30.06.2009 um 10:08 Uhr
29.06.2009 um 17:28 Uhr
Lady Maus' Liebhaber Vol. 2: Lasset die Männer kommen
Als ich von einem kleinen Urlaub zu Hause zurückkam, war Enrico fest mit der Praktikantin zusammen - die inzwischen eine Kollegin von uns war! (Das Dummchen hatte doch tatsächlich die Hotelfachschule geschmissen, um mit ihrem gerade erst kennengelernten Schatz zusammenzuarbeiten. Wie dämlich kann man sein... Ich brauche wohl nicht dazuzusagen, dass die Beziehung nicht lange hielt. Vorher gab's aber noch mächtig Ärger und das Mädel wurde sogar gefeuert.) Mir war das Ganze relativ egal, denn auf mich wartete Größeres. Immerhin hatte ich erst mit einem meiner (männlichen) Kollegen gepimpert. Und es gab noch so viele...
Vielleicht an dieser Stelle ein kurzer Überblick über den dreibeinigen Teil des Teams, soweit ich das erinnere. Fangen wir mal von oben an: Philippe, Teamleader und schwul. Dann die drei Italiener: Enrico, Gaetano und Max. Max war zu schön, um wahr zu sein, diese Augen... Ich sag' nur, "Bambi". Ich habe gehört, der wäre auch schwul gewesen. Allerdings war er damals eindeutig mit meiner Teamleaderin zusammen, die haben nämlich auf Partys rumgemacht. Alles etwas verwirrend. Dann gab es noch einen Finnen namens Miko, der irgendwie immer betrunken war, und einen Franzosen - der war auch sehr seltsam. Und natürlich ein algerischer oder marokkanischer oder tunesischer Kollege, dessen Namen ich vergessen habe. Er war schon älter, was ihn allerdings nicht davon abhielt, auf Teufel komm' raus mit mir zu flirten. Diese Nordafrikaner... Oh ja, und dann natürlich noch José. Er behauptete immer, Amerikaner aus San Diego zu sein, was ihm aber keiner glaubte. Er war ein kleiner schwuler Mann, der irgendwie immer schwitzte. Ganz komischer Kerl! Summa summarum macht das acht Männer, von denen drei von vornherein als potenzielle Partner ausschieden, weil sie entweder schwul oder verheiratet waren. Gaetano, Max, Miko und Bertrand verließen uns sehr schnell, womit als Beute eigentlich nur noch Enrico blieb. Und ich ließ da ja auch nix anbrennen. Als Ersatz bekamen wir zuerst einen neuen Teamleader, Ismael. Er war Spanier und einfach nur süß. Optisch erinnerte er an einen kleinen, dicken Bären. Er konnte ziemlich streng sein, hatte aber ein Herz aus Gold. Dann kam noch Marcos, ebenfalls Spanier, den ich zunächst nicht leiden konnte. Er war älter als wir, und mir deshalb irgendwie suspekt. Aber wir fanden sehr schnell einen Draht zueinander und waren dann die besten Freunde. Wir haben bis heute losen Kontakt und wenn wir uns alle paar Jahre mal sehen, ist es so, als wären wir nie getrennt gewesen. Jahrelang war ich heimlich in diesen Mann verschossen, aber ich glaube nicht, dass er mich je als Frau wahrgenommen hat. Er hatte auch eine Freundin, die inzwischen seine Frau ist, und war deshalb ohnehin unerreichbar. Aber ein toller Mann ist er! Einer, der eine ausgeprägte weibliche Seite hat und trotzdem ein echter Kerl ist. Marcos hat mein Bild von Spaniern echt geprägt!
Aber zurück zu den interessanten männlichen Kollegen. Leider wurden die, die uns verlassen hatten, überwiegend durch Frauen "ersetzt". Dadurch entstanden zwar wunderbare Freundschaften, aber das Liebesleben wurde natürlich stark eingeschränkt. Zum Glück änderte sich dies nach meiner Liaison mit Enrico, denn als ich aus dem Urlaub zurückkam, hatten wir einen neuen Kollegen: Greg. Er war Franzose, gutaussehend, sportlich, nett. Und Rammstein-Fan. Genau deswegen war ich als Deutsche für ihn interessant, auch wenn ich Rammstein nicht sooo toll finde. Wir redeten sehr viel und es entwickelte sich schnell eine Freundschaft zwischen uns. Greg war nett, als Freund, aber mehr nicht. Ich wollte auch nicht unbedingt nochmal was mit einem Kollegen anfangen, denn ich war der Meinung, dass dies, sollte es nicht klappen, dem Klima am Arbeitsplatz schadet (siehe Enrico...). Außerdem hatte mich meine Mitbewohnerin gewarnt: Als ich nach der Nacht bei Enrico nach Hause kam, meinte sie nur, ich sollte aufpassen, denn hier hätte man schnell einen gewissen Ruf weg. Dann kam der Valentinstag. Von der romantischen Stimmung angeheizt, offenbarte mir Greg, dass er sich in mich verliebt hätte. Und schenkte mir dazu eine Rose. Ich war baff und überrumpelt und... konnte nicht nein sagen. Nein, ich kann keine Körbe verteilen! Ich fühlte mich geschmeichelt und fand ihn ja eigentlich ganz nett, also ließ ich mich auf ihn ein. Es folgte ein bißchen Geknutsche (Nach der Geschichte mit Enrico und der Praktikantin musste man vorsichtig sein, denn die Chefin passte auf wie ein Wachhund!) und nach einer Woche durfte ich mit zu Greg nach Hause. Er wohnte bei seinen Eltern in einem Pariser Vorort in einer richtig schicken Villa, alles ziemlich nobel. Glücklicherweise waren seine Eltern nicht da. Wir verbrachten eine interessante Nacht miteinander: ICH hatte meinen Spass, ER eher nicht. Irgendwie hatte Greg Schwierigkeiten, zu kommen. Ich denke, das lag an mir. Er hatte einfach einen riesen Respekt vor mir, und außerdem wollte er mir beweisen, was für ein toller Kerl er ist. Etwa, indem er sich im Kama Sutra austobte. Also ich persönlich finde ja, Sex sollte nicht in Leistungssport ausarten. Man, hat mich das genervt! Und dann küsste er auch noch so furchtbar. So... FEUCHT! Er hat mir immer das halbe Gesicht abgeschlabbert, was fand ich das eklig! Nach dieser Nacht war mir jedenfalls klar, dass ich diese Sache ganz schnell beenden musste, denn ich empfand nichts für diesen Mann. Mir war auch ziemlich recht, dass er erstmal für zwei Wochen in den Skiurlaub fuhr. Ihm fiel der Abschied natürlich wahnsinnig schwer... Ich verschob das Schlussmachen auf nach seinem Urlaub und genoss zwei schlabberfreie Wochen. Ich vermisste Greg kein bißchen und stritt lieber mit einem anderen neuen Kollegen. Nelson war ein maximalpigmentierter portugiesischstämmiger Franzose, der es genoss, mich auf die Palme zu bringen. Er provozierte mich ständig und machte sich dann über mich lustig, wenn ich mich nicht richtig aufregen konnte, weil mir die Worte fehlten - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich war überzeugt, Nelson würde mich hassen. Wie kann man sich täuschen...
Als Greg zurückkam, erstickte ich seine Wiedersehensfreude im Keim, indem ich noch am selben Abend mit ihm Schluss machte. Ich erklärte ihm, dass ich mich geirrt hätte, nichts für ihn empfände, blabla. Er war geknickt, verstand aber. Irgendwie tat er mir ja auch leid, aber ich fühlte mich so befreit, dass ich nach der Arbeit noch auf eine Party ging. Eine deutsche Freundin, Susi, hatte ihren Bruder und seine Freunde zu Besuch und aus diesem Grund eingeladen. Ich ging mit einer Freundin hin, die mich mit ihrer aufgedrehten Art ansteckte. Wir brauchten nicht viel zu trinken, um gut drauf zu sein. Wir tanzten, wir redeten, wir lachten. Susis Bruder, Lars, fiel mir zuerst gar nicht auf, denn eigentlich war er nicht mein Typ. Sehr groß, sehr blond, lange Haare. So'n ganz schlacksiger eben. Aber irgendwann verzogen sich alle anderen in die Betten, und nur wir drei (Freundin, der Bruder und ich) blieben im Zimmer. Wir redeten und redeten und schließlich schlief die Freundin auf dem anderen Bett ein. Lars und ich redeten weiter, er massierte mich, ich fand ihn ausgesprochen nett. In dieser Nacht taten wir beide kein Auge zu. Am Morgen ging ich zu mir, duschte und stand dann wieder bei Lars auf der Matte. Irgendwie ließ mich dieser Kerl nicht los. Ich hatte frei und schloss mich spontan den Tagesplänen von Susi an. Sie wollte den Jungs alles zeigen. Wir verbrachten einen herrlichen Tag, wobei die Anziehung zwischen Lars und mir immer stärker wurde. Wir suchten die Nähe des anderen, hielten in der Achterbahn aus Spass Händchen, ließen immer wieder Körperkontakt zu. Es war herrlich - vor allem, weil ich selbst das irgendwie ignorierte. Abends war ich eigentlich zu einer Party eingeladen, doch der Gedanke, dass Lars und seine Freunde am nächsten Tag wieder abreisten, ließ mich nicht los. Nur mal kurz verabschieden, sagte ich mir, und ging unter einem Vorwand rüber. Natürlich blieb ich, vergaß die Party. Wir hatten einen feucht-fröhlichen Abend, wir tranken viel Bier, Lars und ich saßen nebeneinander. Irgendwann lagen unsere Hände nebeneinander auf der Sessellehne. Dann berührten sich unsere Finger. Es ging alles ganz langsam, und ohne, dass wir uns auch nur einmal ansahen. Auch die anderen bemerkten nichts. Als die ins Bett gingen, holte Lars, vorausschauend wie er war, noch schnell seinen Schlafsack und die Isomatte aus dem Zimmer. Kaum waren wir allein in der Küche, legten wir los. Aus Hände streicheln wurde Küssen, aus Küssen Ausziehen, aus Ausziehen fantastischer Sex. In der Küche, auf dem Fußboden. Es war Wahnsinn, so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Dieser Mann zog mich auf eine Art an, die ich mir nicht erklären konnte. Irgendwie hatte ich mich im Laufe der gemeinsam verbrachten Stunden verliebt, so richtig mit Allem drum und dran. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass, während ich mich mit Lars auf dem Küchenfußboden wälzte, ein paar Meter weiter Greg auf der Party einer gemeinsamen Kollegin sein Herz ausschüttete. Die Trennung schmerzte ihn wirklich. Ich Schlampe, ich. Der nächste Tag war ein Traum: Paris, gemeinsames Fondue essen, und ein herzzerreißender Abschied am Bahnhof.
Am nächsten Tag schwebte ich auf Wolke Sieben zur Arbeit. Ich versuchte, das Grinsen zu verbergen, mein Glück nicht herauszuschreien, denn dort traf ich ja auf Greg. Klar hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber was sollte ich denn tun? Lars war einfach passiert! Nur zwei freie Tage, und alles war anders! Ich konnte mein Glück einfach nicht verbergen, erzählte den Mädels davon, schwärmte. Klar, dass Greg das mitbekam. Er sagte nichts, jedenfalls nie in meiner Gegenwart, aber ich denke, mein Ruf war in Stein gemeißelt.
Es folgten sechs Wochen harter Fernbeziehungsrealität, dann konnte ich Lars wieder in die Arme schließen. Ich war glücklich, auch wenn wir nur ein paar Tage hatten. Von denen musste ich auch noch die Hälfte arbeiten, so dass ich nicht wirklich viel von Lars sah. Trotzdem lebten wir unsere Beziehung: Wir machten Pläne, ich sollte ihn im Sommer besuchen, ich wollte eine Ausbildung in seiner Nähe anfangen. Ein paar Wochen später machte Lars Schluss. Kurz nachdem er bei mir war, hatte er eine Andere kennengelernt und sich verliebt. Ich war wütend, ich war sauer, ich war verletzt, aber ich erholte mich schnell. Was sollte ich auch tun, aus der Entfernung? Der Abstand war groß genug (Scheint wirklich zu helfen!) und im Nachhinein betrachtet muss ich wohl zugeben, dass die Liebe vielleicht doch nicht so groß war. Immerhin habe ich lange nicht so sehr gelitten wie letztes Jahr bei Jan. Zwei Tage Kurzurlaub an der Atlantikküste mit meiner Mitbewohnerin und ich war wieder hergestellt. Lars war ja nicht der einzige Mann auf der Welt! Aber: Lars war meine erste große Liebe, meine erste richtige Beziehung, und damit sehr wichtig für mein Leben. Ich hatte zum ersten Mal das gefühlt, was man fühlen sollte, wenn man mit jemandem zusammen ist. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich fähig bin, so zu empfinden - nach zwei Fehlstarts. Und der nächste stand schon in den Startlöchern...
25.06.2009 um 14:55 Uhr
Pläne...
Wenn alles geklappt hat, müsste mein Liebster jetzt auf der Autobahn und damit auf dem Weg zu mir sein. Juchhu! Ein Wochenende voller Sex und auf dem Sofa Kuscheln und lecker Essen und massiert werden liegt vor mir. Ganz die Hausfrau habe ich natürlich schon was vorbereitet: ich habe für Garfield Muffins gebacken. Manchmal erschrecke ich vor mir selbst... Bevor er kommt, muss ich allerdings noch arbeiten, und das bis zum bitteren Ende. Naja, wenigstens kann ich heute abend fast pünktlich gehen, denn da ich morgen auch wieder die Erste bin, brauche ich weder saugen noch aufräumen oder Papierkram abheften. Das kann ich alles morgen früh machen. Ich werde also nachher ganz gemütlich arbeiten und dabei mit meiner Kollegin schwätzen. Nach ungefähr zwei Stunden wird dann Garfield den Laden stürmen, wir werden zehn Minuten im Lager knutschen und dann besprechen, was ER mir abends kocht. Dann zieht er mit dem Wohnungsschlüssel ab und ich darf noch zwei Stunden totschlagen. Wenn ich dann völlig erledigt (oder eher nicht) nach Hause komme, ist jemand da und das Essen steht auf dem Tisch. So muss das sein!
Falls jemand sehnsüchtig auf den nächsten Teil von "Lady Maus' Liebhaber" wartet: Nur Geduld! Am Wochenende werde ich mich hüten, über mein bisheriges Liebesleben nachzudenken, geschweige denn, darüber zu schreiben. Nächste Woche gibt's aber den nächsten Teil. Versprochen! (Und nur keine Beschwerden, sonst mach' ich's wie Frau Rowling...)
24.06.2009 um 21:17 Uhr
Ich hasse
24.06.2009 um 10:30 Uhr
Relationen
23.06.2009 um 20:44 Uhr
Lady Maus' Liebhaber
Neulich hatten mein Liebster und ich ein Grundsatzgespräch. Kurz nach dem Urlaub wollte der Herr wissen, was ich denn so über die Beziehung denke, wo wir jetzt stehen. Ja, ich dachte auch: Aber hallo, sind das nicht die Fragen, die die Frau sonst stellt? Naja, bei uns sind die Rollen irgendwie anders besetzt, aber schon von Anfang an. Natürlich wusste ich keine Antwort, konnte nur sagen, dass aus meiner Sicht gerade alles super läuft. Mein Liebster ließ sich aber nicht abschütteln, verbiss sich wie ein Kampfhund in dem Thema. Wie denn so die weiteren Schritte aussähen, wollte er wissen. Hmmm... weitere Schritte? Aus meiner Sicht gibt es in einer Beziehung folgende Schritte: Kennenlernen - erster Kuss - erster Sex - die berühmten drei Worte - dann eine lange Phase des sich immer besser Kennenlernens - Familieneinführung - erster Urlaub. Zu dem Zeitpunkt ist die Beziehung relativ gefestigt. Was dann noch kommt sind die richtig großen Schritte: Zusammenziehen, Verlobung bzw. Hochzeit, Kinder. Die Reihenfolge ist dabei variabel. Wir haben die erste lange Phase des Kennenlernens und die ersten großen Schritte erfolgreich gemeistert. Macht sich bei meinem Liebsten nun Langeweile breit? Mitnichten. Aber der Herr hat eben gern einen Plan, will gern wissen, wo die Reise hingeht. Ich habe ihm meine Theorie erklärt und auch erläutert, dass es momentan eher in kleinen Schritten vorangeht, die er vielleicht übersieht. Ob er schon an die ganz großen Schritte denkt, wollte ich wissen. Nun ja, er meinte, vorstellen könne er sich das schon, aber es sei jetzt ganz sicher noch kein Thema. Na also, meinte ich nur. Damit war das Thema erstmal erledigt. Allerdings hakte Garfield noch nach und meinte, er hätte den Eindruck, dass ich auf irgendwas warte. Weil ich mich noch nicht so richtig festlegen will. Ich stritt erstmal ab, musste ihm heimlich aber recht geben. Ich warte tatsächlich, weiß aber nicht auf was. Theoretisch müsste ich gerade ganz viele Bewerbungen schreiben und mich um einen Job bemühen. Praktisch passiert da momentan eher wenig bis gar nichts. Ich muss mich nämlich erstmal entscheiden - in erster Linie für eine Richtung. Und ich meine das absolut geografisch. Garfield kommt nämlich von seinem jetzigen Posten die nächsten vier Jahre definitiv nicht weg, also hängt alles an mir. Wenn ich mich jetzt entscheide, eher in den Berliner Raum zu gehen, dann wäre das kein gutes Zeichen für unsere Beziehung. Es hieße, vier weitere Jahre Fernbeziehung - eine Perspektive, die wir beide nicht wollen. Also müsste ich konsequent sein und eher in Richtung Süden gehen, näher an Garfield ran. Aber genau da liegt mein Problem: Ich kann mich nicht zu dieser Entscheidung durchringen. Entscheide ich mich für Süddeutschland, ist das ein eindeutiges Bekenntnis zu Garfield und zu unserer Beziehung. Es ist nicht so, dass ich diese nicht will, aber ich scheue eben diese Endgültigkeit. Ich schiebe es ein bißchen darauf, dass ich mit Jan so auf die Schnauze gefallen bin. Ich hatte relativ spontan mein Leben aufgegeben und ein neues um ihn herum aufgebaut. Das ging ganz gehörig schief und ich habe daraus gelernt: Verlasse dich nie auf einen Mann, mache ihn nie zum Lebensmittelpunkt, richte dich nicht nach ihm, zieh' dein eigenes Ding durch. Nun soll aber dieses Ding mit Garfield durchaus eine Zukunft haben, und ich weiß, was ich eigentlich tun müsste, was alle erwarten, aber... Ich weiß einfach nicht. Ich warte, ich wäge ab, ich zweifle, ich hoffe, dass die Entscheidung mir in den Schoß fällt. Das Dumme ist, dass ich nicht weiß, was mich genau abhält! Ich liebe den Mann, ich bin sehr gern mit ihm zusammen, der Sex ist toll, wir verstehen uns blendend, er entspricht in sehr vielen Punkten meinen Vorstellungen, kurzum, ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen. Warum also dieses Zögern? Möglicherweise liegt die Antwort irgendwo in meinen Ex-Beziehungen, die ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Hier also der große Fortsetzungsroman "Lady Maus' Liebhaber".
Teil 1: The Beginning
Ich gebe ganz offen zu, mein sexuelles Coming out ließ lange auf sich warten. Interesse war natürlich da - sehr früh sogar - aber es fehlte an Gelegenheiten.
Es hatte vielversprechend begonnen, in der sechsten Klasse hatte ich meinen ersten "Freund". Markus war in meiner Klasse und hatte (man beachte!) am selben Tag Geburtstag wie ich. Er war nett, hatte nette Eltern, alles hätte prima laufen können. Aber mehr als Händchenhalten, wenn überhaupt, war da nicht. Und unsere "Beziehung" stand unter keinem guten Stern, denn wir entschieden uns erst kurz vor den Sommerferien füreinander. In den Ferien zogen meine Eltern in eine andere Stadt - und ich mit ihnen. Markus war Geschichte.
In der neuen Schule in der neuen Stadt lief zunächst alles ganz toll: ich hatte tolle neue Freundinnen und fühlte mich wohl. Jungs waren erstmal uninteressant bzw. nur Freunde. Als es dann eigentlich hätte losgehen sollen, mit den Jungs, zerbrach die Freundschaft zu meinen besten Freundinnen. Da war ich fünfzehn, oder so. Mit den Mädels wäre es bestimmt bald zu ersten Kontakten mit dem anderen Geschlecht gekommen, aber es sollte eben nicht sein. Nach einigen Fehlversuchen mit anderen Mädels landete ich schließlich in einer Mädchengruppe, die ich gern als "die Bibelclique" bezeichne. Das waren alles ganz liebe, zuverlässige, überwiegend christliche, sehr engagierte Mädels. Wir hatten viel Spass miteinander, das will ich nicht abstreiten, aber Diskobesuche und Kontakte mit Jungen standen eben nicht auf dem Programm. Man blieb lieber unter sich, da konnte man dann natürlich auch niemanden kennenlernen. Schusselchen und ich sind bis heute sicher, dass uns durch diese Mädels viel entgangen ist in der Teenie-Zeit. Aber irgendwie kam man aus dieser Clique nicht wieder raus, es war wie eine Sekte. Klar streckte ich die Fühler aus, hatte Freundinnen "draußen", aber nix richtiges, nix festes. So vergingen die Jahre, mit dem heimlichen Wunsch nach all den dreckigen Sachen, die Männer und Frauen so tun, während die "Bibelclique" über Enthaltsamkeit vor der Ehe diskutierte. Furchtbar!
Kein Wunder also, dass ich loslegte, sobald mich das Abitur von diesen Mädels befreite. Ich ging für ein Jahr nach Frankreich und landete damit im Paradies! So viele Männer, so viele WILLIGE Männer, so viele Männer, die alles andere als subtil flirteten! Ich hatte viele männliche Kollegen und konnte aus dem Vollen schöpfen: Italiener, Spanier, Franzosen... "Der Erste" war dann auch ein italienischer Arbeitskollege, Enrico. Ich hatte eigentlich kein Interesse an ihm, aber als er mich auf einer Party auf diese sexy Art antanzte, erwachten meine Hormone. Und wie sie erwachten! Es folgte heftigstes Petting vor allen anderen Partygästen - inklusive meiner Teamleaderin! Aber das war mir in dem Moment herzlichst egal. Leider war die Nacht kurz, Enrico brachte mich am Morgen zum Bus, es wurde zum Abschied geknutscht, und dann... nix. Irgendwie hatten wir es verpasst, darüber zu reden, was das Alles jetzt bedeutete. Ich war total verunsichert und ging davon aus, dass es für ihn nur ein Partyspaß gewesen war. Er sagte auch nichts, verhielt sich nicht anders als vorher, die Sache war erstmal gegessen. Bis zur nächsten Party... Nach einiger Zeit tanzte er mich wieder so an, und dieses Mal wollte ich es wissen. Wir knutschten im Treppenhaus, dann ging ich in die Offensive. Enrico verstand und nahm mich mit in sein Zimmer. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich mich nur bruchstückhaft an diese Nacht erinnere. Ich war ziemlich betrunken. Ich weiß, dass wir Sex hatten und ein Kondom benutzt haben und ich weiß, dass er danach wieder auf die Party ging. Wohl, weil ich sofort einschlief. Peinlich, ja. Ich bekam mit, dass meine Teamleaderin irgendwann meine Sachen vorbeibrachte, aber das war's auch schon. Wir verbrachten die Nacht in einem Bett, allerdings vermied ich es, mich an Enrico anzukuscheln. Dass sein Mitbewohner die ganze Zeit im anderen Bett geschlafen hatte (Oder wohl eher nicht!) bekam ich auch erst am nächsten Morgen mit. Der verging damit, dass wir ein bißchen redeten, Enrico dann duschte und ein Foto von mir machte und ich schließlich ging. Oh, ich erinnere mich noch daran, dass mir Enrico eine Scorpions-CD vorspielte, um mir zu zeigen, dass er deutsche Musik kennt. Über die Bedeutung dieser Nacht redeten wir nicht, es gab auch keinen Abschiedskuss. Ich ging davon aus, dass es für Enrico nur ein One-Night-Stand gewesen war, ein weiteres Foto in seiner Sammlung. Er ließ sich absolut nichts anmerken und behandelte mich in der nächsten Zeit mehr oder weniger wie Luft. Dass er kein Typ für einmalige Sachen war und tatsächlich mehr von mir gewollt hatte, erfuhr ich erst viel später. Männer! Er hätte doch mal was sagen können, immerhin war er der Erfahrenere von uns beiden! Obwohl ich wahrscheinlich keine Beziehung mit ihm gewollte hätte... ich weiß nicht. Viel hatten wir nicht gemeinsam... eigentlich nichts. Außer, (Tusch...) das Geburtsdatum!!! Ich hätte wissen müssen, dass das nicht klappen würde! Ein paar Wochen später fing Enrico etwas mit einer Praktikantin an, die mir erstaunlich ähnlich sah. Ich war zwar nicht in ihn verliebt gewesen, verletzt war ich aber trotzdem. Und unser Verhältnis war nach diesem Ereignis nicht mehr so wie vorher. Enrico scherzte nicht mehr mit mir und wir sprachen auch nicht mehr groß miteinander. Irgendwie war es danach komisch zwischen uns, weshalb ich oft dachte, diese Nacht war ein Fehler. Aber eigentlich war sie das nicht gewesen, denn immerhin war das Klassenziel erreicht: Ich war meine Jungfräulichkeit endlich los und bereit für die Männer dieser Welt. Die ließen auch nicht lange auf sich warten...
21.06.2009 um 19:05 Uhr
Wie...
21.06.2009 um 18:55 Uhr
Urlaubsbilder (Wenn's klappt...)


15.06.2009 um 21:01 Uhr
Romantik neben der Kloschüssel
Ich werde jetzt nicht hier rumschwärmen, wie toll der Urlaub war. Ja, es war schön. Sehr schön sogar. Punkt. Ich war ehrlich überrascht, wie viel Spass Urlaub mit Mann macht. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, aber wir haben das Beste daraus gemacht und trotzdem sehr viel unternommen. Wir waren auch tatsächlich jeden Tag in der Ostsee, trotz Kälte! Und einen Tag lang hatten wir richtiges Strandwetter - da waren wir am FKK-Strand. Für Garfield war es das erste Mal, ich bin ja DDR-Kind... mein Vater liebt FKK... Es war nicht mal meine Idee, sondern Garfields. Auf der Suche nach einem schönen Strandabschnitt kamen wir an dem FKK-Schild vorbei und Garfield schlug vor, gleich dort zu bleiben. Ich bin ja nicht so ein großer Fan davon, unter lauter Nackten zu sein, aber irgendwie hat es schon was... so nackt im Wasser. Und dann wird man natürlich nahtlos braun, ohne weiße Abdrücke. Naja, WENN man braun wird. Normalerweise werde ich das sehr schnell, aber dieser Urlaub hat da irgendwie nicht viel bewirkt. Vielleicht hat mich Garfield auch zu gründlich eingecremt. Lustige Geschichte am Rande: Als wir da so nackig am Strand rumlagen, kam doch tatsächlich eine Kontrolleurin vorbei und wollte unsere Kurkarten sehen. So was! Konsequenterweise hätte die gute Frau eigentlich nackt sein müssen...
Trotz aller Harmonie gab es einen großen Krach, und der hatte es in sich. Auslöser war eine Kleinigkeit, natürlich. Zwischen zwei Unternehmungen gönnten wir uns Kuchen im Auto, wobei Garfield sein Stück in den Schoß fiel. Er richtete natürlich maximalen Schaden an, die ganze Schokolade war auf seiner Hose und dem Pullover verteilt. Ich hätte mich kurz geärgert und dann gelacht. Nicht so Garfield. Er ist ziemlich pingelig und deshalb völlig unangemessen ausgerastet. Mit ihm war nicht mehr zu reden, und in die Therme wollte er dann auch nicht mehr. Natürlich war ich supersauer und enttäuscht, weil ich mich seit Tagen darauf gefreut hatte. Das sagte ich ihm auch. Es kam wohl etwas trotzig rüber, denn Garfield wurde sofort aggressiv. "Na gut", kam von ihm, dann drückte er das Gaspedal durch. Er fuhr wie ein Irrer, reagierte aggressiv auf jeden anderen Autofahrer... Ich hatte Angst. Zum ersten Mal seit ich ihn kenne, hatte ich Angst vor Garfield. Dieser sonst so sanfte, geduldige, ruhige Mann zeigte mir auf einmal seine jähzornige, aggressive Seite. Ich war absolut nicht darauf vorbereitet und hätte auch gern auf diese Bekanntschaft verzichtet. Als wir an der Therme ankamen, hatte sich Garfields Laune nicht gebessert. Der Ton, in dem er mich ansprach, verhüllte seine schlechte Laune kaum. In der Stimmung wollte ich ganz sicher nicht stundenlang mit ihm im Wasser planschen. Ich wußte, dass der Abend gegessen war. Ich bat ihn also, erstmal irgendwo zu halten, damit wir "das" klären konnten. Er verstand mich überhaupt nicht, oder wollte es nicht. Maulte mich an, wieso ich jetzt doch nicht in die Therme wollte... Mir ging es an dem Tag nicht gut, ich hatte irgendwie Bauchschmerzen, deshalb kamen mir sofort die Tränen, als Garfield mich so anfuhr. Die Stimmung war unheimlich aufgeheizt, und zwar nicht im positiven Sinne. Garfield wollte nicht wirklich mit mir reden und verstand auch nicht, warum ich verletzt war. Ich war kurz davor, einfach aus dem Auto zu steigen. Der Regen hielt mich ab, und auch die Hoffnung, Garfield möge einlenken. In diesem Moment stand unsere Beziehung zum ersten Mal ernsthaft auf der Kippe, denn DIESEN Mann, den kannte und wollte ich nicht. Meine Tränen überforderten Garfield endgültig, machten ihn hilflos. Eigentlich ärgerte er sich nur wahnsinnig über sich selbst, weil er wußte, dass er uns den Tag versaut hatte. Aber diese Wut ließ er an mir aus, ohne es zu merken. Schließlich fiel ihm aber doch noch ein, was er tun musste, er nahm mich in den Arm, wir klärten alles, gingen dann in die Therme. Der Abend war gerettet, aber es blieb ein bitterer Beigeschmack. Ich werde diesen Vorfall nicht so schnell vergessen, denn ich habe mich wirklich furchtbar erschrocken. Garfield meinte, wenn er wiedermal so austickt, solle ich ihm einfach eine ordentliche Ohrfeige geben. Ich weiß nicht, ob ich das kann, denn wenn ich mit Wut und Aggressivität konfrontiert werde, verfalle ich in völlige, hilflose Passivität. Daran muss ich unbedingt arbeiten. Immerhin, am nächsten Tag konnten wir beide über diesen Vorfall lachen. Und bei dem Shopping-Zwischenstopp auf der Rückfahrt hat mir Garfield ein Kleid geschenkt. Einfach so. Ich war sprachlos und wollte es erst gar nicht annehmen. Er hat es so nicht gesagt, aber ich glaube, das war seine Art, sich zu entschuldigen. Irgendwann ist ihm wohl doch klargeworden, dass er sich kurzzeitig wie ein absolutes A*** verhalten hat. Tja, Männer sind manchmal echt nicht einfach!
Seit Samstag sind meine Eltern im Urlaub und ich bin Housesitter. Garfield und ich sind Freitag abend gleich hier rausgefahren und hatten das Haus ab Samstag früh für uns allein. Das hatte schon was, so ein großes Haus, nur wir zwei. Und die Tiere natürlich. Wir hatten ein tolles Wochenende, die perfekte Verlängerung unseres Urlaubs. Es war schön, denn irgendwie war es anders, als wenn Garfield bei mir, in meiner Wohnung, ist. Wir mussten uns um die Tiere kümmern, den Garten wässern, Wäsche waschen etc. - das war irgendwie ein Vorgeschmack auf... ja was eigentlich? Ein gemeinsames Leben? Ich wage es kaum zu denken, aber ich muss zugeben, der Gedanke ist verlockend. Auf den ersten Blick wirkt Garfield unheimlich ernst und nüchtern, aber im Grunde ist er ein sehr heiterer, lustiger Mensch. Er hat nur Schwierigkeiten, das rauszulassen. Bei mir hat er damit kein Problem, wir lachen ständig. Genau das liebe ich unter anderem so an ihm, dass er mich immer zum Lachen bringt. Wir haben einfach wahnsinnig viel Spass miteinander. Und alles ist so entspannt, so normal. Wir haben eine Stufe der Intimität erreicht, von der ich nicht erwartet hätte, sie jemals mit jemandem zu erreichen. Jedenfalls nicht so schnell. Heute morgen zum Beispiel, im Bad: er stand vor dem Spiegel und rasierte sich, ich stand daneben und zupfte meine Augenbrauen. Normalerweise mache ich das nur, wenn ich allein bin! Ich kann mit ihm über Dinge reden, die mir normalerweise total peinlich sind. Und, jetzt kommt's, ich kümmere mich um seine Pickel! Ja, das ist irgendwie eklig, aber andererseits... Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einem Mann die Pickel ausdrücken würde! Oder die Brusthaare mit der Pinzette rausreißen! (Ja, das durfte ich gestern abend machen! Und mein Schatz ist dabei den Heldentod gestorben. Aber, es war seine Idee!) Manchmal sind wir schon wie ein altes Ehepaar, aber das ist irgendwie schön. Vor allem, weil die Romantik trotzdem nicht auf der Strecke bleibt. Und dann gibt es diese Momente... Freitag abend zum Beispiel. Kaum waren wir im Bett, fingen meine Bauchschmerzen wieder an. Auf einmal war mir kotzübel, ich wollte nur noch meinen Magen ausleeren, aber es ging nicht. Garfield kümmerte sich rührend um mich: kochte mir Tee, füllte die Wärmflasche, holte einen Eimer aus dem Keller, streichelte meinen Bauch. Und als ich mich dann endlich intensiv mit der Porzellanschüssel unterhalten hatte, reichte er mir Tempos, damit ich mir das Gesicht abwischen konnte. Auch wenn es völlig absurd klingt, das war ein sehr romantischer, wunderbarer Moment. Was für ein Mann! Eben jemand, auf den man sich verlassen kann - genau das, was ich gesucht habe! Glücklicherweise gibt es diese Momente, in denen mir das klar wird, denn es gibt auch andere. Es kommt schon vor, dass ich über Garfield den Kopf schüttel und mich frage, was ich eigentlich mit ihm will. Dann bringt er Sachen, da fehlen mir die Worte. Zu manchen Themen hat er eine sehr gewöhnungsbedürftige Einstellung. Und sein Kleidungsstil lässt manchmal echt zu wünschen übrig. Heute etwa kam er mit einer Hose an... Ohne Worte! In der Hinsicht ist er echt schmerzfrei. Aber ich denke, an sowas kann man arbeiten. Ist doch so, oder?
