Chaos...
Was man von so einem Krümel alles lernen kann: Ich weiß jetzt zum Beispiel, was Sodbrennen ist. Habe ich täglich, den ganzen Tag. Früher habe ich immer die R*enni-Werbung gesehen und mich gefragt, was zum Teufel ist Sodbrennen? Tja, jetzt weiß ich's... Unangenehme Sache.
Was aber viel schlimmer ist: Das Gefühlschaos. Die Unsicherheit. Die Angst. Ich lese so viel, ich höre so viel, ich kenne die Statistiken und so hoffe ich jeden Tag, dass der Krümel bei uns bleibt. Klar weiß ich, dass ich nicht viel machen kann. Ich kann meinem Körper alles geben, was er braucht, damit der Krümel sich wohl fühlt und gut entwickelt. Mehr Obst, mehr Gemüse, überhaupt, gesündere Sachen. Und was ich mit der normalen Nahrung nicht abdecken kann, gibt's in Form von Pillen. Ich bin nämlich ein recht einseitiger Esser und sehr mäklig. Und wenn ich von etwas lese, was ich niemals zu mir nehme, bekomme ich gleich Panik. Im schlauen Buch steht zum Beispiel, dass O*mega3 superwichtig ist. Senkt das Fehlgeburtsrisiko und ist wichtig für die Gehirnentwicklung des Fötus. Deshalb sollen Schwangere zweimal pro Woche Seefisch essen. Leider esse ich keinen Fisch. Ich esse gar nix, was aus dem Wasser kommt, weil ich das einfach eklig finde. Also habe ich mir das Zeug in Kapselform gekauft und muss mir jetzt jeden Tag vier von den Teilen reinquälen. Dummerweise ist auf der Packung ein Fisch abgebildet und das geht gar nicht. Natürlich schmecken die Dinger nach gar nix und sie sind auch nicht riesig groß, aber ich habe jetzt jedes Mal das Gefühl, ich müsste einen ganzen Fisch essen. Das ist so'n Psycho-Ding. Jede Tablette kostet mich unendlich viel Überwindung und danach wird mir schlecht, aber ich bleibe tapfer. Ich weiß ja, wofür ich es tue. Oder, besser: Ich gebe mir selbst das Gefühl, alles zu tun. Alles, was möglich ist. Mehr Einfluss hat man ja leider nicht. Und das ist so ein Sch***-Gefühl!
Man schwankt ständig zwischen Angst und Freude. In einem Moment überlegt man: Ist die Ecke im Schlafzimmer, die ich mir für die Wickelkommode überlegt habe, nicht zu kalt? Wo nur kann man bei uns den Kinderwagen abstellen? Wie nur sollen wir das alles allein schaffen, so ohne Familie in der Nähe?
Und dann schlägt man sich die Hand vor den Mund und denkt: Bloß nicht zu weit vorausplanen, erstmal abwarten, was machst Du nur? Noch fünf Wochen zittern, dann ist die erste kritische Zeit vorbei. Aber wir wissen ja alle, dass auch dann noch eine Menge passieren kann. Selbst wenn das Baby dann mal gesund auf der Welt ist. Mir fällt die Geschichte von einem Mädel ein, deren Kind mit fünf Wochen plötzlich tot im Tragetuch lag. Einfach so. Kann man sich denn irgendwann sicher sein, sich einfach nur freuen? Oder wird man sich von nun an immer Sorgen machen?
Ich bin doch sonst eher optimistisch, glaube immer daran, dass alles gut wird. Warum bin ich jetzt so unsicher und ängstlich? Eigentlich wäre das Garfields Rolle, aber der scheint sich überhaupt keine Gedanken zu machen. Oder er zeigt es einfach nicht. Meine Sorgen nimmt er jedenfalls nicht so richtig ernst, wenn ich sie anspreche.
Ich will meinen Optimismus wiederhaben! Ich will mich endlich so richtig freuen dürfen!

Weiterhin: Toi, Toi, Toi und alles Gute! :o)))