Ohpeh
Heute wird die Pille 50! Da gratulieren wir doch. (Wie passend: Am Kindertag... )
Themawechsel: Mein kleiner Spatz hatte Montag seine OP und hat die gut überstanden. Jetzt hat er 'nen echten Designerbauchnabel, den ich aber leider noch nicht gesehen habe. Da ist noch ein Pflaster drauf und ein Watteknubbel mit Schmerzmittel und Desinfektion drin. Freitag kommt das ab und dann schauen wir uns mal an, wie gut die Chefärztin gearbeitet hat. Ja, MEIN Schatz wurde von Cheffe operiert!
Aber von vorn: Wie verabredet riefen wir Sonntag nachmittag in der Klinik an, um uns nach der Uhrzeit für die OP zu erkundigen. 7h45 sollten wir auf der Station sein, hieß es. Passte uns prima, denn das war früh genug um den Krümel ohne Essen dort hin zu bringen. In den Tagen davor hatte er immer von Mitternacht bis halb neun, neun oder sogar zehn geschlafen. Wir standen also kurz nach sechs auf, machten uns und den Kleinen fertig und fuhren pünktlich los. Der Kleine war überraschend umgänglich. Unterwegs gab's natürlich den obligatorischen Stau und so kamen wir eine Minute zu spät. Machte aber nix, denn wir waren eh' noch nicht dran. Stattdessen hieß es, das erste Kind wäre schon unten. Ok, dachten wir, kam halt noch ein jüngeres Baby dazwischen. Immerhin hatte man uns gesagt, dass die Kinder nach dem Alter geordnet und operiert werden. Wir bekamen also "unser" Zimmer gezeigt. Ein Riesenteil, das ich nachts sogar für mich allein haben sollte. Nur tagsüber würden noch drei ambulante OP-Kinder da sein. Damit konnte ich leben. Ansonsten fanden wir dort alles eher nicht so schön. Klar, Kinderstation, die gaben sich Mühe. Bilder an den Wänden und Fenstern, Wandmalereien, aber das konnte den schäbigen Eindruck trotzdem nicht verhindern. Überhaupt, das ganze Krankenhaus. Siebziger-Jahre-Bau und seitdem nix gemacht. Oder so ähnlich. Das Zimmer in weiß und Krankenhauskotzgrün gehalten. Ne, wohl gefühlt haben wir uns dort nicht, deshalb war ich auch sehr froh, dort nicht entbunden zu haben. Obwohl die Entbindungsstation ganz neu ist und sehr schick sein soll. Aber das ganze Krankenhaus war uns eben nicht sehr sympathisch und wir hoffen ganz, ganz doll, dass wir da nie wieder hin müssen.
Nach einer Stunde (!) kam dann die Schwester, meinte, der Krümel wäre heute der zweite Patient im OP und wir würden gegen neun runter fahren. Das war bald, also Kind ausziehen und runter zum OP. Wenigstens durfte ich meinen Schatz auf dem Arm dorthin tragen. Im Aufwachraum hieß es dann wieder erstmal: warten. Die Schwestern waren zwar sehr nett, aber wir eben auch sehr nervös, deshalb war das keine angenehme Situation. Dann wurde Kind Nummer eins aus dem OP gebracht. Wir wunderten uns: Die Kleine sah eher aus wie mindestens acht, nicht wie unter vier Monaten. Und die Mama, die kurz darauf kam, wurde von den Schwestern gedutzt. Bald danach kamen der Anästhesist und ein weiterer, seehr jung aussehender Arzt, stellten sich uns vor und nahmen mein Baby mit. Oh Mann, das war ein schlimmer Moment: Einem fremden Mann sein Baby in die Hand zu drücken und zuzugucken, wie er damit verschwindet... Ein ganz blödes Gefühl war das. Wir bekamen einen Piepser und gingen im Café frühstücken. So richtig entspannt war das natürlich nicht, immer wieder blickte ich zur Uhr. Wenn die vorher sagen, maximal 'ne dreiviertel Stunde, und dann vergehen sechzig Minuten und das Ding piepst immer noch nicht... Man wird schon sehr nervös. Wir beschlossen schließlich, in OP-Nähe zu warten und besorgten auf der Kinderstation noch ein Fläschchen mit Tee. Das hatte uns die OP-Schwester geraten, falls der Krümel nach dem Aufwachen Durst hatte.
Wir mussten nicht lange auf dem Gang rumlungern, der Piepser ging recht bald los. Ich konnte gar nicht schnell genug im Aufwachraum sein! Und da lag er schon in seinem Bettchen, mein Kleiner, und schlief selig. Ein paar Kabel hingen unten aus dem Body, irgendwas klebte an seiner Hand und kontrollierte den Puls, ein Zugang am Fuß (*heul*), ansonsten sah er aus wie immer. Nur kein Knubbel mehr am Bauch. Seltsamerweise lag neben dem Mädchen jetzt noch ein etwa zwölfjähriger Junge mit in dem Raum. Offensichtlich Geschwister, denn wir hatten die Namen oben schon am Zimmer gelesen. Und es gab nur eine Mama und einen Papa - mit Arztkittel und "Ich-bin-wichtig"-Telefon. Aha, ein Arzt des Krankenhauses also. Kein Wunder, dass unser Kleiner trotz seines jungen Alters an dem Morgen erst als Dritter in den OP kam. Na klar, wenn die Arztkinder operiert werden müssen, bleibt der kleine Mann doch gern mal zwei Stunden länger nüchtern als gedacht. Ich hätte kotzen können! Zum Glück wurde der Krümel recht bald wach. Er war etwas weinerlich und jammerte, trank aber dann sehr schnell das ganze Fläschchen Tee aus. Ohne Zucker! Der muss ganz schön durstig gewesen sein. Ein paar Minuten später durften wir dann auch schon zurück auf die Station.
Sidekick:
Die Hölle, so'n Aufwachraum! Der für Kinder war klein und ruhig und nett gestaltet, aber gleich daneben war der für die "Großen". Von Ruhe keine Spur, da herrschte die pure Hektik. Ein Kommen und Gehen und Gewusel war das. Ganz ehrlich, DA möchte ich nach 'ner OP nicht aufwachen! Garfield meinte, man fühlt sich nach der Narkose recht schwummerig (Ich hatte sowas noch nie, weiß also nicht, wie das ist.) und wenn ich mir vorstelle, da ist dann so'n Trubel um mich rum. Nee! Das KANN nicht gut sein!
Kaum dass wir oben waren, meldete sich der kleine Kerl schon, weil er jetzt doch richtig Hunger hatte. Weil es kein Stillzimmer oder sowas gab (In "unserem" Zimmer waren ja schon die beiden größeren Kinder samt Eltern und ich dachte mir, dass der Kleine wenigstens jetzt etwas Ruhe beim Essen haben sollte.), durften wir im Bad füttern. War eher 'ne Abstellkammer und nicht sehr gemütlich, aber wir hatten ja keine Wahl. Danach schlief Juniorchen gleich wieder ein und ich bekam mein Mittagessen. Dabei wurde uns gleich eröffnet, dass ich nachts doch noch ein Kind im Zimmer haben würde. Schade... Wir schauten dem Kleinen noch etwas beim Schlafen zu und schließlich verabschiedete sich Garfield. Was sollte er da mit mir rumhängen, er konnte genausogut zu Hause was erledigen. Ich verzog mich dann mit schlafendem Baby in die einzige schöne Ecke der Station: Den Balkon. Der war wirklich schön gemacht, mit Bänken und Wandbildern und recht groß. Dort saß ich dann ewig in der Sonne und las eine Zeitung, während der Kleine schlummerte. Er hatte eines dieser Rollbettchen für die ganz Kleinen bekommen (Da passte er gerade so noch rein!), deshalb konnte ich ihn überall hin schieben. Zwischendurch wurde mal gestillt - was in Gebrüll endete. Warum auch immer. Mein kleiner Spatz war ganz heiser vom Tubus, was irgendwie süß klang, mir aber gleichzeitig selbst weh tat.
Beim ersten Windelwechsel nach der OP war eine Schwester dabei um nach der Wunde zu gucken. Die pieselte der kleine Mann gleich mal an. Mir war nach einem Eis, also schnappte ich mir den Kleinen und ging mit ihm runter in den Garten. Dort saßen wir bestimmt 'ne Stunde auf einer Bank, ich aß mein Eis und Junior... schlief. Ich hatte schon Angst, dass er abends überhaupt nicht schlafen würde. Ein lustiges Erlebnis: Eine türkische Familie kam vorbei und quasselte. Auf türkisch. Zwischendrin fielen aber immer wieder die Worte "Eiscafé" und "Eisbecher". Fand ich irgendwie witzig. Vielleicht gibt's dafür im türkischen keine Worte?
Zur Abendessenzeit ging ich wieder nach oben und lernte meine Zimmerkollegin kennen. Das Kind war unter einem Jahr also blieb die Mama ebenfalls über Nacht. Wir redeten ein bisschen und ich stellte mal wieder fest, was für ein "Glück" ich immer mit meinen Zimmergenossinnen habe. Diese Frau war dumm wie Brot - obwohl das fast noch eine Beleidigung für das Brot ist. Aber das kleine Mädchen war ganz süß und turnte in seinem Gitterbettchen rum wie ein kleiner Affe im Käfig. Ich trieb mich dann noch eine Weile auf dem Balkon rum bis es Schlafenszeit war. Ich hatte wirklich nicht viel Hoffnung, dass mein Kleiner schlafen würde, aber er überraschte mich. Viel eher als sonst legte ich ihn hin und er blieb ganz ruhig bis er dann einschlief. Das kleine Mädchen machte mehr Probleme. Was ich schlimm fand: Die Mutter entschuldigte sich andauernd und war offensichtlich genervt von ihrer aufgekratzten Tochter. Ich selbst fand's gar nicht so schlimm und außerdem absolut verständlich. Die ganze Aufregung, die fremde Umgebung. Ist doch klar, dass ein Kind da nicht so ist wie immer. Nur mein Kleiner war die personifizierte Bravheit. (Gibt's das Wort überhaupt?) Der lächelte alle Schestern an, schrie kaum, lag brav in seinem Bettchen. Als Belohnung wurde ihm ein Schnuffelhase geschenkt. Er ist eben ein Charmeur...
Die Nacht war trotzdem nicht besonders, denn das Klappbett war unbequem und mein kleiner Monsieur war ab vier, fünf Uhr morgens wach. Nicht mal bei mir wollte er nochmal richtig einschlafen und ab sieben war dann auch die andere Kleine wach und die Nacht damit offiziell vorbei. Nach dem Frühstück war Visite und ich bekam die offizielle Erlaubnis, endlich nach Hause zu fahren. Leider musste ich noch über zwei Stunden auf Garfield warten. Ich saß also dumm rum, redete mit der anderen Frau und schlug so irgendwie die Zeit tot.
Leute, ich war heilfroh als Garfield kam und wir endlich dort weg konnten. Krankenhaus muss ich echt nicht haben! Den Rest des Tages hing ich völlig fertig auf der Couch rum, aber heute geht wieder der Alltag los. Ein Schüler, Rück*bildung, Haushalt... Letzterem sollte ich mich jetzt endlich mal widmen, der Kleine macht nämlich praktischerweise gerade Mittagsschlaf.
Fazit der ganzen Aktion: Wir drücken alle die Daumen, dass dies des Krümels einzige OP bleibt bzw. in Zukunft wird alles ambulant gemacht, wenn's geht. Die Schwestern und Ärzte waren zwar alle sehr nett, aber Krankenhaus ist einfach nix für mich. (Und das, obwohl meine Mama Krankenschwester ist und ich als kleines Kind viel auf der Station war!)

und was die türkisch/deutsch worte betrifft: wenn meine freundin mit ihrer schwester polnisch redet, sagt sie auch oft zwischendrin deutsche wörter, so dass ich mir oft zusammenreimen kann, um was es sich handelt. bauchtanz z.b. übersetzt sie nie..hört sich auch immer lustig an. solche wörte fallen ihnen leichter als sie zu übersetzen. will sagen, vielleicht haben sie auf türkisch nie eiskafe gesagt, evtl. gibt es daß dort nicht oder gab es das früher dort nicht..deswegen ist das wort nicht so geläufig...