Mission Prinz

30.03.2010 um 11:31 Uhr

Puzzlefieber

Gestern fand er nun statt: Der erste Puzzle-Abend in der Casa Maus-Garfield.

Wir gingen systematisch vor, puzzelten zuerst den Rand. Der lag nach zwei Stunden fertig vor uns. Und wer fing prompt an zu jammern, er hätte keine Lust mehr und wir könnten doch jetzt den Fernseher anschalten? Na, na??? Natürlich derjenige, der noch vor wenigen Wochen wenigstens einen fernsehfreien Abend in der Woche gefordert hatte! Garfield bettelte und flehte, ich aber blieb hart, denn erstens hatte er es so gewollt und zweitens hatte mich inzwischen das Puzzle-Fieber gepackt. Ich wühlte also weiter panisch in der Schachtel nach dem einen passenden Stück, während Garfield schonmal im Bad verschwand. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir ins Bett gehen und ich noch ein Kapitel aus "unserem" aktuellen Buch vorlese. Statt Glotze! Als Garfield aus dem Bad kam, riss ich mich schweren Herzens los und ging ebenfalls meine Beisserchen putzen. Garfield verschwand im Schlafzimmer und schloss die Tür hinter sich. Das kam mir sehr verdächtig vor, also schrie ich ihm hinterher: "Der Fernseher bleibt aus!" Natürlich lief das Teil, als ich wenig später ebenfalls die heiligen Hallen betrat. Ich bestand auf der Abmachung, die Glotze wurde ausgemacht und Garfield durfte sich drei Seiten aus "NFP heute" anhören. Das schläfert ihn sehr zuverlässig ein ;-)

Was lernen wir daraus? Männer! Keine Geduld, kein Durchhaltevermögen. Ich dagegen, ich kann mich kaum zügeln. Das angefangene Puzzle liegt im Wohnzimmer... Und wenn ich nur ab und zu mal in den Karton greife, ein Teil nehme und gucke, ob es irgendwo passt? Nur ein einziges... 

PS: Gestern ist ein Geburtstagsgeschenk für mich eingetroffen. Garfields Mama hat ein Päckchen geschickt - sowas hat nicht mal ihr Sohn zum Geburtstag bekommen!  Ich glaube, die mögen mich... Ist zwar nur Dekotinnef, aber der Gedanke zählt.

29.03.2010 um 10:55 Uhr

Wochenendfreuden

Wochenendanalyse.

Womit versaut man einem Mann den Tag? Klar, mit dem Satz: "Schatz, gehen wir shoppen?" Zum Glück habe ich ein sehr geduldiges Exemplar an meiner Seite, wie sich Samstag wiedermal zeigte Und das, obwohl der Herr ab 6 Uhr vor dem Fernsehgerät gesessen hat! (Autos, die im Kreis fahren... ) Nach diesem spannenden (*gähn*) Start in den Tag wurde noch etwas im Bett gefaulenzt, dann gefrühstückt und schon stürzten wir uns ins Getümmel. 

Erster Punkt auf der Tagesordnung: Toys'R'Overpowered. Treue Leser erinnern sich: Wir wollten wenigstens einen fernsehfreien Abend in der Woche einführen. Wir beschlossen, es erstmal mit der Billigvariante zu versuchen, ein Puzzle-Abend. Mit Wein und schöner Musik, ganz gemütlich. Dazu brauchten wir ein Puzzle - ein Unterfangen, welches sich als gar nicht so einfach erwies. Wir hatten schon mehrere Warenhäuser unsicher gemacht, doch nicht das Passende gefunden. Einzige Erkenntnis: Im Puzzle-Bereich gibt es viel Kitsch. Und wir wußten nur, was wir NICHT wollten, nicht aber, was wir wollten. Wir wollten kein Bild aus einer Vampirserie, keine verkitschten, künstlichen Tierfotos und keine Trickfilmfiguren. Babybilder fallen auch raus, entschied Garfield, als ich sabbernd auf ein heruntergesetztes A*n*n*e-G*e*d*d*e*s-Puzzle deutete. Nagut, also auf zum Riesen-Spielzeug-Haus. Schon auf dem Parkplatz erhielten wir einen Vorgeschmack: Wir hatten noch nicht mal geparkt, da lief uns schon das erste Kind fast ins Auto. Eine ca. Zweijährige an der Leine. Mutti war noch mit dem Kofferraum beschäftigt und hielt die Leine nicht sehr stramm. Als Hundebesitzer weiß ich: Man muss seine Augen überall haben, die Leine muss locker durchhängen, aber man muss immer bereit sein, sie festzuhalten und man muss vor allem ALLES eher sehen, als der Hund. Hat diese Mutti alles nicht beachtet. Nebenbei bemerkt werde ich nie verstehen, warum Menschen ihre Kinder in so ein Geschirr stecken. Es mag ja praktisch sein, aber aussehen tut es... Ne! Auf dem Weg zum Eingang mußten wir mehreren spielenden Kindern und mit Spielzeug beladenen Erwachsenen ausweichen, was höchste Aufmerksamkeit erforderte. Trotzdem schafften wir es recht schnell in die Puzzleabteilung, denn wir ließen die Plüschtiere ebenso links liegen, wie die Modellautos. Bei den Puzzles angekommen, irritierten uns wiedereinmal die seltsamen Preissteigerungen: 1000 Teile kosten um die 10 Euro. 1500 Teile sind um die 20 Euro wert. Und für 2000 Teile berappt man ca. 25 Euronen. Das verstehe, wer will. Auch hier war die Auswahl nicht berauschend. Kitschige Tierfotos, Vampire und Cartoon-Figuren, wohin das Auge schaute. Wir fanden dann aber doch noch ein süßes Katzenmotiv ohne Kitsch, welches irgendwann mal sehr gut in unsere Küche passen wird. Erster Punkt auf der Liste abgehakt.

Nächste Station: Baumarkt. Samstag Vormittag. Rabattaktion. Horror. Es war voll! SEHR VOLL! Jeder, der auch nur einen Quadratzentimeter Garten besitzt, tummelte sich dort und schlich wahllos durch die Gänge bzw. blieb auf's Geratewohl stehen. Ich suchte nur eine Gartenschere, um meine Pflanzen zurückzuschneiden und neuen Scheibenreiniger für's Auto. Fanden wir alles recht schnell, standen dann aber eine gefühlte Ewigkeit an der Kasse. Wir wählten extra NICHT die kürzeste Schlange, denn erfahrungsgemäß ist das ja auch die langsamste. Trotzdem kamen wir nicht vorwärts, denn wir hatten den Azubi erwischt... Da standen wir also, während sich ständig Leute durchdrängelten, schubsten und ihre Kinder anschrien. Warum gibt's im Baumarkt eigentlich kein Kinderparadies? 

Als wir den Baumarkt verließen, waren wir schon beide leicht genervt. Auf zum Shoppingcenter, in der Hoffnung, dass wir bereits sämtliche Einwohner der näheren Umgebung im Baumarkt getroffen hatten. Weit gefehlt, der übervolle Parkplatz versprach Shoppingvergnügen deluxe. Wer keinen Quadratzentimeter Garten besaß, tummelte sich hier. Zum Glück hatten wir eine Mission: Eine schwarze Jeans für Rosa. Und Frische-Einlegesohlen für Rosas neue Schuhe. (Sehr bequem übrigens!) Gleich im zweiten Laden: Glückstreffer. Schwarze Jeans scheinen gerade out zu sein, deshalb findet man kaum welche. Es sei denn, man möchte 'ne Röhre, die gibt's zuhauf. Leider sind meine Beine dicker als meine Arme, deshalb quetsche ich mich in solche Hosen nicht rein. Man muss seiner Umwelt ja nicht alles zumuten, so wie das einige tun. (Ganz ehrlich: Diese Hosen sehen an ganz, ganz wenigen Mädchen gut aus!) In diesem Laden gab es also eine preisgünstige schwarze Jeans. Auf dem Weg zur Kabine - fatal! Ein Wühltisch! Zwei Quadratmeter, drei Etagen, nur Jeans diverser Marken! Das Paradies! Meinem weiblichen Instinkt folgend fing ich sofort an zu wühlen. Zuerst nach schwarzen Jeans, klar. Es fand sich genau eine. Dann entdeckte ich eine Cordhose. Ich liebe Cordhosen. Ich wollte schon immer mal wieder eine. Also mitgenommen. Wenn man sich schonmal auszieht... Soll sich ja lohnen. Dann sah' ich, dass einige der Hosen für nur 10 Euronen zu haben waren. Also wurden auch blaue ins Visier genommen. Wenn man schonmal da ist... Garfield guckte mit, hielt meine Beute und sagte nichts. Ich sag's ja: Ein Musterbeispiel an Geduld. Ich selbst bin beim Einkaufen ja schnell genervt, habe dann keine Lust mehr und will ganz bald weg. Garfield dagegen... Alle Achtung!

Ich verschwand schließlich mit gefühlten tausend Hosen hinter dem Vorhang. Hose Nr. 1: Ziemlich eng. Was soll's, Garfield kann ja eine Größere holen. Hat er auch getan. Die passte hervorragend, wenn sie auch zu lang war. Aber das kenne ich ja. Dann die Cordhose: Verdammt, viel zu eng! Garfield, könntest du bitte... Natürlich, er suchte. Und fand. Und ich fand: Ne, viel zu weit ausgestellt, diese Beine. Danach die tolle schwarze Jeans. Leider noch enger. Bin ich wirklich so fett geworden? Garfield's hämischer Kommentar: "Wenn die zugeht, fresse ich einen Besen." Und dann: "Ich gucke mal, ob's die auch in größer gibt." Gab's natürlich nicht. Dafür wurde eine Verkäuferin auf den suchenden Mann aufmerksam und nagelte ihm eine Beratung an die Backe. In der Zwischenzeit probierte ich die erste der 10-Euro-Jeans an. Ne, die saßen ja furchtbar! Kein Wunder, dass die so extrem reduziert waren, die sahen einfach sch*** aus! Die Verkäuferin fand noch eine andere schwarze Hose für mich, eine von der völlig überteuerten Art weil hippe Marke. Die gefiel mir aber überhaupt nicht, die war nämlich sehr eng geschnitten. Letztendlich blieb es bei der ersten Hose: Garfield und Verkäuferin versicherten, dass die sehr gut saß. Garfield bestätigte: "Ja, Dein Po sieht darin sehr gut aus. Nicht so dick wie in der anderen Jeans." Ich blieb unsicher: "Macht die keine dicken Oberschenkel? Und ist die nicht am Knie zu eng geschnitten?" Garfield: "Nein, die sitzt prima. Sieht sehr gut aus." Zu seinem Leidwesen nahm ich die Hose trotzdem nicht. War ja erst das erste Geschäft von vielen! Ich ließ sie aber zurücklegen.

Als nächstes kamen ein paar dieser kleinen Läden, die ich eigentlich hasse. Ich gehe da nicht gern rein, denn erstens wird man sofort angequatscht und zweitens fühlt man sich so un-hipp, so fehl am Platz. Es gab dort auch nur Röhrenjeans. Dafür lag in einem dieser Läden ein sehr hübscher großer Hund rum. Ich frage mich allerdings, ob alle Kunden Hundehaare an ihrer neu gekauften Kleidung mögen...

In einem dieser Läden entdeckte ich dann doch noch Jeans, wie ich sie mir vorstellte: unten etwas ausgestellt, oben eng, aber nicht so tief sitzend, dass der halbe Hintern raushängt, tiefschwarz, richtiger Jeansstoff. Es gab sogar zwei von der Sorte! Ich probierte Nummer 1: Ja! Jaaa! Perfekte Länge! Perfekter Sitz! Garfield war auch begeistert. Modell Nr. 2: Zu kurz, obwohl eigentlich dieselbe Länge. Eine Nummer größer: Zu lang. Und überhaupt: Etwas eng war die schon. Also nochmal in Nr. 1 reingehüpft. (Und das meine ich wortwörtlich, denn neue Jeans müssen ja sehr eng sein. Wir wissen doch alle, wie sehr die noch nachgeben.) Die war es! Absolut! Wieder Garfield: "Dein Hintern sieht gut aus. Noch besser als in der anderen Hose. Also ich finde die hier schön." Hm... Hm... Ich ließ die Jeans reservieren, obwohl ich eigentlich die Nase voll hatte und überzeugt war, das passende Modell gefunden zu haben. Aber, man weiß ja nie. Und wie hatte Garfield vorher so schön gesagt, als ich in einem Laden keine Lust hatte, 15 Minuten auf eine Kabine zu warten? "Vielleicht ist das ja gerade DIE Hose?" Wir guckten also noch etwas weiter, kauften meine Frischesohlen und kehrten schließlich zu dem kleinen Jeansladen zurück. Wenn es passt, dann passt es einfach. 

In meiner Begeisterung gab ich Garfield noch ein Eis bei McDoof aus, wo wir - natürlich - auch wieder ewig anstanden. Danach nur noch ab nach Hause und auf die Couch. Abends setzte ich mich durch und guckte Gottschalk's Sofa an. Eigentlich wollte ich nur Shakira sehen, doch dann blieb ich dabei. Sooo schlecht war's dieses Mal nicht, und auch wenn ich Frau Hunziker eigentlich blöd finde, muss ich doch sagen: Wie sie sich um die Wettkandidaten kümmert, ist schon irgendwie rührend und nett. Shakira war natürlich toll, was soll ich sagen? Diese Frau hat's einfach drauf und ich freue mich schon wahnsinnig auf ihre nächste Tour. Leider kommt sie im Fernsehen immer so dümmlich rüber. Und überhaupt sah sie mit den dunklen Haaren besser aus.

Sonntag wurde wieder ausgeschlafen, zumindest von mir. Garfield saß natürlich ab acht vor der Glotze und ärgerte sich. Nach einem späten Frühstück machten wir einen großen Spaziergang um uns dann die sonntäglichen Autosendungen anzusehen. Für's Abendessen waren Kartoffelpuffer geplant. (Reiberdatschi, Reibekuchen, Rösti - Wer jetzt immer noch nicht weiß, was gemeint ist: Google ist Dein Freund!) Garfield mag die nicht. Das versicherte er mir vorher. Und er wollte mir schriftlich geben, dass er maximal zwei essen würde. Ich verzichtete auf das Schriftstück, denn ich kenne ihn ja inzwischen ein bißchen. Als ich anfing, die Dinger zu braten, gesellte er sich dazu. Und übernahm die Herrschaft über die zweite Pfanne. Ich durfte mich nicht einmischen. Nach soviel Arbeit langte er natürlich ordentlich zu. Und verkündete stolz: "Also ich finde, meine schmecken doch noch etwas besser als deine. Die sind irgendwie krosser." Jaja, du mich auch ;-) (Ich find's übrigens toll, dass wir so oft zusammen kochen und dabei auch noch Spaß haben. Sowas habe ich mir immer gewünscht!)

Wir ließen den Abend vor der Glotze und mit einer gemeinsamen Dusche ausklingen. Ein wirklich schönes Wochenende. Völlig ohne Streit!

26.03.2010 um 14:51 Uhr

Plöder Petrus!

MENNO!

Vorhin war ich einkaufen und dachte noch: Man, ist das schön warm! Da war die Jeans fast zuviel! Und was habe ich mich auf's Joggen nachher gefreut, denn bei Sonne und blauem Himmel macht das direkt Spaß. Und nu? Auf einmal dunkelt es draußen, alle zugezogen und jetzt donnert's auch noch! Gemein!

Dafür habe ich nun Schuhe ausgepackt und gewählt. War schwer... (Fotos gehen irgendwie nicht so richtig, deshalb nur Links.)

Diese waren nur als Alternative gedacht, falls die anderen unbequem sind. Braucht's aber nicht, denn es zeigte sich gerade: Ich kann auch mit Absatz!

Die hier sind wirklich schön, auch sehr bequem. Genau wie die. Immer wieder habe ich beide Paare anprobiert, auch gleichzeitig, es war kaum ein Unterschied zu spüren. Letztendlich habe ich nach Muster entschieden, und da gefallen mir die letzten am Besten. Die sind's jetzt also. Mal gucken, ob sie mich genauso bequem durch den Sommer tragen, wie ihre Vorgänger. Die mussten dann doch weg, weil sie unter dem Riemchen eingerissen waren. *seufz*

Ok, jetzt ist der Himmel komplett grau. Schöne Sch***! Da wird jemand blendende Laune haben, wenn er gleich nach Hause kommt.

Jedenfalls ist jetzt Wochenende, und da wünsche ich allen ein ganz schönes!

PS: Mir ist aufgefallen, dass mein Berliner Leser IE7 aka IE8 weg ist. Verschwunden. Seit wann? Keine Ahnung, habe ich nicht so richtig mitbekommen. Vielleicht umgezogen? Oder bin ich langweilig geworden???

26.03.2010 um 10:14 Uhr

Runde 9124

Hier prallen Welten aufeinander! Optimist vs. Pessimist. Ein sehr spannender Kampf, mit immer neuen, aufregenden Runden.

Gestern wieder eine: Garfield passiert was Blödes, er entschuldigt sich, geht arbeiten, kommt abends wieder und ... schmollt. Suhlt sich im Selbstmitleid und will darin auch noch bestärkt werden. Wenn man dann sowas sagt, wie "Jetzt hör' doch endlich auf, Dir selbst leid zu tun.", wird er richtig sauer. Ich verstehe das nicht, wirklich nicht. Wenn mir was Blödes passiert, dann ärgere ich mich erstmal. Dann lache ich drüber bzw. wenn jemand "verletzt" wurde, entschuldige ich mich. Und dann versuche ich, es wieder gut zu machen. Backe einen Kuchen, koche was Schönes, verwöhne, irgendwas eben. Garfield ist da ganz anders: Wenn ihm was Blödes passiert (ob absichtlich oder unabsichtlich, ob nur für ihn blöd oder auch für andere), sieht er es sofort im Zusammenhang. Weil bei ihm ja immer alles sch*** läuft, weil er immer nur Pech hat. Immer wird noch einer drauf gesetzt. Er tut sich dann endlos selbst leid, zählt sich innerlich wahrscheinlich auf, was noch alles blöd läuft, und kommt mir mit Sätzen à la "Wenn du mich jetzt verlässt, kann ich das verstehen." Gern bringt er auch: "Naja, das passt ja wieder wunderbar ins Bild." Und dabei merkt er nicht, dass er die Sache, eine Kleinigkeit eigentlich, damit immer schlimmer macht.

Ich kann sowas nicht hören. Und ich verstehe es auch nicht! Mir will nicht in den Kopf, wie man immer nur das Negative sehen kann und sich vor allem ständig mit Anderen vergleicht. "Bei dem und dem Kollegen läuft immer alles super." Ja, vielleicht. Aber kannst Du hinter die Fassade gucken? Vielleicht ist ja gar nicht alles so toll, wie er immer erzählt? Aber nein, das siehst Du natürlich nicht, Du denkst nur, dass ALLE ANDEREN immer Glück haben, obwohl sie nichts dafür getan haben. Du dagegen hast immer nur Pech, obwohl Du so hart gearbeitet hast. Wann bekomme ich endlich in Deinen Kopf rein, dass "Pech" und "Glück" sehr subjektive Begriffe sind und vor allem Einstellungssache. Wenn man lang genug sucht, findet man immer ein Haar in der Suppe!

Und, nein, ich werde Dich deswegen nicht verlassen. Ich liebe Dich nämlich, auch wenn ich Dein Verhalten manchmal sehr kindisch und anstrengend finde. So. Und jetzt hoffe ich ganz doll, dass Dir diese Erkenntnis bis heute Nachmittag auch gekommen ist. Und wir dann wieder "back to normal" gehen können. 

25.03.2010 um 12:49 Uhr

Die Putzfee

Eigentlich für heute geplant: ganz viele Bewerbungen schreiben und abschicken, nachmittags dann ein langer Spaziergang, um das schöne Wetter nochmal zu nutzen. Ab morgen abends soll's ja besch... werden. Aber erstens kommt es ja bekanntlich anders, und zweitens als man denkt.

Heute morgen. Nur noch schnell die Betten abziehen. Hm, eigentlich könnte man auch die Matratze mal wieder umdrehen, haste ja schon lange nicht mehr gemacht. Matratze also angehoben... What the F***! Schimmelflecken! Auf der Matratze und auf diesem Schonteil! Also flugs den Matratzenbezug runtergezerrt und in die Waschmaschine gestopft. Ordentlich Chlorzeug hinterher, das sollte den Schimmel beseitigen. Schondings auch runter vom Bett... ups, auf dem Lattenrost ist ebenfalls Schimmel. Gut, also Lattenrost mit Chlorzeug geschrubbt. Dabei natürlich die Fenster weit aufgerissen. Hm, Fenster... offen... Viehzeug! Stimmt, da war was: Fliegengitter. Die hatten wir gekauft. Anbringen wollte ich sie erst, wenn ich die Fenster geputzt habe. Nun, wo die Fensterbretter schonmal alle abgeräumt sind, kann ich die Fenster auch gleich putzen. Natürlich alle, nicht nur die, wo Gaze ran soll. Gesagt, getan. Was auffällt: Landluft scheint viel sauberer zu sein, als Stadtluft. Die Fenster waren nicht so wahnsinnig dreckig, und gerade von den Verstrebungen bin ich ganz andere Staubschichten gewöhnt. Bei den Fenstern, die nicht zur Straße gehen, war da fast nix! Nachdem die Fenster alle sauber und die Fliegengitter angebracht sind, hole ich den Matratzenbezug aus der Maschine. Toll, immer noch schmutzig! Kein Wunder, das Ding hat kaum reingepasst, und wenn die Maschine zu voll ist, wäscht sie nicht ordentlich. Also mit Chlorreiniger und Schwamm die Flecken rausgerieben. Das Zeug soll jetzt eine Weile einwirken, dann kommt der Bezug nochmal in die Waschmaschine. Und dann... dann kann mich der Schimmel mal am *piep* *piep*!

Damit war ich bis jetzt beschäftigt. Wenn ich mal anfange, entwickle ich eben einen gewissen Aktionismus und will alles auf einmal erledigen. Bewerbungen? Fehlanzeige. Ich habe noch nichtmal meine Schuhe ausgepackt, die gestern kamen. Und das mir, die Briefe schon am Briefkasten aufreißt!

Und das "Beste" an der ganzen Sache: Das Bettzeugs wird bis heute abend niemals trocken sein, also können wir nicht in unserem Bett schlafen. Was freue ich mich schon auf die Couch! Ganz großes Damentennis, echt.

24.03.2010 um 14:22 Uhr

Der Stuhl des Grauens

Jedde hat mich auf eine Idee gebracht: Es gibt einen 3. Weg. Ich gewinne einfach bei einer Quizshow soviel Geld, dass ich noch einige Monate Zeit habe, mir zu überlegen, was ich denn nun machen will. Sehr guter Plan!

Ab zur R*T*L-Seite, gucken, wie man zu Günni kommt. Aha, bewerben muss man sich. Na, da bin ich ja inzwischen Profi. Oho, man muss einen Euro bezahlen! Einen Euro? Naja, ist nicht die Welt, kann man mal machen. Aber was kommt danach? Wenn ich bezahlt habe, wie geht's dann weiter? Läuft das mit der Bewerbung dann sicher? Oder verarschen die einen? Weiß das jemand, hat sich jemand schonmal beworben?

Warum ich da unbedingt hin muss? Klar, weil ich die abwegigsten Sachen weiß. Da sind Informationen irgendwie in meinem Hirn verschüttet - hoffentlich tauchen die nicht nur VOR, sondern im Bedarfsfall auch IM Fernseher wieder auf. Ich weiß zum Beispiel, dass Zar Peter I. von Russland eine Bartsteuer erhoben hat. Und ich weiß sogar, warum. Und das nur, weil ich in der 10. Klasse im Wahlpflichtkurs "Deutsch" auf Anraten meiner (nebenbei bemerkt einfach ganz ganz tollen) Lehrerin, Tolstois "Peter I." vorgestellt habe. Wir mussten ein Buch unserer Wahl vorstellen und ich wählte, unwissentlich, statt eines luftig-leichten Romans einen historischen Klopper in drei (?) Bänden. Das Buch war "sährrr schwärrrre Kost", aber nach etwas Einlesen ziemlich interessant und beeindruckend. Und wie sich jetzt zeigt, ist sogar einiges davon hängen geblieben. Ich habe eben ein hervorragendes Gedächtnis für völlig nebensächliche Informationen und wäre damit wahrscheinlich die ideale Quizshowkandidatin. Es hat schon seinen Grund, dass keiner mehr mit mir "Trivial Pursuit" spielen will. Ich weiß einfach zuviel!

Als ich jetzt so über WWM nachdachte, viel mir ein "Vorfall" von vor zwei Jahren ein. Ich saß nichtsahnend vor dem Fernseher, zappte so rum, landete bei Günni und sah auf dem Stuhl... eine Kommilitonin! Ich war zu dem Zeitpunkt zwar noch eingeschrieben, aber scheinfrei, also nicht mehr in der Uni körperlich anwesend. Besagte Dame kannte ich flüchtig aus einigen Veranstaltungen. Typ: Ich habe zwar nicht wirklich viel Ahnung, reiße aber erstmal die Klappe auf und schleime mich ordentlich ein. Sowas mag ich gar nicht, traf ich in der Uni aber relativ häufig. Was mich nicht überraschte: Das Mädel, nennen wir sie mal Sandy, bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm. Sie konnte ein paar Fragen beantworten, doch dann der Gau: Es kam eine Frage aus unserem Studienfach, also ihrem (und meinem) Fachgebiet. Kein Problem, so ein Glück aber auch, da sollte sich Sandy auskennen. Immerhin STUDIERT sie das! Das waren meine Gedanken. Die Frage war auch pippieinfach. Sandy aber dachte wohl anders: Offensichtlich hatte sie vorher schon gewusst, dass sie auf dem Gebiet keine Ahnung hat, dass das ihr Schwachpunkt ist, und hatte sich dementsprechend vorbereitet. Einer ihrer Joker war ein Dozent unseres Instituts, genau genommen einer meiner Prüfer aus der Abschlussprüfung. Den rief Sandy jetzt an, wegen einer solchen Pippifrage. P-e-i-n-l-i-c-h! Ich meine, nur zur Erinnerung: DAS war ihr STUDIENFACH! Sie hätte sich da halbwegs auskennen sollen. Und trotzdem nahm sie einen Joker für genau dieses Gebiet. Hä? Noch dazu jemanden, der ihr im Studium noch ein paarmal begegnen würde, der sie wahrscheinlich sogar am Ende prüfen könnte. Möglicherweise hatte Sandy den Dozenten wegen seines guten Allgemeinwissens als Joker ausgesucht, aber nun stellte sie ihm eine Frage, die sie, als seine Studentin, eigentlich mit Leichtigkeit selbst hätte beantworten müssen. Nun ja. Ich rief Freundin und Ex-Kommilitonin T. an, brüllte ins Telefon: "Schnell! RTL! Jauch!" und wir lachten uns synchron schlapp.

Merke also: Joker gut aussuchen und nicht völlig zum Deppen machen!

23.03.2010 um 09:44 Uhr

1, 2, ... oder 3?

Manchmal möchte ich gern in die Zukunft gucken können. Jetzt gerade zum Beispiel, denn wir müssen eine Entscheidung treffen. Wir stehen an einer Weggabelung und müssen uns für einen Weg entscheiden. Oder sollten es, um hier endlich mal (wieder) einen gewissen Plan reinzubringen.

Weg Nummer 1 ist ein Herzenswunsch von mir und auch Garfield möchte ihn gern gehen. Allerdings könnte sich später herausstellen, dass er ein Fehler war. Auf den ersten Blick könnte es sogar dumm und unüberlegt wirken, wenn wir diesen Weg wählen. Sieht man aber genauer hin, ist er gar nicht so verkehrt. Betrachtet man nämlich die wirtschaftliche Entwicklung, die aktuelle Lage etc. könnte dieser Weg sich als sehr clever entpuppen. Der große Vorteil: Einer von uns beiden hat für die nächsten Jahre ausgesorgt. Damit wird das Risiko geringer.

Weg Nummer 2 könnte sich im Nachhinein als genauso falsch entpuppen. Trotzdem wäre es wohl die vernünftigere Variante. Oder vielleicht auch nicht, wenn sich an der aktuellen Situation vorerst nichts ändert. Dann wäre Weg Nummer 2 reine Zeitverschwendung und wir würden uns ärgern, nicht Weg 1 beschritten zu haben. 

Wir überlegen also hin und her, wägen ab, denken die Für und Widers durch, versuchen, alles in Betracht zu ziehen, und trotzdem fällt uns eine Entscheidung schwer. Das Herz ringt mit der Vernunft und keiner kann sich so richtig durchsetzen. Wir MÜSSEN aber eine Entscheidung treffen!

Ach, wie schön wäre das... nur so ein ganz kurzer, winzig kleiner Blick in die Zukunft...

18.03.2010 um 10:47 Uhr

Die Woche der Wahrheit

Ich habe gerade die Dame vom Vorstellungsgespräch angerufen. Ja, die Entscheidung ist gefallen. Natürlich gegen mich. War irgendwie klar. Das wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das geklappt hätte. Es ist wohl wirklich die Woche der Absagen.

Ich möchte mich gerade heulend unter der Bettdecke verkriechen... Alles schice gerade. Die Welt kann mich mal!

17.03.2010 um 09:45 Uhr

Waffenstillstand

Die gute Nachricht zuerst: Mein Liebster ist endlich wieder arbeiten!

 

 

Schbaasss! Es war schon schön, ihn hier zu haben, andererseits leiden natürlich andere Sachen darunter. Mein morgendliches "beim Frühstück in den Blogs stöbern" konnte ich knicken. Und auch meinen Nachmittagsspaziergang mit Hörbuch. Jetzt aber wieder, pünktlich zum Frühlingseinzug. Der scheint nun wirklich zu kommen - wurde ja auch langsam Zeit!

Wir haben in letzter Zeit viel gestritten, das ist nichts Neues. Ich habe nicht von jedem Streit hier berichtet, denn die meisten sind irgendwie sinnlos. Woran lag's? Ich bin momentan etwas reizbarer und springe auf leichtes Necken sofort an. Die Hormone... Dann die ungewisse Situation der Jobsuche. Nichts scheint zu klappen, die Hoffnung schwindet. Das kostet Kraft und nervt ganz gewaltig. Und dann die Erinnerungen. Sonntag war es genau zwei Jahre her, dass ich einen Brief im Bad fand. Da kommen diese ganzen Erinnerungen hoch und man sucht nach Parallelen. Vor allem, wenn es gerade nicht ganz so gut läuft.

 

*Sidekick I* (Dank an Pele für dieses äußerst praktische Stilmittel!)

Ich wußte das Datum nicht mehr, habe es aber durch intensives Nachdenken wieder herausgefunden. Hat mich irgendwie nicht in Ruhe gelassen, dass ich sowas Wichtiges einfach vergessen habe.

*Sidekick II*

Ich frage mich gerade: Wieso das Bad? In meiner Welt hinterlässt man Botschaften für den Partner oder Familie auf dem Küchentisch. J. hat seinen Abschieds-/Trennungsbrief auf die Waschmaschine gelegt. Wollte er ganz sicher gehen, dass dieser Brief das Allererste ist, was ich nach dem Aufstehen sehe? War das ein Zeichen von Unsicherheit, im Sinne von: Er hat ihn erst im letzten Moment hingelegt? Als er schon fast zur Tür raus war? Hätte er die Küche gewählt, hätte er nochmal reinkommen müssen, wäre durch's Wohnzimmer gegangen, hätte vielleicht sogar einen Blick zum Bett, auf mich, geworfen. Hätte das seinen Entschluss schwerer gemacht? Vielleicht... Andererseits diese Detailverliebtheit. Der Brief lag nicht einfach auf der Waschmaschine, er steckte in meiner Bürste. Damit er quasi stand. Da hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht, zu überlegen, wie er das Ding jetzt am besten drapiert. Seltsam. Oder hatte J. Angst, ich könnte seinen Brief nicht sehen? Ich bin morgens ohne meine Kontaktlinsen zwar sehr kurzsichtig, aber nicht blind! Fremde Objekte auf der Waschmaschine nehme ich schon wahr! Die Fragen sind natürlich reine Zeitverschwendung, aber mir fällt eben gerade auf, dass das Bad wirklich ein ungewöhnlicher Ort für sowas ist.

 

Zurück zum Thema: Viel Streit in letzter Zeit. Viel Kraft kostender, ermüdender Streit. Garfields Lösungsvorschlag: Er schluckt in Zukunft alles runter, regt sich über nix mehr offen auf, damit ich mich nicht angegriffen fühle. Blöde Idee, weil nicht praktikabel. Immer alles runterschlucken funktioniert einfach nicht. Uns half Kommissar Zufall. In der von mir abonnierten Fachzeitschrift für Studenten *räusper* war dieses Mal ein Artikel zu genau dem Thema: Richtig streiten. Wir haben den Artikel also gemeinsam gelesen und... nicht wirklich viel gelernt. Ok, eine wichtige Erkenntnis: Wir sind zwei absolut gegensätzliche Streittypen. Ich das Kaninchen, das überhaupt nicht streiten, sondern sich nur verkriechen will. Garfield der Kampfhund, der knurrt und bellt und sich in ein Thema verbeißt. Das wußten wir zwar schon, aber es ist schön zu wissen, dass mein Verhalten offensichtlich nicht ganz so ungewöhnlich ist.

Viel wichtiger: In einem Nebenkommentar äußerte sich eine Paartherapeutin. Sie meinte, jedes Paar habe so fünf bis sechs Probleme, die es nie gelöst bekommt. Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren  besteht im Umgang damit: Während die einen diese Probleme unter den Teppich kehren, reiben sich die anderen immer wieder daran auf. Wir haben also mal nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich 90% unserer Streits an einem zentralen Thema entzünden: Unsere sehr unterschiedliche Auffassung von Sauberkeit und Hygiene. Ich bin da etwas laxer in der Einstellung, Garfield hat sehr extreme Ansichten (bis hin zu Ängsten, das gibt er aber nicht zu). Wir werden dieses Problem nie lösen, es sei denn, Garfield entspannt sich mit der Zeit. Darauf habe ich aber keinen Einfluss und es bringt vor allem nichts, wenn ich mich darüber aufrege. Wir haben also beschlossen, beide ein oder zwei Augen zuzudrücken und uns darüber nicht mehr zu streiten. Einfach ignorieren und den Anderen machen lassen. Gestern hat das in einer kritischen Situation schon ziemlich gut geklappt. Möglicherweise haben wir endlich den Weg zur Harmonie gefunden?

Und nochwas: Wie eklig ist das denn? Ich habe gestern meine Pflanzen umgetopft und plötzlich kroch ein Regenwurm durch die Küche! Soll ich mich jetzt bei N*etto beschweren, weil die Blumenerde dermaßen frisch war?

14.03.2010 um 15:39 Uhr

Fetzen

Heute nur ein paar Gedanken, die mir eben beim Abwaschen kamen...

Wie ist es möglich, dass zwei Personen innerhalb von 24 Stunden dermaßen viel dreckiges Geschirr produzieren?

 

Gerade habe ich im Radio gehört: Der Frühling kommt... immer noch nicht. Erst zu meinem Geburtstag. Man, ich hab' den Winter so satt!

 

Wir hatten heute parfümierte Eier* zum Frühstück. Nobel geht die Welt zugrunde ;-) 

 

Bin ich die Einzige, die bei dieser neuen Version von "Everybody hurts" immer heulen muss? Ich fand das Lied schon immer genial, eines der besten von R.E.M. Aber covern? R.E.M. covern? Ne, geht gar nicht. Als Charity-Projekt finde ich's allerdings ziemlich gelungen.

 

*Vor einiger Zeit habe ich Bankunterlagen etc. in einem Topf verbrannt. Mein Liebster hält mir immer Vorträge über Datenmissbrauch und sowas, also wollte ich mal vorbildlich sein. Damit es besser brennt, riet mir Garfield, gießt du etwas Parfum drüber. Ein altes Pröbchen. Habe ich gemacht... Der Topf wurde inzwischen mehrmals abgewaschen, aber er riecht immer noch nach dem Zeug. Und darin gekochte Eier natürlich auch.

12.03.2010 um 12:45 Uhr

Ja, sie lebt noch...

Hurra, es ist wieder Formel-1-Saison! Mir persönlich ist das natürlich rille, aber leider interessanterweise bin ich ja mit einem Männchen gesegnet, welches einen sehr großen Teil seines Gehirns dem einen großen Thema gewidmet hat: Autos. Dieser Mann wird die nächsten Monate also immer wieder mal unser kuscheligwarmes Bett zu Unzeiten verlassen, um im kalten Wohnzimmer zuzusehen, wie erwachsene Männer Kreise fahren. Nun gut, ich kann damit leben, solange man mich dabei nicht weckt. So wie heute. Da musste man(n) sich etwas ansehen, was "Freies Training" heißt. Und zwar im Schlafzimmer, vom Bett aus. Das erste Geräusch, welches meine zarten Ohren heute morgen vernahmen, war also das Dröhnen der Motoren. Zum Glück zu keiner absoluten Unzeit. Warum man sowas gucken muss, erschließt sich mir nicht so ganz. Die fahren ja nur sinnlos rum, oder? Die ÜBEN nur! Aber wenn es meinen Schatz glücklich macht... Der freut sich übrigens wie ein Schneekönig, dass ein gewisser Deutscher, den er ganz toll findet, wieder dabei ist. Für mich heißt das: Schatzi wird kein, aber auch absolut kein einziges, Rennen, Qualifying oder ähnliches verpassen. Letztes Jahr war es noch möglich, Prioritäten zu setzen. Opas Geburtstag, gemeinsame Unternehmungen, sowas in der Art. Möglicherweise hatte das auch was mit frischer Verliebtheit zu tun. Dieses Jahr sehe ich da schwarz. Jetzt guckt er übrigens wieder. 2. Training. Wie praktisch, dass er krank geschrieben ist. Was für ein ZUFALL! (Vorhin war er übrigens beim Arzt und wurde weiter krank geschrieben... bis Mittwoch! F**k the system!)

Liebster also krank, ergo nix geschafft diese Woche. Wenn beide zu Hause sind, macht man erfahrungsgemäß nämlich nichts. Mal nachdenken, haben wir überhaupt irgendwas produktives gemacht diese Woche?

Nun, ich habe endlich die verhasste Abstellkammer/Waschküche aufgeräumt. Das brannte mir seit Monaten auf der Seele und musste in einem Anfall von Aktionismus endlich gemacht werden. Man konnte da drin kaum noch treten, weil seit fast sechs Monaten immer nur reingestellt wurde. Alles, was gerade nicht gebraucht wurde: Ab in die Kammer. So konnte es nicht weitergehen. Ich habe weg- und umgeräumt, sogar die Waschmaschine verschoben (Allein! Die Aktion führte nämlich zu einem dieser leidigen Streits...) und nun kann man in unserer Kammer Wiener Walzer tanzen.

Dann hatte ich ein Date mit meinem Vermittler. Der ist wirklich sehr nett, trotzdem hatte ich gehofft, ihn nicht nochmal wiederzusehen. Viel gebracht hat das Treffen nicht, außer der Erkenntnis: Ich bin mit meinem Abschluss ein hoffnungslos überqualifizierter Exot. So hat der das gesagt. Na toll! Momentan sieht es für mich echt nicht gut aus, jobmäßig. In diesem Zusammenhang auch folgende Info: Nein, die Dame vom Vorstellungsgespräch hat sich noch nicht gemeldet. Ja, das nervt mich.

Dann haben wir noch gefühlte hunderttausend Autos angeguckt. Garfield gibt sein aktuelles ja im Juni wieder ab und braucht bis dahin was anderes. Dumm: Er kann sich nicht entscheiden. Also gucken wir und gucken und fahren ab und an auch Probe. Diese Woche haben wir nur geguckt, denn Probe fahren war wegen des Wetters nicht drin. Plöder Schnee! Dumm auch: Garfield fragt mich nach meiner Meinung. Wir gucken also Autos an und Garfield fragt: "Wie findsten das?" Er vergisst dabei leider, dass ich nicht sein Bruder bin. Wenn wir am Wochenende bei Garfields Eltern sind, können die beiden Brüder sich von Freitag abend bis Sonntag nachmittag nonstop über Boliden unterhalten. Im Moment natürlich vor allem darüber, welches Fahrzeug Garfield sich denn dann zulegen sollte. Ich verstehe nur die Hälfte des Gesagten und lese dann meist die abonnierte Autozeitschrift. Da stehen manchmal ganz interessante Dinge drin, die man dann bei Gelegenheit einwerfen kann. Gefährliches Halbwissen sozusagen. Dieses Mal habe ich ganz viel über die Rückrufaktion bei T*oyota gelernt, über Umweltzonen und über Scheibenreiniger. Doch zurück zum Thema: Ich bin nicht Garfields kleiner Bruder. Ich habe keine Ahnung von Autos. Ich habe zwei Kategorien: Entweder ein Fahrzeug ist schön (also "gut") oder hässlich ("nicht gut"). Entschieden wird nach rein optischen Kriterien, also Form und Farbe. Garfields Traumauto finde ich potthässlich, und das sage ich auch. Er gibt zu, eine Schönheit ist das nicht, aber der MOTOR! Dieser MOTOR! Unpraktisch ist es auch, werfe ich ein. Nur zwei Sitze... Ja, aber der MOTOR! Na, was fragst du denn dann? Du kennst doch meine Meinung! Ein paar von den Fahrzeugen in der engeren Auswahl finde ich ganz hübsch, andere sehr hässlich und sinnlos. Aber ist das meine Entscheidung? Nein! Garfields Geld, sein Auto. Er muss bzw. darf damit fahren. Und wenn es ihm den Tag versüßt, mit seinem Traumauto zur Arbeit zu fahren, weil dann wenigstens der Weg ein Highlight ist und den blöden Job überschattet, bitte schön! Soll er sich doch einen völlig sinnentleerten, übermotorisierten, unpraktischen, überteuerten Zweisitzer kaufen. Wenn es ihn doch glücklich macht! Leider kämpfen bei ihm immer noch Vernunft und Vergnügen miteinander. Das muss er aber mit sich selbst ausmachen.  Ich halte mich mit Kommentaren also weitestgehend zurück und gebe ihm freie Hand. Wenn es dann bei mir im Herbst soweit ist, will ich schließlich auch das Auto, welches mir gefällt. Was mir gefällt, findet Garfield *piep* *piep* *piep*, aber es wäre dann ja meins und nicht seins. Ich halte mich also jetzt zurück und erwarte das im Gegenzug dann von ihm. Was ich dann will, ist lediglich seine fachmännische Meinung. Vielleicht habe ich die bis dahin aber auch selbst, denn ich gucke ja fleißig Autosendungen mit.

Haben wir nochwas gemacht? Oh ja, wir sind endlich mit Herrn W*eiler durch und haben Antonio somit aus dem Wunderland entlassen. Was für ein Akt. Wie lange haben wir daran jetzt gelesen? Gestern haben wir zuerst viele Autos angeguckt und wollten dann, völlig erledigt, Siesta halten. Von der Couch ging es schnell ins Bett. *räusper* Danach wollten wir eigentlich nochmal rausgehen, aber das Wetter war so bäh, dass wir lieber dösten und schließlich entschieden, einfach liegen zu bleiben. Um dem ganzen wenigstens einen Anschein von "Wir sind nicht nur faul, wir machen auch was!" zu geben, lasen wir also das Buch zu Ende. Wir haben uns köstlich beömmelt, auf den letzten Seiten. "Fuchs du haste die Gans gestossene". Als nächstes geht's in die Provence, literarisch gesehen.

05.03.2010 um 11:33 Uhr

Männer...

Vor Jahren haben wir dieses Buch mit den schlecht parkenden Frauen und den nicht zuhörenden Männern gelesen. Wir, das ist meine Familie. Da war so ein Test drin: Wie männlich bzw. weiblich bin ich. Wir alle machten diesen Test und das Ergebnis überraschte niemanden: Meine Mama und ich sind typische Frauen, meine Schwester hat viel von einem Mann abbekommen. Bisher dachte ich immer, das äußert sich in erster Linie im Geist. Sie ist gut in Naturwissenschaften etc. Jetzt erkenne ich aber weitere Parallelen zur Männerwelt:

Meine Schwester kocht gern. Das ist schön. Leider hat sie's aber nicht so mit der Ordnung, was weniger schön ist. Vor allem, da sie die Küche jedesmal in ein Schlachtfeld verwandelt, selbst wenn sie nur eine Kleinigkeit kocht. Dann von ihr zu verlangen, dass sie den Dreck beseitigt, ist kleinlich. Man soll schließlich dankbar sein, dass sie einem sowas leckeres gekocht hat. Deshalb verdrehen meine Mutter und ich unisono die Augen, wenn mein Schwesterlein ankündigt, etwas zu zaubern.

Gestern abend hat sich hier jemand spontan Pudding gekocht. Nein, nicht meine Schwester. Aber das Ergebnis war ähnlich. Das habe ich dem Jemand auch schon mehrmals gesagt. Scheint so ein Männerding zu sein: Minimaler Input, maximaler Output. Oder: wenig Aufwand, aber sehr viel Dreck. "Wo gehobelt wird, da fallen Späne", meint der Jemand dann immer. Ich habe eben den Herd geschrubbt. Und ich sag' noch: "Pass' auf mit dem Zucker auf dem Herd..."

04.03.2010 um 13:26 Uhr

Zweifel...

Zu den Dingen, die man nach einem Vorstellungsgespräch nicht tun sollte, zählt: drüber nachdenken. Völlig sinnlos, verunsichert nur. Ändern kann man ja doch nix mehr, weil die Entscheidungsgewalt jetzt ganz woanders liegt. Man hat alles getan, jetzt kann man nur noch warten.

Was man auch nicht tun sollte: Im Nachhinein Ratschläge lesen. Nicht in bunten Prospekten des Jobcenters und auch nicht auf Stellensuchmaschinen. Dann fällt einem nämlich erst recht auf, was man alles falsch gemacht hat.

Da steht zum Beispiel: Reden Sie nicht nur von sich, halten Sie keine Monologe. Oh Gott. Ogottogottogott. Klar habe ich monologisiert! Susi Sonnenschein bat mich gleich am Anfang, meinen Lebenslauf zu erzählen. Das tat ich, ausführlichst. Susi meinte immerhin, das wäre "interessant". Aber das sagt man auch, wenn einem nix anderes einfällt und man den anderen stoppen will, oder? Oder? Besonders viel erzählte ich über meine frühere Tätigkeit für diese Firma. Ich schwärmte. Das ist gut, denn man soll im Nachhinein niemals schlecht über ehemalige Arbeitgeber reden. Schon gar nicht, wenn es sich um ein- und denselben Arbeitgeber handelt. Aber könnte Susi nicht den Eindruck gewonnen haben, ich will nur zurück, nur alte Gefühle wieder auffrischen? Könnte sie nicht denken, es ginge mir gar nicht um DIESEN Job, den sie da anbietet? Diesen Job, der ihr so sehr am Herzen liegt? Ohje... 

Viel schlimmer: Ich habe fast keine Fragen gestellt. In der Broschüre, und auch sonst überall, steht: Wer keine Fragen stellt, wirkt uninteressiert. Wirkte ich uninteressiert? Ich hatte Fragen, ja. Habe sie mir vorher extra aufgeschrieben. Es waren genau drei: Wie ist das mit der Krankenkasse? Wie ist das mit dem Gehalt? Besteht die Chance auf spätere Übernahme? Alle drei Fragen haben absolut nix mit dem Job selbst zu tun und sind daher völlig unwichtig. Susi bat mich, Fragen zu stellen, oh ja! Mir fielen aber keine ein. Sie hatte ganz ausführlich erzählt, was sie in ihrem Job macht und was sie von ihrer Praktikantin erwartet. Da blieben einfach keine Fragen offen. Wirkte ich deshalb uninteressiert? Vielleicht hätte ich wenigstens mehr "Ah"s und "Oh"s einwerfen sollen? Ich habe mir relativ neutral angehört, was Susi so tut. Innerlich brodelte es zwar, ich war beeindruckt und berührt, aber nach außen hin blieb ich ruhig und hörte mir alles an. Einmal fragte ich nach. Ein einziges Mal! Hätte ich Susi sagen sollen, dass ich toll finde, was sie da macht? Hätte ich ihr sagen sollen, dass einen das bestimmt manchmal sehr mitnimmt? Hätte ich so gezeigt, dass ich emotional genauso nah an dem Thema bin wie sie? Habe ich ohne diese Bemerkung wie ein Eisklotz gewirkt? Hat man wenigstens in meinem Gesicht gesehen, wie sehr mich das alles beeindruckt? Immerhin habe ich Susi die ganze Zeit angeguckt und versucht, viel zu lächeln. 

Dann steht da auch noch, man soll sein Interesse an der Tätigkeit zum Ausdruck bringen. So richtig. Habe ich das getan? Ich habe sehr oft gesagt "Das klingt toll." Oder auch: "Das würde ich wirklich gern machen." Gefühlte tausendmal sagte ich etwas in der Art. Sehr eloquent, Frau Maus, wirklich sehr geistreich! Susi muss mich doch für einen kompletten Trottel halten. Einen desinteressierten Trottel. Schlimmer noch: Einen desinteressierten, unfähigen Trottel. Habe ich überhaupt betont, warum ich auf den Job passe? Ja, ich habe erwähnt, dass ich ein Ordnungsfreak bin und man mir das Lager ohne Probleme anvertrauen könnte. Ich habe erzählt, dass ich solche Sachen schon immer gern gemacht habe. Natürlich habe ich nicht erwähnt, dass ich Kinder liebe und Hilfsprojekte unterstützen möchte, sobald ich das Geld dafür habe. Ich habe auch meine Walpatenschaft nicht erwähnt. Habe ich überhaupt irgendwie rübergebracht, dass ich ein sozial engagierter Mensch bin?

Verdammt! Da braucht jetzt nur jemand zu kommen, der noch studiert (Weniger Gehalt!), ehrenamtlich irgendwo arbeitet (Soziales Engagement!) und per Excel-Tabellen den Überblick über seine Bücher und CDs behält (Organisationstalent! Ordnung!), schon bin ich den Job los. Ich kann jetzt eigentlich nur noch darauf setzen, dass Susi mich vielleicht eventuell möglicherweise sympathisch fand. Das tun die meisten Menschen, soweit ich das beurteilen kann.

Man, wo ist denn nur der "Aus"-Knopf für dieses Gedankenkarussell? Ich kann doch jetzt eh' nix mehr ändern!

03.03.2010 um 14:31 Uhr

Mein erstes Mal...

Jetzt muss noch ein zweiter Eintrag her, denn ich muss von gestern abend erzählen. Da hatte ich - Achtung! - eine Telefonkonferenz! Die erste meines Lebens!

Rückblick:

Vor einigen Wochen erreichte mich eine Mail von einer ehemaligen Mitschülerin, nennen wir sie Vicky. Vicky war aufgefallen, dass unsere Abiturzeugnisse in diesem Jahr zehn Jahre alt werden und schlug deshalb vor, ein Treffen zu organisieren. Gute Idee! In einem ersten Anflug von Aktionismus hatte Vicky sogar schon einen Fragebogen erstellt, den sie nun fleißig an alle ehemaligen Mitschüler verschickte. Ich glaube, Vicky macht sowas öfter: Dinge organisieren. Der Verdacht drängte sich mir im Laufe der Zeit immer wieder auf. In dem Fragebogen gab es eine Frage: Würdest Du dich an der Organisation eines Treffens beteiligen? Aus einer Laune heraus antwortete ich mit ja. Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Wahrscheinlich das schlechte Gewissen. Ich habe in der Schule nie bei irgendwas wirklich mitgemacht. Ich war nie Klassensprecher, habe nie irgendwas organisiert, höchstens mal 'nen Kuchen gebacken für einen Basar. Trotzdem war ich immer eine der ersten, die gemeckert hat. Ja, ich schäme mich. So war das auch beim Abiball. Der war jetzt nicht so toll. Die Organisation lief damals ohnehin sehr seltsam, man bekam kaum was mit und irgendwie hatte man auch den Eindruck, "die" wollten gar keine Hilfe. Dabei hätte ich mich damals mit Freuden in die Arbeit gestürzt. Jedenfalls verfolgt mich dieses schlechte Gewissen, nie etwas getan zu haben. Und dann bin ich ja momentan ohne Arbeit und hätte damit, im Gegensatz zu vielen anderen, Zeit. So landete ich also mit sechs anderen Leuten im ORGA-Team. Ich sagte ja schon, Vicky zieht das sehr professionell auf. Für die Kommunikation schlug sie Telefonkonferenzen vor, allerdings nicht über das Telefon, sondern über s*kype. Die Tele*kom lässt sich sowas ja teuer bezahlen, während es über's Internet gratis ist. Gestern nun fand das erste virtuelle Treffen des ORGA-Teams statt.

Ich hatte noch nie eine Telefonkonferenz und war tierisch aufgeregt. Ich sollte mit Leuten sprechen, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Ich fühlte mich wahnsinnig wichtig. Wie oft wollte ich schon sagen: "Schatz, kannst du bitte die Küche verlassen, ich habe gleich eine TELEFONKONFERENZ." Garfield lachte mich aus und meinte was von "overpowered". Kurz vorher war ich völlig fertig und fragte nur: "Wieso habe ich mich nur dafür gemeldet? Warum hast du mich nicht davon abgehalten???" Garfield lachte weiter und starrte gespannt auf meinen Bildschirm, als ich mich bei s*kype einloggte. Nur zur Erinnerung: Ich hatte gerade erst von dem Vorstellungsgespräch am nächsten Tag erfahren und war deshalb ohnehin nervös. Meine Gedanken waren einfach ganz woanders, ich hatte null Bock auf dieses Meeting. Aber kneifen war nicht.

Punkt acht klingelte dann auch das virtuelle Telefon. Natürlich klappte zuerst nichts. Entweder es waren nicht alle drin, im Gespräch, oder die Sprachqualität war schlecht. Mich hörte man zuerst sehr verzögert. Ich überlegte kurz und ging dann ins Wohnzimmer. Ich wollte lieber über das Kabel ins Netz gehen, denn die Bandbreite ist dann doppelt so hoch wie über das Funknetz. Das hieß im Klartext: Netbook ausschalten, ins Wohnzimmer gehen, Kabel aus dem PC und in das Netbook friemeln, Netbook mit Strom versorgen und wieder einschalten, anmelden, bei s*kype einloggen. Als ich das tat, bemerkte ich, dass der Esel noch an war. Äh... ja. Kein Wunder, dass die Verbindung so langsam gewesen war. Ohne Esel ging es natürlich ohne Probleme, das Meeting konnte also beginnen.

Ich fühlte mich zurückversetzt. Um genau 10,11,12 Jahre. Politik-Unterricht. Vicky war in meinem Kurs und nicht so gut. Wir hatten diesen tollen Lehrer, der zwar selbstverliebt war ohne Ende, dafür aber auch richtig Ahnung hatte. Er unterrichtete gänzlich ohne Unterlagen, erzählte und erzählte, und wir schrieben fleißig mit. Der gute Mann nahm seinen Job sehr ernst, den "Erdkundlern" auch etwas Geschichte zu vermitteln. Vicky war eine von den "Erdkundlern" und hatte Geschichte nicht ohne Grund abgewählt. Nun also saß sie im Kurs eines begeisterten Geschichts- und Politiklehrers und mußte darin auch noch Klausuren schreiben. Ich persönlich hatte schon immer ein gutes Gespür für Zusammenhänge und schrieb nur das Nötigste auf. Ich wußte instinktiv, was der Mann wollte und liebte seine Art des Unterrichtens. Vicky aber war völlig überfordert. Ihr Stift glühte, sie schrieb Blatt um Blatt voll, sie fragte immer wieder nach. Ich glaube, aus Angst etwas zu verpassen, schrieb Vicky Wort für Wort mit. Vickys Nachfragen wurden zum Running Gag. Gestern abend im s*kype nun traf ich genau diese Vicky wieder. Sie war perfekt vorbereitet! Ich glaube sogar, sie hat sich alles, was sie sagen wollte, vorher genau aufgeschrieben. Den Eindruck hatte ich zumindest manchmal.

Das Gespräch lief super, dank s*kype. Das ist 'ne echte Alternative! Zuerst war ich verwirrt, denn aus meinem Computer schallten mir drei Mädchenstimmen entgegen, alle mit dem gleichen Heimatdialekt. Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass man sehen kann, wer gerade spricht. Das jeweilige Anzeigebild flackert dann. Sehr clever, dieses s*kype! Wir alberten viel rum, konnten aber trotzdem einiges besprechen. Wir haben die Termine eingegrenzt, genauso wie die Veranstaltungsorte, und Aufgaben verteilt. Meine Aufgaben sind bescheiden: Ich frage in der Familie nach wegen des Caterings und ich haue meinen Bruder an, ob er für uns den Barkeeper machen würde. Ich denke, das bekomme ich hin, bis zur nächsten TELEFONKONFERENZ. Gott, ich liebe dieses Wort! Es klingt so unglaublich wichtig(tuerisch).

Fazit: Spaß hat es gemacht, gestern abend. Erste Berührungsängste verflogen überraschend schnell und trotz mangelnder Vorbereitung hatte auch ich einiges beizutragen. Ich glaube, ich bin ganz froh, mich für dieses Team gemeldet zu haben.

03.03.2010 um 13:41 Uhr

Nach Hause kommen...

Genau so hat es sich angefühlt, das Vorstellungsgespräch. Als würde ich nach Hause kommen. Doch von vorn:

Gestern abend habe ich natürlich noch recherchiert. Jeden Tag 140km mit dem Auto? Mit DEM Auto, diesem Säufer? Nie im Leben! Und jeden Morgen Stau auf der Strecke? Das höre ich ja seit Oktober täglich im Radio. Es gibt also einiges, was für die Öffentlichen spricht. Es ist nicht so stressig, geht fast genauso schnell und ist wirklich - Überraschung - billiger. Und machbar, wie ich hocherfreut feststellte. Ich brauche gute 10 Minuten mit dem Auto zum Bahnhof, steige dort in den Zug, nehme danach kurz die U-Bahn und noch den Bus (Oder auch ohne Bus, dann laufe ich ein Stückchen.), schon bin ich da. Wirklich keine große Sache.  Natürlich: Als ich mir das auf der Seite der Bahn mal vorrechnen ließ, bekam ich erstmal große Augen. Da würde jeden Monat ein Viertel meines Gehaltes allein für die Fahrt draufgehen. Garfield rechnete mir aber vor: Mit dem Auto würde es das Doppelte kosten. Und das ist nur der Sprit! Steuern und Versicherung bezahlt ja der nette Mann, mit dem ich zusammenwohne. Trotzdem bekam ich erstmal einen Schreck und sah meine Felle davon schwimmen. Fahrtkosten, Krankenkasse - was bleibt da noch vom Gehalt? Zum Glück habe ich einen Mann zuhause, der Sachen sagt wie: "Mach' dir über die Fahrtkosten mal keine Sorgen. Dann bezahlst du eben in der Zeit kein Haushaltsgeld." oder auch: "Ein Praktikum ist ja nicht zum Geldverdienen gedacht, sondern um etwas zu lernen!". Schön auch: "Du machst das schon!". Ja, Garfield schien irgendwie fest davon überzeugt, dass ich das schon wuppe. Irgendwo hatte er auch Recht, denn es war sowas wie ein Heimspiel.

Natürlich konnte ich nachts kaum schlafen, so aufgeregt war ich. Weil ich die doppelte Zeit für die Anfahrt einplante (Staugefahr!), stand ich zusammen mit Garfield auf und wir konnten mal wieder zusammen frühstücken. Die Strecke hatte ich mir natürlich gestern rausgesucht. Ich habe kein Navi, mein Navi heißt "Googlemaps und Zettel". Mit dem System habe ich bisher alles gefunden. Die Strecke war also schriftlich festgehalten und auch im Kopf gespeichert. Eigentlich ganz einfach, fast nur Autobahn, kein Durch-die-Stadt-irren. Ich machte mich also entspannt fertig und fuhr pünktlich los. Kurz vorher hatte mir Garfield eröffnet, dass ich noch tanken müsste. Ah ja... Ich hatte gedacht, es reicht noch. Also noch mehr Zeit einplanen. An der Tanke die ersten Hürden: Ich bekam den Tankdeckel zuerst nicht auf. Der geht ohnehin schwer und meine Hände waren so erfroren. Dann funktionierte meine ec-Karte zunächst nicht. Ich zweifelte schon, ob ich mich vielleicht in der Nummer geirrt hatte, dann ging es doch. Ab auf die Autobahn - absolut im Zeitplan. Dann: Ach du Sch***! Dicker Nebel, so dass man die Schilder quasi erst lesen konnte, wenn man drunter durchfuhr. Na Klasse! Die Fahrt verlief trotzdem problemlos, denn der Nebel lichtete sich just in dem Moment, als ich die bekannte Strecke verließ und wirklich auf die Schilder angewiesen war. Im CD-Player lag Power-Musik: der Fuchspeter. Auf der Autobahn absolut perfekt, diese Bässe! Singend und hibbelnd, mit diesem furchtbar nervösen Kribbeln im Bauch, erreichte ich mein Ziel. Planmäßig und 45 Minuten zu früh. Wider Erwarten fand ich sogar einen Parkplatz, wartete noch eine Weile im Auto, schrieb meine Fragen auf und ging dann rein.

Ich kam nach Hause. Überall Mäuse und Mitarbeiter mit IDs. Es war, als wäre ich nie weggewesen. Ich bekam von einer sehr netten Rezeptionistin einen Besucherausweis und gab dann endlich einem dringenden Bedürfnis nach. Dass mein Körper aber auch immer so nervös ist... Dann hieß es warten, denn ich war zu früh und meine potentielle Chefin in spe hatte noch zu tun. Ich bekam etwas zu trinken, einen Keks (Finde ich echt klasse, diesen Service!) und konnte mir viele Mitarbeiter angucken, die so ein- und ausgingen. Die wirkten alle sehr sympathisch, Atmosphäre und Dresscode schienen auch entspannt. Dann kam Susi Sonnenschein um die Ecke. Ich nenne sie jetzt mal so, denn sie war blond und nett und strahlte immerzu. Wir bekamen unseren eigenen kleinen Konferenzraum, es gab Getränke und Süßigkeiten. Natürlich griff ich NICHT zu, denn was gibt es Schlimmeres, als mit Schokolade auf den Zähnen zu erzählen, warum man für diesen Job so toll ist? Susi wollte von mir nochmal meinen Lebenslauf erzählt haben, und schien ganz interessiert und zufrieden. Dann erzählte sie von ihrem Job. Und meinem potentiellen. Da schaute sie manchmal ganz traurig. Ich merkte, dass sie diesen Job liebt und mit ganzem Herzen dahinter steht. Und ich? Ich war begeistert! Kurz gesagt: Die tun da Gutes. Sehr viel Gutes. Für Kinder. Kranke Kinder, benachteiligte Kinder, arme Kinder. Das ist bestimmt oft sehr traurig und geht an die Substanz. Aber ich glaube auch, dass es eine zutiefst befriedigende Tätigkeit ist. Es wäre perfekt, perfekt für mich. Garfield ärgert mich immer und macht sich über mich lustig, weil ich so eine kleine Weltverbesserin bin. Weil ich glaube, die Welt durch meine Handlungen ein Stückchen besser machen zu können. Wenn ich zum Beispiel sage, ich möchte eine Patenschaft für ein Kind in Afrika oder Südamerika übernehmen, dann sagt er, das wäre sinnlos. Er glaubt nicht, dass das Geld überhaupt ankommt, jedenfalls nicht dort, wo ich es gern hätte. Garfield meint, man würde nur das korrupte System dort unten unterstützen, aber nichts zum Positiven verändern. Nun ja, das ist seine Meinung. Ich denke da anders, auch wenn das naiv und weltfremd sein mag. Genau diese Naivität und Weltfremdheit könnte ich nun aber zu meinem Job machen. Und das würde ich so, so gern!

Susi verabschiedete sich nach einer dreiviertel Stunde und etwas Smalltalk. Ich denke, wir waren uns sympathisch. Ich hoffe, ich konnte sie davon überzeugen, wie gern ich ihr bei ihrer Arbeit helfen würde. Sie hat noch ein paar Gespräche und will nächste Woche anrufen. Jetzt heißt es also nochmal eine Woche, Zittern und Daumen drücken. Ich gab meinen Ausweis wieder ab und trat hinaus in die Sonne. Überall nebelte es, aber über diesem kleinen Stückchen Welt war der Himmel blau und die Sonne strahlte. Ein gutes Zeichen. Im Auto rief ich erstmal Garfield an und schwärmte von dem Gespräch. Natürlich, sein Ding wäre das nicht. Aber er freut sich für mich und drückt die Daumen. Auch wenn es finanziell nicht der große Wurf wäre. Nicht mal ein kleiner, denn ich würde kein bißchen besser dastehen als jetzt. Aber sehr viel zufriedener, und das ist es, was zählt. Zum Glück habe ich einen "Versorger" gefunden, der mich in allem unterstützt und Verantwortung übernimmt, auch wenn er das (noch) nicht müßte. Es ist gut, zu wissen, dass ich finanziell nicht völlig auf mich allein gestellt bin. Klar, ein richtiger Job mit ordentlichem Gehalt wäre besser, aber: Es besteht immer die Chance, übernommen zu werden. Und: Die Branche ist auch in Deutschland im Kommen. Sagt Susi Sonnenschein. Und wenn nicht? In Amerika ist das ein Riesending. Und wollten wir nicht ohnehin irgendwann auswandern?

Oh man, wenn das klappen würde... Ich wäre der glücklichste Mensch der Welt!

02.03.2010 um 15:04 Uhr

Viiiiel besser...

YEAH! STRIKE!

Danke an alle Daumendrücker! Ich hatte gerade ein sehr nettes Telefonat mit einer sehr netten Dame, bei der ich mich morgen vorstellen werde. Es ist das Praktikum, NUR das Praktikum, wie Miesepeter-Garfield gleich einwarf, aber egal. Es würde mir bestimmt Spass machen, morgen weiß ich mehr. Jaja, die Bezahlung ist nicht königlich. Und mit den Fahrtkosten jeden Tag... Trotzdem. Ich habe ein Vorstellungsgespräch. Endlich!

Was ziehe ich nur an?

02.03.2010 um 12:41 Uhr

Alte Ehepaare

Ich frage mich gerade, wie andere Paare so ihre Abende verbringen. Wir hatten nämlich gestern abend eine kleine Diskussion. Und eben am Telefon wieder.

Garfield fing gestern damit an, dass es ja irgendwie eintönig geworden wäre bei uns. So vorhersehbar, weil alles immer gleich abläuft. Stimmt irgendwie schon. Garfield kommt dann und dann nach Hause, wir knutschen, wir essen, er duscht, ich dusche, wir sehen fern, wir  gehen ins Bett. Immer gleich, irgendwie. Ich persönlich finde das eigentlich gut so, denn diese Vorhersehbarkeit gibt mir Sicherheit. Bei meinem Ex war das anders, alles war irgendwie unsicher. Ich wußte nie wann er kommt, das konnte mal gegen sechs sein, dann aber auch mal erst nach neun. Es konnte auch sein, dass er nach der Arbeit noch was unternahm, mit Freunden oder Kollegen. Gemeinsames Abendessen? Wurde mit der Zeit immer seltener. Jetzt mit Garfield kann ich mich darauf verlassen, dass er dann und dann da ist. Natürlich scheint das ein bißchen langweilig. Wie so ein altes Ehepaar eben. Keine großen Überraschungen mehr. Gestern nun hat Garfield das kritisiert und mich damit ganz schön getroffen. Natürlich habe ich es gleich wieder auf die ganze Beziehung bezogen und interpretiert, dass er sich mit MIR langweilt. Dabei hätte er nur mal wieder mehr Schwung. Wehret den Anfängen, sozusagen. Was also tun?

Die Frage ist natürlich auch, ob wir da wirklich ein Problem haben oder ob es einfach der schnöde Alltag ist, von dem Garfield etwas enttäuscht ist. Klar, der Reiz des Neuen ist verflogen. Garfield hat sich daran gewöhnt, dass ich bei ihm wohne. Für mich ist irgendwie klar, dass irgendwann alles in ziemlich geregelten Bahnen verläuft. Er scheint da mehr erwartet zu haben. Oder macht er gerade nur ein Problem daraus, weil er zur Zeit generell irgendwie unzufrieden ist? Irgendwas stimmt nicht, er weiß aber selbst nicht so genau, wo's hapert. Ich habe leider auch keine Ahnung.

Ein Problem ist, dass Garfield auf den ersten Blick wie ein ziemlicher Langweiler wirkt. Einer, der seine Rituale hat, Überraschungen verabscheut und es mag, wenn alles seinen gewohnten Gang geht. So schätzt man ihn erstmal ein. Dann und wann zeigt er aber seine abenteuerlustige Seite. Dieser Teil von ihm braucht Abwechslung und Abenteuer. Diesen Garfield habe ich neulich beim Fasching gesehen. Der hatte da richtig Spass! Dieser Garfield verführt mich dann mal eben in der Küche. Oder beim Fernsehen auf dem Sofa. Und wenn gar nix mehr geht, kauft er sich eben ein neues Auto. Dieser Garfield mag den Reiz des Neuen. Leider sagt der andere Garfield bei den meisten Dingen: Nä, das ist blöd. Es ist ja nicht so, dass ich nichts vorschlage. Demnächst findet hier im Ort so ein Kochkurs statt. Das macht bestimmt Spass, aber Garfield interessiert das nicht. Obwohl wir jedes Wochenende zusammen kochen und da bestimmt 'ne Menge lernen könnten. Oder im Sommer. Da wird ein Lauf ins Partnerdorf veranstaltet. Das klingt lustig. Garfield aber... Nun ja, er findet's eben blöd. Was soll ich da denn noch sagen? Soll er sich halt Gedanken machen und mit Vorschlägen kommen! Männer! Echt!

01.03.2010 um 14:36 Uhr

Daumen!

Daumendrücker dieser Welt, aufgepasst: Ich brauche Euch! Alle!

Ich habe gerade eine Bewerbung losgeschickt, also wenn das was wird... das wäre... Wahnsinn. Die Firma? Ein Traum. MEIN Traum, um genau zu sein. Der Bereich? Perfekt. Einfach perfekt. Zwar nur ein Praktikum, aber ich hätte einen Fuß in der Tür. Und, mein Leben würde endlich einen Sinn machen. Diese ganzen einzelnen Puzzleteile, die sich bei mir "Lebenslauf" nennen, fügen sich endlich zu einem Gesamtkonzept zusammen. In das sich sogar Garfield und der Umzug hierher perfekt einfügen, denn DIESEN Job bei DIESER Firma kann ich nur HIER machen. Also, ganz fest drücken!