Und jetzt...
... heißt es wieder: Warten! Meine Lieblingsbeschäftigung.
Kurz: Es lief gut. Denke ich. Sie melden sich Dienstag.
Lang: Der Weg da hin ging gut. Alles gleich gefunden und trotz LKW und Baustellen die google-maps-Zeit unterboten. Genau eine Stunde nach Abfahrt stand ich dort in der Parklücke. Übrigens vor dem blau-gelben Möbelhaus, da habe ich mich nämlich im Kundenservice beworben. Ich hatte noch 'ne Stunde Zeit, also machte ich den Laden unsicher. Ich brauchte noch einen Bilderrahmen für unser Puzzle, den fand ich recht schnell. Kurz vor der Kasse griff ich noch beherzt zum runtergesetzten Tritthocker, den brauchen wir wegen unserer seeeehr hohen Küchenschränke nämlich ganz dringend. Bezahlen, fertig. Immer noch 'ne halbe Stunde Zeit. Ich liebäugelte mit einem Hotdog, entschied mich aber dagegen. Mit meinem weißen Rock... ich kenne mich.
*Sidekick*
Nach dem Gespräch holte ich mir tatsächlich noch einen Hotdog und wäre - mit Cola und Hotdog in der Hand - beinahe ausgerutscht. Da war eine nasse Stelle. Glücklicherweise verkleckerte ich meine Cola NUR auf den Boden und NICHT auf den Rock. Obwohl das dann ja egal gewesen wäre.
*Sidekick Ende*
Es waren zwei Damen, die mich interviewten, beide sehr, sehr nett. Die eine kam aus derselben Stadt wie mein Patenkind, die andere aus der Hotelbranche. So hatte man gleich Aufhänger. Und: Die eine Dame sah einer ehemaligen englischen Kollegin, mit der ich in Frankreich zusammengearbeitet habe, zum Verwechseln ähnlich. Spooky!
Wir quatschten geschlagene 90 Minuten über alles Mögliche. Sie erzählten viel, ich erzählte noch mehr. Die machten es einem aber auch sehr einfach, sich wohl zu fühlen. Ein paar gemeine Fragen waren auch dabei. Zum Beispiel sollte ich von ehemaligen Vorgesetzten erzählen, was ich da gut fand und was nicht so. Auch im Hinblick auf eigene Führungsambitionen. Ganz, ganz böse Falle! Ich fiel natürlich prompt drauf rein und sagte, ich hätte was gegen inkompetente Chefs die man nicht respektieren kann. Uiuiui! Im Kopf hatte ich einen Manager damals in Frankreich. Der Typ mag ja was drauf gehabt haben, keine Ahnung, aber er kam einfach unglaublich blöd rüber. Dumm wie Brot. Ergo hatten wir keinen Respekt vor ihm und haben uns nur lustig gemacht. Sowas ist schlecht für den Chef und für die Untergebenen. (Der Mann starb kurz nach meiner Abreise bei einem Autounfall, das hat mich dann aber doch sehr getroffen.) So, und jetzt umschreibe "unglaublich blöd" mal nett. Ich versuchte es und zog meinen Kopf hoffentlich noch aus der Schlinge.
Alles in allem lief es meiner Meinung nach ganz gut. Ich denke, ich kam so rüber, wie ich bin. Nett, entspannt, offen. Und sollte damit ins Team passen. Es gibt allerdings noch andere Bewerber... Nu, mal gucken. Die Stelle wäre halt meine vorerst letzte Chance, denn nochmal irgendwo bewerben macht keinen Sinn. Bis man dann eingeladen würde, ist der Bauch garantiert nicht mehr zu übersehen, es sei dann ich gehe im Wallewalle-Kleid zum Gespräch. Außerdem wird es ab dem vierten oder fünften Monat schwer, dem neuen Arbeitgeber zu verklickern, man hätte es eben erst erfahren.
Oh man, das ist auch so'n Ding. Ich habe ein sauschlechtes Gewissen, weil ich die Personaler quasi anlügen muss. Kurz nach der Vertragsunterzeichnung, so es denn klappt, sage ich dann: "Huch, es gibt da ein winzig kleines Problem... Habe ich gerade erst gemerkt... " Sowas ist echt gar nicht mein Ding, aber alles andere wäre einfach nur blöd. Wer stellt schon eine Schwangere ein? Ebend! Auch wenn ich gar nicht vorhabe, ewig zu fehlen. Nachdem ich jetzt solange zuhause rumgehangen habe, würde ich auf jeden Fall nach drei Monaten wieder arbeiten gehen.
Jetzt heißt es also abwarten und Daumen drücken. Sollte Dienstag ein positiver Anruf kommen, gibt's noch ein Gespräch mit der nächsthöheren Chefin, quasi den Recall.
Noch ein Anekdötchen von der Rückfahrt: Einer dieser knuffigen Ei-förmigen Au*dis dachte doch glatt, er könnte mir dumm kommen. Der klebte kilometerlang an mir dran. In der 80er-Zone, im Überholverbot, immer schön dicht dran. Ich wußte, dass der sofort zum Überholen ansetzt, wenn die Straße zweispurig wird. Hat er dann auch. Womit er nicht gerechnet hatte: Auch Frau Maus drückte das Gaspedal durch. Und noch viel überraschender: Der Gustl reagierte darauf, und wie! Das Ei fiel in nullkommanix 100m zurück und brauchte dann den gesamten zweispurigen Abschnitt, um endlich an mir vorbei zu kommen. Hähä! Und dabei hatte ich nicht mal runtergeschalten. Hätte ich nicht bei 110 mein Tempo gedrosselt, wäre Mr. Au*di nie vorbeigekommen, sondern hätte sich kleinlaut wieder hinter mir einordnen müssen, als seine Spur endete. Ich konnte dann übrigens noch einige Kilometer beobachten, wie das Ei viel zu dicht an dem vor ihm fahrenden LKW hing. Irgendwie hatte der's eilig.
Und ich sag's gern nochmal: Nur weil der Gustl schon 20 Jahre auf dem Buckel hat, heißt das nicht, dass er nicht vorwärts geht! Und so kleinen Au*dieiern, denen winke ich mal kurz mit dem Heckspoiler bevor ich über alle Berge verschwinde!
