Mission Prinz

25.08.2009 um 20:34 Uhr

Bayern-Schnupperwoche

Da isse wieder! Zurück von einer ausgedehnten Schnupperwoche in der neuen Heimat in spe. Vorweg: es war toll. Schön, harmonisch, perfekt. Wir kriegen das definitiv hin mit dem Zusammenwohnen, da bin ich ganz sicher.

Am Montag waren wir shoppen, zuerst in einem Einkaufscenter (Laaangweilig... Von wegen, "drüben" ist alles schöner Fröhlich), dann im Outlet Shopping Village. War das toll! Alles so sauber und putzig und schick. Und!!! Ich habe Schuhe gefunden! Endlich, nachdem ich schon seit Ewigkeiten suche, habe ich dort die perfekten Schuhe gefunden. Ich bin begeistert und will nur noch in Outlet Villages. Praktischerweise sehen die auch alle gleich aus. Gut, das war erst mein zweites Outlet Village, aber es sah haargenau aus wie das, welches ich in Frankreich immer beehrt habe. Gibt es bei Ikea einen Outlet Village-Bausatz "Erik"? Für Garfield haben wir natürlich auch was gefunden... naja, besser ICH habe gefunden und ER hat schließlich gekauft. Und zwar eine kurze Hose. Die steht im wahnsinnig gut, macht einen tollen Arsch und er sieht darin einfach sexy aus. Nachdem ich ihm das mehrmals gesagt hatte, trug er die Hose für den Rest der Woche. Tja, so nach und nach krempel ich seinen Kleiderschrank schon um...

Dienstag sind wir in die Berge gefahren. Natürlich war das Hotel, welches mir im Internet gut gefallen hatte, plötzlich komplett ausgebucht und wir mussten uns ein anderes suchen. Das strahlte den Charme der 70er aus und war seitdem wohl auch nicht verändert worden. Der Nokia-Fernseher (??? Die machen in Fernsehern???) war älter als ich und den grün-blauen Teppich hätte man als netzhautkrebserregend einstufen müssen. Vor allem in Kombination mit den kotzgrünen Vorhängen. Das Frühstück war leider auch nicht so toll, aber das Schwimmbad im Keller riss alles raus. Vor allem die Tatsache, dass wir besagtes Schwimmbad am zweiten Abend für uns allein hatten. Ich hoffe immernoch, dass es dort keine Kameras gab... oder Mikrofone. Fröhlich Immerhin kann ich jetzt eine Sache von meiner imaginären "Was ich schon immer mal tun wollte"-Liste streichen und habe für mich selbst ein paar Erkenntnisse gewonnen:

1. Die Angst, erwischt zu werden, hat schon was.

2. Ich KANN nicht leise sein.

3. Wasser ist mein Lieblingselement.

Am zweiten Tag sind wir schon ganz früh los zum See und haben uns dort ein Boot ausgeliehen. Damit sind wir den ganzen Tag über den See gedümpelt, haben uns von der Sonne braten lassen, Kekse gegessen und sind, wenn es uns zu warm wurde, ins Wasser gesprungen. Das war der absolute perfekte Urlaubstag! So harmonisch, so planlos, so entspannt. Und dieser See erst! Türkisblau, rundherum Berge, kristallklares Wasser. So sauber, dass man es trinken konnte. Ich bin begeistert und will da sofort wieder hin. Als Flachlandkind kenne ich ja nur sandige Baggerseen und Kiesgruben. Übrigens haben wir im Urlaub, mal wieder, einen fantastischen Italiener entdeckt. Warum passiert uns das immer nur im Urlaub? War schon an der Ostsee so! Wann entdecke ich endlich den fantastischen Italiener bei mir um die Ecke?

Den Rest der Woche waren wir im Freibad, im Kino, haben die Wohnung vermessen und im Kopf eingerichtet, zusammen gekocht und, ja, ab und zu auch gestritten. Nach dieser Woche freuen wir uns beide einfach riesig auf das Zusammenleben. Zum Glück ist es bald soweit, denn gern bin ich nicht Strohwitwe. Jetzt wieder für elf Tage bzw. heute sind's ja nur noch zehn.

Abrupter Themenwechsel: Garfield hat DAS Skandalbuch des letzten Jahres gelesen. Freiwillig. Als er meine Bücher in Kartons packte legte er plötzlich ein Buch beiseite, weil er es gern lesen wollte. Ich war schockiert! Garfield ist kein großer Leser, liest nur Fachbücher, aber niemals Belletristik. Nun also hatten die "Feuchtgebiete" sein Interesse geweckt. Ich hatte das Buch damals aus reiner Neugier gekauft, fand es aber eher bescheiden. Ganz interessant, ja, stellenweise richtig eklig, aber ansonsten? Dass Ekel faszinieren kann, stellte auch Garfield fest: er las das Buch in drei Nächten komplett durch. So richtig froh ist er darüber allerdings nicht, denn jetzt weiß er ein paar Dinge, die er gar nicht so genau wissen wollte. Tja, ich hatte ihn gewarnt... Ich hoffe ein bißchen, dass sein Interesse an Literatur jetzt erwacht ist. Seit Wochen schleppe ich mein geliebtes "Maria, ihm schmeckt's nicht" mit an den Strand und ins Freibad, um es Garfield vorzulesen. Wenn er schon nicht selbst lesen mag, dachte ich, lese ich ihm halt vor. Ich liebe dieses Buch einfach und alle, denen ich es empfohlen habe, lasen es quasi in einem Atemzug. Nur einer mochte es nicht... mein Ex. Das hätte mich stutzig machen müssen. Wer Antonio Marcipane nicht lustig findet... Nachdem Jan Weiler nun also wochenlang Dauergast in unserer Strandtasche war, liegt er jetzt wieder in meinem Bücherregal. Ich hoffe, wir schaffen das irgendwann noch. Dann gucken wir den Film eben nicht im Kino, sondern später mal auf DVD. Auf jeden Fall wird ZUERST das Buch gelesen!

13.08.2009 um 11:58 Uhr

Alltägliche Probleme

Jedesmal wenn ich in den Netto meines Vertrauens gehe, frage ich mich, warum auf den Namensschildern der Kassiererinnen "Ich bin freundlich!" steht. Handelt es sich dabei um eine so subtile Freundlichkeit, dass man sie ohne den Hinweis übersehen oder gar missdeuten könnte? In Verbindung mit dem griesgrämigen Gesicht der Kassiererin heißt das also: Ich BIN freundlich, kann es nur gerade nicht so zeigen. Warum muss man dem Kunden denn extra MITTEILEN, dass man freundlich ist? Sollte sich das nicht eher durch bestimmtes Verhalten ZEIGEN? Ich möchte mal wissen, welcher Sesselfurzer auf diese geniale Idee gekommen ist! Da gab es bestimmt ein tagelanges Brainstorming zum Thema Kundenfreundlichkeit und dann kam DAS dabei raus. Wahnsinn! Bestimmt gab's 'nen dicken Bonus für den Initiator. Aber, mal so unter uns, für mich hört sich der Satz ja eher nach einer Drohung an: Ich BIN freundlich, und wer was anderes behauptet fliegt raus.

Ja, das sind so die Fragen des Alltags...

12.08.2009 um 13:33 Uhr

Blaue Flecken

Ich habe einen Ohrwurm. Seit dem Wochenende gehen mir Rosenstolz' "Blaue Flecken" nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht, weil ich am Wochenende wieder eine neue Narbe entdeckt habe. Darum geht es ja in dem Lied: Spuren, die Menschen an oder in uns hinterlassen. Aber von vorn:

Am Wochenende fand das alljährliche Stadtfest statt. Das ist DAS Highlight des Jahres! Es ist eine Kleinstadt, man trifft also alle möglichen Menschen: ehemalige Mitschüler, Lehrer, Bekannte, die man sonst nie sieht, eben Erinnerungen. Man verbringt drei wundervolle Tage mit seinen Freunden und hat einfach nur Spass. Es wird viel getanzt, viel getrunken, viel gelacht. Und dann noch dieser herrlich altmodische Name, "Heimatfest". Genau das ist es nämlich, ein Stück Heimat. Auch wer inzwischen ganz woanders wohnt, kommt an diesem einen Wochenende im Jahr zurück und findet ein Stück Heimat wieder. Für uns ist dieses Fest einfach etwas ganz Besonderes, auf Außenstehende mag es seltsam wirken. Schon relativ früh eröffnete ich Garfield, dass ich ihn zu diesem speziellen Anlass gern dabei hätte, dass mir das sehr wichtig wäre. Einerseits natürlich wegen des Feuerwerks über dem See - unheimlich schön, wahnsinnig romantisch. Solche Momente will man mit dem Menschen, den man liebt, teilen. Und auch, weil ich noch nie jemanden dabei hatte, jedenfalls keinen Mann. Ja, das ist auch ein bißchen "sehen und gesehen werden". Vor drei Jahren habe ich meinen Ex beim Heimatfest kennengelernt, vor zwei Jahren hat es gefunkt, und letztes Jahr bin ich fast gestorben vor Sehnsucht nach ihm, Wut und Trennungsschmerz. Diese ganzen Erinnerungen... Auch deshalb wollte ich Garfield gern bei mir haben; um neue Erinnerungen zu schaffen. Nun ist Garfield kein großer Partygänger, hat aber trotzdem zugestimmt. Ich weiß das ja auch und habe damit kein Problem. Immerhin habe ich keinen Mann gesucht, mit dem ich ständig feiern kann, sondern einen für den ganzen Rest. Feiern kann ich auch sehr gut mit meinen Freunden.

Etwa zwei Wochen vor dem Ereignis fingen die Diskussionen an. Garfield hatte Bedenken, dass er sich nicht besonders amüsieren würde und ich dann auch keinen Spaß hätte. Es gab stundenlange Diskussionen, bis mir fast auch schon die Vorfreude vergangen war. Letztendlich einigten wir uns darauf, dass Garfield sich zusammenreißen und eventuelle Langeweile nicht nach außen kommunizieren würde.

Schließlich stand das große Wochenende vor der Tür. Ich kannte nur noch ein Thema, die Vorfreude meinerseits war riesengroß. Immerhin wußte ich, was mir tolles bevorstand. Garfield machte gute Miene und riss sich zusammen. Der Freitag begann vielversprechend: Nach einem schönen Tag am See machten wir uns abends auf den Weg in die Stadt. Wir trafen meine Freunde (Schusselchen war extra aus Österreich angereist!) und gaben uns etwas Kultur. Eine Tanz-Performance, ausnahmsweise mal ziemlich professionell. Nebenbei quatschte ich mit Schusselchen, Garfield saß daneben und schwieg. Danach gingen wir tanzen. Garfield tanzte nicht, aber das wußte ich vorher und machte mir auch nichts aus. Es war alles in allem ein schöner Abend, zumindest für mich. Garfield redete zwar mit niemandem, war aber zumindest körperlich anwesend und nicht schlecht gelaunt. Auf dem Heimweg hatten wir viel Spass, beim Zubettgehen war alles in Ordnung.

Am nächsten Morgen war die Stimmung seltsam - zumindest empfand ich das so. Beim Aufwachen meinte Garfield, er hätte Kopfschmerzen, also ging ich zum Bäcker, verwöhnte ihn, gab mir alle Mühe. Trotzdem blieb das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Garfield war irgendwie kurz angebunden, seine Antworten zynisch, schnippisch, uninteressiert. Frühstück, Einkaufen, der Eindruck blieb. Ich traute mich nicht einmal, ihn zu fragen wie er den Abend denn nun gefunden hatte. Immerhin fragte ich mehrmals, ob alles in Ordnung sei. Die Antwort war immer "ja" bzw. ein schnippisches "Wieso?". So langsam schrillten bei mir die Alarmglocken und es kam was kommen musste: Ich wurde sauer und bekam Angst. Das Gedankenkarussell begann: Ich hatte Garfield gezwungen, einen furchtbaren Abend zu verbringen, jetzt war er sauer auf mich und würde Schluss machen. Er hatte gemerkt, dass er sich mit mir nicht wohl fühlte, ich doch nicht die Richtige war. Ja, diese Gedanken hatte ich, denn genau hier zeigten sich die Narben, die mein Ex mir verpasst hatte. Der hatte wochenlang so getan, als sei alles in Ordnung und dann einfach Schluss gemacht. Die kleinen Zeichen hatte ich ignoriert oder mir schön geredet. Ist doch nur 'ne Phase, hatte ich mir gesagt, und, das wird schon wieder besser. Wurde es aber nicht. Immerhin habe ich daraus gelernt, jetzt auf alles zu achten, auf jede Kleinigkeit. Und die dann überzubewerten! Ich bin da richtig neurotisch geworden, denn sobald Garfield irgendwie komisch ist, wähne ich die Beziehung am Ende. So auch an jenem Tag. Und wie sah meine Reaktion aus? Ich schwieg. Es ist auch schwer, solche Gedanken in Worte zu fassen, wenn man rational eigentlich weiß, wie albern und dumm sie sind. Man möchte ja über diesen Dingen stehen und cool bleiben. Klar habe ich mir gesagt, er hat nur Kopfschmerzen, es hat nichts dir zu tun. Aber die Narben brennen eben und lassen einem keine Ruhe. Also schwiegen wir uns eine Weile an, bis Garfield der Kragen platzte. Der Ärmste hatte keine Ahnung, was los war, wo mein Problem lag. Als ich versuchte, es ihm zu erklären, kamen natürlich die Tränen und Reden war erstmal nicht mehr möglich. Garfield war völlig hilflos, tat aber das einzig Richtige: Er nahm mich in den Arm. Nach einer Weile konnte ich ihm alles erklären und er versicherte mir immer wieder, wie sehr er mich liebt und dass er nicht wegen solcher Kleinigkeiten an unserer Beziehung zweifeln würde. Irgendwann versiegten meine Tränen und alles war wieder gut. Trotzdem bleibt ein blödes Gefühl, weil ich es geschafft habe, ohne Grund einen Streit heraufzubeschwören. Weil ich eben doch sehr viel kaputter bin, als ich dachte. Und weil ich mich frage, wann ich endlich wieder diese Sicherheit haben werde, die ich damals bei meinem Ex hatte. Dieses Urvertrauen in seine Gefühle für mich. Garfield gibt mir jeden Grund, an ihn, an uns, zu glauben, und trotzdem muss er immer wieder darunter leiden, dass so ein Mistkerl von Exfreund dieses Vertrauen zerstört hat. Das ist gemein.

Der Rest des Wochenendes verlief übrigens planmäßig. Samstag nachmittag habe ich Garfield meine ehemalige Schule gezeigt, danach stand grillen im sehr großen Kreis auf dem Programm. Garfield wirkte zwar reichlich unentspannt, schlug sich aber tapfer. Das Feuerwerk war wunderschön und nach ein paar Bier und der Bekanntschaft mit meinem besten Freund Gin Tonic taute auch mein Liebster auf. Ja, er tanzte sogar! Bis halb vier, als die Musik ausgemacht wurde! Wir hatten, trotz Gästesofa, eine relativ erholsame Nacht und ich genoss am nächsten Morgen das traditionelle Frühstück bei Schusselchens Eltern. Dieses Jahr waren wir fast 20 Leute! Wir saßen danach noch stundenlang im Garten und als wir dann wieder in die Stadt gingen, Bowle tranken und Konzerten lauschten, war Garfield endgültig aufgetaut. Er LACHTE und REDETE mit meinen Freunden! Ich war begeistert und hätte vor Glück schreien können. Garfield braucht immer eine Weile, um mit fremden Menschen warm zu werden. Meine Freunde hatte er bis dato nur zweimal gesehen, und das letzte Mal war auch schon Monate her. Am Wochenende nun durfte er mehr als 24 Stunden am Stück mit diesen Menschen verbringen, was ihm sichtlich gutgetan hat. Damit hatte das Heimatfest einen sehr schönen Nebeneffekt: mein Freund ist mit den Menschen warm geworden, die mir neben meiner Familie am wichtigsten sind. Ach ja, und Spass gemacht hat es ihm wohl auch, denn er hat schon gefragt, ob er nächstes Jahr wieder mitkommen darf...

04.08.2009 um 16:33 Uhr

Urlaub... aber wo?

Ah, ich bin am Verzweifeln! Urlaub aussuchen ist einfach zu schwierig!

Zur Erklärung:

Übernächste Woche fahre ich wiedermal zu Garfield. Ursprünglich wollten wir in der Woche einen Kurztrip nach Paris machen. Zwei Tage Disney, ein Tag Paris. Dank einer Bekannten hätten wir das Hotel zum halben Preis und den Eintritt für lau bekommen. Nun meldet sich besagte Bekannte aber nicht mehr, seit sie die Daten und den Hotelwunsch weiß. Da der Termin immer näher rückt, wird mir das Ganze jetzt zu unsicher und außerdem habe ich mir überlegt, dass Paris im Hochsommer keine so tolle Idee ist. Stattdessen hatte ich die grandiose Idee, irgendwo bei Garfield in der Nähe ein paar Tage Urlaub zu machen. Mir persönlich schwebten ein glasklarer See, dunkler Wald, einsames Häuschen vor.Was wild-romantisches eben, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Sollte es in Bayern doch geben! Aber die Suche gestaltet sich sehr schwierig, weil es da unten einfach zu viele Urlaubsregionen gibt, zu viele Seen, zu viele Ferienwohnungen, Hotels etc. Schön wäre ein Tipp! Kennt jemand eine schöne Ecke da unten? Einen tollen See vielleicht? Ich dreh' hier gleich durch...