Mission Ring - Episode 1
Vergangenes Wochenende sollten unsere fahrbaren Untersätze Winterschuhe verpasst bekommen, deshalb gondelten wir freitags rüber ins Ländle. Getrennt, mit zwei Autos. Klar. In "meiner" Karre befanden sich neben mir noch die vier Winterreifen für Garfields Schätzchen, die ich gemächlich über die Autobahnen der Republik kutschierte. Meine neuen Ganzjahresreifen waren bestellt und sollten direkt zum Autobastler unseres Vertrauens - Garfields Bruder - geschickt werden.
Erste tolle Nachricht bei der Ankunft am Freitag: Meine Reifen sind noch nicht da. Werden auch erst am 21.10. (!!!) verschickt. Na klasse, zweimal 250 km umsonst. Und das, wo ich momentan eh' schon soviel Sprit verfahre. Im Klartext heißt das: Kommendes Wochenende müssen wir da nochmal hin. Oder auch erst nächstes, wenn die Reifen bis Freitag mittag nicht da sind. Aber immerhin sollte Garfields Auto seine neuen Schuhe bekommen, jedoch erst nachdem... Genau, der Ring.
Hatte ich es mal erwähnt? Garfield und sein Bruder sind autoverrückt. Garfield ist der Theoretiker und Rennsportbegeisterte, der Bruder ist eher der Bastler und Planer. Schnell fährt der aber auch gern. Irgendwann im Sommer kaufte sich Garfieldbruder eine Autozeitschrift, in der er einen Gutschein für eine kostenlose Runde auf der N*rdschleife fand. (Für alle, die so unwissend sind wie ich: Das ist auf dem N*rburgring. In der Eifel.) Kostet übrigens 22 Euronen, so'ne Runde mit dem eigenen KFZ. Die spinnen, die Eifelianer! Jedenfalls war Garfieldbruder begeistert und kaufte für seinen großen Bruder nochmal so'ne Zeitschrift, damit sie zusammen fahren können. Dann gab's noch eine Runde von jemandem geschenkt. Machte drei Gratisrunden. Dumm: Gültig nur bis Ende 2010. Und die Saison für diese Runden neigt sich doch sehr dem Ende. Kurz vor der Angst entschieden sich die Jungs also, "es" an diesem Wochenende (also dem letzten) endlich zu machen. Vor allem, bevor die Winterreifen drauf sind, auf den Bolliden.
Die ganze Aktion wurde für Sonntag geplant, weil die Öffnungszeiten da wesentlich humaner waren. Wir checkten vorher das Wetter: Samstag abend, Sonntag früh vor der Abfahrt. Sah gut aus. Vielleicht etwas Regen, aber auf keinen Fall Nebel. Der wäre fatal, denn dann darf keiner fahren. Immerhin hatten wir eine Strecke von 300 km vor uns, die wollten wir nicht wirklich umsonst fahren. Mit ZWEI Autos, wohlgemerkt! Sonntag morgen beim Frühstück dann folgendes Gespräch:
Garfield: "*Bruder*, guckst Du nochmal nach der Strecke? Und Wetter? Ob's auch wirklich keinen Nebel gibt?"
Bruder: "Klar. Mach' ich gleich noch."
Rosa: "Wann machen die denn auf?"
Garfield: "8."
(Es war halb neun.)
Rosa: "Dann ruft doch dort mal an und fragt, wie's wettertechnisch aussieht."
Garfield und Bruder: "Unnötig. Steht doch im Internet."
Rosa: "Schreiben die das da ganz aktuell rein?" (Zweifelnd!)
Garfield und Bruder: "Logo!"
Das Wetter passte laut Internet immer noch, also machten wir uns auf den Weg. 300 km durch die halbe Republik, vom östlichsten Zipfel des Ländle bis in die Eifel. Man hat ja sonst nix zu tun. Im Auto versicherte ich mich nochmal bei meinem Liebsten, dass ich auch ohne Bedenken ganz wirklich mitfahren dürfte. Also, die Runde. Mich interessierte das nämlich schon sehr, bin ja auch begeisterte Anhängerin von Achterbahnen und Co. aller Art. Garfield versicherte also, dass er es eh' nicht so krachen lassen würde, schließlich ist ihm sein Auto lieb und teuer, also keine Gefahr für's Krümelchen bestand.
Nach gefühlten tausend Kilometern erreichten wir das schöne Rheinland-Pfalz. Liebe, liebe Rheinland-Pfälzer, was macht Ihr nur mit Eurem Geld? Eure Autobahnen sind ja ein Alptraum! Ihr solltet nicht alles in überteuerte "Vergnügungsparks" stecken, wirklich nicht. (Dazu später mehr... )
Auf der Autobahn herrschte bestes Fahrwetter. Bewölkt, kein Regen. Wir verließen die Autobahn und... verschwanden im Nebel. Dichteste Suppe, vom Feinsten. Mit jedem Kilometer, den wir uns dem Ring näherten, schwand die Hoffnung etwas mehr. Bei dem Nebel ließen die garantiert niemanden fahren! Und tatsächlich... Zwar standen da 'ne Menge Autos rum und Leute warteten, aber fahren durfte erstmal niemand. Die Enttäuschung bei den Jungs war natürlich groß, aber sie holten trotzdem erstmal ihre Freikarten ab. Zumindest ich hoffte noch, dass der Nebel sich verziehen würde. Immerhin war es gerade mal früher Nachmittag.
Wir suchten uns eine Lokalität für's Mittagessen. Die Stimmung war natürlich mies und immer wieder der bange Blick nach draußen. Der Nebel wurde stärker. Nach dem Essen die Frage: Was machen? Wir hofften immer noch ein bisschen und beschlossen, uns das "R*ngwerk" anzusehen.
Liebe Leser, hier ein Herzenswunsch: Solltet Ihr jemals in Eurem Leben zum N*rburgring kommen und gerade zwanzig Euronen übrig haben, bitte, bitte geht davon einen überteuerten Kaffee trinken oder kauft ein sinnloses Souvenir. Geht damit nur ins "R*ngwerk", wenn Ihr den Zwanni gerade auf der Straße gefunden habt oder Euch Geld nix bedeutet. Aber wirklich nur dann! Das Ding lohnt nämlich Ü-B-E-R-H-A-U-P-T nicht! Ich wage mal eine Beschreibung: Eine große Halle mit einigen Autos bzw. Modellen, ein paar Simulatoren, viiiel Werbung, Modellen von Motoren, Schaufensterpuppen, die aussehen wie Schumi & Co. Hab' ich was vergessen? Ach ja, die ATTRAKTIONEN! Eine Bussimulation (gähn...), eine fragwürdige Fahrt in einem Wägelchen wobei man mit einer Pistole auf Lichtpunkte schießen muss (WTF?) sowie ein 4-D-Kino. Das vierte D steht übrigens für ein paar Spritzer Wasser, die man an der passenden Stelle ins Gesicht bekommt. Die 3-D-Brille hielten wir alle drei für nutzlos, machte keinen Unterschied, ob man mit oder ohne auf die Leinwand guckte. Doppelt sah man so oder so. Echt schlechte Qualität, der Film. Jedenfalls war dieses "Werk" der absolute Oberreinfall, vor allem zu dem Preis. Knapp 20 Euronen pro Nase. Wenn ich überlege, dass man für ein paar Euro mehr in einen richtigen Vergnügungspark kommt... Nee, Leute, spart Euch das bitte! (Soviel zum Thema Rheinland-Pfalz und Geld ausgeben... Hättet Ihr mal lieber in die Autobahnen investiert!)
Danach waren wir noch in den diversen Geschäften und sahen unter anderem Ferrari-Strampler für knapp 100 Euro. Wer's braucht... Dazwischen immer wieder der Blick nach draußen. Nebel... immer noch da. Sehr da. Und langsam kam auch bei mir die Einsicht: Das wird heute nix mehr. Als wir das Auto von Garfields Bruder an der Strecke abholten, war sogar schon geschlossen und keiner mehr da. Die hatten an dem Tag nicht ein einziges Mal offen. Drei Freikarten verballert (Denn nochmal wollen und können wir dieses Jahr nicht dahin!), 600 km für nix gefahren. Was für ein besch*** Sonntag! (Und ich bin nur ein ganz kleines bisschen darauf herumgeritten, dass ich morgens einen Anruf empfohlen hatte. Ja, man hätte sich das Ganze sparen können... Aber auf mich hört ja keiner. Ich Frau, ich nix verstehen von Autos.) Nächstes Jahr starten wir einen neuen Versuch. Im Sommer. Dann darf Krümelchen bei der Oma bleiben, während es Mutti und Vati krachen lassen ;-)
Aber die Eifel ist wirklich schön!

Bei Deinem autobegeisterten Menne und seinem Bruder, zeige ich natürlich großen Langmut: Auffem Ring rumballern, is Kult. Punkt. :o)
Aber trotzdem schade, um die verfahrenen Kilometer.