Mission Prinz

15.07.2010 um 08:36 Uhr

Klappe, die 2.

So, jetzt aber endlich mal ein Bericht vom zweiten Bewerbungsgespräch. Man kommt hier ja zu nix, mit 'nem kranken Mann.

Sonntag sahen wir einen Bericht zum Thema "Hitze und Auto fahren". Angeblich steigt der Puls im heißen Auto extrem an. Da es Montag wieder richtig heiß werden sollte, meinte ich zu Garfield, er könne mich doch mit seinem schönen, neuen, KLIMATISIERTEN Auto zu meinem Termin fahren. Er stimmte sofort zu, vorausgesetzt er würde Montag erneut krank geschrieben. Wurde er - was keine Überraschung war, denn er hatte immer noch Schmerzen - also hatte ich einen Chauffeur und würde mit kühlem Kopf im Möbelhaus ankommen.

Wir fuhren sehr pünktlich los. Zur Erinnerung: Beim letzten Mal hatte ich ganz genau eine Stunde gebraucht. Dieses Mal fuhren wir 90 Minuten vor dem Termin los. Wir waren schon aus der Tür raus, als mir einfiel, dass der Zettel, auf dem ich die Strecke und Telefonnummer meiner Ansprechpartnerin notiert hatte, im anderen Auto lag. Also noch schnell zurück, Autoschlüssel geholt, Zettel eingesteckt. Für alle Fälle, dachte ich. Man kann ja nie wissen, nachher ist was und man muss da anrufen und Bescheid sagen, dass man später kommt.

Bis zur Autobahn lief alles super, wir lagen gut in der Zeit. Die paar Kilometer auf der Autobahn standen wir dann natürlich komplett im Stau. Zeitlich sah's trotzdem noch gut aus. Fünfundzwanzig Minuten vor dem Termin waren wir fast da, nur noch die Ausfahrt und ein kleines Stück auf der Bundesstraße... Ha. Ausfahrt gesperrt. Sehr nett, dass sowas vorher NICHT angekündigt wird. Stattdessen kommt der nette Hinweis: Bitte nehmen Sie die nächste Ausfahrt. Ich war wirklich heilfroh, dass ich nicht allein war, denn ich hätte garantiert Panik bekommen. Ich kenne mich dort ja überhaupt nicht aus und kannte wirklich nur die Strecke, die ich beim letzten Mal gefahren war.

Die nächste Ausfahrt kam recht schnell, wir fuhren ab und folgten der Umleitung. Die allerdings irritierte uns sehr. Zu allem Übel entdeckte ich in der Ferne unser Ziel. Es lag überhaupt nicht in der Richtung, in die die Umleitung führte.  *kopfkratz* Wir beschlossen, es auf eigene Faust zu versuchen und bogen in eine Art Gewerbegebiet ab. Auf der anderen Seite einer Wiese konnte ich ganz deutlich den I*k*e*a sehen. Leider führte kein Weg dahin, wir fuhren lediglich ein paarmal im Kreis. Ich wurde panisch, dann ruhig und war froh über meine Voraussicht. So konnte ich wenigstens anrufen und Bescheid sagen. Inzwischen war es nämlich fünf Minuten vor halb, also fünf Minuten vor Termin. Netterweise war die Dame am Telefon sehr verständnisvoll. (Ich erfuhr später, dass sie am Morgen ebenfalls von der gesperrten Ausfahrt überrascht worden war. Und sie war sehr viel später bei der Arbeit erschienen!)

Wir beschlossen, uns doch an die ausgeschilderte Umleitung zu halten und waren nach nicht einmal zehn Minuten am Ziel... Nunja, aus Fehlern wird man klug. Hätten wir's gleich so gemacht, wäre ich absolut pünktlich gewesen. So kam ich knapp zehn Minuten zu spät, die Damen sahen das aber locker.

Die Damen... Die eine kannte ich schon vom ersten Gespräch, die andere war nun die "große Chefin". Auch sie wirkte sehr sympathisch und sehr entspannt. Hätte ich vorher gewußt, wie die drauf ist, hätte ich weniger Makeup aufgelegt und meine Haare nicht so streng hochgesteckt. Aber das kann man ja vorher nie wissen. Hoffentlich hielt die mich nicht für 'ne aufgetakelte Tussi.

Wir unterhielten uns ungefähr eine Stunde sehr nett. Es gab wieder "fiese" Fragen, bei denen ich zum Teil bestimmt die falschen Antworten gegeben habe. Ich war aber ganz natürlich, habe viel gelacht und gelächelt, Interesse gezeigt. Vielleicht hat das ja gereicht. Nach dem zweiten Gespräch war mir endgültig klar, dass ich da gern arbeiten möchte. Und zwar nicht nur, weil es meine vorerst letzte Chance auf einen richtigen Job ist, sondern weil die alle so unglaublich nett wirken.

Sie melden sich morgen, also Freitag. Bis dahin heißt es also, zittern und hoffen. Zum Glück werde ich abgelenkt sein, denn heute nachmittag geht es nach Hause! Ich war seit Anfang April nicht mehr bei meiner Familie und freue mich wahnsinnig darauf. Einziger Wehrmutstropfen: Kein Hund mehr da. Ich glaube, das wird nochmal richtig heftig heute abend. Vorstellen kann ich's mir sowieso noch nicht. Zuhause ohne Hund? Nicht möglich!

Jetzt heißt es aber erstmal Daumen drücken, dass heute auch alles so klappt, wie geplant. Garfield hat für morgen und Montag Urlaub beantragt, damit sich der Besuch auch lohnt. Leider war er ja nun seit letzter Woche Donnerstag nicht mehr im Büro, weiß also nicht, ob ihm da nicht doch noch jemand ans Bein gepinkelt hat. Zwar hat sein Chef am Telefon nix gesagt, aber solche Infos kommen wohl immer per Mail. Ich zittere also noch, ob wir wirklich heute fahren können. Im Moment ist Garfield noch beim Arzt, danach geht's ins Büro. Es sei denn natürlich, er wird wieder krank geschrieben. Er meinte nämlich, jetzt finge das andere Ohr genauso an... Mal gucken. Ich habe jedenfalls noch 'ne Menge zu tun. Fotopräsentation für meine Mama, Sachen packen, Beautyprogramm, Bettdecken waschen.

Ich verabschiede mich also schonmal ganz hoffnungsfroh in den Kurzurlaub. Bitte, bitte Garfield, hab' Urlaub! (Daumen drücken!) Und Samstag eröffnen wir dann der Familie, dass es Zuwachs gibt. Man, bin ich aufgeregt!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenchouchou schreibt am 15.07.2010 um 18:38 Uhr:Ich drück dir ganz feste die Daumen....für den Job, für Garfields Urlaub. *drück*
    Und viel Spaß bei deiner Familie.
  2. zitierenAnna_Kurz schreibt am 19.07.2010 um 12:32 Uhr:Und, und?!?!? Was ist raus gekommen? Hast Du den Job? Wie hälst Du das mit neuem Job und Schwangerschaft?(das habe ich mich nämlich nicht getraut, einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben und kurz darauf zu verkündugen: "Juhu, ich bin schwanger."), was hat die Verwandschaft gesagt?
  3. zitierenRosa26Maus schreibt am 20.07.2010 um 12:48 Uhr:@ Anna: So richtig wohl wäre mir auch nicht dabei gewesen, aber ich dachte, bis zum dritten Monat kann man die Schiene auf jeden Fall noch fahren. Bis dahin kann ja noch so viel schief gehen und manche weiß es ja wirklich noch nicht. Blöd ist es natürlich trotzdem, keine Frage.

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