Mission Prinz

28.04.2010 um 10:41 Uhr

Filmschau

Das Auto ist unser! (Naja, eigentlich Garfields, aber ich freue mich trotzdem wie Bolle.) Und es sieht toll aus! Garfield ist begeistert und sooo traurig, dass er noch sechs Wochen auf das gute Stück verzichten muss. Nun, so habe ich Zeit, mir einen Namen zu überlegen. Natürlich ist Garfield dagegen ("Autos haben KEINEN Namen!"), aber ich überlege mir trotzdem was. So'n Auto ist schließlich auch nur ein Mensch. Es sollte ein kraftvoller Name sein, der aber auch eine gewisse Eleganz vermittelt. Mir fällt nichts ein...

Ich habe eine neue Lieblingsschämsendung! R*T*L*II treibt ja so wundervolle Blüten... Das Format schimpft sich "Extrem*schön", ist aber eher extrem dämlich. Letzte Woche habe ich aus Langeweile mal reingeguckt. Wer es nicht kennt: Frauen, die irgendein Problem mit sich haben, werden operiert und verschönert. Ich gebe ja zu, dass es eine gute Sache ist, diesen Damen zu helfen. Einige haben wirklich Defizite... mannomann. Aber die Art und Weise!

Fall I: Eine mittelalte Frau, die sich wegen ihres "männlichen Aussehens" schämt. Ok, sie ist nicht die Schönste, aber wer ist schon perfekt? Klar, es gibt Schlupflider und Tränensäcke, aber wie ein Mann sieht sie nun nicht aus. Würde sie den "Rest" etwas weiblicher gestalten, sähe sie ganz anders aus. Aber nein, das "männliche Gesicht" wird noch von einer Kurzhaarfrisur gekrönt! Sehr konsequent, wirklich. Natürlich tut mir die Frau leid und ich will ihre Probleme nicht herunterspielen, aber sie spricht von Selbstmordgedanken. Wegen eigentlich nix! Und sowas wird dann noch vom Fernsehen unterstützt, indem man ihr bestätigt, wie hässlich sie ist. Nun gut, die Dame bekommt ein paar Korrekturen im Gesicht. Soweit, sogut. Was dann aber noch kommt... Der Dame gefällt ihr Busen nicht. Sie ekelt sich davor. Natürlich werden die Brüste in die Kamera gehalten und was sehe ich? Die Dinger sind völlig ok für das Alter! Klar, sie hängen etwas, sind ansonsten von der Form her aber nicht hässlich. Ganz und gar nicht! Trotzdem bekommt Madame mal eben eine Brustvergrößerung und -straffung verpasst. Da werden doch völlig falsche Werte vermittelt! Wer weiß, was der Dame als nächstes nicht an sich gefällt...

Fall II: Ok, die Frau hat ein echtes Problem. Die Zähne stehen nach vorne aus dem Mund. Frau war seit Jahren nicht beim Zahnarzt, weil sie Angst hat. Ich gebe zu, die Korrektur ist dringend nötig. Ich gönne sie ihr. Dann allerdings kommt noch der Bauch dazu. Ja, das hängt und wabbelt ganz schön, soll sie halt ihre Bauchdeckenstraffung haben. Wenn das ihr Selbstbewußtsein stärkt, von mir aus. 

Was ich so schlimm finde: Beide Damen behaupten steif und fest, sie würden sich nicht mehr raus trauen, weil sie sich so wegen ihres Aussehens schämen. Aber vor die Kamera, das geht, oder was? Die eine geht mit Mann durch's Einkaufszentrum, als eine Durchsage kommt: "Frau Hoppelmoppel, sie sind bei *Name der Sendung* dabei!" Ähm... Die Frau schämt sich, hat Suizidgedanken, und dann wird ihr quasi vor der ganzen Welt gesagt: "Sie sind hässlich genug für unsere Sendung! Glückwunsch!" Die andere Dame ereilt dieses Schicksal, als sie mit der Familie im Zirkus ist. Auch hier wird äußerst sensibel vorgegangen: Der Artist/Clown/Zirkusdirektor schreit durch's Megaphon, dass Frau Hasenzahn bei der Sendung dabei ist. Juchu, alle freuen sich, weil die Dame so hässlich ist.

Ach ja, in beiden Fällen wird durch die OP natürlich die Ehe bzw. Beziehung gerettet.

Gab es diese Sendung nicht früher schonmal mit dem Titel "The Swan"? Auch damals wurden Frauen verschönert, allerdings mussten die auch selbst was tun. Ernährungsumstellung und Sport gehörten genauso zum Programm wie eine Schönheitsoperation. Irgendwie fand ich das sinnvoller, denn zumindest wurde die Botschaft vermittelt: Du kannst selbst was tun! Du MUSST selbst was tun! Jetzt aber heißt es: Dir gefällt was nicht an Dir? Wir schneiden es weg!

 

Und wo wir gerade so schön beim Thema sind: Am Wochenende wurde Kino gespielt. Dem-Garfield-sein-Bruder hat sich auch so'n kleines Kino eingerichtet. Riesiger Fernseher, Soundanlage. Und der Clou: Bei den Bässen wackelt das Sofa. Man erschrickt sich zu Tode.

Zuerst sahen wir "2012". Nun ja... Ich würde den nicht weiterempfehlen und bin sehr froh, dass wir dafür NICHT im Kino waren. Es wurden alle Klischees bedient, es gab Action ohne Ende und am Ende gewannen die Guten. Hat man ja alles schon gesehen.

Zweiter Film war "Wickie". War der hohl! Ich habe als Kind das Buch geliebt. Und die Trickserie. Aber der Film? Nee, da passierte ja gar nix! Und alles war so flach und dumm. Nicht mal die Gags waren lustig! Und das bei einem Bully-Film! Einziger Lichtblick: Die Kulisse! *schwärm* Gedreht wurde am Walchensee und das sah man auch. Wir haben dort im Sommer zwei Tage Urlaub gemacht - ein Traum! Wer den Film gesehen hat: Das Wasser dort ist wirklich so türkisblau und klar!!! Ich will da jetzt sofort wieder hin...

Dritter Film: "Saw VI". Wollten die Jungs unbedingt sehen. Ich muss sowas ja nicht haben. Dieses ganze Geschlachte finde ich fast schon lustig. Mich kann man nur mit Tierfilmen schocken. Filme, in denen ein Tier der Bösewicht ist, machen mir Alpträume. "Der Geist und die Dunkelheit" macht mich jedes Mal wieder fertig! Zurück zum Film: Wer's mag, wird's mögen.

Das war die Filmschau mit Rosa (die heute noch zum Saunieren in die Wellnessoase fährt!)

23.04.2010 um 09:32 Uhr

Freud und Leid

Heute nachmittag fahren wir zu Garfields Eltern, um morgen von dort aus sein neues Auto abzuholen. Er freut sich riesig, vor allem auf die Rückfahrt. Dann mit tollem Boliden. (Schreibt man das mit Doppel-l?) Einziger Wehmutstropfen: Der Wagen bleibt noch bis Juni bei den Eltern in der Garage, weil Garfield sein Leasingfahrzeug noch bis dahin hat. Da fällt mir ein, ich muss noch den Akku der Kamera aufladen. Da werden morgen NATÜRLICH Fotos gemacht, auch wenn mir das verboten wurde. Garfield, glücklich mit neuem Auto. Der Autoverkäufer, glücklich mit Geld. Dem-Garfield-sein-Bruder, gelb vor Neid.

Freud und Leid liegen oft ganz schön dicht beieinander. Während mein Liebster morgen mal eben 30 Riesen auf den Tisch legt, konnte ich gestern an der Tanke nicht bezahlen. Doch von vorn:

Ich habe einen Dispo, den aber fast nie verwendet. Ich misstraue solchen Dingen. Schon vor einiger Zeit versuchte Garfield, mir dieses Misstrauen zu nehmen. Jedes Mal, wenn das Geld knapp wurde, meinte er zu mir: "Du hast doch Dispo! Auf Deinem Kontoauszug habe ich mal was von 1500 gesehen. Das kannst Du ruhig nutzen, dafür ist das da!" Im Februar musste ich es dann tatsächlich nutzen. Aber erst, nachdem Garfield mir vorgerechnet hatte, dass das nicht "sooo teuer" ist. Bei den paar Tagen und den paar Euronen sind die Zinsen "ein Muggeschiss". Dispo wurde also genutzt, die 100 Euronen minus aber nach ein paar Tagen wieder ausgeglichen.

Ende März dasselbe Spiel: Ich brauchte eine neue Jeans, mein Konto war fast leer. Garfield war überzeugt, ich könne - Dispo sei Dank - trotzdem noch mit der ec-Karte bezahlen. Ich gebe zu, als ich an der Kasse meine Karte rüberreichte, schwitzte ich vor Angst. Aber, es klappte. Ich war zufrieden und schwor, nie wieder an Garfield zu zweifeln.

Nun haben wir fast Ende April. Wieder einmal ist am Ende des Geldes noch 'ne Menge Monat übrig. Gestern meinte Garfield, ich solle das alte Auto nochmal für 60 Euro tanken, er gäbe mir das Geld dann wieder. Gesagt, getan. ICH habe ja Dispo, also stört es mich nicht, dass auf meinem Konto nur noch knapp 30 Euro sind.

Tja, was soll ich sagen? Die Karte funktionierte nicht. Zweimal. Peinlich. Die alte Dame an der Tankstelle wußte auch nicht, was sie machen sollte. Natürlich hatte ich nicht genug Bargeld dabei, denn auch in meinem Portemonnaie befanden sich nur noch drei Euro. Glücklicherweise hatte ich das komplette Haushaltsgeld eingesteckt. Ich bezahlte also 50 Euro, mein Perso wurde kopiert und ich musste versprechen, die restlichen zehn Euro ganz schnell zu bringen. Das Einkaufsgeld war damit natürlich weg.

Ich fuhr die zehn Kilometer zur Bank, auf einen Fehler hoffend. Allerdings hatte ich ein ganz schlechtes Gefühl. Auf dem Weg kam mir immerhin die Idee, mal auf den letzten Kontoauszug zu gucken. Den hatte ich vor drei Wochen geholt, in die Handtasche gestopft und vergessen. Tatsächlich fand er sich und ich traute meinen Augen nicht: "Dispo bis 300" stand da. Der Automat spuckte trotzdem nur 20 Euro aus. Ein neuer Kontoauszug zeigte, warum: "Dispo bis 0". Was zum Teufel...?

Ich fuhr zurück zur Tanke, bezahlte den Rest, kaufte sehr sparsam ein und fuhr wieder nach Hause. Ich rauchte innerlich wie ein isländischer Vulkan. Zu Hause angekommen warf ich sofort den Computer an, um zu gucken, was mit meinem Konto los ist. Auch per Online-Banking wurde mir verkündet, dass mein Dispo bei null stand. Allerdings fand sich nirgends eine Info darüber, dass oder warum mein Dispo zusammengestrichen worden war. Ich las die Geschäftsbedingungen durch und erfuhr, dass die Bank sowas einfach machen darf. Ich las die Werbung für mein Konto und erfuhr: Als Genossenschaftsmitglied haben Sie Anspruch auf einen Dispo. Aha!

Aha? Hatte ich jemals diesbezüglich irgendwas mit meiner Bank abgemacht? Ich suchte nach den Unterlagen und stellte fest, dass ich zwar jedes Info-Blatt über meine Bankcard oder das Online-Banking aufgehoben habe, sich in meinem Besitz aber kein Wisch über die Kontoeröffnung findet. Seltsam, denn normalerweise bin ich mit meinen Unterlagen sehr penibel. Ich nehme an, dass meine Mutter den Vertrag hat, da ich ihr vor Jahren mal eine Vollmacht für mein Konto gab. Ich werde das nachprüfen. Trotzdem ärgere ich mich weiter über den gestrichenen Dispo. Was nehmen die sich raus? Erstens war ich ja nicht ständig in den Miesen und auch nicht sehr viel. Zweitens wurde jeweils nach spätestens zehn Tagen alles wieder ausgeglichen. Drittens kommt sehr regelmäßig Geld auf das Konto. Und das seit fast 10 Jahren. Ich habe der Bank nun erstmal eine Mitteilung geschickt und bin gespannt, ob die wirklich zurückrufen. Bis dahin ärgere ich mich noch ein bißchen.

Dann habe ich heute mal wieder gemerkt, wie viel man doch schafft, wenn man früh mit dem Liebsten aufsteht und frühstückt. Da läuft halb neun schon die erste Maschine, die Wäsche wurde abgenommen und die Beine epiliert. Gleich werde ich mich noch einer meiner liebsten Aufgaben widmen. Ich habe dieses Jahr wirklich lange gewartet, aber am Wochenende soll es richtig warm werden, also ist es wohl Zeit, den Schrank umzuräumen. Sommersachen nach vorn, Wintersachen ganz nach hinten. Das ist jedes Mal so, als hätte ich mir ganz viele neue Klamotten gekauft, weil ich die Sommersachen ja ein halbes Jahr nicht gesehen habe. So trickse ich mich selbst aus. Ich bin gespannt, was alles nicht mehr passt... Es ist schließlich wissenschaftlich bewiesen, dass Frauen zunehmen, wenn sie mit dem Partner zusammenziehen. Sie essen dann mehr und ungesünder. (Nicht überraschend: Männern tut das Zusammenziehen gut - sie essen gesünder.)

In diesem Sinne: Allen ein sonniges Wochenende ohne böse Überraschungen!

21.04.2010 um 14:24 Uhr

Frau Kurz

Mein Jammern gestern war erfolgreich: Eine gewisse Frau Kurz aus der Hauptstadt bot ihre Hilfe an.

Ich überlegte. Ja, die Frau kennt sich auf dem Gebiet definitiv aus. Sagt sie. Sie schickt mir ihre Mail-Adresse samt richtigem Namen. Vertrauensbeweis genug, oder? Ich überlege trotzdem noch. Soll ich ihr wirklich meinen Lebenslauf schicken? Die ganzen privaten Daten? Ich erwäge kurz, genau diese Dinge zu löschen oder durch ausgedachte Namen zu ersetzen. Ich denke an Garfields Reaktion, wenn ich ihm davon erzähle: "Bist Du verrückt???!!!" (Mit Schnappatmung!)

Schließlich schicke ich mein halbes Leben nach Berlin - unverändert. Immerhin hat mir Frau Kurz vertraut, mein Misstrauen ist also völlig fehl am Platze. Ich vertraue auf mein Bauchgefühl und Menschenkenntnis. 

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Schon beim Frühstück kann ich eine sehr nette Mail aus Berlin lesen. Und ich muss sagen: Frau Kurz, Sie sind spitze! Hat sofort des Pudels Kern gefunden. Erster Satz, ich zitiere (Ich hoffe, das ist okay, Anna?):

Ich glaube Dein Problem gefunden zu haben: Du weißt nicht was Du willst. Das kann ja nichts werden, Madame ;-) Ich habe da eine Philosophie, die sich immer bewahrheitet hat: Du musst wissen wo Du hinläufst wenn Du losläufst, sonst kommst Du nicht an.

 

Wo sie recht hat... Ich habe tatsächlich keinen Plan - und schäme mich dafür sehr. Ich weiß ganz genau, wo ich hin will - im Privaten. Was das berufliche angeht, sieht das ganz anders aus. Schon nach dem Abi hatte ich keine Idee, was ich mit meinem Leben anfangen soll, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Trotz Ausland (Zur Wegfindung!), trotz Studium (Scheinbar ein Plan...), trotz diverser Nebenjobs habe ich mich kein Stück weiterentwickelt. Das fühlt sich ganz schön schice an. Man fühlt sich wie ein Versager, wenn man mit fast 30 immer noch keinen Lebensplan hat. Moment, den habe ich ja. Aber eben nur im privaten Bereich. Beruflich wäre gerade aber viel, viel wichtiger. Leider habe ich daran - das muss ich ehrlicherweise zugeben - null Interesse. Bisher bin ich arbeiten gegangen um Geld zu verdienen, um Abwechslung zu haben, um mit den Kollegen zu ratschen. Mehr nicht. Karrierepläne? Der Traum vom großen Geld und beruflichem Aufstieg? Fehlanzeige. So bin ich einfach nicht. Was nicht unbedingt heißt, dass ich nie so werde. Wer weiß, wenn ich endlich den Bereich gefunden habe, in dem ich mich so richtig zuhause fühle, dann will ich vielleicht doch nach oben. Ich muss nur erstmal Blut lecken. Aber wie und wo? Das wird noch ein hartes Stück Arbeit. Denkarbeit.

Im weiteren Verlauf der Mail gibt Frau Kurz noch Tipps und zieht mir ein paar Zähne. Im Grunde meines Herzens war mir ja schon länger klar, dass ich für die Medienwelt nicht geschaffen bin. Und was das Verlagswesen angeht, da habe ich wohl ein etwas verzerrtes Bild von.

 

Vorhin leitete ich diese Mail an Garfield weiter, mit der Erklärung, wie es dazu kam. Er weiß ja vom Blog, ahnt aber nicht, wie intensiv das hier ist. Also, wie sehr man sich mit den Leuten beschäftigt. Und dass man irgendwie das Gefühl hat, diese Menschen zu kennen, obwohl man sie noch nie gesehen hat, kann er sicher auch nicht nachvollziehen. Ich schrieb also von meinen anfänglichen Bedenken und davon, was ich über Frau Kurz weiß. 

Eben kam der Anruf...

Erster Satz: "I told you!" 

Ja, Schatz, Du hast mir schon vor längerer Zeit gesagt, dass ich nicht weiß, was ich will. Und, dass ich das erstmal wissen sollte. Andererseits machst Du aber Druck, dass ich mich bewerben soll. Und, dass Geld nicht stinkt. Da habe ich manchmal nicht gerade das Gefühl, ich hätte Zeit zum überlegen. Du, mein Lieber, bist da nämlich auch hin- und hergerissen. 

Dann kam natürlich die erwartete Standpauke: "Wie kannst Du nur... Du kennst die Frau nicht... Sowas Dummes...!" Ich ließ das über mich ergehen und machte dann klar, dass ich mir sehr wohl darüber bewußt war/bin, was ich da mache. Meine Sache. Basta. Das akzeptierte der Herr, vor allem, weil er mit Frau Kurz in vielem einer Meinung ist. Besonders freute er sich über diesen Satz:

Und auf keinem Fall lass Dich von irgend einer Zeitarbeitsfirma als Sekretärin verhökern!!!!!!!!!!!! Das ist ja wohl völlig unter Deinem Niveau!

20.04.2010 um 11:38 Uhr

Was bleibt

Was habe ich denn auch erwartet? Dass man mich mit "Guten Tag, Frau Maus, schön dass Sie da sind, ich habe die perfekte Stelle für Sie!" empfängt? Nun ja, es lief eher so: "Guten Tag, Frau Maus... Ach, keine Berufserfahrung? ... Was kann man denn mit DEM Studium machen? ... Weniger verdienen ... Ansprüche runterschrauben ... Mal gucken ... Vielleicht ... Eventuell ..." Letztendlich ist es so, dass auch diese Dame mir nicht so richtig helfen konnte. Ja, sie erstellt ein Bewerberprofil und sie guckt, ob sie was passendes für mich findet. Aber richtig rosig sieht es auch dort nicht aus. Ich habe eben keine Berufserfahrung, auch wenn ich hoch qualifiziert bin. Das ist ein echtes Manko und verschließt viele Türen. Aber, mal ehrlich, wie soll man die Berufserfahrung denn sammeln, wenn einem keiner eine erste Chance gibt? Hä? Die Dame meinte, ich könnte ja erstmal Sekretariatsaufgaben übernehmen, solche Stellen kämen öfter rein. Da braucht man auch nicht "so viel". Der Verdienst wäre natürlich auch weit unter dem, was ich eigentlich verdiene. So what, ich bin froh, wenn ich überhaupt irgendwo was arbeiten darf. Und mehr Geld habe als jetzt. Also habe ich nur ganz wenig Ansprüche, verkaufe mich unter Wert und hoffe auf das Beste. Irgendwie und irgendwo muss man ja anfangen!

Nach dem Gespräch berichte ich dem Liebsten per Telefon. Es kommt, was ich erwartet habe: "Schatz, Du hast STUDIERT! WAS wollen die zahlen? WELCHE Stellen hat die im Kopf? Du verdienst mehr... blabla." Natürlich hat er recht, aber wie oben schon festgestellt: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um großartige Ansprüche zu stellen. Und sollte die Dame tatsächlich etwas finden und mir einen Job vorschlagen, kann ich immer noch überlegen, ob dieser und die Bezahlung angemessen sind.

Viel gebracht hat das Gespräch heute also nicht. Und dabei hatte ich so ein gutes Gefühl! Meine Ansprechpartnerin hatte fast den gleichen Nachnamen wie mein Ex. Ich habe das als gutes Zeichen angesehen. Das ist natürlich dumm. Gestern las ich einen Artikel über Zufälle und wie sie unser Leben bestimmen. Da stand auch, dass die meisten Menschen nicht an Zufälle glauben und gerne überall Zeichen sehen. Tja, auf mich trifft das hundertprozentig zu! Wer will auch schon glauben, dass sein ganzes Leben nur ein Zufall ist. Aber im Grunde stimmt es ja: Man ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort, lernt die richtigen Menschen kennen und bekommt die richtigen Informationen. Alles rein zufällig. Oder doch nicht? Ich persönlich möchte schon gern glauben, dass hinter all dem ein System steckt, ein Plan. Denn nur so kann ich auch überzeugt sein, dass am Ende alles gut wird. Diese Einstellung hilft mir, die Hoffnung nicht aufzugeben und einfach weiterzumachen. Und genau darauf habe ich gerade so überhaupt keine Lust! Aber das Karussell dreht sich weiter, ich konnte heute nicht aussteigen. Und dabei hatte ich das so sehr gehofft.

Es läuft doch immer gleich: Man findet eine nett klingende Stelle, steckt sein Herzblut in die Bewerbung, freut sich, hofft und bangt eine Weile. Dann kommt irgendwann die Antwort: Eine Absage oder eine Einladung zum Gespräch. Und wie lange die einen oft warten lassen! Eine Unverschämtheit. Bei ersterem ist die Enttäuschung zwar groß, aber man widmet sich sehr schnell neuen Projekten. Im zweiten Fall geht das Zittern weiter. Der große Tag naht. Man bereitet sich vor, überlegt sich ein Outfit, plant den Tag durch vom Aufstehen über Takeoff bis zur Ankunft. Am betreffenden Tag ist man aufgeregt. Man hat die Nacht vorher vielleicht kaum geschlafen vor Nervosität. Man rödelt sich auf. Man fährt hin. Man stirbt fast vor Aufregung. Und das alles für ein nicht einmal 30-minütiges, relativ lockeres Gespräch. Hätte man sich wirklich so schick machen müssen? War es die Aufregung wert? Nach dem Gespräch wird man mit einem unsicheren Gefühl entlassen. Man hat keine Ahnung, wie man angekommen ist und ob man je wieder von der Firma hören wird. Damals, bei meiner Ausbildung, sagte mir der Personalchef direkt nach dem Gespräch, dass er mich haben will. Einfach so. Das fand ich toll, weil man sofort ein positives Feedback bekam. Man konnte sich sofort freuen und dem Personalmenschen diese Freude auch direkt zeigen. Leider ist das bestimmt ein Einzelfall. Lieber lassen die einen noch eine Weile zittern und bangen. Man macht sich also im Nachhinein Gedanken, überlegt, was gut oder schlecht war, achtet auf Zeichen und bekommt irgendwann die Nachricht: Wir haben uns für jemand anderen entschieden. Klasse, alles umsonst. Mal wieder.

Manchmal klingt "Aussteigen" nach einer wirklich netten Alternative...

19.04.2010 um 11:50 Uhr

Stress?

Die Woche beginnt wie die letzte: Montag früh Arzt, nachmittags Nachhilfe. Dienstag, 10:00, Termin in der Stadt. Letzte Woche war's die Messe, diese Woche gibt's das Ergebnis - ein Bewerbungsgespräch. Mal gucken, wie das läuft. Wer weiß, vielleicht muss ich den neuen Antrag, welchen mir das Amt freundlicherweise schon zugeschickt hat, gar nicht mehr ausfüllen. Das wäre natürlich bombastisch. Aber wir haben ja keine allzugroßen Erwartungen...

Bei manchen Entscheidungen wünscht man sich, dass sie einem abgenommen werden. Von jemandem, vom Schicksal, von oben, egal. Hauptsache, nicht selbst entscheiden müssen. Nun, in diesem Fall hat das nicht geklappt. Schade. Aber ich bin ja ein großes, erwachsenes, kluges Mädchen, das durchaus fähig ist (oder eher sein sollte), eigene Entscheidungen zu treffen. Ich werde das üben. Gleich, indem ich mich für ein Outfit für morgen entscheide. Und dann werde ich mich für einen Text entscheiden, den ich meinem Schüler heute nachmittag vorlege. Ich brauche irgendwas, was er halbwegs interessant findet. Wie bringt man einen Jungen nur dazu, Bücher zu mögen???

Gestern abend erinnerte mich das Fernsehen wiedermal daran, dass ich mit meinem Ex seeehr oft im Kino war. An diesen Film hätte ich mich spontan gar nicht erinnert, aber stimmt, wir haben ihn angesehen. Man, muss das eine teure Beziehung gewesen sein!

 

Ach ja, und dies macht mir zur Zeit unheimlich gute Laune!

17.04.2010 um 17:14 Uhr

*schmelz*

Gerade nach dem Laufen: Wir gehen so die Straße runter, auf einmal Bewegung und Gequietsche hinter einem Zaun. Ich gucke rüber... sechs Schäferhundwelpen, ich schätze mal, so drei Wochen alt. Waren die süß!!! Haben versucht, sich am Zaun hochzuziehen, gejault wie verrückt und am Finger geknabbert. Einer von denen war schon ein richtiger Genießer, ließ sich ewig von mir hinter dem Ohr kraulen. Ich konnte mich gar nicht losreißen, hätte am liebsten einen mitgenommen. Aber ach, wir dürfen ja nicht. Und überhaupt werden das mal richtige reinrassige Deutsche Schäferhunde. Und die mag ich so gar nicht. Aber in dem Alter... einfach zum dahinschmelzen. Allein dieser Welpengeruch danach an der Hand... Morgen müssen wir da unbedingt wieder vorbeigehen. Es soll ja wieder schön werden, also wird die Bande bestimmt wieder in den kleinen Garten gesetzt.

Ansonsten wird entspannt. Der anstrengende Teil des Wochenendes ist vorüber, jetzt wird nur noch gechillt. Ich habe einen Kuchen gebacken und heute abend wird was Feines gekocht.

Montag gibt es eine Entscheidung. Und Dienstag noch eine. Ich habe Post von der Zeitarbeitsfirma: Meine Unterlagen haben reges Interesse geweckt, man will mich am Dienstag näher kennenlernen. Ich bin gespannt. Das wird die Woche der Entscheidungen...

16.04.2010 um 10:38 Uhr

Nomen est omen

Eine kleine Geschichte zum Wochenende:

Neulich war ich im Supermarkt. An der Kasse stand vor mir ein Frau mit zwei Söhnen. Die Dame trug eine weiße Jeans mit gelblichen Nähten. Hauteng. Weiße Stiefel. Eine barbiepinke Nickijacke. Ihre Haut sah stark nach zu vielen Stunden auf der Sonnenbank aus - hähnchenknusperbraun. Die Haare trug sie wasserstoffblond gebleicht, mit dunklen Ansätzen. Gekrönt wurde der Aufzug durch eine Handtasche im Pink der Jacke. Alles in allem stand die Vorzeigetussi aus Comedy-Shows vor mir. Bei "S*witch" würde diese Dame Zindy heißen. Oder Mändy. Oder Schakkeline. Das sind einfach so Namen, bei denen sofort ein Bild im Kopf entsteht. Warum auch immer das so ist. Ich kenne und kannte Mädchen mit diesen Namen, die keine gehirnblonden Tussis sind. Trotzdem habe ich, wie so viele andere, dieses Klischee übernommen. 

Zurück zu meiner Supermarktbegegnung. Ich bemerkte ein Schlüsselband, welches aus der pinkfarbenen Tasche hing. Es war eines dieser Namensschlüsselbänder. Darauf stand... Mandy.

In diesem Sinne: Allen ein schönes Wochenende mit viel Sonnenschein und viel Lachen!

15.04.2010 um 14:19 Uhr

Peles Schmetterlingstorte

Das Ding war Hammer! Sowas von genial lecker. Selbst dem Garfield hat's geschmeckt, und der ist sonst nicht so für Torten zu begeistern. Ist ihm meist zu sahnig. Diese Torte aber: frisch, quarkig, fruchtig.

Natürlich habe ich etwas variiert, die Mengenangaben waren teilweise unpraktisch. Mehr Quark, dafür weniger Sahne. Leider war das gute Stück bei 12 Gästen innerhalb von fünf Minuten im wahrsten Sinne des Wortes gegessen. Wird auf jeden Fall wieder gemacht! (Und war schon das zweite von Peles Rezepten, von dem die Familie absolut begeistert war!) Dank Dir, Pelefee!

PS: Die Form mußte ich mangels Equipment spontan ändern. Im Haus meiner Eltern wollte sich einfach keine Platte finden lassen, die groß genug für einen Schmetterling, aber klein genug für den Kühlschrank ist. Ich habe also Schmetterlinge aus Kiwis gebastelt. Ich hoffe, man kann das auf dem Foto überhaupt erkennen. Durch den Guss wirkt es doch sehr unscharf.

 

15.04.2010 um 09:19 Uhr

Aufreger!

Ich muss mich mal kurz aufregen!

Mein Radio weckte mich heute mit der netten Ankündigung: Die PKW-Maut kommt wohl doch. Und zwar auf allen Strecken.

Ja, spinnen die denn alle? Zuerst erzählt uns ein Bundespräsident, der seinen dicken Dienstwagen niemals selbst tankt, dass der Sprit zu billig ist, und jetzt das? (Wieso brauchen Politiker eigentlich so fette Limousinen? Im Falle von Herrn Köhler würde es doch auch ein 1er BMW tun, oder? Der sitzt doch da sowieso allein drin!)

Im Gegenzug würde man die KFZ-Steuer streichen. Ja, danke auch! Über die Maut würde ja auch viel mehr Geld in die Kassen gespült, da kann man auf die paar Euronen großzügig verzichten. Man will den Verkehr ökologisch steuern! Sicher... Das ist fair. Wer viel fährt, macht viel Umwelt kaputt, schon klar. Erstens sind es doch nicht die Autos, die den Großteil des CO2s ausstoßen, sondern die Industrie. Müssen die zahlen? Werden die gezwungen, modernste Technologien einzusetzen? Natürlich nicht! Otto-Normal-Verbraucher aber soll mal wieder zur Kasse gebeten werden. Im Berufsverkehr ständig verstopfte Strecken sollen in den Zeiten dann teurer sein, damit Pendler eher auf die Öffentlichen zurückgreifen.

Ha. Ha.

Ich bin eigentlich ein Fan öffentlicher Verkehrsmittel. Es ist entspannt, man kann lesen oder Audiobooks hören, alles ganz toll. WENN die Busse und Bahnen regelmäßig fahren. Und WENN es sie überhaupt gibt!

Ich gehöre ja erst seit kurzem zu den ständigen Autofahrern. Zu Schulzeiten war ich zuerst Fahrrad- und dann Buskind. Das war nervig, ja. Ich musste viel früher aufstehen, um mit dem Bus zur Schule fahren zu können. Bei bestimmten Anfangszeiten (0. Stunde!) war man eine Stunde zu früh da! Und nachmittags verbrachte ich oft fast 'ne Stunde am Busbahnhof und wartete auf den Bus. Dabei war das eine beliebte und relativ gut bediente Strecke.

In Frankreich war ich natürlich öffentlich unterwegs. Bus, RER, U-Bahn. Das klappte dort prima, weil dank des riesigen Arbeitgebers die ganze Region bis in Details darauf abgestimmt war. Pas de problèmes.

Während des Studiums: Fahrrad, Bus, Bahn. War das ein Spaß! Die Uni existierte nicht erst seit gestern, trotzdem stellte sich jeden Tag dasselbe Problem: Völlig überfüllte Busse und Bahnen. Oft kam man gar nicht mehr rein. In den sechs Jahren, die ich dort verbrachte, bekam das weder die Bahn noch die Stadt in den Griff.

Wieder bei meinen Eltern fuhr ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Und später, in meiner eigenen Wohnung, nahm ich ebenfalls das Rad oder die Öffentlichen. Das funktionierte, solange ich keine Spätschicht hatte. Nach 20:00 fährt nämlich kein Bus mehr zum Shoppingtempel. Und als ich mein Semesterticket nicht mehr hatte, ging das sowieso nicht mehr. Wer sechs Euro pro Stunde verdient, will nicht die Hälfte davon für die Fahrt zur Arbeit ausgeben. Also wurde bei Wind und Wetter das Rad genommen.

Jetzt wohne ich auf dem platten Land. Hier gibt es genau zwei Buslinien: einen Schulbus und einen Bus der Bayerischen MistWagen, der die Mitarbeiter einsammelt. Will ich was einkaufen, kann ich theoretisch mit dem Fahrrad in den Nachbarort fahren. Der Großeinkauf für's Wochenende geht nur mit Auto. Will ich meine gelben Säcke loswerden: Auto. Will ich zum Arzt, Friseur, Bibliothek, Kino: Auto. Hier bleibt einem nichts anderes übrig!

Arbeit werde ich nur in der nächstgrößeren Stadt finden, oder gleich in München. In die nächste Stadt komme ich eigentlich nur mit dem Auto. Klar, ich könnte ins nächste Dorf fahren und von dort einen Bus bis zum Stadtrand nehmen, dann umsteigen... Würde den Stadtverkehr sparen und wäre durchaus eine Möglichkeit. Ich bin nun wirklich kein Fan von Stadtverkehr und würde immer die Öffentlichen vorziehen. Würde ich in München Arbeit finden, würde ich auch mit dem Auto zum nächsten Bahnhof fahren und von dort die Bahn nehmen. Vorausgesetzt meine Arbeitsstelle befindet sich nicht so außerhalb der Stadt, dass sie nur sehr umständlich zu erreichen ist. Dann müßte ich doch mit dem Auto fahren und würde natürlich DIE verstopfte Strecke zu den teuren Zeiten nehmen. Hätte ich eine Wahl? Außerdem sind die öffentlichen Verkehrsmittel teuer! Im Moment, mit dem alten Auto, würde sich das noch rentieren. Der alte Spritfresser wäre wesentlich teurer als die Bahn. Aber ob das mit einem moderneren Auto auch so wäre?

PKW-Maut kenne ich persönlich nur aus Frankreich. Dort zahlt man die auf Autobahnen. Die sind dementsprechend leer und sehr gepflegt. Da sieht man wenigstens, wo das Geld hinfließt. Und man kann ja auf die Routes Nationales ausweichen, wo man nichts bezahlt. Lenkt das den Verkehr? Nö. Maut hin oder her, im Berufsverkehr ist die Périphérique von Paris genauso verstopft, wie jede deutsche Großstadtautobahn. Und das, obwohl bestimmt sehr viele Leute mit der Bahn fahren. Die ist in Frankreich nämlich auch wesentlich günstiger. Ist auch staatlich, oder? Bei uns ist die privat und wird immer teurer. Will man dem Auto-Pendler so den Umstieg schmackhaft machen?

Sorry, Leute, aber ich rege mich gerade tierisch darüber auf. Schließlich suche ich einen Job und bin bereit, dafür täglich bis zu 150 km zu fahren. Man darf eben nicht wählerisch sein und hier in der Umgebung gibt es einfach nichts. Nach aktuellen Infos denkt man an 3-4 Euro/100 km. Das würde mich also jeden Tag mindestens fünf Euro kosten. Wahrscheinlich sogar mehr, wenn man die höheren Beträge für Pendlerstrecken ebenfalls durchsetzt. Plus Sprit. Rechne das mal hoch auf's Jahr! Da müsste ich schon ganz ordentlich verdienen, damit sich arbeiten gehen überhaupt noch lohnt.

Ich werde jetzt zur Beruhigung meinen geliebten Elefantenfuß umtopfen. Der braucht dringend ein größeres Heim.

14.04.2010 um 10:21 Uhr

Monday monday

Ich habe ja noch gar nicht von meinem Montag erzählt! Die Woche fing nämlich schon prima an...

Montag früh hatte ich einen Arzttermin. Vor einiger Zeit hatte ich nämlich beschlossen, mir hier endlich einen Hausarzt zu suchen. Sowas kann man ja immer mal brauchen, außerdem fehlten mir ein paar Impfungen. Ich warf also einen Blick ins Telefonbuch und fand eine vielversprechende Ärztin, die auch Naturheilverfahren und Akkupunktur anbietet. Prima, dachte ich, wenn jemand sowas auf sein Schild schreibt, ist er bestimmt nicht so medikamentenversessen.

*Sidekick*

Ich hatte bisher Pech mit meinen Hausärzten. Die vorletzte war zwar sehr nett, sehr gesprächig, aber hatte fachlich keine Ahnung. Die konnte nur stundenlang mit ihren Patienten über Privates quatschen. Deshalb war sie bei den Älteren sehr beliebt. Wenn man allerdings keine Lust hatte, trotz Termin ewig im Wartezimmer rumzusitzen, war man da fehl am Platze. Irgendwann ging ich da nicht mehr hin. Vor circa drei Jahren fing meine Mutter an, über meinen Blutdruck zu meckern. Jedes Mal, wenn ich vom Blut spenden kam, guckte sie in meinen Ausweis und schimpfte: "Dein Blutdruck ist zu hoch für dein Alter." Und dann kam noch hinterher: "Das kommt von der Pille." und "Lass' das mal untersuchen." Schließlich fruchteten die Bemerkungen und ich beschloss, dies zum Anlass für die Suche nach einer neuen Ärztin zu nehmen. Ich fand eine recht resolute Dame gleich bei meiner Arbeit. Keine Schwätzerin - das war mir irgendwie sympathisch. Sie kontrollierte meinen Blutdruck, untersuchte Blut und Pippi, ließ mich monatelang regelmäßig messen und fand... keine Ursache. Trotzdem verschrieb sie mir Tablettchen dagegen. Meinen Einwand, dass vielleicht die Pille Schuld sein könnte, wischte sie vom Tisch. "Auf gar keinen Fall, die neuen Pillen sind ja sooo nebenwirkungsarm... blablablubb." Eine Zeit lang nahm ich brav die Tabletten, obwohl sie mich träge machten. (Noch träger, als ich ohnehin schon bin!) Nach ein paar Wochen reduzierte ich die Dosis eigenmächtig. Dann nahm ich das Zeug gar nicht mehr. Zeitgleich setzte ich die Pille ab, um zu sehen, ob es einen Zusammenhang zwischen Pille und Blutdruck gibt. Dass mit der Pille sagte ich meiner Ärztin, woraufhin ich einen Anschiss bekam. Na toll, mit meiner Anämie, und dann ohne Pille! Irgendwie war die Dame der Meinung, ohne Pille würde ich einmal im Monat schier verbluten. Hä? Dass ich ihre tollen Blutdrucksenker nicht mehr nahm, verschwieg ich natürlich. Und ging da nicht mehr hin. Das war vor zwei Jahren. Jetzt also ein neuer Versuch mit einer anders ausgerichteten Ärztin.

*Sidekick zu Ende*

Ich war am Montag pünktlich in der Praxis und musste auch nicht lange warten. Pluspunkt! Die Ärztin war mir sofort sympathisch. Sie lobte meine DDR-Kindheit, weil da "ordentlich geimpft" wurde. Sie wollte 'ne Menge wissen, schrieb sogar auf, wo mein Liebster arbeitet. Wozu sie diese Info braucht, keine Ahnung. Sie schwatzte mir keine FSME-Impfung auf, obwohl ich jetzt im Risikogebiet wohne. Ich solle ruhig erstmal einen Sommer abwarten, ob die Zecken mich überhaupt mögen. DAS wollte ich hören! Sie blätterte meinen alten DDR-Impfausweis durch und stellte fest, dass meine letzte Tetanusimpfung 13 Jahre her ist. Die sollte ich also gleich bekommen. Weil ich meinen Blutdruck erwähnte, ordnete sie an, auch den zu überprüfen. Und Blut für die Überprüfung des Röteln-Titers sollte auch abgenommen werden. Das alles sollten "ihre Damen" machen.

Die Dame war nett. Sie stellte mich zuerst auf die Waage. Das fand ich nicht so nett. Dann prüfte sie meinen Blutdruck. War ok. Ich sollte 15 Kniebeugen machen. Wieder Blutdruck messen. Keine Ahnung, wie der dann war, aber ich habe ganz schön gehechelt. Kniebeugen... Und das, nachdem wir zwei Wochen lang keinen Sport gemacht hatten! Dann ging's ins Labor, hier auch Folterkammer genannt. Ich erhielt zuerst meine Impfung, das tat, entgegen der Ankündigung, nicht sehr weh. Dann wurde mein Arm abgebunden, ich sollte die Hand zur Faust ballen und die Dame klopfte auf meiner Armbeuge herum. Also ich sah da nix, vertraute aber der erfahrenen Arzthelferin Dank jahrelanger Blut- bzw. Plasmaspende bin ich das Prozedere ja gewöhnt. Allerdings weiß ich daher auch, dass mein rechter Arm besser geeignet ist. Die Dame blieb aber bei links und ich vertraute ihr, als sie beherzt zustach. Ich konnte zwar keine Vene erkennen, ging aber davon aus, dass sie wußte, was sie tat. Sie wußte es nicht. Zwar tat der Stich nicht weh, aber es kam kein Blut. Große Augen, Nadel rausziehen, nochmal zustechen. Wieder kein Blut. Die Dame wurde nervös und fing an, die Nadel unter der Haut zu justieren. Sie fand eine Vene und, verdammt, das tat jetzt richtig weh!!! Mir wurde heiß und kalt, aber ich hielt tapfer durch. Als ob das noch nicht genug Quälerei wäre, schlug auch die Impfung voll ein. Leichter Muskelkater im Arm? Das ich nicht lache! Im Laufe des Montags wurde mein Oberarm dick und heiß und schmerzte bei jeder Bewegung oder Berührung. Das hält bis heute an. Garfield lacht mich dafür aus und nennt mich eine Pussy. Außerdem tat mir Montag abend alles weh, wie bei einer Grippe. Die Beine, der Rücken, der Arm - ich wußte gar nicht, wie ich liegen sollte. Dann kam noch Schüttelfrost dazu. Ich lag in Garfields Armen und zitterte so sehr, dass er mich zwang, sein Schlafanzugoberteil über mein sexy Nichts zu ziehen. Merke: So 'ne Impfung ist eben kein Spaß. Aber jetzt habe ich ja wieder zehn Jahre Ruhe.

Montag nachmittag hatte ich meinen ersten Termin beim neuen Nachhilfeschüler. Ich hatte vorher mit der Mama telefoniert, die machte einen netten Eindruck. Sie wollte mir noch erklären, wie ich zu ihnen finde, aber ich winkte ab. Ich finde das schon, keine Sorge. Ich vertraute, wie immer, auf die Gockelkarten und Zettel. Nach dem Arztbesuch suchte ich mir also bei Gockel die Strecke raus und schrieb Garfield: "Alles kein Problem, das ist einfach." Ha. Ha.

Ich machte mich überpünktlich auf den Weg. Ich fand den Ort ohne Probleme. Ich fand die Straße nicht. Laut meinem Zettel sollte ich kurz nach dem Ortseingang rechts in die Schnullerichstraße einbiegen, dann die zweite rechts nehmen - die Mustangstraße - und dann wäre mein Ziel in der dritten Straße links - Guckstdustraße. Ich fand die Mustangstraße ohne Probleme, aber es gab keine Guckstdustraße, die links abging. Ich fuhr auf und ab, ich fluchte, ich guckte. Keine Guckstdustraße. Da waren Wohngebiete, also fragte ich jemanden. Einen Opa mit Fahrrad. Er kannte keine Guckstdustraße, fragte aber, wen ich suche. Ok, hier kennt man sich wohl. Diese Leute kannte er aber nicht. Ich fragte eine Dame mit Fahrrad und erfuhr: Ich befinde mich gar nicht im richtigen Ortsteil. Ich verfluchte Gockel und seine Karten. Ich suchte mir ein stilles Plätzchen und rief die Familie, welche mich erwartete, an. Es war inzwischen 15h und ich sollte genau jetzt eigentlich dort aufschlagen. Der Vater ging ran und erklärte mir, wie ich fahren sollte. Wie immer, wenn mir jemand sowas erklärt, hörte ich nicht richtig zu. Ich schrieb auch nicht mit. Ich war verzweifelt. Immerhin bekam ich mit, in welche Richtung ich mußte. Da war ich schonmal gewesen, war durch eine kleine Unterführung gefahren und hatte dann angesichts der Einöde gedacht, dass es hier nicht weiter geht. Falsch gedacht, denn die Mustangstraße ging genau hier lang weiter. DAS hatte ich bei Gockel so nicht erkannt! Und die Straßenschilder sagten einem nicht wirklich, dass die Mustangstraße abbog und nicht geradeaus weiterging.

An der nächsten Kreuzung wußte ich schon nicht mehr, wo lang. Links war in einiger Entfernung ein Ortsschild zu sehen. Und ein Neubaugebiet. Ich fuhr trotzdem geradeaus. (Als ich die Strecke abends bei Gockel recherchierte, stellte ich fest: Geradeaus wäre richtig gewesen. Und dann erst links. Das war genau die Strecke, die mir Gockel gezeigt hatte.) Nach ein paar Metern entschied ich, dass ich doch lieber hätte abbiegen sollen, also drehte ich um. Dabei fuhr ich ein Stück auf's Feld und kam beim ersten Versuch nicht auf die Straße zurück. Ich hätte heulen können! Wie peinlich war das denn? Zuerst findet sie den Weg nicht und dann fährt sie sich noch im Feld fest? Zum Glück klappte es beim zweiten Mal, ich fuhr zurück und atmete auf: Das Schild zeigte, dass ich endlich im richtigen Ortsteil war. Wenigstens ein kleiner Erfolg! Leider wußte ich wieder nicht, wie es weiter ging, fuhr also auf's Geratewohl ins Wohngebiet rein. Natürlich: Keine Guckstdustraße. Ich fuhr ein paar Runden und beschloß, jemanden zu fragen. Mal wieder. In einem Garten spielte ein Mann mit seinen Söhnen Fußball, also hielt ich an. Der Mann war nett, kannte die Straße aber auch nicht. Trotzdem wollte auch er den Namen der Familie wissen. Der sagte ihm aber nichts.

Ich war schon zwanzig Minuten zu spät und hatte keine Ahnung, wo ich war. War ich überhaupt in der Nähe der Straße? Ich wollte heulen und nach Hause fahren. Das wäre aber sehr unerwachsen gewesen, also riss ich mich am Schlüpper. Auch wenn es noch so peinlich war, beschloss ich, den Vater meines Schülers nochmal anzurufen. Auf der Suche nach einem kleinen Parkplatz sah ich auf einmal das Schild: Guckstdustraße! Ich jubilierte und fuhr vor Schreck links- statt rechtsrum. Links hieß die Straße schon wieder anders, also nochmal drehen, zurück und... Juchu! Ich hatte das Haus gefunden! Der Vater wartete mit dem Telefon in der Hand vor dem Haus auf mich und fuhr erst weg, als ich wirklich da war. Man, war mir das alles peinlich!

Mein Schüler war dann aber sehr nett. Ein 13-jähriger mit schlimmer Akne. Ich sollte Englisch und Deutsch geben, hatte mich aber auf Englisch vorbereitet und Deutsch völlig vergessen. Ich hatte Wörterbücher und alte Hefter dabei. Natürlich wollte Kevin lieber Deutsch machen. Und natürlich war er Hauptschüler. Ich hatte beim Anruf der Nachhilfeagentur nicht richtig verstanden, auf welche Schule der Junge ging und dann vergessen, nochmal nachzufragen. Auch während des Anrufs bei der Familie vergaß ich, diese Info einzuholen. Ich sollte mir vorher den Lehrplan für das entsprechende Schuljahr ansehen, und weil der für die Hauptschule so kompliziert war, lud ich mir nur die für Realschule und Gymnasium runter. Hauptschule schloss ich einfach mal kategorisch aus. Und nun saß ich neben einem Hauptschüler und hatte keine Ahnung, was der können sollte. Nun ja, wir machten sowieso Kleinkram. Zusammenfassungen. Seine Rechtschreibung ließ sehr zu wünschen übrig. Und der Stil... Furchtbar. Die Ursache fand sich schnell: Der Junge liest einfach nicht. Wie so viele Männer... Das wird ein hartes Stück Arbeit. Spaß hat es trotzdem gemacht und ich freue mich auf den nächsten Termin. 

Auf der Heimfahrt verfuhr ich mich übrigens mal wieder. Ich nahm die falsche Abfahrt von der Bundesstraße. Wem das bekannt vorkommt: Ja, das ist mir auch gestern passiert. Ich habe einfach ein Talent dafür. Und statt bei Bemerken des Fehlers sofort umzukehren, wurschtel ich mich lieber so durch. Ich fahre Runden durch unbekannte Orte und gelange irgendwann von hinten durch die Brust ins Auge doch noch an mein Ziel. Manchmal bin ich eben dämlich. Oder eher ziemlich oft.

PS: Ich bin noch soviel schuldig! Meine Schmetterlingstorte, die ich extra fotografiert habe! Und eine Story vom Einkaufen! Ferien sind scheiße, weil man nicht zum Bloggen kommt!

13.04.2010 um 17:40 Uhr

Wer leiht eine Rosa?

Heute auf diesem Sender: Livebericht von der Zeitarbeitsmesse!

9:50

Ankunft am Veranstaltungsort. Ich bin eine vorbildliche Arbeitslose. Obwohl in meiner Einladung steht: "Finden Sie sich bitte am *Datum* um 11:00 im *Ort* ein...", bin ich schon zur Eröffnung um 10:00 vor Ort. Ich habe mich nämlich kurz schlau gemacht und im Internet gesehen, dass die Messe bereits 10:00 beginnt. Mir stellt sich die Frage, warum ich erst für eine Stunde später bestellt wurde. Will man mir als Arbeitsloser die frühe Aufstehzeit einfach nicht zumuten?

Der Weg hierher verlief planmäßig - nur einmal gab's ein kleines Problem. Folgender Sachverhalt: Ich fahre auf eine T-Kreuzung zu, weiß vorher nicht, ob ich links oder rechts abbiegen muss. Wofür gibt's Schilder? Diese stehen bei T-Kreuzung ja meist genau in der Mitte. Leider kann man dieses Schild nicht sehen, wenn vor einem ein dicker LKW fährt. In meinem Fall war's genau so. In einem Anflug von Panik entschied ich mich spontan für rechts und konnte aus dem Augenwinkel sogar noch sehen, dass ich richtig lag. Glück gehabt. Aber da müsste dringend mal was gemacht werden!

Zurück zur Messe.

Vor dem Veranstaltungsort stehen viele Menschen in kleinen Grüppchen. Sch..., ich bin eindeutig overdressed! Ich habe mich dezent schick gemacht, schließlich knüpft man hier Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. Das Gros der Menschen erscheint in Jeans. Ein nicht unerheblicher Teil sieht sogar völlig abgewrackt aus. Ungepflegt. Ich sehe ungewaschene Haare, dreckige Fingernägel und wild wuchernde Gesichtsbehaarung. Und stinken tun viele, wie ich später drinnen feststellen darf!  Ich frage mich, ob diese Menschen keinen Job finden, weil sie so rumlaufen, oder ob sie sich gehen lassen, weil sie keine Arbeit finden. Sieht so das viel zitierte Loch aus, in welches man früher oder später fällt? Und viel wichtiger: Werde ich irgendwann auch so? Gehöre ich wirklich zu dieser Randgruppe der Gesellschaft? Ich schäme mich irgendwie. Ich sehe auch viele junge Leute. Gebildet oder kultiviert sehen die nicht aus. Eher wie einem Supernanny-Frauentausch-Albtraum entsprungen. Es kann doch nicht sein, dass ich wirklich hierher gehöre! Was mir noch auffällt: Der moderne Arbeitslose transportiert seine Bewerbungsunterlagen - so er sie denn überhaupt dabei hat! - in einem Stoffbeutel. Die meisten sehen irgendwie so aus, als wollten sie nur mal kurz zu Al*di.

10:30

In bin drin. Und planlos. Natürlich habe ich es verpennt, mich vorher genauer über die einzelnen Zeitarbeitsfirmen zu informieren. Schön blöd. Dann wüßte ich nämlich, wer von denen überhaupt Stellen für mich hat und wo es sich lohnt, meine Mappe abzugeben. Soll ich jetzt von Stand zu Stand flanieren und überall mein Sprüchlein aufsagen? "Guten Tag, mein Name ist Rosa Maus, haben Sie auch Stellen für Akademiker?" Ich gucke, wie die Anderen das so machen. Einige haben einen Zettel dabei, auf dem sie ihre Bewerbungsbemühungen nachweisen sollen. Viele von denen gehen nur kurz an die Stände, bitten die Mitarbeiter um eine Unterschrift und gehen wieder. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Idee dahinter war... Andere stürzen sich auf die Stände und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Da werden Unmengen an Kugelschreibern, Zollstöcken und Zettelblöcken eingepackt. Und Süßigkeiten! Aha, dafür also der Beutel. Als ich gerade mit einer Standbetreuerin spreche, drängelt sich eine Frau an mir vorbei, um aus einer Schale nicht einen, sondern gleich fünf Schokoriegel zu grabschen. Und eine Handvoll Bonbons. Sowas finde ich irgendwie dreist!

Ich führe auch ein paar Gespräche, reiche Unterlagen rüber, allerdings mit mäßigem Erfolg. "Akademikerin?" - Aufgerissene Augen bei den meisten. Wer interessiert reagiert, winkt spätestens bei meiner Studienrichtung ab. "Geisteswissenschaften? Das ist schwer im Moment..." Ja, das weiß ich selbst. Erzählen Sie mir doch mal was Neues!

11:30

Ich esse meinen mitgebrachten Apfel. Ich mache einen verzweifelten Anruf beim Liebsten. "Schahatz, das ist so blöd hier... Hier sind komische Leute... Die stinken... Keiner hat einen Job für mich..."

Ich beschließe, mir einen der angekündigten "zahlreichen Vorträge" anzuhören. Es gibt drei. Der, in welchem erklärt wird, wie Zeitarbeit überhaupt funktioniert, findet ganz am Schluss statt. Ich setze mich also in den über Kompetenzen. Hier soll ich lernen, meine Schokoladenseite zu zeigen. Die Referentin ist nett und was sie sagt bedingt hilfreich. Eigentlich kenne ich meine Stärken. Die Dame vermeidet Fremdwörter und verdeutlicht die Kompetenzbereiche mit selbstgekritzelten Symbolen - ein Herz, ein Kopf, eine Hand. Ok, wir sind hier nicht an der Uni. Einige Zuhörer arbeiten sogar mit, lenken mit ihren Fragen aber meist vom Thema ab.

13:00

Ich lege eine Pause ein. Ich habe Hunger und Durst. Weil hier drin alles unverschämt teuer ist, überfalle ich den nächsten McFress. Die Idee haben tausende Schüler auch. Im Gedrängel bange ich um meine helle Hose, sehe schon Cola- oder Ketchupflecken darauf. Aber ich habe Glück: Wenn diese Kids eins können, dann Tabletts mit Essen tragen! 

Danach bummel ich noch etwas rum. Ich habe überhaupt keine Lust, zurück zur Messe zu gehen. Zurück in die stickigen Räume, zu den komischen Menschen. Aber ich muss, denn den letzten Vortrag will ich unbedingt hören. Vielleicht erfahre ich dann ja endlich, worum es hier eigentlich geht.

15:30

Strike! Der letzte Vortrag war richtig informativ. Ein Anwalt für Arbeitsrecht hat über Zeitarbeit informiert. Wie funktioniert sie, wie sehen die gesetzlichen Grundlagen aus, worauf muss man achten. Leider war dieser Vortrag, im Gegensatz zu denen davor, nur sehr spärlich besucht. (Böse Zungen könnten behaupten, der deutsche Durchschnittsarbeitslose hat ab 14:00 keine Zeit mehr, weil da die Gerichtsshows anfangen.) Schon während des Vortrags entspinnt sich eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Zeitarbeit. Und darüber, wie die Leute sich behandelt fühlen. Der Mann vom Amt unterbricht die Diskussion und verschiebt sie auf später. Das will ich hören, also bleibe ich noch länger. Da scheint viel Frust zu sein, bei den Leuten. Der Mann vom Amt betont immer wieder, wie gut seine Mitarbeiter sich mit der Thematik auskennen und dass man sich doch mal von denen beraten lassen soll. Zum Beispiel, wenn man nicht so richtig weiß, welche Zeitarbeitsfirma für einen die passende ist. Super, denke ich, das mache ich. Als ich mich am Stand meiner zuständigen regionalen Agentur abmelde, frage ich gleich nach der Beratung. Es kommen viele "Ähs" und "Hms". Sowas könne man mir nicht sagen. Man kann mir nur mitteilen, welche Firmen gut bezahlen. Aha! Seltsam, bei dem anderen Mann vom Amt hieß es, sie wären neutral und gäben keine Empfehlungen... Der junge Mann meint auch, alle Zeitarbeitsfirmen machen alles. Aaaaha. Seltsam nur, dass so viele Standmitarbeiter gleich abgewinkt haben, als ich mit meiner Qualifikation um die Ecke kam... Dann gibt man mir noch den Tipp, doch mal meinen Vermittler zu fragen. Ähm, ja. In meinem ersten Gespräch mit ihm hatte ich das Thema Zeitarbeit mal angedeutet. Es kam keine Reaktion bzw. eher eine negative. Soviel dazu.

Immerhin hat mir der junge Mann eine Firma genannt, die überdurchschnittlich bezahlen soll. Genau die habe ich am Morgen natürlich ignoriert. Ich hechte zurück zum Stand. Eigentlich packt man gerade zusammen, aber der nette Chef gibt mir eine Minute. Und siehe da, endlich jemand Kompetentes! Dieser Mann denkt nicht nur, dass er vielleicht was für mich haben könnte, irgendwann. Dieser Mann hat direkt eine Stelle im Kopf. Ich soll ihm meine Unterlagen mailen. Hatte ich erwähnt, dass er sehr nett war?

Auch die Heimfahrt lief reibungslos. Dass ich mich einmal verfahren habe, muss man ja niemandem erzählen. Es war ja auch nicht mal im angsteinflössenden Stadtverkehr, sondern schon außerhalb. Auf der Bundesstraße entschied ich mich für die falsche Abfahrt. Machte aber nichts, so erhielt ich lediglich noch eine kleine Ortsrundfahrt.

Das war Rosa Maus live von der Zeitarbeitsmesse. Jetzt ist Rosa völlig erledigt. Dabei hat sie heute abend noch eine dieser superwichtigen Telefonkonferenzen wegen des Abi-Treffens. *stöhn* Ob mir der Tag auf der Messe was gebracht hat? Wir werden sehen...

11.04.2010 um 21:52 Uhr

Ein Samstag

Samstag, 10.04.2010

6:30

Ich berichte live von der A3. Wir, das sind der Garfield, dem-Garfield-sein-Bruder und ich, sind seit einer halben Stunde unterwegs nach Norden. Garfield legt seine ganze Hoffnung in ein Auto in Gütersloh, welches wir nachher mal Probe fahren werden. Dafür sind wir um fünf aufgestanden - an einem Samstag!!! Wenn sich der Wagen als Dreckskarre entpuppt, ist Polen aber sowas von offen!

9:30

Wir befinden uns auf der A33, kurz hinter Paderborn. Ich habe gedöst, zwei Folgen "Grey's Anatomy" geguckt und war zweimal Pippi machen. Zum Glück hat dem-Garfield-sein-Bruder genauso eine Pionierblase wie ich. Jetzt haben wir es gleich geschafft, wir müssen nur noch das Autohaus finden. Garfield ist aufgeregt.

10:30

Probefahrt. Das Auto sieht sehr hubsch aus und macht einen guten Eindruck. Garfield hat etwas Probleme mit dem SMG, ist deshalb unsicher. Wir gurken seit einer halben Stunde mit 70-50-30 durch die Gegend, weil hier überall Ortschaften sind. Müssen dringend 'ne Tanke und freie Bahn finden. Wieso geben die einem ein Auto mit leerem Tank für eine Probefahrt? Mir geht auf, dass mein Cousin nicht weit von hier wohnen dürfte - die Gegend sieht genauso aus wie bei ihm. Diese verklinkerten kleinen Häuser, Kreisverkehre an jeder Ecke, alles flach. Und die Menschen reden genauso. Ich beschließe, dass Garfield mit mir mein Patenkind besuchen muss, wenn er sich für das Auto entscheiden sollte. Dann müssen wir ja nochmal herkommen. Die Jungs haben bereits den Motor inspiziert und sämtliche Funktionen gecheckt. Dafür ist dem-Garfield-sein-Bruder ja extra mitgekommen. Nachher soll der Wagen auch noch auf die Bühne, damit er von unten betrachtet werden kann. Ich sehe: Hier sind Autokauf-Profis am Werk! (Immerhin hatte ich die geniale Idee, festgestellte Mängel aufzuschreiben. Sonst vergisst man im Gespräch wieder die Hälfte.)

12:30

Hunger! Das Frühstück ist sieben Stunden her. Wir steuern noch den nächsten McFress an, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

13:30

Im Radio sagen sie, der polnische Präsident wäre mit dem Flugzeug abgestürzt. Und mit ihm quasi die Elite des Landes. Ich fühle mich betroffen. Sowas ist immer traurig. Würde man dieses Land annektieren wollen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, oder? Im Film wäre das ein prima Plan, um in einem Land die Macht zu übernehmen: Man wartet, bis quasi die gesamte Führung in einem Flugzeug sitzt, lässt dieses abstürzen und übernimmt. Man, sowas fällt mir dazu ein... Ich sollte dringend noch eine Folge "Grey's" gucken. Das beruhigt, die Zeit vergeht schneller und die Müdigkeit ist auch vergessen. Ich freue mich so auf mein Bett heute abend! Die Nacht zu gestern war auch schon so kurz... Morgen wird erstmal ausgeschlafen und Kraft getankt für eine anstrengende Woche.

16:30

Ankunft bei Garfields Eltern. Endlich! Jetzt noch ein kleiner Spaziergang, dann Abendessen, duschen und etwas vor dem Fernseher abhängen. Dem-Garfield-sein-Bruder will heute Abend noch Kart fahren gehen... In Mannheim! Nochmal zwei bis drei Stunden im Auto, um dann mit einem autoähnlichen Ding im Kreis zu fahren. Wir sollten ursprünglich mit, aber ich habe sofort nein gesagt. Garfield dann auch, nach genauerer Überlegung. Jetzt ist er froh drüber.

0:30

Wir war das? Früh ins Bett? Jetzt sind wir doch bei Raab hängen geblieben. Das letzte Spiel verkneifen wir uns aber, wir sind einfach zu müde. Ich bin seit über 19 Stunden wach. Ich glaube, ich bin langsam zu alt für sowas...

 

 
 
 
 
 
Ach, fast vergessen: Garfield hat das Auto! Er ist stolz wie Oskar und überglücklich. Dem-Garfield-sein-Bruder ist neidisch, obwohl er auch ein sehr schönes Auto hat. Ich war überrascht, wie schnell Autokauf geht. Angucken, Probe fahren, nochmal angucken, kurz quatschen, unterschreiben. In zwei Wochen wird das Baby abgeholt, bis dahin muss ich mir einen Namen dafür überlegen. Das weiß Garfield natürlich noch nicht und er wird es auch nicht mögen, aber ich finde: Ein Auto braucht einen Namen! Ich bin übrigens auch hoch zufrieden mit Garfields Wahl: Der Wagen ist nicht nur viel schöner, als die Alternative, er hat auch fünf Plätze und ist damit sehr viel praktischer. Außerdem hat dieser jetzt viel weniger gekostet, als geplant, womit mehr finanzielle Unterstützung für mich übrig bleibt, wenn ich dann im Herbst ebenfalls ein anderes Auto brauche. Das wird dann nochmal so'n Akt, aber jetzt heißt es erstmal: Ende gut, alles gut. Und jetzt suchen wir uns ein neues Hobby...

08.04.2010 um 17:57 Uhr

Kleider machen Autos, oder so?

So. Haben wir Ostern auch geschafft. Und ein neues Lebensjahr begonnen. Und Pläne gemacht. Und nicht gestritten. Dafür aber zuviel gegessen und uns zu wenig bewegt. Wie immer halt.

Gestern sind wir aus dem Osten zurück gen Süden gefahren, morgen geht es für's Wochenende wieder ein Stück gen Westen. Immer diese Deutschlandreisen... Und als würden wir momentan nicht schon genug Zeit im Auto verbringen, waren wir heute auch noch shoppen. Geburtstagsshopping. Weil mir nichts einfiel, was man(n) mir zum Geburtstag schenken könnte, entschieden wir, dass ich mir was zum Anziehen aussuche und Garfield bezahlt. Ich dachte an irgendwas hübsches, was man sich sonst nicht so kauft. Pünktlich nach Ostern machten wir uns also auf den Weg in meine Heimatstadt. Garfield stresst bei sowas gern rum und will nicht, dass ich ewig kein Geschenk von ihm habe. (Nebenbei bemerkt: Von meinen Eltern habe ich einen wahnsinnig tollen MP3-Player bekommen. Was der alles kann!!! Und von meinen Geschwistern eine Tagesdecke aus Indien und Gewürze.) Erster Anlaufpunkt war ein schwedisches Bekleidungsgeschäft, in dem ich normalerweise immer etwas finde. Dieses Mal gab es leider nur Mist. Garfield war leicht angesäuert. Er dachte, ich hätte einen Plan. Den hatte ich leider nicht, bzw. sah mein Plan so aus: Ich gucke einfach mal, ob ich was Nettes finde. Bei den Schweden also Fehlanzeige. In anderen Geschäften ebenfalls. Plan B: Ich hatte mich in ein Paar Schuhe aus einem Katalog bei meiner Mama verliebt, die würde mir Garfield auch kaufen. Aber Schuhe? Ich weiß nicht... 

Letzter Versuch: Heute Ausflug ins Outlet Shopping Village. Das Ding ist genial: So schön gemacht, so ordentlich, so... schön. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, fiel uns ein, dass noch Osterferien sind. Wir stellten uns auf Menschenmassen ein, aber es war dann doch nicht ganz so schlimm. Klar, es herrschte schon ordentlich Betrieb, aber man kam noch voran und die Geschäfte waren nicht völlig überlaufen. Die meisten Leute saßen in der Sonne und tranken irgendwas aus dem Café. In den ersten Geschäften fand ich nichts und ich befürchtete bereits, dass der Ausflug umsonst war. Und dann fanden wir es doch noch, das Besondere, das gewisse Etwas: Ein bodenlanges Neckholderkleid in flieder. Oder lavendel. Mit Stickereien. Einfach nur schön. Welches mir (Besonderer Pluspunkt!) sogar in S passte. Leider finde ich kein Bild mehr davon, aber es ist wirklich schön, passt perfekt und steht mir! DAS hätte ich von der Farbe nämlich überhaupt nicht gedacht. Ich hatte das Kleid noch nicht mal richtig an, da war Garfield schon überzeugt. Und ich dann auch ganz schnell. Das Beste: Es gab heute nochmal 20% Extra-Rabatt. Na, wenn sich das nicht gelohnt hat! 

In einem anderen Laden entdeckte ich danach übrigens noch ein viel tolleres Kleid. Naja, nicht toller, aber anders. Weiß mit hellblauen Irgendwassen darauf. Allerdings kostete das Ding trotz Outlet immer noch 150 Euronen, was ich für ein Stück Stoff übertrieben finde. Nur weil das irgendsoein Tommy entworfen hat... Jedenfalls wünschte ich mir heute, ich würde genug Geld haben, um mir einfach mal so ein Kleid für 150 Öcken zu kaufen. Habe ich leider nicht, ist auch kein Grund zum Verzweifeln. Und ich bin genauso glücklich mit dem anderen Kleid. Garfield sowieso, der ist einfach nur froh, dass er sich keine Gedanken mehr wegen meines Geschenks machen muss. 

Dann gibt es noch Neuigkeiten von der Autofront. Nach der letzten Probefahrt war Garfield eigentlich überzeugt vom Z*4*M. Allerdings hatte er immer noch ein Traumauto im Hinterkopf, einen M*3. Leider gibt es von denen, die ihn interessieren, nur noch ganz wenige Gebrauchte. In München stand seit einer Weile eines dieser Babies, musste allerdings noch aufbereitet werden. Der hatte Cellulite. Ansonsten war er aber absolut perfekt. Letzte Woche entschied Garfield: Wenn das Auto heute noch da ist, fahren wir hin und machen eine Probefahrt. Wenn dann nix Gravierendes ist, wird das Auto genommen. Dienstag rief man also in München an und erhielt, nach einigem Hin und Her, die Info, dass das Auto weg ist. Im Internet stand es aber weiterhin. Dann die Info: Der ist reserviert. Garfield schloss damit ab und war enttäuscht. Nie klappt was bei ihm etc. Die bekannte Leier. Während wir spazieren waren, rief der Verkäufer noch einmal an und meinte, der Käufer wäre abgesprungen, hätte wohl keinen Kredit bekommen. Wir waren also für eine Probefahrt am Donnerstag vorgemerkt. Garfield war glücklich, ich war sehr glücklich. Ich wollte ihm doch beweisen, dass er nicht immer alles so schwarz sehen soll und Dinge manchmal eben doch klappen. Wir fuhren gestern also sehr beschwingt und fröhlich wieder nach Hause, wo uns der blinkende Anrufbeantworter erwartete. Es war meine Schwester. Der Autoverkäufer hatte nochmal angerufen und mitgeteilt, dass das Auto nun doch noch verkauft sei und die Probefahrt damit geplatzt. Garfield war sauer und enttäuscht und fühlte sich bestätigt. Jetzt kommt Plan B ins Spiel: Es gibt noch ein Auto, welches in Frage käme, sogar günstiger, aber weiter weg. Der Wagen ist den weiten Weg aber wert, deshalb düsen wir am Samstag von Garfields Eltern aus in den Pott.

Ich drücke ganz doll die Daumen, dass es dieses Auto ist, denn erstens möchte ich unbedingt, dass Garfield ein Erfolgserlebnis hat und zweitens gefällt MIR dieses Auto sehr viel besser als die Alternative, der Z*4*M. Der hat nämlich nur zwei Sitze und sieht in meinen Augen völlig daneben aus. Drücken wir also alle die Daumen und hoffen das Beste. In erster Linie heißt das: Hoffentlich kommt bis morgen Mittag keiner und kauft das Auto weg. Ab dann kann es der Verkäufer nämlich für uns zurück halten. Es gäbe übrigens noch ein Auto hier in der Nähe, aber das ist nicht ganz so perfekt und wird außerdem "im Auftrag" verkauft. Sowas findet Garfield nicht koscher, wegen der Garantie.

Letzte Info aus München übrigens: Das Auto steht immer noch im Internet. Ja, wollen die uns denn verarschen? Garfield hat jetzt aber keinen Bock mehr, da nochmal anzurufen.

Jobtechnisch gibt es auch noch was Neues. Zwar keinen richtigen Job, aber ich werde ab sofort Nachhilfe geben und mir so wenigstens etwas dazuverdienen. Gestern erhielt ich die Info, dass ich einen Schüler habe. Und den muss ich jetzt mal anrufen!

01.04.2010 um 15:09 Uhr

Und wieder

... heißt es: Warten, Daumen drücken, Hoffen. Heute morgen flatterte eine dieser richtig guten Stellen in mein Postfach. Für fast dengleichen Posten hatte ich mich im Herbst schonmal beworben. Damals kam eine Absage mit der Begründung, die Stelle wäre schon vergeben. Und das drei Tage nach Veröffentlichung der Anzeige bei diversen Jobbörsen. Mich hatte das schon etwas gewundert, denn gerade bei größeren Unternehmen hätte ich nicht damit gerechnet, dass die nach dem Motto "First come, first serve." vorgehen. Wenn man den Bewerbern nicht mal eine kleine Frist einräumt, sondern den ersten Besten nimmt, kann man dann Qualität erwarten? Oder Auswahl?

Jedenfalls war ich dieses Mal wirklich schnell, was für mich völlig ungewöhnlich ist. Normalerweise überlege ich erst eine Weile, versuche dann einige Zeit, mich für das Schreiben der Bewerbung zu motivieren, und fange dann langsam an. Heute aber: Annonce beim Frühstück gelesen, bereits erstelltes Anschreiben modifiziert, Bewerbung abgeschickt. Ich bin ziemlich stolz auf mich und kann jetzt mit dem guten Gefühl in die Osterferien starten, nochmal was für meine Zukunft getan zu haben.

Übrigens hasse ich diese Bewerbungsportale mancher Firmen! Die  heute hatten auch sowas. Natürlich ist es für das Unternehmen bequemer, wenn sich da jeder Bewerber registriert und nach Vorschrift bestimmte Unterlagen hochlädt. Leider weiß man vorher aber nie, was einen erwartet. Welche Unterlagen sollen hochgeladen werden? Einzeln oder alles zusammen? Also erstellt man erstmal die komplette Bewerbungsmappe: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse. Schwupps, 'ne PDF draus gemacht und abgespeichert. Dann nochmal alles einzeln: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse als Extra-Datei, PDFs draus, speichern. Und zum Schluss das ganze Prozedere nochmal mit jedem einzelnen Zeugnis. Im heutigen Fall hätte ich auch noch das Bewerbungsfoto einzeln hochladen könne, das hatte ich vorher natürlich nicht bedacht. Das war in den Lebenslauf integriert, also habe ich mir diesen zusätzlichen Aufwand gespart. Damit beim Hochladen nix schief geht, möchte man sich ja beeilen und vor allem zwischendurch auf gar keinen Fall irgendwas anderes machen. Wer weiß, was sich Computer und/oder Internet dann einfallen lassen! Jedenfalls wische ich mir jedes Mal erleichtert den Schweiß von der Stirn, wenn endlich alles paletti ist und ich die Meldung bekomme: "Bewerbung eingegangen".

Morgen früh geht's Richtung Norden, zur Familie. Fünf Tage Heimat, Ostern, mein Geburtstag. Ich freu' mich!

Und fünf Tage ohne Blog, denn dafür wird keine Zeit (oder eher Ruhe) bleiben. Deshalb heute schonmal an alle:

Frohe Ostern!