Mission Prinz

26.05.2011 um 13:49 Uhr

Oje...

Letzter Eintrag... schon wieder ewig her. Menno. Und dabei ärgere ich mich immer, wenn ich Zeit zum Lesen habe und dann keiner von meinen Favoriten was geschrieben hat. Möglicherweise geht es ja jemandem mit mir genauso, also nehme ich mir jetzt einfach die Zeit, was von uns zu erzählen. Cäpt'n Kack macht nämlich Mittagsschlaf - oder sollte, besser gesagt, momentan schläft er nämlich noch nicht sondern schielt auf den Bildschirm - und ich habe theoretisch Zeit für mich. Theoretisch, weil ich diese zwei, drei Stunden normalerweise für "wichtige" Sachen nutze. Haushalt und so Zeug. Seit das mit dem Mittagsschläfchen so gut klappt, bin ich richtig entspannt, was das angeht. Ich versuche nicht mehr verzweifelt, morgens abzuwaschen, während Junior hinter mir im Sitz rumblökt, wobei ich mich immer wieder zu ihm umdrehe und rumblödele, singe, mit ihm rede. Was natürlich nix bringt. Nein, Rosa hat gelernt: Man kann den Vormittag herrlich mit dem Baby verbummeln, denn mittags hat man ja dann Zeit für alles andere. Und wenn er quengelig wird hilft bespaßen sowieso nicht (mehr), dann muss er auf die Couch, Schnuller rein und ... *schnarch*. Wenn man das beachtet, lebt man wesentlich entspannter.  Was ich damit eigentlich sagen will: Wir haben einen Rythmus gefunden. Endlich.

Leider befürchte ich, dass dieser schöne Rythmus nächste Woche wieder zerstört wird. Der Krümel wird nämlich am Montag operiert. Mir ist jetzt schon ganz schlecht und ich könnte heulen, wenn ich daran denke, aber da müssen wir durch. Aber von vorn:

Letzten Freitag hatten wir einen Termin in der Klinik. War ein anstrengender Tag. Wir haben das Haus halb zehn verlassen und waren abends halb sechs wieder da. Angefangen hat's also im Krankenhaus, wo sich eine seeehr junge, aber nette Ärztin des Krümels Nabel angeguckt hat. Fazit: Der Bruch selbst ist gar nicht so groß und müsste eigentlich nicht operiert werden, aber da hat sich schon so viel überflüssige Haut gebildet, dass das erstens die Heilung behindert und zweitens weiß der Körper gar nicht, wohin damit. Also ist die OP sinnvoll und nötig. Wir hätten auch noch warten können, aber das bringt ja nix und so haben wir es hinter uns. (Und als Belohnung können wir dann, wenn alles verheilt ist, mit dem Babyschwimmen anfangen!) Jedenfalls ging's danach zur Anästhesie*aufklärung, dann wieder zurück auf die Kinderstation... Ein Hin und Her. So kann man auch seinen Vormittag verbringen.

Danach hat sich Familie Maus zum örtlichen Elektromarkt begeben um nach Fernsehern zu gucken. Unsere alte Kiste gibt nämlich so langsam den Geist auf. Tagsüber erkennt man fast gar nichts mehr, weil das Bild ein grau-beiger Brei ist. Kaum noch Farben, wenig Kontrast und immer dunkler wird's auch. Garfield hatte sich schon im Internet schlau gemacht, was wir so ausgeben müssten, so dass wir im Laden erstmal Schnappatmung bekamen. Angesichts der Preise entschieden wir uns recht schnell für's Internet. (Gerät kam sehr schnell, steht schon und ist einfach nur toll! Was für ein Bild! Sogar tagsüber und bei Sonne! *g*) Zur Stärkung legten wir dann einen Halt beim FastFood-Laden unseres Vertrauens ein - der Krümel hatte schon vorher auf dem Parkplatz "gegessen". Noch ein Wickelstop im Einkaufszentrum, ein Eis, und schon machten wir uns auf, den großen Wochenendeinkauf zu erledigen. Freitag mittag - was für'n Spaß. Wir schafften es gerade so zum nächsten Termin: Eine Schülerin. Weil der Krümel so brav in seinem Autositz schlief, nahm ich ihn kurzerhand mit, während Garfield sich noch in einem anderen "Fachmarkt" nach Fernsehern umsah. Der fein schlafende Krümel und ich hörten uns dann eine Stunde lang ein Referat an, wobei wir viel lernten.

Sidekick:

Ich hatte ihn in der Woche schon zweimal versuchsweise mit bei Schülern gehabt, aber das ging gründlich in die Hose. Normalerweise schläft er ein, sobald ich ihn ins Tuch nehme. Maximal fünf Minuten und er ist weggepennt. Also war mein Plan, ihn während der Stunde im Tuch zu haben. Leider klappte das so bei Schülerin Nummer eins überhaupt nicht. Von Schlaf keine Spur, stattdessen saß der kleine Mann auf meinem Schoß und meckerte. Minutenweise ging's gut, dann musste ich aufstehen und ihn schuckeln... Keine gute Arbeitsatmosphäre. Zum Glück stand bei dem Mädel nix wichtiges an und wir haben eh' nur gelesen. Am nächsten Tag versuchte ich es erneut, denn ich hatte einen neuen Plan: Eher vor Ort sein, eine Runde spazieren gehen, wobei der Krümel im Tuch schön einschlummert, und dann eine Stunde Nachhilfe. Tja... er schlief beim Spaziergang tatsächlich ein, allerdings war er pünktlich zum Unterricht wieder wach. (Hoffentlich bleibt das so! In sechs Jahren kommt er in die Schule.) Dieses Mal saß er immerhin 45 Minuten relativ ruhig auf meinem Schoß und ließ sich dann mit dem Schnuller trösten, aber es lenkt trotzdem ab. Mich und den Schüler. Fazit: Nur ein schlafendes Baby ist ein guter Begleiter bei der Arbeit. Und da man vorher nie weiß ob bzw. wann er schläft, verzichte ich lieber darauf, ihn mitzunehmen. Jedenfalls wannimmer es anders geht.

Nach dem Unterricht ging es wieder ab ins Auto, noch ein Abstecher in die Drogerie und dann endlich nach Hause. Wir waren acht Stunden außer Haus gewesen, aber unser Baby hatte sich mal von der absolut pflegeleichten Seite gezeigt. Hat nicht gemuckt und im Kauf*land so friedlich im Sitz geschlafen, dass die Spargelverkäuferin ganz verzückt war. (Den Spargel haben wir trotzdem nicht billiger bekommen, hmpf.) Wenn jetzt nicht diese blöde OP anstehen würde, könnten wir alle sehr zufrieden sein. Echt, ich bin jetzt schon ein nervliches Wrack. Drei Kreuze wenn das vorbei ist. Montag ist er ganz früh dran, dann bleibe ich mit ihm den ganzen Tag und eine Nacht im Krankenhaus, und Dienstag können wir, wenn alles in Ordnung ist, wieder nach Hause. Dieses im Krankenhaus rumhängen nervt mich am meisten. Da habe ich so gar keine Lust drauf. Ich hoffe nur, dass mit der Narkose alles gut geht, der Kleine nachher keine Schmerzen hat und wir das überhaupt gut über die Bühne kriegen. Ich rechne aber fest damit, dass ihn das Ganze sehr durcheinander bringen wird.

Schön ist, dass ich gestern das erste Mal bei der Rückbildung war. (Für die Nicht-Mamas: Das ist ein Gymnastikkurs, der von der Krankenkasse bezahlt wird und den man unbedingt besuchen sollte. Da wird - vor allem untenrum - alles wieder *rotwerd* in Form gebracht.) Der Kurs ist ganz schön spät, aber ich kann ja nix dafür, dass ich eh' schon eine der ersten in meiner Geburts*vorbereitungsgruppe war und mein Baby es dann auch noch besonders eilig hatte. Der Kurs ist nämlich wieder fast vollständig, bis auf eine "Neue". (Die kommt aus der Stadt, wo mein Patenkind lebt und erinnert mich ganz, ganz fies an des Patenkinds Mutter. Gar nicht mal der Dialekt, eher so das Gehabe. Ich glaube langsam, die sind da alle so... ) Es war echt schön, die ganzen Damen gestern wieder zu sehen und zu hören, wie es ihnen so ergangen ist. Wie waren die Geburten, wie sind die Babys so, wie heißen sie... Da kann man manchmal erleichtert aufatmen, weil die eine ein richtig schlimmes Schreibaby hat (Puh!), und manchmal neidisch sein, weil andere Babys sowas von lieb sind und durchschlafen... Aber wir können uns ja eigentlich auch nicht beschweren. Jedenfalls kann man sich dort endlich mal austauschen und über seine Kinder ratschen. Leider gibt es die angekündigte Still*gruppe jetzt doch nicht, aber vielleicht schaffen wir es ja, private Treffen zu organisieren. Ich habe gestern nach dem Kurs noch mit ein paar Mädels darüber gesprochen, die waren sehr interessiert. Mal gucken. Es wäre schon schön, ein paar Freunde dort zu finden. (Auch im Hinblick auf eventuelle Babysitterdienste...)

Ach ja, das wollte ich auch noch erzählen: Letzte Woche erreichte uns die schöne Nachricht, dass mein Cousin und seine Frau in Wien (wo wir vor Weihnachten zu Besuch waren), jetzt (also im Dezember) auch ein Baby bekommen. Ich freue mich total für die Beiden! Das macht insgesamt übrigens fünf Urenkel dieses Jahr für meinen Opa! Wir, dann ist meine Cousine in zwei Wochen "fällig" - auch ein Junge, im Oktober mein Bruder (bzw. natürlich seine Freundin), im November ein anderer Cousin mit Frau und im Dezember dann die "Wiener". Reife Leistung! Schade nur, dass wir alle so weit auseinander wohnen...


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