Eine Woche
Mit Baby wird das Leben ganz schön aufregend. Ständig irgendwas Neues, immer wieder Premieren. Allein in der letzten Woche:
Freitag (4. Februar oder so)
Nachdem wir bis dato immer nur kurze Ausflüge in den Supermarkt oder auf irgendwelche Ämter gemacht hatten, ging es an dem Tag zum ersten Mal so richtig in die Stadt. Die Tragehilfe war endlich geliefert worden, die konnten wir abholen. Und bei der Gelegenheit wollte ich mir auch gleich zeigen lassen, wie man das Tuch bindet. Schließlich wollten wir endlich mal raus gehen!
Wir fuhren also in die Stadt und ich bekam meine "Einführung in die Tuchwissenschaften". Ich übte mit einer Stoffpuppe, was die Sache nicht einfacher machte, da sie einem Baby ungefähr so ähnlich war wie Sch*** Schokolade. Und ich stellte mich an wie... naja, nicht unbedingt wie der erste Mensch, aber nah dran. Ich bekam es einmal Schritt für Schritt gezeigt, dann sollte ich allein binden. Danach hatte ich keine Lust mehr, außerdem hatten wir noch einen Termin. Garfield hatte ja zugeguckt und würde mir zu Hause beim Üben helfen können. Seine Tragehilfe, in die wir den Krümel für den Rückweg zum Auto gleich mal setzten, war sehr viel unkomplizierter zu bedienen. Jedenfalls ahnte ich Übles für unsere ersten Trageversuche zu Hause...
Wir hatten noch etwas Zeit bis zu Garfields Termin, also kam die nächste Premiere: Stillen im Auto. Klappte gut, wir sind also auch für längere Ausflüge gerüstet. Ich fuhr Garfield dann zu seinem Termin um selbst währenddessen den Einkauf zu erledigen. Das erste Mal mit Krümel. Allein im Supermarkt. Allein im Auto. Allein die Babyschale ein- und ausbauen - das hatte ich, um ehrlich zu sein, vorher noch nicht ein einziges Mal gemacht. Es war mir immer abgenommen worden. Jedenfalls ging alles gut, aber stressig war's irgendwie schon. Mit diesem blöden Babysitz hat man keinen Platz mehr für die Einkäufe im Einkaufswagen! Wenigstens spielte der Krümel mit und schlief die ganze Zeit. Nur als ich ihn wieder ins Auto stellte, anschnallte und dann den Wagen wegbrachte, schrie er wie am Spieß. Warum auch immer. Kaum lief das Auto, war wieder Ruhe. Übrigens war das auch mein erstes Mal hinter dem Steuer seit der Entbindung. Und ich finde es doch etwas ablenkend, so mit Baby nebendran. Daran muss ich mich erst gewöhnen.
Samstag
Bombenwetter! Ich plante den ersten Spaziergang mit Tuch und war mächtig nervös. Ich instruierte Garfield, dass er unbedingt warten müsse, bis ich das Tuch gebunden hatte, denn ich würde seine Hilfe bestimmt brauchen. Erst dann konnte er zu seiner kleinen Ausfahrt aufbrechen. Ich nahm mir also das Tuch und machte alles so, wie ich es gelernt hatte. Keine zehn Minuten später war alles fertig: Der Krümel saß bombenfest und in der richtigen Position. Mit Kind war das alles viel einfacher gewesen als mit der Puppe und offensichtlich war ich doch nicht so doof. Und natürlich hatte mein kleiner Schatz prima mitgemacht. Hilfe vom Papa hatten wir nicht mal benötigt. Ich war richtig stolz auf mich!
Krümel und ich machten also einen ausgedehnten Spaziergang durch die Pampa - den allerersten. Und was soll ich sagen? Nicht nur gefällt dem Kleinen das Tragen ausgesprochen gut, die Entscheidung gegen einen Kinderwagen und für ein Tuch war auch absolut richtig. Der Zustand der Wege bestätigte mir das an diesem Tag. Ich marschierte also fröhlich vor mich hin, genoss das schöne Wetter, und der Kleine schlief. Dabei gab er hin und wieder einen kleinen Seufzer von sich und meckerte, wenn ich stehen blieb. Alles perfekt!
Montag
Mein Kleiner hat seinen Nabelschnurrest verloren! Natürlich hatte ich sehnsüchtig darauf gewartet, weil mich das Ding so beim Wickeln störte, aber andererseits... Als die Hebamme den letzten Rest abknubbelte (klebte nur noch etwas dran), war mir schon komisch. Wahrscheinlich fängt der Kleine im nächsten Moment an zu laufen und dann zieht er schon bald aus! So fühlte sich das an: Wieder ein Stück mehr abgenabelt. Und zwar im wortwörtlichen Sinne. Hach, mein Schatz wird groß...
Donnerstag
Die Hebamme meinte, der Krümel wäre groß geworden. Nein, bitte nicht! Der soll doch immer so klein und verschmust bleiben! Ich glaube, wenn er nicht mehr in die 50 passt, heule ich...
Freitag
Ich war zum ersten Mal allein einkaufen. Ganz allein. Der Krümel blieb beim Papa zu Hause. Wenn man mal von Ausflügen ins Bad oder ins Bett absieht, war das unsere erste Trennung. Ich fühlte mich komisch, so, als fehlte etwas, andererseits aber auch irgendwie frei. Es fällt mir nicht schwer, den Kleinen mal beim Papa oder bei der Oma oder sonstwem zu lassen, aber ohne ihn das Haus zu verlassen ist doch was anderes. Übrigens wäre an dem Tag der eigentliche Entbindungstermin gewesen. Kaum zu glauben, dass der Krümel am Tag vorher schon drei Wochen alt geworden ist!
Samstag
Ich habe den Kleinen zum ersten Mal zu Hause ins Tuch gepackt, damit ich die Hände frei habe für Hausarbeit oder den Computer. So muss er nicht irgendwo rumliegen, sondern kann direkt an meinem Körper schlafen. Das macht er jetzt auch schon über eine Stunde, während ich seinen Schlafsack gewaschen, die Sauger ausgekocht, abgetrocknet und meine Mails gecheckt habe. Nicht zu vergessen: Das Bloggen. Klappt auch prima, so, wie ich mir das vorher gedacht hatte. Ich sollte das Tuch auch zu Hause öfter benutzen, denn sonst werden wir nie von den angeblich so positiven Auswirkungen des Tragens profitieren. Tragekinder sollen ausgeglichener und ruhiger sein. Tagsüber ist das der Krümel schon, aber nachts könnte er durchaus ruhiger werden und besser schlafen.
Ach ja, und heute Abend werden wir den kleinen Mann zum ersten Mal allein baden. Beim letzten Mal haben wir der Oma den Vortritt gelassen. Einmal, weil ich noch etwas unsicher war, aber auch, weil ich wusste, wie viel das meiner Mama bedeuten würde. Sie schwärmt immer noch davon... Heute jedenfalls trauen wir uns ran, denn der kleine Spucker hat es dringend mal wieder nötig.
Na Klasse, jetzt schläft er so schön. Dabei sagen mir penetrante Geruchswolken aus Richtung seines Hintern, dass er 'ne neue Windel bräuchte. Und Hunger hat er bestimmt auch bald wieder. Aber ich will ihn so ungern aus dem Tuch nehmen, denn er sitzt doch gerade so gut...

Ich wünsche euch viele schöne Momente und Aufnahmen.
LG
Drei Wochen schon? Unglaublich wie die Zeit vergeht!