Roter Faden - The Central Seam

28.08.2006 um 09:35 Uhr

Renovierung

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

 Der Türen-Ausbau.

Meine "Wunsch"- Streifen.

Neuer Boden.

  

27.08.2006 um 09:13 Uhr

12. September

Am 12. September werde ich eine neue Herausforderung antreten, nämlich Schülern Nachhilfe in Englisch geben. Diesmal hab ich gleich vier auf einmal (verschiedene Klassen), und das wird sich noch steigern.

An diesem denkwürdigen Tag kommt auch der Papst nach Regensburg und hält auf der Islinger Wiese einen Gottesdienst. 350.000 Pilger werden erwartet. Obwohl es von unserem Dorf aus nur eine dreiviertel Stunde Fahrzeit bis zur "Papstwiese" ist, werden die ersten Busse schon um drei Uhr morgens losfahren. Denn die Busse aus unserer Gegend dürfen nur zu einer bestimmten Zeit einfahren, nämlich in dem Zeitfenster zwischen 4.30 und 5.30. Seltsam nicht? Das erinnert eher an Raumschiff Enterprise als an einen Gottesdienst auf der Islinger Wiese...

26.08.2006 um 09:34 Uhr

Geklaut

von: Bloomsbury   Kategorie: Zeitschriften und Bücher   Stichwörter: GEZ, Internet

Stimmung: Ausgeschlafen
Musik: Obladi oblada Life goes on YEAH

Ich bin ja ein neugieriger Mensch und lese deshalb in anderen Blogs.

 

Da informiert kürzlich jemand darüber, dass die GEZ ab dem 1.01.2007 für alle internetfähigen PCs Radio und TV Gebühren haben will, und dass nicht nur die Betriebe in Deutschland sondern auch alle privaten Haushalte betroffen sind. Und der Blogger fragt: "Ich soll also Gebühren dafür zahlen, dass ich ein internet-fähiges Gerät besitze, auch wenn ich gar kein Internetanschluss habe?"

 

Bloomsbury grübelt: " Das ist doch das gleiche oder?" 

Und ein weiterer Blogger schlussfolgert:

"Tja, dann werde ich mal ganz schnell Kindergeld beantragen. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden."

 

Haha ha!

24.08.2006 um 15:59 Uhr

Schreiben

von: Bloomsbury   Kategorie: Stolpersteine

Vor einiger Zeit habe ich flüchtig darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben und mir überlegt, wie ich das zeitlich organisieren würde. Als mir bewusst wurde, wieviele Überlegungen und Taten Haushalt und Familie fordern und in welche Zwischenräume ich das Schreiben quetschen müsste... hab ich den Gedanken erst mal ad acta gelegt.

22.08.2006 um 17:05 Uhr

Sündenfall

Musik: Rhapsodie in Blue

 

Lese zur Zeit "Sündenfall" von Galsworthy weiter. Es beschreibt die Geschichte eines Mannes, der mit einer todkranken Frau verheiratet ist, und sich in ein junges Mädchen - Jolcelyn - verliebt.

John Galsworthy war in jungen Jahren in die Frau seines Cousins verliebt, und dieser Erstlingsroman (in engl. "Jocelyn") spiegelt die Gefühle des Autors wider.

Das Buch ist ziemlich aufwühlend, zumindest für sensible Gemüter wie mich. Aber da will ich durch. Interessant finde ich die Schuldgefühle, die sich die Hauptprotagonisten machen. Bin gespannt, wie sie sich auflösen.

21.08.2006 um 15:02 Uhr

;-)

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

Früher habe ich immer den Kopf über eine befreundete Familie geschüttelt, die oft erst nachmittags zwischen 2 und 3 zu Mittag gegessen hat. Das konnte ich nicht verstehen. Der Mensch braucht doch eine Ordnung.

Heute... JETZT IM MOMENT essen Sohnemann und Mannesmann zu Mittag. Mein Gott, sind wir tief gesunken!

 

 

20.08.2006 um 11:18 Uhr

Free Time

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

Meine liebe Familie ist nach Tschechien gefahren, um einen der dortigen Vietnamesenbasare unsicher zu machen. Ich konnte mich davor drücken und zuhause bleiben. Mit dem Ergebnis, dass ich gemütlich im Schlafanzug vor dem PC sitze, schreibe... und so meine Gedanken ordne.

19.08.2006 um 16:06 Uhr

ebay

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie   Stichwörter: ebay

Biete das erstemal etwas bei ebay an. Eine Jeansjacke meines Mädels. Das Angebot stand beim Einstellen auf Seite 37. Ich frage mich, wer da nachguckt. Schön langsam wird sie Tag für Tag auf den vielen Seiten weiter nach vorne wandern - bis der Stichtag kommt (und ich eventuell drauf sitzen bleibe). Na ja, versucht ist versucht. Getan ist getan. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler (und keine Erfahrungen).

18.08.2006 um 16:05 Uhr

Das Leben funzt.

von: Bloomsbury   Kategorie: Stolpersteine

Jetzt funzt das Leben wieder :D.

 

(Dein Leben funzt?, fragt mich der innere Kritiker)

 

Hmm, diese Ausdrucksweise ist in der Tat ein Tribut an das Online-Leben.

Was ich damit meine: Das Leben flutscht. Es läuft rund. Warum? Wir hatten ein Treffen. Ein wichtiges Treffen, und ich war davor so unruhig, dass ich zu nichts zu gebrauchen war. Stattdessen hatte ich meine Zeit mit Ersatzhandlungen voll gepfropft (Ersatzhandlungen wie: mich unentbehrlich machen, den Flur weißen). Aber jetzt läuft alles wieder rund. Zwar war das Treffen schwierig, aber es ist dennoch zufrieden stellend verlaufen. Wir bestellen ein neues CD-Regal für die Bücherei, und einige andere Themen sind angerissen worden. Zukünftige  Arbeiten sind angesprochen. Eine Umstrukturierung (bezüglich des Tages der Offenen Tür) ist angedacht. Gott sein dank ist es so weit gediehen.

Auch unser Pfarrer bleibt uns erhalten.

Privat läuft alles weiter. Draußen pflastern die Männer den Hof. Herinnen läuft die Waschmaschine und die Zimmerdecke muss weiter abgeschabt werden. Es geht alles seinen Gang.

17.08.2006 um 17:42 Uhr

Alles neu macht der ... Urlaub

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

Decke weißen

 In Arbeit - auf zweierlei Weise.

 

Während mein Mann also draußen den Hof pflastert und ich zum dritten Mal versuche, diesen Eintrag zu veröffentlichen...

Nein, es war anders.

Während mein Mann also draußen den Hof pflastert, habe ich die heroische Aufgabe übernommen, den Flur zu weißen. (Noch besser wäre es, das Bild käme erst weiter unten. Aber das versuche ich jetzt NICHT!)

Also ich weiße den Flur. Und weil ich nicht gaaanz unerfahren bin, trage ich zunächst Tiefengrund auf, damit sich der frühere Anstrich nicht wieder abrollt. 

LEIDER lässt sich jetzt die gesamte alte Farbe ablösen und muss mühselig abgeschabt werden. (Ich mach nur eine kurze Pause, um mich am PC zu erholen). LEIDER ist auch das am-PC-sitzen keine Erholung...

... weil bestimmte Schwierigkeiten auftreten, wo früher keine waren. Zum Beispiel konnte man vor der Umstellung Einträge nicht speichern und wägte sich folglich auch nicht in Sicherheit, dass schon nichts verloren ginge.

Was denkt sich der liebe Gott (oder sonstwede höhere Macht) bloß aus, um uns Frauen zu beschäftigen Sonstige.

 

17.08.2006 um 17:31 Uhr

Wo ist er hin?

von: Bloomsbury   Kategorie: Stolpersteine

 

Wenn man einen Eintrag schreibt und speichert - denn ja, es gibt jetzt eine Speicherfunktion - wo, bitteschön, speichert sich der Eintrag? Er ist mir nämlich abhanden gekommen. Ja, ich weiß, ich bin selber schuld. Warum wollte ich auch einen fremden Smilie einfügen! Aber Speicherfunktion ist Speicherfunktion. Wütend

16.08.2006 um 23:20 Uhr

Was will man ...

von: Bloomsbury   Kategorie: Stolpersteine

Aus meinem Zweitblog ist ein Posting verschwunden. Was will blogigo mir damit sagen?

15.08.2006 um 21:51 Uhr

Wiedersehen in Howards End - aus drei weiteren Kapiteln

Lieber Einfluss haben als Rechte (Kapitel 26)

 

Pff – hab die Stelle im Buch nicht mehr gefunden

 

SEX! (Kapitel 31)

 

Innerhalb weniger Minuten und ohne jede musikalische Umrahmung machte sie der Priester zu Mann und Frau, und bald schon war der gläserne Vorhang niedergegangen, der Ehepaare von der Welt abschirmt. Sie, die monogam Veranlagte, bedauerte, dass sie nun an manch unschuldigem Duft des Lebens nicht mehr teilhaben konnte; er, dessen Triebe polygam beschaffen waren, fühlte sich durch die Veränderung in seinem Leben moralisch gestärkt und weniger anfällig für die Versuchungen, mit denen er in der Vergangenheit zu kämpfen gehabt hatte.

  

Italiano Inglesiato (Kapitel 37)

 

Margaret überlegte, was diese Monica für ein Typ sein mochte – „Italiano Inglesiato“ hatten sie das einmal genannt: der rücksichtslos frauenrechtlerische Typ des Südens, den man achtet, mit dem man aber nicht umgehen mag. Und auf so etwas war Helen nun in ihrer Not verfallen!

15.08.2006 um 21:01 Uhr

Wiedersehen in Howards End - Kapitel 18 - 25

Was kann man teilen? (Kapitel 18)

 

„Ich freue mich, dass Sie die irdischen Güter nicht verachten.“ […] Es gibt so viel scheinheiliges Gerede in den selbsternannten intellektuellen Kreisen. Ich bin froh, dass Sie sich nicht daran beteiligen. Selbstverleugnung als ein Mittel zur Charakterstärkung ist ja gut und schön, aber ich kann diese Leute nicht ausstehen, die gegen die Annehmlichkeiten des Lebens Sturm laufen. Damit verfolgen sie doch nur eigennützige Zwecke. Wie stehen sie dazu?“

„Es gibt zweierlei Annehmlichkeiten“, sagte Margaret, die sich in der Gewalt hatte, „solche, die man mit anderen teilen kann, wie Feuer, Wetter oder Musik; und solche, die sich nicht mit anderen Menschen teilen lassen: zum Beispiel das Essen. Das kommt jeweils auf den Einzelfall an.“

 

Mr. Wilcox (Kapitel 19)

 

Er hält zuviel auf Erfolg, zuwenig auf Vergangenes. Seinem Mitgefühl fehlt Poesie…

 

Gönner sein (Kapitel 22)

 

Wir [die Schlegels] – wir aus der Oberschicht haben uns eingebildet, wir würden ihm von unserem hohen, überlegenen Bildungsstand aus helfen können.

 […] nehmen Sie bloß nicht diese sentimentale Haltung gegenüber den Armen ein! […]Wenn die Zivilisation voranschreiten soll, muss uns der Schuh natürlich da und dort drücken, und es ist ganz sinnlos, so zu tun, als ob da jemand persönlich dafür verantwortlich wäre. Weder du noch ich noch mein Informant noch dessen Informant noch die Direktoren der Porphyrion sind schuld daran…

 

Innere Verbindungen (Kapitel 23)

 

Ihre gegenseitigen inneren Beziehungen waren so sicher, dass sie über Äußeres in einer Weise miteinander feilschen konnten, die Tane Juley völlig unglaublich erschienen wäre und die für Tibby oder Charles nicht im Bereich des Möglichen gelegen hätte. Es gibt Augenblicke, wo sich das Innenleben buchstäblich „bezahlt macht“, wo eine jahrelange, ohne jede ersichtliche Motivierung betriebenen Selbsterforschung plötzlich einen praktischen Nutzen zeitigt. Solche Augenblicke sind im Westen immer noch etwas Seltenes…

 

Zusammenhalt der Familie Wilcox (Kapitel 24)

 

Außenstehenden gegenüber bot die Familie Wilcox zwar eine geschlossene Front, aber dahinter  verhielt es sich doch so, dass es kein Wilcox in der Nähe eines anderen Wilcox oder auch nur in der nähe von dessen Hab und Gut aushielt. Sie hatten Kolonialgeist und strebten immer nach einem Ort, wo der Weiße seine Last unbeobachtet tragen konnte.

 

Margaret (Kapitel 25)

 

Sie fügte jeden [der ihr je etwas bedeutet hatte] in ihr System ein, wenn es vielleicht auch ein bitterer Zusammenhang war…

13.08.2006 um 10:40 Uhr

Wiedersehen in Howards End - Kapitel 15 - 17

Kapitel 15

Es handelte sich bei diesen abendlichen Zusammenkünften um einen zwanglosen Diskussionsklub [...] Das Thema des Abends lautete: "Wie verfüge ich über mein Geld?" [...] Die Gastgeberin vertrat die undankbare Rolle des "ältesten Sohnes der Millionärin" und beschwor die sterbende alte Dame, sie möge die bestehende Gesellschaftsordnung nicht untergraben indem sie zuließe, dass solche Riesensummen der Familie entzogen würden. Geld sei die Frucht der Entsagung, und die jüngere Generation habe ein Recht, von der Entsagung der vorhergehenden zu profitieren. Welches Nutznießungsrecht hingegen besitze "Mr. Bast"?

Man fragte Miss Schlegel [,,,] wie sie nur solch fürchterliche Dinge äußern könne und was es Mr. Bast nützen würde, wenn er die ganze Welt gewönne und dabei Schaden nähme an seiner Seele.

Kapitel 16

"Sie begehen da einen ganz weitverbreiteten Fehler. Dieser junge Flegel führt doch auch sein eigenes Leben. Mit welchem Recht nehmen Sie an, dass es ein erfolgloses oder, wie Sie es nenen, ein "graues " Leben ist?" [...] "Sie wissen nichts von ihm. Wahrscheinlich hat er seine eigenen Freunde und Interessen: Frau, Kinder, ein gemütliches kleines Heim. Darin sind wir Praktiker" - er lächelte - "eben etwas toleranter als ihr Intellektuellen. Leben und leben lassen, heißt es bei uns. Wir nehmen an, dass auch woanders alles schön seinen Gang geht und dass man es dem einfachen  Durchschnittsmenschen schon zutrauen kann, dass er sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert.

Kapitel 17

Miss [Evie] Wilcox hatte sich seit ihrer Verlobung merklich verändert. [...] sie neigte dazu, die törichtere Jungfrau [Margaret] herablassend zu behandeln. Margaret war dumm genug, sich das zu Herzen zu nehmen. In ihrer Niedergeschlagenheit über ihre Vereinzelung sah sie nicht nur Häuser und Möbel, sondern das Schifflein des Lebens selbst, mit Leuten wie Evie [...] an sich vorübergleiten.[...] Es gibt Augenblicke, da lassen uns Weisheiten und Seelenstärke im Stich, und ein solcher Augenblick wiederfuhr Margaret [...] [Es] überfiel sie ein zwar unbegründetes, aber heftiges Gefühl ihrer Minderwertigkeit, und sie wünschte, sie wäre nie aus ihrem Altwasser hervorgetaucht, wo nichts sich ereignete außer Kunst und Literatur und wo nie jemand heiratete doer das Kunststück vollbrachte, eine Verlobung aufrechtzuerhalten.

12.08.2006 um 09:11 Uhr

Platz da

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

Musik: Prinzen: Mein Fahrrad

für Mazda.

Mädel hat jetzt ein Auto.

(No further comment)

11.08.2006 um 13:36 Uhr

Wiedersehen in Howards End ... again

Stimmung: schaun mer mal

Vorbereitung auf Gefahr, die niemals eintritt (Kapitel 12) 

Das wirkliche Leben steckt voller falscher Spuren und Wegweiser, die nirgendwohin führen. Mit unendlicher Anstrengung rüsten wir uns für eine Krise, die dann nie kommt. Noch im erfolgreichsten Leben werden Kräfte vergeudet, mit denen man hätte Berge versetzen können, und das erfolgloseste Leben führt nicht etwa der, den es unvorbereitet trifft, sondern derjenige, der vorbereitet ist und den es niemals trifft. [...] Die Tragik des Vorbereitetseins ist noch kaum behandelt worden, außer von den Griechen. Das Leben ist in der Tat gefährlich, aber nicht auf die Art, wie die Moralisten uns glauben machen wollen. Es ist in der Tat unkontrollierbar, aber seine Quintessenz ist nicht der Kampf.

 

Der Wegweiser ist nicht das Ziel (Kapitel 14)

Hinter Jefferies erhob schon Borrow sein Haupt - Borrow, Thoreau und andere, die sich darauf reimten. Stevenson bildete die Nachhut [...]. Nicht, dass diese großen Namen keinen Respekt verdienten! Der Fehler liegt bei uns, nicht bei ihnen. Sie wollen für uns nur Wegweiser sein und sind nicht schuld daran, wenn wir in unserer Schwäche den Wegweiser schon für das Ziel halten.

10.08.2006 um 19:21 Uhr

Uups

von: Bloomsbury   Kategorie: Zeitschriften und Bücher   Stichwörter: Wiedersehen, in, Howards, End

Stimmung: versuchend
Musik: Always look on the bright side of life

 

Trotz der Schwierigkeiten, die blogigo momentan hat, kann man also einige Funktionen des Weblogs nutzen. Gut.

Ich muss noch einmal etwas zu Wiedersehen in Howards End schreiben. Und zwar will ich einige Textstellen zitieren, die mir gut gefallen.

Die Erbschaft (Kapitel 11):

Jetzt ist [...] der Zeitpunkt gekommen, an dem der Kommentator auf den Plan treten muß. Hätten die Wilcoxens ihr Heim Margaret anbieten sollen? [...] Das Ansinnen war denn gar zu dürftig. Es war nicht rechtsverbindlich; es war im Krankenstand geschrieben worden, im Banne einer rasch entstandenen Freundschaft; [...]

Das Problem war einfach zu gewaltig, und sie vermochten noch nicht einmal, ein Problem zu erkennen. Nein, es war nur natürlich und schicklich, dass sie nach angemessener Debatte den Zettel zerrissen und ihn ins Kaminfeuer ihres Eßzimmers warfen. Der praktisch denkende Moralist wird sie wohl vollends freisprechen. Wer sich bemüht, ein wenig tiefer zu blicken, wird sie wohl ebenso freisprechen - bis auf einen kleinen Rest. Denn eine unumstößliche Tatsache bleibt bestehen. Sie missachteten eine persönliche Bitte. Die Verstorbene sprach zu ihnen: "Tut dies!" - sie aber antworteten: "Wir tun es nicht."

Beschreibung der Familie Wilcox (Kapitel 12):

Sie [Wilcox] führten ein Leben, zu dem sie [Margaret] keinen Zugang finden konnte - jenes äußere Leben voller "Telegramme und Aufregungen", das explodiert war, als Helen und Paul im Juni in Berührung gekommen waren, und das in der vergangenen Woche noch einmal explodierte. Für Margaret sollte dies Leben eine wirkliche Macht bleiben. Sie konnte es nicht verachten, wie es Helen und Tibby vorgeblich taten. Es kultiviert solche Tugenden wie die Ordentlichkeit, die Entschlußkraft und den Gehorsam - sicher nur zweitrangige Tugenden, doch sie haben usnere Zivilisation erst zu dem gemacht, was sie heute ist. Sie formen überdies den Charakter. Margaret zweifelte nicht daran: sie bewahren die Seele davor, schlampig zu werden...

09.08.2006 um 22:09 Uhr

Keine Muße

von: Bloomsbury   Kategorie: Heim und Familie

Mein Mann hat Urlaub und er verlegt zusammen mit dem Bub das Hofpflaster neu. Auf der Straßenseite hat er die Hecke geschnitten. Und neue Zimmertüren haben wir bekommen. Deshalb sind auch die Böden beschädigt. Aber nur der im Gang wird erneuert.  Ausgesucht habe ich ihn schon. Hoffentlich gefällt er mir noch, wenn er kommt.

DESHALB - wegen ständiger Putzarbeiten, und ständigen Störungen (sagte ich schon, dass mein Mann Urlaub hat?) habe ich keine Muße zum Schreiben. Entschuldigt bitte .

06.08.2006 um 20:49 Uhr

Wiedersehen in Howards End -die erste

"Unerfahrenheit", wiederholte Margaret [...] Das Leben ist schwer und voller Überraschungen.[...] Bescheiden soll man sein und freundlich, immer geradeaus soll man gehen, die Menschen soll man lieben und nicht bemitleiden, die Verelendeten soll man nicht vergessen - nur kann man all´diese Dinge eben nicht gleichzeitig tun, weil sie sich leider Gottes widersprechen. Da kommen dann die Maßstäbe ins Spiel - nach den rechten Maßstäben leben. Bloß nicht mit den Maßstäben anfangen! Das tun nur die Blasierten. Maßstäbe sollten nur als letzter Ausweg dienen, wenn die besseren Mittel versagt haben und eine Sackgasse - Du meine Güte! Jetzt bin ich doch ins Predigen gekommen!"

"Allerdings, aber es war einfach großartig, wie Sie die Schwierigkeiten des Lebens formuliert haben", sagte Mrs. Wilcox [...]

aus: E.M. Forster, Wiedersehen in Howards End, Kapitel 8.