Mission Prinz

24.06.2010 um 10:01 Uhr

Neuzugang

Der Termin gestern verlief wie gewünscht und gehofft, also kann ich nun stolz einen neuen Mitspieler präsentieren: 

Voilà, der Krümel

 

Ja, Rosa Maus hat seit 6 Wochen und 6 Tagen eine Mini-Maus an Bord. (Es ist das verschwommene Etwas oben in dem größeren dunklen Bereich. Schärfer ging's leider nicht, weil ich abfotografieren musste. War zu faul, jetzt extra den Scanner aufzubauen.)

Aber fangen wir im Urschleim an:

Garfield und ich waren uns von Anfang an einig, dass wir 1. Kinder wollen und 2. dies gern bevor wir 30 sind. Als wir zusammenzogen, war uns beiden bewusst, dass das mit der magischen 30er-Grenze knapp werden könnte, vor allem wenn man die Auslieferungszeit einrechnet. Wir schlossen also einen Deal: Wenn ich in einem halben Jahr keinen Job habe (Plan A = Arbeit), konzentrieren wir uns auf Plan B (= Baby). Man kann schließlich nicht ewig warten. Als Stichtag legten wir meinen Geburtstag fest, weil sich das zeitlich anbot.

Ich suchte also ein halbes Jahr lang intensiv Arbeit, fand aber nix. Als mein Geburtstag näher rückte, bekam ich Muffensausen. Was, wenn es die falsche Entscheidung ist? Was, wenn ich mir damit meine (momentan noch nicht vorhandene) Karriere endgültig kaputt mache? Nach zwei Jahren Pause wird es nicht leichter sein, etwas zu finden. Was, wenn unsere Beziehung das nicht verkraftet? Was, wenn wir noch gar nicht bereit sind?

Garfield dagegen blieb entspannt. Er versicherte, dass er absolut bereit wäre UND sehr genau wüsste, auf was er sich da einließe. Letztendlich überließ er also mir die Entscheidung, wann wir loslegen. Ich fand die perfekte Lösung: Erstmal müssen die physischen Voraussetzungen stimmen. Im Klartext heißt das: Impfstatus überprüfen. Ich suchte mir also eine Hausärztin, ließ mir Blut abzapfen und eine Impfung verpassen. Das dauerte, und so war der April als "Bastelstart" schonmal aus dem Rennen. Allerdings erfuhr ich von der Ärztin, dass ich, sollte sie mich noch einmal gegen Röteln impfen müssen, drei Monate lang nicht schwanger werden dürfe. Eigentlich perfekt, denn so hätte ich mehr Zeit gewonnen. Trotzdem war ich wahnsinnig erleichtert, als mein Rötelnschutz ausreichte und die Ärztin grünes Licht gab. Mir wurde klar, wie enttäuscht ich gewesen wäre, hätten wir noch drei Monate warten müssen. Ich hatte mich inzwischen so intensiv mit dem Thema beschäftigt, dass mein Kinderwunsch immer stärker geworden war. Ich stimmte also zu, es ab Mai einfach mal drauf ankommen zu lassen. Die Bemühungen zur Arbeitssuche konnten ja trotzdem weitergehen. Wir rechneten fest damit, dass wir ein paar Monate würden üben müssen. Und Sex nach Plan kam sowieso nicht in Frage.

Im Mai machte uns das Schicksal erstmal einen fetten Strich durch die Rechnung. Kurz bevor mein Körper ein Ei hätte springen lassen sollen, starb mein Hund. Mein Körper scheint sehr sensibel auf psychische Belastungen zu reagieren, also stellte er erstmal alles ein, was in Richtung Nachwuchs geht. Garfield schrieb den Zyklus daraufhin schon ab und freute sich auf ganz viel üben. Ich dagegen vertraute meinem Körper und glaubte daran, dass sich eben alles nur etwas verschieben, aber trotzdem funktionieren würde. Das tat es auch. Obwohl unsere Überei im richtigen Zeitrahmen stattfand, glaubte Garfield weiterhin ganz fest, dass es nicht geklappt hatte. Klar, der wollte noch ein paar Monate Spaß haben ;-) 

Eine Ahnung, dass da doch was passiert sein könnte, hatte ich schon ungefähr eine Woche nach dem Eisprung. Irgendwie fühlte sich mein Körper anders an. Zuerst kamen die Möpse, die mehr schmerzten, als sonst. Dann kamen hin und wieder Kreislaufprobleme dazu. Ich teilte Garfield meine Vermutung mit, er winkte ab. Erst als auch Übelkeit dazukam und vor allem kein neuer Zyklus in Sicht war, begann auch Garfield zu hoffen. Wir hatten also etwa zwei Wochen lang die ganz starke Vermutung, ließen uns mit dem Test aber trotzdem Zeit. Wir sind eben Schisser. Am 11. Juni war es dann doch soweit. Der Test war sowas von positiv, positiver geht gar nicht. Von wegen, drei Minuten! Der zweite Strich war schon nach zwei Sekunden zu sehen! Wir zogen noch am selben Tag los und kauften ein Buch. Ich fühle mich generell sicherer, wenn ich ein schlaues Buch in der Hand habe und Dinge nachlesen kann. Ich persönlich hätte ja einen ganz normalen Ratgeber genommen, aber Garfield entschied sich für dieses kitschige Exemplar. Ja, da zeigt sich doch, wer bei uns der Romantiker ist... 

Wir blieben weiterhin entspannt und warteten mit dem Arztbesuch nochmal fast zwei Wochen. Kein Grund zur Eile, am Anfang ist da ja eh' nicht viel zu sehen. Ich verzichtete also auf Alkohol, versuchte eine gesündere Ernährung und hoffte das Beste. Ich musste mir ja auch erst eine neue Ärztin suchen. Das gestaltete sich einfacher als gedacht, ich fand im nächsten größeren Ort eine (zumindest im Internet) sympathisch wirkende Praxis. Garfield überraschte mich erneut, als ich ihn, mehr nebenbei, fragte, ob er zum ersten Arzttermin mitkommen wolle. Er wollte!

Gestern nun war es soweit. Und was soll ich sagen? Ich hatte mir etwas mehr erhofft. Klar, es ist sehr erleichternd, zu wissen, dass erstmal alles in Ordnung ist. Es ist auch gut, die ärztliche Bestätigung zu haben und damit eine Ansprechpartnerin. (Die Ärztin war übrigens sehr nett, ich denke, mit der komme ich klar.) Und das lange Warten wurde auch belohnt: Wir sahen im Ultraschall schon ein bumperndes Herzchen. Trotzdem... Irgendwie hatte ich erwartet, dass mir zumindest der Ultraschall etwas gibt, dass es dann realer wird. War aber nicht. Ich kann mir immer noch schwer vorstellen, dass da ein Alien in mir wächst. Irgendwie habe ich da auch nicht viel erkannt. Die Ärztin hat ganz enthusiastisch versucht, uns irgendwelche Arm- und Beinansätze zu zeigen, aber ich habe nur verzerrte Flecken gesehen. Garfield behauptet, er hätte da voll viel erkannt. Ich glaube, der hat das Ganze schon etwas mehr realisiert. Und das, obwohl er meinte, er würde den Krümel bis zur 12. Woche erstmal ignorieren. Immerhin ist das Risiko einer Fehlgeburt bis dahin noch ziemlich hoch. Vielleicht gehe ich ja deshalb noch etwas auf Abstand. Purer Selbstschutz.

Das heißt jetzt aber nicht, dass ich völlig emotionslos bin. Ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich über die Umgestaltung des Schlafzimmers nachgedacht habe. Ich weiß schon genau, wie da was gemacht wird. Und vor allem habe ich schon einen Plan, wie ich es der Familie sage. Meine Mama hat in knapp einem Monate großen Geburtstag, dann werden wir sie damit überraschen. Das wird der Wahnsinn, schließlich wünscht sie sich seit Jahren ein Enkelkind. Da können wir uns jedes weitere Geschenk sparen... Insofern perfektes Timing. Dumm nur, dass ich bis dahin nix sagen darf. Und gerade in letzter Zeit ruft meine Mama ständig an. Ich muss mir dann immer auf die Zunge beißen und sagen: Nein, die Überraschung hebst Du Dir auf!

Vielleicht ist das auch so'n Problem: Keiner außer uns weiß es. Ich würde es gern meiner besten Freundin erzählen, aber das will ich nicht am Telefon machen, also muss es warten, bis wir uns mal wieder sehen. Wenn ich Pech habe, ist das erst im August. So weit weg von allen und allem zu sein, ist aber auch blöd...

Nun gut, jetzt wissen es immerhin die Blogianer, und das ist auch schonmal was. Dann kann ich hier ja auch gleich noch etwas jammern. Stand nicht mal bei irgendwem, das schwanger sein ganz toll ist? Nun ja, vielleicht, wenn man nicht fast alle Symptome hat, die es gibt:

Ganz schlimm sind die Möpse. Die schmerzen seit Wochen und sind auch schon ordentlich gewachsen. (Muss ich dazusagen, dass sich zumindest einer hier SEHR darüber freut?) Meine Haut sieht aus wie in der Pubertät: Pickel auf der Stirn! Die Verdauung streikt etwas, deshalb gibt's neuerdings morgens Müsli. Pfui! Im Gegenzug ist mein Bauch spätestens abends so aufgebläht, dass ich aussehe, wie mindestens im sechsten Monat. Überhaupt habe ich schon eine ganz schöne Wampe bekommen. Dann natürlich der Kreislauf: Dienstag Abend bin ich nach dem Duschen fast zusammengeklappt. Nur weil ich 'ne halbe Stunde in der feuchten, warmen Luft rumstand. Länger stehen geht überhaupt nicht, da wird mir dann immer schwummerig. Das kriegen wir hoffentlich mit mehr Sport in den Griff. Und das Beste: Die Übelkeit. Mir wird schlecht, wenn ich nichts esse, aber auch, nachdem ich gegessen habe. Wenn ich zuviel esse, wird mir ebenfalls sofort schlecht. Und das passiert momentan nach Spatzenportionen. Abends wird mir schlecht, sobald ich im Bett liege. Ich glaube, dass das mit der Übelkeit langsam besser wird, aber ich habe gelesen, dass das oft nur ein Zwischenhoch ist. Danach geht's dann erst richtig los, so mit übergeben. DAS hatte ich bisher nicht. (Drei Kreuze!) Und die Müdigkeit! Ich könnte den ganzen Tag schlafen und wäre immernoch müde. Überhaupt fühle ich mich sehr schlapp. So, als hätte mir jemand die Batterien rausgenommen. Und ich habe auch eine Ahnung, wer das war...

Ach so, falls das so nicht rüberkommt: Ich freue mich natürlich!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAngeldust schreibt am 24.06.2010 um 11:19 Uhr:ich wünsche dir alles gute für die nächste zeit und gaaaanz viel party im bauch :)
  2. zitierenPelegrina schreibt am 24.06.2010 um 15:05 Uhr:Na, DAS nenne ich mal Neuigkeiten! :o) Alles Gute euch beiden. Und eine ruhige Schwangerschaft! Glückwünsche, ich freue mich für Euch. :o)))
  3. zitierenRosa26Maus schreibt am 25.06.2010 um 09:35 Uhr:Danke Angel und Pele! Party im Bauch??? Ich weiß nicht, ob das sein muss... ;-) Und was das "ruhig" angeht: Muss nicht sein. Ein bisschen Action wäre gar nicht schlecht. (Zum Beispiel in Form eines Jobs, den ich jetzt schnell noch finde. *daumendrück*)
  4. zitierenAngeldust schreibt am 25.06.2010 um 13:02 Uhr:ich hatte immer party im bauch wenn ich rock musik gehört habe... da dachte ich immer der kurze springt gleich raus :)
  5. zitierenNasoetwas schreibt am 25.06.2010 um 14:49 Uhr:so etwas lese ich immer gerne. Ich wünsche euch beiden alles Gute und bin schon sehr gespannt!
  6. zitierentrinidad schreibt am 28.06.2010 um 09:46 Uhr:ui. wir werden schon wieder tanten! glückwunsch!

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