Mission Prinz

15.03.2012 um 14:43 Uhr

Auszeit

Ich möchte gerade etwas tun, was sich für eine Dreißigjährige nun wirklich nicht gehört. Ich möchte mich heulend in eine Ecke setzen, nix mehr hören und mich um nix mehr kümmern. Gerade fühle ich mich einfach nur überfordert. So ist das.

Und dabei ist es so lächerlich! Es ist NUR ein Nebenjob, für den ich heute den Vertrag unterschrieben habe! Ich werde schätzungsweise vier Mal pro Woche jeweils einen halben Tag arbeiten. Andere arbeiten Vollzeit UND haben KindER UND einen Haushalt! Und ich bekomme schon eine Panikattacke, wenn ich daran denke, dass ich nächste Woche gleich einmal bis 20 Uhr arbeiten muss. Die anderen Tage, Frühschicht bis 14 Uhr, das haut hin. Das klappt auch prima mit der Tagesm*tter.

Überhaupt funktioniert das super. Der Zwerg hat jetzt zwei Tage Eingewöhnung hinter sich. Am ersten Tag waren wir zusammen zwei Stunden dort, ich habe mich aber im Hintergrund gehalten. Und gestern habe ich ihn für zwei Stunden abgegeben und konnte in der Zeit was erledigen. Hat super gut geklappt, mein Kind vermisst mich kein bisschen! (Ehrlich gesagt, bringt mich das auch zum Heulen... ) Der hat gespielt und gelacht und geplappert und sich mit der TaMu pudelwohl gefühlt. An sich ist das wirklich toll, so soll es sein. Aber andererseits... Man fühlt sich als Mutter doch irgendwie blöd. Ich zumindest. Jedenfalls passt der Frühdienst super. Ich kann den Zwerg morgens dort abgeben und am frühen Nachmittag wieder abholen. Alles super, die TaMu hat nachmittags Zeit für ihr eigenes Kind. Aber der Spätdienst macht mir richtige Bauchschmerzen. Die Anfangszeit ist so blöd: 14 Uhr. Wann soll der Zwerg denn da essen und schlafen? Das schaffen wir nie vorher, aber nachher ist es zu spät. Und am späten Nachmittag muss Garfield ihn dann abholen und sich kümmern. Auch da habe ich Fragezeichen, ob das alles so klappt. Natürlich wird er es prima machen - er hat sich ja auch am Freitag, als ich zur Probe arbeiten war, ganz hervorragend um seinen Sohn gekümmert. Wirklich, ich war sowas von positiv überrascht, das gibt's gar nicht! Und auch das Abholen etc. wird klappen, aber trotzdem fühle ich mich... überfordert. Denn Garfield hat ja Bewerbungsgespräche, ich muss also diese Termine auch noch in meiner Planung berücksichtigen. Das hatte ich, als mein zukünftiger Chef vorhin mit mir den Plan gemacht hat, total vergessen. Erst im Auto fiel es mir ein, ich musste also anrufen, eine Spätschicht verschieben usw. Das hat mich so gestresst, das glaubt keiner. Und wieso? Ist doch alles eigentlich kein Problem!

Und dann die Tagesm*tter. Ja, es ist ihr Job, sich um mein Kind zu kümmern. Und ja, sie hat gesagt, ich soll erstmal bei den Arbeitszeiten "alles" angeben. Trotzdem fühle ich mich blöd, wenn ich ihr sagen muss: Du, nächste Woche dann gleich mal nachmittags. Das kollidiert bestimmt mit der Kita-Zeit ihrer Tochter und sicher fühlt sie sich überrollt... Verdammt, ist das mein Problem? Nein, SIE muss das organisieren, immerhin hat sie keine Zeiten von vornherein abgelehnt. Ich hatte ja EXTRA nochmal nachgefragt. Und trotzdem fühle ich mich auch hier irgendwie gestresst, obwohl es nicht mal wirklich mein Problem ist. Kann man das verstehen?

Ok, ich habe heute ein sehr dünnes Fell. Es war eine sehr, sehr kurze Nacht, mir fehlt der Schlaf. Und der Grund, warum die Nacht so kurz war - schlimmer Streit, mal wieder - steckt mir noch sowas von in den Knochen. An einem anderen Tag hätte ich wahrscheinlich überhaupt kein Problem, das "alles" zu wuppen. (Die Anführungszeichen bedeuten: Ich weiß, wie lächerlich das ist, weil ich echt wenig "zu wuppen" habe.) Obwohl... wahrscheinlich doch. Ich bin privat einfach sowas von unbelastbar und fühle mich schnell überfordert. Wieso bloß? Bei der Arbeit bin ich immer cool und lasse mich von nix aus der Ruhe bringen. Das steht sogar in meinen Bewerbungen, weil es wirklich stimmt. Aber privat? Das komplette Gegenteil! Gibt's sowas?

Mich überfordern oft kleinste Sachen: Ein Anruf, den ich unbedingt erledigen muss, ein Päckchen, das verschickt werden soll, ein Termin. Absolut lächerliche Kleinigkeiten von denen ich mich dann dermaßen unter Druck gesetzt und gestresst fühle, dass ich mich am liebsten irgendwo verkriechen möchte. Das ist doch nicht normal!

 

Puh, das tat gut. Ich glaube, ich gehe jetzt nicht heulen, sondern hole das Päckchen hoch, das der Postbote für uns dagelassen hat. Der Zwerg schläft endlich - klasse, 15 Uhr. Nachdem er 'ne Stunde im Bett rumgeturnt ist. Auch das hat mich heute unverhältnismäßig gestresst.

 

Manchmal fühle ich mich echt wie ein Wrack, und ich weiß nicht mal, warum.

12.03.2012 um 13:48 Uhr

Herr Lecroix

Letzte Woche haben wir wirklich viel über unseren Anrufbeantworter gelacht. Da war teilweise wirklich unverständliches Zeug drauf. Kennt Ihr "L*ttle Br*tain"? Für die Nicht-Eingeweihten: Das ist eine britische Comedy-Serie, sehr schwarzer, oft seltsamer Humor. Kann nicht jeder drüber lachen, wir schon. Dabei werden immer Szenen aus dem Leben wiederkehrender Charaktere gezeigt. Jedenfalls ist einer dieser Charaktere die Leiterin einer Abnehm-Gruppe. Diese ist extrem unhöflich und unfreundlich ihren Kursteilnehmern gegenüber, macht sich über sie lustig etc. Der Witz dabei: Sie ist selbst recht mollig. In der Gruppe gibt es eine Dame indischen (oder auch pakistanischen... ) Ursprungs, das erkennt man sofort an ihrem Äußeren (Kleidung, Hautfarbe etc.). Wannimmer diese Dame etwas sagt, versteht die Kursleiterin sie nicht. Da kommt dann "Was? Was?", "Sie müssen unsere Sprache sprechen!" und am Ende meist "Wir werden es nie erfahren." Das Lustige daran ist, dass die Frau perfektes Englisch spricht, vom Zuschauer und auch den anderen Gruppenmitgliedern also problemlos verstanden wird. Hm, wenn man es sieht, ist es lustig. Was ich aber sagen will: Genau so ging es uns in letzter Zeit häufig - also so, wie der Gruppenleiterin!

Zur Vorgeschichte:

Garfield bewirbt sich ja zur Zeit auf diverse Stellen. Unter anderem hat er sich bei einer Firma mit mehreren Niederlassungen beworben, da ist er jetzt im Bewerberpool und immer wieder mal meldet sich eine andere Dependence mit Interesse an ihm. Verkompliziert wird die Sache dadurch, dass mein Liebster zur Zeit kein richtiges Büro und dadurch auch kein Telefon hat. Er ist also nur über das Handy erreichbar. Dieses hat er allerdings erst seit Weihnachten, viele Bewerbungen hat er vorher schon geschrieben. Fazit: Viele Firmen rufen erstmal hier an und ich leite dann weiter. (Manchmal fühle ich mich wie die Sekretöse meines Freundes. Und ich mache das echt gut!) Leider gibt es mit dem Handy zwei Probleme:

1. Der Empfang im provisorischen Büro ist saumäßig.

2. Das Telefonieren während der Fahrt ist nicht möglich, da das neue alte Auto natürlich nicht über Blauzahn verfügt. (Das ist so gemein: Als Garfield sich von mir ein Handy gewünscht hat, war Blauzahn die einzige Vorgabe, denn so konnte man das Telefon mit dem Auto verbinden. Da das Ding darüber hinaus nicht viel Schnickschnack haben sollte, erschwerte das die Suche ziemlich. Aber es funktionierte ganz wunderbar! Tja, und dann wurde das Auto geklaut und nun ist diese Blauzahn-Geschichte hinfällig. Grummel. Ich hätte ein viel besseres Handy ohne Blauzahn kaufen können, wenn ich das vorher gewusst hätte!)

Bisher hat es immer gut geklappt, die Leute haben Garfield auf dem Handy angerufen oder ich habe was ausgerichtet. Nun hat aber einer das erprobte System so dermaßen unterlaufen...

Irgendwann vorletzte Woche klingelte hier das Telefon. Ich ging ran und sprach kurz mit einem Mann von einer der Niederlassungen. Nennen wir ihn Herrn Lecroix. Er wollte meinen Liebsten erreichen. Ich gab die Handynummer weiter und gut war's. Nach dem Auflegen bemerkte ich die blinkende Lampe des ABs und drückte das Knöpfchen. Aha, Herr Lecroix hatte kurz vorher schon einmal angerufen (Hatte ich gar nicht gehört!) und eine Nachricht hinterlassen. Erst jetzt fiel mir auf, dass der Gute einen französischen Akzent hatte! Der war streckenweise recht stark und das Gesagte schwer zu verstehen. Von nun an nervte uns Herr Lecroix fast täglich, denn er war ein ausgesprochener Pechvogel, was das Erreichen meines Freundes anging. Er rief grundsätzlich an, wenn Garfield gerade im Auto unterwegs war und probierte es nicht etwa kurze Zeit später nochmal. Nein, er rief dann hier an und erwartete was genau? Oder er probierte es gleich auf meinem Handy, denn unser AB nennt diese Nummer als Alternative. Ähm, ja. Ich bin ja eigentlich den ganzen Tag zu Hause, aber Herr Lecroix schaffte es, immer dann anzurufen, wenn ich gerade nicht da war oder nicht telefonieren konnte. Er hinterließ also kryptische Nachrichten, die keiner verstand. Garfield rief Herrn Lecroix zurück - einmal. Das Gespräch verlief so schleppend - sie verstanden sich gegenseitig nicht - dass dabei gleich das gesamte Guthaben aufgebraucht wurde. Von nun an konnte Garfield Herrn Lecroix also nicht mal mehr zurückrufen, denn er kam einfach nicht dazu, das Handy wieder aufzuladen. Ich hatte also noch öfter das Vergnügen... Oder, besser gesagt, der AB.

Der Höhepunkt kam letzten Donnerstag. Herr Lecroix wollte ein Telefon-Interview mit Garfield durchführen. Ja, wir fragten uns beide, was das geben sollte. Soweit wir verstanden hatten, sollte auch noch der Kunde anwesend sein, oder so ähnlich. Wie gesagt, es war schwer, den Mann zu verstehen. Komischerweise kam mir erst im Nachhinein der Gedanke, dass ich ja mit Herrn Lecroix in seiner Sprache hätte reden können. Aber so war's auf jeden Fall lustiger! Bevor es zu besagtem Interview kam, versuchte Herr Lecroix verzweifelt, meinen Liebsten zu erreichen. Es ging um irgendwelche letzten Absprachen, die vorab nötig waren. Das sah dann so aus: Herr Lecroix versuchte es auf Garfields Handy. Der rief natürlich nicht nach zwei Minuten zurück, also wurde hier angerufen. Natürlich immer dann, wenn ich auch gerade nicht anwesend war, also wurde irgendwas à la "Äs iiist würklisch schwör, ihn su erreischen" auf unseren AB gequatscht. Ich hörte die Nachricht irgendwann ab, rief meinen Schatz an, fragte, ob Herr Lecroix ihn erreicht hätte. Nein. Also gab ich wieder, was ich aus der Nachricht verstanden hatte und Garfield schrieb dann als Antwort eine Mail. Die Herr Lecroix nicht zu verstehen schien, also ging das Ganze wieder von vorn los.

Irgendwann hatte man sich endlich auf eine Uhrzeit für Interview und Vorabgespräch geeinigt. Garfield kam früh nach Hause, saß mit dem Telefon in der Hand da... und wartete. Herr Lecroix rief eine Viertelstunde nach der vereinbarten Zeit an. Ok, kann passieren. Es wurde kurz was geklärt - auch wenn sich Garfield der Sinn dieses Gesprächs nie erschloss - und Herr Lecroix wollte dann zum Kunden fahren und sich in fünfzehn Minuten melden. Ich fuhr währenddessen mit dem Zwerg zum Mäcces, um etwas zu essen zu besorgen. So hatte Garfield Ruhe für das Telefonat. Als ich wiederkam, war eine Stunde vergangen. Herr Lecroix hatte sich nicht gemeldet. Garfield war belustigt und sauer und vermeldete, dass er die Nase voll hätte und wir jetzt essen würden. Sollte das Telefon doch noch klingeln, würde er nicht dran gehen. Ich fand das zwar unprofessionell, musste meinem Schatz aber recht geben. Man muss sich ja nicht alles gefallen lassen und wenn man sich verspätet, sagt man wenigstens Bescheid. Der Wartende hat ja vielleicht auch noch anderes zu tun. Jedenfalls hörten wir während des Essens, wie im Wohnzimmer das Telefon klingelte und der AB ran ging. Wir ignorierten das erstmal und aßen in Ruhe zu Ende. Das war übrigens ca. anderthalb Stunden, nachdem Herr Lecroix sich hatte melden wollen. Erst nach dem Essen holten wir gemütlich das Telefon, um uns die Nachricht anzuhören. Die Vorfreude war groß und wir wurden nicht enttäuscht. Sind wir böse... *g* Herr Lecroix entschuldigte sich erstmal, den Rest verstanden wir nicht. Der Mann war in seiner Aufregung nicht fähig, auch nur einen ordentlichen Satz zu formulieren! Man verstand mal ein einzelnes Wort, dann wieder nix. Dazu war die Verbindung echt schlecht. Eigentlich konnte einem der Mann leid tun. Andererseits fragten wir uns ernsthaft, was so jemand in einer führenden Position MIT Kundenkontakt machte.

Als wir uns die Nachricht ein zweites Mal anhören wollten, klingelte das Telefon erneut und dieses Mal war endlich ein Deutscher dran, mit dem Garfield sich dann recht lange unterhielt. Herr Lecroix hatte es ganz offensichtlich einfach nicht gebacken gekriegt, Garfield, sich selbst, seinen Chef und den Kunden zusammen ans Telefon zu bekommen.

Jaja, wir hatten wirklich sehr viel zu lachen, mit diesem Herrn Lecroix.

08.03.2012 um 13:54 Uhr

Was so los ist...

Okay, ich versuch's mal. Bin eigentlich so gar nicht in Schreibstimmung... Eher in Schlaflaune.

Hier ist gerade viel los! Der Krümel ist entweder total anstrengend oder total pflegeleicht. Zwischending gibt es irgendwie nicht. Eigentlich ist er wirklich ein Lieber, der sich auch allein beschäftigt, aber wenn es nicht nach seinem Willen geht... Hui, Wutanfall vom Feinsten. Und ich habe den Eindruck, gerade beginnt auch die "Ich mag nix essen, ich spiele lieber damit!"-Phase. Das nervt, aber da er ein kleiner Moppel ist, muss ich mir wenigstens keine Sorgen ums Gewicht machen.

Dazu kommt meine Jobsuche. Wir haben ja diese tolle Tages*mutter gefunden, die wir auch sehr gern in Anspruch nehmen möchten. Dazu fehlt allerdings noch ein Grund! Letzte Woche habe ich fleißig Bewerbungen verteilt. Hatte vorher im Netz nach Annoncen geguckt und habe dann meine Unterlagen direkt in den Läden abgegeben.

Sidekick:

Unterwegs kam ich an einem Herren*ausstatter vorbei und bemerkte einen Zettel an der Tür. "Aushilfe gesucht". Na, da ich sowieso ein paar Lebens*läufe mit Zeugnissen dabei hatte, nix wie rein. Da guckt mich so eine Verkäuferin mit diesem "Iiih, was ist das denn?"-Blick an, nachdem ich nach dem Zettel gefragt habe. Ja, sie suchen, ABER man müsse SEHR flexibel sein. (Vielsagender Blick auf mein Kind, das ich im Tuch hatte.) Ich erklärte also, dass die Betreuung geregelt und dies kein Problem sei. Ob ich meinen CV da lassen soll? Nein, das wäre nicht nötig, meinte die Dame, ich solle nächste Woche doch mal anrufen. Der Zettel sei ja erst seit heute drin und es würden sich sicher noch einige bewerben... blabla. Im Grunde wollte sie mir also verklickern: DICH würde ich nur als letzte Möglichkeit in Betracht ziehen! Und dabei immer dieser Blick! Gut, das war ein schicker Laden und ich trug Jeans, Trekkingschuhe (Winter! Stadtbummel mit 11-Kilo-Kind auf der Hüfte!), 'nen Parka, der schon bessere Zeiten gesehen hat und, wie bereits erwähnt, meinen Sohn im Tuch. Auf den ersten Blick passte ich vielleicht nicht in den Laden, aber hey, verdiene ich keine Chance? Ich kam mir richtig blöd vor, wie Abschaum. Dabei weiß die Tussi doch gar nicht, was sie verpasst hat! Hätte sie nur einen Blick auf meinen Lebens*lauf geworfen, hätte sie gewusst, dass ich perfekt und sogar überqualifiziert für den Job wäre. Pech gehabt. Nur ich hatte danach fast keine Lust mehr, noch irgendwo eine Bewerbung abzugeben. Zum Glück habe ich's trotzdem gemacht, denn...

Sidekick Ende

... Montag kam ein Anruf von einem, räusper, Textil*diskont. Als ich dort meine Bewerbung abgegeben hatte, dachte ich spontan, ja, hier würde ich gern eine Weile jobben. Die Verkäuferin wirkte einfach so nett. (Ging mir in noch einem Laden so, allerdings habe ich da bisher keine Rückmeldung.) Deshalb war ich natürlich froh über den Anruf, und schockiert, als der Herr mich schon am Dienstag sehen wollte. Da hatten wir Krabbel*treffen mit den Mädels aus dem Kurs, endlich, nachdem es schon über einen Monat verschoben worden war. Ich freute mich wirklich darauf, also fragte ich nach einem Nachmittagstermin. Allerdings, ha, wohin mit dem Kind? Hatte ich erwähnt, dass wir eine tolle Tages*mutter gefunden haben? Hatte ich auch erwähnt, dass wir den Zwerg dort noch nicht eingewöhnt haben, weil ich ja noch nicht weiß, wann bzw. ob wir sie überhaupt brauchen? Blöde Situation, denn Dienstag hätte ich sie gebraucht, aber so kurzfristig? Und ohne Eingewöhnung? Nee. Konnte Garfield eher nach Hause kommen? Zu früh, das schafft er nicht. Ganz schön blöd, wenn keine Familie in der Nähe ist! Immerhin fiel mir doch noch jemand ein: Die eine Freundin die ich hier habe und die wir schon mehrmals besucht haben. Mein Zwerg kennt sie, er kennt das Haus, er kennt ihren Sohn, ihren Mann und sie wohnt in der Nähe des Ladens. Ich rief also sie an, fragte vorsichtig, bekam eine positive Antwort, rief wieder den Personaltyp an und sagte für das Gespräch zu. Was für ein Stress an einem Montag! 

Noch stressiger wurde es allerdings, als ich mich auf der Suche nach passenden Klamotten vor meinen Schrank stellte. "Passend" trifft es sehr gut, denn von meinen guten, meinen "Bewerbungsgesprächs-" Klamotten passt mir quasi nix mehr. EIN Rock geht noch hoch UND zu, also fiel die Entscheidung nicht schwer. (Im Nachhinein betrachtet hätte ich auch in Jeans gehen können, mein feiner Aufzug hat den jungen Mann irgendwie nervös gemacht. Außerdem fühlte ich mich in dem Laden sehr overdressed!)

Immerhin klappte am Dienstag fast alles: Wir waren morgens pünktlich beim Krabbel*treffen, mein Kind benahm sich vorbildlich, wir waren pünktlich wieder zu Hause, mein Kind aß gut, mein Kind schlief NICHT (Arg!), ich schaffte es, mich fein herzurichten und bis zur Ankunft beim potentiellen Arbeitgeber so zu bleiben (Keine Kekskrümel im Haar, kein Babyrotz auf dem Oberteil, keine Laufmasche dank Kinderfingernagel in der Strumpfhose.), wir kamen auch nachmittags pünktlich los und bei meiner Freundin an, mein Kind hatte kein Problem damit bei ihr zu bleiben, ich war überpünktlich im Laden und das Gespräch lief super. Sehr entspannt. Ich war nur etwas nervös, weil ich ja im Hinterkopf hatte, dass mein armer Kleiner bei völlig Fremden war... Ja, meine Freundin war nämlich samt Mann und Kindern bei der Nachbarin zum Geburtstag. Mein armer Zwerg: Alles fremde Leute, fremdes Haus und dann nicht mal 'ne Mama! 

Ich besorgte noch Dankeschön-Blümchen und holte auf der Rückfahrt ein völlig verschüchtertes Kind bei fremden Menschen ab. Der Zwerg hatte die ganze Zeit bei meiner Freundin auf dem Schoß gesessen und gekuschelt. Sie hatte das natürlich genossen, denn ihr Kleiner ist so gar nicht dafür zu haben. NATÜRLICH haben alle wieder festgestellt und bewundert, was für ein liebes Kind ich doch hätte und der Mann meiner Freundin will jetzt tauschen. Ne, nix da. Außerdem kann der auch anders, wenn er NICHT müde ist und die Umgebung kennt.

So, morgen darf ich nun zur Probe arbeiten gehen. Fünf Stunden. Wohin mit dem Kind? Hat Rosa endlich mit der Tages*mutter was ausgemacht? Nein, natürlich nicht. Stattdessen bleibt Garfield zu Hause und macht Papa-Tag. Ich bin gespannt, wie das klappt. Ist lange her, dass er sich länger um seinen Sohn gekümmert hat, denn in den letzten Wochen war er wirklich jeden Tag arbeiten, auch wenn er gar nicht hingehen müsste. Da fällt mir ein: Keinen Monat mehr, und er ist frei! Montag hatte er ein wichtiges Bewerbungs*gespräch, wir brauchen alle Daumen!

Was sonst noch? Wir haben endlich ein neues altes Auto, so dass ich wieder mobil bin. Wurde auch Zeit.

Der kleine Terrorist kann noch nicht reden und nicht laufen. Er kann aber auf alles zeigen und Sachen wie "DA", "BA" oder "Hnga" sagen. Er kann auch prima Regale, Schränke, Schubladen ausräumen - das wieder Einräumen klappt leider nur bedingt. "Mama" ist sein Lieblingswort, allerdings benutzt er es für alles. Er kann bei "Ball", "Schnuller", "Auto", "Buch", "Ente", "Fenster", "Lampe" Wort und Gegenstand verbinden, weiß also, was gemeint ist. Er kennt auch "seinen Schrank" (da sind die ganzen Tupper-Sachen drin, den darf er nach Herzenslust aus- und einräumen) und geht dorthin, wenn man ihm das vorschlägt. Auch winken und klatschen kann mein Kind bereits auf Aufforderung. (Wobei er letzteres bei "Klitschiklatschi" macht - hat ihm der Papa beigebracht.) Er kann ganz prima Dinge in Löcher stecken und Bücher angucken, Auto fahren und Blödsinn machen. Ach ja, und auf Knien laufen. Dabei freut er sich 'nen Ast. Eigentlich ist er ein richtiger kleiner Clown. Und ein Charmeur! Mit seinen blauen Augen und den blonden Locken ist er ein echter Lady-Magnet. Ob im K***land oder CundA, jede ältere Dame im Umkreis von 50 Metern muss unweigerlich mit meinem Sohn schäkern.

Ich fürchte, das war ein sehr langweiliger Eintrag...

Ach, da fällt mir ein: Guckt hier noch jemand die verzweifelten Hausfrauen und hat Lust, ein bisschen wild zu spekulieren? Ich find's dieses Mal ja unheimlich spannend!