Roter Faden - The Central Seam

12.04.2015 um 15:04 Uhr

Burda Patchwork Frühling 2015

Bevor es gar nichts mehr wird und das neue Heft ins Haus steht, will ich mal meine Durchsicht der Frühlings-Patchwork-Burda 2015 posten. Bilder - oder Links dazu - gibt es, wenn ich im Netz welche finde.

Von der russischen Patchworkausgabe der Frühjahrsburda gibt es jede Menge Bilder - nahezu jedes Modell ist abgebildet. Wobei einige Modelle schon in den deutschen Ausgaben zu finden waren und eines davon - Trio - habe ich sogar schon genäht. [Pashalusda]

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Mit dem Einzug des Frühlings habe ich nun auch die Burda Patchwork Frühling durchgeblättert. Mit ihrem Türkis und Hellgrün erinnern die Farben des Covers schon an die aktuelle Jahreszeit, der Hintergrund zeigt eine zarte Shashiko-Stickerei.

Wieder hat sich der Inhalt ein wenig gewandelt – weg von den großen Decken, hin zu handlichen Wandbehängen.
Was mich zunächst ratlos zurückließ (möchte ich denn Wandbehänge?) offenbarte bald einen Vorteil – viele der Arbeiten in handwerklich unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestechen durch phantasievolles, aber nicht überladenes Quilting, das man mit einer normalen Nähmaschine auch hinbekommen könnte. Und dies zu üben, kann für Manchen zu einem Übungsthema an den nächsten Arbeiten werden.

Es ist interessant, festzustellen, wie sich ein geometrischer Quilt durch passendes Quilten verändern kann! Tic tac toe und Tic tac toe 2 von Nathalie Legendre machen es vor. Es sind traditionelle Arbeiten aus Quadraten und Dreiecken, aber das Quilting lässt sie besonders lebhaft und freundlich wirken.

Auch der Kleine und der Große Nadelstar von Marijke van Hesse bestechen durch abwechslungsreiche Quiltlinien – zunächst zum Üben im Kleinformat und dann zum Vertiefen in einem großformatigen Quilt.

Mit Frühlingsromanze von Beatrix Laufens begegnet uns ein moderner Quilt aus selbstgefärbten Stoffen und sprudelndem Quilting. Seine Mitte ziert eine Blumensäule, an der eine offenkantig applizierte Clematis hochklettert. (2. Bild von oben)

Tokio
von Marie-Laure Lorimier ist ein liebreizender Wandbehang, ebenfalls mit Applikationen: acht zierliche Geishas in unterschiedlich bestickten Kimonos zieren den ein Meter großen Quilt. Die Farbgebung bewegt sich zwischen Kitt, Pistazie und Rosenholz, der Rand ist gewellt.


Auch bei Stratosphere von Emma Coutancier kann man sich nach Belieben dem Quilting hingeben. Die einfach zu nähende Arbeit aus Streifen geben ihm durch eingesetzte Quadrate ein geometrisches Aussehen.

Ein weiterer Quilt von Emma Coutancier ist Hüpfende Steine. Er besteht aus rechtwinkligen Dreiecken, die zu Streifen zusammengenäht sind und dann als diagonales Muster angeordnet werden. In blauen und grünen Tönen, abgesetzt mit reichlich Rot, sieht das Muster aus wie Kreise, die sich im Wasser ziehen, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat.

Von Springtime gibt es ein Wandbild und ein Kissen. Für diesen Pineapple Quilt von Renate Pauly in blau-weiß-grün gibt es ein 2-teiliges Lineal, das die Anfertigung erleichtert.

Mit Blühende Balkone hat Ruth Müller einen geheimnisvollen Quilt geschaffen. Diese moderne Arbeit in Grün, kombiniert mit den Farben des Himmels und der Leuchtkraft der Blumen hat mir schon von Anbeginn an gefallen. Er ist abstrakt. Bei einem Wettbewerb zu diesem Thema wäre dies mein Favorit gewesen.

Einen einfachen Quilt aus Rosenstoffen haben sich Jana Köhler & Renate Pauly ausgedacht. Sein Quilting verläuft diagonal und verleiht so eine interessante Spannung, verschiedenfarbene Ränder sorgen für zusätzliche Wirkung.

Des Weiteren wird ein Kaleidoskopquilt gezeigt, der mit mittlerem Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet ist, und zwei Kinderquilts mit Häschen bzw. Häusern.

Zwei Kissen, ein Shopper-Duo im Stoffbeutel-Look (aus Kaffe Fasset-Stoffen), eine Kosmetiktasche und eine weitere Tasche plus Schultertuch für den Sommer werden ebenfalls zum Nachnähen angeboten.

Im Atelier der Quilterin wird das Mini-Bügelbrett 3 in 1 gezeigt, das in geschlossenem Zustand aus einer Bügelseite und im geöffneten aus einer Zuschneidematte sowie einer rutschfesten Seite zum Übertragen von Vorzeichnungen auf Stoff besteht.
Stoffdruck auf Bestellung von Fabfab wird vorgestellt und auch von Paula Nadelsterns Kollektion kann man ein paar Muster sehen. Sie wurden für ihre im vorliegenden Heft vorgestellten Quilts Kleiner und Großer Nadelstar verwendet.

Die Gewinner des Wettbewerbs „Mein geheimer Garten“ werden vorgestellt, wobei romantische Seelen möglicherweise eine andere Auswahl getroffen hätten. Der Gewinner ist farblich gewöhnungsbedürftig, allenfalls die Scheren, die die Hecken schneiden und die als Blüten- oder Samenstände aufgenähten „Garnrollen“ mögen da ein wenig versöhnen und den Bezug zwischen der „Pflege eines Gartens durch Zuschneiden“ und „Formgebung der Stoffe durch die Schere“ herstellen. Weitere vier Gewinnerquilts werden im Heft gezeigt und auf der Facebook-Seite gibt es noch weitere zu sehen.

Ein vierseitiger Bericht handelt von der dritten Dimension der Textilkunst, dem Maschinenquilten und davon, dass „Textilkünstler, die ihr Handwerk beherrschen wohl die Zukunft des Patchworks und der Textilkunst darstellen“. Das Talent eines Künstlers „könne man nicht nur an seiner Kreativität, sondern auch an der Beherrschung der zur Umsetzung notwenigen Technik ablesen“. Das stimmt ja, und ich bewundere die QuilterInnen, die diese Fähigkeiten in sich vereinen und großartige Kunstwerke schaffen. Für mich selbst endet der Weg dorthin aber gleich hier an dieser Stelle, da mir zu der Zeit auch die Übung fehlt, die zu diesem Können führen würde. Ein Satz fällt mir dazu ein und lässt mich immer wieder schmunzeln: Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, denn sonst hieße es ja Wunst.

Ausstellungen, Wettbewerbe, neue Inspiration in Form von Büchern und der Ausblick auf die Sommerausgabe beenden die Durchsicht des Heftes. Die nächste Ausgabe erscheint am 13. Mai 2015.

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