zweitens...
Heute stand der letzte Ultraschall an. Nachdem letztes Mal nichts so richtig zu erkennen war, haben wir dem natürlich tierisch entgegengefiebert. Wir wollen doch endlich wissen, was es denn nun wird. Überhaupt, das Baby endlich mal wieder zu SEHEN, ist toll, nachdem man es wochenlang nur gespürt hat.
Wir sind also früh aufgestanden, sind pünktlich losgefahren und waren trotzdem gerade so zum Termin beim Arzt, obwohl die Straßen heute endlich frei waren. (Gestern abend war ja 'ne Katastrophe! Die haben gar nichts gemacht, den ganzen Tag nicht!) Heute lag's eher an der nervigen Parkplatzsuche. Jedenfalls mussten wir dieses Mal, zu unserer großen Überraschung, gar nicht warten, sondern es ging direkt los. Pippiprobe, Blut abnehmen, wiegen und dann direkt zur Ärztin. Von der ist Garfield ja ohnehin nicht sonderlich begeistert, er hält sie für inkompetent. Auch wenn sie sehr nett ist. Heute nun zeigte sich, nett reicht eben nicht.
Ultraschall. Es fing gut an: Baby liegt schon richtig mit dem Kopf nach unten, ist zeitgerecht entwickelt und normal groß und schwer. Alles super. Dann baten wir die Ärztin, doch nochmal zwischen die Beine zu gucken. Sie suchte also, und suchte, und suchte, und gab schließlich auf. Sie könne da echt nix erkennen, meinte sie, wegen des wenigen Fruchtwassers. Baby liege zu nah an der Wand. Ich war natürlich sehr enttäuscht, aber was soll's? Bekommen wir eben ein Überraschungsei. Jetzt müssen wir uns nur noch auf einen Alternativnamen einigen, falls es doch ein Junge ist. Und das ist leichter gesagt, als getan. Interessant fand ich nur die Anmerkung (nachdem die Ärztin 'ne Weile geguckt hatte), "das" gehöre ja eh' nicht dazu (Ich nehme an, sie meinte die Geschlechtsbestimmung.), ich hätte ja nur die normale Vorsorge gewollt. Da wurde ich zum ersten Mal hellhörig. War die etwa beleidigt, weil ich den größten Teil der Vorsorge jetzt von einer Hebamme machen lasse? Ich wunderte mich schon etwas, aber es kam noch besser.
Plötzlich meinte die Dame, sie müsse nochmal genauer nach dem Herz schauen. Hatte sie eigentlich ganz am Anfang gemacht und da auch verkündet, es sei alles super. Nun also doch nicht. Sie meinte, sie könne da eine Wand zwischen den Vorhöfen nicht erkennen und würde das gern abklären lassen, weil die Klinik, in der ich entbinden wolle, keine Kinderstation hätte. Wir bekamen also eine Überweisung zum Spezialisten und den Hinweis, uns keine allzu großen Sorgen zu machen. Ha. Ha.
Und als hätte das nicht schon gereicht, gab's dann noch Ärger wegen der Praxis*gebühr. Beim letzten Besuch hatte ich mich geweigert, die zu bezahlen, weil ich ja erstens zur Vorsorge da war und zweitens die anstehende Untersuchung ohnehin selbst bezahlen musste. Ich hatte nämlich auf den Internetseiten meiner Krankenkasse gelesen, das Vorsorge*untersuchungen generell von der Praxis*gebühr befreit sind. Toll, da habe ich jahrelang zweimal im Jahr ganz umsonst zehn Euro bezahlt. Aber nicht mit mir, jetzt weiß ich ja Bescheid und beharre auf meinem Recht. Die Sprechstundenhilfe hatte mir dann beim letzten Mal noch erläutert, ohne Gebühr wären manche Dinge in der Vorsorge nicht mit drin. Das konnte ich so nicht glauben, deshalb habe ich dann sogar noch mit der Krankenkasse telefoniert und mir genau sagen lassen, wie das läuft.
Heute nun war ich bewaffnet: Ich hatte einen Zettel, auf dem genau drauf steht, was gemacht werden MUSS. Glücklicherweise fragte bei der Ankunft niemand nach der Versicherten*karte oder dem Geld, ich dachte also, es sei alles klar. Denkste. Beim Rausgehen (ich war ja eh' schon geknickt) hieß es auf einmal, ich müsse noch die zehn Euro bezahlen. Ich war verwundert und fragte nach, wieso und wofür. Da standen sie nun, Ärztin UND Sprechstundenhilfe, guckten angepisst und erklärten mir in leicht gereiztem Tonfall, dass die Überweisung zum Spezialisten über die normale Vorsorge hinausginge. Wenn nämlich etwas festgestellt wird, dann ist das keine Vorsorge mehr. Aha. Finde ich interessant, aber ok. Ich bin ja durchaus bereit, das zu bezahlen, aber ich will schon wissen, warum. Ich glaube nicht, dass man da patzig werden muss.
Garfield hat jedenfalls den ganzen Rückweg über gemeckert, wie unfähig die Frau sei. Die könne ja wohl nicht mit ihrem Ultraschallgerät umgehen, jeder andere Arzt hätte bestimmt was gesehen (sowohl die Herzsache als auch ein eventuelles Zipfelchen) und so weiter, und so fort. Komisch ist natürlich auch, dass meine Plazenta offensichtlich gewandert ist. Zumindest laut neuester Eintragung im Mutterpass. Ich glaube, nach der Schwangerschaft werde ich mir doch wieder einen anderen Arzt suchen (müssen). So richtig vertraue ich der Frau nämlich nicht mehr.
Nun ja, wir dürfen jetzt zum Spezialisten gehen und eine, wahrscheinlich, unnötige Untersuchung machen lassen. Ich ruf' da gleich mal an und bin gespannt, wie schnell man einen Termin bekommt. Mein einziger Lichtblick: Vielleicht können wir den Herrn ja überreden, auch nochmal ganz kurz zwischen die Beinchen zu lunschen... Wenn er denn schon so'n tolles Gerät hat, kann man ihn vielleicht bei seiner Ehre oder seinem Ehrgeiz packen. So nach dem Motto: Die ahnungslose Kleinstadtgynäkologin war einfach nicht in der Lage, da was zu erkennen. Sie aber, mit ihrem tollen Gerät und ihrer Ahnung, können das doch bestimmt... Mal gucken, was er für'n Typ ist.
Alles in allem war das heute also nicht so toll. Eventuell werden Kakao und Lebkuchen den Tag noch retten, wenn Garfield dann von seinem Termin zurückkommt. Hoffentlich kommt er pünktlich, dann können wir auch noch einen schönen Schneespaziergang machen.
Oh, eine gute Nachricht gibt's noch: Ich konnte mich endlich für ein Tragetuch entscheiden UND ich bekomme es vom Weihnachtsmann. Es ist unheimlich schön, ich war spontan verliebt und kann es nicht abwarten, es zu benutzen. Falls jemand gucken will: das da.

Uh sorry aber... bitte?!
Meine Tochter wurde mit Herzfehler geboren, bemerkt wurde das im 7. Monat beim CTG bzw. es war kein CTG mehr möglich, weils Herzchen so holperte.
Der Herzspezialist war supernett und hat uns alles genau gezeigt - wohlgemerkt auch das Geschlecht ;)
Ich urteile ungerne aus der Ferne über Fremde, aber was Deine Ärztin so von sich gibt, ist schon seltsam...