammen Pizza backen und dann fernsehen konnten. Der erste Abend hat immer irgendwie was Magisches. Man täuscht eine gewisse Normalität vor, erzählt sich von seinem Tag, so als hätte man sich nicht gerade zwei Wochen nicht gesehen. Und innerlich ist man total aufgeregt und möchte vor Glück schreien und den anderen gar nicht mehr loslassen. Am ersten gemeinsamen Morgen machen wir normalerweise "la grasse matinée", wie der Franzose sagt, also auschlafen, spät frühstücken, faul rumliegen. Dieses Mal allerdings mussten wir schon um acht raus, weil meine Schwester sich zum Frühstück angesagt hatte. Danach ging's gemeinsam zum Baumarkt, ein Geschenk für meinen Papa kaufen. Der hatte Freitag nämlich Geburtstag... Immer auf den letzten Drücker, wie ich das hasse! Zum Glück haben wir gleich das Gewünschte gefunden und waren um elf wieder frei. Wir bummelten ein bißchen durch die Stadt, ich lud Garfield ganz großzügig zum Eis ein und musste dann feststellen, dass mein Portemonnaie komplett leer war... Nein, sowas Peinliches! ER musste also das Eise bezahlen, zu dem ICH ihn eingeladen hatte... Weil das Wetter so schön war, entschieden wir, nachmittags einen Ausflug in den berühmten städtischen Park zu machen - ein bißchen Kultur muss ja auch mal sein. Allerdings beschränkten wir uns tatsächlich auf den wirkliche wunderschönen Park und ließen Schloss und Ausstellungen links liegen. Wir hatten wirklich viel Spass, vor allem als ich ganz dringend mal in den Büschen verschwinden musste  Fröhlich. Garfield erwies sich als sehr guter "Wachhund"!

Danach schauten wir noch bei meiner Tante vorbei, um ein Fahrrad abzuholen. Garfield, der passionierte Autofahrer, hatte sich nämlich heroisch bereiterklärt, am nächsten Tag mit dem Fahrrad raus zu meinen Eltern zu fahren! Dafür musste wir aber erstmal eins für ihn leihen... Und das mussten wir erstmal knacken! Ja, es gab nur einen Schlüssel für das Schloss und den hatte mein Onkel mitgenommen, also wurde das Rad per Säge "befreit". Auch hier bewies Garfield seine Allround-Qualitäten. Zu Hause wurde wieder gemeinsam gekocht und dann verbrachten wir einen schönen Abend vor dem Fernseher mit Heidi Plump äh Klum und ihren Mädels sowie "Frauentausch". Mit Garfield kann ich prima über diese Dinge lästern.

Freitag war wieder nix mit Ausschlafen, denn wir wollten mittags bei meinen Eltern sein. Ich hatte versprochen, dass wir noch bei den Vorbereitungen helfen würden. Die kleine Radtour mit Garfield war einfach nur schön - mal was anderes als immer mit dem Auto! Der Nachmittag begann entspannt, denn außer dem Geburtstagskind und meiner Schwester war (noch) niemand da. Wir machten das versprochene Dessert (Mein Schatz hat von mir gelernt, Sahne zu schlagen!) und drehten nach dem Mittagessen noch eine Runde mit dem Hund. Danach war es vorbei mit der Ruhe, denn die Besucher kamen Schlag auf Schlag. Garfield hatte wiedermal das zweifelhafte Vergnügen, die ganze Sippe in Aktion zu erleben, denn beim Abendessen war der Kreis auf immerhin 19 Leute angewachsen! Für ihn etwas gewöhnungsbedürftig, aber das gute Essen tröstete über die Enge am Tisch hinweg. Außerdem - ich erkannte meinen Freund gar nicht wieder! - ließ er sich von meinem Papa zu diversen Getränken überreden. Whisky, Obstler... Das nahm gar kein Ende! Und mir erzählt er immer, er trinke eigentlich kaum was! Aber da kam er irgendwie auf den Geschmack... Wahrscheinlich wecken ein Grill und Steaks den Mann im Mann und die Lust auf Alkohol. Und der wiederum die Lust auf was anderes... Nach einer gemeinsamen Dusche hatte ich tatsächlich zum allerersten Mal im Haus meiner Eltern Sex! Ich hatte ja vorher so meine Bedenken, denn als mein Papa das letzte Mal einen Freund von mir zu Whisky überredet hat, saßen wir bis drei Uhr in der Küche, wo sich die beiden Herren über ihre Armeezeit unterhielten und dann schlief ein betrunkener Dr. Jekyll sofort neben mir ein. Garfield allerdings tankte nur soviel, wie nötig war, um unter diesen Umständen bzw. unter diesem Dach Sex zu haben. Ansonsten stellte er sich auch prima an, spielte den perfekten Freund. Manchmal finde ich es ja blöd, dass er so ruhig ist, aber am Freitag habe ich das Gegenteil gesehen und bin jetzt sehr froh über seine zurückhaltende Art. Eine Bekannte meiner Eltern hatte ihren neuen Freund dabei, der ziemlich penetrant versuchte, mit allen zu reden bzw. lustige Bemerkungen zu machen. Sehr aufdringlich, sehr unangenehm. Garfield dagegen hält sich zurück, es sei denn, er wird angesprochen. 

Der nächste Tag begann ganz entspannt: Frühstück, Kuscheln auf der Hollywoodschaukel, Ball spielen mit dem Hund. Garfield hat inzwischen eine wunderbar entspannte Art, mit ihr umzugehen. Sie lässt sich sogar von ihm anfassen! Mein Papa und mein Bruder kochten (!!!), so dass wir Frauen (und Garfield!) Freizeit hatten und die Sonne genießen konnten. Danach gab es großes Familienmittagessen auf der Terrasse, direkt im Anschluss Eis, und danach gleich den Kuchen. Wenn man schonmal sitzt... Dazwischen wurde natürlich geredet und gelacht. Es war einfach nur schön! Am frühen Abend fuhren wir dann mit den Rädern zurück zu mir, denn abends hatten wir noch was vor. Mein (sehr wahrscheinlich schwuler) Cousin hatte einen Auftritt beim Mitternachtsshopping den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Ich wollte ihn auch mal auf der Bühne sehen! Die Show war ok, immerhin wissen wir jetzt mit Sicherheit, dass Cousin F. definitiv schwul ist. Danach wollten wir uns noch was zu essen besorgen. Ich war zuerst für Döner, denn in der Stadt ist ein superguter Döner-Imbiss. Garfield hatte aber die glorreiche Idee, doch lieber zur Abwechslung mal was bei McDoof zu holen. Gut, so ein Cheeseburger und Pommes, da sage ich auch nicht nein. Den ganzen Weg freute ich mich auf meinen Burger, denn ICH hatte riesigen Hunger. Immerhin hatte ICH, im Gegensatz zu Garfield, nur EIN Stück Kuchen gegessen. Und einen Eierkuchen weniger! Sein Argument, ich sei ja auch kleiner, ließ ich nicht gelten. Er behauptete nämlich steif und fest, er hätte gar nicht soviel Hunger. Der große Schock kam, als wir am Bahnhof ankamen: McDoof hatte schon zu! Diese A*** besaßen doch tatsächlich die Frechheit, schon 21h zu schließen! Unser Plan B, der Döner-Imbiss, hatte natürlich auch schon zu. Und wir beide wußten, dass ich absolut nichts zu Hause hatte, außer zwei Brötchen, die eigentlich zum Frühstück gedacht waren, etwas Schmelzkäse und einem Rest Brot. Natürlich machte ich Garfield Vorwürfe, weil er als Mann mich schließlich versorgen müsste. Zwar bekamen wir dann doch noch ein ganz passables Abendessen zusammen (Und ratet mal, wer nicht satt zu kriegen war!!!), aber ich stichelte natürlich weiter. Das macht mit Garfield einfach so viel Spass!

Heute morgen haben wir dann wiedermal versucht, die Zeit anzuhalten, aber wenn man nicht viel davon hat, vergeht sie irgendwie immer am schnellsten. Immerhin hatte ich nach seiner Abreise trotzdem noch was von meinem Schatz, denn er hatte mir früh vom Bäcker ein Stück Kuchen mitgebracht, damit ich "was zum Kaffee" habe, wenn er weg ist. Er ist so süß Fröhlich Ich habe immer noch immer mal wieder so meine Zweifel, was eine gemeinsame Zukunft angeht, aber wenn wir zusammen sind, ist es eigentlich meistens schön. Ich hatte ein richtig tolles Wochenende und er war die ganze Zeit bei mir. Hinter mir. So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt, mit der Beziehung.